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Full text of "Biographisch-bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten der christlichen Zeitrechnung bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts"

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Biographisch  -  Bibh'ographisches 

Quellen-Lexikon 

der 

Musiker  und  Musikgelehrten 

der 

chrisüiclien  Zeitrechnung 

bis  zur 

Mitte  des  neunzehnten  Jahrhunderts 


von 


Rob.  Eitner. 

9.  Band. 

Schein  —  Tzwiefel. 


--ti&"    gl     gjE:-— 


Leipzig, 

Breitkopf  &  Haertel 
1903. 


WAY  e     1938 


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Schein. 


Schein,     Johann     Hermann, 

auch  unter  den  Namen  Jonah 
Heischermann,  Jacchus  Heremias 
Silvauus  und  Menalca  Silvanus 
(1623)  schickt  er  seine  Werke  in 
den  ersten  Jahren  seiner  Kompo- 
sitionsthätigkeit  in  die  Welt,  geb. 
20.  Januar  1586  zu  Grünhain  in 
Sachsen,  gest.  19.  Nov.  1630  zu 
Leipzig.  Sein  Yater  war  Prediger, 
starb  aber  schon  1593  und  die 
Mutter  zog  nach  Dresden.  Hier 
wurde  Seh.  als  Knabensänger  in 
die  kurf.  Kapelle  aufgenommen  und 
hatte  Roger  Michael  zum  Lehrer. 
Am  18.  Mai  1603  wurde  er  nach 
Schulpforta  aufs  Gymnasium  ge- 
schickt, kehrte  am  26.  April  1607 
nach  Dresden  zurück  und  bezog 
1608  die  Universität  Leipzig,  um 
Jura  zu  studieren.  Nach  vier 
Jahren  Studium  nahm  er  mehrere 
Hauslehrerstellen  an,  wo  er  zu- 
gleich Hausmusikdirektor  war,  so 
in  Weifsenfeis  beim  Hauptmann 
Gottfried  von  Wolffersdorf.  Von 
hier  aus  erhielt  er  in  Weimar  die 
Kapellmeisterstelle,  die  er  am  21. 
Mai  1615  antrat.  Am  12.  Febr. 
1616  heiratete  er  die  Tochter  des 
Rentsekretärs  Hösel  in  Dresden 
und  zeugte  mit  ihr  5  Kinder.  In 
einer  2ten  1625  geschlossenen  Ehe 
wurden  ihm  noch  4  Kinder  ge- 
schenkt. Als  1615  Calvisius  starb, 
meldete  sich  Seh.  zu  dem  erledig- 

Rob.  Eitner's  Quellen-Lexikoii.    Bd.  9. 


teu  Kantorposten  an  der  Thomas- 
schule in  Leipzig,  erhielt  ihn  und 
trat  ihn  im  September  1616  an 
(das  genaue  Datum  ist  nicht  mehr 
zu  ermitteln).  Bis  zum  Jahre  1617 
führte  er  nur  die  Titel  Musicus 
und  Cantor,  erst  1618  wurde  ihm 
der  Titel  Musikdirektor  verliehen. 
Das  Leumundszeugnis,  welches  ihm 
der  Weimarer  Hof  ausstellte,  als 
er  sich  in  Leipzig  meldete,  ist  im 
Leipziger  Tageblatt  und  in  Less- 
mann's  Musikzeitung  1889  p.  257 
abgedruckt.  Es  trägt  das  Datum: 
11.  Sept.  1616.  (Leichenpredigt  ab- 
gedruckt in  M.  f.  M.  3,  26.  Winter- 
feld 2,  231  über  seine  Bedeutung 
als  Komponist  von  Kirchenmelo- 
dien. Zahn  Bd.  5,  414.  In  Sch.'s 
Venus  Kran tzl ein  1609  sein  Por- 
trät in  schlechtem  Holzschnitt.  In 
Viertel]'.  5,  286  das  Abgangszeug- 
nis von  Roger  Michael.  Arthur 
Prüfer,  Biogr.  u.  Bibliogr.  Disser- 
tationsschrift. Lpz.  1895  Br.  &  H. 
gr.  8*^.  Der  Verfasser  besitzt  eine 
reichhaltige  Samlg.  seiner  Werke 
in  hds.  Part,  die  im  Druck  er- 
scheinen sollen.  Dr.  Riemann  in 
M.  f,  M.  26,  83  über  seine  Suiten- 
sätze im  Banchetto  musicale.  M. 
f.  M.  30,  141  über  die  Familie 
Schein  v.  Prüfer).  Eine  ausführ- 
liche Beschreibung  der  folgenden 
Druckwerke  giebt  A.  Prüfer  in 
ehr  onolog.  Ordnung. 


Schein. 


Schein. 


Geistliche  Kompositio'nen : 
1615.     Cymbalum   Sionium   sive   Can- 
tiones  sacvae,   5.  6.  8.  10.  et  12.  vocum, 
Auetore  . .  .     Lips.  1615  Abrah.  Laniberg. 

8  Stb.  40.  31  Gesge.  [B.  B.  B.  Brdbg. 
B.Hbg.  Musüfr.  Wien:  B.  6a.  7a.  br. 
Mus. 

1618  a.  Das  Te  Deum  Laudamus  mit 
24.  Stimmen,  in  4.  Chor  vnd  2.  Capellen 
ausgetheilet,  sampt  dem  Generalb.  . .  Dem 
. .  Herrn  Joh.  Chr.  Braun  . .  in  Lpz.  den 
2.  Nov.  1618  . .  in  die  Music  gesetzt  .  . . 
Gedr.  durch  Joh.  Glück.  25  Stirn,  a  2  S. 
in  fol.     [B.  Br. 

1618b.  Opella  nova,  geistlicher  Con- 
certen,  mit  3.  4.  vnd  5  Stim.  zusampt 
d.  Generalb.,  auff  Italiänische  Invention, 
comp.  . .  Dieser  Zeit  bestalten  Musico 
vnd  Cantore  zu  Leipzigk.  In  Verlegg. 
des  Autoris,  gedr.  bey  L.  Kober  1618. 
5  Stb.  40.  31  Nrn.  [B.  B.  B.  Br. 
B.  P.  Stb.  ?    Stockholm,     br.  Mus. 

—  1627.  1.  Tbl.  Lpz.,  Selbstverlag. 
2.  Aufl.  5  Stb.  30  Nrn.  [B.  B.  B.  D. 
Nr.  79,  40:  C  1.  2.  B.  K.  B.  Lpz.  Stb.  ? 
B.P.  Stb.?  B.  N.  Musikfr.Wien.  Kopen- 
hagen: Gl.  T.  B.     Hof  b.  Wien. 

—  Ander  Theil  mit  3.  4.  5.  vnd  6. 
Stim.  1626.  Freybergk,  Hoffmann.  5  Stb. 
32  Nrn.  [B.  Br.  B.  D:  C  1.  2.  B.  Kgsbg: 
C1.2.  T.  B.  B.N.  B.P.  B.  K.  B.  M. 
Musikfr.Wien.  Stockholm  Stb.?  Hofb. 
Wien  5  Stb.     br.  Mus. 

1620.  Musica  divina.  Der  150.  Psalm. 
Mit  8,  16  oder  24  Stimmen.  Nach  Ein- 
leitung des  Textes  auf  Drommeten  vnd 
Paucken  gerichtet,  sampt  dem  Geueral- 
Bass  ...    24.  Oct. . .     Lpz.    1620    Glück. 

9  Stbll.  4".  AlJeluja,  lobet  den  Herrn. 
[B.  B.  fehlt  C  2. 

1623.  Pontana  d'Israel,  Israels  Brün- 
lein  Auserlesener  Krafft  Sprüchlein  altes 
vnd  newen  Testaments  von  5.  vnd  6.  Stim. 
sambt  dem  Generalb.,  auf  eine  sonderbar 
anmutige  Italian  Maclrigalische  Manier  . . 
In  Vorlegung  des  Autoris.  Am  Ende: 
gedr.  bey  Joh.  Glück  1623.  6  Stb.  4». 
26  Nrn.  [B.  B:  C  1.  2.  T.  B.  Bc,  Alt 
fehlt.  B.Br.  B.  Hbg:A.  B.  Lpz.?  B. 
Brdbg:  C.  B.  M:  Gl.  2.  A.  Musikfr. 
Wien.     Stockholm?     Hofb.  Wien. 

—  Ausg.  in  Lpz.  bey  Schuster  1651/52. 
[B.  B.  Westeras  5  Stb.     br.  Mus.  fehlt  G  1. 

1626.  Lamentatio  ecclesiast.  et  con- 
solat.  mit  9  bis  14  Stim.  Ratswahl  Kan- 
tate. Lpz.  1626  Lanckisch.  fol.  11  Bll. 
[B.  Wagen  er. 

1627.  Gantional,  oder  Gesangbuch 
Augspurgischer  Confossion,  in  welchem 
des  Herrn  D.  Mart.  Lutheri,  vnd  anderer 


frommen  Christen,  auch  des  Autoris  eigene 
Lieder  vnd  Psalmen,  sampt  etlichen  Hyni- 
nis  vnd  Gebetlein,  etc.  so  in  Ghur-  vnd 
Fürsteuthümen  Sachsen,  insonderheit  . . 
allhier  zu  Leipzig  gebräuchlich  .  .  .  mit 
4.  5.  vnd  6.  Stim.  comp.  In  verlegg.  des 
Autoris  . . .  1627.  1  vol.  8°.  513  BU. 
268  Gesge.  [B.Br.  B.Hbg.  B.  Kgsbg.' 
B.  Lpz.  Strafsburg.  Werniger.  Brüssel 
1369. 

—  1645  Leipz.  bey  Jac.  Schuster,  gedr. 
bey  Thim.  Eitzsch.  8".  592  S.  mit  27 
fünfstim.  Chorälen  vermehx-t.  [B.  Hbg. 
Stuttgart.  B.  Wagener  in  Part,  im  Ms. 
br.  Mus. 

Von  Schein  selbst  befinden  sich  43 
eigene  Dichtungen  und  55  eigene  Melo- 
dien im  mehrstim.  Satze.  Becker  und 
BiUroth  gaben  sie  in  Part,  heraus,  Lpz. 
1831  Tauchuitz,  8"^.  8  u.  80  Seit.  (Eitner 
2,  5).  —  Zahn  6,  142.  163  teilt  sämtl. 
Schein'sche  Melodien  mit. 

Oelegenheitsgesänge : 

1617.  Threnus  ä  6.  voci  co'l  Bc.  Dem 
. . .  Herrn  Johan- Ernsten,  dem  Jüngern, 
Hertzog  zu  Sachsen  .  .  den  18.  Juhi  1617 
selighch  entschlaffen  . .  .  Jena  1617  Joh. 
Beithmann.     12  Bll.     4«.     [Wolfenb. 

1617.  Manes  piae  denatae  lUustr.  & 
Christianiss.  Dominae  . .  Doretheae  Mariae, 
Ducissae  Saxouiae  . . .  Jenae  1617  ib. 
12  ßU.     40.     [Wolfenb. 

1618  a.     Lucnim    verae    pietatis,    mit 

8  Stim.  zusampt  dem  Generalb.  Dem 
Herrn  Chr.  Piuckern,  als  er  seinen  Hoch- 
zeitl.  Ehrentag  gehalten,  den  23.  Nov. 
Gedr.  durch  Joh.  Glück.  1618.  9  Stbll: 
Sihe,  also  wird  gesegnet.     [B.  Br. 

1618  b.  Eesidenza  d'amore  6  v.  c.  Bc. 
Lpz.  1618  Kober.  [B.  B:  G  2.  T  2.  B. 
Bc.  fol. 

1618  c.  Echo  zu  Joh.  Webers  Hoch- 
zeit. Lpz.  1618  Glück.  10  Bll.  in  fol. 
[B.  Wag'ener.     Bibl.  Bohn  in  Breslau. 

1619.  Villanellischer  Holtzgang,  des 
Hirten  MirtiUi,  bey  dem  hochzeitlichen 
Ehren  Fest  des  . .  Joh.  Winters  .  .  14.  Juni 
1619.  Lpz.  1619  Kober.  1  Bl.  fol,  2  G. 
Bc.     Mirtillo  gut  in  einem  Wald.     [B.  B. 

1620  a.  Lyra  Davidica,  in  nuptiis  .  . . 
Höpneri.   8  v.  c.  Bg.     Lips.  1620   Glück. 

9  Stbll.,  1  Gesg.     [B.Br.     B.  B:  8  StbU. 

1620  b.  Musica  divina  8,  16,  24  v. 
Lpz.  1620  Glück.    [B.  B:  8  Stb.  (G2  fehlt). 

1620  c.  Ewige  Himelsfreud  5  voc.  Lpz. 
1620  Glück.     [B.  B.  5  Stb. 

1620  d.  Ballette  pastorale  3  v.  gez. 
Jonah  Heischermann.  Lpz.  1620  Glück. 
[B.  B:  CM.  B. 


Scheia. 


Schein. 


1621a.  Voüim  pro  pace,  Frieden- 
Wunsch  ii  9  overo  14  con  il  sno  Bc. .  . 
denen  Bürgei-meister  .  .  Friedr.  Mayer  in 
Lpz. . .  Lpz.  1621  Laüibergianis.  10  Stb. 
fol.  Verley  uns  Frieden.  [B.  Kgsbg. 
fehlen  3  Stb.,  die  Jahresz.  1611  ist  ein 
Di-uckfehler  im  Kat.  Müller's. 

1621b.  Stipendium  peccati,  Süuden- 
sold,  Ex.  Genes.  3  Cap.  vber  das  christ- 
selige  Ahleiben  der  Frauen  Euphrosynen 
Gramer  . .  20.  Nov.  Lpz.  1621  Glück. 
1  BI.  fol.  Eva  durch  ihi-  begangne  Schuld 
östini.     [B.  B. 

(1622  a.)  Sterhe-Liedleiu  auf  Agnes 
Beyer,  5  v.  Lpz.,  Mamitzsch.  [B.  B. 
ö  Stb.     B.  Wagener. 

1622  b.  Specchio  damore  Liehes  Spiegel 
.  . .  mit  5  musikal.  Farben  .  .  nachco})ii-t 
und  dem  Herrn  Wolfg.  Götzeidt  . . .  offe- 
rirt.  28.  Jan.  1622  (Lpz.)  Glück.  6  Stbll. 
fol.  In  Filii  schönen  Engelein.  [B.  B; 
C2.  B.  Bc. 

1622  c.  Letztes  Schwanen-  oder  A'alet- 
Liedlein  5  v.  Lpz.  1622  Glück.  [B.  B. 
5  Sth. 

1622  d.  Der  116.  Ps.  Dav.  5  v.  Lpz. 
1622  Glück.     [B.  B.  5  Stb. 

1622  e.    "Wasser-Fuhr  5  v.  c.  Bc.    Lpz. 

1622  Glück.     [B.  B:  C  2.  B.  Bc. 

16221  Der  90.  Ps.  5  v.  Lpz.  1622 
Glück.     [B.B:  5  Sth. 

1622  g.  Jocus  nupt.  1  v.  uff  1  Tiorb, 
Lpz.  1622  Lanck.     [B.  B.  1  vol. 

1623  a.  Kindliches  Valet-Külslein  (5  v.). 
(Lpz.)   1623  Glück.      [B.  B.  1  Bl.  in  fol. 

1623  b.  Eegulae  vitae  zu  Ehren  dem 
Herrn  Schmucken.  5  St.  Gedr.  bey 
Lanckisch.    6  Stbll.    fol.    1  Gesg.    [B.  Br. 

1623  c.     Angst-Seufftzer  (.5  v.).    (Lpz.) 

1623  Glück.     [B.  B.  1  Bl.  fol. 

1623d.  Der  25.  Ps.  Dav.  (4  v.).  (Lpz.) 
1623  Glück.     [B.B:  1  BL  fol. 

1623  e.  Der  88.  Ps.  (3  v.  u.  Bc.)  Lpz. 
1623  Glück.     [B.B:  1  Bl.  in  fol. 

16231  Pastura  divina  Ps.  23.  (4  v.) 
Lpz.  1623  Glück.     [B.  B.  1  Bl.  fol. 

1623g.  Vendetta  d'aniore  3  v.  (Lpz.) 
1623  Glück.     [B.  B.  1  Bl.  fol. 

1623  h.  Gardinetto  d'amore  3  v.  (Lpz.) 
1623  Glück.     [B.  B.  1  Bl.  fol. 

16231.  Villanellische  Glückwündschung 
des  Hirten  Mirtilli .  . .  bey  hochzeitl.  Ehren- 
frewden  des  Herrn  Georg  Lochners,  11. 
Febr.  auff  einem  dreistim.  Hümmelchen 
gepfiffen  von  Menalca  Svlvano  . .  Anno 
1623.  Lpz.,  Glück.  1  Bl.  fol.  2  St.  u. 
Bc.     [B.  B. 

1623  k.  Madrigale  ä  5  con  il  suo  Basso 
cont.  auff  die  Hochzeit  des  Herrn  Gerh. 
Beckers.     26.  Maij   1623.     (Lpz.)   Glück. 


[B.B:  Gl.  B.  Bc.  0  Ama- 


Lpz.  1624 
Lpz.  1624 


6  Stbll.    fol. 
rilH  zart. 

1024a.  Cauzonetta  dolorosa  4  V.  Lpz. 
1624  Lanckisch.     [B.  B.  1  Bl.  fol. 

1624  b.    Eegula  vitae  (4  v.) 
Lanckisch.     [B.  B.  1  Bl.  fol. 

1624  c.    Ultimae  lachrimae 
Glück.     [B.  B.   1  Bl.  fol.  3  Stirn,  u.  Bc. 

1624d.  Der  13.  Ps.  Dav.  4  v.  Lpz. 
1624  SchedÜer.     [B.  B.  1  Bl.  fol. 

1624e.  Applausus  musicus  per  con- 
certo  ä  3  voci  con  Bc.  in  honorem  . .  . 
Putschen.  Lips.  1624  Eitzsch.  4  Stb.  in 
fol.     1  Gesg.     [B.  Br. 

16241  Ana  ä  3  v.  Lpz.  1624  Glück. 
[B.  B:  1  Bl.  fol.  (1  Stim.  1  V.  Fag.  Bc.) 

1624g.  Der  30.  Ps.  vber  den  Chiist- 
seligen  Hintritt,  Herrn  Dav.  Wuilfpfeunigs 
mit  4  Stim.  11.  Aug.  1624.  Lpz.,  Glück. 
1  Bl.    fol.     [B.  B. 

1625  a.  Vilanella  a  3.  Auff  hochzeit- 
hche  Ehrenfrewde  des  Zach.  Schürers. 
1.  März  1625.  Lpz.,  Lanckisch.  1  Bl. 
fol.     2  Sopr.  Bc.     [B.  B. 

1625  b.  Questione  di  Coridone  contra 
filli,  gerichthcher  Liebes- Handel  ..  die 
Nupt.  6.  Sept.  1625.  (Lpz.)  Eitzsch. 
1  Bl.     fol.     [B.  B. 

1625  c.  Cui-a  d'Amore  Liebes -Cur  ä 
3  voci,  Seb.  Eothen.  26.  Sept.  1625. 
(Lpz.)  Eitzsch.     1  Bl.     fol.     [B.  B. 

1625  d.  23.  Psalm  zu  Mostel's  Hochzeit. 
Lpz.,  Eitzsch.    fol.    13  Bll.    [B.  Wagener. 

1625  e.  Letztes  Schwanen-Liedl.  5  v. 
(Lpz.)  1625  Eitzsch.     [B.  B.  1  Bl.  fol. 

16251  SchmertzHche  Liebes-Preis  5  v. 
(Lpz.)  1625  Eitzsch.     [B.  B.  1  Bl.  fol. 

1625  g.      Gupressus    luctus    acerbioris 
gratiss.  virtutuni  odoris  . . .  Pro  capulo 
Annae  Mariae  pueUulae 
vini,   4.  Apr.  1625.     s.  ] 
4 st:    Herr    dein    Ohren 
[B.  Zw. 

1625  h.  Ana  3  v.  Lpz.  1625  Eitzsch. 
[B.  B.  1  Bl.  fol. 

1625  i.  Aria  3  v.  Lpz.  1625  Lanckisch. 
[B.  B.  1  Bl.  fol. 

1626a.  Schmertzl.  Trauer- Klage  5  v. 
Lpz.,  Lanckisch.     [B.  B.  1  Bl.  fol. 

1626  b.  Ghrist- Seliger  Abschied  4  v. 
Lpz.,  Eitzsch.     [B.  B.  1  Bl.  fol. 

1626o.  Grab  -  Liedlein  4  v.  Lpz., 
Eitzsch.     [B.  B.  1  Bl.  fol. 

1626  d.  Christi  seligen  Abschied  . . 
Joh.  Eothcäupts  .  .  23.  Mai  1626.  Lpz., 
Fr.  Lanckisch.  1  Bl.  gr.  fol.  P.  5  st. 
Ich  hah  mein  Lauft  vollendet,     [ß.  Zw. 

1626  e.  Der  112.  Psalm  auff  das  ade- 
hche  ..  Leichen -Begengnis  ..  Otto  von 
Dilskaw  .  .  .   und   Frau   Elisab.  Pflügin. 


Andreae  Cor- 

2  Bll.   m   P., 

zu    mir    neige. 


Schein. 


Sclieia. 


7.  Febr.  1626.  Lpz.,  Lancldsch.  1  Bl. 
gr.  fol.  P.  5stim.  0  wie  wol  ist  dem. 
[B.  Zw. 

(1626?)  f.  Christliches  Trostliedlein  bey 
des  selig  Verstorbenen  letzten  Ehren  Be- 
gangnüs  in  der  Kirchea  zu  St.  Johannis 
...  s.  1.  3  Bll.  40.  P.  5 Stirn:  Ciagen, 
trawern,  weynen.     [B.  Zw. 

1626g.  Commendatio  concordiae  . .  zu 
hochz.  Ehren  .  .  Herrn  Schwendörffern 
vnd  Jungfraw  Concordiae  Göluitz.  1626. 
Lips.,  Ritzsch.  1  Bl.  gr.  fol.  Concordia 
zu  jeder  Zeit,  3stim.     [B.  Zw. 

1627  a.  Patiens  impatieutia  (5  V.).  Lpz., 
Eitzsch.     [B.  B.  5  Stbll. 

1627  b.  Scherzo  niusicale  3  v.  Lpz., 
Eitzsch.     [B.  B.  1  Bl.  fol. 

1627  c.  Villanella  ä  3  auff  die  hoch- 
zeitl.  Ehrenfr.  des  David  Morliai,  7.  Mai 
1627.    (Lpz.)  Eitzsch.    1  Bl.  gr.  f ol.   [B.  B. 

1628a.  Nozze  pastorali  (5  v.).  Lpz., 
Eitzsch.     [B.  B:  C  2.  B.  Bc. 

1628b.  Trauer  Klage  (5  v.).  Lpz., 
Eitzsch.     [B.  B.  1  Bl.  fol. 

1628c.  Trost -Liedlein  (5  v.).  Lpz., 
Eitzsch.     [B.  B.  1  Bl.  fol. 

1628  d.  Christliche  Trostl-Liedl.  5  v. 
Lpz.,  Eitzsch.     [B.  B.  1  Bl.  fol. 

1628  e.  Letzte  Ehr  5  v.  Lpz.,  Eitzsch. 
[B.  B.  1  BL  fol. 

1628f.  Symbolum  oder  tägl.  Trost- 
spruch, Ps.  73  vers  28,  mit  5  Stirn,  vnd 
Bc.     [Musikfr.  Wien  nur  1.  Pars. 

1628  g.  Grabe  -  Liedlein  4  y.  Lpz., 
Eitzsch.     [B.  B.  1  Bl.  fol. 

1629  a.  Consolatio  animae  Seelen  Trost 
an  . .  weyland  Zachar.  Schürer,  22.  Jan. 
1629.  [B.  Göttingen:  C  1.  2.  A.  T.  Bc. 
Zwing  dich,  0  liebe  Seele. 

1629  b.  Selige  Hinfarth  5  v.  Lpz., 
Lanckisch.     [B.  ß.  1  Bl.  fol. 

1629  c.  Himmlische  Ehren-Kron  5  v. 
Lpz.,  Eitzsch.     [B.  B.  1  Bl.  fol. 

1629  d.  Christi.  Abschied.  Lpz.,  Eitzsch. 
[B.  B.  1  Bl.  fol. 

1630  a.  Precalio  ecclesiae  pro  pace 
mit  10  St.  u.  Gb.  zur  Eaths-Wahl.  Lpz., 
Eitzsch.  1  Mot.  in  fol.  [B.  Kgsbg.  B. 
"Wagener. 

1630b.  Creutz-Ruthe  (5  v.).  Lpz., 
Eitzsch.     [B.  B.  1  Bl.  fol. 

1630  c.  Confect  der  Liebe  3  v.  per 
conc.     Lpz.,  Eitzsch.     [B.  B:  Bc. 

1630d.  Coucerto  amoroso  3  v.  Lpz., 
Eitzsch.     [B.  B:  Bc. 

1630  e.  Concertinn  nuptialis  2  V.  Lpz., 
Eitzsch.     [B.  B.  1  Bl.  fol. 

s.  afi.  Palma  ecclesiae  Christianae.  Lpz., 
Lanckisch.  fol.  „Gott  der  du."  5 — 16  St. 
[B.  Kgsbg. 


s.  ab.  Votum  uuptiale  ä  14  overo 
20  voc.     Lips.     15  Stb.     [B.  Bohn  in  Br. 

Choralgesänge   im  Casp.  Cranier  1641. 

—  8  geistl.  Gesge.  im  Gothaer  Cant.  1646, 
nur  6  in  der  2.  Aufl.  11  Nrn.  im  2.  Thl. 
1655.  11  Nrn.  im  3.  Thl.  1657.  —  In 
Job.  Francken's  Geistl.  Sion  1674,  1  Gesg. 

—  Gesänge  in  Erhardi's  Gesgb.  1659.  — 
In   Vulpius    Gesangb.    1682:    98  Choräle. 

—  In  Peter  Sohr's  Musical.  Vorschmack 
1683.  —  In  Zelle's  H.  Ein  feste  bürg  ist 
uns.  got  (M.  f.  M.  27,  72). 

Weltliche  Lieder  und  Gesänge: 
1609.  Venus  Kräntzlein,  mit  allerley 
liebhchen  vnd  schönen  Blumen  gezieret 
vnd  gewunden.  Oder  newe  weltl.  Lieder 
mit  5.  Stim.  Neben  etzlichen  Inti'aden, 
Gagliarden  vnd  Canzoneu,  gemacht  vnd 
comp,  von  ...  In  Acad.  Lips.  pro  tem- 
pore. L.  L.  Studioso.  Wittemberg  1609 
Thom.  Schürers  Buchf.  gedr.  durch  Job. 
Gormau.  5  Stb.  4".  25  Lieder,  mit 
seinem  Porträt.  [B.  B.  Darmst.  B.  Hbg. 
Hannov.  Wolfenb.  B.  Zw:  B.  br.  Mus. 
1621.  Musica  boscareccia,  Wald  Lie- 
derlein, auff  italian-Villanellische  Inven- 
tion,  beydes  für  sich  allein  mit  lebendiger 
Stim.,  oder  in  ein  Clavicimbel,  Spinet, 
Tiorba,  Lauten  etc.  Wie  auch  auff  musi- 
calischen Instrumenten  anmuhtig  vnd  lieb- 
lich zu  spielen,  fingirt  vnd  comp,  von  . . . 
In  Verlegung  des  Autoris.  Ao.  1621. 
3  Stb.  4".  16  Gesge.  [B.  M:  C  1.  B. 
B.  L:  C2.  V.  Winterfeld  besafs  die  Ausg. 
kompl.  u.  Frz.  Commer  setzte  sie  in  Part., 
die  sich  in  seiner  verkauften  Bibl.  befand. 

—  Editio  sec.  correctior,  mit  der  Dedic. 
von  1621,  30.  Mai.  Ib.  1627.  3  Stb. 
40.     16  Gesge. 

—  Ander  Theil  der  Musica  boscareccia 
...  In  Verlegg.  des  Autoris  1626.  3  Stb. 
40.  16  Gesge,  Am  Ende:  gedr.  bey  Fr. 
Lanckisch. 

—  Dritter  TheU  der  ...  Ib.  1628. 
3  Stb.    40.     18  Lieder. 

[Alle  3  Theile  von  1626,  1627  u.  1628 
in  B.  B.  kompl.  B.  Liegnitz.  Helmstedt 
Stefanskirche:  C.  1. 

—  Eine  Ausg.  aller  3  Teile  Strafsburg 
1628  bei  Ledertz.  [B.  B:  C  2.  B.  Han- 
nover: Cl.  fehlt  der  3.  Teil. 

—  Eine  Ausg.  aller  3  Teile.  Selbst- 
verlag 1631.     4''.     3  Stb.     [B.  B:  C2. 

—  Der  1.  Teil  erschien  ferner:  1632 
in  Strafsburg  bey  Ledertz.  [B.  B:  C  1. 
B.  G.  3  Stb.]  1643  in  Leipzig  bei  Schuster. 
3  Stb.  4".  [B.  G:  B.  ß.  Dresd:  B. 
Darmst:  B.]  1644  in  Erfurt,  Spangen- 
berg.    [B.  ß:  C.  1. 


Schein. 


Scheinpflugk,  Peter. 


—  Der  2.  Teil  erschien  ferner:  1632 
in  Strafsburg  bey  Ledertz.  [B.  G.]  — 
1641  bei  Schuster  iu  Leipzig.  [B.  G:  B. 
B.  B:  Gl.  B.     B.  Dresd:  B.     Darmst:  B. 

—  Der  3.  Teil  erschien  ferner:  1632 
bei  Ledertz  in  Strafshg.  [B.  (}.]  —  1643 
Lpz.  Schuster.  [B.G:  B.  B.B:  Gl.  B. 
B.  Dresd:  B.     Darmst:  B. 

—  Alle  3  Teile  1651  in  Erfurt  bei 
Dedekind.     [B.  B.     Gotha. 

—  Eine  geistliche  Umdichtung  erschien 
unter  dem  Titel :  Erster  Theil  der  Musica- 
bosc.  Sacra:  Das  ist  . .  .  mit  geistl.  Texten 
gezieret .  .  Erffurdt  1644  Martha  Spangen- 
bergin,  Witben.     3Stb.     40.     [B.B:  Gl. 

1624.  Diletti  pastorali,  Hirten  Lust 
von  5  Stim.  zusampt  dem  Gb.  auf  Madri- 
gal-manier.  Lpz.  1624  Selbstverlag.  6  Stb. 
40.  15  Nrn.  [B.  B.  0.  Bc.  B.  Brdbg. 
C  1.  Stockholm  6  Stb.  Hannover  C  1. 
B.  Bohu  in  Breslau,  fehlt  B.  Ms. 

—  1650.  Lpz.,  Schuster-Könen.  [B.B: 
C  1.  2.  defekt. 

1626.  Stndenten-Schmaufs  ä  5.  Einer 
löbl.  Compagui  de  la  Vino-biera,  praesen- 
tirt  von  . . .  Lpz.  1626  Selbstverlg.  5  Sth. 
40.  5  Gesge.  [B.  B:  C2.  A.  T.  B. 
Brdbg:  Gl. 

—  Leipzig  1634  Schuster.    [B.B:  Gl. 

Instrumentahverke  : 

1617.  Banchetto  musicale,  newer  an- 
muhtiger  Padoaueu,  Gagliarden  ...  mit 
5  Instrum.  Lpz.  1617  Lamberg.  5  Stb. 
40.     [B.  K.  Doubl.     B.  B:  5  a. 

In  David  Oberndorffer's  Allegrezza  mus. 
1620,  Paduanen  u.  a.  Nr.  25—28  von 
Seh.     [B.B:  G. 

Manuscripte : 
In  B.  B.  Z  55  eine  moderne  Kopie  des 
Gantional  (siehe  1627)  Part.  149  S.  — 
Zahlreiche  Gesänge  in  Mss.  ZllO  u.  111 
von  Peitsch.  Ms.  Z  38  in  einem  Zwickauer 
Gesgb.  —  Z40  Nr.  22.  —  Z  42  Nr.  9 
und  18.  —  W53:  10  Ghoralgesge.  zu  4 
u.  5  St.  Nr.  1320.  21  geistl.  Gesge.  zu 
4  St.,  dito  in  ^^  96  Nr.  1318.  —  W  101 
Nr.  1614  vier  geistl.  Gesge.  u.  Nr.  1623: 
23  geistl.  Gesge.  —  T 107  Ghoralgesge. 
aus  Vopelius   1682.     T  50  andere  Gesge. 

—  Ms.  151  in  K.  Ghoräle  aus  1627  in  P. 

—  Ms.  152  in  K.  Hymnus,  1  Bl.  P. 

In  B.  Br.  3  lat.  u.  43  deutsche  Gesge. 

In  B.  Dresd.  B  1266,5:  Gott  ist  mein 
rechter  ernst  8  voc.  Stb. 

Lobe  den  Herrn  meine  Seele,  8  voc. 
9  Stbll.  2  Trombetta  im  Ritornell,  dat. 
29/10  1655.  Ms.  [B.  Kgsbg.  Ebendort 
noch   in   Mss:    Nu    lob   mein  Seel   den 


Heeren,  6  voc.  mit  2  Clareten  u.  4  Po- 
saunen, gez.  4.  Aug.  1651.  —  Nun  dancket 
aUe  Gott,  7  Stbll.  4». 

13  Motetten  und  6  figuiirte  Ghoräle 
zu  5  Stim,  P.  Ms.  288—89.  —  11  geistl. 
Goncerte  f.  2  u.  3  St.  P.  in  4».  Ms.  53. 
[B.  Lpz. 

Die  Gerechten  werden  ewig  leben, 
5  stim.  Ms.  51,  42  in  B.Zw. 

In  B.L:  12  geistl.  Lieder  und  2  Mo- 
tetten zu  4  u.  5  St.  in  Stb. 


In  alten  Samlwk.  7  Nrn.  (Eitner  1). 
In  neuen  Ausg.  119  Nrn.  (Eitner  2).  In 
Gottfr.  Wegener's  geistl.  Oden  von  1682, 
4.  Thl.  eine  Ode.  Eine  Gesamtausgabe 
in  8  Bden.  bereitet  1901  Dr.  Arthur 
Prüfer  bei  Br.  &  H.  vor. 

Scheines  Sohn,  Joh.  Samuel.,  der  am 
24.  Mai  1619  in  Halle  getauft  wurde,  er- 
hielt eine  Organistenstelle  in  Halle,  mel- 
dete sich  1657  zu  der  Organistenstelle  an 
St.  Nicolai  in  Leipzig,  erhielt  sie  aber 
nicht,  auch  1758  bewarb  er  sich  um  die 
Kantorei  an  der  Thomasschule  (Prüfer's 
Biogr.  Schein's  p.  113/114  und  Eatsakten). 

Scheinpflu^,  Christian  Oott- 
lielf,  geb.  1722  in  Sachsen,  gest. 
1770  zu  Rudolstadt,  im  48.  Lebens- 
jahre. Er  trat  als  Tenorist  in  die 
Fürstl.  Rudolstädter  Kapelle  ein  u. 
wurde  nach  Gebel's  Tode  Kapell- 
meister. Er  genoss  als  Komponist 
einen  guten  Ruf  (Marpurg  3,  77. 
6,  105  ein  Brief  an  Seh.  —  Ger- 
ber 1.  2.  Lpz.  Ztg.  13,  249.  251). 
Yon  seinen  Kompositionen  lassen 
sich  nachweisen  in 

B.  B.,  Ms.  11990  die  Kantate:  Heiligt 
euch,  der  Tag  ist  da,  4  stim.  mit  Instr.  P. 

In  Schwerin  F.  1.  Ana  f.  Tenor  aus 
der  Oper  Giuseppe  riconosciuto,  c.  istrom. 
Ms  Sth.  —  2.  11  pastore  alla  caccia,  Par- 
thia  in  D,  a  2  Gor.  2  Fl.  2  V.  Va.  Bc. 
Stb.  —  3.  Sinfonia  in  D  jj  a  2  V.  2  Ob. 
2  Fl.  nell'Andante,  2  Glarini,  2  Gor.  Va. 
e  B.  Stb. 

In  Brüssel  Gons:  Gantate  zu  4  Stim. 
u.  Instram.  Ms.  897  Stb:  Dein  Wort,  0 
Gott,  ist  unsers  Fufses  Leuchte.  Im  Kat. 
fälschl.  mit  G.  G.  gez. 

Scheinpflugk  (Scheunpflug),  Pe- 
ter, um  1573 ff.  Tenorist  u.  Kan- 
toreiknaben-Praeceptor  an  der  Hof- 
kapelle  in   Dresden   mit   94   Gld. 


Scheipflug. 


6 


Schelle,  Johann. 


9  gr.  51/2  Pf.  Gehalt  (sächs.  Staats- 
arch.  Fürstenau  3,  201). 
Schei pflüg,  R.  P. 

unter  diesem  Namen  verz.  der  Kat. 
der  Musikfr.  in  AVien  eine  Kaatate  für 
Chor  und  Orch.  mit  1787  gez:  Froh- 
lockung  des  Fiiedens  und  der  Einheit 
Ms.  in  Stb. 

Scheitfus,  Samuel,  s.  Scheiclt. 
Schejansky,  P  . . .  W  . . ., 

bekannt  durch  Sechs  Fugen  für  die 
Orgel  oder  Pfte.  op.  6.  Wien,  Kk.  che- 
mische Druckerei.     13  S.      [B.  "NV agener. 

Seheker,  Anton. 

•  Die  Bihl.  der  Musikfr.  in  Wien  besitzt 

von  ihm:   Variationen  für  Violoncell  und 
Guitarre. 

Scheich,  J  . . .  J  . . . 

In  Amsterdam  befinden  sich  ,,Deux 
Senates  pour  le  pfte.  av.  acc.  d'uu  V.  obl. 
oe.  8.  La  Haye,  Letter  &  Co.  qu4'*. 
2  Stb.  Muss  an  der  Wende  des  18.  Jhs. 
gelebt  haben. 

Schele,  Ernst.     Anno  1619. 

Einstiger  Besitzer  oder  Schreiber  (Ver- 
fasser) eines  Lautenbuches  (Ms.  3238  in 
B.  Hbg.)  betitelt:  Tabulatur  Buch.  Musica 
et  vinum  laetificant  cor  hominis  etc.  (ist 
der  Deukspruch  Johann  Ott's).  Eücks. 
des  Deckels:  Systeme  pour  accorder  le 
luth.  154  S.  Lauteupiecen,  als  Praeambl. 
Praelud.  Fautas.  Pavan.  Corant.  Sarab. 
Toccat.  etc.  Ein  Komponist  ist  nicht  ge- 
nannt. 

Schelhamer,  Christoph,  ge- 
krönter Poet,  Vorsänger  an  St. 
Jakob  in  Hamburg  u.  Schulkollege 
a/d.  Johannis-Schule,  aufserdem  ein 
guter  Musiker,  starb  den  23.  j^J"ov. 
1637,  63  Jahr  alt  (Mattheson  1, 
827.  328). 

Der  von  Gerber  1  erwähnte  Dr. 
Günther  Christoph  Schelhammer 
war  Arzt,  1649  zu  Jena  geb.,  und 
soll  über  die  menschliche  Stimme 
geschrieben  haben. 

Schelhorn,  Johann  (reorg,  ein 

Dichter  geistlicher  Lieder,  geb.  1694 
zu  Memmingen,  gest.  1773  ebd. 
Siehe  Rheineck^  Christoph. 

Schelius,  Jacobus,  Kantor  zu 
liiisfeld    in   Franken   im    Anfange 


des  17.  Jhs.     Gerber  2  führt  von 
ihm  an 

Christlicher  Wunsch  und  Segen  aus 
dem  121.  Ps.  genommen  und  mit  6.  Stim- 
men komp.     Eifsfeld  1618.     40. 

Schell,  Joseph  Ludwig, 

bekannt  durch  6  Lieder  mit  GuitaiTe, 
s.  1.    op.  1.    18  S.     [B.  M. 

Auserlesene  Lieder,  Romanzen,  Balla- 
den ernsten  und  heitern  Inhalts,  s,  1.  4 
Bände  in  9  Heften.     [B.  M. 

Schell,  Sebastian,  1608  Bas- 
sist an  der  Hofkapelle  in  Stuttgart 
(Sittard  2,  39). 

Schelle,  G-eorg,  Cornettist,  trat 
am  9.  Mai  1665  in  herzogl.  braun- 
schweigsche  Dienste  (Chrysander  1, 
183). 

Schelle,  Johann,  geb.  6.  Sept. 
1648  zu  Geisingen  (Meifsen),  gest. 
10.  März  1701  zu  Leipzig.  Er 
war  2  Jahre  an  der  Wolfenbüttler 
Hofkapelie  Knabeusäuger,  auch  in 
Dresden  w-ar  er  vielleicht  nach 
dieser  Zeit  a/d.  Hofkapelle  Alum- 
nus, denn  er  studierte  nach  dem 
Besuche  eines  Gymnasiums  auf  der 
Leipziger  Universität,  avo  er  bei 
dem  damaligen  Organisten  Ger- 
hard Preis  Wohnung  und  Kost  u. 
wohl  auch  Belehrung  in  musikali- 
schen Sachen  fand.  Von  hier  kam 
er  als  Kantor  nach  Eilenburg  und 
1677  wurde  er  zum  Kantor  a/d. 
Thomasschuie  gewählt  und  am 
19.  März  1677  eingeführt  (M.  f.  M. 
27,  45.  34,  8).  Die  Nachrichten 
über  sein  Leben  sind  äufserst  spar- 
sam und  erhält  erst  durch  das 
Funeralprogramm  in  M.  f.  M.  34, 
8  einen  sicheren  Verlauf  (siehe 
Stallbaum,  Dörffel  1,  3.  121.  v. 
Winterfeld  2,  555.  3,  XHI.  Viertel]. 
6,  162.  Fritzsch'  Musik.  Wochen- 
blatt 1,  462  u.  494,  die  nur  Brocken 
mitteilen.  Am  redseligsten  ist  von 
Wiuterfeld). 

Gedruckt  sind  nur  einige  Lieder  in 
Liedersammlungen.  1.  in  Feller's  Andäch- 
tigen Student  von  1682.     1697  uud  1718 


Schelle,  Johann. 


Schelte. 


einige  30  Melod.  mit  B.  (nur  in  der 
1.  Ausg.  sind  die  Komponisten  Schelle  u. 
Petzhold  genannt).  2.  in  Vopelius  Gesgb. 
1682:  Mein  Lehen  war  ein  Streit  (eine 
Partit.  des  Gesgb.  in  Ms.  T  107  der  B.  B). 
—  Dagegen  besitzt  die  B.  B.  folgende 
Manuscripte  gröfserer  "Werke: 

19780.  Cantaten  f.  2—5  Singst,  und 
Instr.  in  P. 

1.  Also  hat  Gott  die  Welt  geliebet. 

2.  Aus  der  Tiefe  rafe  ich  zu  dir. 

3.  Christus  der  ist  mein  Leben. 

4.  Die  Liebe  Gottes. 

5.  Der  Segen  des  Herrn. 

6.  Der  Abgrund  thut  sich  auf. 

7.  Das  ist  mir  lieb. 

8.  Die  auf  den  Herrn  hoffen. 

9.  Es  ist  genug  mein  matter  Sinn. 

10.  Gesegnet  ist  der  Mann. 

11.  Gott  sey  mir  gnädig. 

12.  Gott  sandte  dein  Licht. 

13.  Gott  segTie  dies  vertraute  Paar. 

19  781  dito  für  1—10  St.  mit  Instr. 
in  P. 

1.  Herr  deine  Augen. 

2.  Hemmt  eure  Thränenflufh. 

3.  In  dich  hab  ich  gehoffet. 

4.  Ich  hielte  mich  nicht  dafür'. 

5.  Nun  giebst  du  Gott. 

6.  Nun  dantet  alle  Gott. 

7.  Uns  ist  ein  Kind  geboren. 

8.  Vom  Himmel  kam. 

9.  Wohl  dem  der  den  H.  fürchtet. 

10.  Lobe  den  Herrn  meine  Seele. 

11.  Schaffe  in  mir  Gott. 

12.  Wohl  dem  der  den  H.  fürchtet. 
Christus   ist  des  Gesetzes  Ende,   8  st. 

Trauermusik  mit  Bc.  1684  Ms.  690.     [B. 
Zw. 

Scheller,  Jakob,  geb.  12.  Mai 
1750  zu  Scbettal  bei  Rackonitz  in 
Böbmen,  nach  Pougin  starb  er  um 
1800  in  einem  Dorfe  in  Friesland. 
Schüler  von  Abt  Yogier  in  Mann- 
heim, wo  er  im  Orchester  angestellt 
war,  später  eine  Zeitlang  herzogl. 
Württembergischer  Konzertmeister 
zu  Mömpelgard.  Ein  virtuoser 
Geiger,  besonders  angestaunt  durch 
sein  Flageolett  und  Doppelgriffe, 
dabei  ein  durch  und  durch  lüder- 
liches  Subjekt.  Vortrefflich  ge- 
schildert im  Eochlitz  2,  356.  Auf 
S.  225  schreibt  er  „ein  verkom- 
menes heruntergekommenes  Genie 
ohne  Anleitung  und  Studien".    Er 


selbst  sagte  von  sich  ,,Ein  Gott  — 
ein  Scheller"!  Wo  er  sein  Ende 
fand,  ist  fi'aglich  (Lpz.  Ztg.  3,  705 
Urteil). 

Schelte,  Abraham  Wolf  gang, 

ein  Musikverleger  in  Amsterdam 
Ende  des  17.  Jhs.,  gab  12  Bände 
Opern  heraus,  im  Besitze  der  B. 
Wagener  in  Giefsen.  Der  Haupt- 
titel lautet: 

Eecueil  des  Opera,  reppresentes  par 
l'Academie  royale  de  musique. 

1.  Tom.  1712.  Les  fetes  de  Tamouret 
de  Bachus.  Psiche.  Cadmus  et  Hermione. 
Alceste.     Theseus.     Atys. 

2.  T.  1712.  Isis.  Bellerophon.  Pro- 
serpine.  Triomphe  de  l'amour.  Peisee. 
Phaeton. 

3.  T.  1701.  Amadis.  Roland.  Armide. 
Temple  de  la  paix.  Balet  des  Jeuuesse. 
Acis  et  Galates.     Achill. 

4.  T.  1693.  Zephire  et  Elore.  Palais 
de  Flore.  Thetis  et  Pelee.  Orphee. 
Eneas  et  Laviuie.     Coronin.     Astraea. 

5.  T.  1700.  Aleide.  Dido.  Medea. 
Circe.  Cephalus  et  Procris.  Theagenes 
et  Charidea.     Jason, 

6.  T.  1700.  Les  amours  de  Momus. 
4  Saisons.  Aricia.  L'Europe  galante. 
Balet  de  ViUe  neuve  St.  George.  La 
naissance  de  Venus. 

7.  T.  1700.  Meduse.  Venus  et  Adonis,- 
Isse.  Le  Triomphe  de  la  Raison  sur 
ramonr.  Apollo  et  Dafne.  MirtiU  et 
Mehcertes.  Cameval  Mascarade.  Amadis 
de  Greco.     Carneval  de  Venise. 

8.  T.  1700.  Marthe.sia.  Les  fetes  ga- 
lantes. Triomph  des  arts.  Hesione.  Are- 
thusa.     Scylla.     Omphale. 

9.  T.  1706.  Pomone.  Peines  et  plai- 
sirs  d'araours.  Idylle  sur  la  paix.  Canente. 
Medus.  Fragment  de  Lully.  Les  Muses. 
Le  Carneval  la  folie. 

10.  T.  1708.  Tancrede.  Ulysse.  Iphi- 
genie  en  Tauride.  Telemaque.  Alcine. 
Philomele.     Alcione.     Cassandra. 

11.  T.  1701.  Polixene  et  Pirchus. 
Bradamente.  Hippodamia.  Semele.  Mele- 
agre.  Diomede.  Fetes  venetiennes.  Manto 
tafee. 

12.  T.  1718.  Idomene.  Amours  de 
Venus.  Callitioe.  Medee  et  Jason.  The- 
lephe.     Theonor. 


Der  älteste  der  Verleger  obigen 
Samlwks.  ist  Abraham  "Wolfgang  Schelte 
1693.     T.  4. 


Scheits. 


8 


Schenk. 


Antoine  Schelte  Heritiers,  1700 :  T.  5. 
6.  7. 

Henri  Schelte  1700—1712.  T.  1.  2. 
8-11. 

Tome  12  ist  im  Haag  hei  Giiill.  de 
Voys  gedruckt. 

Sehelts ,    H  . . .    E  . . .    Zuyd- 

plein,  Maitre  de  musique  ä  Delft 
zeichnet  er  sich  und  ist  bekannt 
durch 

Marche  favorite  de  Madlle.  Gallo,  variee 
p.  le  pfte.  ä  4  ms.  Rotterdam,  L.  Platt- 
ner. 4P.  Plattner  verlegte  im  Anfange 
des  19.  Jhs.     [Amst. 

ScheMiis,    s.  Sceltttiis,    Joan. 

Scliemellus,  Georg  Christian, 

der  Yater,  geb.  in  Herzberg,  kam 
am  30/3  1695  auf  die  Thomas - 
schule  im  Alter  von  15  Jahren, 
war  also  c.  1678  geb.  Er  wurde 
Schlosskantor  zu  Zeitz,  nachdem 
er  vorher  wahrscheinlich  in  Treuen- 
britzen  angestellt  war.    Sein  Sohn: 

Christian  Friedrich  Seh.,  geb. 
30/10. 1713  inTreuenbritzen  (daher 
die  Mutmafsung,  dass  der  Vater 
dort  vor  Zeitz  angestellt  gewesen 
sein  muss)  kam  am  5/5  1731  auf 
die  Thomas -Schule  nach  Secunda 
und  nennt  seinen  Vater  „Cantor 
aulicus".  Der  Rektor  der  Schule 
bemerkt  bei  ihm  am  17/8  1734 
„üiscedere  maluit,  quam  aequa 
lege  parere".  Er  trat  später  in 
das  Amt  seines  Vaters  (Akten  der 
Thomas-Schule.  Spitta,  Bach  2, 
590). 

Vom  Vater  Oeorg  Christimi  besitzen 
wir  ein  Gesangbuch  mit  Melodien  und 
Bass,  betitelt: 

Musicalisches  Gesaug-ßuch ,  darinnen 
954  geistreiche,  sowohl  alte  als  neue 
Lieder  und  Arien,  mit  wohlgesetzten  Melo- 
dien, in  Discaut  \md  BaTs, .  .  .  heraus- 
gegeben von  . .  .  Schlofs-Cautore  (zu  Zeitz 
.  . .  Lpz.  1736  Bernh.  Chrstph.  Breitkopf. 
8».  22  Bll.  654  Seit.  69  und  21  Melodien). 
Das  Buch  hat  noch  einen  besonderen 
"W'ert,  indem  die  Bässe  teils  von  Seb. 
Bach  verbessert,  teils  neu  hinzugefügt, 
auch  ist  eine  Melodie  mit  seinem  Namen 
gez.,  während  bei  noch  21  Melodien  Bach 
als   Erfinder   gut.      Siehe    ausführlichen 


Bericht,  nebst  genauer  Inhaltsangabe  bei 
Zahn  6,  315  Nr.  913.  [B.  B.  B.  M.  B. 
W.  B.Lpz.  B.  Wagener.  Hofb.  Wien, 
br.  Mus. 

—  C.  F.  Becker  gab  1832  die  69  Me- 
lodien heraus:  Choräle  mit  bez.  B.  von 
Joh.  Seb.  Bach  .  .  .  Lpz.  Br.  &  H.  qu40. 
[B.  Lpz. 

Sclicmenaiier,  Franz,  in  Mün- 
chen geboren,  wird  1790  als  Vio- 
linist an  der  Hofkapelle  in  Mün- 
chen angestellt.  1794  und  1799 
erhält  er  Gehaltszulage  (Kreisarch.). 

Sclienek,  . . .  aus  Strafsburg, 
wurde  am  28.  Juli  1685  zum  Or- 
ganisten an  St.  Thomas  zu  Strafs- 
burg i/Els.  ernannt  und  wegen 
Unfähigkeit  am  20.  Dez.  wieder 
entlassen,  worauf  er  die  Stadt  ver- 
liefs  (Lobstein  60). 

ScLencker,  . . .  nach  einer  An- 
nonce im  Avant-Coureur  vom  17/5 
1762  war  er  Mitglied  im  Orchester 
de  La  Poupliniere  zu  Paris.  An- 
gezeigt wird  sein  opus  1,  ä  Paris, 
chez  Moria.  Eine  spätere  Annonce 
vom  16.  Juni  1766  bez.  ihn  als 
Musiker  in  der  Kapelle  des  Prinzen 
von  Conti  (Brenet,  Les  concerts  en 
France  1900  p.  268).  Gerber  1 
zeigt  Sonaten  für  Harfe,  Violine 
u.  Bass  1775  an,  ebenso  im  gleichen 
Jahre  im  Breitkopf'schen  Ver- 
zeichnis. 

Sclienckh,  Augustin,  1608  u. 
1610  Altist  an  der  Hofkapelle  in 
Stuttgart  (Sittard  2,  39). 

Sclienius,  Joachim  Franciscus 
Baren,  siehe  Bareneliein. 

Sclienk,  Johann  L,  ein  älterer 
Komponist  als  der  Singspielkom- 
ponist in  AVien,  wird  auf  den  12 
Sonaten  für  die  Gambe  „Kammer- 
rat des  Prinzen  Joseph. . .  du  Rhyn" 
genannt.  Walter  69  bezeichnet 
ihn  näher  als  Gambisten  an  der 
pfälzischen  Hofkapelle  in  Düssel- 
dorf, der  gegen  das  Ende  des 
17.  Jhs.  dort  diente  und  am  Aa- 


Schenk,  Johann  I. 


9 


Schenk,  Johann  II. 


fange  des  18.  Jhs.  unter  Herzog 
Job.  Wilhelm  Düsseldorf  verliefs 
und  nach  Amsterdam  ging.  Die 
BouATst.  1,  99  beschreiben  ein 
Porträt  von  Seh.,  worauf  man  als 
Unterschrift  liest  „apud  Amstelae- 
damenses  Musicus  famigeratissi- 
mus".  Ein  alter  Auktionskatalog 
verz.  op.  2 — 10  Gambenpiecen  u.  a., 
auch  die  unten  verz.  Scherzi  op.  6 
und  Les  Fantaisies  op.  10.  Bekannt 
sind  von  seinen  Kompositionen: 

Zangwyze  uitbreiding  over't  Hooglied 
van  Salomon.  Op  zaugniaat  gestelt  met  een 
Cantus  en  B.  door  Joan  Schenk.  Amst. 
1724.  4P.  Gedichte  von  Matth.  Gargou. 
[Amst. 

Koninklyke  Harpliederen,  versierd  met 
150  niemve  airen.  Nevens  een  kunstig 
prae-  en  posthidium.  Gecomp.  door  den 
mucicyn  Joaa  Schenk  op.  4  a.  Geschikt 
om  te  kunnen  zingen  of  speien,  met  een 
of  twee  stemmen,  als  ook  met  of  zonder 
Violen  en  Bc.  In  5  partyen.  Amsterd. 
qu4'^.  Die  Gedichte  von  C.  van  Ecke. 
[Amst. 

Les  Fantaisies  hisarres  de  la  goutte. 
Cont.  12  Senates  p.  1  Viele  de  Gambe  seul 
av.  la  Bc.  ou  av.  1  autre  Viole  de  Gambe 
ou  theorbe.  Amst.,  Roger  &  Le  Cene. 
[B.B:  Bc.  40. 

Scherzi  musicali  per  la  Viola  di  Gamba 
c.  Bc.  op.  6.  Amst.,  Eoger.  2  Stb.  im 
Stich.  [Sondershausen.  B.  Wagener. 
Rostock. 

Schenk,  Johann  II.,  geb. 
30.  Nov.  1761  zu  Wiener-Neustadt 
in  Unterösterreich,  gest.  am  29.  Dez. 
1836  in  Wien.  Von  armen  Eltern 
gebürtig,  nahm  sich  seiner  Antonio 
Tomaselli  an,  durch  die  schöne 
Stimme  des  Knaben  aufmerksam 
gemacht,  und  brachte  ihn  in  den 
Kurort  Baden  bei  Wien  als  Chor- 
knabe an,  wo  er  auch  Unterricht 
in  Wissenschaften  und  Musik  er- 
hielt und  fast  auf  allen  Instru- 
menten sich  üben  musste.  1773 
kam  er  nach  Wien  zu  dem  Dom- 
prediger Schneller,  der  ihn  1774 
dem  Hofkapellmeister  Wagenseil 
als  Schüler  übergab.      Hier  trieb 


er  sehr  ernste  Musikstudien  an 
Fux,  Palestrina  und  Seb.  Bach,  u. 
es  war  nicht  Schuld  seiner  Lehrer, 
dass  ein  in  der  klassischen  Rich- 
tung Erzogener  ein  Volkssänger 
wurde.  Seine  letzte  Arbeit  bei 
Wagenseil  war  eine  Messe,  die 
sein  väterlicher  Freund  Schneller 
1778  bei  einer  festlichen  Gelegen- 
heit in  der  Kirche  zur  Aufführung 
brachte.  Sie  fand  selbst  bei  Jos. 
Haydn  Anerkennung  und  es  folg- 
ten derselben  andere  Kirchenwerke. 
Aufgefordert  zu  dem  Trauerspiel 
„Erwina  von  Steinheim"  die 
Zwischenaktmusik  zu  schreiben, 
machte  er  seine  erste  Bekannt- 
schaft mit  dem  Theater  und  der 
rauschende  Beifall,  den  seine 
Musik  erzielte,  berauschte  ihn  in 
einem  solchen  Grade,  dass  er  der 
Kirchenmusik  entsagte  und  Sing- 
spielkomponist wurde.  Er  trat 
aber  zuerst  anonym  auf  u.  brachte 
1785  auf  dem  Leopoldstädter  The- 
ater „Die  Weinleise",  1786  ,,Die 
Weihnacht  auf  dem  Lande"  zur 
Aufführung.  Beide  Opern  waren 
so  echte  Volksstücke  und  erlebten 
noch  bis  ins  19.  Jh.  hinein  Auf- 
führung an  Aufführung.  1787 
schrieb  er  für  das  Hoftheater  die 
Operette  „Im  Finstern  ist  nicht  gut 
tappen"  und  gab  von  da  ab  seine 
Anonymität  auf.  1794  erhielt  er 
eine  Einladung  des  Fürsten  Karl 
von  Auersperg  auf  seine  Güter  u. 
wirkte  er  dort  teils  als  Musik- 
direktor, teils  als  Opernkomponist. 
Wann  er  wieder  nach  Wien  zurück- 
kehrte lässt  sich  nur  aus  der  Auf- 
führung der  Oper  „Achmet  und 
Almanzine  schliefsen,  die  am 
17.  Juli  1795  auf  dem  Hoftheater 
in  Wien  gegeben  wurde,  sowie  aus 
dem  am  7.  Nov.  1796  ebendort 
aufgeführten  Dorfbarbier,  beide  im 
Auftrage  der  Hofbühne  geschrieben. 


Schenk,  Johann  II. 


10 


Schenk,  Johann  11. 


Hier  sei  auch  erwähnt,  dass  er 
eine  Zeitlang  der  heimliche  Lehrer 
Beethoven 's  war,  dem  er  seine 
Aufgaben^  die  er  von  Haydn  er- 
hielt, korrigierte  und  ihn  in  den 
strengen  Kontrapunkt  einführte 
(Thayer  1,  262).  Seh.  selbst  be- 
kam zeitweise  Gewissenbisse  über 
sein  leichtsinniges  Musiktreiben  u. 
versuchte  mehrfach  wieder  im 
strengen  Stil  zu  schreiben,  doch 
die  Bestellungen  der  Theaterunter- 
nehmer und  die  leichte  glückliche 
Naturanlage  zum  Volkstümlichen 
war  stärker  als  sein  Wille.  Auch 
als  Gluck  mit  seinen  Opern  alle 
Welt  begeisterte,  versuchte  er 
etwas  Aehnliches  zu  schaffen  und 
da  es  ihm  nicht  glückte,  versank 
er  in  Schwermut  und  ein  Nerven- 
fieber warf  ihn  aufs  Krankenlager. 
1819  schuf  er  für  den  grofsen 
Musikverein  zwei  Kantaten:  „die 
Huldigung"  und  „der  Mai"  und 
schloss  damit  seine  Kompositions- 
thätigkeit.  Da  man  zu  seiner  Zeit 
die  segensreiche  Einrichtung  der 
Tantiemen  noch  nicht  kannte  und 
der  Komponist  vom  bestellenden 
Theater  eine  lumpige  Summe  er- 
hielt, so  musste  Seh.  sich  mit 
Unterrichten  kümmerlich  ernähren, 
während  die  Theater  sich  an  seinen 
Schöpfungen  mästeten  (Biogr.  von 
Seyfried  nach  sicheren  Quellen  in 
Schilling's  Lex.  Lpz.  Ztg.  39,  165 
Nekrol.  Biogr.  von  Ed.  von  Bauern- 
feld.  Wien   1837    [Musikfr.  Wien]. 

Verxeiehnis  seiner  Werke. 

(an  Singspielen  werden  viele  Theater- 
archive, besonders  die  in  "Wien,  noch 
Manches  besitzen,  was  hier  nicht  auf- 
geführt ist). 

Kyrie,  Gloria,  Credo  4  voc.  2  V.  2 
Clar.  Org.  Autogr.  in  B.  B.,  aus  Fuchs 
Saailg. 

Litania,  Ms.  P.     [Klosterneuburg. 

Achmet  und  Alraanziue,  in  2  Akten 
1795.    Ms.  P.     [Musikfr.  Wien. 


Der  Dorfbarbier,  komisches  Singspiel 
in  1  Akt.  Autogr.  1796.  P.  u.  Kl.-A. 
[Musikfr.  Wien.  Dresd.  Ms.  P.  Münch. 
Oper  in  2  Akten.  Darmst.  Dresdner 
Opernarchiv. 

—  Autogr.  aus  dem  Dorfbarbier.  [B. 
B.,  Grasn.     B.  B.  Ms.  19800  in  1  Akt.  P. 

—  Kl.-A.  in  2  Akten.  Lpz.  1856  Re- 
clam  jun.     4".     [B.  B.     Musikfr.  Wien. 

—  neue  Ausg.  mit  Dialog  im  Kl.-A. 
Lpz.,  Senff  1890.     [B.  B.  etc. 

Die  falsche  Catalani,  Siugsp.  in  2  Akt. 
Ms.  P.     [Münchener  Oper. 

Der  Fassbinder,  Singsp.  Ms.  P.  [Mu- 
sikfr. Wien.    Ms.  16 156,  P.     Hofb.  Wien. 

Im  Finstern  ist  nicht  gut  tappen.  Sing- 
spiel. Ms.  P.  [ib.  und  Ms.  16149.  P. 
Hofb.  Wien. 

Pantomime  f.  Ks.  Franz  componirt,  zur 
Feier  des  Namenfestes  der  Kaiserin  Maria 
Theresia,  aufgef.  zu  Laxemburg  am  15/8 
1798.  P.  Autogr.  vollendet  7/8  1798. 
[Musikfr.  Wien. 

Der  Schatzgräber,  Singsp.    Ms.  P.    [ib. 

Das  Singspiel  ohne  Titel,  Operette  in 
3  Akt.  P.  1790.  [ib.  und  Hofb.  Wien, 
Ms.  10480,  P.  im  Autogr. 

Das  unvermutete  Seefest,  Singsp.  Ms. 
P.  1789.     [Musikfr.  Wien. 

Die  Weihnacht  auf  dem  Lande,  Singsp. 
in  3  Aufz.  Ms.  P.  [Musikfr.  Wien,  sämt- 
liche Singsp.  in  der  genannten  Bibl.  sind 
aus  dem  Nachlasse  Sch.'s  erworben. 

Dieselbe  Bibliothek  besitzt  noch  fol- 
gende Lieder  und  Gesänge: 

Aufmunterung  zum  Trinken  f.  S.  T.  B. 
Autogr.  Juni  1805. 

Lyda,  Lied  von  Graf  zu  Stollberg  f. 
1  Sgst.  V.  Va.  Vcl.  u.  Pfte.  Autogr.  von 
183L 

Die  Erscheinung,  eine  Arie.  Autogr. 
von  1779. 

Glückwunsch  4  st.  mit  Orch.  Autogr. 
von  10/8  1798. 

Maigesang,  4  st.  Autogr.  Juni  1805, 
umgearb.  April  1818. 

Blumengesang  2  T.  B.  u.  Kl.  Autogr. 
in  2  Bearbtg.  von  1825  u.  1829. 

Cavatine :  Vergiss  mein  nicht.  Autogr. 
6/9  1826. 

13  Canons  nebst  Coda  für  3  St.  auf 
Burger's  Zechliod.     Autogr.  1812  P. 

Cidli,  oder  das  Rosenband  von  Klop- 
stock  f.  1  Singst,  und  Kl.  2  Bearbtgen. 
im  Autogr.  von  1805  u.  1831. 

Lied:  Des  Tages  Kufs  erglüht,  Autogr. 
vom  27/5  1833. 

Das  Veilchen  v.  Goethe  für  1  St.  2 
Clarinetten,  2  Hörn.  Fag.  u.  Kl.  P.  Autogr. 
Mai  1832. 


Schenk,  Johann  II. 


11 


Scherer. 


Denispnich,   Schweig,   meid,   leid,  zu 

2  S.    2  A.    2  Ob.    2  Clarin.     P.  Autogr. 
Juli  1819. 

AiiTserdem  TKotturui  f.  Gesg.  u.  Orch., 
1  Duett  mit  Bc,  Ein  Spinulied,  Wien, 
Torricella. 

Einzelgesge.  aus  seinen  Opei'n  in  P. 
oder  Kl.-A. 

Der  Mai.  Cantate  für  Soli,  Chor  u. 
Orch.  P. 

Huldigung.  Cant.  v.  Hölty  (tnaku- 
liert). 

Die  Schäferstunde,  Cant.  f.  3  Soli  und 
Instr.     P.     Autogr.  von  1779. 

Das  traute  Stündchen  der  Liehe.   Cant. 

3  Soli  u.  lustr.      P.      Autogr.  von  1779. 

2  Canoni  f.  3  S.  u.  Klav. 


Eondo  aus  Sultan  Amet,  in  Arien  und 
Duetten  K.-A.  u.  Orchesterstim.  In  13040 
Nr.  2.  [B.  B.  Dasselbe  verlegt  von  Joh. 
Andre.     8  Hefte,  ib. 

2  Vocalgesänge  (sie?)  Autogr.  in  B.  B., 
Grasn.     Terzetto  aus  der  Weinlese.    Lise,    i 
der  Graf  und  Kaspar.     Ms.  16157.     P. 
[Hofb.  Wien. 

11  Sinfonien  f.  Orch  in  P.  im  Autogr., 
einige  mit  den  Jahreszahlen  1786  u.  1791 
gez.  [Musikfr.  Wien,  wie  alle  folgenden, 
ebenfalls  aus  dem  Nachlasse  Sch.'s  er- 
worben -. 

Ouvertüre  und  Eutr'acts  zum  Trauer- 
spiel: Erwine  von  Steinheim  f.  Orch.  P. 
in  Autogr.  ao.  1780. 

Concertante  in  Es  f.  Clarin.  V.n;mit  2 
Violen,  2  Hörn.   Vcl.  u.  B.     P.  Autogr. 

4  Konzerte  für  die  Pedalharfe  im 
Autogr.  gez.  mit  den  Jahren  1784—1788. 

AUegro  und  Andante  zu  einem  Wald- 
hornkonz.  mit  Orch.     P.     Autogr. 

Andante  zu  einem  Clarinettenconc.  P. 
März  1784  Autogr. 

Quartette  in  F.  f.  Fl.  2  engl.  Hörner 
u.  Fag.     P.     Autogr. 

5  Quartetti  f.  2  V.  Va.  Vcl. 

6  Trios  f.  2  V.  u.  Vcl.  P.  Autogr.  1776. 
Pezzi  diversi  per  il  Cembalo,  27/3  1764 

dedic.  Joseph  IL  Ms.  16598.  [Hofb. 
Wien. 

Caprice  pro  cla\ichord.  21/5  1823. 
Autogr.     Ms.  18390.     [ib. 

Im  Samlwk.  Künstlerverein,  Var.  über 
ein  Thema  von  Diabelli  f.  Pfte.  1  v.  Seh. 

Grundsätze  des  Generalbasses  durch 
Beyspiele  erläutert.  Ms.  Autogr.  [Mu- 
sikfr. Wien. 

Schenk,  Jolianii  Cornelius, 

ist  in  der  Bibl.  der  Musikfr.  Wien  mit 
folgenden  Autographen  vertreten:    1.  Li- 


tania  de  B.  V.  4  voc.  c.  orch.  1778.  P. 
2.  Stabat  mater,  ebenso,  ao.  1779.  3. 
Benedictus,  ebenso,  ao.  1831.  Ueber  sein 
Leben  weifs  ich  nichts  zu  berichten. 

Schenliirz,  Fat.  Augiistin,  geb. 
1736  in  BöhDien,  st.  1797  im 
Kloster  Emaus  in  Prag,  in  welches 
er  1764  eintrat  und  Chorregent 
wurde.  Er  galt  für  einen  guten 
Komponisten  (Kornmüller  1,  232). 

Die  Musikfr.  in  Wien  besitzen  von  ihm : 
Se  cousistant  adversum  me  castra,  4  voc. 
et  instrum.     P. 

Sehenncr, . . .  trat  1781  in  Lon- 
don als  Violinvirtuose  auf  (Pohl  2, 
370). 

Schepp,  H . . .  Gr . . .,  gab  heraus: 

Serenade  für  Klavier.  Breslau  1804. 
[Berlin  K.  H. 

Scheppers,  Oeleyn,  bekannt 
durch 

Vlaemsche  Vrede-feeste,  besonder- 
lick  ghehouden  ende  vertoont  door  die 
van  Brugghe  ...  in  de  trioraphelicke  Vie- 
ringhe  en  Vreughtslof  op  Mars  sterf-dach, 
mits  de  publicatie  van  den  pays  .  . . 
tusscheu  Spaignen  en  Vrankryck  .  .  .  ghe- 
componeert  by  . . .  Brugghe  1660  Lucas 
vanden  Kerchove.  4".  12  BU.  (mit 
Musik).  [Straeten  3,  22  nebst  Mitteilung 
einer  Ballade,  Istim. 

Sclierbaum,  Joseph,  ein  Böhme 
und  Servitermönch,  soll  sich  nach 
Gerber  2  als  kunstfertiger  Kompo- 
nist gezeigt  und  besonders  in  An- 
fertigung von  Kanons  eine  grofse 
Gewandtheit  besessen  haben. 

Scherer,  ohne  Yornamen,  wahr- 
scheinlich Flötist,  und  Kammer- 
musikus am  Kasseler  Hofe,  den 
Gerber  1  Scheerer  und  Gerber  2 
als  Verbesserung  Johann  Scherer 
nennt.  Er  war  eigentlich  Oboist, 
spielte  aber  auch  die  Flöte  u.  um 
1768  die  Bratsche  in  der  Kapelle. 
Da  Flötenpiecen  gesuchter  als  Oboe- 
piecen  waren,  so  kennt  man  nur 
Flötenkompositioneu  von  ihm,  und 

zwar 

3  Sonate  ä  3  Flauti  ö  3  V.  da  . . .  Amst. 
Joh.  Fr.  Gronemann.     3  Stb.     [B.Hbg. 


Scherer,  N . . . 


12 


Scherffer. 


Ms.  6652  in  B.  B:  5  Duette  zu  2  Fl. 
trav.  2  Stb.  Beide  Werke  ohne  Vor- 
namen. 

1  Sonata  per  Flauto  trav.  e  B.  Ms.  P. 
inkompl.,  nur  2  Seiten  in  fol.  vorh.  [Ber- 
lin Th. 

Seilerei*  (Scherrer,  Scheerer), 
N  . . .  Gerber  1  glaubt  fälschlich, 
dass  er  in  Genua  lebte,  doch  er- 
schienen seine  Werke  sämtlich  in 
Geneve,  das  ist  nicht  Genua,  son- 
dern Genf  in  der  Schweiz.  Die 
Fürstenbibl.  in  Schwerin  besitzt 
von  ihm  ein  Dedikations-Exemplar 
an  den  Prinzen  Friedrich  Franz 
von  Mecklenburg-Schwerin,  da  letz- 
terer erst  1785  zur  Eegierung  ge- 
langte und  damals  erst  Erbprinz 
war,  so  giebt  dies  zugleich  einen 
Anhaltepunkt  für  seine  Lebenszeit. 
Er  bezeichnet  dies  Werk  als  sein 
erstes,  was  er  in  den  Druck  giebt. 
Obige  Bibl.  besitzt  von  ihm  fol- 
gende Werke: 

Six  Senates  mises  en  Trio  pour  le 
Clavecin,  Violon  e  Vcil.  Dediees  ä  Son 
Altesse  . .  le  Prince  Frederic  Frau(,;ois  de 
Mecklenbourg- Schwerin.  Geneve,  chez 
l'auteur,  op.  1.  3  Stb.  fol.  (auch  in  Brüssel 
Cons.  und  in  Rostock). 

3  Senates  p.  le  Clav.  av.  acc.  de  V. 
obl.     op.  3.    Geneve,  l'auteur.    2  Stb.  fol. 

3  Sonates  (ebenso)  op.  4.  Ib.  2  Stb.  fol. 

6  Senat,  p.  le  Yioloncel  av.  acc.  de  B. 
op.  5.     Ib.     2  Stb.    fol. 

Six  Simphonies  k  huit  parties  obl.  op. 
6.     Ib.     8  Stb.     fol. 

3  Sonat.  p.  le  Clav,  et  V.  obl.    op.  8.  Ib. 

6  Sonat.   p.  le  Vcl.  et  B.     op.  9.     Ib. 

Symphonie  periodici^ue,  No.  1.  ä  8  par- 
ties obl.    Ib.     8  Stb.     fol. 

Sechs  Sonaten  f.  d.  Pfte. . .  Ms.  (gleich 
op.  1). 

Seherer,  ßegiiiald,  Frater  sacri 
ordinis  Praedicatorum  sacerdote, 
lebte  im  Kloster  in  der  Steiermark 
nach  der  Dedications-Unterschrift 
vom  21.  Dez.  1643.  Er  ist  be- 
kannt durch 

Vespertina  omnium  solemuitatum  Psal- 
modia  cum  8  Magnif .  sec.  8  eccles.  tonos 
ä  4  vocib.,  una  cum  B.  pro  org.  Auetore 
(wie  oben  mitgeteilt).     Lucernae  Helvet. 


1644  David  Hautt,  Bibliopolae  Viennensis, 
ac  typogr.  Lucernensis.  5  Stb.  4".  [B. 
Frkft. 

Sclierer,     Sebastian    Anton, 

aus  Ulm,  lebte  dort  in  der  2ten 
Hälfte  des  17.  Jhs.  als  Yiceorganist 
(Titel)  u.  wurde  nach  Lobstein  60  am 
4.  Nov.  1684  zum  Organisten  an 
St.  Thomas  in  Strafsburg  i/Els.  u. 
zum  Aufseher  über  die  Musikalien 
und  Instrumente  der  Kirche  er- 
nannt.    Man  kennt  von  ihm: 

Musica  Sacra,  h.  e.  Missae,  Psalmi  et 
Motetti,  ä  3.  4.  5.  vocibus  cum  iustrum., 
quarum  1.  Caut.  prim.  —  5.  BalTus.  2. 
Cant  secundus  —  6.  Violin.  1.  3.  Altus. 
—  7.  Violin.  2.  4.  Tenor.  —  8.  Violin. 
&  pars  pro  organo.      Opus  1.  editum.    S. 

A.  Seh.  Musico  Ulmensi.  Ulmae,  typis 
&  impensis  Balth.  Kühnen,  Reipubl.  Typogr. 
1657.  Dedic,  im  Bc.  gez.  24/4  1656. 
Nur  der  Bc.  hat  obigen  Titel,  während 
den  anderen  Stimmen  die  ersten  4  Worte 
fehlen  und  beginnen  mit  Missae,  Psalmi 
...  9  Stb.  2  Mess.  7  Ps.  u.  3  Mot.  [B. 
Kgsbg:  Gl.  2.  A.  T.  B.  2  V.  Violone  u. 
Organum.        Berlin  Kircheninstitut:    Cl. 

B.  2  V.  Violone,  Org.  Musikfr.  Wien. 
Paris  Nat.  Stockholm:  C 1.  Lübeck 
Stb.? 

Sebast.  Ant.  Schereri  vicae  organistae 
Ulmensis  Operum  musicorum  seeundum, 
distiuctum  in  libros  duos:  Tabulaturam 
in  cynibab  et  organo  iutonationum  bre- 
vium  per  octo  tonos,  et  partituram  toc- 
catarum  usui  aptam  cum  vel  sine  pedali, 
ad  modernam  suavitatem  concinnatum  . . . 
Ulmae  1664  typis  Balth.  Kühn,  im  Stich, 
vom  Komponisten  selbst  gestochen  (Ger- 
ber 2).     [Lüneburg.     Paris  Nat. 

Sonatae  a  3.  due  Violini  e  Viel  da 
Gamba  vel  Fagotto  e  Bc.  op.  3.  Ulmae 
1680  ib.?  3  Stb.  fol.  14  Sonat.  [Up- 
sala.    Paris  Nat. 

Mss.  in  Upsala:  Jubilate  Deo,  3  voc. 
3  V.  e  Va.  sive  Fag.  c.  Bc.  Stb.  4".  — 
0  quam  mirabilis,  3  voc.  4  Viole  et  Org. 
Stb.    40. 

Im  Ritter  2  Orgelsätze  Nr.  89/90. 

Scherffer,  Wenzeslaus(Wenzel), 

von  Scherfenstein,  ein  schlesischer 
Dichter  zur  Zeit  Opitz',  war  Orga- 
nist in  der  fürstl.  Schlosskirche  zu 
Brieg  um.  1636 ff.  und  wurde  am 
2.  Sept.  1674  beerdigt  (Titel  und 
M.   f.    M.   21,    107).      Man    kennt 


Scherle. 


13 


Schetky,  Cluistoph. 


von  ihm  eiuige  Gelegenheitsgesänge, 
die  sich  in  der  Stadtbibl.  Breslau's 
befinden: 

1.  Psalraus  133.  Siehe  wie  fein  und 
lieblich  ist:  &c  zue  Ehien  Herrn  Mart. 
Schmieden . .  mit  3  Stirn,  sambt  dem 
Generalb.  concertweise  gesetzet .  . .  Gedr. 
zum  Brieg  1636  Aug.  Gründer.  4  Stbll.  fol. 

2.  Braut  Lied  . .  zu  Ehren  . .  defs  Herrn 
Matth.  Apellis  von  Löwenstern  zu  Bern- 
stadt Äo.  1637,  mit  3  Stim.  u.  Gb.  Ibid. 
4  StbU.     fol.     Ich  bin  eine  Blume  Sarons. 

3.  Concertus  mit  8.  Stimmen,  dem  . . 
Herzog  Georg  zu  Liegnitz  vnd  Brieg . . 
28/2  1688.  Ibid.  9  Stbll.  fol.  Seelig 
ist  der  gepreiset. 

In  seinen  1652  erschienenen  Gedichten 
befindet  sich  im  11.  Buche  ein  Gedicht 
„Der  Musik  Lob". 

Scherle  (Scher]),  Ambrosius, 
um  1621  Karainermusikus,  Violinist 
an  der  Hofkapelle  in  Berlin  mit 
300  Thlr.  Gehalt,  wird  1651  vom 
Kurfürsten  nach  Cleve  befohlen 
(Schneider  35.  42).  Am  20.  April 
1666  trat  er  in  herzogl.  Braun- 
schweigsche  Dienste  mit  200  Thlr. 
Gehalt.  Schon  1661  wurde  er  zar 
Aushülfe  von  Celle  aus  verschrieben, 
muss  demnach  nach  1651  in  Celle 
gedient  haben  (Chrysander  1,  182. 
183). 

Scherley,  Joseph, 

ist  in  Thom.  Simpson's  Taffei  Cousort 
1621  mit  einem  Instrumentalsatze  ver- 
treten. 

Seherli,  Leopoldo  Maria,  Ka- 
pellmeister an  der  Oper  in  Brescia 
um  1770  (Burney  1,  82). 

Sclierlitz,    Johann   Talentin, 

geb.  zu  Gössel  im  Gothaischen, 
starb  1793  zu  Gotha,  61  Jahr  alt. 
Schüler  von  Peter  Kellner  zu 
Gräfenrode.  Mit  19  Jahren  wurde 
er  Organist  im  Hessischen,  dann 
Direktor  des  Oboistenchors  des 
Fürst  von  Hohenlohe,  wo  er  noch 
Unterricht  bei  Georg  Benda  nahm, 
der  in  Gotha  angestellt  war.  Hier 
erhielt  er  bald  darauf  eine  Stelle 
als  Yiolinist  und  später  die  Hof- 
organistenstelle. 


Nach  Schilling  war  er  auch  als  Kom- 
ponist beJiaunt,  doch  kann  ich  nur  Einiges 
im  Samlwk.  Canzonette  f.  Klavier  1781  an 
Variationen  nachweisen,  sowie  in  Ettiuger's 
Samlwk.  Variationen  von  1781.  —  In 
Dresd.  Mus.  im  Ms.  ein  Menuetto  con 
Variaz.  per  il  Cembalo. 

Schermer,  Anton,  geb.  um 
1760  zu  Beilengries  (Mittelfranken), 
studierte  zu  Amberg  Theologie,  trat 
zu  Eichstätt  in  den  Priesterstand 
und  wurde  im  Domstifte  Chor- 
direktor. Er  bekleidete  noch  1814 
die  Stellung.  Lipowsky  erwähnt 
ihn  als  Komponist  von  Operetten, 
Oratorien,  Messen  u.  a.  Werken, 
ohne  Näheres  mitzuteilen.  Loren% 
Sch.^  ein  Bruder,  war  Tenorist  u. 
später  Kapellmeister  am  Dome  ebd. 
Ein  zweiter  Bruder  Franx  Xaver 
Seh.  Violinist  an  der  fürstbischöfl. 
Kapelle  ebd.,  wurde  aber  später 
Brauverwalter  in  Hirschberg  (Li- 
powsky). 

Sehers, . . .  bekannt  durch 

Sei  Sonate  per  il  Fl.  trav.  solo  o  Vio- 
line e  Bc.  del  Signor  Sehers  Libro  primo 
.  . .  Paris,  chez  Boivin.  Stich  in  fol.  aus 
dem  1.  Drittel  des  18.  Jhs.  [Kaiisruhe. 
C.  F.  mit  1741  gez. 

Seherzer,  . . .  Organist  an  der 
Domkirche  zu  Merseburg,  „ver- 
fertigt auch  sehr  schöne  wohl- 
klingende Claviere''  (Magazin  1780). 

In  der  B.  B.  befindet  sich  eine  Motette 
mit  Scherxer  gez.,  Ms.  19230,  4.  Stück: 
Quidquid  vivitur  sub  sole,  4  voc.  2  Instr. 
et  Org.  Möglich,  dass  es  von  obigem  her- 
rührt. 

Ein  Q . . .  Seherzer  ist  in  B.  Darmst. 
mit  Instrumentalkomp.  vertreten: 

Concerto  pour  Clarinette  avec.  äcc.  de 
l'orch.     Ms.  P. 

Varie  con  Eondo  p.  Clarinette  princip. 
avec  acc.  de  2  V.  Fl.  etc.     Ms.  P. 

Schetky  (Schettky,  Schedtky), 
Christoph,  auch  mit  J.  Cr.  C.  als 

Vornamen  gez.,  um  1740  in  Darm- 
stadt geboren,  gest.  um  1773  in 
Edinburgh,  doch  ist  die  Jahreszahl 
nur  mutmafslich  aufgestellt.  Schüler 
seines  Vaters,  der  Kammersekretär 


Schetky,  Cliristoph. 


14 


Scheuenstuhl. 


und  Tenorist  au  der  Hofkirche  in 
Darmstadt  war.  Er  bildete  sich 
besonders  zum  Yioloucellisteu  aus 
und  wird  seine  enorme  Fertigkeit 
darauf  gerühmt  mit  der  er  öffent- 
lich gläuzte.  Sein  erster  Ausfkig 
in  Begleitung  der  ganzen  Familie 
ging  1761  nach  Hamburg,  wo  er 
nebst  seiner  Familie  konzertierte. 
Der  Aufenthalt  währte  ein  halbes 
Jahr.  Nach  der  Rückkehr  wurde 
er  au  der  Hofmusik  angestellt. 
Thoma  S.  5  sagt  zwar,  dass  er 
schon  1758  a/d.  Hofkapelle  Mit- 
glied war.  1 768  befand  er  sich 
wieder  in  Hamburg  und  trat  vom 
11.  Juni  ab  bis  Oktober  1769 
sechsmal  in  Konzerten  auf;  auch 
ein  Bruder  von  ihm  liefs  sich  am 
20/3  1769  als  Flötist  hören.  Von 
hier  ging  er  nach  London,  dann 
nach  Edinburgh,  wo  er  eine  reiche 
Partie  machte  (Gerber  2.  Lpz.  Ztg. 
2,  35.  81.  Sittard  1,  177).  Von 
seinen  Kompositionen  sind  nach- 
weisbar: 

Die  verschiuachtende  Verspottung  des 
zum  Tode  verurtheilten  Heylandes.  Üs.  P. 
[Darmst. 

Aria:  Conservati  fidele  pensa,  per  Sopr. 
c.  Ycllo.  solo  ed  arclii.    Ms.  Stb.    [Rostock. 

3  Sinfonie  in  Cd.  Dd.  Dd.  Ms.  Stb. 
[Darmst.  Ebendort  noch  ein  Trio  in  C. 
a  Fi.  trav.  V.  et  ß.  Ms.  Stb.  Die  Themen 
der  3  Sinfonien  die  nur  mit  Schetkv  gez. 
sind  befinden  sich  in  M.  f.  M.  32,  "87/88 
Anmkg. 

6  Senates  pour  Vcl.  av.  Bc.  op.  1. 
Paris,  Sieber,  2  Stb.     [Brüssel  Cons. 

6  Trios  for  2  V.  &  a  Vcl.  op.  1. 
London.     3  Stb.     fol.     [br.  Mus. 

6  Trios  p.  harpe  ou  Clav.,  Y.  et  Vcl. 
op.  3.  London,  Bremner.  Stb.  [Biüss. 
Cons. 

6  Solos  for  the  Vcl.  op.  4.  London, 
fol.     [br.  Mus.,  ebd.  noch  eine  2.  Ausg. 

6  Duets  for  2  germ.  flutes.  op.  5. 
Lond.  c.  1770.     fol.     [ib. 

6  Quartettes  for  2  V.  T.  and  Vcl.  op. 
6.  London  0.  1777  (sie?),  fol.  [ib.  Mu- 
sikfr.  Wien,  in  einer  deutschen  Ausg. 

12  Duetts  for  2  Vcl.  op.  7.  London, 
fol.     [br.  Mus. 


6  Sonatas  for  the  harps.  "with  a  V. 
op.  8.     Lond.    fol.     [ib. 

6  Solo  for  a  Vcl.  and  B.  op.  13.  Lon- 
don,    fol.     [ib.     Musikfi-.  Wien. 

Practical  and  progressive  Lessons  for 
the  Vcl.  Lond.  fol.  [br.  Mus.  Dort 
noch   mehrere    Gesge.    in   Einzeldrucken. 

6  Solos  a  Vcl.  e  B.  Ms.  P.  [Schwe- 
rin F. 

Sonata  in  D  per  Vcl.  solo  e  B.  Ms. 
in  Mailand  Cons. 

Ms.  19810  Nr.  1—4:  4  Konzerte  fürs 
Vcl.  mit  Orch.  in  Stb.     [B.  B. 

Ms.  Berlin  K.  H:  Sonata  in  A.  a  Vcl. 
solo  e  B. 

Schetky  (Schetzky),  Ernst  (xott- 

lieb,  um  1745  Sekretär  und 
I  Kammermusiker  in  Darmstadt, 
dessen  Frau  a/d.  Hofkapelle  mit 
900  Gld.  als  Sängerin  angestellt 
war  und  um  1767  als  Verstorbener 
bezeichnet  wird  (M.  f.  M.  32,  65  ff.), 
dort  werden  noch  genannt:  Georg 
Carl  Jacob  Schctki/,  ein  Sohn  des 
obigen  1767  a/d.  Hofmusik  an- 
gestellt (ib.  87).  In  der  Hofb.  in 
Darmstadt  unter  Carl  Schetky  vom 
Jahre  1765  (Autogr.)  ein  Trio  für 
Flaute  trav.,  V.  e  Basso  (Mus.  3438). 

Scheuenstuhl,  Michael,  geb. 
den  3.  März  1705  zu  Guttenstetten 
im  Bayreuthischen  (Baiern),  wurde 
1722  Organist  in  Wilhelmsdorf 
(Hohenlohische  Kesideuz)  u.  1729 
Stadtorganist  in  Hof  (Baiern).  Mit 
letzterem  Amte  sind  auch  seine 
Drucke  gez.,  von  denen  ich  kenne 

Concerto  auf  das  Ciavier  comp,  von . .  . 
zu  finden  'bej  Barth.  Schmidt  in  Nrnbg. 
qufol.  7  S.  (nur  für  Klav.  allein,  meist 
im  2stim.  Satze  in  GmoLL:  AUegro,  Largo, 
Vivace,  Menuet.  Der  1.  Satz  zeigt  eine 
gewisse  Frische,  doch  sonst  unbedeutend. 
Spitta  2,  631  setzt  es  ins  Jahr  1738). 
[B.  B.     B.  M.  besitzt  2  Conc.  zu  6  u.  7  S. 

Gemüths  und  Ohr  ergötzende  Kavier 
Übung,  bestehend  in  VI  leichten  . . .  Par- 
thien.  Thl.  1.  verbesserte  Aufl.  Nrubg., 
Haifner.  18  S.  [ß.  Wagener.  Fürstl. 
Fürstenberg.  Bibl. 

Gerber  1  (Mattheson  1,  316)  verz.  von 
letzterem  Werke  3  Teile. 

Die  beschäftigte  Muse  Clio  oder  zum 
Vergnügen  der  Seele  u.  Ohr  eingerichtete 


Scheuerwegh. 


15 


Schiatti. 


III.  Galanterie-Suiten  auf  das  Ciavier .  . . 
Neuer  Theil.  In  Verlag  J.  Ulr.  Haffner. 
[Fürstl.  Fürstenberg.  Bibl. 

In  B.  Zw.  Ms.  3S0,  1  Parthie  f.  Klav. 

Scheuerwegh,  .  .  .  um  1772 
Organist  an  der  Abtei  St.  Bernard 
bei  Antwerpen   (Straeten  4,    366). 

Scheuiiiiaiiii,  Pat.  FlaTius,  geb. 
1744  zu  Luhe  im  Eegenkreise, 
trat  1762  in  den  Franzikanerorden 
und  zeichnete  sich  als  Organist  u. 
Komponist  von  geistlichen  Gesängen 
aus  (Lipowsky). 

Schew,  Greorg,  ein  Lautenstück 
im  Fuhrmann  1615. 

Scheycheiisperger,  Benedict, 
Tenorist  a/d.  Hofkapelle  in  Wien 
mit  8  GId.  monatl.  vom  15.  Okt. 
1582—1597  (Köchel  1). 

Scheyermaiiii,  Greorges,  geb. 
um  1767  zu  Verrerie  de  Montherme 
(Ardennes)  von  Eltern  aus  der 
Schweiz,  gest.  29.  Juni  1827  zu 
Nantes.  Mit  15  Jahren  wurde  er 
schon  Organist  in  der  Abtei  Fon- 
carmont  in  der  Normandie,  nach 
3  Jahren  ging  er  nach  Paris  und 
wurde  Schüler  MehuFs  und  Sejan's. 
1789  erhielt  er  die  Organistenstelle 
zu  Rochelle  und  dirigierte  auch 
die  Konzerte.  1801  kehrte  er  nach 
Paris  zurück,  fand  aber  keine  An- 
stellung und  ging  nach  Nantes. 

Fetis  verz.  von  ihm  eine  Oper  „Le 
couronnement  de  Numa  Pompilius''  für 
Nantes  gesckrieben,  Kantaten,  Sinfonien. 
Sonaten  u.  a.,  doch  fehlt  ein  Fundort. 
Nachweisen lässt  sich:  Deux  Senates  pour 
le  piano  dediees  a  Mehul.  [Mailand  Cons. 
wahrsch.  Ms. 

Scheyrer,    P.   F.    Bernardus, 

„des  Ordens  der  Mindern  Brüder 
S.  Francisci  der  reformierten  Pries- 
ter" heilst  es  auf  dem  Titel  Anno 
1663.  Fetis  fügt  dem  hinzu:  in 
der  Yorstadt  Au  iDei  München.  Er 
gab  heraus: 

Mvsica  choralis  Theoro-pratica,  Das  ist 
Ein  nutzliche  Underweisung,  ^vie  man 
das  Choral  Gesang  dui'ch  leichtes  specu- 
lieren  odei  Nachdencken   auch  würcklich 


in  kurtzer  Zeit  ergreiffen  möge.  Auss 
vnderschidlicheu,  sowol  lateinisch:  als 
teutschen  Authoribus  etc.  Durch .  .  .  Ge- 
druckt zu  München  1663  durch  Joh.  Jcäck- 
liu,  kurf.  Hoff-ßuchtrucker.  kl.  4«.  3 
Ell.  92  S.  1  Stirn.  Beisp.  [B.  B.  B.  A. 
Gotha.  B.  M.  Proske.  B.  Wagener. 
Musikfr.  Wien.  br.  Mus.  Glasgow.  Briis- 
sel.     Freising.     B.  Lpz. 

Manche  Kataloge  schreiben  „Schi-eyer". 

Schiappacasse,  Francesco,  ein 

römischer  Priester, 

schrieb  um  1801  die  „Missaangelorum" 
8  voc.  für  die  päiistUche  Kapelle.  1  vol. 
fol.  40  BU.     [Cap.  sistina  im  Ms.  P. 

Schiassi,  Gaetaiio  Maria,  Bo- 

lognese,  bez.  sich  auf  den  Concerti 
op.  1  mit  „Sonatore  di  Yiolino  e 
filarmonico"  (zu  Bologna).  Man 
kennnt  von  ihm 

Pastorale  per  il  SSi^o  Natide  di  nostro 
Jesu,  k4:2  V.Va.Vcl,    Ms.   fol.    [üpsala. 

Demofoonte,  opera  in  3  atti,  Metas- 
tasio.  Yen.  1735.  Ms.  2355.  P.  [Brüs- 
sel Cons. 

Arie:  Sporosi,  che  la  speranza,  ä  Sopr. 
c.  orch.  u.  Mio  ben  ricordati,  ä  Sopr.  c.  orch. 
Ms.  1150  P.  auf  Ol.  [Dresd.  xMus.,  dort 
noch  in  Ms.  756  zwei  Arien  für  Alt  und 
Instr.  P.  quf ol.  und  3  Concerti  a  V.  con 
V.  Ya.  e  B.  Ms.  Cx.  855/58,  in  Stb. 

Concerti  a  1  Violine  principale,  2  V. 
Alto  0  Ya.  Ycl.  o  Cemb.  Üp.  1.  Lib.  1 
et  2.  Amsterd.,  Mich.  C.  Le  Cene.  In 
jedem  Buche  6  Konzerte.  [Paris  Nat. 
B.  Wagener. 

Fetis  verz.  5  Opern  von  ihm.  Von 
der  Oper  II  Demetrio,  Milano  1732  das 
Textb.  in  Rom  Cecilia. 

Schiatti,  Gliaciiito,  nach  op.  1 
war  er  im  18.  Jh.  Direktor  des 
Konzerts  des  Prinzen  von  Baden 
Durlach.  Nach  Gerber  1  ging  er 
von  hier  1717  nach  Petersburg  u. 
wurde  Mitglied  der  Ksl.  Kapelle 
als  Violinist.  Schubart  170  schreibt 
über  ihn,  dass  er  nur  ein  ganz 
mitte huäfsiger  Komponist  aber  guter 
Dirigent  war  und  seit  etwa  1780 
oder  85  ein  Verstorbener  sei.  Er 
schrieb: 

Sei  Sonate  ä  3.  2  V.  et  Bc.  op.  1. 
Amst.,  Hummel.  3  Stb.  fol.  [B.  Wagener. 

In  der  Hofb.  zu  Karlsruhe  in  Mss: 
870.  871.  887:  3  Concerti  ä  Fl.  trav.  con 


Schiava. 


16 


Schicht. 


2  V.  Va.  e  Vcl.  (Allegr.,  Adag.  Allgr.  in 
gleicher  und  auch  wechselnder  Tonart, 
das  3.  defekt),  Stb.  869.  873—889:  17 
Trii   ä  Fl.    trav.    Viol.    col  B.,    oder  für 

2  V.  u.  B.,  3  sätzig,  wie  oben,  Stb.  890 
ohne  Namen,   daher  fraglich:    Solo  c.  B. 

In  Schwerin  F.  ein  Trio  ä  Oboe,  V.  et 
B.  Ms.  Stb.  in  Gd. 

In  Darmst.  im  Ms:  Sonata  a  2  V.  e 
B.  Nr.  1—4  m  Gd.  Fd.  Dd.  Cd.  3  Stb. 
—  Trio,  2  V.  e  Vcl.  ex  B.  Ni.  2  ex  Ad. 

3  Stb. 

Schiava  di  Lucca, 

hekaunt  durch  eine  Sonata  da  organo 
im  Samlwk.  1700  s.  d.  Nr.  6  (Eituer  1). 
Die  B.  Zw.  besitzt  unter  Nr.  691  mit 
Schiava  gez.  eine  Arie:  Dove  vada 
sventurato  für  Sopr.  mit  Instr.  Ms.  9 
Stbll.     fol. 

Scliiavetto,  D.  M.  (xiiilio,  lebte 
1563  zu  Treuta  im  Dienste  des 
Monsignore  Girolamo  Savorguano 
Yesco  di  Sibenico  und  gab  dort 
sein  1.  Buch  Motetten  zu  5  Stirn, 
heraus.  Ob  es  überhaupt  sein 
erstes  Werk  war,  lässt  sich  aus 
dem  Wortlaute  der  Dedic.  nicht 
ersehen,  doch  es  war  das  1.  Werk, 
welches  er  im  Dienste  (sua  casa) 
obigen  Herrens  komponierte  (Druck- 
werk von  1563).  Er  wendet  in 
den  Motetten  vielfach  den  Canon 
in  2  St.  an.  Manche  der  Motetten 
ist  von  grofsem  Wohlklange.  Man 
kennt  von  ihm 

Motetti  a  5  voci  et  a  6  voci.  Lib. 
Vineggia  1563  Scotto,  5  Stb.  qu40. 
[Celle,  hds.  Part,  im  Besitze  des  Herrn 
Eeinbrecht  in  Verden  (Hannover). 

...  Li  Madrigali  a  4  et  5  voci.  Nuou- 
amente  composti.  Vinegia  1563  Scotto. 
Stb.?  qu40.  30  Madr.  [Verona  S.  f:  C. 
A.  T. 

In  alten  Samlwk.  2  Gesge.  (Eituer  1) 
und  in  Blessi's  1.  lib.  delle  Greghesche 
1564:  Giathi  tanda  fantiga  4  yoc.  u.  Deh 
non  far  5  voci. 

Fetis  schreibt  fälschlich  SchiaveUi. 

Schicht,    Johann    Gottfried, 

geb.  29.  Sept.  1753  zu  Reichenau 
bei  Zittau  (nach  Stallbaum),  gest. 
16.  Febr.  1823  zu  Leipzig  (nach 
Dorf  fei  1,  121).  Sein  Vater  war 
Leinweber  u.  nalim  ihn  ein  Onkel, 


Chrstph.  Apelt,  frühzeitig  zu  sich 
um  ihn  zu  erziehen,  was  er  bis 
zum  18.  Jahre  Sch.'s  redlich  er- 
füllte. Seine  musikalischen  Anlagen 
bildete  er  schon  auf  dem  Gym- 
nasium in  Zittau  beim  Organisten 
Joh.  Trier  aus  und  als  er  nach 
Leipzig  ging,  um  Jura  zu  studieren, 
fand  er  an  Hiller  einen  treuen 
Helfer,  dem  er  sich  ganz  anschloss 
und  ihm  stets  zur  Hand  war. 
Trat  in  sein  Orchester  als  Violinist 
und  spielte  öfter  Klavierkonzerte. 
1785  legte  Hiller  die  Direktion  der 
Gewandhauskonzerte  nieder  und 
übertrug  dieselbe  Seh.,  doch  be- 
schnitt ihm  der  Stadtrat  den  Ge- 
halt von  400  Thlr.  auf  300.  Er 
behielt  die  Direktion  bis  1810,  in 
welchem  Jahre  er  Kantor  an  der 
Thomasschule  wurde.  1798  hatte 
er  noch  den  Organistendienst  a/d. 
Neuen  Kirche  erhalten  u.  grlmdete 
zur  selben  Zeit  mit  dem  Baumeister 
Limburger  eine  Singakademie,  deren 
Direktion  er  1807  an  Wilh.  Eriedr. 
Riem  abgab.  1810  gab  er  alle 
Nebenämter  ab  und  widmete  sich 
ganz  den  Pflichten  eines  Kantors 
und  Musikdirektors  an  St.  Thomas 
(Dörffel  2,  24.  Gerber  2  eine 
Selbstbiogr.  Döi'ffel  1,  3.  6.  49. 
121.  Ein  Brief  in  La  Mara  1, 
311.  Urteile  in  Berliner  Ztg.  1, 
417.  3,  194.  Lpz.  Ztg.  14,  403. 
20,  601.  Nekrol.  25,  132.  Anderes 
40,  656.  Winterfeld  3,  483  über 
seine  Kirchen-Melodien.  Zahn  5, 
464  mit  Angabe  von  298  geistl. 
Melodien  und  6,  395).   Verzeichnis 

seiner  Werke: 

Grundregeln  der  Harmonie  nach  dem 
Verwechsluugs- System  entworfen  und  mit 
Beispielen  erläutert  von  J.  G.  Schicht. 
Leipzig,  1812  Breitkopf  u.  Härtel.  fol. 
[B.  B.  Dresd.  Dresd.  Mus.  B.  Lpz. 
Brüssel,  br.  Mus.  in  3  Ausg.  Musikfr.  Wien. 

Das  Ende  des  Gerechten.  Passions- 
Orat.  v.  Eochlitz.  Lpz.,  Fr.  Hofmeister. 
Pai't.      qufol.      255  S.       [B.  B.       Leipz. 


Schicht. 


17 


Schicht. 


Thom.  Berlin  Singak.  B.  Lpz.  Dresd. 
Mus.  Schwerin  F.  Amst.  Musikfr.Wieu 
im  Kl.-A.     Hofb.  Wien  P.     br.  Mus.  P. 

Die  Feier  der  Christen  auf  Golgatha. 
Orator.  von  Rost,  in  2  Abtlg.  f.  Soli, 
Chor  u.  Orch.  im  Kl.-A.  Lpz.  1785  F. 
Böhme.  [B.  B.  Darmst.  Dresd.  Mus. 
B.  Lpz.  Leipz.  Thom.  B.  Kgsbg.  Rostock. 
Wolfenb.     Musikfr.  Wien.     br.  Mus. 

Oratorium ,  Die  letzten  Stunden  des 
Erlösers,  im  Autogr.     [B.  Lpz. 

Missae  in  Cd.  Em.  [Lpz.  Thom.  im 
Ms.  P. 

Missa  a  8  voc.     Ms.  P.     [B.  Lpz. 

Messa  a  4  voc.  c.  ström.  Lpz.  1819. 
P.  Ms.  345  Autogr.     [Dresd.  Mus. 

1  Messe,  siehe  Martin  v  Solar  1785. 

Missa  in  C.  8  voc.  P.  fol.  Ms.  2G2,  31. 
[Dresd. 

Te  Deum  laudamus.  Hymnus  Ambro- 
sianus in  usum  4  vocum  et  chori  comit. 
Omnibus  instram.  musicis.  Lips.,  Hof- 
meister. P.  Dd.  qufol.  [B.  B.  Lpz. 
Thom.  Darmst.  B.  Kgsbg.  Musikfr. 
AVieu. 

—  Im  Ms.  ein  Te  Deum  in  Ed.  (1818). 
P.  [Lpz.  Thom.  Dresd.  Mus.  Ms.  346, 
fraglich  welches,  2  Ex. 

Te  Deum  laudamus  composto  in  occa- 
sione  del  giubbileo  acaderaico  di  Lipsia. 
P.     [B.  M. 

De  Teum  f.  4  Männerst.  Ms.  225  f. 
[Dresd. 

Motetto  Veni  sancte  sp.  heiliger  Quell 
der  ewigen  Seligkeit,  f.  4  Singst,  ä  capella. 
Part.  HS.  Lpz.,  Kühnel.  [B.  B.  Darmst. 
Berl.  Singak.  Regensbg.  Dombibl.  Dresd. 
Musikfr.  Wien. 

—  Lpz. ,  Peters.  P.  [B.  Wagener. 
Dresd.  Mus. 

Motetten,  Heft  1—7,  für  Sopr.,  Alt, 
T.  u.  B.  Part.  Lpz.,  Br.  &  H.  12  Nrn. 
[Schwerin  F.  Lübeck,  br.  Mus:  Heft  9. 
10.  11. 

13  Mot.   zu  4  St.     Ms.  1232.     [Dresd. 

11  Motetten  f.  Solo  und  Chor,  eine  mit 
Posaunen.     P.     [Musikfr.  Wien. 

9  Motetten  im  Ms.  P.  290—292.  [B.Lpz. 

Hymne:  Ertöne  Jubelgesang  1817.  Ms. 
P.     [Lpz.  Thom. 

Friedenskautate  1794.  Autogr.  P. 
I  B.Lpz. 

Cantate,  Gelobet  sei  Gott.  Ms.  P. 
[Lpz.  Thom. 

Gott!  du  giebst  dem  Könige  langes 
Leben.  Ps.  61,  Vers  7—9.  Motette. 
Ms.  P.  347.     [Dresd.  Mus. 

Grofs  ist  der  Herr,  Motette.  P.  5.  Heft 
des  obigen  Druckes  bei  Br.  &  H.  fol. 
[B.  B.    Dresd.  im  Ms.  P. 

Rob.  Eitner's  Quellen-Lexikon.    Bd.  9. 


Ich  will  dich  erhöhen,  4stim.  Ms.  P. 
[Berl.  Singak. 

Psalm  100:  Jauchzet  dem  Herrn  alle 
Welt,  Motetto  in  zwey  Chören  .  . .  Part. 
Lpz.,  Br.  &  H.  fol.  Bd.  [Schwerin  F. 
Darmst.  Dresd.  Mus.  B.  Marienberg  in 
Sachs.  Elbing  Nr.  302.  B.  Lpz.  B.  B. 
im  Ms.  19820.  P.  Dresd.  Ms.  br.  Mus. 
Jesus  meine  Zuversicht,  Motette.  Lpz., 
Br.  (fc  H.  2.  Heft  obiger  Ausg.  von  Br. 
&  H.     [Dresd.  Mus.    B.  Lpz.    B.  M. 

Lied  von  Geliert,  Auf  Gott  und  nicht 
auf  meinen  Rath,  4stim.  Ms.  1234, 1.  P. 
[Dresd. 

Lied  von  Klopstock  f.  4  St.  Ms.  1234,  2. 
P.     [Dresd. 

Lobet  den  Herrn,  8stim.  P.  [Berlin 
Singak. 

Meine  Lebenszeit  verstreicht,  Motette. 
Nr.  3  in  Ausg.  Br.  &  H.  [B.  Lpz.  Dresd. 
Mus. 

Schwingt  euch,  frohlockende,  4  st.  mit 
Posaunen.     P.     [Berl.  Singak. 

Nach  einer  Prüfung  kurzer  Tage,  4 st. 
Nr.  1  der  Motetten  in  obiger  Ausg.  Br. 
&  H.  [Dresd.  Mus.  B.  Wagener  s.  1. 
Dresd.     B.  Lpz. 

Das  Vater   unser   und  die  Worte  des 
Abendmahles,  f.  1  Singst,  mit  Orgel.    Lpz. 
(1805)    Kühnel.     P.      [B.Lpz.     Musikfr. 
Wien.     Brüssel  Cant. 

Wie  lieblich,  Motette.  Ms.  P.  [Lpz.  Thom. 
Cantate  zur  Teschener  Friedensfeier. 
Ms.  888.  P.  qu40.  [Dresd.  Mus.  im  Autogr. 
Allgemeines  Choralbuch  für  Kirchen, 
Schulen,  Gesangvereine,  Orgel-  und  Pfte.- 
Spieler  vierstim.  gesetzt  von  ...  1.  Thl. 
Bey  Br.  &  H.  in  Lpz.  (1819).  qu4". 
Ausführliche  Angaben  nebst  Liederverz. 
im  Zahn  6,  395,  sowie  Abdruck  der  Melo- 
dien. —  2.  Thl.,  3.  Thl.  mit  1285  Lieder 
auf  547  S.,  dabei  306  Melodien  von  Schicht 
erfunden.  [B.  B.  Dresd.  B.Lpz.  B. 
Wagener.  Hofb.  W^ieu.  Musikfr.  Wien. 
B.  Zw. 

64  Choräle,  Ms.     [B.  Lpz. 
43  Choralmelodien  f.  2  Sopr.  u.  2  Alt, 
gesammelt  von  .  . .     Lpz.,  Peters,     qufol. 
[Dresd. 

Drey-  und  vierstim.  Choralmelodien  f. 
2  Sopr.  und  2  Contr'alte  zum  Gebrauch 
f.  Gymnasien  . .  .  Lpz.  (1808)  A.  Kühnel. 
qufol.  19  S.  32  Choräle.  [B.  Lpz.  B.  M. 
bei  Peters.      Musikfr.  Wien.      B.  Kgsbg. 

br.  Mus.  

Coro  nell'opera  L'Asilo  d'amore  di 
Metastasio.  1789.  P.  Autogr.  qufol. 
[Dresd.  Mus. 

Coro  ä  4  V.  c.  ström.  Ho  composto 
nel'mese  d'Apiile.  Kl.-A.  Ms.  P.  —  Reci- 

2 


Schicht. 


18 


Schickhaxd. 


tativo  ä  Sopr.  e  Coro  c.  ström.  P.  1790. 
qufol.     [Dresd.  Mus. 

Amynts  Freuden  über  die  Wiederkehr 
der  Lalage,  ein  Singstück  für  den  Diskant 
od.  Tenorstimme.  Klav.-Ausz.  als  auch 
mit  Begl:  2  Waldhörner,  2  Oboen,  2  Flöten, 
2  Fagotts,  2  Violinen,  2  Bratschen  u.  Bafs. 
Leipzig  1778  Junius.  qufol.  Klav.  u.  Stb. 
Presd.  Mus.  Schwerin  F.  nur  Kl.  -  A. 
Musikfr.  Wien.  br.  Mus.  inkompl.  Brüs- 
sel Cons. 

Der  Preis  der  Poesie,  Cautate.     [C.  P. 

Dies  ist  der  Tag,  Lied.  Autogi'.  nebst 
seinem  Portr.     [B.  B.,  Grasn. 

Sechs  Gesänge  von  Matth.  Claudius, 
Matthison  und  von  Salis  für  4  u.  mehrere 
Stimmen.  Lpz.,  Hofmeister.  P.  fol. 
17  S.  [B.  Kgsbg.  Schwerin  F.  B.  Wa- 
gener.    Musikfi'.  Wien. 

Preis  der  Dichtkunst.  Gedicht  von 
Nostitz.  Lpz.  P.  [Darmst.    br.  Mus.  Kl.-A. 

Variationen  p.  le  Clavec.  Ms.  1106,  8m. 
[Dresd. 

Orgelstücke  in  C.  F.  Becker's  Caecilia. 
Lpz. 

Seh.  ist  als  Komponist  nicht  bedeutend 
und  erhebt  sich  nur  selten  über  die  da- 
mals gebräuchliche  Ausdnicksweise ;  seine 
Themen  sind  schwach  und  der  Kontra- 
punkt spielt  eine  sehr  untergeordnete 
Rolle.  Am  längsten  hat  sich  seine  Mo- 
tettensamlg.  erhalten,  die  besonders  für 
Schülerchöre,  durch  ihre  leichte  Ausführ- 
barkeit gepaart  mit  Wohlklang,  sich  ganz 
besonders  eignen.  Im  Eitner  2  nebst 
anderen  neuen  Ausg.  verz. 

Schick,  Ernst,  Ehemann  der 
Sängerin  Schick,  geb.  Hamel,  geb. 
im  Okt.  1756  im  Haag,  gest.  10. 
Dez.  1815  zu  Berlin  (Becker  3, 
139  schreibt  ISU).  Sein  Vater 
war  Tanzlehrer  in  Amsterdam  und 
bestimmte  den  Sohn  zu  demselben 
Fache.  Seine  glückliche  musika- 
lische Veranlagung  zeigte  sich 
schon  früh  bei  Erlernung  des  Vio- 
linspiels, so  dass  sich  der  Konzert- 
meister Kreusser  vom  Vater  aus- 
bat ihn  auszubilden.  1770  hörte 
er  die  Virtuosen  Esser  und  Lolli 
und  nahm  sich  besonders  letzteren 
zum  Vorbilde.  1774  kam  er  als 
Viohnist  an  die  kurf.  Kapelle  in 
Mainz  und  hatte  daselbst  später 
auch  die  Opern  zu  dirigieren,  wie 


Eeichard  1791,  221  mitteilt.  1779 
unternahm  er  Konzertreisen,  spielte 
am  .5/11  in  Frankfurt  a/M.;  1780 
am  9/4  dirigierte  er  das  Konzert 
der  Madame  Steffani  und  spielte 
selbst  im  Konzert.  1783  unter- 
nahm er  mit  dem  Violoncellisten 
Tricklir  eine  Kunstreise  und  rich- 
tete mit  demselben  nebst  Benda 
und  Hoffmann  in  Berlin  Quartett- 
Soireen  ein,  in  denen  er  ganz 
besonders  Joseph  Haydn  pflegte 
(Sittard  1,  130).  1793  wurde  er 
Kammermusikus  au  der  Kgl.  Ka- 
pelle in  Berlin  und  rückte  1813 
zum  Konzertmeister  herauf,  er- 
richtete auch  1804  mit  Bohrer 
Abonnementskonzerte  (Gramer  1, 
749.  764.  Gerber  1.  2.  Ledebur. 
Israel  69.  72).  Ledebur  und  Ger- 
ber führen  6  Konzerte  von  ihm  an. 
Nachweisbar  sind  nur: 

Concerto  poui*  Violon  avec  acc.  de  2  V. 
A.  B.  2  Hautb.  et  2  Cors.  Ms.  Stb.  in  Fd. 
[Briissel  Cons.  Ledebur  fühi't  es  als  op.  1 
bei  Hummel  in  Berlin  erschienen  an. 

Concert  p.  le  V.  principale  av.  2  V. 
A.  B.  2  Hautb.  &  Corui.  Oe.  5.  Berhn 
(1783)  Hummel,     fol.     [br.  Mus. 

Li  G.  C.  Grosheim's  Melodien  m.  Klav. 
ist  er  auch  vertreten. 

In  Ambrosch  Freymaurer  Lied.  3.  Thl. 
1  Lied. 

Li  Böheim's  Maurerlieder  1798,  1.  Thl. 
Nr.  65.  Warum  sind  der  Thränen.  Nr.  73 
Fühlt,  Maurer,  des  Lebens  erhab'nen  Werth. 
Nr.  74,  Wenn  einst  vom  Staube  losge- 
rissen. 

Cramer  1,  755  führt  noch  einen  Jo- 
Immi  Andreas  Schick  an,  der  1783  Kon- 
zertmeister in  Gotha  war. 

Gerber  verz.  C . . .  G  . . .  Schick^  der 
1798  ein  Andantino  p.  le  Clav.  av.  8  Variat. 
in  Augsbg.  herausgab. 

vSchickliard  (Schickhart),  Jo- 
liaim  Christian,  aus  Braun- 
schweig, ist  am  18.  Nov.  1745 
als  Musicus  an  der  Universität  zu 
Levden  mit  Schickhart  eingeschrie- 
ben (Bouwst.  3,  7).  In  seinen 
Drucken  liest  man  Schickhard  und 
Schickhardt.  Er  ist  bekannt  durch: 


Schickliard. 


19 


Schiedermayr. 


Senates  a  une  flute  et  ime  basse  cont. 
. . .  opera  1.  Amst,  P.  Mortier.  [B. 
Wolfen  b. 

Senates  pour  uu  hautbois,  ou  V.  et 
Bc,  Oeuvre  2.  Amst.,  Roger.  [Paris  Nat. 
Wolfenb:  P.  Mortier. 

6  Senates  pour  1  flute  &  B.   oeuv.  3, 

ed.  2.  augment.  d'une  Sonate.    Ib.   2  Stb. 
40.     [B.  B.     Wolfenb:  P.  Mortier. 

Senates  p.  la  charabre  ä  2  flütes  et  Bc. 

ee.  4.    Ib.    Nr.  37.    3  Stb.    [B.  Wagener. 
br.  Mus. 

6  Senates  ä  1  FI.  2  Hautb.  1  Ya.  de 
Gambe  &  B.    ee.  5.    Amst..  ib.     [br.  Mus. 

12  Sonatas  er  Solos  fer  a  Fl.  with  a 
Th.  B.  for  the  harps.  er  Bass  Viol.  op.  7. 
London,     fol.     [br.  Mus. 

6  Concerts  ä  4  Flütes  &  B.  cont.  ded. 
de  Brandt.  Amst.  oeuv.  9.  [Linköping 
Fl.  1.  2.  4.  Bc. 

6  Cenceits  pour  ?  oeuv.  13.  Ib.  [Paris 
Nat. 

6  Senates  ä  une  flute  trav.,  uu  Hautb. 
ou  Vielen  &  Bc.  Liv.  1.  oeuv.  20.  Ib. 
Nr.  359.     19  S.     [B.  Wagener. 

6  Senates  ä  une  flute  trav.,  un  Hautb. 
eu  "Violen  &  Bc.  oeuv.  20,  liv.  2.  Amst., 
Le  Cene  Nr.  480.     22  S.      [B.  Wagener. 

—  Solos  for  a  germ.  flute  ...  op.  20. 
London,     fol.     [br.  Mus. 

L' Alphabet  de  la  musif^ue  cont.  24  Se- 
nates-Solos  p.  la  flute  trav.  ou  p.  le  V. 
av.  Bc.  oeuv.  30.  London,  qufol.  [br. 
Mus. 

12  Senates  p.  2  flütes  et  Bc.  Amst., 
Roger.     3  Stb.     [Briissel  Cons. 

6  Sonatas  fer  1  Fl.  &  2  Hob.  er  2  V. 
with  a  Yiol  Bass  &  Th.  B.  London,  fol. 
[br.  Mus. 

Mss.  in  B.Rostock:  Sonate  f.  Y.  u.  B. 
Stb.  —  Sonate  f.  Fl.  u.  B.  Stb.  —  G  So- 
naten f.  Fl.  ä  bec  mit  B.    Stb. 

Mss.  in  Upsala:  Concerto  ä  9:  2  V. 
2  Ob.  Fl.  Va.  Vcl.  cencert.  Bc.  Basse  rip. 
fol.  —  Concerto  ä  9:  V.  coucert.,  2  V. 
2  Ob.  Fl.  Alte,  Ycl.  Bc.  B.  rip.  fol. 

Es  werden  auch  eine  Flötenschule 
op.  12  und  eine  für  die  Oboe,  Amst., 
Roger  angezeigt. 

In  Schwerin  F:  Trio  ä  2  flütes  et  B. 
Ms.  Stb. 

In   Wolfeub.   Ms.  298:    IG   Flötensoli. 

Sclückbardt,  siehe  Sclial)hart. 

SchidloiüUa  (Schidtloril,  Scbit- 
lovita,  Schiclloiiit),  Johann  Sdu- 
neck,  von  1571 — 1584  als  Bassist 
a/d.  Hofkapelle  in  Dresden  in  den 
Listen    mit    wechseLider    Namen- 


schreibung verzeichnet.  In  späterer 
Zeit,  1587  und  1595  tritt  er  in 
den  Listen  nur  unter  dem  Namen 
Sdimeck,  Sduneccius  und  Stuneck 
auf.  Im  Jahre  1587  empfängt  er 
eine  „Begnadung"  von  200  Gld. 
(s.  Staatsarchiv.  Fürstenau  3,  200 
nennt  ihn  Schidlouit). 

Schiebel,  Johann  Gfeorg,  geb. 
18.  Juni  1656  zu  Dresden,  gest. 
2.  Mai  1684  zu  Radeburg.  War 
Magister  der  Philosophie,  1679 
wurde  er  zum  ksl.  gekrönten  Poeten 
ernannt  und  erhielt  das  Schul- 
rektorat in  Radeburg  {Leichen- 
sermon in  M.  f.  M.  8,  3). 

In  Ahle's  Herbstgespräch  wird  eine 
Abhdlg.  erwähnt,  die  aber  mit  Musik 
nichts  gemein  hat,  von  Gerber  1  aber  au- 
geführt wird:  Curieuseste  Wunderwerke 
der  Natur,  so  sie  durch  den  einstimmen- 
den Klang  au  Menschen,  Yieh  und  aUen 
Creaturen  ausübet. 

Sehieck,  Johann  Andreas,  aus 

Goldbach  bei  Gotha,  Violinist  an 
der  Hof  kapeile  in  Gotha  um  1754 
(Marpurg  L  270).  Forkel  1,  140 
verz.  ihn  1781  als  Konzertmeister 
an  der  Coburg -Gothaischen  Hof- 
kapelie. 

Schiecke,  Johann,  geb.  zu 
Grimma  i/S.,  studierte  in  Leipzig 
auf  der  Universität  und  gab  am 
22.  Dez.    1693    die   Dissertationen 

heraus : 

Organum  musicum,  historice  extructum 
.  . .  placide  probaudum  offeii.  Lips.  1693 
Georg.     4P.     [B.  B.     Brüssel. 

Meo  Jesu  mitissime  succurrente.  Lips. 
1693  ib.     40.     [B.  B. 

Schiedermayr  (Schiedermaier), 
Johann  Baptist,  geb.  23.  Juni 
1779  zu  Pfaffenmünster  bei  Strau- 
bing in  Baiern,  gest.  6.  Jan.  1840 
zu  Linz.  War  Domorganist  in  Linz 
(im  Wurzbach  Bd.  29  ausführliche 
Biogr.).  Er  war  ein  sehr  frucht- 
barer Komponist  und  reichen  die 
Opuszahlen  seiner  Druckwerke 
über   100   und   zwar   beschränken 

2* 


Schiedermayr. 


20 


Schieferdecker,  Job.  Chrstn. 


sie    sich    fast    nur    auf    kirchliche 

Gesänge : 

Choral -Messe,  riebst  Tautuni  ergo  et 
genitori  zum  Gebrauch  für  ordinäre 
Aemter,  auch  wohl  für  Advent  . .  .  für  1 
und  mehrere  Männerstini.  in  unisono  mit 
. . .  Orgel.  Linz  (1830)  Cajetan  Haslinger. 
kl.  qufol.     P.     6  Bll.     [Hofb.  Wien. 

Die  Praefatiouen  f.  die  Sonn-  und  Fest- 
tage ...  mit  Orgel.  Ib.  (1830).  11  S. 
in  qufol.     [ib. 

In  Kremsmünster  einige  Messen. 

Die  Bibl.  der  Musikfr.  in  Wien  besitzt 
zahlreiche  'S^'erke,  bei  denen  eine  kurze 
Angabe  genügen  wird:  13  Messen  op.  18. 
31.  32.  33.  34.  36.  66.  72.  94.  101  und 
3  ohne  opus.  —  3  Requiem,    op.  29.  46. 

—  2  Te  Deuin  op.  40.  —  Vesper  op.  42. 

—  Litania  op.  41.  —  Asperges.  —  3  Tan- 
tum ergo.  —  Fange  lingua.  —  6  Offer- 
torien  op.  68.  74.  (op.  109  u.  110  f.  Solo 
n.  Instr.)  —  2  Gradualion  op.  67.  73.  — 
Evangelien  (Lauda  Sion).  Sämtliche  Ge- 
sänge für  Cbor,  Solo  u.  Orch.  meistens 
nur  in  Stb.  gedruckt, 

6  Orgel -Stücke  (Praeludien)  für  die 
hlge.  Weihnachtzeit,  op.  76.  Wien,  Has- 
linger. 15  S.  [B.  Wagener.  Musikfr. 
Wien.     Brüssel. 

Der  Antiquar  Leo  Liepra.  besafs  einst: 
Litaney  f.  4  Singst.  2  V.  2  Clarin.  2  Tromp. 
Pauken,  Contrabass  u.  Orgel  op.  41.  Wien, 
Haslinger.  Stb.  —  Messa  nebst  Graduale 
u.  Offeicorium  ebenso.  Wien,  Steiner.  Stb. 

—  Requiem  in  Fmoll  4stim.  2  V.  Ya.  obl. 
2  Corni  c.  org.    Linz,  C.  Haslinger.    Stb. 


Seliiefertlecker 


Cliristiaii, 


Vater  des  Johann  Christian,  aus 
Zeitz  gebürtig,  ein  Bruder  des 
Weifsenf  eiser  Superintendenten, 
wurde  1676  Kantor  und  Organist 
in  Teuchern,  1678  Substitut  des 
alten  Rektors  Andreas  Crusius 
und  1679  dessen  Nachfolger  in 
Teuchern,  1684  Musikdirektor  und 
Prof.  am  Gymnasium  zu  Weifsen- 
fels,  1701  nebenbei  auch  Stadt- 
organist daselbst  und  starb  1711 
(Viertel].  6,  160). 

Seliiefertlecker,  Johann  Chri- 
stoph und  Wilhelm  Christian 
sein  Vater.  Letzterer  war  1720 
bereits  verstorben  und  Stadtorganist, 
sowie  Kantor  am  Gymnasium  zu 
Weifsenfeis  gewesen.    Sein  ältester 


Sohn,  Joh.  Chrstph.^  war  Hofkantor 
in  Weifsenfeis  und  heiratete  1720 
(J.  0.  Opel's  Liste  der  Weifsen- 
fels-Querfurter  Hofmusiker). 

Schieferdecker,  Johann  Chri- 
stian, geb.  zu  Zeitz,  denn  er  bez. 
sich  mit  „Cizensi",  die  Viertel].  6, 
160  sagt  zwar:  geb.  10.  Nov.  1679 
zu  Teuchern,  besuchte  1692 — 1697 
die  Leipziger  Thomasschule,  gest. 
1732  in  Lübeck,  war  vor  1707 
Cembalist  am  Hamburger  Opern- 
theater, wo  auch  die  Opern  Alarich 

1702,  Victor  Regnerus   1702    und 

1703,  Justinus  1706  von  ihm  auf- 
geführt wurden  (Lindner,  Hbg. 
Oper  S.  182  Nr.  96.  98.  99.  114 
Nr.  99  Berenice  ist  aber  von  Bron- 
ner. Siehe  Allg.  mus.  Ztg.  Lpz. 
1877,  219).  Am  23.  Juni  1707 
erwählte  ihn  der  Stadtrat  zu  Lü- 
beck zum  Organisten  an  St.  Marien 
(Stiehl,Lexikon,  Jimmerthal's  B  uxte- 
hude  p.  7.  Mattheson  u.  Walther 
erwähnen  ihn  auch).  In  Lübeck 
veranstaltete  er  die  gebräuchlichen 
Abendmusiken  und  schrieb  dazu 
von  1707—1729  geistliche  Kan- 
taten und  Oratorien,  doch  haben 
sich  auf  der  Stadtb.  zu  Lübeck 
nur  die  Textbücher  zu  22  Abend- 
musiken erhalten.  Nachweisbar  an 
Kompositionen  sind  folgende: 

Pbilureischer  Nacbklang,  dem  . .  Herrn 
Joh.  Severino  Weissen,  Cizensi,  alfs  ihm 
der  . .  Lorbeerkrantz  zu  Leipzig  den  26. 
Jan.  1660  überreichet  wurde  . .  Lpz.,  gedr. 
bey  Jahn.  1  Bl.  gr.  fol.  Part:  Sollen 
denn  die  Pierinnen,  5  Str.  2stii'n.    [B.  Zw. 

Hochzeitslied  vom  Jahre  1707.  Lübeck, 
Jäger  und  ein  2tes  vom  28.  Nov.  1707 
ib.  in  der  Stadtb.  Lübeck. 

In  Mss.  der  Kgl.  B.  B.  12261  (ohne 
Vornam.)  Stü(;k  13:  Heilig  ist  der  Herr, 
4stim.  4  Instr.  u.  Bc.  P.  —  Ms.  444, 
16.  Stück  mit  Vornamen  J.  C.  Kyrie  et 
(rloria  4  voc.  .5  Instr.  et  Bc.  P.  —  Ms. 
1100,  Stück  20:  In  te  Dne.  speravi,  f. 
Tenor,  V.  u.  Cent.  P. 

3  Kantaten:    1.    Auf,  auf,   mein  Herz. 

2.  Weicht  ihr  schwarzen  Trauer-Wolken. 

3.  Triumph!    Belial  ist  nun  erleget,  für 


Schieferdecker,  Job.  Dav. 


21 


Schiffelholz. 


Bass   und   Violinen.     Ms.  899—901.    P. 
[Biiissel  Cons. 

12  Musicalische  Coucerte  bestehend 
ans  etlichen  Ouvertüren  und  Suiten.  Ham- 
burg 1715  Phil.  Hertel.  3  Y.  3  Ob.  B. 
u.  Bc.     [B.  Wagener. 

Schiefcrdeeker,  D.  Johann 
David,  Dr.  u.  Prof.  der  Theologie; 
am  9.  Nov.  1672  zu  Weifsenfeis 
geb.,  gest.  11.  Juni  1721  ebd.,  gab 
ein   Gesaugbuch  mit  Melodie   und 

Bass  heraus: 

Hoch-fürsthches  Sachsen-"Weirsenfelsi- 
sches  Gesang-  und  Kirchenbuch  .  .  in 
2  Tbl.  verfasset.  Weifenfels  1714  Job. 
Chr.  Brühl.  4«.  816  S.  mit  150  Ps.  u. 
217  Lied.  Siehe  Zahn  6,  293.  [B.  Lpz. 
Stuttgart. 

ScliiefPerlein  (Schieferlein),  . . . 

Die  Bibl.  des  Consei'v.  zu  Briissel  be- 
sitzt von  ihm  3  Sonate  a  Viohno  e  Vio- 
loncello concertato  e  Bc.  Ms.  Stb.  18.  Jh. 

Schiefholz,  siebe  Schiffelholz. 

Schiele,  Ämbrose,  wird  am 
24.  Oktober  164-1  Violinist  und 
Kammermusikus  an  der  Hofkapelle 
zu  Berlin;  1646  erhöht  sich  sein 
Gehalt  auf  150  Thlr.  jährl.  (Schnei- 
der 41). 

Schiele,  Johann,  bekannt  durch 
drei  Hochzeitslieder: 

Als  . . .  Herr  Peter  von  der  Linde  1674 
sein  hochzeitlichen  Tag  .  .  feierte.  Lpz. 
1  Bog.     fol.     [Bibl.  Bohn  in  Bresl. 

Vetterliche  Schuldigkeit,  welche  an 
dem  . .  Ehe-Feste,  des  . .  Herrn  Job.  von 
Gutts-muths  .  .  den  18.  Nov.  1675  .  .  in 
geringen  Zeilen  und  Thönen  .  .  aufs  Leip- 
zig überschickt  Job.  Seh..  Lpz.  1675 
Chr.  Uhmann.  2  Bll.  fol.  2  Arien:  Ach 
mir  fehlet  gixter  Muth  mit  Eitornell  und 
Nun  eilt  mein  ganzer  Sinn,  beide  f.  1  St. 
mit  Ritornell  f.  2  V.  u.  Orgel.     [B.  Br. 

Schiere,  . . .  (Fürstenau  im  Kat. 
der  Dresd.  Musikaliensamlg.  ver- 
mutet darunter  Schüre,  er  meint 
aber  wohl  Schürer,  denn  ein 
Schuere  lebte  im  16.  Jh.) 

In  obiger  Bibl.  befindet  sich  im  Ms. 
769  eine  Cantata  per  Alto  con  ström,  von 
1753  in  P.  f[ufol. 

Schierrentinger,  Nikolas, 

bekannt  durch  einen  Psalm  in  2  Teil. 
zu  4  St.  im  Petrejus  1539  m   (Eitner  1). 


Schiesl,  Jonas, 

im  Samlwk.  1624b  eine  Motette  f.  2  C. 
u.  Bc.  (Eitner  1).  Ein  Jonas  Schiefst^ 
der  wohl  derselbe  ist,  steht  um  1635  und 
1640  in  baierschen  Diensten  mit  300  Gld. 
Später  wird  er  als  Sänger  mit  nur  140  Gld. 
Gehalt  bez.  (Kreisarchiv).  Siehe  auch 
Schüefsl^  Johann. 

Schieti  (Schietti),  Cesare,  Ka- 
nonikus zu  Urbino  am  Ende  des 
16.  Jh.     Er  gab  das  Sammelwerk 

heraus: 

Motetti  et  Salmi,  a  8  voci,  coraposti 
da  Otto  eccell.  autori,  con  la  parte  de  i 
Bassi  per  poter  sonarli  nell'organo.  Ven. 
1599  Vincenti.  8  Stb.?  (9  Stb.)  _  4». 
15  Gesge.,  darunter  5  von  Schietus,  siehe 
Eitner  1.    [B.  B.    B.  D.    Proske  nur  4  Stb. 

In  alten  Samlwken.  ist  er  von  1562 
bis  1599  mit  10  Gesgen.  vertreten  (Eit- 
ner 1).  Dazu  kommen  nach  Vogel  noch 
in  Bonagionta's  Corona  1568:  Virtü  che 
la  pocchi,  c.  2.  p.  5  voci.  Siehe  dort 
auch  die  verschiedenen  Ausg.  obiger 
Samlwke. 

Schiff,  Christian,  um  1694 
Musikdirektor  in  Lauben  in  Baiern. 
Mattheson  1,  317,   der  auch  seine 

Schrift  und  vernuuftmaefsiges  Lob  der 
in  Gottes  "Wort  wohlbegründeten  Vocal- 
und  Instrumental-Kirchenmusik  .  .  .  Lau- 
ben 1694.  S^.  21  Bll.  anzeigt  und  be- 
schreibt. Sie  befand  sich  einst  in  seinem 
Besitze.  Gerber  1  zeigt  auch  eine  Trauer- 
Ode  für  5  Stmi.,  Görlitz  1679,  1  Bg.  fol. 
an.  Die  Lexika  schreiben  alle  für  Lauben: 
Lauhan  in  Schlesien  und  da  die  Trauer- 
Ode  in  Görlitz  erschien,  so  könnte  wohl 
Lauhan  richtiger  als  Lauben  sein. 

Schiffelholz  (Schieflholz),  Jo- 
hann Paul,  war  nach  Gerber  1 
um  1727  Musikdirektor  an  der 
Pfarr-  und  üniversitätskirche  zur 
lieben  Frauen  in  Ingolstadt  und 
fügt  dem  noch  bei,  dass  ihn  Wal- 
ther Scheiffelholz  nennt  (im  ge- 
druckten Lexikon  fehlt  der  Name, 
doch  besafs  Gerber  sein  Hand- 
exempl.   mit  vielfachen   Zusätzen). 

Er  soll  1727  in  Augsburg  8  Violin- 
konzerte herausgegeben  haben,  betitelt: 
Thesaunim  reconditus,  quem,  qui  qua  erit, 
inveniet. 

In  der  Kgl.  Musikalien-Samlg.  in  Dres- 
den befinden  sich  eine  Anzahl  Komposi- 


Schiffl. 


22 


Schildt,  Anton. 


tionen    unter    demselben    Namen,    doch.   | 
scheint  es  mir  zweifelhaft,  ob  es  derselbe    j 
obige  Autor  ist.    Er  wendet  in  denselben    i 
ein'  Instrument  „Gallichoua"  an,   welches   | 
wohl    eigene   Erfindung  und   Benennung 
sein   muss,   da   es  sonst  nirgends  weiter 
genannt    wird.      Sämtliche    Tonsätze    im 
Ms.  i;nd  zwar 

Parthia  ä  2  Gallichone,  2  V.  c.  Vcl. 
qufol.  G  Trio  ä  2  Gallichone,  2  V.  e  Vcl. 
qufol.  —  5  Trio  k  3  instrum.  Gallichona 
e  V.  1.,  Gallich,  o  V.  2.  con  Vcl.  —  6  Trio 
a  V.  e  Vcl.  —  6  Duetti  a  Gallich,  e  Vcl. 
concertante.  2  Stb.  qufol. 

Schiffl,  Georg-,  Altist  an  der 
Hofkapelle  in  Wien  mit  12  Gld. 
monatl.  vom  1.  Nov.  1583  —  84 
(Köchel  1). 

Schikaiieder,  Emaimel,  geb. 
1751  zu  Eegensburg,  gest.  21.  Sept. 
1812  in  Wien  in  der  Alservorstadt 
im  Irrsinn,  nach  dem  Verlust  seines 
ganzen  Vermögens.  Er  zog  in  der 
Jugend  in  den  Schulferien  mit 
Kollegen  als  Geiger  in  Baiern  um- 
her, kam  auf  seinen  Wanderungen 
nach  Augsburg,  wurde  Schauspieler, 
bald  darauf  des  Theaterdirektors 
Schwiegersohn,  dann  Direktor  der 
Truppe  selbst,  für  die  er  nun  Lust- 
spiele und  Singspiele  schrieb.  Nach 
mancherlei  Irrfahrten  kam  er  nach 
Wien.    Die  Zauberflöte  von  Mozart 

—  die  übrigens  nicht  von  Seh. 
herrührt  (der  eigentliche  Verfasser 
war  der  Schauspieler  Ludw.  Gie- 
seke ;  Schikaneder  änderte  nur  nach 
Belieben  und  setzte  Papageno  u. 
Papagena  hinzu,  doch  bildet  Gie- 
seke's  Buch  die  Grundlage.  Siehe 
Jahn's  Mozart,  3.  Aufl.  Bd.  2,  586) 

—  machte  ihn  zum  reichen  Manne. 
1800  erhielt  er  die  Konzession  zur 
Erbauung  des  Theaters  auf  der 
Wiedeu  und  eröffnete  es  1801, 
zog  sich  aber  schon  1802  zurück, 
doch  übernahm  er  noch  zweimal 
die  Direktion.  1807  erbaute  er 
in  Brunn  eine  grandiose  Arena, 
worin  er  glänzende  Vorstellungen 
gab.     Der   Krieg   von   1809   und 


seine  verschwenderische  Lebens- 
weise brachten  ihn  schliefslich  an 
den  Bettelstab  und  in  den  Irrsinn 
(Brummer).  Seine  theatralischen . 
Werke  erschienen  in  einer  Ge- 
samtausgabe in  Wien  und  Leipzig 
1792.  Brummer  giebt  das  Inhalts- 
verz.,  sowie  ein  Verz.  seiner  separat 
erschienenen  Lustspiele  und  Ope- 
retten. 

Die  Musikfr.  in  Wien  besitzen  an  Kom- 
jjositionen  von  ihm: 

Die  lustigen  Bauern  vom  Land,  aus 
der  Oper  „Der  wohlthätige  Derwisch", 
ein  Duett  iu  Stb. 

Sieg  der  London  und  Coburg,   1  Lied. 

7  Terzette  f.  S.  T.  B.  oder  2  T.  u.  B. 

Scliilclia,  Anton,  gest.  1795 
als  Schulrektor  zu  Brzezno  in 
Böhmen.  Vordem  Organist  in 
Jungbunzlau.  Auf  dem  Kirchen- 
chore zu  Eaudnitz  befindet  sich 
nach  Dlabacz  eine  Litanei  von  ihm. 

Schild,  .  .  .  Gerber  2  verz. 
einen  Komponisten  des  18.  Jhs., 
der  um  1790  in  London  Instru- 
mentalpiecen  herausgab ,  glaubt 
aber,  dass  es  William  Shield  sei, 
siehe  diesen. 

Schild,  J . . .  T  . . .,  bezeichnet 
sich  auf  op.  2  mit  „of  Vienna". 
Er  muss  in  London  im  18.  Jh. 
gelebt  haben,  wie  seine  Druck- 
werke andeuten.  Bekannt  sind 
davon: 

Three  Sonatas  for  the  Pfte.  or  Harps. 
with  a  V.  op.  1.  Loud.,  John  Kerpen. 
2  Stb.     fol.     [B.B. 

Three  Sonatas  (wie  oben)  op.  2.  Ib. 
2  Stb.    fol.     [B.B. 

Schildt,  Anton,  aus  Hannover, 
wo  er  an  der  Marktkirche  (SS.  Ja- 
cobi  u.  Georgii)  von  1593  —  1621 
und  von  1626  —1629  Organist  war. 
Seinen  letzten  Gehalt  erhielt  er 
am  Osterquartal  mit  20  Gld.  aus- 
gezahlt. Sein  Nachfolger  war  Mel- 
chior Schildt.  1596  befand  er 
sich  in  der  Prüfungskommission 
der  neu  erbauten  Orgel  in  Grü- 


Schildt,  Gerdt. 


23 


Schildt,  Melchior. 


uingon  (Werckmeister's  Organ. 
Gruningense  redivivura  §  11).  Mau 
könnte  vermuten,  dass  er  der 
Vater  des  Melchior  sei  (Viertel].  7, 
221  ff.). 

Schildt,  (xerdt  (Kurt),  stammt 
wohl  aus  derselben  Hannover- 
schen Familie  und  bekleidete  bis 
zu  seinem  Tode  1569  den  Orga- 
nistenposten an  der  Aegidienkirche 
zu  Hannover  (Viertel].  7,  226). 

Schildt,  Ludolph,  ein  Bruder 
des  Melchior,  von  1621—1626  Or- 
ganist an  der  Marktkirche  (8S.  Ja- 
cob! und  Georgii)  in  Hannover, 
folgte  dann  1626  als  Organist  an 
der  Hauptkirche  ß.  M.  V.  in  Wol- 
fenbüttel seinem  Bruder;  1630  er- 
hielt Delphin  Strunck  das  Amt 
und  von  1632 — 1637  wurde  Lud. 
Schildt  zum  zweiten  Male  gewählt 
(M.  f.  M.  23,  127.    Viertel].  7,  221). 

Schildt  (Schild),  Melchior,  nach 
einer  Aeufserung  Strunck's  in 
einer  Urkunde  von.  1660  muss  er 
1592  geb.  sein,  gest.  22.  Mai  1667 
zu  Hannover.  Da  er  Hannover 
ein  Legat  vermachte,  nimmt  man 
Hannover  als  seine  Geburtsstadt 
an,  doch  bedachte  er  die  Stadt 
Lübeck  weit  reichlicher;  vielleicht 
war  aber  seine  erste  Frau  eine 
Lübeckerin  und  rührte  der  Haupt- 
bestandteil des  Vermögens  von  ihr 
her.  Uebrigens  giebt  er  1660  sein 
Vermögen  mit  6322  Thlr.  an,  für 
damalige  Zeiten  schon  eine  hohe 
Summe.  Er  war  ein  Schüler  Swee- 
linck's  und  wohl  der  begabteste, 
der  sich  die  guten  Seiten  seines 
Meisters  aneignete  und  die  ge- 
ringeren zu  vermeiden  suchte. 
Dies  zeigt  sich  besonders  in  der 
mafsvollen  Form  seiner  Tonsätze, 
die  Sweelinck  u.  Scheidt  so  selten 
zu  finden  verstanden.  Seine  Har- 
monie und  Figuration  ist  wohl- 
klingend und  geschmackvoll,  nur 


'  hin  und  wieder  erinnert  er  an  die 
Unbehilflichkeit  seiner  Zeit.    1623 

I  wurde  er  Nachfolger  Christph. 
Seile's  als  Organist  an  der  Haupt- 
kirche B.  M.V.  zu  Wolfenbüttel. 
Im  Sommer  1626  berief  ihn  König 
Christian  IV.  von  Dänemark  als 
Organist  nach  Kopenhagen  mit 
300  Thlr.  Gehalt  und  1629  folgte 
er  dem  Anton  Schildt  (seinem 
Vater?)  als  Organist  a/d.  Markt- 
kirche (SS.  Jacobi  u.  Georgii)  zu 
Hannover.     Da  Anton  seinen  letz- 

!  ten  Gehalt  am  Osterquartal  mit 
20  Gld.  ausgezahlt  erhielt,  so  muss 

I  er  vor  Johanni  schon  eingetreten 

I  sein,  denn  am  Johannisquartal  er- 
hielt Melchior  schon  den  Gehalt, 
der  auf  45  Gld.  erhöht  wurde. 
Ein  Beweis  für  den  Ruf,  den  er 
bereits  genoss.  Am  26.  Nov.  1646 
verheiratet  er  sich  mit  Margarete 
Cassel,  einer  Wittwe,  die  ihm  wohl 
reiche  Geldmittel  zubrachte,  denn 
beide,  da  sie  ohne  Kinder  waren, 
errichteten  reiche  Stiftungen.  Seine 
Frau  starb  1653.  Erst  am  12.  Juli 
1655  verheiratete  er  sich  mit  Mar- 
garete Scher  (Scheer)  und  zwar  aus 
dem  Grunde,  weil  ihm  bei  seinem 
podagraischen  Leiden  die  rechte 
Hilfe  fehlte  (!).  Er  zeugte  mit  ihr 
trotz  Podagra  von  1656 — 1664  vier 
Kinder  (M.  f.  M.  23,  127.  Viertel]*. 
7,  220  auf  Dokumente  begründet. 
Die  Eutlassungsurkunde  aus  dä- 
nischem Dienste  in  Viertelj.  9,  80). 
A^on  seinen  Kompositionen  sind  bis 
heute  erst  folgende  bekannt: 

Ms.  B.  Upsala,  Cantate:  Ach  mein 
hertzliehstes  Jesulein,  4  voc.  c.  Bc.  1657. 

Ms.  B.  Kopenhagen,  angebunden  an 
Voigtländer's  deutsche  Oden  und  Lieder 
von  1642  mehrere  Klavier-  und  Orgel- 
stücke in  Tabulatur,  dabei  2  Orgeisätze 
von  Seh.  abgedr.  in  M.  f.  M.  20  p.  35 : 
Variationen  über  „Gleich  wie  das  feuwr" 
und  „Paduana  Lagrima". 

Ms.  Stadtb.  Lüneburg,  Tabulaturbuch, 
2  Orgelstücke,   verz.  im  Junghans  p.  33, 


Schilling,  Christoph. 


24 


Schimpke. 


Nr.  41.  .58:  ,,Herzlich  lieb  hab  ich  dich. 
Allein  Gott  in  der  Höh  sey  Ehr.  Das 
erste re  abgedr.  in  Viertel].  7,  252. 

Ms.  aus  Gerber's  Bibl.  in  Musikfr.Wien, 
2  Choralbearbeitungeu  1.  Christ,  der  du 
bist  der  helle  Tag.  2.  0  Vater,  allmäch- 
tiger Gott  1.  2.  und  3.  Vers. 

Schilling,  Christoph,  aus  Fiei- 
berg  wird  1593  an  Trinitatis  Kan- 
tor in  Sonnenwalde  (Kr.  Luckau) 
bis  1598  (M.  f.  M.  6,  125). 

Ein  späterer  C . . .  Schilling  ist 
in  der  B.  Darinst.  mit  Choral-Melo- 
dien aJs  Waldborn-Duette,  Leipzig, 
2  Stb.,  vertreten. 

Schilling,  F  . . .  W  . . .,  lebte 
am  Ende  des  18.  Jhs.  und  ist 

in  Eellstab's  Sanilwk.  Melodie  und 
Harmonie  1788  mit  einer  Gesangspiece 
vertreten. 

Schilling,     Johann     Baptist, 

diente  als  Flötist  in  der  Hofkapelle 
in  München  und  ist  1765  in  den 
Listen  mit  475  Gld.  Gehalt  verz., 
1770  mit  500  Gld.,  1777  wieder 
mit  475.  Am  6/8  1778  tritt  er 
in  Pension  und  am  8/2  1792  wird 
dem  Kurfürsten  sein  Tod  gemeldet. 

Schilling,  Johann  Ferdinand, 

Instrumentist  an  der  Hofkapelle  in 
"Wien  mit  20  Gld.  monatl.  vum 
16.  Nov.  1675  bis  f  im  Februar 
1684  (Köchel  1). 

Schillingk,  Joachim,  Lautenist, 
Ratsmusikant  in  Hamburg  von  1524 
bis  31,  1533  pensioniert  (Sittard 
1,  16). 

Schilson,  . . .  der  Name  ist 
wohl  verstümmelt.  Craraer  1,  532 
zeigt  6  deutsche  Tänze  ä  5  p., 
AVien  1783,  an. 

Schlitz,  . . .  bekannt  durch  den 
Druck : 

Le  Decameron  des  jeunes  Cornetistes, 
20  petites  Fantaisies  pour  Cornet  ä  piston 
seul  (arranges)  par  Schütz.  Paris,  Alph. 
Leduc.     2  Hefte  ä  11  S.     [B.  M. 

Schim,  Hendrik,   gab   heraus: 

Gezangen  op  de  iuwijding  van  't  Maess- 
luische  orgel.    Delft   1782.     80.     [Amst. 


Schiman,     Christian    Franz, 

aus  dem  Brandeuburgischen  ge- 
bürtig; unter  Kaiser  Joseph  I.  als 
Sängerknabe  an  der  Hofkapelle  an- 
gestellt, wurde  1712  entlassen. 
Hält  sich  in  Wien  auf  und  bittet 
1723  um  eine  Unterstützung  (Köchel 
2,  398). 

Schiniert,  Peter,  Schüler  Seb. 
Bach's;  1750—1780  Organist  in 
Hermannstadt  (Lpz.  Ztg.  16,  784). 

Schimf,  Christoph,  s.  Schimpf. 

Schimmel  Pfennig,  Dorico. 

Bekannt  durch  ein  Ms.  in  B.  Kassel. 
Der  Autorname  ist  soweit  weggeschnitten, 
dass  man  ihn,  wie  Israel  S.  74  sagt,  nur 
erraten  kann.  Dort  befindet  sich  der  Ge- 
sang, betitelt:  La  buona  e  felice  mano 
Per  la  Serenissima  Piiucipessa  e  Signora 
Sig.  Elisabetha  Landgrauia  d'Hassia  Signora 
mia  graciosissima.  Tolte  (Volte '?)  dalle 
gentilissime  rime  di  sua  Altezza  e  per 
me  in  musica  humilis  simamente  com- 
posta  .  .  .  Seruitore  ...  kl.  fol.  in  Sanimet 
gebunden.  12  Gesänge  f.  Tenor  u.  Bc. 
Die  Kompositionen  scheinen  dem  17.  Jh. 
anzugehören. 

Schimmer,  Johann,  lebte  im 
17.-18.  Jh. 

In  der  B.  B.,  Ms.  19230.  Part.  5.  Stück: 
Unser  waudel  ist  im  Himmel  4  voc.  4  iu- 
strum.  et  Org. 

Schimperlin,  Christian,  nach 
Draudius  war  er  zu  Ochsenhausen 
geb.  und  gab  heraus: 

4  Missen  von  8  Stimmen.  Augsburg 
KjlG.     4". 

Schimpf,  Christoph;  Fetis  verz. 
ihn  mit  Schimf  und  nennt  ihn 
einen  Priester  und  Kapellmeister 
an  der  Kathedrale  zu  Eichstaett 
in  Baiern.  Folgender  Titel  be- 
stätigt das  Amt,  er  lautet: 

Augustissimae  Virginis  Mariae  Anti- 
phonae  et  Lytauiae  a  2.  3.  4.  5.  vocibus, 
e  2.  Violinis  decantatae  a  R.  D.  M.  . . . 
Oeniponti  16.58  Mich.  'Wagner.  5  Stb. 
40.     [B.  B:  Yox  1.  3.  4.  Bc. 

Schimpke,  Christoph,  in  Tet- 
schen  in  Böhmen  geb.,  war  zuerst 
Fagottist,  dann  Komponist  und 
Kapellmeister    beim    Grafen    von 


Schindelar. 


25 


Schinu. 


Thun,  später  zn  Jobannisberg  in 
Scblesien.  Er  wurde  als  Kom- 
ponist seiner  Zeit  (18.  Jh.)  ge- 
schätzt (Diabacz).  Gerber  2  führt 
nach  Traeg's  Hds.-Kat.  Sinfonien 
und  Konzerte  an.     Er  starb  1789. 

ScLindelar,  Wenzeslar,  ein 
Komponist  des  18.  Jhs., 

von  dem  die  B.  B.  im  Ms.  19830 
Nr.  1.  2.  zwei  Coneerte  f.  Violoncell  mit 
2  V.  Violetta  u.  B.  in  Stb.  besitzt. 

Schindele,  Joliann  Viktor, 

bekannt  durch  ,, Kleine  Liedersammlung 
in  Musik  gesetzt  von  .  .  .  Kempten  1789." 
13  Lieder.     [B.  M.     Einsiedeln. 

Schindler,  senior  und  junior, 
beide  um  1733  Hornisten  an  der 
Hofkapelle  in  Dresden  mit  je 
300  Thlr.  Gehalt  (Fürstenau  1,  134). 
Eeichard  1776,  2-41  führt  einen 
Schindler  als  Musikdirektor  an  der 
Döbbelinschen  Truppe  in  Berlin  an. 

Schindler.  C  . . .  Gr . . .,  geb. 
3.  Sept.  1779  in  Dresden,  1810 
Organist  an  der  Sophienkirche  in 
Dresden  (Leipz.  Ztg.  37,  71). 

Schindler  (Schindeler),  Christian 
Paul,  s.  Paul  Christian  Schindler. 

Schindler,  Johann  Chr  . . . 
Oottlieb,  um  1783  Violoncellist 
und  Lautenist  an  der  Hofkapelle 
des  Kurfürsten  von  Mainz,  gab  im 
Jahre  1768  Kompositionen  für 
Violoncell  und  Klavier  heraus 
(Gerber  1). 

Schindler,  Johann  (r . . .,  Fa- 
gottist an  der  Hofkapelle  in  Wien 
mit  500  Gld.  jährl.  vom  1.  Mai 
1722  bis  t  15.  März  1725,  55  J. 
alt  (Köchel  1). 

Schindler,  Paul  Christian, 
geb.  16-18  zu  Kopenhagen,  gest. 
92  jährig  ebd.,  begraben  am  21.  Okt. 
1740.  Er  war  Mitglied  der  Kgl. 
Kapelle  in  Kopenhagen  seit  dem 
Regierungsantritte  Christian  V., 
wurde  im  Herbst  1670  nach  Dres- 
den geschickt  (Empfehlungsschrei- 
ben vom  6.  Sept.)  und  komponierte 


1689  die  Barchard'sche  Oper  „Der 
Götter  Streit'',  bei  deren  Auffüh- 
rung das  Schloss  Amalienborg  in 
Brand  geriet  und  viele  Personen, 
darunter  auch  Schindler's  Frau 
und  Tochter,  ums  Leben  kamen. 
Auf  einem  Stammbuchbl.  von  1674 
bez.  er  sich  als  Violdigambist 
(Viertelj.  8,  502). 

Schindlöcker  (Schindlecker), 
Philipp,  geb.  25.  Okt.  1753  zu 
Mons  im  Hennegau,  gest.  16.  April 
1827  zu  Wien;  bildete  sich  in 
Wien  unter  Himmelbauer  zum 
Violoncellisten  aus,  wurde  Mitglied 
an  mehreren  Wiener  Kapellen  und 
erhielt  endlich  am  1.  Juli  1806 
a/d.  Hofkapelle  Stellung  (Köchel  1. 
Fetis). 

Die  Musikfr.  in  Wien  besitzen  1  Rondo 
für  Vcl.  u.  B.  und  1  Solo  für  Tel.  u.  B. 
—  In  3  Sonates  p.  2  Vcl.  par  differents 
auteurs  clioisiees  par  Pleyel.  Offenb., 
Andre.  2  Stb.  sind  enthalten:  Boccherini, 
Schlich  und  Seh.  [Schwerin  F.  B.  Wa- 
gener. 

Sein  Neffe.  Wolf  gang  Seh.,  gehört  dem 
19.  Jh.  an;  er  war  ebenfalls  Violoncellist. 

Schinetti,  L  . . .  Gerber  2  verz. 
von  ihm: 

Concerto  pour  une  Clarinette  principale 
avec  acc.     Paris  1787  Bignon. 

Schinge  (Schönge),  . . ,  Violinist 
der  Mannheimer  Hofkapelle,  zu- 
gleich Kepetitor,  erhält  130  Gld. 
Gehalt  und  extra  125.  1778 
siedelt  er  mit  der  Kapelle  nach 
München  über,  erhält  am  29/7 
1779  eine  Zulage  und  ist  bis  1799 
zu  verfolgen  (Kreisarchiv). 

Schinn,  Georg-  (Johann  Georg), 
geb.  14.  Sept.  1768  in  Sinzig 
(Niederbaiern),  gest.  18.  Februar 
1833  zu  München.  Erhielt  seine 
Erziehung  im  Kloster  Priefling 
(Baiern),  dann  im  Seminar  zu 
Neuburg  a/d.  Donau,  besuchte  die 
Universität  zu  Dillingen  und  stu- 
dierte Philosophie  u.  Rechtskunde. 
Nebenbei  betrieb   er  mit  Vorliebe 


Schinn. 


26 


Schii-m,  Lieiihard. 


Musik,  übte  Yioline,  Flöte  und 
Fagott.  Auf  einer  Reise  wurde 
er  von  Studiengenossen  in  Eich- 
staett  festgehalten  und  bestimmten 
ihn,  mit  in  die  fürstbiscliöfl.  Ka- 
pelle daselbst  als  Flötist  einzutreten; 
studierte  unter  ßachschmidt,  dann 
auf  Kosten  des  Fürstbischofs  bei 
Mich.  Hajdn  Theorie.  1808  den 
2.  Sept.  wurde  er  an  der  Hof- 
kapelle  zu  München  als  Bratschist 
angestellt  und  blieb  daselbst  bis 
zu  seinem  Lebensende  (Lipowsky. 
Lpz.  Ztg.  35,  507.  Kornmüller  1, 
203).  Von  seinen  Kompositionen 
sind  bekannt: 

Rec[iüera   4  voc.    Ms.  P.     [Proste-M. 

2  Offertorien  und  1  Tenebrae  für  3 
Männerst.     Ms.  P.     [B.  M. 

Tenebrae  factae  sunt  3  voc.  c.  org. 
im  Autogr.  (wahrsch.  dasselbe  wie  B.  M.) 
in  Ms.  19083,  3.  Ed.  letztes  Stück.  [Hofb. 
"Wien. 

4  Graduale  u.  Offertor.  f.  Chor  u.  Instr. 
Ms.  P.     [München  alte  Hofkap. 

Gebet  um  Frieden  (Summe  Dens)  f. 
Chor  u.  Orchester.  P.  im  Autogr.  1796 
komp.     [B.  M. 

—  München,  Sidler.  P.  oe.  13.  [B.  B. 
B.  M. 

—  ib.  im  Kl.-A.     [B.  M. 

6  deutsche  Gesänge  mit  Ciavier.  Augs- 
burg, Gombart.  (Seh.  ist  mit  Kgl.  baiersch. 
Hofmusikus  gez.     [B.  B. 

2  Gesäuge  mit  Ciavier,  op.  10.  Mün- 
chen, Sidler.     qufol.     [Drescl. 

2  deutsche  Gesänge  mit  Klav.  und  0 
esca  viatorum  4  voc.  c.  instrum.  P.  1819, 
beide  im  Ms.  [B.  M.,  dort  auch  noch 
2  Lieder. 

Nationalhvmue  der  Bayern,  4stim. 
[Miisikfr.  Wien. 

Ein  Gesang  zu  4  Mst.  (Er  flieht,  und 
kömmt  nicht  mehr  zurück).  Dedic.  seinem 
Lehrer  Mich.  Haydn  am  21.  Juli  1802. 
P.  Autogr.     Ms.  18406.     [Hofb.  Wien. 

Das  Patrocinium  4  voc.  Ms.  18542 
P.     [ib. 

Der  Musikdirektor,  musikal.  Schwank 
für  Bass  u.  Instr.    Ms.  P.     [B.  M. 

Wiegenlied  in  Berlin  K.  H.  Ms.  ? 

In  den  Melodien  zu  den  Ehapsodien 
aus  den  Norischen  Alpen,  Landshut  1805, 
Lieder  von  ihm.  —  In  Musikalischer 
Jugendfi-eund,  1.  Heft  1814  Nr.  48  ein 
Lied,     [beide  Saralwke.  in  B.  Kgsbg. 


Schiörring,   Niels,    ein   Däne 

des  18.  Jhs.,  Schüler  von  Em. 
Bach  in  Hamburg,  wurde  Kgl. 
Kammermusikus  in  Kopenhagen 
und  war  eifriger  Büchersammler, 
gest.  zu  Kopenhagen  1800.  Seine 
Samlg.  verbrannte  leider.  Er  gab 
ein  dänisches  Gesangbuch  heraus, 
betitelt: 

Chorals  d'eglise  ä  4  voix.  Kiöbenh. 
1781  Hallager.  [Brüssel  Cons.  Der  Titel- 
wortlaut  wird  wohl  dänisch  sein.  Der 
Katalog  von  Wotquenne  verz.  das  Werk 
nicht,  auch  der  Kopenhagener  Katalog 
der  Kgl.  Bibl.  enthält  das  Werk  nicht. 
Er  gab  auch  Em.  Baeh's  2  Litaneyen  in 
Kopenhagen  1786  heraus  [Brässel  Cons.]. 
(Schilling  Biogr.  Siehe  auch  Cramer  2, 
121  sein  eigener  Bericht.     Gerber  2.) 

Scliipfl,  Anton,  von  1769  bis 
1780  Chorvikar  und  Praefekt  am 
Kapellinstitute  in  Salzburg  (Pere- 
grinus  167). 

Schippen,  TTilliam,  Theoretiker 
des  16.  Jhs.,  war  Professor  der 
Musik  in  London  (Gerbert  5,  324), 
Gerber  1  führt  noch  Eduard  und 
Robert  an;  der  letztere  war  der 
9.  Prof.  am  Gresham-Kollegium  zu 
London  und  der  erstere  der  10.  Prof. 
ebd.  für  Musik. 

Sehirer,  Joseph,  wird  von  Fetis 
als  Operukomponist  angeführt,  der 
in  Rom  bei  Jannaconi  Kontrapunkt 
studiert  hatte  und  dann  nach  Ne- 
apel ging,  wo  er  1776  die  Oper 
Didone,  Creso  in  Media  1779  und 
Amor  e  Psiche  1781  zur  Auf- 
führung braclite.  Die  Partituren 
sollen  sich  in  der  Bibl.  des  Kon- 
servatoriums zu  Neapel  befinden, 
sowie  ein  6stim.  Gloria  patri  im 
Palestrina- Stile.  —  Im  C.  P.  die 
Oper  „Galatea". 

Schirm  (Schirmer),  Lienhard, 
um  1509  Männeraltist  an  der  Hof- 
kapelle in  Stuttgart  unter  Herzog 
Ulrich,  mit  Schirmer  gez.^  1510 
wird  er  unter  Schirm  angeführt 
(Sittard  2,  6.  8). 


Schirm,  S  . . . 


27 


Schlegel,  Joseph. 


Schirm,  S . . .,  ein  Musiker  des 
18.  Jhs.,  ist  in  der  B.  Upsala  mit 
folgenden  Mss.  vertreten: 

Capriccio,  Gigue  et  Gavotta,  ex  E  [?.  — 
Ballette  per  camera.  —  Zoppa,  Gavotta 
ex  Gl?:  3  Y.  3  Yiole. 

Scilirmer,  siehe  Philipp  Stolle, 
1654. 

Scilirmer,  David,  fährte  1650 
zu  Dresden  das  Ballet  „von  dem 
Paris  und  der  Helena"  auf  und 
1670  ebendaselbst  „Der  triura- 
pliirende  Amor"  (die  Quelle  habe 
ich  versäumt  anzugeben). 

Schitlovita,  siehe  Scliidlouilla. 

Schitz,  siehe  Schüz. 

Schlacke.  Kaspar,  ein  Musiker 
des  17.  oder  18.  Jhs.,  ist  bekannt 
durch  die  Motette: 

Tribularer  si  nescirem,  5  voc.  c.  3  Viel, 
et  Bc.     Ms.     fol.     [B.  Upsala. 

Schläger,  C . . .  1) . . ..  nur  durch 
Anzeigen  erfährt  mau  von  seinen 
Kompositionen,  die  von  c.  1795 
bis  ins  19.  Jh.  hinein  erschienen, 
als  Yerlagsort  Hannover  u.  Braun- 
schweig nennen  und  aus  Liedern 
und  Klavierpiecen  bestehen. 

Schlaeger,  Slatthäiis,  Lebens- 
zeit unbekannt. 

Die  Bibl.  der  Musikfr.  in  "\\^eu  besitzt : 
Der   unter  dem   Schutze   Christi  sich 

bekehrende    Siinder.      Ein    Oratorium    f. 

Chor,  Soli,  2  V.  Ya.  u.  Org.,  Ms.  in  Stb. 

Nach  der  einfachen  Instrumentalbesetzung 

könnte    man    auf    die    erste    Hälfte    des 

18.  Jhs.  schliefsen. 

Schlahinhaiiffen  (Schlachin- 
hauffen),  Wolfgaiig,  diente  schon 
1550  unter  dem  Herzoge  Ulrich 
in  Stuttgart  und  wird  von  1554 
bis  1561  als  Tenorist  u.  Pusauner 
an  der  Hofkapelle  mit  jährlich 
20  Gld.  Gehalt  angeführt.  Die 
freie  Wohnung  und  Kost  nebst 
ein  bis  zwei  Kleider  ergänzten  zu 
damaliger  Zeit  den  geringen  Ge- 
halt. Bezog  doch  selbst  der  Ka- 
pellmeister Sigm.  Hemel  zur  selben 
Zeit  nur  50  Gld.  baar   (Sittard  2, 


;  14.  M.  f.  M.  31,  2.  10).  Ein  Wolf 
Schlagenhanffcr  diente  um  1672 
als    Instrumentist    und    Trompeter 

:  an  der  Hofkapelle  in  München 
mit   450  Gld.   Gehalt   (Kreisarch.). 

j       Schlecht,    Franz,     um    1780 

I  Kapeilmeister  am  fürstbischöflichen 
Hofe  in  Eichstätt  in  Baiern  (Raim. 
Schlecht,  Gesch.  der  Kirchenmus. 
Regensbg.  1871  p.  141).    Gerber  1 

;  erwähnt  ihn  als  Komponisten,  ohne 
Näheres  anzugeben. 

In  der  B.  M.  befinden  sich  im  Ms. 
2  Trios  f.  2  Y.  u.  B.  in  Stb.  nur  mit 
Schlecht  gez.  Yielleicht  gehören  sie 
obigem  an.  1  Gesang  in  neuer  Ausg. 
(Eitner  2). 

Schlechta,  . . .  nach  Reichard's 
!  Gothaer  Kalender  1793  p.  151  war 
i  er  Klaviermeister  (d.  h.  ein  Pianist) 
!  und    Korrepetitor    am   Theater    in 
Linz  seit  1791.    Dlabacz  verz.  drei 
Böhmen    Schlechta:     1.    Andreas, 
Schulrektor  f  1742,  wird  als  her- 
:  vorragender  Orgelspieler  erwähnt. 
2.    Johann^    Bruder    des    Ludwig, 
ans  Böhmisch  Krummau  geb.,  lebte 
1796  zu  Linz,   das  wird  der  oben 
erwähnte  sein  und  3.  Ludwig,  ein 
Cisterzienser   im   Stifte  Wilhering 
in    Oberösterreich,    unweit    Linz, 
f  1785;  zeichnete  sich  als  Orgel- 
spieler   aus    und    soll    zahlreiche 
Orgelkompositionen       geschrieben 
haben. 

Schlegel,  Franz  Anton  (nicht 
Friedrich),  gab  heraus: 

Gründliche  Anleitung  die  Flöte  zu 
spielen  nach  Quanzen's  Anweisune:.  Graz 
1788  J.  G.  ^Yeingand  und  Fr.  Fefstl.  8". 
166  S.  mit  Tafehi.  [Freising.  Musikfr. 
Wien. 

Schlegel,  Johann  Ad . . ., 

bekannt  durch:  Sammlung  geistlicher 
Gesänge.  3.  Thl.  Leipz.  1766—72.  S". 
[Amst. 

Schlegel,  Joseph,  Kantor  in 
Freiburg  (Titel),  ein  Komponist  des 
16.  Jhs., 

von  dem  sich  in  der  B.  Löbaus  (jetzt 
in  Dresd.)  Nr.  7,   angebunden   an  Wan- 


ScUegel,  Peter. 


28 


Schlett,  Joseph. 


ningus  Seiitentiae  1584,  als  5.  Ms.  die 
Motette:  Doniine  dirige  gressus  meos, 
6  voc.  befindet.  Stb.  —  Ferner  im  Samlwk. 
1568  ein  4  st.  Te  Deum  mit  deutschem  Text 
(Eitner  1).  —  In  G.  Engelmann's  Quod- 
libetum  1620  ein  Satz.  —  In  Joh.  Rüh- 
ling's  Orgelbuch  von  1583  ein  Orgelsatz. 

Schlegel,  Peter,  von  Wilstroff, 
wird  am  8.  Juli  1588  mit  160  Gld. 
als  Musiker  und  Tenorist  an  der 
Dresdner  Hofkapelle  angestellt  (s. 
Staatsarchiv). 

Schlegel,  Valentin,  s.  Slegelius. 

Sehleger,  Franz,  Violinist  an 
der  Hof  kapeile  in  Wien  (Köchel 
verz.  ihn  nicht),  gab  1770  zu  Paris 
6  Violintrios,  oeuvre  1,  heraus 
(Gerber  1). 

Schlehiiher ,  3Iichael ,  seit 
Pfingsten  1602  als  Tenorist  mit 
100  Gld.  an  der  Hofkapelle  in 
München  angestellt.  1604  erhält 
er   125  Gld.   Gehalt   (Kreisarchiv). 

Schleicher,  PaL  Maiiriis,  geb. 
10.  Sept.  1753  in  Schwäbisch 
Gemünd,  gest.  30.  Mai  1822  in 
Eaufbeuern.  Trat  1772  ins  Kloster 
Irsee  in  Baiern  und  wurde  Chor- 
regent; nach  der  Säcularisation 
des  Klosters  zog  er  sich  nach 
Kaufbeuern  zurück.  Die  gesamte 
Bibliothek  wurde  als  Staatsei2:en- 
tum  erklärt,  doch  ging  ein  Teil 
der  Musikwerke  in  die  Hände  des 
nachmaligen  Stiftspropstes  Mich. 
Hauber  über  (Kornmüller  1,  233).  | 

Schleiler,  Wolfgaiig,  1525 
Kantor  an  der  Katharinenkirche 
in  Zwickau,  kam  1529  an  die  St. 
Marienkirche  und  starb  den  18. 
März  1557  als  Oberpfarrer  zu  [ 
Penig.  Martin  Agricola  widmet 
ihm  die  Motette:  Domine  non  est 
exaltatum  5  voc.  (Kat.  ]S!"r.  388 
der  B.  Zw.  Vollhardt,  die  Kantoren 
in  Sachsen  1899,  365). 

Schlemmer,  (xeorg  Michel, 
Sopranist  an  der  Hof  kapeile  in 
Wien  von  1772—1799  (Köchel  1). 


Schlemmer,  Peter,  seit  1572 
Bassist  an  der  kurf.  Kapelle  zu 
Berlin  (Friedländer). 

Unter  Schlemmer  befindet  sich  in 
B.  M.  im  Ms.,  10  Stb..  eine  Solenne  Messe 
f.  4  Stim.  u.  Orch.,  die  aber  einem  Kom- 
ponisten des  18.  Jhs.  angehört. 

Schlend,  Mag.  Johann,  Orga- 
nist in  Zabern  (Elsass),  wie  er  im 
Ms.  23  (F  X.  1.— 4)  der  B.  Basel 
bez.  wird. 

Dort  unter  Nr.  21  das  4 stim.  Lied: 
Ich  stond  an  einem  morgen. 

Schlesinger,  Martin,  geb.  um 
1751  zu  Wildenschwert  in  Böhmen, 
gest.  12.  Aug.  1818  in  Wien.  Lebte 
zuerst  in  Königgrätz,  wurde  um 
1771  Violinist  in  der  Kapelle  in 
Pressburg,  später  daselbst  Musik- 
direktor, ging  darauf  nach  Wien 
und  trat  um  1808  in  den  Dienst 
des  Grafen  Erdödv  (Becker  3. 
Pohl  4,  53.  Thayer  3,  47.  Fetis). 
Man  verz.  von  ihm  mehrere  Vio- 
linpiecen,  die  in  Leipzig  und  Wien 
erschienen  sind. 

Schlete,  Johann,  war  von  1640 
bis  Michaelis  1641  in  der  Vakanz 
nach  dem  Tode  Peter  Hasse's  und 
der  Anstellung  Tunder's  an  der 
Marienkirche  zu  Lübeck  Organist 
und  wurde  in  letzterem  Jahre  an 
der  St.  Aegidienkirche  daselbst 
mit  352  M.  12  sh.  augestellt  (M.  f. 
M.  18,  122).  Stiehl  im  Lex.  von 
Lübeck  führt  ihn  als  Organisten 
an  St.  Jakobi  um  1657  an. 

Schlett,  Joseph,  geb.  zu  Was- 
serburg a/Inn  um  1763,  gest.  26. 
Dez.  1836  in  München.  Er  verlor 
noch  in  jungen  Jahren  seine  Eltern 
und  wurde  Chorknabe,  vertrat  auch 
den  Organisten,  besuchte  dann  die 
Universität  zu  Ingolstadt  und  liefs 
sich  als  Musiklehrer  in  München 
nieder,  wurde  Organist  an  der 
Hofkirche  zum  hlg.  Michael  und 
Lehrer  am  Seminar,  später  am 
Kgl.  Edelknabenhause    (lipowsky. 


Schlett,  Joseph. 


29 


Schlick,  Amolt. 


Lpz.  Ztg.  39,  227  Nekrol.  Eben- 
dort  7,  673  u.  a.  Bde.  Urteile). 
Von  seinen  Arbeiten  sind  bekannt: 

J.  J.  Rousseau's  Brief  über  die  Musik. 
Ein  Wort  noch  gültig  für  unsere  Zeit. 
Neu  bearbeitet  und  mit  Anmerkg.  be- 
gleitet von  Professor  . .  .  Sulzbach  1822 
J.  E.  von  Seidel,  kl.  8«.  80  S.  [Frei- 
sing.    Musikfr.  AYien.     Brüssel. 

Kyrie,  Credo,  4  voc.  c.  instrura.  Ms. 
P.  —  Magnificat.  —  Eegina  coeli.  Mss. 
P.     [B.  M. 

Offertorium:  Scapulis  suis,  4  voc.  c. 
org.  Autogr.  P.  Ms.  18398.  [Hofb. 
Wien. 

2  Sonaten  f.  Pfte.,  die  in  Gismoll  ist 
mit  1788  gez.    Mss.     [B.  M. 

Deux  Senates  pour  i'Harmonica  com- 
pos.  par  .  . .  Leips.  chez  Br.  &  H.  Nr.  281. 
qufol.     10  S.     [B.  Kgsbg. 

In  der  Hofb.  AVien,  Ms.  16698.  P.  in 
gr.  fol.  285  BU.  aus  dem  19.  Jh.,  enthält 
als  vorletzte  Nr.  2  Gesge.  mit  G[iuseppe?] 
Schlett  gez.  1.  Scapulis  suis.  2.  Kyrie, 
beide  zu  4  Stim.  mit  Orgel  und  der  2te 
mit  Instr. 

Nach  Schafhäutl's  Biogr.  Abt  Yogler's 
war  er  1791  Organist  an  der  Michaelis- 
kirche und  zugleich  Lehrer  am  Kadetten- 
corps, hatte  sich  an  einer  Preisaufgabe, 
einem  Magnificat,  beteiligt  und  den  Preis 
gewonnen.  Abt  Vogler  war  der  Preis- 
richter und  verbesserte  eine  Stelle  in 
seinem  m  Frankfurt  a/M.  erschienenen 
„Erste  musik.  Preisaustheilung"  1791. 

Schlett,  W  . . . 

Die  B.  M.  besitzt  von  ihm:  Cautate  zu 
3  St.  u.  Orch.,  komp.  1819,  Ms.  P.  Missa 
(mit  deutschem  Text)  f.  4  Singst,  u.  Orch. 
1819.  Ms.  P.  und  ,,Stimmt  an  im  ächten 
Baversinn",  für  4  Stim.  u.  Orch.  1819. 
Ms'.  P. 

Schlettuer,  Matteo,  bekannt 
dnrch  das 

Oratorio  „Gedeone  da  Dio  scelto  per 
liberazione  del  popolo  Ebreo,  da  Madianiti, 
e  da  altre  infedeli  Nazioni.  Componi- 
mento  sagro.  Per  musica  di  .  . ."  In- 
troduzione  für  2  Corni,  2  Fl.  2  Ob.  2  V. 
Va.  e  B.  Ms.  A  348  in  Dresd.  Mus.  qufol. 
P.  starker  Bd.  Die  Komposition  lässt 
sich  an  die  Grenzscheide  des  18. — 19.  Jhs. 
ansetzen ;  der  Bass  ist  nicht  mehr  beziff. 

Schleusingk,  Joliaim  Yaleii- 
tin,  gab  heraus: 

Musices  choralis  practicae  meduUa. 
Colouiae  Agrip.  1657  Metternich.  8". 
[B.  B. 


Schleycl  (Schlevden),  Hans,  ge- 
nannt „der  blinde  Hans  von  Zabern", 
daselbst  von  1519 — 1552  Organist 
(Stadtarchiv  Zabern), 

Scliliclit,  Leviii  Johann,  geb. 
26.  Okt.  1681  zu  Calba  (Kalbe  in 
der  Mark),  gest.  7.  Jan.  1723  zu 
Berlin,  wo  er  Prediger  an  der  St. 
Georgenkirche  war. 

Winterfeld  3,  14  teilt  das  geistl.  Lied 
„Ach  mein  Jesu  sieh'  ich  trete'S  1710, 
1  voc.  c.  Bc,  mit. 

Schlicht,  Liulolf  Ernst,  geb. 
4.  Nov.  1714  zu  Brandenburg,  gest. 
4.  März  1769  in  Herrnhut.  Ein 
protestantischer  Prediger,  trat  unter 
die  Herrnhuter  und  zog  im  Lande 
umher. 

Er  ist  der  Komponist  der  Melodie  zu 
dem  geistl.  Liede:  Dem  heihgen  Blut  des 
Herrn  (Zahn  5,  449,  Abdruck  der  Melodie 
Nr.  2046). 

Schlick,  Arnolt,  ein  blinder 
Organist  an  der  Hofkapelle  des 
Pfalzgrafen  in  Heidelberg  um 
1511,  soll  nach  Dlabacz  ein  Böhme 
sein.  Ornitoparchus  widmet  ihm 
1517  das  4.  Buch  seines  Mirologus 
und  Yirdung  greift  ihn  in  seiner 
Musica  getutscht  1511  in  scharfer 
Weise  wegen  der  Anwendung  des 
Ausdruckes  ^,per  fictam  miisicam 
spilen"  au  (siehe  M.  f.  M.  1,  123). 
Schlick  hat  sowohl  im  Theoretischen 
als  Praktischen  zwei  Werke  her- 
ausgegeben, die  ihn  als  tüchtigen 
Musiker  kennzeichnen.  In  seinem 
Spiegel  der  Orgelmacher  giebt  er 
eine  genaue  Anleitung,  wie  eine 
Orgel  zu  bauen  und  einzurichten 
ist,  spricht  über  das  Material,  die 
Aufstellung,  über  die  Stimmung 
und  viele  andere  technische  und 
theoretische  Gegenstände.  In  seiner 
Tabulatur  auf  Orgeln  und  Lauten 
zeigt  er  sich,  besonders  in  den 
Orgelsätzen,  als  ein  gediegener, 
kenntnisreicher  und  künstlerisch 
gebildeter    Komponist.     Wenn    es 


Schlick,  Arnolt. 


30 


ScHick,  Joh.  Konr. 


auch  keine  frei  erfundenen  Orgel- 
kompositionen sind,  sondern  für 
Orgel  bearbeitete  geistliche  Ge- 
sangssätze, die  er  melodisch  aus- 
schmückt und  mit  Verzierungen 
versieht,  so  zeigt  sich  in  den 
Sätzen  ein  so  edles  Streben  nach 
einem  reinen  Stile,  verbunden  mit 
geschmackvoller  Kontrapunktik, 
dass  er  zu  den  Besten  seiner  Zeit 
gezählt  werden  kann.  Sehr  treffend 
und  eingehend  spricht  sich  A.  G. 
Elfter  in  seiner  Geschichte  des 
Orgelspiels  S.  97  aus.  Beide  oben 
erwähnten  alten  Drucke  befinden 
sich  im  Neudruck  in  den  M.  f.  M.  1. 
lieber  den  Spiegel  der  Orgelmacher 
finden  sich  umfangreiche  Kom- 
mentare u.  Yerbesserungen  eben- 
dort  Bd.  1,  205.  2,  165.  3,  117. 
8,  112.  Siehe  auch  Bd.  26,  26.  — 
Sein  Sohn,  mit  gleichem  Namen, 
den  wir  in  den  Tabulaturen  kennen 
lernen,  der  auch  Musiker  gewesen 
zu  sein  scheint  und  im  Vorworte 
einen  Brief  an  den  Vater  richtet, 
ist  bis  jetzt  nicht  weiter  bekannt. 
Das  theoretische  Werk,  welches 
sich  im  Ms.  (Mus.  theoret.  4^.  57) 
auf  der  Kgl.  Bibl.  zu  Berlin  be- 
findet, wird  ihm  ohne  jeglichen 
triftigen  Beweis  zugeschrieben 
(siehe  M.  f.  M.  21,  192).  Titel  der 
beiden  alten  Drucke  des  Vaters 
Arnolt  Schlick: 

Spiegel  der  Orgelmacher  vfi  Organisten 
. . .  mit  Titelbild.  40.  Dem  einzig  be- 
kannten Exempl.  fehlt  am  Ende  das  Bl. 
mit  der  Yeilagsfirma.  Da  das  Privilegium 
auch  das  ^"erk  von  1512  jnit  inbegreift, 
so  muss  es  auch  von  P.  Schöffer  verlegt 
sein.  Da  Virdung  das  Buch  1511  schon 
nennt,  so  ist  1511  die  späteste  Erschei- 
nungszeit desselben.     [B.  Wagener. 

Tabulaturen  Etlicher  Lobgesang  vnd 
lidleia  vff  die  orgeln  vfi  lauten  . . .  Ge- 
truckt  zu  Mentz  durch  Peter  Schöffern. 
Uff  sant  Matheis  abent.  Ao.  1512.  qu.4P. 
(Firma  am  Ende.)  [B.  B.  B.  Leipz.  (In 
der  Neuausgabe  streiche  man  bei  Nennung 
des  Autors  die  Worte  „des  Jüngeren"). 


Im  Bitter  1  Orgelsatz  aus  den  Tabula- 
turen Nr.  59. 

Schlick,  Franz  Heinrich,  Graf 
Ton,  lebte  zur  Zeit  der  Kaiserin 
Elisabeth  Christine  (in  Wien?),  der 
er  folgende  Komposition  widmete: 

Dialogo  pastorale  h  5  voci,  da  cantarsi 
nel  giomo  del  .  . .  imperatrice  regnante. 
Ms.  17  628.  P.  [Hofb.Wien.  In  Ms. 
17  624  eine  Aria.  In  Dresd.  Mus.  2  Arien 
(Ms.  756)  f.  Sopr.  u.  Alt  mit  Instr.  P. 
qufol. 

Schlick,  Johann  Konrad,  geb. 
um  1759  in  Münster,  gest.  gegen 
1825  in  Gotha.  Beide  Daten  ohne 
Gewähr.  Ein  Violoncell -Virtuose, 
zuerst  an  der  bischöfl.  Kapelle  in 
Münster,  dann  an  der  herzogl.  in 
Gotha  um  1776  angestellt.  Er 
befand  sich  viel  auf  Konzertreisen 
und  genoss  einen  grofsen  Ruf. 
1785  verheiratete  er  sich  mit 
der  Violinvirtuosin  Regina  Strina 
Sacchi^  die  1764  in  Mantua  ge- 
boren, im  Conservatorio  della  Pietä 
in  Venedig  ausgebildet  war  und 
nun  mit  ihr  gemeinsame  Konzert- 
reisen unternahm.  Nur  über  die 
in  den  Jahren  1793—1800  ver- 
anstalteten Konzerte  in  Leipzig 
sind  wir  durch  Dörffel's  Geschichte 
der  Gewaudhauskonzerte  genauer 
unterrichtet  (s.  194  ff.).  Sie  geben 
auch  Kunde,  dass  Frau  Regina 
auch  eine  gute  Guitarrspielerin  war. 
Die  letzte  Nachricht,  welche  die 
Lpz.  Ztg.  bringt,  beti'ifft  ein  Kon- 
zert in  Rom  im  Jahre  1809  (Ger- 
ber 1.  2).  Von  seinen  Komposi- 
tionen sind  nachweisbar: 

Trois  Quatuors  p.  2  V.  A.  et  Ycl. 
oeuv.  2,  hv.  1.  2.  Gotha  et  St.  Peters- 
bourg,  Gerstenberg  et  Dittmar,  in  je 
4  Stb.'    [B.  Wagener. 

7  Sonaten  f.  Vcl.  u.  B.  in  Stb.  [Mu- 
sikfr.  Wien. 

Sonata  f.  Mandoline  u.  B.  nur-  mit 
Schuck  gez.     [ib. 

1  Sonate  für  2  Violonc.  in  Pleye^s 
Saralwk.     Offenb.,  Andre. 

In  B.  B.  ein  Autogr.  in  P.  19  Bll: 
Concert  f.  Ycl.  u.  Orch. 


Schlick,  Rudolph. 


31 


Schlupper. 


Iq  Schwerin  F:  2  Sonate  in  G.  et  in 
F.  ä  Violoncello  c.  Basso.    Ms. 

Im  Conserv.  zu  Mailand  8  u.  4  Sonate 
a  YcUo.  solo  e  B.    Mss. 

Schlick,  Rudolph,  ein  Medi- 
ziner, geb.  in  MeiTsen,  Verfasser 
von: 

Exercitatio,  qua  musices  origo  prima, 
cultus  antiquissimus,  dignitas  maxima,  et 
emohmienta  . . .  Spirae  1588  typis  B. 
Albiui.  SO.  48  S.  [B.  B.  Dresd.  B. 
Wagener.  Brüssel.  Kopenhagen.  "NVol- 
fenb.     Oxford  Bodl. 

Schlimhacli  (Schlimmbach),  GrC- 
org  Christian  Friedrich,  geb.  um 
1760  zu  Ohrdruff,  Schüler  von  dem 
dortigen  Organisten  Job.  Bernhard 
Bach,  verliefs  aber  1782  seinen 
Geburtsort,  wurde  darauf  Kantor 
und  Organist  in  Prenzlau  (Ü./M.j 
und  ging  Anfang  des  1 9.  Jhs.  nach 
Berlin,  wo  er  1805  eine  Schule 
für  Gesang,  Klavier  u.  Harmonie- 
lehre errichtete  (Gerber  2.  Lede- 
bur).     Man  kennt  von  ihm 

Ueber  die  Structur,  Erhaltung  und 
Stimmung  der  Orgel,  nebst  einer  Dis- 
position derselben.  Lpz.  1801  Br.  &  H. 
8".  40  und  300  S.  5  Taf.  fB.  B.  Dresd. 
B.  Lpz.    B.  M.     Musikfr.  Wien.    Brüssel. 

—  2.  Aufl.  Ib.  1825.  80.  284  S. 
34  S.  Vorwort,  5  Taf.  1  Bl.  Noten.  [B. 
Dresd.    B.  Lpz. 

—  Neue  Aufl.  von  C.  E.  Becker.  Lpz. 
1843  ib.     [ß.  Lpz. 

Ueber  des  Abt  Vogler's  Umschaffung 
der  Mai'ienorgel  in  Berlin.  In  der  Ber- 
liner musikal.  Ztg.  1805  Nr.  97.  99.  102. 

Ideen  und  Vorschläge  zur  Verbesse- 
rung des  Kirchenmusikwesens.  In  ßei- 
chardfs  musikal.  Ztg.  1805  Nr.  59—103. 
—  Einige  Briefe  über  den  Unterricht  in 
der  Musik,  ebd.  1805  Nr.  13  —  17.  — 
Luthers  Denkmal,  ebd.  Nr.  67.  —  Be- 
merkungen über  musikal.  Kunstausdrücke, 
ebd.  Nr.  68.  —  Auch  im  Jahrg.  1806 
finden  sich  noch  mehrfach  Artikel,  die 
Ledebur  einzeln  aufzählt. 

Schlingiuann,  Greorg,  von  1693 
bis  f  1725  Organist  am  Dome  zu 
Hamburg  (Ratsakten). 

Schlobas  (Sclobas),  Arnold,  von 
1662 — 1681  Sangmeister  an  St. 
Walburge    zu    Audenarde;    vorher 


an  der  Kirche  St.  Julien  zu  Ath 
(Dokumente  im  Straeten  1,  215), 
In  der  Kirche  St.  Walburge  be- 
fanden sich  1734  noch  Komposi- 
tionen von  ihm. 

SchlÖ8-el[ius],  Joseph,  lebte  im 
16.  Jh.  und  befinden  sich  unter 
den  defekten  Mss.  des  Archivs  der 
Pfarrkirche  in  Glashütte  (Sachsen) 
einige   Passionsmusiken   von   ilim. 

Schlöger,3Iathaeus,  Hofklavier- 
meister am  Ksl.  Hofe  in  "Wien, 
t  1766  (Pohl  4,  111). 

Die  Musikfr.  in  Wien  besitzen  ein  Trio 
für  2  V.  u.  B.  —  In  B.  Darmst.  2  Sin- 
fonien in  Cd.  u.  Gd.    Ms.  Stb. 

Schlözer,  Karl  von,  geb.  28. 
Dez.  1780  zu  Göttingen,  gest.  13. 
Febr.  1859  zu  Lübeck  als  Ksl. 
russischer  Generalkonsul  daselbst. 
Er  trat  auch  als  Komponist  auf 
und  führt  Stiehl  in  seinem  Lexikon 
Lieder,  Gesänge  und  Klavierpiecen 
an.     Nachweisbar  sind: 

8  Oden  von  Klopstock  f.  1  Singstimme 
mit  Pfte.    op.  9.     Hbg.,  A.  Crauz.    [B.  B. 

Schlosser,  Xavier,  gab  1760 
sein  opus  1  heraus:  3  Klavier- 
partien. Xürnberg  (Gerber  1). 

Schlüiuhach,   Johann  Julius, 

Organist  an  der  Hauptkirche  zu 
Windsheim.  Er  gab  1756  zu 
Nürnberg  3  Klaviersonaten  und 
6  Mourki  heraus  und  lebte  noch 
1771  (Gerber  1). 

Schlüssing",  . . .  nach  einer  Sub- 
scriptiousiiste  von  1783  Organist 
in  Ebstorf  im  Lüneburgischen. 

Schlütter ,  F  . . .  (^  . . . ,  gab 
1792  heraus: 

Lieder  mit  Melodien  nebst  einigen 
Tänzen  fürs  Klavier  (Gerber  2). 

Schlupper,  Johann  Heinrich 
Friedrich,  geb.  3.  Sept.  1764  ver- 
mutlich in  "Wunsiedel,  gest.  25. 
März  1813  ebd.,  Avar  Stadtkantor 
und  Lehrer  am  Lyceum  in  Wun- 
siedel  (Zahn  5,  468). 

Derselbe  spricht  dort  auch  von  einem 


Schmaltzing. 


32 


Schmelz,  Simpertus. 


4stira.  Choralbuche  für  den  Chor  der 
Stadt  „Wonsiedel",  welches  er  im  März 
1805  schrieb.  In  demselben  befinden  sich 
lO'^vou  ihm  erfundene  Melodien.  Eine 
davon  teilt  Zahn  unter  6034  mit.  Bd.  6 
S.  560  teilt  er  den  Titel  des  Ms.,  in 
seinem  Besitze  befindlich,  mit:  213  Seiten 
in  qu-l"  mit  172  Gesängen.  Aulserdem 
kennt  man  von  ihm: 

20  Lieder  zum  Singen  bei  dem  Ciavier 
oder  Fortepiano.  Leipzig  c.  1793.  qufol. 
jbr.  Mus.     Berlin  K.  H. 

Schmaltzin!^,  Theophiliis,  Kit- 

thingensis  Fr.[ater],  ist  bekannt 
durch  den  Gelegenlieitsgesang: 

Proteleios  Euehe  . . .  Witbergae  1566. 
5  Stbll.  Text:  Ut  late  serpunt  5  voc. 
[B.  Bohn  in  Br. 

Schmalz,  Jobaiiii  Daniel,  geb. 
um  1734,  gest.  20.  Febr.  1822  zu 
Berlin.  Anfangs  Klavierspieler  in 
der  Kapelle  des  Markgrafen  Hein- 
rich in  Berlin,  wurde  1762  nach 
dessen  Tode  Organist  an  der  fran- 
zösischen Kirche  auf  dem  Gens- 
darmmarkte zu  Berlin  und  1772 
an  der  Garnisonkirche,  1818  pen- 
sioniert. Man  nannte  ihn  all- 
gemein „den  alten  Schmalz".  Er 
wurde  88  Jahr  alt  (Ledebur). 

Schmalz,  Leopold  Christian, 
gest.  um  1771  in  Berlin,  war  seit 
1748  Organist  an  der  Garnison- 
kirche zu  Berlin  und  auch  ein 
tüchtiger  Orgelbauer,  der  die  Orgel 
in  der  französischen  Kirche  auf 
dem  Gensdarmmarkte  in  Berlin 
vor  1757  gebaut  haben  soll  (Le- 
debur). 

Schmasdehurg,  Johann  Anton, 
wird  am  8.  Nov.  1748  zum  Kam- 
mermusikus an  der  kurf.  Kapelle 
in  Bonn  ernannt  (Thayer  1,  28). 

Schmeinberger,  Anton,  war 
um  1697  lustrumentist  a/d.  Hof- 
kapelle in  Dresden  mit  266  Thlr. 
Gehalt  (Fürstenau  1,  111). 

Schmeltzel,  Wolfgang,  Samm- 
ler und  Herausgeber  der  Quodlibets 
von  1544,  geb.  in  Kemnat  in  der 
Oberpfalz  im  Anfange  des  16.  Jhs., 


war  dann  protestantischer  Kantor 
in  Amberg  und  verheiratet,  ging 
heimlich  von  dannen,  liefs  seine 
Familie  im  Stich,  verleugnete  Frau 
und  Kinder  und  wurde  „papistischer 
Pf  äff".  Um  1540  war  er  Schul- 
meister bei  den  Schotten  in  Wien 
und  führte  daselbst  Dramen,  wahr- 
scheinlich mit  Schlusschören,  auf 
(Leipz.  Ztg.  24,  236),  machte  dann 
den  Feldzug  gegen  die  Türken, 
wahrscheinlich  als  Kaplan,  mit  und 
war  um  1556  Pfarrherr  bei  St. 
Lorenz  auf  dem  Stein feld  in  Oester- 
reich  (M.  f.  M.  13,  164.  Metten- 
leiter 2,  155,  der  auch  seine  Werke 
verz.).  An  Kompositionen  ist  nichts 
von  ihm  bekannt,  doch  ist  sein 
Verdienst  die  alten  Quodlibets  und 
einige  alte  deutsche  Lieder  ge- 
sammelt zu  haben  für  uns  Nach- 
kommen von  grofsem  Werte.  Das 
Samlwk.  ist  in  Eitner  1  genau  be- 
schrieben und  führt  den  Titel: 

Guter  seltzamer  vnd  kunstreicher  teut- 
scher  Gesang,  sonderlich  etliche  künst- 
liche QuodHbet,  Schlacht  (bei  Pavia)  vnd 
dergleicheu  mit  4  oder  5  stimmen  . . . 
1544.  Am  Ende:  Nürnberg,  durch  Jo. 
Petreium.  1544.  4  Stb.  qu4".  25  Ge- 
sänge, dabei  12  Quodlibets.  [B.  B.  B.  M. 
B.  Jena  C.  def.  A.  B.  Proske:  C  br. 
Mus.     Basel  4  Stb. 

Das  Vorwort  abgedr.  in  M.  f.  M.  3,  201 
und  der  gröfste  Teil  der  Tonsätze  in  Part, 
in  Eitner:  Deutsches  Lied  B.  1.  Schmeltzel 
bez.  sich  dort  als  Bürger  in  AVien. 

Schmelz,  Philipp,  ein  am  Ende 
des  18.  Jhs.  lebender  Komponist, 
gab  nach  Gerber  2  heraus: 

Krämers  hundert  neue  Schulgesänge, 
nebst  einigen  Bemerkungen  über  den 
Schulgesang  und  einem  Anhange.  Mit 
Melodien  versehen  von  .  . .  Salzburg  1800. 
8''.  —  In  den  Melodien  zu  den  Rhapsodien 
aus  den  Norischen  Alpen,  Landshut  1805, 
ist  er  auch  vertreten.    [B.  Kgsbg.  Nr.  360. 

Schmelz,  E.  P.  Simpertus,  gab 

heraus : 

Fundamenta  musica  cantus  artificialis, 
das  ist,  musicalisch  Regulär  gestelltes, 
zwey   theilig-    figural-    und    choralkünst- 


Schmelzer,  Ant.  Andr. 


33 


Schmelzer.  Joh.  Heinr. 


liches  Sing-Fuadament:  für  alle  4  stimmen, 
Disc.  A.  T.  u.  B. . .  Herausgeg.  von  . .  . 
Yrrsee  1752  freves  Keichs-Stifft  und 
Gottes -Haitis.  qii40.  4  Bll.  u.  56  Seit, 
mit  zahlreichen  Istini.  Beisp.  Einige  Aus- 
züge in  M.  f.  M.  11,  85.  [B.  B.  Proske. 
MÜsikfr.  Wien.  Brüssel,  br.  Mus.  Ein- 
siedeln. 

Schmelzer(Schmeltzer)abEhren- 
rueff,  Anton  Andreas  (auch  um- 
gekehrt gestellt),  Sohn  des  Joh. 
Heinrich,  war  Violinist  an  der  Ksl. 
Hofkapelle  in  Wien  vom  1.  Jan. 
1671  bis  zu  seinem  Tode  im  Dez. 
1700  mit  45  Gld.  jährlich  (?)  Ge- 
halt. Er  schrieb  zu  den  Opern, 
die  auf  der  Hofbühne  gegeben 
wurden,  wie  sein  Vater  einstmals, 
zahlreiche  Balletmusik,  besonders 
zu  den  seit  1681  aufgeführten  Opern 
Draghi's  (Koch ei  1.  Köchel  2  giebt 
im  Opernverz.  nähere  Angaben). 

Vieles  davon  befindet  sich  im  Ms.  in 
der  Hofb.  Wien  und  zwar  in  den  Mss.  16588: 
Arien  zue  den  Baletten,  welche  a/d.  K.  K. 
Maj.  Leopoldi  des  1.  Hoff,  vom  15.  Nov. 
1680  bis  auf  den  Fasching  1685  gehalten 
worden.  1.  Buch.  —  Ms.  16028  die  Tänze 
zu  Draghi's  La  Eosaura.  —  Ms.  16036  zu 
dessen  La  patienza.  Ebenso  Ms.  16845. 
16849.  16853.  16862  u.  63.  18835  bis 
18944,  siehe  den  Kat. 

Schmelzer(Schmeltzer)  abEhren- 
ruelf,  Johann  Heinrich,  geb.  um 
1630,  gest.  im  Juni  1680  in  Wien. 
Instrumentist  a/d.  Ksl.  Hofkapelle 
in  Wien  vom  1.  Okt.  1649—1670 
mit  50  Gld.  Gehalt;  begleitete  den 
Kaiser  als  Hofmusikus  nach  Prag 
und  zur  Kröning  nach  Frankfurt 
a/M.  Am  1.  Jan.  1671  wurde  er 
Vice-Kapellmeister  mit  1080  Gld. 
und  den  1.  Okt.  1679  Kapellmeister. 
Er  schrieb  von  1672  ab  bis  zu 
seinem  Tode  die  Balletmusik  zu 
den  auf  der  Hofbühue  aufgeführ- 
ten Opern,  besonders  zu  denen 
von  Draghi  (siehe  im  Köchel  2  das 
Opernverz.  Im  Köchel  1  obige 
Daten).  An  Druckwerken  sind  fol- 
gende bekannt: 

Rob.  Eitner's  Quellen-Lexikon.    Bd.  9. 


Sacro - prof anus  concentus  musicus  fi- 
dium  aliorumquo  instrumentoram  .  .  . 
Noribg.  1662  Mich.  Endter.  9  Stb.  kl. 
fol.,  enthält  13  Sonaten.  [Hofb.  Wien 
fehlt  pars  IV.  Paris  Nat.  Upsala:  2  V. 
4  Viole,  2  Trombe,  Org. 

Sonatae  unarum  fidium,  seu  a  Violino 
solo;  (c.  Bc.  pro  Clavic.)  Norimbergae 
(1663/64)  Mich.  Endter.  qufol.  40  S. 
[B.  Wagener.     Hofb.  Wien. 

Duodena  selectarum  Sonatarum  appli- 
cata  ad  usum  tarn  honesti  fori  quam  de- 
voti  chori.  Ab  aufhöre  .  .  .  Norimbg. 
1669  ib.     4  Stb.     fol.     [B.  Kassel. 

Arie  per  il  Balletto  U  Cavallo  nella 
festa  .  . .  Leopoldo  I.  Vienna  1667  Matteo 
Cosmerovio.  P.  fol.  6  Bll.  (siehe  La 
Contesa  von  Sbarra).  Enth.  1  sechsstim. 
Corrente,  1  siebenstini.  Giga,  1  sechsst. 
Follia,  1  fünf  st.  Allem  ande  und  1  sechsst. 
Sarabanda  für  2  Clarini  e  Violini,  oder 
Trompeten  und  Paucken  in  P.  [B.  Br. 
B.  M.  Wolfeub.  B.  Zw.  Salzburg.  Hofb. 
Wien.  B.  Hbg.  Florenz  inlcoinpl.  br. 
Mus.     Bologna. 

Ifi  Manuscriptcn. 

In  der  Hofb.  Wien  in  Mss.  17329: 
Vesperae  bre\issimae  de  beatissima  Vir- 
gine  ...  4  V.  2  V.  2  Tromboni  in  conc. 
und  Eipieninstr.  Enth.  8  Psalmen,  1  Cau- 
ticum    und    1  Magnific.    1742—1744  gez. 

—  Ms.  17  328:  Compieta  a  4  voci,  2  V. 
2  Tromb.  u.  Eiepienstim.  7  Gesge.  — 
Ms.  16915:  Le  meniorie  dolorosa,  1678 
gez.  mit  2  Gesgen.  von  Kaiser  Leopold  I. 

—  Ms.  16913:  Serenata,  Le  veglie  osse- 
quiose,  1679.  —  Ms.  16583:  Arien  zu 
den  Balletten,  die  in  Wien  vom  16/2  1665 
bis  23/2  1667  gesungen  wurden.    2  voll. 

—  Ms.  16883:  Stärcke  der  Lieb.  Bey  dem 
big.  Grab  in  Ihrer  Mayestätt  Frauen 
Frauen  Maria  Antonia  .  . .  1677  und  Ms. 
18572,  2.  —  Ms.  18898:  Die  fsieben  Alter 
stimben  zu  fsamben  anwintschent  dem 
geburtlstag  Ihro  Durclüeicht  der  Ertz- 
herzogin  Maria  Antonia  in  einem  vorbilt 
der  fsonnen.  1680  18/1.  Opus  dramati- 
cum.  P.  Die  übrigen  im  Kat.  verz.  Nrn. 
sind  Balletmusik  zu  Opern  von  Draghi  u.  a. 

Sonata  a  5.    Ms.     [B.  K. 
In  B.  Upsala:   3  Motetten   f.  Singst,  u. 
Instr.  in  Tabulaturpart.  und  Stb.  und 

—  13  Souate  a  2  stroin.  Viol.  Viol.  di 
Gamba,  Bc.     8.  Juli  1672.     Fol. 

—  19  Sonate  ä  2,  ebenso.     1677. 

—  Sonate  ä  7.  —  ä  5.  —  ä  4.  —  ä  2, 
zusammen  14  Stück. 

—  Harmonia  a  5. 

—  4  Sonatine  ä  2  und  k  4,  Violini  e 
Bc.   40. 


Schmelzer,  Peter  Clemens. 


34 


Schmidli. 


—  Sonata  ä  7:  2  Cor.  2  Clariui,  3 
Tromboni.     Tabulatur-Part. 

—  Intrata  con  Trez  a  Yiennese  (Nr.  9) 
ä  4  Instr.     4«. 

—  Sarab.  vai'iata.  V.  solo  c.  B.  o 
Cemb.     40. 

—  Sonata,  Allem.  Cour,  a  V.solo  c. 
Bc.    40. 

—  Aria,  Gique,  La  Galline,  Gique,  Y. 
solo,  Bc.    40. 

—  Sonata  ä  4  Yiole  c.  Bc.  1667.     4". 

Schmelzer,    Peter    Clemens, 

Violinist  an  der  Hofkapelle  in 
AYien  vom  1.  Aug.  1692  bis  zuüi 
30.  Juni  1740,  wird  pensioniert 
und  St.  20.  Sept.  1746,  74  Jahr 
alt.  Von  1712  ab  betrug  sein  Ge- 
halt jührl.  540  Gld.  (Köchel  1). 

Sclimerl>aiicli,  Gottlob  Heiu- 
ricli,  geb.  12.  Febr.  1715  zu  Gom- 
mern  (Magdeburg),  gest.  22.  Juni 
1782  zu  Luckau,  wo  er  seit  1753 
Rektor  an  der  Schule  war. 

Gerber  2  verz.  von  ihm  die  Einladungs- 
schrift: Proiusio  I.  de  organis  und  Pro- 
lusio  U.  de  organis  hydraulicis,  gedr.  1770. 

Schmertzliaffter 

Lieb  und  Creutz-Weeg  |  Welchen  Auf! 
Erden  zum  Eud  seines  Lebens  |  .  . .  Nem- 
lich  I  der  Aufs  Lieb  der  Menschheit  ein- 
verleibte Gott  Christus  Jesus,  |  Als  Er 
durch  ein  liägliohen  Todt,  auff  dem  | 
Calvari-Berg  am  Creutz  erwöblet  |  zu- 
sterbeu.  |  Glatz,  druckts  Audreas  Pega 
1682.  kl.  8".  671  S.  mit  Melod.  u.  Bc. 
Die  Melodien  sind  recht  innig,  [besafs 
einst  Dr.  0.  Lindner  in  Berlin. 

Sclimetzer,  Georg,  geb.  zu 
Augsburg,  gest.  1701  oder  1702 
ebd.  Schüler  Kriegsdorf er's,  ging 
darauf  auf  Reisen  und  war  dann 
von  1676  oder  1677 — 1697  Kantor 
und  Praeceptor  an  der  Schule  St. 
Anna  in  Augsburg  (Ratsakten). 
Mattheson  1,  235  giebt  obiges 
Todesdatum  (Gerber  1).  Von  seinen 
Kompositionen  sind  bekannt: 

Motetae  seu  Cantiones  2,  3,  4,  5,  6, 
7,  8  et  9  voc.  c.  Bc.  Aug.  Yind.  1671 
Andreas  Erfurt.  20  Mot.  [B.B:  C  1.  2. 
A.  T.  Yiol.  1.  2.  Bc. 

Sacri  concent.  latin.-german.  5 — 17 
vocum.  op.  2.  Aug.  Yind.  1689  Kopp- 
maier.     18  Stb.     [B.  B. 


Fahr  hin  du  Schatten  dieser  Zeit,  4stira. 
Part.  2  Bll.  Ein  Trauergesang  auf  Frau 
Jacobina  Hentschlin.  Gedruckt  zu  Augs- 
purg  bei  Schöuigk.  (Zusammen  mit  Joh. 
Fischer.)     [B.  Zw. 

Ms.  2964  in  B.  B.  Bl.  15,  Part,  von 
Pölchau:  Magnus  est  Dominus. 

Ms.  in  Upsala:  5  Motetten,  1  Messe, 
1  Miserere  f.  Singst,  und  Instrum.,  teils 
in  Tabulaturpart.,  teils  in  Stb. 

Ms.  in  Paris  Nat.  16  Motetten  aus 
obigem  Diiicke  von  1671  in  P. 

Scliuiid,  Schmied^  Schmidt, 
Schmit  und  Schmitt  stehen  alle 
uutcr  Schmidt,  alphabetisch  nach 
den  A^oruaraen  geordnet. 

Schmidbauer,  Franz  Anton, 
Gambist  an  der  Hofkapelle  in  AVien 
mit  60  Gld.  monatl.  vom  1.  Jan. 
1707  bis  t  1.  Dez.  1737,  48  Jahr 
alt  (Köchel  1). 

Sclimidbaur,  Johann  Georg;, 
1715  Kautor  an  der  Hofkapelle  in 
Stuttgart  mit  Summa  257  Gld.  Ge- 
halt. 1725  wird  er  Choralist  ge- 
nannt (Sittard  2,  91.  120). 

Im  Archiv  zu  Göttweih  befindet  sich 
ein  Ave  regina  im  Ms.  P.  Welchem  Seh. 
dies  angehört,  ist  zweifelhaft. 

Schmidbauer,  Karl,  Garabist 
an  der  Hofkapelle  in  Wien  mit 
45  Gld.  monatl.  von  1682  bis  1. 
Okt.  1711;  wird  pensioniert  und 
t  29.  März  1714,  53  Jahr  alt 
(Köchel  1). 

Schmideke,  siel.e  Schmidlein. 

Schmidg-eu,  ...  Violinist  in 
Diensten  des  Grafen  Amade  in 
Wien  um  1808  (Thajer  3,  47). 

Schmidlein  (Schmideke),  Cajus, 
wird  1585  an  der  neuen  grofsen 
Orgel  der  Marienkirche  in  Danzig 
als  Organist  angestellt  und  f  1611 
(Döring  200). 

Schmidli,  ...  um  1701  Pastor 
zu  Stallikon  (Schweiz),  gab  in 
diesem  Jahre  die  Psalmen  Lob- 
wasser's  in  der  Lesart  des  Pastor 
Hardmeyer's  mit  mehrstimmigen 
Tonsätzen  heraus  (G.  Becker  1, 
140). 


Schmidliu,  Joliacu  I. 


35 


Schmidliu,  Jobannes  IL 


Sclimidliii,    Joh.aiin    I.,     um 

1605  Instrumentist  an  der  Hof- 
kapelle in  Stuttgart  (Sittard  2,  33). 
Das  Dienerbuch  verz.  p.  210  einen 
SchmidUn  als  Hof  Organisten  in 
Stuttgart,  der  eines  Predigers  Sohn 
war  und  Dr.  der  Medizin.  Er 
starb  1691. 

Schmidliu  (Schraidli),  Jolianiies 
II.,  geb.  22.  Mai  1722  zu  Zürich, 
gest.  5.  Nov.  1772  zu  Wetzikon. 
1736  wurde  er  Alumnus,  trat  1743 
ins  geistliche  Ministerium,  wurde 
1744  Tikar,  um  1752  Pfarr-Yikar 
in  Dietlikou  und  1754  Pfarrer  zu 
AYetzikon.  Er  war  geistlicher 
Liederdichter  und  Komponist,  der 
in  der  Schweiz  ein  grofses  An- 
sehen genoss  (Musikal.  Neujahrs- 
geschenke, Zürich  1857,  S.  14. 
Koch  6,  115  fügt  noch  hinzu,  dass 
er  auch  neben  Wetzikon  in  der  Ge- 
meinde Seegräben  amtierte.  Georg 
Becker  1,  136).  Seine  AYerke  sind 
sehr  zahlreich,  teils  gesammelte, 
teils  eigen  gedichtete  und  kom- 
ponierte. Nachweisbar  sind  fol- 
gende (in  Zürich  wird  sich  Vieles 
vorfinden,  doch  konnte  ich  kein 
Verz.  erlangen): 

Singendes  und  Spielendes  Vergnügen 
reiner  Andaclit,  oder  geistreiche  Gesänge, 
nach  der  "Walil  des  Besten  gesammelt . . . 
Zürich  1752  BürgkH.  8^.  608  S.  mit 
203  Nrn.,  meist  dreistimmig  gesetzt,  da- 
bei auch  einstim.  mit  Bc,  siehe  Näheres 
bei  Zahn  6,  338.  Diese  erste  Ausg.  be- 
sitzt Zahn  und  einst  der  Antifjuar  Rosen- 
thal in  München. 

—  2.  Aufl.  Ib.  1758.  SO,  vermehrt 
auf  259  Lieder.    [B.  Zahn.     Musil^fr.Wieu. 

—  Dazu  erschienen  „Geistliche  Lieder 
als  Anhang  zu  dem  Singenden  u.  Spiel. 
Vergnüg.'^  Zürich  1758.  8».  85  Melo- 
dien zu  3  u.  4  Stirn,  und  59  einstim. 
[ br.  Mus. 

—  3.  AufL  Ib.  1767.  8».  944  S. 
stimmt  mit  der  2ten  überein.  [B.  M. 
br.  Mus. 

—  4.  Aufl.  Ib.  1777.  80.  221  und 
259  Lied,  [besafs  einst  Dr.  0.  Lindner. 
EinsiedeLa, 


—  Eine  5.  von  1792  ib.  gr.  S".  3  Ell. 
941  S.     488  Lied.     [B.  Lpz. 

Hymni  oder  Lob -Gesänge  auf  Gott. 
Zu  3  u.  4  St.  . .  samt  einem  Gb.  Zürich 
1758  David  Gefsner.  5  Stb.  gr.  fol.  [B.  M. 
Hofb.  Wien.  br.  Mus.  (Siehe  auch  1761 
Hymnus,  viell.  dasselbe  Werk.) 

Musical.-Wöcheutl.  Vergnügungen,  be- 
stehend in  geistlichen  Gedichten  zu  2  Cant.- 
Stim.  u.  Generalb.  mit  untermengten  Soli. 

1.  Jahr-Theil    1758.      52    Stück    215  S. 

2.  Jahr-Theil    1759.      52   Stück    211   S. 

3.  u.  letzter  Jahr-Theil  1760.  52  Nrn. 
Zürich,  Bürgkli.  gr.  4".  [B.  B.  ß.  M. 
Hofb.  Wien  1.  u.  2.  Jahrg.  Einsiedeln 
1—3.     br.Mus.? 

—  2.  verbesserte  Aufl.  Ib.  1762. 
3  voll.  4*^.  Stimmen  gegen-  und  unter- 
einander.    [B.  B. 

Herrn  Prof.  Gellerts  geistliche  Oden 
und  Lieder  in  Music  gesetzt  von  .  .  . 
Zürich  1761  Bürgkh.  4".  162  S.  mit 
mehrstim.  Gesgeu.  [B.  B.  B.  Wagener. 
Hofb.  Wien.     br.  Mus.     Bologna. 

Hymnus  od.  Lobgesg.  auf  die  Allmacht 
.  . .  Gottes.  Part.  Zürich  1761  Bürgkli. 
40.  [B.  B.  Einsiedehi.  br.  Mus.  (Vergl. 
Hymni  1750.) 

Die  Tages  -  Zeiten  in  4  Cantaten  v. 
Zachariae.  Part.  ib.  1762.  4«.  [B.  B. 
Einsiedeln,     br.  Mus. 

100  geistl.  Lieder  (f.  2  C.  u.  bez.  B.). 
Zürich  1764  Bürgkli.  8".  324  S.  [B.  M. 
br.  Mus.     Einsiedeln. 

Herrn  Hofprediger  Cramers  geistl.  Oden 
u.  Lieder  ...  ib.  1767.  4".  [B.  B. 
Schwerin  F.     br.  Mus. 

Schweizerlieder  mit  Melodieen.  Bern 
1769  Abr.  Wagner.  Veriegts  Lud.  Walt- 
hard.  4''.  Vorbericht  von  Schm.  datiert: 
Wezikon  2/3  1769.  79  S.  2  u.  3  st. 
Lied.,  die  Texte  von  Lavater.  [B.  B.  B. 
Kgsbg.  mit  1770  gez.  B.  M.  ebenfalls 
von  1770.  40,  ohne  Autornamen.  br. 
Mus.  s.  a. 

—  Zürich  1786  Bürkli,  3.  verra.  Aufl. 
[B.  B.]  4.  verm.  Aufl.   Ib.  1796.    [br.  Mus. 

Musikalisch- wöchentl.Ergetzungeu,  best, 
in  geistl.  Liedern  zu  2  Cantstim.  u.  einem 
Generalbass.  Zürich  1773  Bürgkli.  4". 
[B.  B.     br.  Mus. 

Die  B.  B.  besitzt  noch  einen  Druck 
von  1806,  betitelt:  Geistl.  Lieder  mit  Choral- 
melodieu  zum  allgemeinen  Gebraucb,  Zü- 
rich, Bürkli.  dp.  Obgleich  dasselbe  obigen 
Namen  trägt,  bedarf  es  doch  der  Unter- 
suchung, ob  Schm.  auch  der  Verfasser  ist. 

In  Christmann  und  Knecht's  Choral- 
melodien zum  Orgelspielen  1799,  1  Melod. 
von  Seh. 

3* 


Schmidt. 


36 


Scliniid,  Bernhard. 


Schmidt  (Schmicl,Schmit,Schmitt, 
Schraiedt)  sind  nach  den  Yornamen 
alphabetisch  geordnet. 

Schmidt,  Alexander,  Vokal- 
imd  Instrumental-Musikus,  trat  am 
26.  Jan.  1663  in  herzgl.  Braun- 
schweigsche  Dienste  mit  100  Thh\ 
Gehalt,  15  Thlr.  Miethe  und  freiem 
Tisch  (Chrysander  1,  183). 

Schmid,  Andre, 

bekannt  durch  6  Lieder  mit  Begleitung 
des  Pfte.  Augsbg.,  Andr.  Böhm.  15  S. 
[ß.  M. 

Schmid,  Andreas,  in  Nores- 
heim  Cav.  (?), 

bekannt  durch  Variationen  für  Kla\aer. 
[B.  M. 

Schmid,    Anton    I.,    war    im 

18.  Jh.  zu  Dillmgen  Stadtpfarr- 
Organist  u.  Musiklehrer  am  Gym- 
nasium wie  Seminar  und  gab 
heraus : 

Scala-Partitura.  Ein  kurzer  und  leicht- 
faislicher  Unterricht  die  Partitur  richtig 
zu  spielen,  von  .  .  .  Augsburg,  Andr. 
Böhm.  4".  51  S-,  Porträt,  Text  und 
Musik  im  Stich.     [B.  B. 

Schmid,  Anton  II.,  ein  ge- 
borener Baier,  wurde  1772  Chor- 
direktor an  der  Frauenkirche  in 
München.  Er  zeichnete  sich  auch 
als  Sänger  und  Gesanglehrer  aus. 

Fetis  verz.  von  ihm  3  Messen,  1  Offer- 
torium,  1  Dies  irae,  1  Requiem  und  1 
Trauergesang  für  Chor  und  Orch.,  die 
alle  in  Augsburg  bei  Böhm  erschienen 
sein  soUeu. 

Schmidt,  Balthasar,  Organist 
an  der  Hospitalkirche  in  Nürnberg, 
begann  um  1726  seine  eigenen 
Kompositionen  nebst  denen  ande- 
rer in  Kupfer  zu  stechen  und  im 
eigenen  Verlage  herauszugeben  nnd 
zu  vertreiben.  Da  seine  Wittwe 
schon  1750  das  Geschäft  leitete 
und  sich  als  Firma  zeichnet,  so 
ist  die  Angabe  Gerber  1,  dass  er 
noch  1773  lebte,  falsch.  Gerber  1 
verz.  eine  Anzahl  eigener  Kompo- 
sitionen.    Nachweisbar  sind 

Ein  Dutzend   auf  das  Ciavier  gesetzte 


Menuetten.  Nürnbg.  (1728  nach  Ger- 
ber 1)  B.  Schmidt.     [B.  Lpz. 

Menuet  et  Sarabande  p.  clavec.  Nurem- 
berg  chez  l'auteur.     [Brüssel  Cons. 

Ciavier  Uebung,  bestehend  in  einem 
Andante,  Allegro,  Siciliana,  Menuet,  Trio. 
Nürnbg.  qufol.  5  BlI.  [B.  Wagener. 
In  B.  Lpz.   eine  Ausg.  1.— 6.  Heft  1783. 

—  In  Schwerin  F.  ein  Exempl.  des 
2.  Heftes  mit  dem  Titel:  Clavier-Uebuug, 
best,  in  einer  Capriccio,  Saraband,  Me- 
nuett, herausgeg.  von  B.  Seh  ...  in  Nürn- 
berg Anno  1735  Nr.  2.  qufol. 

Nürnbergische  alte  und  neue  Kirchen- 
Lieder,  welche  für  das  Ciavier  nach  ihren 
gewöhnlichen  Melodien  mit  bezieforte  Bafs, 
zum  Gebrauch  . . .  von  Balth.  Seh  .  . .  Or- 
ganisten in  Nrnbg.  1748.  quS».  208  S. 
170  Choräle.  [Strafsbg.  i/Els.  B.  Wage- 
ner.    Bibl.  Zahn.     br.  Mus. 

—  2.  vermehrte  Aufl.  Nürnbg.  1773 
J.  Mich.  Schmidt.  qu40.  234  u.  16  S. 
[B.  M.     br.  Mus. 

Zwölff  Menuetten  mit  Abwechselungen, 
welche  nach  der  leichtesten  und  neuesten 
Art  in  Berlin  vors  Ciavier  gesezet  und  in 
Nürnberg  von  Balthasar  Schmidts  seelig. 
Wittib  gedruckt  xxxx.  [besafs  einst 
Schletterer. 

Sinfonie  in  Dd.  f.  2  V.  A.  B.  2  Fl. 
2  Ob.  2  Hörn.    Ms.  in  Stb.    [Brüssel  Cons. 

In  B.  Lübeck  im  Ms.  Samlbd.  von  Ge- 
sangs- und  Klavierstücken. 

Schmidt,  Bartholomaeiis,  um 

1756  Bassist  an  der  Hofkapelle  in 
Wien,  mit  monatl.  12  Gld.  Gehalt 
(Köchel  1). 

Schmid,  Bernhard  (der  Aeltere), 
war  nach  Aufhebung  des  Interims 
in  Strafsburg  i/Els.  der  erste  Or- 
ganist an  der  Thomaskirche  von 
1560—1564  (Lobstein  59).  Fetis 
fügt  dem  bei,  dass  er  dann  an  den 
Strafsburger  Münster  als  Organist 
kam.  Auf  den  Titeln  seiner  bei- 
den Orgel  tabu!  aturen  von  1577 
nennt  er  sich  Bürger  und  Organist 
zu  Strafsburg.  Fotis  schreibt  das 
Orgelbuch  von  1607  ihm  fälsch- 
lich zu,  während  es  von  seinem 
Sohne  ist,  der  ebenso  hiefs  wie 
der  Yater.  Obige  Angabe  von 
Fetis,  dass  der  Vater  von  der 
Thomaskirche   nach    dem    Münster 


Schmid,  Bernhard. 


37 


Schmid,  Chrstff.  Nik. 


kam,    bestätigt    sein   Sohn    in   der 
Dedicat.     zu    seinem     Orgelbuche 
nebst   der  Angabe,   dass   er    1607 
ein   Verstorbener  ist.     Dies  muss 
in   der   Zeit   um    1592    geschehen 
sein,    da    Lobstein    den    Sohn    bis 
„c.  1592''  an  St.  Tiiomas  verz.  und 
von    da   ab    am   ilünster.     In   der 
Strafsburger   Chronik   von   Künast 
S.  377    (Bull.   Non.  bist.   T.  XVI) 
ist    die    Unterschrift    zu    Schmid 's 
Porträt    mitgeteilt,    weiche    lautet: 
„Bin  H.  Bernhard  Schmiden,   vor- 
maligen Organisten  und  E.  E.  Raths 
alten  beysitzers"  . . .    Unter  seinem 
Wappen    steht   geschrieben:    „Qui 
non  amat  musicara  |  Plag  S.  Veits- 
tanz    und    podagram.''       Adelung 
(Forts.    Jöcher's    Gelehrten    Lex.), 
Gerber  2  und  alle  späteren  führen 
ihn   unter  dem  Namen  Bernliard 
Fabricius   an   und  sein  Orgelbuch 
mit   lateinischem   Titel    1577    und 
1677.      Nach    Grandidier's    Alsat. 
litt.   p.  459   wird    sein    Tod    1592 
in  Strafsburg  angezeigt.    Der  Titel 
zu  seinen  Orgelbüchern  lautet: 

Zwey  Bücher  einer  neuen  künstlichen 
Tahulatur  auff  Orgeln  vnd  Instrumenten 
(d.  h.  Klavierinstrum.),  deren  das  Erste 
aufserlesene  Moteteu  vnd  Stuck  zu  sechs, 
fünft  vnd  vier  Stimmen,  aufs  den  kunst- 
reichsten vnd  weitberürabtesten  Musicis 
vnd  Componisten  diser  vnser  zeit  ab- 
gesetzt. Dan  ander  allerley  schöne 
teutsche,  italienische,  frantzösische,  geist- 
liche vnd  weltliche  Lieder  mit  füuff  vnd 
vier  Stimmen,  Passamezzo,  Galliardo  vnd 
Täntze  in  sich  begreifft  .  .  .  Gedr.  zu 
StraJsburg  1577  bei  Beruh.  Jobin.  fol. 
4  BU.  23^2  Bog.  mit  dem  Portr.;  das 
1.  Buch  besteht  aus  52  Bll.  und  das  2te 
aus  46  Bll.  Beide  Bücher  enthalten  13 
Autornamen,  die  im  Wolfenbüttler  Kata- 
loge S.  223  verz.  sind.  [B.  B.  B.  Lpz. 
B.  M.  B.  Wagener.  Proske.  Wolfenb. 
Paris  ilazarin.  Stadtbibl.  Grenoble.  In 
der  Dombibl.  zu  Magdeburg  eine  hds. 
Part,  in  moderner  Notenschrift  von  A.  G. 
Bitter  hergestellt. 

lu  neuen  Ausg.  mehi'ere  Piecen  (Eit- 
ner  2)  und  im  Ritter  ein  Orgelsatz 
Nr.  65. 


Schmid,  Beriiliarcl  der  Jüngere, 
Sohn  des  Aelteren,  wie  er  selbst 
angiebt,  folgte  seinem  Vater  1564 
als  Organist  an  St.  Thomas  in 
Strafsburg  i/Els.  bis  1592  und  kam 
dann  als  Organist  an  den  Strafs- 
burger Münster.  Auch  er  nennt 
sich  Bürger  von  Strafsburg.  Lob- 
stein 59  bestätigt  nur  die  erstere 
Anstellung,  die  2te  das  folgende 
Druckwerk: 

Tabulatur  Buch  von  allerhand  auss- 
erlesenen, schönen,  liebliehen  Praeludijs, 
Toccaten,  Motteten,  Canzonetten,  Madri- 
galien  vnnd  Fugen  von  4.  5.  vnd  6.  Stim- 
men :  dessgleichen  künstlichen  Passomezen 
vnd  Gagliarden.  So  von  den  bertihmbte- 
sten  vnd  besten  Componisten  vnd  Orga- 
nisten, deutsch  vnd  welscher  Landen 
componirt  worden.  Auff  Orgeln  vnd  In- 
strumenten (Klavierinstrum.)  zugebrauchen 
. . .  Strafsburg  1607  in  Verlegg.  Lazari 
Zetzners.  fol.  6  Bll.  u.  114  Bll.  28  Kom- 
ponisten sind  genannt,  siehe  Kat.  TVolfen- 
büttel  p.  224.  [B.  B.  B.  M.  Heilbronn. 
Strafsburg  i/Els.  "Wolfenb.  B.  Wagener. 
Prag.     Paris  Nat. 

Eine  Gagliarde  in  neuer  Ausg.  (Eitner  2) 

Sclimid,  Bernhard,  ein  Musiker 
des  18.  Jhs.,  von  dem  die  Kgl.  Musi- 
kalien-Samlg.  in  Dresden  besitzt: 

6  Senates  pour  le  Clavecin  avec  acc. 
d'un  V.  oeuv.  3.  A  la  Haye,  chez  B. 
Hummel,     fol. 

Schmidt,  Bernhard,   s.   Smith, 

genannt  Father  Smith. 

Schmid,  Christian  Ernst,  ein 

Magister  und  zuletzt  Superinten- 
dent, geb.  14.  Mai  1715  zu  Ra- 
ben au  bei  Dresden,  starb  Anfang 
1787  zu  Merseburg,  wo  er  seit 
1771  Superintendent  war  (Gerber 
2,  der  ihn  aber  Schmidt  schreibt). 
Er  gab  heraus: 

De  ritu  cantandi  per  noctes  dienim 
festorum  apud  Hebraeos,  ad  Jes.  XXX, 
29.     Lipsiae  1738.     40.     16  S.     [B.  Lpz. 

Schmidt,  Christian  Heinrich, 

Chronologie  des  deutschen  Theaters. 
1776.  S**.  Näheres  mir  unbekannt.  [Dresd. 
Mus. 

Schmid,    Christoff   Nikolaus, 

um    1671    Violdigambist   in   Eise- 


Schmitt,  E  . . .  J 


38 


Schmidt,  Jakob. 


nach,    nach    einem    Stammbuchbl. 
(Yiertelj.  8,  501). 

Schmitt,  E  . . .  J  . . .,  starb  um 
1819  zu  Frankfurt  a/M.,  wo  er 
seit  1811  Kapellmeister  am  Theater 
war   (Leipz.  Ztg.  13,  354.  21,  26). 

Schmidt,  Ferdinand,  gest.  11. 
Aug.  1756,  62  Jahr  alt  in  Wien. 
Er  war  anfänglich  Chordirektor 
(Eegens-Chori)  an  St.  Dorothee  und 
bei  den  Augustinern  in  Wien  rait 
24  Gld.  Gehalt  (monatlich?)  und 
wurde  später  Kapellmeister  am 
Dome  (Stephanskirche).  Auf  seinem 
Eequiem  liest  man:  Kapelhneister 
„della  Madonna  di  S.  Steffano". 
Er  war  ein  fruchtbarer  Kirchen- 
komponist und  sollen  sich  viele 
seiner  Kompositionen  in  geistl. 
Stiften  in  Oesterreich  erhalten 
haben  (Pohl  3,  49). 

Nachweisbar  sind  in  Mss.  in  der  Bibl. 
der  Musikfr.  in  Wien:  1  Eequiem,  3  Li- 
taniae  lauretanae  4  voc.  c.  instnini.    Stb. 

Im  Stifte  Göttweih  mehrere  Eequiem. 

Im  Stifte  Klosterneuburg:  2  Salve  re- 
giua,  2  Alma  und  5  Eegina  coeli. 

In  Hof b.  Wien,  Ms.  19278:  Litania 
lauretana  del  ...  4  voc.  c.  ström.  P. 

Schmidt,  F . . .  L . . .,  gab  heraus : 

Älmanach  fürs  Theater.  Hamburg 
1809.     [B.  B. 

Schmidt,  Franz,  geb.  20.  Dez. 
1766  zu  Dresden,  gest.  18.  Mai 
1842  ebd.,  Schüler  des  Fagottisten 
Braun,  seit  1785  an  der  Hofkapelle 
in  Dresden  angestellt.  1813  be- 
trug sein  Gehalt  600  Thlr.  (Für- 
stenau  1,  171.  178). 

Schmid,  Georg,  lebte  1641/43 
zu  Eedwitz  und  ist  der  Schreiber  des 

Ms.  Z97  der  B.  B.,  welches  allerlei 
geistliche  Lieder  von  verschiedeneu  Kom- 
ponisten enthält.  Der  Pai-titurband  in  4" 
von  718  Seit,  umfasst  200  mehrstim.  Ge- 
sänge. Einige  ohne  Autorbez.,  bei  man- 
chen ist  der  Dichter  genannt,  das  vor- 
handene Eegister  ist  sehr  sorgsam  an- 
gefertigt. Enthalten  sind  Melch.  Vulpius' 
Geistl.  Gesangbuch  von  Nr.  8—153.  Dar- 
auf folgt  Melch.  Franck's  Christi.  Gesäug, 


Nr.  154 — 164,  dann  dessen  Andächtige 
Betrachtung  des  bittern  Leydens  u.  Ster- 
bens .  .  .,  2  Nrn.,  hierauf  1  Satz  von 
Dilliger,  sowie  Nr.  168—179  von  Dil- 
liger und  1  von  Jacobi  Finetti.  Von 
Nr.  180 — 200  geistl.  Lieder,  einige  von 
Calvisius,  Dilliger  u.  Melch.  Franck,  die 
übrigen  anonym.  Georg  Schmid  war  ent- 
weder selbst  Musiker  oder  ein  musik- 
gebildeter Dilettant. 

Schmidt,  Oeorg, 

bekannt  durch  3  Fugen  für  das  Pfte., 
op.  3.  AYien,  Cappi.  qufol.  8  S.  [Hofb. 
Wien. 

Schmid,  Giovanni  (Roma),  liest 
man  im  Kat.  Otto  Kade's  der  Grofs- 
herzgl.  Schweriner  Fürstenbibl. 

Dort  ist  eine  Sinfonia  F  J{  (Fdur)  ä  2  V. 
2  Ob.  2  Cor.  Va.  e  B.  Ms.  Stb.  angezeigt. 

Schmidt,  Hans,  dient  von  1585 
an  der  kurf.  Kapelle  zu  Berlin  als 
Sänger  (Friedländer).  Schneider  21 
verz.  um  1603  einen  Sänger 
gleichen  Namens  in  Berlin  mit 
131  Thlr.  Gehalt.  Fürstenau  1,  39 
verz.  um  1606  einen  Instrumen- 
tisten  gleichen  Namens  mit  150 
Gld.  Gehalt.  Ob  dies  derselbe  ist, 
bedarf  noch  des  Beweises,  den 
Jahreszahlen  nach  würde  es  passen, 
und  dass  aus  einem  Sänger  ein 
Insti'umentist  wird  ist  nichts  Un- 
gewöhnliches. 

Schmidt,  Hendrik  Carel,  trat 
1781  als  Adjunkt  des  Organisten- 
postens an  der  Hofkapelle  im  Haag 
und  bekleidete  ihn  dann  von  1783 
bis  1796  in  fester  Anstellung 
(Bouwst.  2,  165). 

Sehmied,  Hermann,  von  1634 
bis  1640  Organist  an  St.  Blasius 
in  Miihlhausen  i/Th.  (Spitta  1,  331). 

Schmidt,  Jakob;  Döring  45  u. 
78  kennt  ein  Gelegenheitsgedicht, 
in  dem  er  „Musicus  aus  der  Waag" 
genannt  wird;  seine  Geburtsstadt 
bez.  er  mit  Elbing,  wo  er  auch 
nach  1642  starb,  dass  er  aber  in 
der  herzgl.  Kapelle  um  1622  in 
Königsberg  diente,  ist  aus  Winter- 
feid   2,    103    entnommen   und   bis 


Schmidt,  Jakob. 


39 


Schmidt,  Joh.  Chrstph. 


7     I 


jetzt  nicht  zu  beweisen.  Nach 
einer  Eingabe  an  den  Kurfürsten 
Ton  Brandenburg  vom  Jahre  1621, 
diente  er  demselben  schon  seit 
20  Jahren,  er  muss  demnach  1601 
in  Berlin  Hofmusikus  geworden 
sein.  Noch  1620  nennt  er  sich  auf 
Zaugius'  nachgelassenen  „Lustige 
deutsche  Lieder",  die  er  heraus- 
gab, „kurf.  brandenburg.  Musicus". 
Li  der  Zwischenzeit  nach  Zaugius' 
Tode  und  "Wilh.  Brade's  Anstellung 
als  Kapellmeister  war  er  inter- 
mistischer  Direktor  der  Kapelle 
und  als  Ende  1620  Brade  starb 
wurde  er  zum  Kapellmeister  er 
nannt,  doch  betrug  sein  Gehalt 
nur  200  Thlr.,  während  Brade  500 
erhalten  hatte.  Er  petitionierte 
beim  Kurfürsten  und  verlangte 
900  Thlr.,  da  ihm  die  nicht  ge- 
währt wurden,  ging  er  ab.  Fried- 
länder sagt:  1621  Kapellmeister, 
hat  die  Stadt  verlassen,  und  Döring 
schreibt,  bald  darauf  ging  er  in 
seine  Vaterstadt  Elbing.  Da  Win- 
terfeld und  Döring  das  Jahr  1622 
nennen,  in  dem  er  Kapellmeister 
in  Königsberg  gewesen  sein  soll, 
so  wäre  doch  diese  Angabe  nicht 
ganz  von  der  Hand  zu  weisen. 
Noch  sei  erwähnt,  dass  ihn  Schnei- 
der p.  29  im  Jahre  1612  u.  1618 
als  Falsetisten  mit  192  Thlr.  Ge- 
halt bez.  (Aufser  den  genannten 
Quellen  finden  sich  noch  Notizen 
im  Schneider  p.  30.  33.  37  und  M. 
f.  M.  11,  184,  die  aber  nach  obiger 
Darstellung  zu  verbessern  sind.) 

Schmidt,  Johauii  I.,  Mitglied 
der  "Warschauer  Hofkapelle  um 
1643.  Li  Scacchi's  Cribrum  1643 
S.  220  ein  Kanon. 

Schmidt,  Johann  II.,  bez.  sich 
1710  mit  „Org.  Lell.  S.  plasii  Anno 
1710",  das  kann  nur  heifsen,  1710 
Organist  an  St.  Blasii  zu  Lellen- 
feld  in  Baiern. 


Man  kennt  bis  heute  nur  ein  ITs.  der 
Bibl.  des  Instituts  f.  Xirehenmusik  in 
Berlin,  1  vol.  in  qufol.  von  11  Bll.  in 
goldbedrucktem  Einbände.  Enthalt  den 
CXXI  Psalm.  Dd:  Paul:  Gerhard:  fol. 
643.  Ich  erhebe  Herr  zu  dir,  meiner 
beyden  Augen  Liecht  etc.  de  Compose. . . . 
Darauf  folg-t  die  Melodie.  Rucks.  „Nota: 
Maniere"  (folgt  eine  Seite  Erklärungen  der 
Zeichen,  resp.  der  Verzierungen).    Darauf 

Prelude  ex  Gr^,  dann  17  Partita. 

Schmidt,  Johann  III. 

In  ßöheim's  Maurerliederu  ist  er  mit 
einem  Liede  vertreten.  Ob  er  derselbe 
ist,  den  Gerber  2  erwähnt,  ein  Sohn  eines 
Kommerzienrats  in  Königsberg  i/Pr.,  der 
1796  ein  Vorspiel  mit  Arien  und  Chören 
für  die  Schuch'sche  Truppe  schrieb,  bedai"f 
noch  des  Beweises. 

Schmit,  Johann  lY.,  ein  Tanz- 

kompouist   aus   dem   Anfange   des 
19.  Jhs.,   der   1805   op.  4—6  her- 
ausgab (Anzeige). 
Schmidt,  Johann  Adam,  um 

1764  Flötist  an  der  Hofkapelle  in 
Dresden  mit  300  Thlr.  Gehalt 
(Fürstenau  1,  156). 

Unter  Oio.  A.  Sclimid  befinden  sich 
in  der  Egl.  Musikaliensamlg.  zu  Dresden 
6  Rondo  per  Cembalo  o  Pfte.  Venezia, 
A.  Zatta  e  figli.  qufol.  Zatta  di-uckte 
zur  selben  Zeit,  wie  oben  angegeben, 
doch  bleibt  es  immer  fraglich,  ob  es  ein 
und  derselbe  Autor  ist.  Dieselben  6  Ron- 
dos for  the  harps.  London,  fol.  mit  G.  A. 
Schmid  gez.  im  brit.  Museum. 

Schmidt,  J . . .  B  . . .,  Virtuose 
auf  dem  Klaviere  und  der  Harfe, 
aus  Wien,  gab  um  1768  zu  Paris 

6  Clavierquatuors  mit  2  V.  u.  B.  und. 
zu  Amsterdam  1  Sonate  periodique  Nr.  1 
heraus.  Er  soll  sich  um  diese  Zeit  im 
Haag  aufgehalten  haben  (Gerber  1). 

Schmidt,  Joh.  Christoph,  siehe 
Smith,  John  Christoph  er  I. ,  aus 
Ansbach,  HändeFs  Factotum.  Sein 
Sohn  ebendort  unter  Smith  IL 

Von  einem  Joh.  Christ.  Schmidt  be- 
sitzt die  Egl.  Musikalien -Samlg.  Ms.  Cx. 
849—851  drei  Ouvertm-e  a  V.  Va.  Ob. 
Fag.  e  B.  in  Fd.  14  Stb.  Em.  26  Stb. 
Fd.  14  Stb. 

Schmidt,  Johann  Christoph, 

geb.  um  1664  zu  Hohenstein,  gest. 
13.  April  1728  zu  Dresden.    Trat 


Schmidt,  Joli.  Chrstph. 


40 


Schaiidt,  Joli.  Mich.  11. 


1676  in  die  Dresdner  Hofkapelie 
als  Chorknabe  ein  und  wurde 
später  Instrumentist.  Da  er  gute 
Anlagen  zur  Musik  zeigte  und  ein 
fleissiger  und  gewissenhafter  Mann 
war,  stieg  er  von  Stufe  zu  Stufe. 
1687  wurde  er  Praeceptor  der 
Chorknaben,  erhielt  1692  noch  die 
zweite  Hoforganistenstelle  u.  1694 
die  Erlaubnis  nach  Italien  zu 
gehen,  wozu  ihm  der  Kurfürst 
100  Thlr.  Eeisegeld  aufser  seinem 
fortlaufenden  Gehalte  auszahlen 
liefs.  Wer  damals  nicht  einige 
Zeit  in  Italien  zugebracht  hatte 
und  das  Zeugnis  irgend  eines 
italienischen  Meisters  aufweisen 
konnte,  dem  waren  alle  höheren 
Aemter  im  Musikfache  verschlos- 
sen. Schon  kurze  Zeit  darauf  am 
31.  März  1696  erhielt  er  den  Vice- 
kapellmeisterposten  mit  einem  Ge- 
halt von  600  Gld.  u.  nach  Strungk's 
Pensionierung  am  19/7  1698  den 
Eapellmeisterposten;  zugleich  wurde 
ihm  die  ganze  Verwaltung  der  Ka- 
pelle übergeben  mit  einer  Summe 
von  12  000  Thlr.  1717  erhielt  er 
den  Titel  Oberkapellmeister  und 
hatte  somit  die  höchste  Stufe  er- 
reicht, die  einem  Musiker  offen 
stand.  1720  wurde  das  Amt  eines 
Komponisten  Louis  Andre  über- 
geben, da  die  Arbeitskraft  Sch.'s 
bereits  begann  zu  erlahmen  (Für- 
stenau  1,  109.  112.  129.  —  2  a, 
264.  —  2  b,  14.  33.  50).  J.  A. 
Hiller  spricht  sich  über  ihn  aus,: 
dass  er  zwar  etwas  gelernt  habe 
und  den  Kontrapunkt  wohl  ver- 
stehe, aber  ein  trockener  und  un- 
fruchtbarer Kopf  sei.  Da  Seb. 
Bach  seine  Motette:  Auf  Gott 
hoffe  ich,  kopierte,  so  scheint 
Hiller's  Urteil  unbegründet  zu 
sein,  da  sich  nicht  voraussetzen 
lässt,  dass  Bach  eine  schwächliche 
Komposition  kopiert  haben  sollte. 


1  Brief  vom  28/7  1715  an  Mat- 
theson  (Mattheson  3,  266). 

Die  B.  Dresd.  Mus.  besitzt,  wie  es 
scheint  im  Druck  das  Intermezzo:  Les 
quatres  saisons,  Divertissement  de  musique 
et  de  dance.  1719.  P.  fol.  und  im  Ms. 
Nr.  760:  Ans  de  Divertissement  de  mu- 
sique  1719  im  Ell.-A.  qufol.  Ferner  3 
Suiten  f.  2  V.  2  Ob.  Va.  u.  B. 

In  B.  Joach.  Nr.  398  Motetta:  Auf 
Gott  hoffe  ich  ä  4  Trombe,  Tvmp.  2  Fl. 
allem.  2  V.  2  Viole,  Vcl.  Fag.  u.  4  Singst, 
nebst  Organo.  P.  25  S.  im  Ms.  —  Im 
Ms.  26,  1:    Missa,    Kyr.    Glor.    a   2  Ob. 

2  V.  2  Viole  2  Sopr.  A.  T.  B.  et  Org. 
P.  16  S.  die  lustr.  fehlen. 

In  B.  B.  Ms.  19230.  Part.  Stück  6  bis 
11:  Bonum  est  confiteri,  A.  solo,  2  V. 
Fag.  et  Org.  Am  Ende  gez.  mit  20.  Dec. 
1696.  —  "\Vo  ist  solch  ein  Gott  wie  du 
bist,  10  voc.  4  Instr.  et  Cent.  Am  Ende : 
Anno  1701  nebst  Namen.  Beide  Mss. 
scheinen  Autogr.  zu  sein.  —  Sie  ist  fest 
gegründet  auf  den  hlg.  Bergen,  8  voc. 
2  Trombe,  2  V.  2  Viole,  2  Corn.  2  Trom- 
boni  et  Org.  14  Bll.  —  Mein  Herz  ist 
bereit,  Tenor  solo,  2  V.  2  Ob.  Fag.  et 
Org.  —  Labe  mich  durch  deines  Mundes 
kuss,  S.  solo,  2  V.  2  Viole,  Fag.  et  Org. 
—  Ms.  172  u.  23100:  Kyrie  et  Gloria 
5  voc.  Bc.  P.  —  Ms.  1620,  Missa  6  voc. 
P.  —  Ms.  187  Auf  Gott  hoffe  ich,  die- 
selbe Motette  wie  in  ß.  Joach.  Nr.  398 
hier  aber  in  einer  Kopie  von  Joh.  Seb. 
Bach.  —  Ms.  19920.  Latona  in  Delo, 
Opera  seria,  P.  79  Bll. 

Ms.  Strafsburg  in  St.  Thomas:  1.  Gott, 
du  bleibest  doch  mein  Gott.  2.  Schmng 
dich  auf  zu  deinem  Gott.  3.  Lobe  den 
Heirn  meine  Seele,  Cantaten  zu  4  u.  5  St. 
mit  Instr. 

ScUinidt,    Jolianu    Eusebius, 

seit  1692  Prediger  zu  Siebleben 
(Gotha),  wo  er  noch  1745  lebte. 

Winterfeld  3,  31  bringt  unter  Nr.  12 
ein  geistl.  Lied  für  1  Stim.  u.  Bc. 

Schmitt,  Johann  3Iichael  I., 

aus  Prag,  Kapellmeister  am  Dome 
zu  Augsburg,  wurde  1742  an  der 
kurf.  Mainzer  Hofkapelie  Kapell- 
meister und  starb  gegen  1780 
(Forkel  1,  127.  Gramer  1,  748. 
Gerber  1.  2). 

Schmidt,  Mag.  Johann  Michael 
II.,  geb.  1728  zu  Meiningen,  gest. 
1799   zu  Marktbreit  (Baiern),  stu- 


Schmidt,  Joh.  Mich.  HL 


41 


Schmidt,  Joh.  Phil.  Sam. 


dierte  seit  dem  12.  März  1749  auf 
der  Leipziger  Universität,  und 
wurde  darauf  Magister  und  Ad- 
junkt im  Ministerium  zu  Markt- 
breit (Adlung  2,  48.  Gerber  1.  2. 
Spitta  2,  740).     Er  schrieb: 

Musieo-theologia,  oder  erbauliche  An- 
wendung musicalischer  Wahrheiten,  ent- 
worfen von  . .  .  Bavreuth  u.  Hof  1754 
Vierling.  kl.  8'\  312  S.  U  S.  [Brüssel. 
B.  Lpz.  Musikfr.  Wien.  B.  B.  B.  Hhg. 
Glasgow.     Amsterd. 

—  ...  of  stigtelj^ke  toepassing  van 
niuzikaale  waarheden  . . .  A^ertaald  door 
Jac.  Wilh.  Lustig.  Amst.  (1756)  Olofsen. 
120.     [Brüssel. 

Schmidt.  Johann  Michael  III., 

Kupferstecher,   Musikverleger   und 

Buchhändler  in  Nürnberg  um  1780 

u.  f.  Jahre.     Er  gab  auch  2  Sam- 

mehverke  heraus,  betitelt: 

Sammlung  verschiedener  Lieder  von 
guten  Dichtern  und  Tonkünstlern.  1.  Thl. 
Ao.  1780.  fol.  20  Lieder  von  Joh.  Andre, 
G.  Benda,  E.  C.  Drefsler,  F.  G.  Fleischer, 
Disma  Hattasch,  Hiller,  König,  Eeichardt, 
J.  Phil.  Schönfeld  und  D.  Weis.  [B.  Lpz. 
Sammlung  vermischter  Ciavierstücke 
von  verschiedenen  Tonkünstlern  1.  Thl. 
1782.  —  2.  Thl.  1783,  herausgeg.  von 
J.  F.  M.  48  S.  kl.  qufol.  [B.  Wagener. 
Der  Inhalt  ist  mir  nicht  bekannt. 

Schmidt,  Johann  Philipp  Sa- 
muel, auf  seinen  Kompositionen 
meistens  nur  mit  J.  P.  Schmidt 
gez.,  geb.  8.  Sept.  1779  zu  Königs- 
berg i/Pr.,  gest.  9.  Mai  1853  in 
Berlin.  Studierte  Jura,  ging  1798 
auf  Eeisen  und  betrieb  mehr  Musik 
als  die  Juristerei,  nahm  bei  Nau- 
mann in  Dresden  und  mehreren 
anderen  Unterricht  und  schrieb 
Operetten,  Lieder  und  Instriimen- 
tahverke.  Auf  Zureden  seiner 
Eltern  versprach  er  die  Künstler- 
laufbahn zu  verlassen  und  trat  am 
17.  Mai  1801  als  Keferendar  in 
die  Domänenkammer  in  Berlin 
ein,  1804  machte  er  das  Assessor- 
Examen,  dabei  wurde  aber  der 
Musik  nicht  vergessen  und  ihr 
jede    freie    Zeit    gewidmet.      Der 


Krieg  von  1806  raubte  allen 
preufsischen  Beamten  den  Gehalt 
und  Seh.  sah  sich  genötigt  Klavier- 
unterricht zu  erteilen  und  lebte 
ganz  der  Kunst;  in  diese  Zeit 
werden  auch  seine  zahlreichen 
Arrangements  der  klassischen  Sin- 
fonien, Quartette  u.  Opern  fallen. 
Erst  1811  erhielt  er  an  der  Kgl. 
Seehandlung  eine  Anstellung  und 
1819  wurde  ihm  der  Hofratstitel 
verliehen.  1845  wurde  er  als  Be- 
amter pensioniert.  Für  die  Spe- 
ner'sche  Berliner  Ztg.  war  er  stän- 
diger Recensent  der  Musikauffüh- 
rungen und  wird  besonders  seine 
Milde  im  Urteil  gerühmt,  auch  in 
der  Leipziger  und  Berliner  Musik- 
ztg.,  sowie  in  Schott's  Caecilia  be- 
finden sich  zahlreiche  Artikel.  An 
Klavier-Auszügen  sind  allein  38 
"Werke  erschienen  (Schilling  sehr 
ausführlich.  Ledebur.  Berliner 
Echo  1853,  156  ein  Nachruf  von 
Ed.  Grell).  An  Kompositionen 
haben  sich  bis  heute  erhalten: 

1.    Gesangsmusik: 

Der,  den  alle  Himmel  4  voc.  Ms.  P. 
1814.  [Berlin  Singak.,  nebst  1  Briefe  an 
Zelter. 

Dich  preifst  Allmächtiger  4  voc.  Lpz., 
Peters.     P.     [ib. 

Der  Engel  auf  dem  Schlachtfelde.  Ber- 
lin, Schlesinger.     [B.  B. 

Heiliges  Lied  von  Matthisson  f.  4  Stirn, 
u.  Pfte.  Lpz.,  Peters.  [B. B.,  im  Ms. 
19940  die  Partitur  für  Chor  u.  Orch.  mit 
der  Bemerkung:  aufgeführt  1821  u.  1827. 

Der  Herr  ist  erhöhet  f.  4  Singst,  mit 
Orgel.  Berlin,  Trautwein.  P.  [B.  B. 
Berlin  Singak. 

Hinunter  in  der  Erde  Schofs,  4stim. 
Ms.  P.     [Berlin  Singak. 

Jesu  dulcis  memoria  4  voc.  c.  instnun. 
P.  Autogr.  nebst  mehreren  Motetten.  [B.  B. 

2  Messen,  Mss.  P.,  gez.  J.  P.  Schmid 
von  Berlin.     [Dresd.  liath.  Kirche. 

7  Passions  -  Motetten,  4stim.  Ms.  P. 
[Berlin  Singak. 

Motetten  in  Samlg.  91  Ms.    \ß.  Kgsbg. 

Gesangs-Quartett.    Ms.  B  908.    [Dresd. 

Lobgesang,  4stim.  P.  Ms.  B 1232. 
[Dresd. 


Schmidt,  Joh.  Phil.  Sam. 


42 


Schmitt,  Pet.  Jos.  I. 


Schalle,    klagender   Laut,   4stim.    mit 
Harmonika.     Ms.  P.     [Berlin  Siugak. 
Wenn  ich  rufe  zu  Dir,  4stim.  Ms.  P.  [ib. 

Fest -Gesang  dem  3.  Aug.  gewidmet. 
Berlin,  Kupfer.     [B.  B. 

Preulsens  Huldigungslied ,  4  Männer- 
stim.  Berlin,  Schlesinger.  P.  [B.  B. 
und  im  Ms,  19955  im  Kl.-A. 

Hoffnung  von  Schiller.  Berl.,  Gröben- 
schütz  &  Seiler.     [Berlin  K.  H. 

Hj^mne  bei  Gelegenheit  der  Huldigungs- 
Feierhchkeit  zu  Königsberg  i/Pr.  als  Sere- 
nade am  8.  Juni  1798  aufgeführt.  Kl.-A. 
vom  Komponisten.     Berlin,  Starke. 

Lied  au  die  Hoffnung,  1.  Heft.  Ber- 
lin.    [Berlin  Singak. 

Monolog  der  Jung-frau  von  Orleans  von 
Schiller  Act  4,  Sc.  1  in  Musik  gesetzt  von 
. .  .  (Berlin,  gestoch.  von  Günther,  qufol. 
20  S.  mit  Pfte.  1802  erschienen.)  [B.  B. 
B.  Kgsbg.     Berlin  K.  H. 

Preis  der  Liebe,  2  Hymnen  f.  4  Stirn. 
u.  Pfte.     Ms.  166.  P.     [B.  B. 

Rinaldo,  Cantate  von  Goethe  f.  Alt  u. 
Chor.     Ms.  P.     [Berlin  Singak. 

Trost  von  Mahlmann,  Lied  mit  Pfte. 
Ms.  unter  den  Autogr.,  Kopie.     [B.  B. 

Volkslied  am  Einzugstage  des  Königs 
in  Berlin  zu  singen,  1814.  Ms.  [Ber- 
Hn  K.  H. 

"Würde  der  Frauen  von  Schiller.  Ms.  [ib. 


Ein  Abend  in  Madrid  oder  das  ver- 
borgene Fenster,  Singspiel  in  3  Akten. 
Ms.  P.  [B.  B.,  Ms.' 19951.  Dresden 
Opernarchiv. 

Alfred  der  Grofse,  Oper  in  2  Abthlg. 
von  Körner.     Ms.  19952.  P.     [B.  B. 

Die  Alpenhütte,  Oper  in  1  Akt  von 
Kotzebue.  Ms.  19948.  P.  [B.  B.  Dresd. 
Oper. 

Der  blinde  Gärtner,  oder  die  blühende 
Aloe.  Liederspiel  in  1  Akt  von  Kotzebue. 
Berlin  14.  Jiüi  1813  aufgef.  Ms.  19947. 
P.     [B.  B. 

Feodore,  Singspiel  in  1  Akt  von  A.  von 
Kotzebue  in  Mus.  gesetzt  und  Herrn  B. 
A.  Weber  gewidmet  von  . . .  Vollst.  Kl.-A. 
Lpz.  u.  Berlin,  Kunst-  u.  ludustrie-Compt. 
qufol.  [B.  B.  B.  Kgsbg.  B.  Lpz.  Musikfr. 
Wien. 

—  Die  Partitiu-  in  Ms.  19946,  1813 
aufgef.     [B.  B. 

Das  Fischermädchen  oder  Hass  und 
Liebe,  lyrisches  Drama  in  1  Act.  Clav.- 
Ausz.  vom  Comp.  Berlin,  Christiani. 
[B.  B.     Dresd.  Mus.     br.  Mus. 

—  Die  Partitur  in  Ms.  19950,  Text 
von  Körner.     [B.  B. 


Der  Kyfhäuser  Berg.  Singsp.  in  1  Akt. 
von  Kotzebue.     Ms.  19949.  P.     [B.  B. 

Das  verborgene  Fenster,  siehe  Ein 
Abend  in  Madrid. 

Instrumentalwerlce : 

Sinfonia:  2  V.  2  Fl.  2  Cor.  Va.  e  B. 
Gd.     3  Sätze.     8  Stb.     Ms.     [Wolfenb. 

Sonatine  f.  Pfte.  Im  Musik.  Wochenbl. 
f.  Pfte.     Berlin,  Kupfer.     [B.  B. 

Variationen  f.  d.  Pianof.  auf  die  Ro- 
manze: Mir  bot  mit  innigem  Verlangen 
etc.  a.  d.  Oper:  ,,Das  Waisenhaus'-.  Ber- 
lin, Schlesinger,     qufol.     [Dresd.  Mus. 

In  Sammelwerken : 

Theomele.  Auswahl  classischer  Arien 
...   3.  Bd.   Gütersloh,  Bertelsmann,   1  Nr, 

In  Sander's  Cäcilia  1818,  3  geistl.  Ge- 
sänge. 

In  J.  G.  Hientzsch  Samlg.  3-  u.  4stim. 
Gesge.  Züllichau  1822.  [B.  Kgsbg.  Nr.  53, 
1  Gesg. 

In  Freimaurer  Lieder,  Berlin  s.  a. 
3  Gesge. 

In  der  Lpz.  Ztg.  8  Beiige.  zu  Nr.  48 
das  Lied:  Laue  Lüfte.  In  7,  180  ein 
Lied  aus  der  Oper:  Der  Onkel. 

Ledebur  führt  noch  zahlreiche  Werke 
an.  Dr.  0.  Lindner  besafs  im  Autogr. 
neben  Bekanntem: 

6  Motetten  oder  Besponsorien  f.  die 
Hedwigskirche  zu  Berlin,  komponiert  1832 
u.  33. 

Sclimidt,   Johann   Wolfgang, 

um  1711  Organist  und  Notist  an 
der  Hütkapelle  in  Dresden  mit 
200  Thlr.  Gehalt,  der  1733  auf 
300  erhöht  wurde  (Fürstenau  1, 
113.  134). 

Schmitt,  Pater  Joseph  I.,  ein 
Cisterciensermönch  in  der  Abtei 
Eberbach  im  Rheingau,  ein  tüch- 
tiger Violinist,  verliels  vor  1780 
das  Kloster  und  ging  nach  Amster- 
dam, wo  er  sich  verheiratete.  In 
beiden  Lexika  Gerber's  sind  zahl- 
reiche Instrumentahverke  verz.,  die 
alle  in  Amsterdam  erschienen  und 
die  er  durch  seine  Notenstecherei, 
die  er  angelegt  hatte,  selbst  stechen 
liefs  und  vertrieb.  Ich  fand  Drucke 
von  ihm,  w'elche  die  Jahreszahl 
1780—85  tragen.  Durch  die  Revo- 
lution vertrieben,  tauchte  er  1803 


Schmitt,  Jos.  I. 


43 


Schmidt,  Ludwig. 


in  Frankfurt  a/M.  wieder  auf  und 
wurde  Musikdirektor  am  Theater. 
Fotis  bez.  seinen  Tod  mit  der  Zeit 
um  1808.  Nachweisbar  sind  von 
seinen  "Werken: 

Symphonie  a  gr.  orch.  .  . .  lib.  1.  Ches 
J.  J.  Hummel  a  Berlin  .  .  .  Amsterd. 
11  Stb.    fol.     [Wolfenb. 

Six  Symphonies,  oe.  (5,  ib.  Stb.  [Ber- 
lin K.  H.  nur  1  Fl.  vorhanden. 

Sinfonie  periodique  ä  2  V.  Taille  et  B., 
Fl.  ou  Hautb.  et  Cornes  de  chasse.  Amst. 
chez  l'auteur.  Stb.  Dd.  [Schwerin  F., 
dort  noch  eine  2.  Sinf.  period.  in  Dd., 
besetzt  wie  oben,  ib.  Stb. 

6  Quatuors  ä  2  V.  A.  B.  (beziffert), 
oeuv.  ö.  Amsterd.,  Hummel.  4  Stb.  [B. 
Wagener.     br.  Mus.  in  2  Ausg. 

3  Quatuors  pour  le  Clavecin,  Fl.  trav. 
V.  et  Vcl.  oe.  9.  Amsterd.  chez  l'auteur. 
4  Stb.     fol.     [B.  B. 

6  Quatuors  ä  1  Fl.  V.  A.  et  Vcl.  oe.  10. 
Amst.    4  Stb.     fol.     Tbr.  Mus. 

6  Trios  per  2  V.  et  Vcl.  obl.  Paris, 
Madme.  Berault.     3  Stb.     fol.     [B.  M. 

6  Trios  ä  2  V.  ou  Fl.  et  Vcl.  oe.  7. 
Amst.     3  Stb.     [br.  Mus.     Paris  Nat. 

G  Trios,  oeuv.  11.  Amst.,  J.  J.  Hum- 
mel.    3  Stb.     fol.     [Berlin  K.  H. 

6  Trios  pour  la  Fl.  V.  et  Vcl.  oe.  13. 
Amst.     3  Stb.     [br.Mus. 

6  Senates  ä  3  pour  le  2  V.  et  Vcl. 
oe.  4.  Amst.  [üpsala.  3  Stb.  fol.  Paris 
Nat. 

2  Senates  pour  le  Clavecin.  Vienne, 
Eder.  23  S.,  mit  Joseph  Schmid  gez., 
daher  fraglich.     [B.  M. 

Siehe  AVendling(J.  B.):  6  Duos,  arrang. 
par  J.  Seh.     fol.     [br.  Mus. 

In  der  Stadtbibl.  Leipzig  befindet  sich 
unter  J.  Schmitt  ein  Te  Daum  4  voc.  c. 
Strom,  im  Ms.  296,  Part.  Fraglich,  ob 
es  dem  obigen  angehört. 

In  Musikfr.  Wien  unter  Joseph  Schmid 

I  Trio   per   Clav.    V.   e    Vcl.    op.  36.  — 

II  Sonatinen  f.  Klav.  —  2  Sonate  (in  B. 
u.  G.)  per  Clav,  e  V.  op.  3.  4.  —  8  Variat. 
sur  ime  Theme  de  Mozart,  per  Clav,  e  V. 
op.  5.  —  6  Eondos  p.  Clav,  e  V.  op.  57. 

—  3  Rondos  nach  Eossiui'schen  Themen 
(dies   kann   unmöglich  von  obigem  sein). 

—  13  Variationswerke  op.  5.  6.  19.  22. 
26.  28.  30.  37.  38.  44.  49.  51.  54.  (Einiges 
mag  von  obigem  sein,  doch  bedarf  es 
näherer  Untersuchung,  da  man  einst  die 
Autornamen  zu  ungenau  schrieb.) 

Sclimid,    Joseph  11.,    gab    in 

Wien   in   den  Jahren  1798   u.  99 


mehrere  Klavierpiecen  heraus  (Ger- 
ber 2).  Dlabacx  sagt:  geb.  zu 
Niemes  in  Böhmen,  wurde  1803 
Accessist  des  zweiten  Schulpreises. 
Ob  dies  derselbe  ist,  den  Gerber 
meint,  ist  sehr  fraglich,  da  letz- 
terer bedeutend  jünger  sein  muss. 
Fetis  steckt  sie  allerdings  in  einen 
Artikel  zusammen.  Richtiger  trennt 
die  beiden  Joseph  Schmid  Schilling 
in  seinem  Lexikon.  Von  dem 
Wiener  Musiker  führt  er  eine  Reihe 
Kompositionen  nach  den  Katalogen 
an  und  sagt  dann:  zu  gleicher  Zeit 
(sie?)  lebte  in  Prag  ein  Klavier- 
spieler, Schüler  Segert's,  Musik- 
direktor an  der  Stephans-  und 
Ignazkirche. 

Schmidt,  Josei)h  Adam,  lebte 
am  Ende  des  18.  Jhs.  und  gab 

1788  sein  op.  1,  6  Duos  p.  2  Fl.  in 
Offenbach,  1  Concert  p.  le  Clav.  av.  acc. 
op.  2,  ib.  und  1798  6  Praeludien  in  Würz- 
burg bei  Eöl  heraus  (Gerber  2). 

Schmitt,  Lorenz,  geb.  27.  April 
1731  zu  Obertheres  (Würzburg), 
gest.  im  Juni  1796  zu  Würzburg. 
Einer  der  bedeutendsten  Violinisten 
seiner  Zeit,  Schüler  von  Enderle 
und  Tartini.  Der  Fürst  Adam 
Friedrich  von  Würzburg  nahm  ihn 
1755  in  seine  Dienste  und  blieb 
er  sein  Leben  lang  daselbst.  Ger- 
ber 2  ausführliche  Biogr. 

Schmidt,  Ludwig,  Tenorist, 
Violinist,  Komponist  und  Direktor 
der  Markgräfl.  Ansbach-Ba3^reuth- 
schen  Hofschauspieler-Gesellschaft; 
befand  sich  dann  um  1782  als 
Mitglied  des  gräfl.  Nostitz'schen 
Opern-Theaters  in  Prag  und  über- 
nahm 1784  die  Direktion  des 
Theaters,  die  von  Gerber  1  als 
vorzüglich  geschildert  wird.  Auch 
kamen  mehrere  Operetten  von  ihm 
zur  Aufführung,  wie  ,,Das  gräf- 
liche Fräulein". 

Im  Stifte  Klosterneuburg  befinden  sich 
im  Ms.  1  Salve  imd  4  Regina  coeli,  mit 


Schmidt,  Martin. 


44 


Sclimiedt,  Siegfried. 


L.  ScJunid  gez.;  es  ist  fraglich,  voq -n^em 
sie  herrühren. 

Schmidt,  Martin,  gab  1782  zu 
Paris  6  Violiuquatuors,  op.  1,  her- 
aus (Gerber  1). 

Xach  einer  Anzeige  kam  im  selben 
Jahre  op.  5,  3  Sonaten  f.  Klav.  u.  Y.  in 
Paris  heraus,  mit  Martin  Schmit  gez. 

Schmidt,  Mathias. 

Fetis  verz.  eine  Sonate  f.  Klavier,  op.  1, 
die  1796  in  Gotha  u.  Petersburg  bei  Ger- 
stenberg u.  Dittmar  erschien.  Näheres 
unbekannt. 

Sclimidt,  Melchior,  ein  be- 
rühmter Lautenist  und  Theorbist 
zu  Nürnberg,  geb.  daselbst  1608, 
von  dem  sich  aber  nur  sein  Por- 
trät erhalten  hat  (Gerber  1). 

Schmied,  Michael,  um  1651 
Bassist  und  Instrumentist  an  der 
kurprinzlichen  Privatkapelle  in 
Dresden,  trat  später  in  die  kurf. 
Hofkapelle  als  lustrumentist  ein 
und  empfing  1668  zu  seiner  Hoch- 
zeit vom  Kurfürsten  2  vergoldete 
Becher  (Fürsteuau  1,  70.  Sachs. 
Staatsarchiv). 

In  Dresden  Mus.  Ms.  649  eine  Cantata 
ä  Sopr.  c.  Strom.  Text  von  der  Eur- 
fürstin  Maria  Antonia.  P.  qufol.,  mit 
Michel  Selimid'  gez.  Da  obige  Kurfürstin 
erst  1724  geb.  ist,  so  ist  der  Komponist 
der  Kantate  ein  späterer  als  der  obige. 

Schmitt,  Nikolaus;  da  seine 
Kompositionen  zum  gröfsten  Teile 
fürs  Fagott  geschrieben  sind,  so 
wird  wohl  dies  sein  Instrument 
gewesen  sein,  worauf  er  konzer- 
tierte. 

Gerber  2  führt  in  den  Jahren  1788 
bis  1793  sechs  Drucke  an,  die  in  Paris 
erschienen.  Petis  berichtet  über  ihn,  dass 
er  seit  1779  in  Paris  lebte  und  Chef  des 
Garde-Musikchores  war.  Er  blies  die  Flöte, 
Klarinette  und  Fagott.  Fetis  lernte  ihn 
1802  kennen,  als  er  Fag'ottist  am  Theater 
Montansier  wai'.  Darauf  verz.  Fetis  11 
Pariser  Drucke  von  Kompositionen  für 
Blasinstrumente. 

Schmidt,  Philipp  Jakob,  1750 
bis  52  Organist  an  der  St.  Aure- 
Henkirche  in  Strafsburg  i/Els.  (Lob- 
stein 92). 


Schmid,  Samuel,  bekannt  durch 

die  Dissertation:  Samuel  Schmid  mo- 
deraus.  E.  A.  Gözze  &  David  Martin, 
Illustri  Quedleo  vale  dicturi.  Musicologia 
s.  oratt.  quibus  musica  collaudabitur. 
Quedliüburgae  1691.     40.     [B.  Hbg. 

Schmiedt,  Siegfried,  geb.  zu 
Suhl  um  1756,  gest.  1799  ebd., 
war  seit  1786  Korrektor  in  der 
Breitkopf'schen  Offizin  in  Leipzig 
und  zeichnete  sich  dabei  auch  als 
Komponist  und  Arrangeur  aus,  er- 
richtete darauf  1796  mit  Eau  in 
Leipzig  eine  Musikalienhandlung, 
gab  das  Geschäft  aber  nach  einigen 
Jahren  wieder  auf,  ging  nach  Suhl 
und  heiratete  die  Wittwe  eines 
Eisenhändlers,  starb  aber  bald  dar- 
auf (Gerber  2).  Yon  seinen  Kom- 
positionen sind  bekannt: 

Die  Feier  des  18.  Jhs.  Melodrama  von 
C.  F.  Schlenkert.  Lpz.  P.  [Darmst. 
br.  Mus. 

Pfingst-Cantate,  mit  S.  Schmidt  gez. 
[Gotha. 

Hvnine  an  die  Tonkunst  von  Schubart. 
Lpz.,-  Breitkopf.     fol.     [B.  B. 

Auswahl  aus  Langbeias  Gedichten.  In 
Musik  ges.  von  ...  (f.  1  St.  mit  Pfte.) 
Lpz.  (1790).  ciufol.  2  BU.  24  S.  [B. 
Kgsbg.     B.  B. 

Fröhliche  und  gefühlvolle  Lieder  am 
Klavier  zu  singen.  Lpz.  (1794)  Breitk. 
qufol.     [br.  Mus. 

Lied  der  Schwermuth  von  Matthisson, 
für  4  Stim.  u.  Instr.  Ms.  19970.  P. 
22  Bog.     [B.  B. 

Er  nennt  sich  hier  „Corrector  in  der 
Breitk.  Notenstecherei''. 

Trinklied  in  optima  forma:  Es  lebe 
Freund  Bachus,  für  Solo  und  Tutti  mit 
Ciavier.     Lpz.,  Breitk.     [Dresd. 

Ciavier-  und  Singstücke.  1.  Samlg. 
Lpz.  1786.     [B.Lpz. 

Drey  Sonaten  auf  das  Ciavier  oder 
Fortep.  Herrn  Capellm.  Hiller  gev;.  Leipz. 
1787  J.  G.  J.  Breitk.  qufol.  2  BU.  19  S. 
[B.  Wagener. 

6  kleine  und  leichte  Sonaten  fürs  Cla- 
\'ier  oder  Pfte.  Lpz.  1788  Breitkopf, 
qufol.     [Dresd.  Mus.    B.  B. 

Die  Klavierauszüge  von  HiUefs  Singsp. 
besitzt  die  B.  Kgsbg.,  auTserdem  machte 
er  noch  Kl.-A.  von  Dittersdorf's  Sing- 
spielen. 

Eine  Piece  im  Samlwk.  Breitkopf  6. 


Schmidt,  Siegmund. 


45 


Schmiedeknecht. 


Sclimidt,  Siegiimnd,  um  1606 
Sänger  an  der  Hof  kapeile  in  Dres- 
den mit  120  Gld.  Gehalt  (Fürste- 
nau  1,  38).  Nach  dem  s.  Staats- 
archiv ist  nachzutragen,  dass  er 
1612  ein  Geschenk  von  12  Gld. 
erhielt  und  in  demselben  Jahre 
ein  Tenorist  genannt  wird,  der 
nach  Trier  geht.  Einmal  ist  er 
mit  Siegmund  Schmid,  das  andere 
Mal  mit  Sigra.  Schmidt  gez. 

Sebmid.  Theodor.  Im  18.  Jh. 
in  Paris  geb.,  lebte  noch  1783. 
Er  war  Violinist  am  Theater  de 
Beaujolais  und  Komponist  (Fetis). 
Als  letzterer  ist  er  bekannt  durch: 

Six  Sonatas  for  the  Harps.  ^vith  ou 
acc.  for  a  V.  &  Ycl.  obl.  Dedic.  G.  Pitt. 
s.  1.     op.  1.     3  Stb.     [B.Wageuer. 

—  In  der  B.  Kgsbg.  unter  Tbeodor 
Schmith  scheint  sich  ein  Arrangement 
obiger  Sonaten  zu  befinden,  betitelt:  Trois 
Senates  en  Duo  f\\\i  peuvent  etre  executes 
par  deux  Pei'sonnes  sur  un  Clavecin  ou 
Pfte.  comp,  par  ...  oe.  1.  Ms.  fol.  8  BlI. 

In  der  Natioualbibl.  zu  Pai'is  befinden 
sich: 

op.  1.  6  Sinfonie  a  8.  Paris,  au  bureau 
musical. 

op.  2.    6  Duos  pour  V.  et  Vcl.    ib. 

op.  3.    6  Senates  ä  3.    ib. 

Schmid,  T  . . .  B  . . .,  bekannt 
durch : 

6  Sonates  de  Clavecin  avec  acc.  ad 
Hb.   de   2  Ycl.   et  Bc.      Gravee   pour  le 

Compte   de  l'Autheur.     fol.     [Dresd.  Mus. 

Schmid,  Viiiceiiz  Ton,  1741 
bis  April  1755  Stiftsorganist  in 
Kremsmünster,  ging  als  fürstl. 
Kapellmeister  ins  Hochstift  in 
Passau  (Hueraer  34). 

Die  Bibl.  in  Xremsmünster  besitzt  von 
ihm  G  Messen,  3  Offertorien,  1  lauret. 
Litanei,  2  Sub  tuum,  1  Regina  coeli  u. 
1  Salve  reg.  im  Ms. 

Schmidt  ohne  Vornamen. 

Schmidt^  um  1G66  Violinist  au  der 
Hüfkapelle  in  Dresden  mit  400  Thli-.  Ge- 
halt; wurde  löSO  verabschiedet  (Fürstenau 
1,  93). 

Schmidt^  Kapelldirektor  (in  Dresden ?j, 
lässt  sich  am  12/6  1698  mit  Ruck  in 
einem  Konzert  in  Warschau  hören  (s. 
Staatsarch.). 


Schmidt^  1719  Organist  in  Zella  am 
Thüringei'walde  (Spitta  2,  464). 

Schmidt,  tritt  am  18/4  und  14/9  1777 
als  Hornist  in  Frankfurt  a,  M.  auf  (Israel 
62.  63). 

Schmidt,  ein  Schreiben  an  Mattheson, 
abgedr.  in  seiner  Critica  musica  p.  7, 
S.  266. 

Schmidt,  3  Messen  und  1  Litanei  im 
Ms.  P.     [Klosterneuburg. 

Schmid,  17/18.  Jh.  Ms.  19230  in  B.  B. 
Part.  Stück  6,  Der  Herr  ist  mein  Hirte, 
4  voc.  2  Clarini,  2  V.  et  Oboi,  2  Violette 
et  ürg.  in  C  t|.  13  BU. 

Schmidt  (vielleicht  Joh.  Phil.  Samuel?): 
La  Laitiere  et  les  deux  chasseurs,  opera 
bouffon.  Canto  cou  fondam.  Ms.  Stb. 
[Darmst. 

Der  Schutzgeist.  Ballet.  Ms.  P.  [Darmst. 

Schmitt.  Lied  der  Schwermuth.  P. 
Ms.  25.     [B.  Lpz. 

Schyjiitt.  Siofonia  (Esdur  74)  ii  Stb. 
In  Ms.  1Ö300:  6  Simphonieu.     [B.  B. 

Schmidt.  Ms.  19855  in  K.  B.  B.  Sin- 
fonia  a  3.  Viola  d'amore,  Violine  e  B. 
3  Stb. 

Schmid.  Ms.  391  br.  Mus.  Samlwk. 
mit  Orgelkompos. 

Schmitt,  in  J.  J.  Hummel's  Samhvk.  7 
eine  Sinfonie. 

Schmidtbauer,  s.  Schmittbaur. 
Schmidtchen,    M.    Christoph 

Benjamin,  gab  heraus: 

Kurzgefasste  Anfangsgründe  auf  das 
Ciavier  .  .  .  von  einem  Liebhaber  der 
Musik  . . .  Lpz.  1781  Schwickert.  [B.  B. 
Dresd.     Musikfr.  Wien.     Brässel. 

Schmidthaimer,  Sigmund,  um 

1546  Kapellsäuger  ad.  Hofkapelle 
in  Wien  mit  10  Gld.  monatl.  Ge- 
hah  (Köchel  1). 

Schmiedeknecht,  Johann  Mat- 
thes.  geb.  in  Brume,  einem  Dorfe 
nahe  bei  Gotha,  gest.  1727  in 
Gotha,  wo  er  seit  16S6  Kantor  ge- 
wesen war.     Man  kennt  von  ihm: 

Tyrociniuui  musices,  d.  i.  erster  An- 
fang zur  Singe -Kunst  ...  Gotha,  zum 
Viertenmahl  gedruckt  durch  Reyhern  171Ü. 
8«.  11  Bog.  [Musikfr.  "Wien^  aus  Ger- 
bers Bibl..  der  in  seinem  Lexikon  2 
Näheres  mitteilt.  Ferner  sind  an  Kom- 
positionen nachweisbar: 

Leichen-Arie  mit  4  Stim.  Gotha  1688. 
[B.  Lpz. 

Da  pacem  Dne.  8  voc.  Bl.  47  in 
Ms.  28,  13  in  B.  Joach. 


Schmiedel. 


46 


Schmittbaur,  Joseph.  Alois. 


Sclimiedel,  A  . . ., 

bekannt  durch  2  Sinfonien  in  Gd.  u. 
Dd.  Ms.  n.  Part.  [Dresd.  Mus.  und  eben- 
dort  Ms.  U.   eine  Ouvertüre  in  P.   qufol. 

Vielleicht  ist  es  derselbe,  der  in  Viertel]. 
10,  366  als  Schüler  Christn.  Ehregott 
"Weinlig  genannt  wird. 

Schmieden,  Johann,  führt 
Mattheson  1,  339  als  Kantor  in 
Buttstädt  um  1675  an. 

Schmieder,  Dr.  Heinrich  Grott- 

lieh,  ein  Jurist,  lebte  zuerst  in 
Erfurt,  wurde  1786  Premierleut- 
nant und  Quartiermeister  im  Kü- 
rassierregiment zu  Düben,  ging 
1788  ab  und  wurde  Theaterdichter 
zu  Mainz,  dann  in  Mannheim;  1797 
befindet  er  sich  in  Hamburg  und 
1800  in  Altena,  wo  er  Direktor 
des  Nationaltheaters  war. 

Er  ist  der  Dichter  und  Uebersetzer 
zahlreicher  Operetten,  Herausgeber  von 
Theaterkaleudern ,  Theaterjournalen  u.  a. 
Genaueres  im  Geiber  2.  Auch  als  Kom- 
ponist versuchte  er  sich.  Die  Egl.  Musik.- 
Samlg.  in  Dresden  besitzt  von  ihm:  Auf 
dem  Borsberg  bei  PilUiitz,  f.  2  Singstim. 
mit  Pfte.-Begieitg.  Lpz.  1783  Breitkopf. 
4**.  —  Die  Musikfr.  in  Wien  besitzen  ein 
Taschenbuch  fürs  Theater  auf  das  Jahi' 
1798—99.  Mamz. 

Ein  L  . . .  Schmieder  "wird  als  Kasseler 
Hofmusikus  und  Komponist  des  Singspiels 
„Die  beiden  Savoyarden",  c.  1785,  an- 
geführt. In  B.Dresden,  Ms.  B712,  5v. 
u.  5  z  befinden  sich  die  beiden  Singspiele 

1.  Die  beiden  Savoyarden.  2.  Der  rei- 
sende Student.  Part. 

Schmiedichen,  Christian,  ein 

Violinvirtuose,  geb.  1775,  gest.  24. 
April  1812  zu  Wien  (Becker  3,  53). 
Er  ist  jedenfalls  derselbe,  den  die 
Leipz.  Ztg.  in  den  Jahrgängen  9 
bis  15  unter  H.  C.  Schmiedigen 
anzeigt  als  Violinisten  aus  Olden- 
burg, der  am  20.  Okt.  1807  im 
Gewandhause  zu  Leipzig  mit  einem 
eigenen   Konzerte   auftrat   (Dörffel 

2,  199  Nr.  163  zeigt  ihn  unter 
denselben  Namen  an);  in  dem- 
selben Jahre  trat  er  auch  in  Dres- 
den auf,    1812  in  Wien,   wo  ihn 


der  Tod  ereilte.     Im  Bd.  15  wer- 
den  Variationen   seiner   Komposi- 
tionen besprochen. 
Schmittbaur,    Joseph    Alois, 

da  er  am  24.  Okt.  1809  in  Karls- 
ruhe 91  Jahre  alt  starb,  so  muss 
er  um  1718  geb.  sein  (Oscar  Paul 
schreibt  in  seinem  Tonkünstier- 
Lex,  geb.  den  8.  Nov.  1718  in 
Bamberg,  giebt  aber  keine  Quelle 
an).  Bossler  nennt  ihn  Pater  Jo- 
seph und  auf  einem  Drucke,  der 
erst  1820  erschien,  wird  er  sogar 
Joseph  Seh  . . .  Pfarrer  genannt, 
doch  wie  Zahn  5,  464  nachweist, 
ist  dies  sein  Sohn,  der  Ludwig 
Joseph  Seh  . . .  hiefs.  Da  obiger 
auf  seinen  Kompositionen  sehr  oft 
nur  Joseph  Seh  . . .  genannt  wird, 
so  ist  bei  der  Feststellung  seiner 
Werke  Vorsicht  zu  gebrauchen. 
Gerber  1  berichtet  über  ihn,  dass 
er  ein  Schüler  Jommelli's  in  Stutt- 
gart gewesen  ist.  Da  JommeUi 
aber  erst  1754  nach  Stuttgart  kam 
und  Seh.  zur  Zeit  bereits  36  Jahr 
alt  war,  so  ist  die  Schülerschaft 
sehr  fraglich  und  kann  sich  nur 
auf  Katschläge  und  eigenes  Stu- 
dium der  AVerke  desselben  be- 
schränkt haben.  Von  Stuttgart  aus 
ging  er  nach  Rastatt  und  1772 
nach  Karlsruhe.  Forkel  in  seiner 
musik.  krit.  Bibl.  1,  316  bez.  ihn 
1777  als  Kapellmeister  in  Köln, 
während  Gerber  ihn  schon  1772 
Kapellmeister  in  Karlsruhe  nennt 
und  nur  1776  bei  einer  Festlich- 
keit als  Dirigenten  in  Köln  vor- 
übergehend wirken  lässt.  Später 
wurde  er  am  Kaiisruher  Hofe  Ober- 
kapellmeister des  Grofsherzogs  von 
Baden.  Auf  den  mir  bekannten 
Druckwerken  wird  er  mehrfach 
Markgräfl.  Badensischer  Kapell- 
meister genannt  oder  Kapeil  meister 
beim  Markgrafen  von  Baden-Baden. 
Auch  eine  Anzeige  von  1783  nennt 


Schmittbaur,  Joseph  Alois. 


47 


Schmittbaur,  Joseph. 


ihn  Kapellm.  in  Baden.  Schubart 
S.  170  sagt  über  ihn:  Er  gehört 
unter  die  vorzüglichsten  Kompo- 
nisten unseres  Vaterlandes  und 
erst  jetzt  sieht  man,  was  die  Welt 
schon  hängst  au  ihm  hatte.  Seine 
zu  Köln  aufgeführten  Kirchen- 
stücke sind  voll  Verstand  und 
Kunsteinsicht.  Er  bearbeitet  die 
Fuge  gründlich,  nur  künstelt  er 
zu  sehr  in  seinen  Modulationen. 
Seine  Kammermusik  ist  nicht  her- 
vorstechend, vielleicht  liegt  die  Ur- 
sache darin,  dass  er  auf  keinem 
Instrumente  Meister  war.  Von 
seinen  Kompositionen  sind  nach- 
weisbar : 

Die  Freunde  am  Grabe  des  Erlösers. 
Ms.  P.  u.  Stb.  Textb.  von  Tode,  Schwe- 
rin 1787.     [Schwerin  F. 

Missa  in  D.  Spirae.     Stb.     [Darmst. 

Missa  solemnis  4  voc.  c.  instnim.    Ms. 

16  Stb.    Er  wird  hier  Gius.  Luise  Seh 

Kapellm.  beim  Markgr.  von  Baden-Baden 
genannt.     [B.  M. 

4  Messen  f.  Chor  u.  Orgel.  [Musikfr. 
Wien. 

Missa  in  D.  für  Chor  u.  Orch.  Ms.  P. 
fol.  [Einsiedehi.  Hofb.  Wien  Ms.  19338 
eine  Missa. 

Cantata  Die  Ur-Eltern  im  ersten  Ge- 
witter (Schreckliche  Pracht,  wenn  der 
Donner  seinen  Gebieter  verherrlicht). 
Ms.  902.  P.     [Brüssel  Cons. 

Die  Selbstverläugnung,  Cantate  von 
Heinr.  Jul.  Tode,  Prediger  zu  Pritzier .  . . 

1783.  Ms.  P.  u.  Stb.    nebst  Textb.    von 

1784.  [Schwerin  F. 

1806.  Friedensfeier  in  der  kurf.  Schloss- 
kirche mit  einem  Yorgesang,  1  Chor,  1 
Duett  u.  Te  Deum  von  Joseph  Aloys  Seh. 
Ms.  Part.     [Karlsi-uhe. 

Cantate  f.  Sopr.  u.  Orch.  Ms.  P. 
[Briissel  Cons. 

Lindor  und  Ismene,  Operette.  (Karls- 
ruhe).   Ms.  P.     [Darmst. 

In  Bossler's  Bibl.  der  Grazien,  Juli, 
eine  Introduz.  ed  Arie  aas  dem  Grab  in 
Arcadien  im  Kl.-A.     [B.  B. 

Bossler  bringt  in  seinen  Samlwerken. 
6.  7.  8—11.  13.  14  zahlreiche  Komposi- 
tionen. Dass  er  ihn  manchmal  Pater 
Joseph  nennt,  ist  wohl  eine  Verwechse- 
lung. 

Symphonie     ä    plusieui-s    Instruments, 


oe.  2.  Berlin,  Hummel.  Stb.  fol.  [hr. 
Mus.  Schweiin  F:  Lib.  IL  op.  2.  (Dm.) 
Ib.  Stb.  fol. 

2  Sinfonien  in  Cd.  u.  Fd.  Ms.  Stb. 
und  1  Quadro  per  il  Fl.  V.  Ya.  e  B. 
Ms.  Stb.     [Darmst. 

Sinfonie  f.  Orch.  Cm.  Ms.  P.  [Brüssel 
Cons. 

Symphonie  ä  plusieuis  instruments. 
Lib.  I.  chez  Hummel  h  Berlin.  (BmoU.) 
[Schwerin  F. 

Divertimento  Cdur  ä  Clarino,  2  Clari- 
netti,  2  Ob.  2  Cor.  e  2  Fag.  Ms.  Stb. 
[Schwerin  F. 

Diveiümenti  per  usirsi  aUa  Tavola, 
Ms.  891  in  Stb:  2  Ob.  2  Fl.  2  Fl.  pic- 
coU,  2  Cor.  2  Fag.  8  Nrn.,  alle  Sätze  in 
Fd.     [Karlsruhe. 

Concerto  Fagotto  con  Comi,  2  V.  2  Fl. 
Alto  Viola,  B.  ^  Ms.  P.  EmoU.  [Schwe- 
rin F. 

Six  Quatuors  pour  une  Flute,  d'une 
Yiolon  e  Violoncello.  Ded.  Charles  Fre- 
deric de  Baden,  Composes  par  M.  Jos. . . . 
Maitre  de  Chapelle,  ou  Service  du  meme 
Souverain.  Oeuvre  I.  A  Mannheim  chez 
le  Sr.  Götz  .  . .,  Carlsruhe  chez  Fauteur, 
ä  Offenbach  chez  J.  Andrö.  Stich,  fol. 
4  Stb.     1  Fl.  2  V.  Vcl.     [Karisnihe. 

3  Quartetts  pour  le  Clavecin  avec  Y. 
Fl.  &  B.  op.  1.  Spire,  ches  la  societe. 
4  Stb.     [B.  M. 

4  Quatuors  p.  Clavec.  Fl.  Y.  et  Vcl. 
op.  1.  Berlin,  Hummel.  Stb.  [Brüssel 
Conserv. 

Wie  es  scheint,  sind  die  beiden  letzten 
Werke  nur  Nachdrucke  der  Six  Quatuors. 

3  Quatuors,  oe.  3.  Yienne.  4  Stb. 
fol.     [br.  Mus. 

24  Vor-  und  Nachspiele  für  Orgel,  ge- 
stochen von  Amon  in  Heilbronn,  qufol. 
30  S.,  1797  erschienen.  Der  Titel  zeigt 
ihn  als  Badensischen  Kapellm.  an.  [B.  B. 
B.  Kgsbg. 

Preludium  in  Dd.  Ms.  150  in  K.  p.  5, 
nur  mit  Schmittbauer  gez.     [B.  B. 

In  Ms.  B  1086, 1  der  B.  Dresden,  aller- 
lei Klavierstücke. 

Selimittbaur.  Ludwig  Joseph, 
Sohn  des  Jos.  Alois,  geb.  gegen 
1755  zu  Rastatt,  gest.  zu  Karls- 
ruhe 1829.  War  Geistlicher  im 
Kloster  zu  Gengenbach,  später 
Pfarrer  in  Dundenheim,  dann  in 
Daxlanden;  pensioniert  ging  er 
nach  Karlsruhe  (Zahn  5,  464.  Im 
Baden-  Durlachischen  Choralbuche 


Schmitte. 


48 


Schmuzer. 


1787  befindet  sich  eiue  Melodie, 
die  Zahn  Nr.  1990  mitteilt). 

In  der  Grofslierzgl.  Bibl.  iu  Kaiismhe 
befindet  sich  folgendes  Druckwerk  von  ihm : 

Neue  Kirchen -Melodieen  mit  unter- 
leg-tem  deutscheu  Text  für  den  kathol. 
Gottesdienst  von  Joseph  Seh.  Pfarrer. 
Caaisruhe  1820  bei  Müller.  Enth.  4  Messen, 
2  Seelenämter,  4  Antiph.  2  Ave  Maria. 

Schmitte,  Ulrich,  „ordinario  di 

capello  di  Mayence  JProfessore  del 

Cembalo"  heilst  es  auf  folgendem 

Werke : 

Concei-tino  I.  per  il  Cembalo  o  Pfte. 

a  piii  stromenti.     Paris,   Tarade.  7  Stb. 

fol.     [B.  B.     Gehört  dem  18.  Jh.  an. 

Schmoll,  Friedrich,  gestorben 
1792  zu Kirchheimbolanden  (Pfalz); 
war  zuerst  Organist  in  Grünstadt 
(Pfalz,  Baiern)  und  dann  in  Kirch- 
heimbolanden, wie  es  auch  auf 
folgendem  Ms.  196  der  B.  B.  heilst, 
ein  Samlbd.,  dessen  10.  Nr.  von  Seh. 

herrührt: 

6  Lieder- Vorspiele  auf  eine  Orgel  mit 
2  Ciavieren  und  Pedal.  —  Gerber  1  führt 
noch  opus  1—3  an ,  3  Werke  Klavier- 
sonaten mit  1  Violine,  gedr.  in  Offen- 
bach 1780  und  Speyer  1789.  Op.  1  be- 
sitzt Dresd.  Mus.,  betitelt: 

6  Sonate  per  il  Cembalo  obl.  coji  V.  e 
Vcl.  ad  lib.  Op.  1.  Offenbach,  Andre, 
fol.     3  Stb. 

In  der  Bibl.  Glasgow  ein  Werk  ohne 
Titelbl,  der  Katalog  zeigt  es  au:  Musical 
illustrationes  of  Fux  „Gradus  ad  parnas- 
sum".  qu4". 

Schmtigel,  Johann  Christoph, 

geb.  1726,  gest.  am  21.  Okt.  1798 
auf  der  Orgelbank  seiner  Kirche 
in  MöUen  (Lauenburg),  wo  er  seit 
lange  Organist  war.  Junghans 
S.  36  berichtet:  Schraügel  kam  als 
Mitbewerber  um  die  erledigte  Or- 
ganistenstelle in  Lüneburg  1754 
aus  Hamburg,  löste  die  gestellten 
Aufgaben  in  meisterhafter  Weise, 
Avurde  aber  nicht  gewählt.  Fetis' 
Angaben  sind  wertlos  und  falsch 
aus  Gerber  übersetzt  (Gerber  1.  2). 
Gegen  obige  Angabe  Junghans' 
spricht  übrigens   der  Titel  zu  den 


Sing-  und  Spieloden  von  1762, 
denn  hier  nennt  er  sich  „Haupt- 
Orgauist  zu  Lüneburg".  Auf  Ms. 
19990  der  B.  B.  wird  er  „Org.  zu 
Mölln"  genannt.  Von  seinen  Kom- 
positionen lassen  sich  nachweisen: 

Friedens -Cantate,  1763.  Poesie  von 
Ebeling  (Ihr  Könige  auf  Erden,  um  alle 
Leute).    Ms.  903.  P.     [Brässel  Cons. 

Segne  Gott  mit  frischem  Leben,  Chor 
zu  3  Stim.  mit  '2  Tromp.  2  V.  Va.  et  Bc. 
Ms.  autogr.  datiert:  Lüneburg  22/4  1760. 
P.     [Ibid. 

Du  schämst  dich  nicht,  o  Gottes  Sohn, 
Cantate  für  1  Stim.  mit  2  V.  Va.  Bc. 
Ms.  P.     [Ibid. 

Feyerlicher  Weihnachts- Gesang,  Can- 
tate f.  2  Stim.  mit  2  Hörn.  2  Tromp.  2  V. 
Va.  Bc.     1768.     Ms.  P.     [Ibid. 

Sing-  und  Spieloden  vor  musikalische 
Freunde.  Lpz.  1762  Breitkopf.  31  Lied. 
[B.  B.     Brüssel  Cons. 

4  Choräle  in  Joh.  Chrstph.  Kübnau's 
Choralgesänge  1786. 

6  Sinfonie  da  chiesa  e  4  stromenti. 
Ms.  P.     [B.  Lpz. 

Divertimento  in  B.  f.  Fl.  2  V.  A.  u. 
Vcl.    Ms.  iu  Stb.     [Brüss.  Cons. 

Quatuor  (in  B.)  p.  2  V.  A.  et  Vcl. 
Paris,    Chevardiere.     Stb.      [Brüss.  Cons. 

Quatuor  in  C.  f.  Fl.  V.  Va.  u.  Vcl. 
Ms.  Stb.     [Brüss.  Cons. 

Trio  in  D.  f.  3  Flöt.  Ms.  Stb.  [Brüss. 
Cons. 

Preludes,  Fugues,  et  autres  pieces  pour 
l'orgue.  Oe.  1.  Chez  J.  J.  Hummel  ä 
Berlin  et  Amst.  19  S.  [Kloster  Gries 
bei  Botzen,  Tirol.  B.  B.,  auch  im  Ms. 
19990.  B.  Wageuer.  Briissel  Cons.  br. 
Mus. 

24  Orgel-Praelud.  1784.    Ms.    [B.  Lpz. 

Ein  Lied  in  neuer  Ausg.  (Eitner  2). 

Schmutz,  Andreas,  Alumnus 
im  Wilhelmitanerstifte  in  Strafs- 
burg i/Els.,  war  vom  17.  Juli  1694 
bis  c.  1698  Organist  an  St.  Thomas 
ebd.  Erbat  sich  im  letzten  Jahre 
seine  Entlassung  (Lobstein  60). 

In  der  Bibl.  des  Konservat.  zu  Brüssel, 
nur  mit  Schmutz  gez:  Symphonie  (Fd.) 
pour  Claveciü  2  V.  A.  et  B.  Offenb., 
Andre.     4  Stb. 

Schmuzer,  Fritlerich,  wird 
1586  vor  Michaelis  Kantor  in 
Sonnenwalde,  Kreis  Luckau  (M.  f, 
M.  6,  125). 


Schnabel,  Jos.  Ign. 


49 


Schnabel,  Jos.  Ign. 


Schnabel,  Joseph  Igiiaz,  geb. 
24.  Mai  1767  zu  Naumburg  a/d. 
Queis,  wo  sein  Vater  Joseph  Scli. 
Kantor  an  der  katholischen  Kirche 
war  (st.  zu  Breslau  3.  Dez.  1809). 
Sein  Sohn  starb  den  16.  Juni  1831 
zu  Breslau.  Chorknabe  an  der 
Vincenzkirche  in  Breslau,  besuchte 
dann  das  Seminar  und  wurde  im 
Dorfe  Paritz  Sclnümeister.  Doch 
schon  hier  regte  sich  sein  musi- 
kalisches Organisationstalent,  in- 
dem er  seine  Schuljugend  so  weit 
gesauglich  bildete,  dass  ihre  Lei- 
stungen weit  uud  breit  bekannt 
wurden.  Der  Kautor  Scholz  in 
Hoheustein  gab  ihm  nun  Unter- 
richt in  der  Musiktheorie  und 
durch  weitere  Empfehlungen  kam 
er  am  5/3  1797  nach  Breslau  als 
Organist  an  St.  Klara  und  Yioli- 
linist  an  der  Vincenzkirche.  Förster 
übernahm  seine  Aveitere  Ausbil- 
dung uud  schon  1799  erschienen 
3  Messen  von  ihm  und  in  der 
Maria-Magdalenenkirche  wurde  ein 
Oratorium  von  ihm  aufgeführt.  Bei 
seinen  ersten  Kirchenkompositionen 
beging  er  den  Betrug,  sie  für  Mo- 
zart'sche  Kompositionen  auszugeben 
und  waren  sie  ihnen  in  betreff  der 
melodischen  leiciiteu  Erfindung  u. 
der  opernhaften  Ausputzung  nahe 
verwandt.  Bald  darauf  kam  er  ins 
Theaterorchester  als  1.  Geiger,  der 
auch  den  Kapellmeister  zu  ver- 
treten hatte.  Am  1.  April  1805 
wurde  er  zum  Domkapollmeistor 
gewählt,  worauf  er  alle  anderen 
Aemter  abgab.  Er  hatte  einen 
regen  und  unternehmenden  Geist 
und  was  er  in  seiner  Jugend  schon 
mit  der  Dorfjugend  unternahm, 
setzte  er  hier  im  Grofsen  fort. 
Ohne  Sch.'s  Mitwirkung  war  kein 
j\Iusikunternehmen  in  Breslau 
denkbar.  1800  führte  er  zum 
ersten  Male   am   grüueu   Donuers- 

Eob.  Eitnor's  Quellen-Leslkon.    Bd.  9. 


tage  Haydn's  Schöpfung  auf  und 
diese  Einrichtung  hat  sich  bis 
heute  erhalten.  Ueberhaupt  war 
es  stets  sein  Bemühen,  Haydn  und 
Mozart  den  Breslauern  bekannt  zu 
machen.  Auch  an  der  Gründung 
des  Instituts  für  Kirchenmusik  war 
er  lebhaft  beteiligt;  am  kathol. 
Seminar  wirkte  er  als  Musikiehrer 
und  übte  dadurch  auf  die  ganze 
Provinz  einen  wohlthätigen  Ein- 
fluss  aus.  Als  Kirchenkomponist 
wurde  er  von  den  Zeitgenossen 
und  noch  bis  in  die  60  er  Jahre 
sehr  geschätzt.  Seine  Musik  ist 
wohlklingend  und  f liefsend,  aber 
von  einer  entsetzlichen  Charakter- 
losigkeit. (Hoffmann.  Kosmaly  und 
Carlo's  Schlesisches  Tonk.-Lexikon. 
Allg.  deut.  Biogr.  Leipz.  Ztg.  1831 
Sp.  465  vom  Prof.  Aug.  Kahlert. 
Eine  Biogr.  von  Friedrich  Meh- 
wald,   Breslau  1831  Leuckart.    8». 

32  S.  [Brüssel.]) 

Mit  seinen  Kompositionen  miiss  die 
Dombibl.  in  Breslau  reichlich  versehen 
sein,  einen  Katalog  kenne  ich  aber  nicht. 
Ebenso  reich  war  sie  einst  mit  den  Wer- 
ken des  16.  Jahrhunderts  ausgestattet,  doch 
wurden  dieselben  um  1820  in  2  grofsen 
Fracht  wagen  als  Makulatur  fortgeschafft. 
Jetzt  wären  sie  viele  1000  M  wert.  Nach- 
weisbar  sind  von  seinen  Kompositionen: 

8  Messen  für  Chor,  Soli  u.  Orch.  im 
Drack.  Breslau,  Förster.  Breslau,  Leu- 
ckart. [B.  B.  B.  Kgsbg.  Proske-M.  Mu- 
sikfr.  Wien. 

In  Mss.  7  Messen.  [B.  B.  Lpz.  Thor 
mas.  Dresd.  Mus.  Auch  in  Kremsmünster 
einige  Messen. 

Offertorien  f.  Chor  u.  Oi'cb.  l'.reslau, 
Leuckart.     [B.  B.     Di'esd.  Mus. 

10  Gradualien.  Br.,  Leuck.  Stb.  [D.  B. 
Klosterneuburg. 

Vesperae  solemnes.  Br.,  Förster.  Stl). 
[ß.  B.     Dresd.  Mus. 

Salve  regina  f.  4  St.  2  V.  Va.  2  Ob. 
2  Hörn.  u.  Orgel.  Br.,  Förster.  [Dresd. 
Mus. 

2  Vespern  bei  Leuckart.     [B.  B. 

3  Litaniae,  eine  deutsche  Litanei,  4 
Hvmnen,  Kegina  coeli,  i'salm.  Br.,  Leuck 
[B.  B. 

6  Hymni  facil.     Br.,    Förster.     [B.  B. 

4 


Schnabel,  Liidwig. 


50 


Schneegafs. 


Stationes.  Br.,  Weinhold.  P.  [B.  B. 
UDcl  andere  im  Ms.  20010. 

Canon  als  Graduale  u.  Offertorium. 
Augsbg.,  Böhm.     Stb.     [B.  B. 

Hvmnus:  Veni  creator.  Br.,  Leuck. 
[B.  B. 

Trauer-Ode  1811.  Br.,  Cranz.  P.   [B.  B. 

Eeligiöser  Gesang:  Mein  Gott.  Br., 
Cranz.     P.     [B.  B. 

Kachgelasseue  Kirchen  Compos.  P. 
Br.,  Gleis.     Nr.  1.  2.     [B.  B. 

Pange  üngua,  4  voe.  c.  orch.  P.  iui 
Autogr.     [B.  B.  Grasn. 


Hallelujah  von  Klopstock  (4  Mst). 
Leuckart. 

Morgengesang  4  Mst.  Förster.  Stb. 
2.  Aufl.     Leuckart.     P.     [B.  B. 

2  Lieder  zu  Ehren  Nepomuk.  Leuck. 
P.     [ib. 

Wann  der  Abend  kühl,  Mst.  Förster. 
—  3  Gesge.  f.  Mst.  Leuck.  —  Mäuner- 
chöre.    Leuck.   P.     [ib. 

Samlg.  mehrstimmiger  Gesänge  ohne 
Begleitung.  Br.,  Förster.  4  Stb.  [B.  B. 
B.  Xgsbg. 

3  Gesge.  f.  4  Stirn.  Br.,  Leuckart. 
4  Stb.     [ß.  B. 

Zum  Emdtefest  „Du  öffnest".  Chorst. 
u.  Orgel.     [Elbing  Nr.  92. 

Das  Veilchen,  Lied.  2.  Aufl.  Förster. 
[B.B. 

Ms.  T  40  in  B.  B.,  Gesge.  in  Pai-t. 

In  der  Abtlg.  Proske- Mettenleiter  in 
Regensburg  zahlreiche  Werke. 

Teschner  gab  6  Mäuuergesänge  1860 
bei  Leuckart  in  P.  u.  Stb.  neu  heraus. 

Männergesänge  in  Ms.  B225b,  1244, 
64k.     [Dresd. 

Scliiiabel,  Ludwig-,  ein  Augu- 
stiner-Mönch, wurde  am  1/1  1601 
als  Musikus  an  der  Hofkapelle  in 
München  mit  100  Gld.  Gehalt  an- 
gestellt (Kreisarchiv). 

Scliiiautz,  Anton,  Violoncellist 
an  der  Hofkapelle  in  Wien  von 
1710  bis  30.  Juni  1740  mit  40  Gld. 
mouatl.  Gehalt.  Von  1721  ab  ist 
er  unter  den  Contrabassisten  mit 
480  Gld.  und  von  1741  ab  mit 
700  Gld.  Gehalt  verz.  Er  starb 
2.  Febr.  1756,  67  J.  alt  (Köchel  1). 

Mit  gleichem  Zunamen  an  derselben 
Xapelle  sind  noch  angestellt: 

—  Fnmx.  Peter,  Violoncellist  vom  1. 
Jan.  1722  mit  45  Gld.  mouatl.  Gehalt, 
dann     als     Contrabassist     mit    540    Gld., 


t  18.  Juni  1755,  54  J.  alt  (Köchel  varürt 
mit  der  Altersangabe). 

—  Johann,  Contrabassist  von  1752  bis 
zu  seinem  Tode  am  24.  Apiü  1768,  44  J. 
alt  (Köchel  1). 

—  Anna  Rogenhofer,  geb.  Schnautz, 
Sängerin  ebd.  von  1726 — 1740,  wird  mit 
1000  Gld.  pensioniert  (Köchel  1). 

In  Viertel].  8,  184  steht  fälschlich 
Schmautz,  dagegen  S.  192  Schnauz. 

Schneegafs  (Snegasius),  M.  Cy- 
riakus,  geb.  5.  Okt.  1546  zu  Buf- 
leben  bei  Gotha,  gest.  23.  Okt.  1597 
in  Friedrichsroda  im  Gothaischen. 
Besuchte  die  Schule  in  Gotha  unter 
Lindemann,  studierte  Theologie  in 
Jena,  wirkte  eine  Zeitlang  als  Kan- 
tor und  Schulkollege,  der  Ort  ist 
nicht  bekannt,  und  wurde  1573 
Pfarrer  zu  Friedrichsroda,  wo  er 
sich  mit  einer  Grofsnichte  Luther's 
verheiratete  (Brummer.  Zahn).  Er 
muss  eine  gründliche  musikalische 
Bildung  besessen  imd  die  Musik 
sein  Leben  lang  eifrig  gepflegt 
haben,  so  dass  er  selbst  als  Kom- 
ponist auftreten  konnte.  Man 
kennt  von  ihm: 

Nova  et  exquisita  Monochordi  dimensio. 
Erphordiae  1590.  8".  32  S.  Seinem 
Schwager  dem  Kantor  Joh.  Liudemann 
in  Gotha  gewidm.     [ß.  B.     br.  Mus. 

Isagüges  musicae  .  .  .  inethodus,  libri  II. 
Erphordiae  1591  Baumann.  8*^.  O'/j  Bog. 
[B.B.     br.Mus. 

—  Isagoges  musicae  Mbro  duo.  Tarn 
theoricae  quam  practicae  studiosis  in  ser- 
vire  jussi  ...  Ib.  1596.  kl.  8«.  16  ßll. 
Vorrede,  11  Bogen  Text  mit  \-ielen  Bei- 
spielen, Fugen  u.  a.  vom  Autor.  Bog.  I  6 
ist  eine  Fiiga  mit  Joh.  Steuerlin  gez. 
[B.  Heilbroun.     B.  Wagener.     Brüssel. 

Deutsche  Musica  für  die  Kinder  vnd 
andere,  so  nicht  sonderlich  Latein  ver- 
stehen ...  In  Frag  vnd  Autwort  .  .  .  mit 
Exempelu.  1592.  Am  Ende:  Erffordt 
1592  Baumann.  kl.  8«.  22  ßll.  [B.  G. 
B.  D. 

Bei  den  folgenden  Gesangswerken  tritt 
er  nur  ausnahmsweise  als  Komponist  auf, 
während  die  Gedichte  von  ihm  sind.  Einige 
Melodien  zu  deaselben  sind  nach  Zahn 
5,  405  neu  und  entweder  eigene  Erfin- 
dung oder  von  seinem  Schwager  Linde- 
mann.    Zahn  teilt  3  Melodien  mit. 


Schneidei, 


51 


Schneider,  Georg  Abraham. 


XV  Psalmi  graduum,  das  ist:  die  XV 
Lieder  im  höhern  Chor.  Sainpt  andern 
zweien  l'salmeu  vnd  sonst  dreyeu  Lie- 
dern. Eheiin  vnd  Gesangweise  durch 
M.  Cyricum  Seh  . . .  Und  mit  4  Stimmen 
künst:  vnd  lieblicher  art,  in  mancherly 
Modis  abgesetzt,  Durch  Joachiiniün  ä 
Burck  ...  Am  Ende:  Eiifurdt  1595  G. 
Baumann.  4  Stb.  in  8".  20  Lieder. 
[Gotha:  Tenor,     br.  Mus:  B. 

Zwey  vnd  Zwanzig  christliche  vierstim. 
Bete  vnd  Trost- Gesänglei u.  In  jetziger 
fehrlichen  Zeit,  sonderlich  wider  den  Erb- 
feindt,  den  Türeken  . .  .  Zusanieu  getragen, 
durch  .  . .  L597.  Am  Ende  wie  oben. 
4  Stb.  8".  3  Bog.  22  Tousätze.  Texte 
von  Schueegafs,  Helmbold  u.  a.  Tonsätze 
von  Burck  7,  Gallu.s  Dressler,  A.  Onm- 
peltx heimer  2,  Joh.  Josejjh,  Dav.  Palla- 
dius,  (hi.  Lassiis.,  Sehneegafs  2,  Steiier- 
lin  3,  Dar.  Thusius  1.  [Gotha  leider 
auch  nur  der  Tenor. 

Leo  Liepm.  besafs  1894  einen  Brief 
an  Calvisius  von  1594  aus  Fridrichsroda 
im  Autogr. 


Schneider. 


Kantor   an   der 


Predigerkirche  in  Strafsburg  i/EIs. 
von  1688  bis  c.  1727  {Lobstein 
46). 

Schneider,   . . .   bekannt   durch 
ein  Concerto  ä  5.  Oboe  concertino,  2  V. 
Va.    col   Bc.     Ms.    Stb.    Ddur.      Gehört 
sicher  dem  18.  Jh.  an.     [Schwerin  F. 

Schneider,  Franz,  geb.  1737 
zu  Pulkau  in  ünterösterreich,  gest. 
5.  Febr.  1812  im  Stifte  Molk.    Ent- 


wickelte frühzeitig  seine  musika- 
lische Begabung,  so  dass  ihn  der 
Kantor  des  Ortes  im  Violin-,  Kla- 
vier- und  Orgelspiel  unterrichtete. 
Von  armen  Eltern,  verdiente  er 
früh  sein  Brot,  kam  1757  durch 
Albrechtsberger's  Fürsprache  als 
Supplent  und  Pfarrorganist  nach 
dem  Stifte  Molk  und  erhielt  zu- 
gleich Unterricht  vou  demselben, 
■wurde  dann  dessen  Nachfolger,  als 
Albreciitsb  erger  nach  Wien  ging 
und  1768  Schulrektor.  Als  die 
Schule  nach  St.  Pulten  verlogt 
wurde,  leitete  er  in  Mülk  auch 
den  Kirchenchor  (Biogr.  Lpz.  Ztg. 
31,   446.     Wiener  Zeitg.    2,    366. 


Schilling.      Kat.    der    Hofb.  Wien, 

Ms.  15  977). 

Von  seinen  Kompositionen  besitzt  die 
B.  B.,  Ms.  20020  ein  Miserere  4  voc.  c. 
orch.  in  P.  und  im  Autogr.  Grasn.  ein 
Graduale  4  voc.  c.  instrum. 

Schneider,     Franz     Joseph, 

Stadtmusikus  in  Liegnitz  um  1723 
(Mattheson  1,  415). 
Schneider,  F...  X..., 

bekannt  durch  ein  Salve  regiua  4  voc. 
Ms.  128  p.  57,  P.  in  B.  B. 

Schneider,    Creorg;   Abraham, 

geb.  9.  April  1770  zu  Darmstadt, 
gest.  19.  Jan.  1889  zu  Berlin.  Als 
Lehrling  eines  Stadtmusikanten  be- 
gann er  seine  musikalische  Lauf- 
bahn. Hier  zeichnete  er  sich  bald 
als  Virtuose  auf  dem  Waldhorn 
aus,  nahm  theoretischen  Musik- 
unterricht bei  dem  Kantor  Port- 
mann, seinem  späteren  Schwieger- 
vater, trat  darauf  als  Oboist  in 
ein  hessisches  Regiment  und  wurde 
dann  zum  Kammermusiker  an  der 
Hofkapelle  in  Darmstadt  ernannt, 
stets  in  Anerkennung  seiner  Vir- 
tuosität auf  dem  Waldhorne.  1790 
berief  ihn  der  Prinz  Heinrich  von 
Preufsen  nach  Rheinsberg  in  seine 
Kapelle.  Hier  hatte  er  Zeit  und 
Gelegenheit  sein  Talent  nnter 
Kuustgenossen  zu  entwickeln  und 
zeigte  nicht  nur  als  Komponist 
eine  grofse  Thätigkeit,  sondern  gab 
auch  in  Berlin  mit  seinen  Genossen 
sowohl  im  AVinter  wie  Sommer 
Abonnemeutskonzcrtc,  die  sich 
grofser  Beliebtheit  erfreuten.  Als 
1802,  nach  dem  Tode  des  Prinzen, 
die  Kapelle  aufgelöst  wurde,  fan- 
den die  Mitglieder  Aufnahme  in 
der  Kgl.  Kapelle  zu  Berlin.  1812 
(oder  1814?)  erhielt  er  Urlaub,  um 
die  Musikdirektorstelle  am  Theater 
in  Reval  zu  übernehmen,  ging  dann 
mit  seinen  Kindern  auf  Kunst- 
reisen und  kehrte  1816  in  sein 
Dienstverhältnis  am  Opernorchester 

4* 


Schneider,  Georg  Abraham. 


52 


Schneider,  Georg  Abraham. 


in  Berlin  zurück,  wurde  hier  1820 
zum  Musikdirektor  und  1825  zum 
Kapellmeister  und  zum  Direktor 
sämtlicher  Garde -Musikchöre  er- 
nannt. Seh.  besafs  eine  umfassende 
Kenntnis  aller  Orchester-  und  Mili- 
tär-Instrumente und  die  Kunst, 
sie  Avirkungsvoll  zu  verwenden,  so 
dass  er  darin  als  Autorität  galt 
und  sowohl  von  Spontini  als  dem 
Fürsten  Eadziwil  bei  der  Instru- 
mentation ihrer  Werke  als  Berater 
und  Helfer  herangezogen  wurde. 
Yon  seinen  zahlreichen  Instrumen- 
talkompositionen ist  nur  ein  kleiner 
Teil  gedruckt  und  nur  Weniges 
davon  erhalten.  (Siehe  das  Yer- 
zeichnis  nach  den  alten  Verlags- 
katalogen im  Ledebur.  Nekrolog: 
Lpz.  Ztg.  41,  124  und  aufserdem 
zahlreiche  Urteile.)  Seine  nach- 
weisbaren Kompositionen  sind  fol- 
gende: 

Oratorium  Die  Pilgrime  auf  Golgatha 
von  Zachariä.     Autogr.  P.     [B.  B. 

Christi  Gehurt.  Orator.  1813.  Ms.  P. 
PDarmst. 

In  B.  B.  im  Autograph: 

1.  Messe  Nr.  2,  Cd.  Chor  u.  Orch.  P. 

2.  Messe  in  Bd.    3/5  1809.    P. 

3.  Magnificat  Cd.  4  v.  mit  Begl.  d.  Vio- 
line. P. 

4.  Magnific.  Cd.  4  St.  m.  Orch. 

5.  4  Chöre,  geistl,  ä  ca|)ella. 
Nachtfeier    nach    der    Einholung    der 

Leiche  der  Königin  (Louise).     Eine  Can- 
tate    V.    Arnim.      Berlin    (1810).      Kl.-A. 
qufol.    [B.  B.     Darmst.  in  P.    Drcsd.  Mus. 
In  B.  B.  im  Autograph: 

1.  Vermählungs-Cuntate,  Ged.  v.  För- 
ster, 4  St.  u.  Orch.  P. 

2.  Fest-Cantate,  Berl.  1830.  P. 

3.  Feier-Cantate,  1836. 

4.  Der  Stralauer  Festzug.  Ein  Volks- 
fest v.  Yoss.  P. 

Ms.  200G9.  Cantate  zu  Vermählung 
des  Prinzen  Friedrichs  der  Niederlande. 
Beriin  1825.  P.  (Scli.  bez.  sich  als 
Ka])ellmeister.)     [B.  B. 

Ms.  20070.  Cautate  zur  Vermählung 
des  Prinzen  Karl  von  Preulsen.  1827. 
P.     (B.B. 

.Jubel -Cantate  zum  Feste  der  öOjähr. 
Vermählung  des  Grofsherzogs  Ludwig  von 


Hessen  mit  Luise,  gedichtet  von  D.  G.  G. 
Mehring.     Ms.  P.     1836.     [Darrast. 


Die  Alpenhütte.  Oper.  Autogr.  P.  [B.  B. 

Aucassin  und  Nicolette,  oder  die  Liebe 
aus  den  guten  alten  Zeiten.  Oper  in 
4  Akt.  231  1820  im  Autogr.  und  Kopie. 
20075.  P.     [B.  B. 

Das  entschlossene  Mädchen,  in  2  Akt. 
Autogr.  P.     [B.B. 

Er  amüsirt  sich  doch.  Vaudeville  in 
1  Akt.    Ms.  20081.  P.     [B.B. 

Das  Heirathsgesuch ,  eine  Berliner 
Lokalposse  mit  Gesang  in  2  Akt.  Ms. 
20080.  P.     [B.B.     Dresd.  Opernarch. 

Hero,  ein  Ivrisches  Monodrama  von 
Herklots.  Autogr.  P.  [B.  B.  Darmst. 
Kopie. 

Die  Hottentottin  oder  Hass  Deutsch- 
lands Schönen.  Vaudeville  in  1  Akt. 
Ms.  20076.  P.     [B.B. 

Luzie,  Kriegs-Scene  mit  Gesg.  in  3  Ab- 
thlg.     Autogr.  P.     [B.B. 

Der  Onkel,  Singspiel  in  1  Akt  von 
Herklots.     Autogr.  P.     [B.B. 

Der  Orakelspiiich  von  Contessa.  Ber- 
lin 13/5  1813.     Autogr.  P.     [B.  B. 

Das  preufsische  Feldlager.  Ms.  o.  Sign. 
P.     [B.  B. 

Der  Traum,  romantische  Oper  in  3  Aufz. 
Autogr.  P.     [B.B. 

Die  ungebetenen  Gäste.  Singsp.  in 
1  Akte  von  Voss.    Ms.  20079,  2  P.    [B.  B. 

Verheirathet  und  Begraben.  Vaudev.- 
Burleske  in  1  Akt  von  L.  Schneider. 
Autogr.  P.  20078.     [B.  B. 

Die  Verschworenen.  Oper  in  1  Akt 
von  Castelli.  Ms.  20077.  P.  (Derselbe 
Te.xt  wie  ,.Der  häusliche  Krieg"  von 
Schubert  komp.)     [B.  B. 

Der  Währwolf.  0[ier  in  2  Akt.  Autogr. 
P.     [B.  B. 

4  Akte  aus  unbekannten  Opern  im 
Autogr.  P.     [B.  B. 

Grande  Symphonie  (Dd.)  ä  plusieurs 
iusti'um.  oe.  9.  Augsbg.,  Gombart  &  Co. 
13  Stb.  [B.M.  Darmst.  im  Ms.  P.  u. 
Stb. 

Sinfonie  pour  gr.  orch.  Esd.  Ms.  P. 
[Darmst. 

G  Entreacts  und  1  Sym]jhonie  in  Dd. 
Ms.  Stb.     [Darmst.,  ohne  Vornamen. 

G  Entre  Actes  ä  moyen  orch.  op.  77. 
Lpz.,  Fr.  Hofmeister.  Stb.  fol.  [Schwe- 
rin F. 

Ouvertüre  concertant  a  gr.  orch.  ä  14 
iustruni.  obliges;  oe.  60.  Leips.,  Breitk. 
&  H.     14  Stb.     [B.  M. 

Concert    concertant    pour    V.    et    Alto 


Sclineider,  Georg  Abraham. 


53 


Scliaeider,  Lorenz. 


principale  av.  acc.  de  2  Y.  etc.  Dd. 
Augsburg.    Stb.    [Darmst.,  auch  in  Kopie. 

Concert  j).  Fl.  priuc.  av.  2  V.  2  A. 
2  Fl.  2  Cors  et  B.  oe.  12.  Augsbg., 
Gombai-t  &  Co.     9  Stb.     [B.  M. 

Concerto  p.  2  Fl.  av.  acc.  Augsbg., 
Gombart  &  Co.     Stb.     [B.B. 

Coucerto  p.  la  FI.  av.  orch.  oe.  63. 
Lps.  et  Berlin,  Bureau.     [B.  B. 

Gr.  Conc.  p.  la  Clarinette  av.  orch. 
Lps.  et  Berl,  Bureau.      [B.  B.     Darmst. 

Concerto  p.  le  Hautbois  av.  acc.  d'orch. 
oe.  102.     Bonn,  Simrock.     Stb.     [Darrast. 

Gr.  Conc.  p.  le  basson  av.  orch.  Lps. 
et  Berl.,  Bureau.     [B.  B. 

Coucerto  ä  Cornu  principale  av.  acc. 
2  V.  2  Viele  e  B.  2  Cor.  2  Fl.  Ms.  P. 
[Dai-mst. 

5  Concerti  (oder  Concertant)  pour  2 
Cors  av.  instnim.  in  Ed.  u.  Fd.  Ms.  P. 
[Darrast. 

3  Conceiti  (oder  Concertant)  p.  3  Cors 
av.  instrum.,  in  Ed.     Ms.  P.     [Darmst. 

Concerto  pour  4  Cors  av.  instrum. 
Ms.  P.     [Darmst. 

In  B.  B.  im  Autoüraph:  1  Violinkonzert, 
1  Concert  f.  Horu,  TConc.  f.  Flöte.  1  Cou- 
certante.  12  Harmonien  f.  2  Fl.  2  Clan- 
netten,  2  Hörner  u.  2  Fag.  36  Zwischen- 
Akt-Musiken.  Mehrere  Ouvertüren  f.  Har- 
monie-Musik arrangiert.  Alle  in  Partit. 
Ferner  6  Sextetten,  7  Quintetten  f.  Blas- 
instrura.  1  Quintett  f.  2  V.  Ya.  Flöte  u. 
Bc.  —  9  Quartette  f.  Fl.  V.  Va.  Vcl.  — 
12  Quartette  f.  Fag.  V.  Va.  Vcl.  —  1 
Quai-t.  f.  Hörn,  V.  Vcl.  u.  Klav.  5  Quar- 
tette f.  2  V.  Va.  Vcl.     AUe  in  P. 

Trois  Quintuors  p.  2  V.  2  Viele  et  Vcl. 
oe.  3  (nennt  sich  Musiker  des  Prinzen 
Heinrich  von  PreuTsen,  dedic.  den  Manen 
Mozarts).  Augsbg.,  Gombart  &  Co.  5  Stb. 
FR    R 

Quintuor  p.  Fl.  V.  2  A.  Vcl.  oe.  37. 
Berün,  A.  Kuntze.  .5  Stb.  fol.  [Dresd. 
Mus. 

Quintette  per  Fi.  V.  2  Viole  e  Vcl. 
op.  54.    Offenb.,  Andre.    5  Stb.    fol.    [ib. 

3  Quatuors  p.  2  V.  A.  et  Vcl.  op.  20. 
Bonn,  Simrock.     Stb.     [Darrast. 

3  Quatuors  (dito).  Augsbg.,  Gombart 
&  Co.     oe.  14.     4  Stb.     [B.  M. 

Quatuor  p.  Basson,  V.  A.  et  Vcl. 
oe.  43.     Offenb.,  Andre.     4  Stb.      [B.  B. 

6  Quatuors  p.  Fl.  V.  A.  Vcl.  oe.  62, 
liv.  1.  2.  Lps.  et  Berl.,  Bureau,  je  4  Stb. 
[B.B. 

3  Quatuors  p.  2  V.  Va.  Vcl.  oe.  65. 
ib.     [B.  B. 

3  gr.  Quatuors  p.  2  V.  Va.  Vcl.  oe.  68, 
ib.    [B.  B. 


3  Quatuors  p.  Fl.  V.  Va.  Vcl.  oe.  69, 
ib.     [B.  B. 

3  Quatuors  p.  Claiin.  V.  Va.  Vcl.  ib. 
[B.B. 

3  Quatuors  p.  4  Fl.  Hbg.',  Böhme. 
4  Stb.  [B.B.  B.  Kgsbg.  br.  Mus:  Lon- 
don. 4  Stb.  fol.  und  3  gr.  Quart,  concert. 
for  4  Fl.  London. 

3  Quatuors  p.  2  V.  A.  et  Vcl.  Augsbg. 
Stb.     [Darmst. 

Gr.  Trios  concert.  for  3  Fl.  sets  1.  2. 
Lond.     3  Stb.     fol.     [br.Mus. 

18  Trios  p.  3  Cors,  compos. . .  par 
.J.  (?)  A.  Schneider.  Lpz.,  Br.  &  H.  Stb. 
[Schwerin  F. 

3  Duos  p.  2  Fl.  oe.  21.  Bonn,  Sim- 
rock.    2  Stb.     [br.  Mus. 

3  Duos  p.  2  Fl.  op.  23.  London,  fol. 
[br.  Mus.  Dort  noch  op.  24  u.  28,  Lon- 
don, 2  Stb. 

3  Duos  concert.  p.  V.  et  A.  oe.  25. 
Gombart  h  Augsbg.     2  Stb.     [B.B. 

3  Duos  p.  2  Fl.  oe.  36.  Ib.  [B.B. 
br.  Mus :  Berlin,  Bureau. 

3  Duos  pour  V.  et  Alto.  oe.  44.  Liv.  2. 
in  C.  F.  G.  Offenbach,  Andre.  Stb. 
[Lübeck. 

3  Duos  p.  2  Fl.  oe.  56.  Lps.  2  Stb. 
[br.  Mus. 

3  Duos  p.  2  FI.  oe.  Ol.  Gomb.  &  Co. 
ä  Augsbg.     [B.  B. 

Etüde  de  Flute  en  3  Duos  concert. 
oe.  28  und  oe.  55.     Lps.    fol.     [br.  Mus. 

Variations  avec  tous  les  coups  de  langue 
pour  la  Flute,  oe.  44.  Augsbg.,  Gombart 
&  Co.     [B.  M. 

8cliiiei(ler,  Oeorg  Friedricli, 

Musiker  in  Regensburg  um  1788. 
In  der  Autographen  -  Saralg.  Grasnick's 
Nr.  30  in  B.  B.  em  Brief  mit  Bestel- 
lungen von  Notenwerken  von  Kauer, 
Martin,  Pleyel,  WanhaU  u.  Zimmermann. 

Schneider,  Cleorg  Lorenz,  geb. 
1765  zu  Burgpreppach  (Baiern), 
kam  in  den  Knabenchor  zu  Regens- 
burg und  besuchte  darauf  in  Nürn- 
berg die  Schule,  1778  wurde  er 
bereits  bei  der  Fürstin  von  Hohen- 
lohe-IngelfingenMusikdirektor,1782 
in  Hildburghausen  u.  endlich  1792 
am  herzogl.  Hofe  in  Koburg.  Er 
schrieb  dort  mehrere  Opern  und 
Instrumentalmusik,  von  denen  Ger- 
ber die  Titel  mitteilt.  Die  Leipz. 
Ztg.  bringt  mehrfach  Nachrichten 
und   Besprechungen   seiner  Kern- 


Schneider,  Johann. 


54 


Schneider,  Martin. 


Positionen,  nach  ihr  lebte  er  in 
Koburg  noch  1841,  war  aber  seit 
1837  pensioniert  (39,  394.  43,  84). 
Bekannt  ist  von  ihm: 

Lieder  zum  Singen  am  Ciavier  und 
Eortepiano.  Mannheim,  Götz.  23  S.  [B.  M. 

Abschiedslied.  Yergiss  mein  nicht, 
Avenn  dir  die  Freude  -wiutet.  Braun- 
schweig, Magazin.  qufol.  6  S.  unter 
Mozart's  Namen  erschienen,  Seh.  erklärt 
aber  selbst  in  Schott's  Cäcilia  1829  p.  157, 
dass  er  der  Komponist  des  Liedes  sei. 

Sinfonie  ä  grande  orch. .  .  Hildburg- 
hause chez  Tauteur.  12  Stb.  fol.  ["S^'olfeub. 

3  Senates  pour  le  Pfte.  ä  differents 
accomp.  ad  lib.,  la  I.  Sonate  av.  1  Y.  et 
Ycl.,  la  n.  av.  A.  et  VcL,  la  IlL  av.  1  Y. 
et  2  Cors.  Oeuv.  5.  Augsbg.,  Gombart 
&  Co.     qufol.     [Dresd.  Mus. 

Zahn  teilt  eine  Kirchen-Melodie  aus  An- 
ding's  Choralbuch  von  1868  mit  (Nr.  8591). 

Schneider,  Johann,  geb.  17. 
Juli  1702  in  Lander  bei  Koburg, 
ein  Schüler  Seb.  Bach's  um  1717, 
erhielt  1721  zu  Saalfeid  die  Stelle 
eines  Hof  Organisten  und  ersten 
Geigers,  trat  1726  in  die  Weimar- 
sche  Hofkapelle  und  wurde  1729 
zum  Organisten  an  der  Nikolai- 
kirche in  Leipzig  gewählt;  in  den 
Jahren  1743  —  56  (mutmafslich, 
sicher  in  den  Jahren  1746 — 48), 
dirigierte  er  vom  Flügel  aus  das 
grofse  Konzert  in  Leipzig,  wurde 
1766  als  Organist  pensioniert  und 
starb  1788  in  Leipzig  (Gerber  2. 
Spitta  2,  92.  723.  Monatshefte  i. 
M.  26,  14).  Er  war  ein  tüchtiger 
Orgel-,  Klavier-  und  Violinspieler. 
Von  seinen  Kompositionen  sind 
bekannt: 

Fantasie  und  Fuge  f.  Orgel.  Lpz. 
[B.  Lpz. 

12  leichte  Orgelstücke.  Meifscn.  [B.Lpz. 

Thema  mit  Yariat.  f.  Orgel.  Ms.  149 
in  K.     [B.B. 

Eeligiöse  Chorgesänge  für  3  Sopran- 
stim. Ms.  Nr.  286.  [Elbing.  Fraglich,  ob 
dieselben  etwa  einem  späteren  angehören. 
Siehe  Joh.  Gottl.  Schneider. 

Schneider,   Johann   Oottloh, 

geb.  1.  Aug.  1753  zu  Alt- Walters- 
dorf b.  Zittau,   St.  3.  Mai   1840  in 


Gersdorf  in  der  Lausitz  als  Schul- 
lehrer und  Organist,  Schüler  vom 
Organisten  Trier  (Biogr.  Leipz.  Ztg. 
42,  495).     Bekannt  ist  von  ihm 

Eeligiöse   Chor -Gesaenge  f.  3  Sopran- 
stim, oder  2  T.  u.  B.  mit  obl.  Orgelbegltg., 
i   gedichtet  von  Hohlfeld   ...     2  tes  Werk. 
Lpz.,  Br.  &  H.     qufol.     81  S.     8  Gesge. 
[B.  Kgsbg. 

Schneider,  Karl  August  Ton, 

j  Kgl.  baierscher  Hof-  und  Kapell- 
sänger in  München,  f  23.  Nov. 
1833   (Kat.    der  B.  München),  gab 

■  heraus: 

1  Erinnerungen  an  Aigen,  Lied  mit  Gui- 
tarre.     s.  1.     2  BIl.     [B.  M. 

6  Gesänge.     München,  Falter  &■  Sohn. 

j   [B.  M. 

j  Samlg.  einstim.  Gesge.  mit  Guitarre. 
Ib.     7  Lfg.     [B.  M. 

Sachsens  Jubeltag  zum  13.  Juni  1829. 
Ein  Yolksgesang  (4stim.  mit  Pfte.).  qufol. 
s.  1.     [Dresd.  Mus. 

Schneider,   Konrad  ]IIichael. 

In  einem  Briefe  Bümler's  an  Mat- 
theson  (2,  11)  wird  er  1722  Musik- 
direktor in  Ulm  genannt;  auch 
Majer  erwähnt  ihn  1732.  Sein 
Y^ater  lebte  in  Onoltzbach  als  Stadt- 
organist.   Bekannt  ist  vom  Sohne: 

Cla^^e^-TJebuug.  Augsbg.,  J.  F.  Fride- 
rich.  [Brüssel  Cons.  Bannst:  Erste 
Parthie,  bestehend  in  Allemanden,  Cou- 
ranten,  Sarabanden  etc.  Ms. 

Du  Friedensfürst  zu  4  Stim.  2  Y.  Ya. 
B.  u.  Org.  Ms.  Strafsliurg  in  St.  Thomas. 
Wird  mit  Schneider  aus  Ulm  bez. 

Schneider,  Lorenz,  siehe  Oe- 
org  Lorenz  Sehn. 

Schneider,  Martin,  ein  Instru- 
mentist in  Hirschberg,  der  seine 
geistlichen  Lieder  dem  Magisti-at 
von  Hirschberg  widmete  und  als 
sein  erstes  "Werk  bez.,  betitelt: 

Erster  Theil:  Neuer  geistl.  Lieder. 
Ariaetten,  Canto  solo,  cum  Sonatella  ä  5. 
Yiolin.  2  Yiolini.  2  Yiola  di  braccio  e 
Yiolono  c.  Bc  Compou.  von  ...  In 
verleg,  des  Authoris,  druckts  zur  Lieguitz, 
Zach!  Schneider  16(37.  Stb.  4".  40  Lied. 
Zahn  druckt  10  Mal.  ab.  [B.  Br:  C.  Alto 
Yiola.  B.Grimma:  Bc.  Löbau  8  Stb. 
Upsala:  C.  2  Y.  Alto  Yiola,  Ten.  Yiola, 
Yioloue,  Organo. 


Schneider,  M , 


G...  A. 


55 


Schnittelbacii. 


Sclmeidor.   M...  0...  A..., 

bekannt  duixli  3  Duos  concert.  p.  V. 
et  A.  op.  23.  Liv.  1.  Mavence,  Ziüehuer 
Nr.  135.  2  Stb.  [B.  Hbg.]  —  3  Duos  (dito). 
Liv.  1.  op.  44.  Offenb.,  Andre,  2749. 
2  Stb.  [B.  Hbg.]  —  3  Duos  (dito).  Alten- 
burg. [B.  Lpz.]  Seine  Lebenszeit  scheint 
mehr  dem  19.  Jh.  anzugehören. 

Schiieidewin,  Johann,  nennt 
sich  „Juris  C."  In  Ms.  15,  50 
B.  L.  eine  Passion. 

Schnell,  . . . 

ist  in  der  Bibl.  Darmstadts  mit  2  Con- 
certi  ä  Violine  principalo  con  2  V.  Va. 
e  B.  Ad.  und  Dm.  Mss.  in  Stb.  vertreten. 
Ferner  mit  2  Trios  ä  Flute  trav.  c.  V.  e 
B.  Nr.  1  in  Dd.  Nr.  2  in  Ad.  Mss.  Stb. 
—  Sonata  (Dd.)  ä  2  V.  e  B.  Mss.  Stb. 
Möglich,  dass  sie  von  Johann  Jakob  her- 
luhren,  doch  gehört  der  obige  wohl  dem 
Ende  des  18.  Jhs.  an,  wälirend  der  fol- 
gende im  Anfange  des  18.  Jhs.  lebte. 

Schnell,  Johann  Jakoh,  lebte 
im  Anfange  des  18.  Jlis.  imd  ist 
nicht  der  Pariser  lustriimenten- 
macher,  den  Gerber  2  anführt, 
sondern  wie  uns  folgendes  Druck- 
werk belehrt,  um  1736  hochfürstl. 
Bamberg.  Kammer-  a.  Hofmusikus. 
Man  kennt  von  ihm: 

Vesperae  breves,  2  de  Dominica  ... 
4  voc.  2  V.  2  Cor.  vel  Clarini  .  . .  Bam- 
berg 1736  sumpt.  autoris.    10  Stb.    [B.  M. 

VI.  Neue  Ernst-  und  schertzhafte  Par- 
thien,  deren  Erste  mit  2  Viol.  und  B., 
dan  2  Clarinen  und  Paucken  ad  Hb.  Die 
anderen  5  aber  mit  2  V.  u.  B.,  dann  2 
Comibus  vel  Clarinis  non  obligatis.  Op.  9. 
(Firma  u.  Jahr  steht  wohl  nur  auf  dem 
Bc,  der  aber  fehlt.)  [B.  B:  Bassus,  2  V. 
2  Tromp.  oder  Hörner. 

Schnell,  Louis. 

Im  Ms.  20120  der  B.B:  Das  Schnee- 
glöckchen am  Grabe  der  hochseligen 
Königin  Louise  von  Preufsen,  für  Gesg. 
u.  Pfte.  (die  Königin  st.  1810). 

Schnell,  Thaddaeus. 

Im  Ms.  505  der  Bibl.  Proske's  ein 
Magnificat  4  voc.  In  B.  M.,  Ms.  256  ein 
6stim.  Magnif.  u.  ein  5stim.  Lied. 

Schnelllnser  (Snellinger),  Ya- 
lentin  (Veyt;  im  Schmeltzel:  N. 
Schnellinger),  ein  Liederkomponist 
aus  der  1.  Hälfte  des  16.  Jhs.,  der 

im  Schmeltzel  1544  e  2  Quodlibets  u. 


1  Nachtwächterlied  veröffentlichte.  Ein 
geistliches  4 st.  Lied  im   Kugelmann  und 

1  Motette  5  voc.  1545  im  Ulhard.  Mög- 
lich, dass  er  in  Nürnberg  lebte  (Eituer, 
Bibliogr.).  In  neuen  Ausg.  im  1.  Bd. 
deutsches  Lied  von  Eitner,  Beilage  zu 
M.  f.  M.  Jahrg.  8  u.  f.  S.  26.  38.  136, 
ein  Quodlibet  u.  2  vierst.  Lieder. 

Sehnei)f,     Joseph,     kam    als 

ScäDgerknabe  von  Freistadt  nach 
Kremsmünster,  besuchte  die  latei- 
nische Schule,  trat  aber  dann  zum 
Kanzleidienst  über.  Später  ging 
er  als  Sänger  zum  Theater  in  Prag, 
verliefs  es  aber  wieder  und  wid- 
mete sich  der  Musik  (Huemer  68 
giebt  keine  Daten,  doch  fällt  seine 
Lebenszeit  ans  Ende  des  18,  und 
Anfang  des  19.  Jhs.). 

In  Kremsmüuster  befinden  sich  im 
Archiv:  4  Messen,  3  Gradualien,  6  Off  er- 
tönen, 2  Vespern,  2  Veni  sancte  Spiritus, 

2  Kirchenalien,  3  Lieder  für  3  Singst., 
Pfte.  u.  Flöte  u.  1  Canon  zu  4  Stim.  — 
In  Dresd.  Mus:  Mailied  von  J.  Chr.  Haug 
für  S.  A.  T.  B.  u.  Pfte.  Prag,  Karl  Haas, 
qufol. 

Schnevogl,  Albert, 

im  Ms.  121  eine  Samlg.  lat.  u.  deutsche 
geistl.  Lieder  mit  Bc.  aus  dem  17.  und 
18.  Jh.,  enthcält  unter  Nr.  68  und  73  zwei 
Gesänge.     [B.  M. 

Schnips,  Moses,  ein  Pseudo- 
nym. Auf  folgendem  Druckwerke 
ist  auch  der  Yerlagsort  und  Ver- 
leger fingiert,  doch  scheint  Letz- 
terer ein  Hamburger  zu  sein.  Der 
Druck  ist  betitelt: 

Ebs  Rores,  Oder:  Samlg.  auserlesener 
Stücke  zum  Scherz  u.  Schäkern  auf  Harfe 
u.  Ciavier,  theils  gesammelt,  theils  in 
Musik  gesetzt  von  . . .,  Dilettant,  Cantor 
u.  Organist  in  Bethlehem.  1.  Heft.  Jem- 
salem  bei  Levi  Abram,  Buchhdler.  auf  der 
Hamburger  Strafse.  1789.  qu4''.  [Dresd. 
Mus.     B.  Wagener.     Brüssel  Cons. 

Schnittelbach  (Snittelbach),  Xa- 
tan,  geb.  16.  Juni  1633  zu  Dan- 
zig,  gest.  16.  Nov.  1667  zu  Lübeck, 
ein  bedeutender  Violinist  u.  Rats- 
musikus zu  Lübeck,  Schwiegersohn 
des  Ratsmusikus  Nikol.  Bleyer, 
Lehrer  Strunck's. 


Schnitz. 


56 


Schnüffis. 


Die  Bibl.  der  Michaelisscliiüe  in  Lüne- 
burg besafs  einst  von  ihm:  Magnificat 
a  7.  2  V.  &  5  voc.  in  G  jj  (Mattheson  1, 
353.     Fürstenau  2  a,  299.'    Stiehl,   Lex.). 

In  Upsala,  Mss:  Preludiuin,  Alleniande, 
Courante,  Sarabande  ä  4  ex  E.  4".  — 
Pavana,   Oalliarda,  Allem,  a  4  Yiolis.    40. 

Scliiiitz,  Anton  Wilhelm,  lebte 
in  der  Mitte  des  18.  Jhs.  Das 
br.  Mus.  besitzt  von  ihm 

6  Sinfonie  con  2  V.  A.  e  Vcl.  o  Bc. 
op.  3.     La  flaye.     5  Stb.     fol. 

6  Sonatas  for  2  V.  with  a  Th.  B. 
London,     fol. 

Selinitzer,  Pater  Franz,  geb. 
13.  Dez.  1740  zu  Wurzach,  gest. 
9.  Mai  1785  im  Kloster  Ottobeureu; 
trat  1760  in  dasselbe  ein,  Avar  ein 
fleifsiger  Komponist  und  guter  Or- 
ganist. 

Das  Stift  Ottobeuren  besitzt  Kirchen- 
liompositionen,  15  Theaterstücke,  3  Con- 
certmessen,  6  Sonaten  von  1784  u.  a. 
(Kornmiiller  1).  In  anderen  Bibl.  finden 
sich: 

Alma  redemptoris  4  voc,  2  V.  Cornu 
solo  et  org.  Ms.,  gez.  mit  „ordmis  S. 
Benedict,  a  monaster.  Ottobaraeno".  [B.  M. 

Octotonium  Ottob.  Titel  fehlt.  4  Stb. 
in  4P  in  Kapsel.  8  Magnificat  in  den 
8  Tönen  zu  4  Stirn.    1768/69.    [Freising. 

Missa  4  voc.  c.  org.  mit  Fr.  Schuizer 
gez.    Mss.  19082,  Nr.  1.  P.    [Hofb.Wien. 

2  Antiphonae:  Mandatum  novum  de 
vobis,  4  voc.  —  De  mandato  fratrum 
(Ubi  charitas)  4  voc.  Ms.  16  220.  P. 
[Hofb.  Wien. 

Sei  Sonate  per  il  Cembalo  ed  organo. 
s.  1.     op.  ].     32  S.     [B.Wagener. 

Sclinitzkius  (Schnitzky),  Crregor, 
ein  Danziger  und  um  1607  u.  f. 
Jahre  Schulkollege  an  St.  Maria 
zu  Danzig.     Ist  bekannt  durch: 

Sacrarum  cantionum.  Quatuor,  5.  6. 
7.  8.  10.  &  12  Vocum.  Quibus  addita 
est  Missa  super  perche  non  debbo,  8  voc. 
A  . . .  1607  Dantisci  ap.  Mart.  Rhodum. 
Stb.?  40.  18  Gesge.  5  Seit.  Dedic. 
[B.  Br:  C.  A.  T.  5a.  6a. 

Sacrorum  Modulorum  3  voc.  Pars  I. 
Dantisc.  1612  Ehode.  —  Pars  IL  Ib. 
1618  Andream  Hunefeld.  —  Pars  III. 
Eostock  1625  Sachse.     [B.  D.  kompl. 

Musices  praecepta  maxime  necessaria 
latino  germanica  pro  iucipientibus  Ulius 
artis  coUecta  h  . . .    Dantisci  1619  Andr. 


Hünefeld.  8",  in  6  Teile  geteilt  mit  Beisp. 
[B.  Zw. 

Ms.  Z  39,  12  Stb.  von  1628  in  B.  B. 
Unter  Nr.  35:  Beati  omnes  8  voc.  — 
In  B.  Br.  unter  Schuitzkius  und  Schnitzger 
(Gregor)  1  Missa  sup.  Tibi  laus,  tibi  gioria 
u.  4  Motetten. 

In  Ms.  B  1274,  3  Stb.  fiu40.  [B.  Dresd.] 
unter  Georg  (sie?)  Schmtxky  Nr.  9  u. 
10:  Jubilate  Deo  u.  Domine  Dmis.  noster. 
Die  Gesge.  sind  mutmafsHch  aus  obigem 
Drucke  von  1612  und  daher  der  Vorname 
Georg  falsch. 

Sclinizer,  P  . . .  F  . . . 

In  Traeg's '  hds.  Kat.  von  1799  sind 
6  Senates  pour  le  Clavecm  angezeigt. 

Sclmöckcr,     Anton,    bekannt 

durch 

3  Fugen  f.  die  Orgel  oder  das  Pfte. 
nach  Albrechtsberger's  kontrapunct.  Fugen- 
satz komponiert,  op.  1.  Wien,  Ascher, 
fol.    8  S.     [Hofb.  Wien. 

Selmoor,  H . . .  C . . .,  ein  Dilet- 
tant, Sekretär  beim  Prinzen  von 
Koburg,  ging  1796  nach  Hamburg, 
dann  nach  Altena  und  nahm  dar- 
auf eine  Stellung  beim  Kaufmann 
Bauermann  in  Gretsjl  in  Ostfries- 
land an.  Musik  betrieb  er  neben- 
bei, von  der  Gerber  2  sagt  „mit 
Wissenschaft  und  Kunst,  nicht 
ohne  Talent".  Er  führt  5  Werke 
an.     Nachweisbar  sind  nur  ein 

Erinnerungslied  für  Fortep.  u.  Guitarre. 
Hbg.,  Rudolphus.     1  Bog.     [B.  B. 

Lieder  von  Heidenreich,  Baron  v.  Schlip- 
penbach  und  Shakespear,  in  Musik  ge- 
setzt von  ...  1.  Heft.  Lpz.,  Voss  und 
Leo.     qi;4o.     [Brüssel  Cons. 

Forkel  4,  91  nennt  ihn  Schnoer  und 
zeigt  1788  ein  Heft  Lieder  in  Hamburg  an. 

SclinoiT,  Heinrich  Theodor 
Ludwig-, 

bekannt  durch  „Lieder  für  frohen 
Lebensgenuss  am  Ciavier  zu  singen". 
Braunschweig,  Magazin  auf  der  Höhe. 
[B.  B. 

Singstücke  f.  Klavier.  Braunschweig. 
[Stadtb.  Augsburg. 

Lieder  f.  2  Stimmen  und  Pfte.  Lpz., 
Voss.     [Brüssel  Cons. 

Fötis  und  Abschreiber  verwecheln  ihn 
mit  Schuoor. 

Schnüffis,  siehe  Laiu'entius. 


Sclinyder, 


57 


Schobert. 


Schnyder,  P.  Aegid,  geb.  zu 
Sursee,  gest.  1710  im  Kloster 
Muri  (Schweiz),  war  ein  berühm- 
ter Sänger  von  grolsem  Stimm- 
umfange (man  sagt,  er  hatte  den 
Umfang  von  allen  4  Stimmsorten) 
u.  hinterliefs  viele  Kompositionen, 
die  grofse  Verbreitung  fanden 
(Kornmüller  1,  434). 

Sclio.irsbacli, . . .  lebte  im  18.  Jh. 
und  ist  bekannt  durch 

Sei  Quaitetti  a  2  V.  A.  e  B.,  composte 
dal  Signor  . . .  Paris,  de  la  Clievardiere. 
4  Stb.     [Brüssel  Cons. 

6  Quatuors  ä  2  V.  A.  et  B.  Ms.  Stb.    [ib. 

Gerber  1  erwähnt  ihn  auch,  glaubt  aber, 
dass  sein  Name  verstümmelt  ist.  Das 
zweimalige  Vorkommen  desselben  beweist 
wohl,  dass  er  wirMich  so  hiefs. 

Schob aclier,  C . . .  P . . . 

Die  Bibl.  der  Musikfr.  in  Wien  besitzt 
ein  Oratorium  von  ihm  „Der  Tod  Jesu'", 
op.  7,  für  Soli,  Cbor  und  Orch.  in  Stb. 
Ferner:  Deutsche  Vesper,  Sstim.  mit  In- 
stmm.  Stb. 

Schob as,  Arnold,  Sangmeister 
an  St.  Walburge  in  Audenarde  von 
1664—81  (Audenarde  15). 

Schober,  3Iatthias,  Sopranist 
an  der  Hofkapelle  in  Wien  mit 
30  Gld.  monatl.  vom  1.  Okt.  1677 
bis  1693  (Köchel  1). 

Schobert, ...  zu  Strafsburg  i/Els. 
geb.  und  erzogen,  bildete  sich  zum 
Klavierspieler  aus,  ging  um  1760 
nach  Paris,  wo  er  in  Dienste  des 
Prinzen  Conti  trat,  wie  ihn  auch 
Haffner  im  Oeuvre  melee  bez. 
1768  vergiftete  er  sich  an  selbst 
im  "Walde  gesammelten  Pilzen. 
Jahn  1,  50  berichtet:  Als  der 
Knabe  Mozart  1763  in  Paris  auf- 
trat, liefs  er  seiner  Eifersucht 
gegen  ihn  so  öffentlich  freien 
Lauf,  dass  er  sich  zum  Gespött 
machte.  (lieber  ihn  siehe  Hiller, 
wöchentl.  Nachricht  1,  135.  Junker, 
20  Kompon.  89.)  Die  kurze  Zeit 
seines  Lebens  hat  er  redUch  be- 
nützt und  noch  lange  nach  seinem 


Tode  waren  seine  Klavierpiecen 
allgemein  verbreitet  und  besonders 
gesucht.  Schubart  S.  230  äufsert 
sich  über  ihn  in  anerkennender 
Weise,  doch  sagt  er:  das  Adagio 
gelang  ihm  als  Klavierspieler  nicht. 
Da  er  sehr  darauf  bedacht  war, 
aus  seinem  Können  Geld  heraus- 
zuschlagen, so  schrieb  er  sehr  viel 
Modesachen,  die  wenig  Wert  haben. 
Sein  Bruder  lebte  noch  1784  als 
Fagottist  in  Paris.  Von  seinen 
Kompositionen    sind    nachweisbar: 

3  Sinfonies  p.  le  Clavecin,  av.  acc. 
d'une  V.  et  2  Cors  de  chasse  ad  üb. 
oe.  5.  (;\  2  Cembali).  Amst. ,  Hummel. 
fol.     [Dresd.  Mus. 

3  Sinfonies  (dito)  oe.  6.  (ä  2  Cembali). 
Ib.  fol.  [ib.,  beide  Hefte  Sinfonien  auch 
im  Ms.  III  in  Stb. 

Sinfonies  pour  le  Clavec.  avec  de  Y. 
ad  üb.     Paris.     Oe.  9.     [B.  B.     br.  Mus. 

Sinfonies  p.  le  Clav,  seul,  qui  peuvent 
de  jouer  av.  acc.  de  Y.  et  cors  de  chasse. 
oe.  10.  Paris,  l'auteur.  [B.  B.  nur  Pfte. 
Schweiin  F.  kompl.  br.  Mus:  London, 
Bremner. 

2  Sinfonien  in  Bd.  u.  Dd.  f.  Clav.,  V. 
u.  2  Hörner.     Ms.  Stb.     [Brüssel  Cons. 

Concerto  pour  le  Clavecin  av.  Tacc. 
des  2  V.  A.  &  B.  2  Cors  ad  lib.  Liv.  1. 
2.  3.  4.  h.  6.  Amst.,  Hummel.  Stb.  fol. 
[Dresden  Mus.,  auch  im  Arrangem.  f.  2 
Klav.  B.  Wagener,  je  7  Stb.  B.B: 
hv.  IV.  7  Stb.  B.  M.  liv.  5.  6.  7  Stb. 
Stadtb.  Breslau  lib.  2.  7  Stb. 

Concertos  pour  le  clavecin,  oe.  11.  12. 
13.  15.  Paris,  Venier.  [Paris  Nat.  br. 
Mus.  und  op.  12  als  Concerto  H.  av.  orch. 
Paris,  l'auteur.  Viol.  Et. 

Concert  in  F.  p.  Clav.  av.  Face.  2  V. 
A.  et  B.    Ms.  P.     [Brüssel  Cons. 

Quatuor  pour  le  Clav.  av.  Face,  des 
2  Y.  et  B.  oe.  2.  Amst.,  Hummel.  4  Stb. 
fol.     [Dresd.  Mus. 

Sonates  en  Quatuor  p.  le  Clav.  av.  2  Y. 
et  B.    oe.  7.    Paris,  l'auteur.    [B.B:  Pfte. 

—  3  Quatuors  p. .  .  London,  Bremner. 
4  Stb.     [Brüssel  Cons.     br.  Mus. 

Sonata  3.  per  il  Cembalo  c.  Y.  e  2 
Cornu.    Ms.    2  Stb.    fol.    [Stadtb.  Breslau. 

3  Sonates  pour  le  Clav.  av.  Y.  et  Ycl. 
oe.  1.  Amst.,  Hummel.  3  Stb.  fol. 
[B.  B.     Dresd.  Mus. 

4  Sonates  (dito),  oe.  3.  Amst,  Hum- 
mel.   3  Stb.    [Dresd.  Mus.     Schwerin  F. 


Schobert. 


58 


Schoeffer,  Peter. 


Sonates  en  Trio  p.  le  Clav.  av.  V.  et 
B.  oe.  6.  Paris,  l'auteur  (Claveciniste 
de  Prince  de  Conti).  1  vol.  [B.  B. 
Schwerin  F. 

Sonates  p.  le  clav.,  qui  peuvent  se 
jouer  av.  acc.  de  V.  oe.  1.  2.  3.  Paris, 
Venier.     [Paris  Nat. 

Six  Sonates  p.  le  clav.  av.  V.  par 
Sr. ...  oe.  4.  Amst. ,  Hummel.  2  Stb. 
[B.  B.     Dresd.  Mus. 

4  Sonates  p.  le  Clav.  av.  V.  oe.  7, 
ib.     [Dresd.  Mus.     Musikfr.  Wien. 

4  Sonates  p.  le  clav.  av.  V.  oe.  8. 
ib.     [Dresd.  Mus. 

—  Journal  de  Sonates  p.  le  Clav.  av. 
V.     oe.  8.    Paris,  l'auteur.     [B.B:  Pfte. 

1  Sonate  in  Dd.  p.  le  clav.  av.  V. 
[Musildr.  Wien. 

2  Sonate  per  il  Cemb.  coH'acc.  di  V. 
qufol.     Ms.  Stb.     [Dresd.  Mus. 

Divertimento  per  il  Clavi  Cembalo  et 
V.     Ms.  Stb.     fol.     [Stadtb.  Bresl. 

Siehe  in  Leonzi  Honauer's  4.  Samlg. 
Sonaten  f.  Kl.  u.  V.,   1  S.  von  Schobert. 

Sonaten  f.  V.  u.  B.  op.  3.  Ms.  550. 
[br.  Mus. 

3  Sonaten  f.  Klav.     [Musikfr.  Wien. 

1  Sonate  im  Haffuer,  oe.  melee,  part. 
12.     [B.  B.,  um  1760  erschienen. 

Deux  Sonates  p.  le  pfte.  Lond.,  Har- 
rison  &  Co.     22  S.     [B.  Wagener. 

Two  Sonatas  for  the  pfte.  Lond.,  ib. 
24  S.     [B.  Wagener. 

Ein  sonderbares  Musical.  Stück,  wel- 
ches auf  dem  Ciavier,  der  Violin  u.  dem 
B.  u.  zwar  auf  verschiedene  Art  kann 
gespielt  werden.  1  Bl.  in  querfol.  o.  0. 
u.  Veri.  [B.  Wagener.  B.  ß.  im  Ms.  148 
in  K.  Er  nennt  sich  hier:  Musicus  der 
Princessiu  Conti. 

In  London  druckte  man  nach  seinem 
Tode  seine  Kompositionen  zahlreich  nach, 
wovon  das  br.  Mus.  in  Kürze  besitzt: 
2  Sonatas  op.  1.  —  2  Son.  op,  2.  — 
6  Son.  op.  2.  —  2  Son.  op.  3.  op.  4.  5. 
—  8  Son.  op.  6.-2  Son.  op.  8.  — 
2  Senat,  op.  19.  Amst.  chez  Hummel, 
qufol.  —   3  Senat,   op.  20,    London  u.  a. 

In  neuen  Ausg.  4  Piecen  (Eitner  2). 

Sehoeber ,    David    Grottfried, 

ein  zu  Gera  lebender  Bürgermeister 
(Gerber  2),  der  herausgab: 

Beytrag  zur  Liederhistorie  betreffend 
die  evangelischeu  Gesang-Bücher,  welche 
bey  Lebzeiten  Lutheri  zum  Druck  be- 
fördert worden;  aufgesetzt  von  D.  G.  S, 
Lpz.  1759,  1.  Tbl.  —  1760,  2.  Thl.  8». 
128  u.  160  S.  Unterm  Vorberichte  sein 
Name  ausgeschrieben.    [B.B, 


Schockier  (Schögkler),  Gleorg. 

Im  Ms.  4  von  1534,  6  Stb.  in  qu40. 
[B.  Zw.]  Nr.  61 :  Deus  venemnt  gentes 
(Adjuva  nos  deus)  5  voc.  Nr.  17  im 
Original  gez.  —  Derselbe  Satz  in  B.  Dres- 
den, Ms.  B  1270,  28. 

Seliöifer,  Johann,  junior,  um 
1617  Organist  in  Regensburg  (Mu- 
sica  Sacra  v.  Witt,  1880  p.  63). 

Schoeifer,  Peter,  ein  Musik- 
drucker, der  neben  Oeglin  am 
nächsten  den  Petrucci 'sehen  Noten- 
druck in  Deutschland  einführte. 
Er  war  in  Gernsheim  geb.,  ver- 
band sich  anfänglich  mit  Joh.  Faust 
in  Mainz,  trennte  sich  aber  von 
ihm  und  druckte  1512  Arnold 
Schlick's  Orgeltabu]  atur,  1513  das 
erste  vierstim.  Liederbuch.  Von 
Mainz  zog  er  nach  Worms,  das 
Jahr  ist  unbekannt.  1536  findet 
man  ihn  in  Strafsburg  sociiert  mit 
Mathias  Apiarius,  der  bald  darauf 
nach  Bern  in  der  Schweiz  über- 
siedelte. 1539  druckte  Schoeffer 
wieder  allein  in  Strafsburg  (Nähe- 
res in  der  Allg.  deutsch.  Biogr.). 
Man  kennt  von  ihm  selbst  ge- 
sammelte drei  Musiksammelwerke, 
die  in  meiner  Bibliographie  genau 
beschrieben  sind ,  es  sind  fol- 
gende: 

1513.    Liederbuch  in  Mainz  gedruckt. 

4  Stb.  in  kl.  qu80.  TitelbU.  nur  der 
Namen  der  Stimme  mit  Abbildungen  um- 
geben. 62  Lieder  von  verschiedenen 
Autoren.  [B.  M.  B.  B.  eine  moderne 
Part.  Dr.  Bohn  in  Breslau  ebenso.  Eit- 
ner eine  Stimmenkopie. 

(153Ü.)  65  teutscher  Lieder.  Argen- 
torati  ap.  P.  Schoeffer.  Et  Math.  Apiarium, 
s.  a.  Nach  dem  Berliner  Exemplare  vor 
dem  20.  Dez.  1536  erschienen.  5  Stb. 
kl.  qü8P.  65  Lieder  von  Verschiedenen. 
[B.  M.  B.  Zw.  B.B.  fehlt  5  a.  Partitur 
hds.  in  Bibl.  Bohn  in  Breslau. 

1539.  Cantiones  5  vocum  selectissimae, 
a  primarijs  .  . .  Mutetarum  lib.  I.  Argen- 
torati  ap.  P.  Seh.  Mense  Aug.  anno  1539. 

5  Stb.  qu4".  28  Gesge.  von  Verschie- 
denen. Dedic.  von  Schoeffer,  abgedr.  in 
M.  f.  M.  3,  206.  [B.  A.  Jena.  Heil- 
bronn :  T.  5  a.     B.  M.     B.  B :  5  a.    Bi-üssel: 


Schön, 


59 


Schöndorff. 


C.  T.  B-  Verona  S.  f.  5  Stb.  Bologna, 
Kat.  2,  358. 

Ein  4.  Sainlwk:  Viginti  Cantiunculae 
gallicae  4  voc.  excusae  Argeutorati  1530, 
ist  bis  jetzt  noch,  nicht  wieder  aufgefun- 
den und  wird  nur  in  älteren  Verz.  er- 
wähnt. 

Schön,  . . .     Gerber  1    erwähnt 

1.  einen  Hornisten  Schon,  der 
1782  in  Diensten  des  Erbprinzen 
von  Darmstadt  stand  und  vordem 
Kgl.  Kammermusikus  in  Paris  war, 
auch  vieles  komponiert  haben  soll. 

2.  einen  Kapellmeister  Schön  des 
Neugebauer 'sehen  Infanterie-Regi- 
ments in  Innsbruck,  der  dann  als 
Civilversorguug  1793  Landschafts- 
bote in  Innsbruck  wurde.  Eeichard 
im  Goth.  Kalend.  1788,  127  und 
1793,  116  bestätigt  es. 

Er  schrieb  die  Singspiele:  Der  Irrwisch 
1787  i;nd  Gesänge  zum  Mädchen  im 
Eichthal. 

In  St.  Einsiedeln  eine  Parthia  a  5: 
2  Oboi,  2  Corni,  1  Fag.  im  Ms.  qu4<'. 
Pait.  mit  Schön  gez. 

Schön,  LiidTvig-,  Oboist  an  der 
Hofkapelle  in  Wien  mit  21  Gld. 
40  Kr.  mouatl.  Gehalt,  später  mit 
500  Gld.  jährl.  vom  1.  Aug.  1711 
bis  30.  Juni  1740;  wird  pensioniert 
und  t  13.  April  1763,  68  J.  alt 
(Köchel  1).  Dlabacz  schreibt  ihm 
zur  Krönung  Ks.  Karl  YI.  zu  Prag 
die  Oper  zu :  Constanza  et  Fortezza. 

Schön,  Salomon,  Lubenensis 
Lusatus,  d.  i.  Lübben  im  Spree- 
thal (Brandenburg),  geb.  1593, 
gest.  8.  Sept.  1633  zu  Breslau; 
seit  1631  Kantor  und  Schulkollege 
am  Maria-Magdalenen-Gvmuasium 
zu  Breslau  (Kat.  Breslau,  Hds. 
S.  364). 

In  B.  Br.  in  Mss:  1  latein.  Mot.  und 
21  deutsche  geistl.  Lieder.  Zwei  davon 
(Dies  ist  der  tag  und  Wie  heblich  sind 
deine  "Wohnungen  6stim.)   auch  in  B.  L. 

Schönbeek,   Karl   Siegmund, 

geb.  26.  Okt.  1758  zu  Lübben, 
bildete  sich  zum  Stadtmusikus  aus 
und  später  besonders  zum  Violon- 


cellisten; als  er  dann  an  verschie- 
denenPrivatkapellen  Mitglied  wurde, 
kam  er  auch  nach  Königsberg  i/Pr. 
und  erhielt  die  Organistenstelle  an 
der  Löbenichtschen  Kirche,  kaufte 
dann  bei  Lübben  eine  Landwirt- 
schaft und  zog  um  1800  nach 
Lübben  als  Musiklehrer.  Gerber  2 
teilt  die  Autobiogr.  mit  und  ein 
Verz.  seiner  Kompositionen.  Nach- 
weisbar sind  davon: 

3  Duos  pour  2  Volles,  oe.  5.  Hummel 
a  Berhn.  2  Stb.  [B.  B.]  —  3  Duos  con- 
cert.  p.  le  VcUes.  oe.  12.  Lpz.,  Hoff- 
meister und  Kühnel.  [B.  B.]  —  Concert 
in  G.  f.  Fl.  mit  Orch.  Ms.  Stb.  [Brüssel 
Cons.]  —  In  Mailand  Cons:  3  Duos  con- 
cert. pour  2  Volles,  a  l'usage  des  ama- 
teurs  et  des  commen(,-ants,  op.  12.  Lpz., 
Hoffmeister  &  Kühnel. 

Schönberger,  Johann  Ulrich, 

geb.  in  Weiden  (Oberpfalz),  war 
blind.  Ein  Theoretiker  und  Kom- 
ponist, st.  zu  Königsberg  i/Pr.  am 
1.  Mai  1649,  47  Jahr  u.  5  Monate 
alt  (Printz,  Kling-Kunst,  Abdruck 
im  Mettenleiter  2,  219). 

Schönenherger,  Philipp,  seit 
1572  (bis  c.  1580)  Kapellmeister 
an  der  Marienkirche  in  Danzig 
(Döring  23). 

Schoenche,  TV . . . 

6  deutsche  Tänze,  einen  Ecossaise  und 
einen  Monferiue.  München,  Sidler.  8  S. 
[B.M. 

Schöncy,  Salomon, 

bekannt  durch  eine  Missa  super  Wirff 
dein  anliegen  auff  den  Herren,  8  voc.  in 
Ms.  23  (600),  ein  Tabulaturbuch  von  1643 
in  B.  Joach.  Seite  408.  Der  Name  ist 
fraglich. 

Schöndorff  (Schöndorfer,  auch 
Schöndorff),  Philipp  Jakob,  letz- 
terer Vorname  nur  in  den  Listen 
der  Wiener  Hofkapelle.  Er  bez. 
sich  auf  seinem  Samiwk.  mit  „Leo- 
dius  (Lüttich),  S.  C.  M.  Musicus", 
d.  h.  Sr.  Ksl.  Majestät  Musicus. 
Letzteres  wird  bestätigt  durch 
Köchel  1,  wo  er  als  Instrumentist 
der  Ksl.  Hofkapelle  in  Wien  vom 


Schöner. 


60 


Schönfeld,  Tobias. 


1.  Juli  1655—1662  verz.  ist  mit 
monatl.   20  Gld.     Er  gab   heraus: 

Odae  suavissimae  in  gratiam  et  liouo- 
rem  admodum  Rev.  ac  Illustris  Dni.  D. 
Jacobi  Chimarrhaei  Euremuadani  .  . .  a 
diversis  excellent.  musicis  partim  5,  par- 
tim 6  voc.  s.  1.  et  a.,  im  Kupferstich, 
4P.  2  Bll.  Dedic.  von  Seh.  32  S.  und 
nochmals  6  Seit,  mit  38  Gesg.  von  Ver- 
schiedenen, darunter  auch  2  von  Seh. 
5  Stb.  40.  Eitner  1  unter  1610  a,  was 
aber  richtiger  in  c.  IGCO  zu  verbessern 
sein  wird,  da  Seh.  erst  1655  Kgl.  Musikus 
wm-de.  [Proske:  A.  B.  5"«.  Wolfenb: 
T.  mit  dem  Porträt  Chimarrhaeus. 

In  B.B.  Ms.  T186  ein  Magnificat  4  voc, 
wahrsch.  dasselbe,  welches  sich  in  Yinc. 
Neriti  da  Salo's  Magnific.  Yen.  1593  [B.  K.] 
befindet  und  sehr  fraglich  ist,  ob  dasselbe 
bei  der  friiheu  Jahreszahl  ihm  zuzuschrei- 
ben sein  wird.  Es  ist  allerdings  mit  Ph, 
Schöndoiif  gez. 

Noch  sind  in  Samlwk.  aus  dem  Jahre 
1600  drei  geistl.  Gesänge  zu  finden,  dar- 
unter auch  ein  Mag-nific.  VI.  toni  5  voc, 
welches  sich  auch  im  Ms.  in  B.  Br.  be- 
findet. Es  gut  hierbei  dieselbe  Frage  wie 
bei  dem  zuerst  genannten  Magnificat.  — 
Veni  sancte  Spiritus  5  voc  Nr.  38.  in  Ms. 
mus.  qSQa— f.  [B.  D.]  Missa  6  voc.  in 
B.  Lorenzkirche  in  Nürnberg,  Cod.  148. 

In  Frz.  Commer's  Musica  Sacra  Bd.  27 
eine  Motette  zu  5  Stim. 

Schöner,  . . .  wird  von  Burney 
im  4.  Bd. 's.  682  seiner  Musik- 
gesch.  als  Yioliuist  erwähnt,  der 
1788  bis  etwa  1802  in  London 
lebte  (Gerber  2,  Zusatz). 

Schönfeld,  Heinrich, 

bekannt  durch  ein  Salvum  fac  regem, 
Ms.  558  P.  in  Dresd.  Mus. 

Schönfeld,  Johann  Ferdinand, 
Edler  Ton,  Hofbuchdrucker  in 
Prag,  gab  heraus  (anonym): 

Jahrbuch  der  Tonkunst  von  "Wien  und 
Prag.  Prag  1796.  8".  [B.B.  B.  M. 
Musikf  r.  Wien. 

Es  enthält  besonders  kurz  gehaltene 
Biographien. 

Schoenfeld,  Johann  Philipp, 

geb.  1742  zu  Strafsburg  i/Els.,  gest. 
5.  Jan.  1790  ebd.  Studierte  Theo- 
logie, war  seit  1772  Hofmeister 
beim  Herrn  von  Münchhausen  in 
Braunschweig  (Em.  Bach  stand  in 


der  Zeit  mit  ihm  im  Verkehr,  doch 
muss  dies  nicht  erst  1772  gewesen 
sein,  denn  1770  erschien  Bach's 
Yielerle}^  in  dem  sich  ein  Gesaug 
von  Seh.  befindet  und  ihn  Bach 
„Schönfeld  in  Braunschweig"  nennt). 
1777  erhielt  er  den  Kapellmeister- 
posteu  an  der  Prediger-  oder  Neuen 
Kirche  in  Strafsburg.  1779  ging 
er  zur  weiteren  Ausbildung  nach 
Italien,  wozu  ihm  der  Stadtrat 
150  Gld.  bewilligte.  Nach  der 
Rückkehr  ernannte  ihn  der  Rat 
am  28/4  1781  auf  6  Jahre  zum 
städtischen  Konzertdirektor. 

Er  schrieb  Opern.  Kirchenmusik  u.  a. 
(Lobstein  48.  118).  Schubart  S.  232  bez. 
seinen  „Geschmack  als  hart  und  sein  Kolo- 
rit zu  glühend  (?);  der  Ausdnick  seiner 
Empfindmigen  oft  zu  erkünstelt"  (Wider- 
spiiiche!). 

An  Kompositionen  lassen  sich  nach- 
weisen : 

Das  Milchmädchen  und  die  zween 
Jäger,  komische  Operette.  Darin  eine 
Arie  von  Pacini  imd  Vieles  von  H.  Dimy. 
Ms.  20150  P.     [B.B. 

Recueil  de  quelques  pieces  pour  le 
chant  acc.  du  Clavecin  par  uu  Amateur. 
Grave  par  Winterschmidt  ä  Nüi'nberg. 
24  S.  Dies  muss  in  seine  Braunschweiger 
Zeit  fallen.     [B.  Wagener. 

Lieder  aus  der  Iris  und  1  Arie  mit 
Begleitung  einer  Violine  zum  Singen  beym 
Ciavier  verfasset  von  . . .  Berlin  1778 
Haude  &  Spener.  17  Lieder  in  4».  [B.  B. 
Dresd.  Mus.     B.  Lpz.    Brüssel  Cons. 

Neue  Lieder  auf  das  Ciavier,  in  die 
Music  gesetzt  von  . . .  Verfasser  des  Re- 
cueil compose  par  un  Amateur.  1.  Tbl. 
Am  Ende:  Braunschwg.  in  Commission 
der  fürstl.  Waisenhaus  -  Buchhdlg.  Ham- 
bui-g,  gedr.  bey  Mich.  Chr.  Bock.  4». 
26  S.  10  Lieder.  Fällt  noch  in  seine 
Braunschweiger  Zeit.  [B.  Lpz.  B.  Wa- 
gener.   Brüssel  Cons. 

Lieder  mit  2,  3  und  4  Stim.  mit  Begl. 
des  Clav.  Ms.  [Brüssel  Cons.  nach  dem 
alten  Kataloge. 

In  Samlwk.  ist  er  veiireten  bei  Bossler 
9.  10.  11.  —  In  Em.  Bacii's  Musikal. 
Vielerley  1770  eine  Nr.  —  In  Samlg. 
verschied.  Lieder,  1.  Tbl.  1780  bei  Joh. 
Mich.  Schmidt  m  Nürnberg. 

Schönfeld,  Tobias, 

Kopist   und  Sammler  des  Ms.  Nr.  18 


Schönfelder. 


61 


Schol. 


der  B.  Liegcitz.  6  Stb.  mit  deu  Jahres- 
zahlen 1(513—1635. 

Schönfelder,  Jörg  (Georg),  ein 
Komponist  aus  dem  Ende  des  15. 
und  Anfange  des  16.  Jhs., 

der  im  Samlwk.  Schoeffer's  von  1513 
mit  6  Liedern  vertreten  ist  (Eitner  1. 
M.  f.  M.  26,  1).  An  letzterem  Orte  Ab- 
druck von  3  Liedern:  Da  ich  mein  lieb 
von  erst  ansach.  —  Ich  "weifs  ein  hübschen 
pawren  kuecht.  —  0  wee  der  zeit,  die 
mir  an  leit,  4stimmig.  —  In  Ms.  W9t) 
Nr.  1241  der  B.  B.  in  P.  „Von  edler  art^' 
4stim.  —  In  B.  M..  Ms.  207,  19  „Von 
edler  art'-. 

Seböufeldt,  Jakob. 

In  Chr.  Schwartz's  Musae  teutonicae  1705 
[B.  Kgsbg.]  1  Lied  mit  bez.  Bass.  ^Slr.  134. 

Scilölilierr,  (xottlob  Friedrich, 

geb.  um  1763,  Avie  die  Lpz.  Ztg. 
2,  280  angiebt,  zu  Freiberg  i/S., 
gest.  5.  Febr.  1807  zu  Jever  (nicht 
Jauer  wie  Fetis  schreibt)  als  Opfer 
eines  kärglichen  Einkommens  (nach 
Gerber  2).  Nach  seinem  Tode 
wurde  ihm  auf  Subscriptiou  eine 
Trauermusikfeierlichkeit  veranstal- 
tet. Er  bekleidete  in  Jever  das 
Kantorat,  den  Organistenposten, 
war  Lehrer  der  3.  Klasse  und 
leitete  die  Kirchenmusik.  1799 
gab  er  auf  eigene  Kosten  in  Jever 


Gesänge 


heraus    (Ger- 


ein   Heft 
ber  2). 

Schönsleder,  Wolf,  auch  Wolf- 
gang. Sein  Name,  der  von  1568 
bis  1608  als  Tenorist  und  Musikus 
der  kurf.  Kapelle  in  München  in 
den  Listen  genannt  Avird,  variiert 
anfänglich  in  ganz  mannigfacher 
Weise,  bis  er  sich  endlich  in  obigen 
entpuppt.  Anfänglich  schreibt  ihn 
der  Sekretär  Schönswötter,  dann 
Schönswetter,  Schoensletter,  Schen- 
fletter,  erst  1575  kommt  der  rich- 
tige Name  zu  Tage.  Sein  Gehalt 
betrug  anfänglich  144  Gld.,  der 
später  bis  auf  335  Gld.  stieg.  Nach 
1008  verseil  windet  er  aus  den 
Listen  (Kreisarch.).  Der  als  Schrift- 
steller bekannte  Woifg.  Schönsleder 


ist   ein    anderer    und    lebte   etwas 
später  (s.  d.). 
Schöpperlin,  Oeorg  Wilhelm, 

Organist  in  Nördlingen  um  1671, 
bekannt  durch: 

Die  frey  gesinte  Schäffeiün  Fillis  inn 
einem  schoenen  Ballett  mit  artigen  und 
kunst-zierUchen  Eutreen  . . .  von  der  hoeli- 
gräfl.  Hohen  Balderischen  Hoffstatt  aus- 
gefiihret  ...  den  20/10  April  1671.  (4st.) 
Ms.  [B.  M.,  aber  nur  1  V.  u.  2  Viele 
vorhanden.  Enthält  allerlei  Tcänze  und 
7  Lieder. 

Schöps,  . . . 

machte  sich  um  1780  durch  Sinfonien, 
Klavierkonzerte,  Trios  u.  a.  seiner  Kom- 
position bekannt  (Gerber  1).  Im  hds. 
Verz.  von  Breitkopf  1780  p.  22  wird  er 
mit  einer  Sinfonie  f.  kleines  Orchester 
angeführt. 

Schoerö,  Jan,  aus  Leyden,  ist 
am  15.  Juni  1778  als  Musikus  an 
der  Universität  in  Leyden  ein- 
geschrieben (Bouwst.  3,  10). 

Schöttel,  Johann  Philipp,  war 
von  1738 — 41  Organist  an  der  St. 
Aurelienkirche  in  Strafsburg  i/Els. 
und  vom  17/6  1741  ab  an  der 
Thomaskirche.  Am  27.  Nov.  1756 
wurde  er  zum  Chordirektor  an 
St.  Thomas  gewählt  und  starb  am 
16.  Nov.  1774  zu  Strafsburg  (Lob- 
stein 60,  wo  er  aber  den  2.  Okt. 
1756  angiebt,  an  dem  er  Chor- 
direktor wurde.  Ferner  S.  71. 
84.  92). 

Schotter,  ChristianlmmanucI, 
geb.  6.  Dez.  1760  oder  1762  zu 
Gebesee  in  Thüringen,  studierte 
Theologie,  wurde  am  27.  Sept.  1804 
Kautor  in  Schwerin,  1829  pensio- 
niert und  st.  12.  März  1838  (Chry- 
sander  3,  39). 

Schol,  Cornelis,  war  um  1675 
Organist  an  der  Hofkapolle  im  Haag 
(Bouwst.  2,  165).  Ein  Hmibertiis 
Cornelis  Scholl  war  Organist  und 
Giockenist  au  der  Neuen  Kirche 
zu  Helft  von  1727  bis  zu  seinem 
Tode  am  12.  Juni  1741  (Gregoir, 
Pauth.  5,  21   das  Epitaph).     Nach 


Scholl,  C . . . 


62 


Schollenberger. 


den  ßouwst.  3,  22  war  er  der  Solm 
des  Dirk  und  der  Nachfolger  seines 
Vaters  im  Amte.  Gregoir  bez.  ihn 
fälschlich  als  Sohn  des  Cornelis 
Schol.  Die  Bouwst.  1,  99  rühmen 
ihn  auch  als  Alolaspieler  u.  geben 
die  französische  Kirche  zu  Delft 
an,  wo  er  zuerst  Organist  war. 

Ein  dritter  Schol,  Peter  mit  Vor- 
namen, war  im  17.  Jh.  Sangmeister 
zu  Amsterdam  (Bouwst.  1,  100). 

Seholl,  C  . . . 

Die  B.  B.  besitzt  von  ilim  ] .  Mechanica 
hidraulico  pneumatica.  Herbipoli  1G57. 
(De  organi  hydr.  aliisque  instruiu.  barm.). 
2.  Organum  matheniaticum.  Herbipoli 
1668. 

Sclioll,  Dirk,  geb.  um  1641, 
gest.  21.  März  1727  zu  Delft.  War 
anfänglich  zu  Arnhem  Organist  und 
Glockenist  und  seit  1665  zu  Delft 
an  der  Neuen  Kirche.  Nachrichten 
auf  seinem  Porträt  und  dem  Epi- 
taph (Bouwst.  3,  22.  1,  99.  Gre- 
goir, Panth.  5,  21.  Straeten  4, 
280  ff.  In  der  Tijdschrift  2,  220 
wird  ein  Dokument  mitgeteilt,  worin 
es  heilst:  Dirck  Scholl  van  den 
Briel,  organist  te  Delft,  met  sijn 
Taeler  Jan  Schol  am  3.  Juni  1665). 
Seh.  genoss  einst  eines  guten  Rufes 
als  Orgelspieler,  Glockenist  und 
Komponist.  Leider  kann  ich  nur 
ein  Spottgedicht  von  ihm  nach- 
weisen : 

Weergalm  op  het  onderste  gedeelte 
van  de  quint  essense  des  Nouvelles  van 
14  Maart  IGO").  No  21.  2  den  dr.  Delft. 
Piano,  mit  D.  Schol  gez.     [Amst. 

Straeten  verz.  und  beschreibt  nebst 
Auszügen  drei  Drucke,  deren  Fundort  er 
aber  verschweigi,  so  dass  er  seiner  Mit- 
teilung jeglichen  ^Yert  benimmt.  Man 
findet  sie  in  Bd.  4,  281  u.  282  verz.  und 
sind  in  Kürze  folgende: 

D'onuaspeurlyke  naspeuriug,  bestaande 
in  vraag,  antwoord  en  toesaug,  door  T. 
Van  der  WUt.  Op  muzvk  gebragt  . . . 
Delft  1717  Kloeting.  fol.  3  Sätze  in 
Sonatcuform. 

Troust  in  ouderdom,  door  d'Hr.  A. 
Alewyn.    En  Tegenzang  voor  de  jonkheyt, 


door  . . .  Wilt.  Op  muzyk  gebragt  vor 
1  stem  en  Grond-geluyd  ...     Ib.  1717. 

Rou'^-en  liefde-Trauen  mitgestort  over 
de  smartelyke  dood  van  de  .  .  .  Maria 
Stuart,  koniuginne  ...  ib.  1717.  Yierde 
druk.  Straeten  bringt  den  Tonsatz  im 
Abdrucke  4,  282  nebst  seinem  Porträt. 

Ein  alter  Auktionskatalog  verz.  Koning- 
lijke  airs  a  2,  een  Hand-Fiool  met  een 
Eiool  di  gamba  en  Bc.  op.  8. 

Kermiswerk,  bestaende  in  Gigen,  Pal- 
leten  en   Sarabanden   voor    en    Viool    en 

1  Bass,  op.  9. 

Scholl,  Karl,  geb.  8.  Jan.  1778 
zu  Quolkiew  in  Polen,  ein  seiner 
Zeit  berühmter  Flötist,  wurde  am 
1.  Mai  1797  ins  Orchester  des  Hof- 
theaters in  Wien  aufgenommen, 
schrieb  zahlreiche  Flötenpiecen  u.  a. 
n.  erzog  manchen  tüchtigen  Schüler 
(Schilling). 

Die  Musikfr.  in  Wien  besitzen  ein 
Quartett  f.  den  Czakan,  V.  Va.  u.  Vcl., 
6  A^ar.  f.  Fl.  u.  Guit.,  8  Werke  für-  Flöte 
mit  Begltg.  op.  20—29  und  Flöten-Scala. 
Wien,  Cappi  &  Diabelli. 

Scholl,  Petrus,  Singmeister  u. 
Vorsänger  der  hochdeutschen  refor- 
mierten Gemeinde  in  Amsterdam 
1646.  Gab  die  Psalmen  Lejeune's 
heraus  (s.  d.). 

Schollenberger,  Kaspar,  Ka- 
nonikus regularis  zu  Ulm,  lebte  im 
Anfange  des  18.  Jhs.  Abt  Gerbert 
in  seiner  Geschichte  der  Kirchen- 
musik Bd.  2,  341  behauptet,  dass 
er  der  erste  war,  der  Instrumente 
zur  Kirchenmusik  gebrauchte,  dass 
dies  ein  Irrtum  ist,  bedarf  kaum 
der  Widerlegung,  denn  schon  Prae- 
torius  wendet  sie  an  und  als  Er- 
satz für  fehlende  Singstimmen  ver- 
wandte man  sie  schon  im  16.  Jh. 
(Gerber  1).  Man  kennt  von  seinen 
Kompositionen,  auf  denen  er  sich 
mit   „Canonicus  et  Decanus"   bez: 

Psalmodia  ariosa  tripaiiita,  complectens 
integras    3    ariosas    Vesperas  ...    4  voc. 

2  V.  Violoue  et  organo  . . .  Aug.  Vind. 
1713  Schlüter  etHappach.    14  Stb.    [B.  M. 

Gaudia  et  luctus  in  uuum  concinnata; 
sive  Missae  6  ariosae,  solemuis  una  4  pri- 
vatae   lugubris   defunctorum   . .    ;i  4  voc. 


Sclioltz,  Gottfried. 


63 


Scliop,  Albei-t. 


2  Y.   2  Violone,    org.    ac   2   Clarini    ...   I 
Op.  3.     Ib.  1718.     ISStb.     [B.  M.  fehlen 
V.  1  rip.,  V.  2  concert.  et  rip.,  2  Clarini. 
B.  B.  nur  11  Stb.  in  4». 

Tliyiniama  arioso-eccles.  complectens 
Offeitoria  festiva  ...  4  voc.  2  V.  . . . 
Ulmae  171S  Job.  Chrph.  Bäurlein.  fol. 
12  Stb.     [B.  M. 

Scholtz,  Gottfried,  geb.  1667, 
wurde  1697  Organist  au  St.  Bem- 
harclin  in  Breslau  und  starb  ebd. 
29.  Nov.  1739  (Hoffraann). 

Unter  Ootfrid  Sci/olx  befinden  sich 
im  Samlwk.  1622  b  3  Paduanen,  1  Cou- 
rante  xmd  1  Galliarde  für  4  Instrnm. 
(Eituer  1). 

Von  einem  Johann  Scholx.  befindet 
sich  ebd.  eine  Intiade  für  4  Instr. 

Scholtz,    Joachim,    war    von 

1564  bis  zu  seinem  am  12.  Jan. 
1567  erfolgten  Tode  Organist  an 
St.  Bernhardin  in  Breslau  (Hoff- 
manu). 

Sclioltz,  Johann  Christian; 

in  der  Schweiiner  F.-Bibl.  befindet 
sich  ,,Une  Douzaine  de  Tierces  musicales 
a  la  flute  trav.  et  ä  la  Viole  av.  la  ß., 
composees  et  gravees  pai'  Jean  . . .  ä  Ham- 
burg, Anno  1736.    3  Stb. 

Scholz,  Leonhard,  Organist  an 
St.  Sebald  in  Nürnberg  um  1783 
(Gramer  1,  649). 

Gerber  2  zeigt  von  einem  Scholz  aus 
derselben  Zeit  6  Ideine  Klaviersouaten, 
Breslau  1788,  und  Lieder  am  Klavier, 
Berlin  1792,  an. 

Scliomhag,   siehe  Koesfelt,  L. 

Z.  van. 
Schomler,  Bartholomäus,   ist 

nur  durch  Draudius  Bibl.  german. 
bekannt,  der  dort  verz: 

Ethche  Psalmen  vnd  geistl.  Lieder,  aufs 
dem  geraeinen  Psalmenbuch  in  ihrer  ge- 
wöhnlichen Melodev  auff  4  Stim.  comp. 
Herbom  1608.     12". 

Schondorf,  siehe   Schöndorff. 

Schone,  Matz,  Lautenist  in 
Hamburg,  Ratsmusikant  von  1524 
bis  29,  pensioniert  1530  (Sittard 
1,  16). 

Schonsledcr,  Woltgau;^,  nennt 
sich  in  lateinischer  üebersetzung 
Volupi/is  Decorm,  ein  Jesuit  und 


Sänger  zu  München,  geb.  daselbst 
1750,  gest.  17.  Dez.  1651  za  Halle 
in  Schwaben,  gab  heraus: 

Architectouice  universalis,  ex  qua  Melo- 
poeara  per  universa  et  solida  fundamenta 
musicorum,  proprio  marte  condiscere  pos- 
sis.  Autore  ...  Ingolstadii  1631  W.Eder. 
4".  2  Teile,  der  2te  mit  Musikbeisp. 
235  S.  [B.  B.  B.  G.  B.  M.  Mainz. 
Proske.     Glasgow. 

—  andere  Ausg.  Ingoist.  1684  Mae- 
nardus  Zeller.     4".     235  S.     [B.  M.  . 

Schoockius,  Martin,  geb.  um 
1614  zu  Utrecht,  gest.  um  1669 
zu  Frankfurt  a/0. ;  zuerst  Professor 
zu  Deventer,  dann  zu  Groningen 
und  zuletzt  in  Frankfurt. 

Er  schrieb  Dissertationes  variae.  Utrecht 
1663.  Die  30.  handelt  von  der  Kirchen- 
musik (Fetis  "Weiteres,  auch  C.  F.  Becker 
1,  123.  227). 

SchoonhOTen  (Scoonhovio),  Cor- 
nelis,  war  um  1600  Organist  an 
der  alten  Kirche  in  Delft  (Doku- 
mente in  Bouwst.  1,  34/35). 

Ein  Gesaug  im  Samlwk.  1605  a  (Eit- 
ner  1);  ein  anderer  in  Phalese's  II  HeU- 
cone  1616:  Donna  ch'ornata. 

—  Sein  Sohn  Jati  wurde  sein  Nach- 
folger, das  Jahr  ist  unbekannt  (l.  c). 

Schoonwald,  Samnel, 

gab  1725  Neander's  Geistreiche  Glaub-, 
Liebes-  und  Bundes-Lieder  in  vermehrter 
Ausgabe  heraus  (siehe  Neander). 

Schop  (Schope),  Albert,  der 
Sohn  des  Johann,  ist  um  1654  bis 
1660  nach  Mattheson  1,  396  Or- 
ganist in  Güstrow.  1667  nennt  er 
sich  fürstl.  Mecklenburgischer  Hof- 
organist (Niederrh.  Ztg.  3,  364/65, 
ebenso  auf  dem  Drucke  von  1667): 

1666.  1.  Theil  musicalischer  Audachteu. 
Rostock  1666.  1  vol.  A— P.  1  st.  Gesge. 
mit  Bc.     [B.  Bohn  in  Breslau. 

1667.  Exercitia  Yocis,  oder  Theils 
Deutsche,  Theils  Lateinische  Concerteu 
mit  einer  Stimme  und  bej"gefugtem  Basso 
continuo  gesetzt  von  . .  .  Hbg.  1667  Job. 
Naumann.  1  Bd.  in  gr.  4".  6  S.  Vor- 
wort. 1.  Abtlg.  56  S.  2.  Abtlg.  50  S. 
Part,  mit  22  Nrn.  10  Psalmen  von  Seh. 
u.  12  von  Mali.  Cokrits.  [B.  B.  B.  Becker 
in  Lancy,  Beschrbg.  in  M.  f.  31.  10,  161. 
Klingenthal.     Paris  Nat.  von  1677? 


Schop,  Johann. 


64 


Schop,  Johann. 


Ms.  Bibl.  Upsala:  Cantemus  omnes  et 
jubilemus,  3  voc.  c.  Bc.  fol. 

In  Dr.  Schuppius  Passion  und  Bufs- 
Lieder,  Hbg.  165.5,  sieben  Gesge.  von  ilim. 

In  Jakola  Schwieger's  Liebes  Grillen 
21  Melodien  mit  Bc. 

Schop  (Scbopp,  Schoope),  Jo- 
liauu,  eiu  ,,kimdiger"  Instrumen- 
tist auf  der  Violine  (Discantgeige), 
Laute,  Posaune  und  dem  Zinken, 
trat  am  27.  Febr.  1615  in  die  Hof- 
kapelie  in  Wolfen büttel  und  erbielt 
in  allem  220  Tblr.  jäbrl.  Gebalt 
(Cbrysander  1,  155,  der  binzu- 
fügt,  dass  er  ein  sehr  bewegtes 
und  von  langer  Dauer  wahrendes 
Leben  geführt,  „über  welches  ich 
gelegentlich  Mitteilungen  machen 
werde";  ob  und  wo  dies  geschehen 
ist,  habe  ich  nicht  in  Erfahrung 
bringen  können).  Nach  einem 
Aktenstücke  im  sächs.  Staatsarchiv 
Gunter   Ambr.  Götze)    war    er    um 

1618  in  dänischen  Diensten  als 
Violinist  und  genoss  eines  weit- 
verbreiteten Rufes,  so  dass  Schüler 
aus  allen  Gegenden  seinen  Unter- 
richt suchten.  Li  Viertel].  9,  76 
wird  sein  Aufenthalt  in  Dänemark 
vom    1.   Nov.    1615    bis    17.  März 

1619  augegeben  und  wäre  dem- 
nach seine  Stellung  in  Wolfen- 
büttel  von  sehr  kurzer  Dauer  ge- 
wesen. Mattheson  nennt  ihn  in 
der  Ehrenpforte  einen  Künstler, 
dessen  Gleichen  so  leicht  nicht  in 
kgl.  und  fürstl.  Kapellen  gefunden 
wird.  Die  Niederrheinische  Musik- 
zoituug  berichtet  im  3.  Bde.  p.  365, 
dass  er  sich  auch  eine  Zeitlang 
in  Paris  aufgehalten  habe.  Gegen 
1621  ti'at  er  in  hamburgische 
Dienste  und  wurde  Direktor  der 
ßatsmusik  mit  800  M  Gehalt.  Job. 
Rist  bezeichnet  ihn  im  Parnass 
p.  76  um  1649  als  Organisten  an 
St.  Jakob  in  Hamburg  und  in  den 
,,Himlischer  Lieder''  von  1644  wird 
er     der     Stadt    Hamburg    Capell- 


meister  genannt.  In  Georg  Neu- 
mark's  fortgepflanzten  poetischem 
Lustwalde  wird  er  und  Scheide- 
mann, nachdem  sie  sich  in  einem 
Konzerte  haben  hören  lassen,  in 
überschwenglicher  Weise  gepriesen. 
Nach  Sittard  1,  19,  der  ihn  aber 
fälschlich  Paul  nennt,  empfängt  er 
1633  eine  Verehrung  von  100 
Rchsthl.  und  sein  Tod  wird  mit 
dem  Jahre  1664  oder  65  bezeich- 
net. Ueber  seine  Kompositionen 
siehe  das  Urteil  in  der  Allg.  deutsch. 
Biogr. 

Von  Yiolinkompositionen  sind  bisher 
nur  3  Piecen  aufgefunden,  desto  mehr 
aber  von  Gesangswerken.  Ich  führe  zu- 
erst diejenigen  "W^erke  an,  die  er  selb- 
ständig herausgab  und  diesen  folgen  dann 
diejenigen  in  Liederbüchern  von  Rist  u.  a. 

1630  a.  Ehren  Wunsch  vnd  Gesang 
bev  hochzeitlichen  Fremden  Fest.  Dess 
. .  \  Barth.  Müller  . . .  Hbg.  26.  April  1630 
Rebeulein.  7  Stbll.  „Steh  auf  meine 
Freundin."     [B.  Hbg. 

1630  b  (?).  Ehrn:  vnd  Frewden  Liedt 
auff  hochz.  Ehrenbg.  dess  Hen-n  Erasm. 
Sartorii.  Mit  6  Stim.  Hbg.  1630  L. 
Pfeiffer  (Jahreszahl  abgeschnitten).  4°. 
„Nun  kompt  der  winter."     [B.  Hbg. 

1635.  Ehren  "Wunsch  u.  Gesang  bei 
hochz.  Frewdenfest  dess  . . .  Job.  MüUer 
.  . .  mit  8  St.  u.  Bc.  Hbg.  17.  Aug.  1635 
Eebenlein.  (Mein  Freund  komme  in  seinen 
Garten.)     [B.  Hbg. 

1636  a.  Hochzeitl.  Frewden  Gesang 
dem  . .  .  Job.  Schlebusch  .  .  .  mit  8  Stim. 
u.  Bc.  15.  Febr.  1636  ib.  „Danket  dem 
Herren  denn  er  ist  freundlich."    [B.  Hbg. 

1636  b.  Hochzeitl.  Lobgesang  . .  .  dem 
Job.  Koel  ...  zu  8  St.  u.  Bc.  29.  Febr. 
1636.  ib.  „Wol  dem  der  den  Herrn 
fürchtet".     [B.  Hlig. 

1637.  Frölicher  Ehrenscheiiz  bey  hoch- 
zeitlichem Ehren  Tag,  defs  .  .  .  Erasmi 
Sartorii  beriihmbten  Cantoris  in  Hamburg 
. . .  mit  2  Stim.  nebens  einem  Bc.  ge- 
setzet. Hbg.  1637  Rebenlein.  [Lübeck:  Bc. 

1643.  Erster  Theil  Geistlicher  Con- 
certen.  Mit  1.  2.  3.  4.  und  8.  Stim. 
Sambt  bevgefügten  Bc.  vor  die  Orgel. 
Hbg.  1643  1644  Rebenlein.  5  Stb.  4». 
30  Nrn.  [Musikfr.  Wieu.  Stuckholm  1. 
u.  2.  Tbl.     AVulfenb.  1.  Tbl. 

1655.  Der  Flüchtigen  flüchtige  Feld- 
rosen; lu  unterschiedlichen  Lust-Gesängen 


Schop,  Jobann. 


65 


SchoiTinaier. 


vorgestellet.  Gezieret  mit  allerhand  köst- 
lichen, neuen,  noch  unbekannten  Melo- 
deyen,  deren  etzlicbe  von  dem  vortreff- 
lichen Componisteu  J.  S.,  die  andern  aber 
von  unterschiedlichen  guhten  Freunden 
in  der  Sing-  u.  Orgelkunst  wolerfahrnen 
verfertiget.  Hbg.  1655  J.  Carstens.  16" 
für  C.  u.  B.  [Strafsburg.  B.  Lpz.  B. 
Wagener. 

Lieder  in  den  Rist'schen  Gedicht- 
Santnilungen. 

1641.  Himmlische  Lieder  mit  sehr  an- 
muthigen,  niebrentheils  von  J.  S.  in  Hbg. 
gesetzten  Melodeyen.  Das  erste  bis  fiinfto 
Zehen.  Lüneburg  1641/42  bei  Stern.  8«. 
50  Lieder.     [B.  B.    B.  Hbg.     Lüneburg. 

—  1643  ib.     [B.B.     B.  Zw. 

—  1644  ib.  (das  2te  Zehen  mit  1647 
gez.)    [B.  M. 

—  1648  u.  1650  ib.  [B.  W.  im  3.  Zehn 
Nr.  7  von  Mich.  Jacobi.    B.  Kgsbg.  von  1 648. 

—  1651'.  ib.  Dedic.  von  1652.  13  u. 
351  S.  [B.  Br.  Hofb.  Wien.  B.  Hbg. 
B.B.     Karlsruhe.     B.  Lpz.     B.  Kgsbg. 

—  1658  ib.  kl.  80.  14  Bll.  u.  351  S. 
[B.  Lpz.  B.  Hbg.  (auch  von  1657).  Bx-üs- 
sel.     br.  Mus. 

1642.  Der  edlen  Dafnis  Galathea  einige 
Lieder  (s.  Rist). 

1654.  Frommer  und  gottseliger  Christen 
alltägliche  Hausmusik  oder  musicalische 
Andachten,  bestehend  in  neuen  geistlichen 
Liedern  mit  Job.  Schoopen  Melodej'en. 
ib.  1654.  80.  70  L.  mit  48  Mel.  von 
Schop  und  22  von  M.  Jacobi.  [B.  M. 
B.  Br.  B.  Lpz.  B.B.  B.Hbg.  B.W. 
B.  Wageuer. 

Die  B.  in  Kopenhagen  besitzt  im  Ms. 
unter  Eist  98  Lieder  zu  Eistschen  Texten 
von  1644—57. 

Ferner  finden  sich  Liedkompositionen 
in  folgenden  Liedersammlungen:  1642  in 
Grummer's  Daphnis.  In  Zesen's  Jugend- 
flammen 1651  pag.  99,  in  dessen  Liebes- 
flammen 1653,  in  Saloraonis  hohem  Liedo 
1657  und  4  Lieder  in  dessen  Kosen-  u. 
Lilienthal.  In  Öchupp's  Passions -Lieder 
1655  zwei  Gesge.    In  Erhard's  Gesgb.  1659. 

In  der  New-vermehrte  christl.  Seelen- 
harpf  .  . .  Onoltzbach  1664  65  bei  Job. 
Hornung.  38  Melod.  von  Schop.  (Heidel- 
berg Univers.,  siehe  Zahn  6,  224.) 

In  Joh.  Francken's  geistl.  Sion  1674. 
In  Saubert's  geistl.  Liedern  1676  sechs 
Nrn.  In  Vopelius'  Gesgb.  1682  drei  Lieder. 
In  F.  Sohren's  Music.  Vorscliinack  1683. 
In  Matthyl'z  Samlwk.  1646  IStücke  für 
3  Violen. 

Ms.  B.  W^agener  Orgeltaliulaturen  von 
1689  im  2.  Bde.  (siehe  Heiur.  Sclieidemanu). 

Rob.  Eitner's  Quellen-Lexikon.    Bd.  9. 


Ms.  B.  B.  T 1Ü7  Choralgesänge  aus 
Vopelius  in  Part. 

Isis,.  52  in  B.  Br.  Tabulaturpart.  u.  Stb. 
12  geistl.  Gesänge  zu  4 — 8  Stim. 

Zahn  teilt  eine  Anzahl  Melodien  mit, 
von  denen  auch  einige  in  den  Kirchen- 
gesang übergegangen  sind,  wie  3687.  5741. 
5813.  5817.  5819.     Siehe  Bd.  5,  416. 

In  Jak.  Schwieger's  Liebes  GriUen  von 
1656  ist  im  1.  Buche  Nr.  9  ein  Lied  mit 
/.  Schop  der  Junge  gez.  und  muss  dies 
neben  Albeii  Schop  ein  zweiter  Sohn  des 
Johann  sein. 

10  Gesge.  in   neuen  Ausg.   (Eitner  2). 

Schope,  J  . . .  A  . . . 

In  Chrstn.  Schwartzen's  Musae  teu- 
touicae,  Kgsbg.  1705  unter  Nr.  132.  136. 
138.  144:  4  Melodien  mit  bez.  B.  über 
geistl.  Lieder.     [B.  Kgsbg.   p.  30  u.  322. 

Scliormaiiii ,  Stephan ,  lebte 
1590  in  München,  wo  er  die 
Dedicat.  zu  folgendem  Samlwke. 
unterschrieb : 

Suavissimorum  modulorum  selectissimae 
Cantiones  sacrae,  ex  praestantissimis  qui- 
busdam  musicis  collectae,  4,  5,  6  et  8 
vocum  .  .  .  Monachii  1590  Ad.  Berg. 
6  Stb.  qu40.  30  Gesge.  ohne  Angabe 
eines  Autors,  siehe  Eitner  1,  216.  [B.  A. 
Proske. 

Sehorii,  Johann  Paul,   ein  in 

erzbischöfl.  Diensten  zu  Salzburg 
stellender  Musiker,  von  dem  Ger- 
ber 1  verz. 

Duodenarium  harnioniae  selectae  deü- 
cium,  vario  instnimentorum  genere  ordi- 
uatum.  Aug.  Vindel.  1724.  Schon  Wal- 
ther zeigt  dasselbe  Wei'k  an  und  Ger- 
ber 2  fügt  noch  die  Angabe  der  Instra- 
mente  hinzu:  2  V.  2  Ob.  u.  B.,  oder  für 
2  V.  2  Vcl.  u.  B.,  auch  für  2  V.  2  Hörn, 
u.  B.  Es  sind  Partien  für  Instrumente. 
Walther  zieht  dasselbe  aus  Lotter's  Ver- 
lagskataloge. 

Schornhurg,  Heinrieh,  bekannt 
durch  die  Schrift 

Elemeuta  musica  . .  .  qualia  nuuquam 
antehac  ordine,  brevitate,  perspicuitate  et 
firmitate  visa;  cum  vera  monocordi  de- 
scriptione,  hactenus  desiderata,  Instni- 
menta  musica  fabricare  volentibus  ante 
onmia  cognita  necessaria  .  .  .  Coloniae 
Agrip.  1582  Nicol.  Grapheus.  4".  20  Bll. 
(Edit.  I.)     [B.M. 

SchoiTinaier,  Pater  Wollgang-, 
geb.  1676  zu  Augsburg,  gest.  5.  Mai 

5 


Schott,  Bernhard. 


66 


Schott,  Kaspar. 


1720  im  Kloster  S.  Ulrich  u.  Afra 
in  Augsburg.  Trat  1694  in  das- 
selbe und  wurde  Chordirektor. 

Es  werden  zwei  geistliche  Schauspiele 
von  ihm  erwähnt,  die  1712  zur  Auffüh- 
rung gelangten  (Kornmüller  1,  217). 

Schott,  Bernhard,  der  Gründer 
des  heutigen  Musikverlagsgeschäfts 
B.  Schott's  Söhne  in  Mainz.  Be- 
gann als  l^otenstecher,  errichtete 
dann  eine  Verlagshandlung  und 
wurde  1780  kurfürstl.  Hofmusik- 
händler.  Der  älteste  Druck,  den 
ich  bis  jetzt  von  ihm  fand,  trägt 
das  Datum  1770,  auf  dem  er  sich 
nennt:  B.  Schott  in  Mainz,  Kupfer- 
stecher. 1817  starb  er  und  ging 
das  Geschäft  auf  seine  Söhne  An- 
dreas (geb.1781,  f  1840)  und  Joh. 
Joseph  (geb.  1782,  f  1855)  über 
(siehe  Näheres  in  Allg.  deutsche 
Biogr.).  Ein  vom  Gründer  in  der 
ersten  Zeit  seiner  Thätigkeit  her- 
ausgegebenes Samlwk.  trägt  den 
Titel: 

Eecueil  d'Ariettes  et  Romances  choisies 
des  operettes  les  plus  belle  p.  1  Fl.  Liv.  3. ' 
No.  273.     14  Nrn.   defekt.     [Schwerin  F. 

Seine  Nachfolger  gaben  die  Bibliotheque 
de  mus.  d'eglise  u.  a.  heraus  (siehe  Eit- 
ner  2). 

Schott,  Oeori»  Balthasar,  seit 
Juli  1719  Organist  an  der  Neuen 
Kirche  in  Leipzig,  meldet  sich 
1722  zum  erledigten  Kantorat  an 
der  Thomasschule,  erhält  es  aber 
nicht,  sondern  Seb.  Bach;  dagegen 
wird  er  am  Collegium  musicale, 
von  Tolemann  gegründet,  Direktor 
und  zugleich  Musikdirektor  am 
Theater  in  Leipzig.  1729  beruft 
man  ihn  als  Kantor  nach  Gotha 
(Dörffel  2,  3.     Spitta  2,  5.  50). 

Schott,  Johann  (icorg-,  widmete 
sich  der  Poesie  und  Musik,  lebte 
1590  zu  Erbach  im  Utlenwald, 
dann  beim  Grafen  von  Nassau  zu 
Ottweiler  und  bez.  sich  1603  als 
Ksl.  Notar   und   Stadtschreiber   zu 


Butzbach  in   Oberhessen.     Er  gab 
heraus : 

Psalmen  vnd  Gesangbuch.  Darinn  die 
Geistliche  Lieder  D.  Mart.  Luheri  ...  zu 
4  Stirn,  cootrapuncts  weifs  ordentlich  col- 
ligiort  vnd  zusammengesetzet  durch  .  . . 
Franckf.  a/M.  1603  Sigism.  Latomus.  12». 
Stirn,  gegenüber.  196  vierst.  Tonsätze. 
[B.  Stuttgart.     Darmst. 

Zahn  teilt  11  Melodieu  mit. 

Dies  ist  das  Gesangbuch,  welches  Ger- 
ber 2  und  Fetis  unter  dem  kuriosen  Titel 
mitteilen. 

lu  Darmstadt,  Hofbibl.,  Ms.  2901,  be- 
findet sich  ein  Gelegenheitsgesang,  auf 
dem  er  sich  Ksl.  Notar  und  Musikdirektor 
zu  Butzbach  nennt.  Es  trägt  den  Titel: 
Paraphrasis  brevis  ps.  45  In  solemnitatem 
nuptialem  dui.  Fhilippi  Laudgr.  Hassiae. 
Butisbach  29.  Juli  1610.  Wahrscheinlich 
Autograph. 

In  Zelle's  II.  Schulprogramm:  Ein  feste 
bürg  ist  unser  got  (M.  f.  M.  28,  72).  In 
neuen  Ausg.  11  Gesge.  (Eitner  2). 

Schott,  P.  Kaspar,  ein  Jesuit, 
geb.  um  1608  zu  Königshofen  bei 
Würzburg,  gest.  22.  Mai  1666  zu 
Würzburg,  lebte  lange  in  Italien 
und  ging  erst  am  Ende  seines 
Lebens  nach  Würzburg,  wo  er 
seine  Werke  redigierte  (Fetis). 
Unter  denselben  befindet  sich 
auch  eins,  welches  sich  vielfach 
mit  Musik  beschäftigt  und  selbst 
theoretische  Regeln  giebt  (siehe 
Gerber  1);  es  ist  betitelt: 

Organum  Mathematicum  hbris  IX.  ex- 
plicatum  ä  P.  G.  Schotte  e  societate  Jesu, 
quo  per  paucas  ac  facillime  parabiles  Ta- 
beilas,  intra  cistnlam  ad  modum  organi 
pneumatici  constructam  reconditas,  jjle- 
raequo  Mathematicae  discipliuae,  modo 
novo  ac  facili  traduntur.  Opus  posthumum. 
lIorbii»oli  1668  Jo.  Andr.  Eudtor  et  Wolfg. 
junior  haeiedum.  Excudebat  Jobus  Hertz 
tvpogr.  40.  2  Portr.  31,  858  u.  8  Seit. 
[B.  B.     C.  P.     Brüssel.     B.  Lpz. 

Magia  universalis  naturae  (.'t  artis  sive 
recondita.  Pars  I. — III.  llerbipoli  et 
Bamberg.  (Die  mir  vorliegenden  Titel- 
Iciipion  variiren  in  den  Jahreszahlen,  Leo 
Lie|ini.  besal's  eine  Ausg.  1657 — 59.  Rosen- 
thal eine  von  1672—74  und  die  Musdifr. 
in  AVien  eine  von  1677).  Im  2.  Bde. 
über  Musik. 

Die  B.  B.   besitzt  noch   einen  Druck: 


Schottelius. 


67 


Schramm,  Melchior. 


Mechanicahydraulica-pneuraatica.  Francof. 
1657  Schönwetter. 

Schottelius ,     Justiis     Georg, 

der  Dichter  des  Neu  erfundenen 
Freuden-Spiel  1648.  Musik  von 
der  Prinzessin  Sophie  Elisabeth, 
Herzogin  von  Braunschweig.  [B. 
Br.  (siehe  den  Artikel  Sophie 
Elisabeth). 

Schotteiiberger,  Kaspar,  aus 
Klein  Wenge  bei  Ulm  (Titel),  gab 

heraus : 

Psahnodia  curiosa  tripartita  ...  (3 
Vesperae),  op.  1.  August.  Viud.  1724 
Schlütter  et  Happach.  4P.  [Einsiedeln 
fehlt  C  1.  ripien. 

ScliOiiw,  (xeorg-,  aus  Kopen- 
hagen, ist  am  29/2  1780  an  der 
Universität  zu  Leyden  als  Musicus 
eingeschrieben  (Bouwst.  3,  10). 

Scliow,  Pt., 

bekannt  durch  eine  Dissertatio  de  usu 
et  ahusu  rausices.  Havniae  1737.  40. 
8  Seit.     [Kopenhagen. 

Sclu'aderiis,  Joannes,  bekannt 

durch 

New  verbessert  .  . .  Kirchen  Formular, 
allerhand  Chiistlicher  Wort  und  Cere- 
monien  . .  .  Franckft.  u.  Lpz.  1G70  Chrstn. 
Gerlach  u.  Simon  ßeckenstein,  gedruckt 
in  Helmstadt  bey  Henning  Müller.  4". 
[br.Mus:  3  pt.? 

Schräg,  ...  1G95-98  Organist 
.  an  der  St.  Aurelienkirche  in  Strafs- 
burg (Lobstein  92). 

Schrainb,  Melchior,  aus  Offen- 
burg, erhält  1607  vom  Kurf.  von 
Baiern  für  übersendete  Komposi- 
tionen ein  Geschenk  von  12  Gld. 
(Kreisarchiv). 

Schramh,  Joseph,  Violinist  an 
der  Hof  kapeile  in  Wien  vom  13. 
Juli  1796  bis  f  10.  Jan.  1816,  61  J. 
alt  (Köchel  1). 

Schraiueck,  J...  J..., 

bekannt  durch  das  historische  Singsjiiel: 
Die  Hütte  bei  Moskwa  oder  der  Czar  und 
der  Bauer.     Ms.  P.     Parmst. 

Schramm,  Christoph  Gottlob, 

Kantor  in  Hederslebuu,  dann  Kau- 
tor und  Organist  a/d.  St.  Georgen- 


kirche und  1.  Lehrer  a/d.  Bürger- 
schule der  Parochie  Glaucha  zu 
Halle  (Titel).     Ist   bekannt  durch: 

Alte  und  neuere  Choral-Melodieen  der 
evangelischen  Kirche  für  Bürger-  und 
Landschulen  2-  und  3stim.  bearbeitet  von 
. .  .  Lpz.  (1801)  Br.  &  Haertel.  quiP. 
130  Chorcäle.     [B.  Lpz.     B.  B. 

Vermischte  Tänze,  als  12  Ecossoisen. 
Halle  1804  in  Com.  bei  Schimmelpfenning. 
[B.B. 

Von  einem  J.  C.  Schräm  tn  besitzt  das 
Conserv.  zu  Brüssel,  Ms.  907 :  Herr,  mich 
verlaugt  nach  deinem  Heil,  Cantate  zu 
4  Stim.,  Solo  und  2  Hörn.  2  V.  Va.  Bc. 
fol.  P. 

Scliramm,  Melchior,  ein  Schle- 
sier,    nach  Walther    aus  Münster- 
berg gebürtig,  woraus  die  neueren 
Lexika  einen  Organisten  in  Mün- 
sterberg gemacht  haben.     Er  kam 
1574   als  Musikus   in   den  Dienst 
des  Grafen  Karl  von  Hohenzollern 
in    Sigmaringeu,    wie    er    in    der 
Dedication  zu  den  Sacrae^  cantiones 
von  1576  selbst  sagt  und  bezeich- 
net dieselben  als  sein  erstes  Werk. 
(Die   Sacrae  Cantiones   von    1572, 
die  in  allen  Lexika  angezeigt  sind 
und   auch  irrtümlich   im  Kasseler 
Kataloge  p.  61  stehen,   sind  daher 
die  von  1576).  In  den  Cantiones  von 
1606  nennt  er  sich  auf  dem  Titel- 
blatt: Bürger  zu  Olfenburg,  Orga- 
nist und  Musicus.     Fetis  sagt,   er 
trat  den  Posten  um  1595  an.    Dies 
ist  nur  eine  angenommene  Jahres- 
zahl.    Von   seinen   Kompositionen 
ist  noch  keine  in  neuerer  Partitur 
crschieuen,  dass  er  aber  ein  tüch- 
tiger   und    hochgeachteter    Meister 
war,   beweist   das  in  der  Hofbibl. 
in  Wien   befindliche  Ms.  mit  den 
3   Hochzeitsgesängen   von    Lassus, 
Kerle  und  Sehramm.    Wer  sich  in 
solcher  Gesollschaft  befindet,  muss 
ihrer  auch  wert  sein.     Erschienen 
sind  von  ihm: 

1.  Sacrae  cantiones  5  et  6  voc.  Noribg., 
Katharina  Gerlachius  et  haeredes  Job. 
Montanus.    157G.    5  Stb.  in  qu40.    25  Nrn. 

5* 


Schrammen. 


68 


Schreiber,  Friedr.  Gust. 


[B.A.  B.K.  B.B:  B.  B.  M.  6  Stb.  ? 
Kopenhagen.  Lüneburg.  Hofb.  Wien 
6  Stb.     br.Mus:  C.  A.  T.  B. 

—  Einzelne  Stb.  tragen  die  Jahreszahl 
1577. 

2.  Neuwe  aufzerlesene  Teutsche  Ge- 
sang, auff  ein  besondere  art  vnd  manier 
mit  4  St.  Comp.  Frkft.  a/M.,  in  verleg. 
Sig.  Feyerabends  1579.  4  Stb.  kl.  qu40. 
9  Nrn.  weltliche  Lieder.     [B.  B.     B.  M. 

3.  Cantiones  selectae  quas  vulgo  mo- 
tectas  appelant,  quinis,  6  et  8  v.  Francf., 
AVolfg.  Richter,  impensis  Nie.  Stein.  1(306. 
6  Stb.  29  Nrn.  [B.  B.  B.  K.  nur  4  Stb. 
Darmst.  fehlt  A.  T. 

4.  Ms.  Hofb.  Wien :  Officium  nuptiale 
Octavio  IL  Fuggero.  1  Gesang:  Deus 
patram  nostr.  2  andere  von  Lassus  u. 
Kerle.  Ferner  in  I,  51  (alte  Signatur): 
Domine  Deus  patrum  6  voc. 

5.  Mss.  B.Proske:  986, 38  Ein  edler  jäger 
wolgemuth,  in  4  Tl.  5  st.  —  26  Gesänge 
in  alten  Mss.  (s.  Kat.  A  IV.)  —  Motetten 
zu  5  u.  6  St.  in  807  (Ms.  von  1577). 
821—823.  862,  11.  887  aUerlei  Gesge. 

6.  In  B.  L.  Ms.  7  ein  Ave  Maria  6  voc. 
—  In  B.  Br.  Ms.  12,  94  Da  nobis  auxi- 
lium  6  voc.  in  Stb.  In  Brieg  ein  Laudate 
pueri,  6  v.  IVIs.  def. 

Im  Gothaer  Cant.  2.  Thl.  1655  ein 
geistl.  Gesg.  —  2  Gesänge  in  alten  Samlwk. 
(Eitner  1).  In  Kargel's  Lautenb.  1586 
eine  arrang.  Piece. 

Sclirammen,  Jakob,  ein  Lau- 
teüist  im  Dienste  der  Hofkapelle 
in  München,  wird  in  den  Akten 
nur  1554  erwähnt  (Kreisarchiv). 

Scliratteiibach,  J  . . ., 

gab  in  Wien  seit  1785  mehrere  Hefte 
Lieder  und  Divertissements  pour  l'harpe, 
2  V.  et  B.  bei  Artaria  heraus  (Gerber 
1.  2). 

Schraub,  Franz,  ein  Wiener 
Musiker,  der  um  179Ü  bei  Koze- 
luch  in  Wien  herausgab: 

3  Senates  pour  le  Clavecin,  op.  1 
(Gerber  2).  Die  Hofb.  in  Wien  besitzt 
Ms.  18701:  Missa  ex  B.  und  Missa  III. 
ex  Es  für  Chor  u.  kl.  Orch.  in  V. 

Schreiben  an  die  Tonkünstler 
in  Berlin,  siehe  Wenkel. 

Schreiber,  Andreas,  geb.  18. 
Mai  1593  zu  Friedrichroda,  gest. 
G.  Juli  1660  zu  Schmal kalden, 
Schüler  Vulpius'  in  Weimar,  ging 
1618  nach  Gotha,    1614  als  Orga- 


nist nach  Friedrichroda,  1616 
Schullehrer  u.  Organist  in  Kalten- 
Nordheim  (Henneberg),  1635  in 
gleichen  Aemtern  in  Schmalkal- 
den.  Er  wird  als  Liederdichter 
und  tüchtiger  Orgelspieler  gerühmt 
(Leicheusermon   in  M.  f.  M.  8,  3). 

Schreiber,  Christian,  Konsi- 
storialrat  und  Superintendent  zu 
Lengsfeld  bei  Gotha,  lebte  um 
1803  zu  Eisenach  und  zeichnete 
sich  als  Dichter  u.  Komponist  aus. 

In  der  Lpz.  Ztg.  8,  259  das  Lied: 
Meine  Ruh  ist  dahin.  Auch  Bd.  5,  Bei- 
lage 25  ein  Lied,  ebenso  in  Bd.  6.  Auch 
Artikel  lieferte  er  für  die  Zeitung  und 
anderes  wurde  dort  besprochen  (siehe  das 
Generalregister). 

In  der  13.  Kgsbg.  befinden  sich:  16  Lie- 
der von  Goethe,  Mahlmann,  Matthesius  .  . . 
mit  Begltg.  des  Bfte.  Lpz.  (1804)  Br.  & 
H.    qufol.    28  S. 

Folgende  Drucke  sind  wahrscheinlich 
auch  von  ihm: 

12  Balladen  und  Lieder  für  Gesang  mit 
Pfte.  op.  3.  Lpz.,  Br.  &  H.  qu4o.  [B.  B. 
mit  D.  Chri.stian  Schreiber  gez. 

Sehnsucht  von  ...  in  Musik  gesetzt 
von  . . .     Mainz,   B.  Schott,     fol.      [B.  B. 

Gesänge  mit  Pfte.  2.  Samlg.  Lpz., 
Br.  &  H.     qufol.     [B.  B. 

C.  Schreiber,  F.  W.  Carove,  Winkler, 
K.  Schmidt,  Anonymus.  (5  Lieder  f.  1  St. 
mit  Pfte.)     s.  1.     qufol.     [B.  B. 

Die  letzten  3  Drucke  sind  mit  Chr. 
Schreiber  gez.  Da  er  auch  zum  Teil  als 
Dichter  sich  nennt,  so  kann  nuxu  sicher 
seine  Autorschaft  derselben  annehmen. 

Sclireiber,  Christoph,  aus  Dres- 
den, w^ar  von  1622 — 1634  Organist 
an  St.  Petri  in  Freiberg  i/S.,  ging 
1634  kurz  vor  Weihnachten  nach 
Zittau  in  der  Lausitz  und  st.  dort 
1639  (Freiberger  Chronik  von  Andr. 
Moller  1653  p.  269). 

Ms.  Bibl.  Freiberg:  Königh  Davidts 
Seuffzerleiu  aus  dem  90.  Psalm  mit  6  Stim. 
e.  ](;22,  in  fol.  7   Dil. 

Schreiber,  F . . .  A  . . .,  Hofrat 
und  Advokat  zu  Leipzig,  gab  1792 
heraus:  Harfenstücke,  1.  Samlg. 
(Gerber  2). 

Schreiber,  Frietlricli  Oiistav. 

Die  B.  Kgsbg.  besitzt  im  Ms.  3  Lieder, 


Schreiber,  Georg  Heinr. 


69 


Schleyer,  Gregor. 


op.  1.  in  qufol.  8  S.  Suchst  du  den  Frie- 
den. —  Die  schlafende  Laura  v.  Lessing. 
—  Sehnsucht  des  Schweizers  v.  Jueh,  mit 
Pfte.  Er  scheint  noch  dem  18.  .Ih.  an- 
zugehören. 

Schreiber,    Grcorsi    IleinricL, 

bez.  sich  mit  „der  hoch -Edlen 
Teutsclien  Dicht-Kunst  Liebhaber" 

und  gab  heraus: 

Neu  aiifsgesclilagene  Liebes-  und  Fräh- 
lings  Knospen,  das  ist  keuscher  Ehren- 
uud  Liebes-Lieder  Erstlinge:  ]\Iit  schönen, 
anmutigen,  mehren  theils  neu  und  unbe- 
kandten  Melodeyen  angefeuchtet,  und  zu 
sondern  Ehren  ...  des  lieb-  und  lob- 
würdigsten Frauenzimmers  ans  Licht  ge- 
geben von  .  .  .  Franckft.  a/M.  1664  gedi'. 
bey  Joh.  Görlin,  in  Verleg.  Joost  Kölers 
jun.  Bremens,  kl.  8".  190  S.  26  Melod. 
mit  Bass.     [B.  Wagener. 

Der  Autiq.  Butsch  besafs  noch  ange- 
bunden: Nachschösslinge  mit  anmuthigen 
Melodien.    Ib.     kl.  8". 

Die  Melodien  sind  mit  C.  H.  gez. 

Schreiber,  Fat.  Joh.iiines  Evan- 
gelist, geb.  1716  zu  Arth  (Schweiz), 
st.  1800  im  Kloster  S.  Urban,  in 
welchem  er  1738  das  Ordensgelübde 
ablegte.  Er  war  ein  fleifsiger  Kom- 
ponist (Schubiger  2,  49.  G.  Becker 
1,  140).    Bekannt  sind  an  Werken: 

Fasciculus  Ariarum  24  gloriosae  vir- 
gini  ...  12  Duetti,  12  Soli  a  diversis 
vocibus,  2  V.  Va.  . .  .  op.  1.  Friburgi 
Nuithonum  (1747)  H.  J.  N.  Hautt.  7  Stb. 
s.  a.  18.  Jh.     [B.  M.     Einsiedeln. 

Missale  Cisterciense  musicum  complec- 
tum  6  Missas  . . .  cum  2  Eeriuiem  a  4 
vocibus  (c.  instrum.),  op.  2.  Friburgi 
Helvet  1749  Hautt.  11  Stb.  [B.  M.  Ein- 
siedeln. 

Adoratio  Dei  per  XV  Offertorio  (4  voc. 
c.  orch.).  op.  3.  St.  GaUi,  Monast.  1754. 
Stb.     fol.     [Einsiedeln,     br.  Mus.  8  Stb. 

Schreier,  Joseph,  Organist  an 
der  Kirche  zu  Indersdorf,  gab  heraus : 

Missae  YI  una  cum  6  Offertoriis  pro 
divini  cultus  ä  4  vocibus,  2  V.  et  Org., 
2  Corn.  et  Vcl.  Op.  3.  Aug.  Vind.  1798 
Lotter.  8  Stb,  fol.  [Antiquar  Eosenthai, 
Kat.  49. 

Schreiter,  . . .  Kantor  in  Alten- 
burg um  1739.  Nach  Mattheson 
1,  420  ein  tüchtiger  Kirchen- 
komponist. 


Schrem,  J...,  lebte  am  An- 
fange des  16.  Jhs.  und  befindet  sich 

im  Ms.  FX.  1—4  Nr.  61  in  B.Basel 
das  4 Stirn.  Lied:  Ich  seufftz  vnd  klag. 

Schreyber,  siehe  Orammateiis. 
Schreyer,  Christian  Heinrich, 

geb.  24.  Dez.  1751  zu  Dresden, 
ein  Kandidat  der  Theologie,  der 
sich  aber  mehr  mit  Musik  be- 
schäftigte und  zahlreiche  Werke 
veröffentlichte.  Gerber  2  widmet 
ihm  einen  langen  Artikel.  1771 
zog  er  nach  Wittenberg  auf  die 
Universitcät,  1776  nach  Dresden 
als  Hauslehrer.  Bis  1795  hatte  er 
es  noch  nicht  zu  einer  Pfarrstelle 
gebracht  und  lebte  daher  ganz  der 
Musik.  Nach  dem  Ms.  17  910  der 
Hofb.  Wien  war  er  um  1815  Pastor 
u.  Adjunct  zu  Ortrand  bei  Grofsen- 
hain.  Von  seinen  im  Gerber  an- 
geführten Kompositionen  sind  mir 
nur  eine  theoretische  Schrift  und 
einige  Kompositionen  bekannt: 

Neue  Generalbass- Schule  oder  Geist 
vereinfachter  Grundsätze  des  General- 
basses, mit  100  Beispielen  nebst  einem 
Anhange  über  das  Accompagn.  der  Gene- 
ralbassstimme bei  Kirchenmusiken  .  .  . 
Meifsen  (1821)  Gödsche.  4».  34  S.  [B. 
Lpz.     Musikfr.  Wien. 

Neue  Melodie  des  Herr  Gott  dich  loben 
wir.  Meifsen  (1820)  Goedsche.  4«.  [B.  Lpz. 

Vorspiele  für  Orgel.  Lpz.,  Hofmeister. 
[Dresd. 

Motetten  ohne  Text  in  Ms.  91  B.  Kgsbg. 
Samlwk. 

Empfindnngen  der  Freunde  des  ster- 
benden Jesu.  Passions-Kantate.  Gedichtet 
u.  komp.  von  . .  .  Pastor  und  Adjunct  . .  . 
1815.    Part.  Ms.  17  910.     [Hofb.  Wien. 

Schreyer,  F... 

In  der  Schweriner  Fürstenbibl.  befindet 
sich  im  Ms:  Ciavier -Buch,  bestehet  aus 
12  Concerten  und  ein  kleiner  Anhang  aus 
unter  Schiedlicher  Stücke  vohr  dass  Cia- 
vier nebst  7  Sonaten  auf  der  Violin  und 
Clavicembalo.  fol. 

Die  von  Gerber  1  unter  Schreier,  . . . 
angeführten  3  Sonaten  sind  nach  Ger- 
ber 2  von  Christian  Heinrich  Schreyer, 
dalier  die  Angabe  in  Kade's  Katalog  falsch. 

Schreyer,  Pat.  (jrregor,  geb.  zu 
Kirchenpingarten  (Oberpfalz),  gest. 


Schrej'fogel. 


70 


Schi'öder,  Job.  Adam. 


6.  Jimi  1767  im  Kloster  Andechs 
(Baiern).  Er  trat  in  das  Bene- 
diktinerkloster Andechs  1740  ein 
(Kornmüller  schreibt  1670  sie?) 
und  wurde  später  daselbst  Chor- 
direktor. Nach  Mettenleiter  1,  141 
befand  er  sich  1751  an  St.  Emme- 
ram  in  Regensburg,  jedenfalls  nur 
zeitweise  (Kornmiiller  2,  213).  Li- 
po wsky  giebt  ein  Verz.  seiner 
Werke.  Er  zeichnet  seine  Werke 
mit  „P.  0.  S.  B.  Andechs".  Be- 
kannt sind  mir: 

Sacrificiura  ...  8  Missae  (f.  Chor  u. 
lustr.).  Aug.  Vind.  1756  Eieger.  Stb. 
[Einsiedeln. 

Sacrifieium  matutiuum  seu  Missae  sex 
hreves,  a  4  voc.  2  V. . .  op.  2.  Anno 
1673.  Aug.  Vind.  10  Stb.  fol.  [Salz- 
burg.    Einsiedeln. 

Sacrifieium  vespertinum  seu  Vesperae 
4  .  .  .  a  4  voc.  (c.  iustr.).  op.  3.  Aug. 
Yind.  1766  Mattb.  Eieger  et  filii.  11  Stb. 
[B.  M:  Org.  fehlt. 

Schreyfogel,  Johann  Fr . . . 

Die  Kgi.  Musikalien-Samlg.  in  Dresden 
besitzt  von  ihm  im  Ms.  Cx.  871 — 878: 
3  Concerti  a  V.  concert.  c.  V.  Va.  e  B. 
in  Part.  Ms.  Cx.  875,  eine  Sonata  a  V. 
e  B.  EmoU.  Part.  Ms.  874,  ein  Solo  a 
V.  e  B.  Dmoll.  in  4". 

Sehreyrer,    P.   F.    Bernhard, 

Ordensbruder  der  Mindern  Brü- 
der S.  Francisci  der  reformierten 
Priester,  lebte  in  München  im 
Konvent  des  Hlg.  Antonius  von 
Padua  um  1662  (Titel).  Er  gab 
heraus: 

Musica  choralis  theoro- practica,  d.  i. 
Ein  nützliche  Vnderweisung,  wie  man 
das  Choral -Gesang  durch  leichtes  specu- 
Heren  oder  Nachdenken  ...  in  kurtzer 
Zeit  ergreiffen  möge  . . .  München  1663 
J.  Jäcklin.     4".     15  Kap.     92  S.      [B.  A. 

Schriwaneck,  Jean,  geb.  gegen 
1770  in  Yalschim  (Böhmen),  gest. 
zu  Paris  gegen  1830;  diente  eine 
Zeitlang  als  Oboist  an  der  Oper  in 
Antwerpen  (Gregoir  Pauth.  6,  49). 

Schröclel,  Friedrich  Ludwig, 
Violoncellist,  geb.  4.  Febr.  1754 
zu  Baruth,  gest.  16.  Jan.  1800  zu 


Ballenstedt,  wo  er  in  der  fürstl. 
Kapelle  seit  etwa  1770  als  Violon- 
cellist angestellt  w^ar  und  sich  öfter 
als  Solist  hören  liefs  (Gerber  2  aus- 
führlich). 1800  erschienen  Duos  f. 
Violoncell  und  Bass.  Dulon  er- 
wähnt ihn  schon  1784  als  Violon- 
cell-Virtuosen. 


Schröder. 


giebt  am  3/9  1780 


in  Frankfurt  a/M.  mit  seiner  Fa- 
milie ein  Konzert  und  bez.  sich 
mit  Kgl.  polnischen  kurfürstl.  sächs. 
u.  Hessen-Hanauischen  Hofmusiker 
(Israel  72). 

Schröder,  Daniel  I.,  Sohn  des 
Lorenz,  geb.  in  Kopenhagen,  war 
Organist  an  der  Marienkirche  zu 
Stralsund  und  st.  daselbst  am  9. 
Jan.  1682  (Mattheson  1,  319,  der 
seine  Kompositionen,  besonders 
seine  wohlfliefsenden  Melodien 
aufserordentlich  lobt).  An  Kom- 
positionen ist  auf  Bibliotheken 
nichts  mehr  zu  finden. 

Schröder,  Daniel  II.,  lebte  zur 
selben  Zeit  wie  Daniel  L,  jedoch 
bez.  er  sich  als  einen  Lünebiirger 
und  1669  als  „beyder  Rechte  Be- 
flissener". Er  war  also  noch  Stu- 
dent und  scheint  zur  Zeit  in  Jena 
studiert  zu  haben,  worauf  folgen- 
der Gelegenheitsgesang  deutet: 

Wunsch-  und  Ehren -Ode,  welche  . . 
Herrn  Phil.  Mullero  . .  ßector  .  .  wie  auch 
Herr  Adamus  Heinr.  Jollenhoff  aus  Lübeck, 
Magister  . . .  sätzte  Daniel  Schröder  . . . 
Jena  1669  Sam.  Müller.     [B.  Zw. 

Schröder,  Johann,  um  1665 
Kgl.  dänischer  Kammerorganist  u. 
Organist  an  der  St.  Peterkirche  in 
Kopenhagen  (Mattheson  1,  147). 

In  B.  Upsala,  im  Ms:  Adesto  virtutum 
choi-us,  4  Yoci  c.  2  V.  e  suoi  ripieni,  et 
Org.  in  Tabulaturpart. 

Schröder,  Johann  Adam,  geb. 
zu  Sondershausen  um  1712,  gest. 
zu  Schwerin  um  1770.  Flötist  und 
Fagottist  an  der  Schwerin-Mecklen- 
burger Hofkapelle  (Gerber  1). 


Schröder,  Joh.  Heinr. 


71 


Schröter,  Chi-stph.  Gottl. 


Schröder,   Johann   Heinrieh, 

aus  dem  Calenbergischen,  um  1696 
Pfarrer  zu  .Uersebert;'  (Magdeburg), 
bekannt  durch  das  geistl.  Lied: 

Eius  ist  uoth  (AYiiiterfeld  8,  30  und 
Beilage  Nr.  27  der  Toiisatz). 

Sehröder,  Laurenz,  der  Yater 
Daniel's  I.,  geb.  zu  Kopenhagen  und 
Organist  an  der  Hlg.  Geistkirche 
daselbst  (Mattlieson  1,  320.  Ger- 
ber 1). 

Mau  keunt  von  ihm  die  Abhandlung: 
Ein  nützüch  Tractatlein  vom  Lobe  Gottes, 
oder  der  hertzerfreuenden  Musica,  worin 
kürtzlich  und  einfältig  gezeiget  wird,  wie 
die  iJusica  samt  ihrer  Comodität  und  Nutz- 
barkeit, einig  und  allein  zur  Ehre  Gottes 
soll  gerichtet  seyn  .  .  .  Kopenhagen  1639 
Melch.  Mai-tzan.  8°.  226  S.  [Kopen- 
hagen.    B.  G. 

Mattheson  u.  Gerber  1  geben  Auszüge. 

In  Freimaurer  Lieder  s.  a.  kommt  ein 
F.  L.  Schröder  vor. 

Sehröter,  Cliristoph  Gottlieb, 

geb.  10.  Aug.  1699  zu  Hohenstein 
i/Sachs.,  gest.  im  Nov.  1782  zu 
Nordhausen.  Kam  als  Knaben- 
sänger an  die  Hofkapelle  in  Dres- 
den und  dann  1711,  20.  Nov.  als 
Alumnus  an  die  Kreuzschule  da- 
selbst (Viertel]'.  10,  319),  studierte 
1 7 1 7  in  Leipzig  Theologie,  schw  enkte 
dann  zur  Musik  um,  kam  nach 
Dresden  zurück  und  studierte  unter 
dem  Kapellmeister  Schmidt.  Wurde 
von  einem  vornehmen  Herrn  als 
Sekretär  und  musikalischer  Gesell- 
schafter angenommen  und  begleitete 
ihn  auf  seinen  Reisen.  1724  liefs 
er  sich  in  Jena  nieder  und  hielt 
an  der  Universität  öffentliche  Vor- 
lesungen, bis  er  1726  einen  Ruf 
als  Organist  nach  Minden  und  1732 
nach  Nordhausen  erhielt  (Selbst- 
biographie im  Gramer  2,  96;  Mar- 
purg  7,  456  eine  2te  Selbstbiogr., 
Gerber  1  abgedruckt;  Ferkel  3, 
203).  Gerber's  Bemerkung,  dass 
er  entgegen  Seb.  Bach's  Art  auf 
der  Orgel  stets  staccato  statt  legato 
spielte,    lässt   sich    wohl    auf    die 


ältere  Art  die  Orgel  zu  beliandeln 
durchweg  beziehen.  Sein  in  Mar- 
purg's  kritischen  Briefen,  Bd.  2, 
139.  Brief  abgedruckter  Schrei  der 
Entrüstung  über  die  ihm  gestoh- 
lene Erfindung  der  Hammermecha- 
nik am  Klavier,  dem  Pianoforte, 
hat  viel  Staub  aufgewirbelt  und 
ist  erst  durch  die  Beweise,  Ab- 
bildungen und  Dokumente  in  den 
M.  f.  M.  5,  Nr.  2/3  geklärt  worden. 
Ohne  Sch.'s  Aussage  in  Zweifel 
zu  ziehen,  kam  er  doch  nach 
eigener  Aussage  mit  seiner  Er- 
findung 6  Jahre  später  als  Cristo- 
fori  zu  Stande,  zeigte  sie  erst 
nach  27  Jahren  das  erste  Mal  in 
Mizler's  music.  Bibliothek  (3,  474) 
an  und  nach  42  Jahren  bean- 
sprucht er  als  der  alleinige  Er- 
finder anerkannt  zu  werden,  ob- 
gleich er  weiter  nichts  aufzuweisen 
hat  als  ein  ganz  kleines  Modell, 
welches  in  der  unentwickeltesten 
Weise  eine  Hammermechanik  dar- 
stellt (die  Abbildg.  in  M.  f.  M.  o, 
Nr.  2/3).  Von  seinen  Arbeiten 
sind  nachweisbar: 

Deutliche  Anweisung  zum  General- 
Bass,  in  beständiger  Veränderung  des  uns 
angebohrnen  harmonischen  Dreyklanges, 
mit  zulänglichen  Exempeln;  wobey  ein 
umständlicher  Vorbericht  der  vornehmsten 
vom  General -Basse  handelnden  Schriften 
dieses  Jahrhunderts;  von  . . .  Halberstadt 
1772  H.  Gross.  XXIV  u.  200  S.  [B.  B. 
Dresd.  B.  M.  Musikfr.  Wien.  Brüssel 
br.  Mus.     B.  Lpz.     Brüssel  Cons. 

Chr.  G  . . .  Sch.'s  letzte  Beschäftigung 
mit  musicaUscheu  Dingen ,  nebst  sechs 
Temperatur-Plänen  und  einer  Noten-Tafel. 
Nordhausen  1782  (o.  Verleg.).  4P.  52  S. 
[B.  B.  Dresd.  B.  M.  Brüssel,  br.  Mus. 
B.Lpz. 

Streitschriften  .1  Schriften  in  Zeit- 
schriften u.  a. : 

Sendschreiben  an  .  . .  Herrn  M.  Lor. 
Mizler.     Nordhausen  1738.     8».     [B.  B. 

Christliche  Beurtheilung  des  von  Herrn 
M.  Bidermann  .  .  .  im  Monat  Mai  des 
1749.  Jahres  edirten  Programmatis  de 
vita  musica.  1749.  4".  4  S,  ohne  Na- 
men, ist  von  Seb.  Bach  zum  Druck  be- 


Schröter,  Corona. 


72 


Schröter,  Joh.  Heinr. 


fördert.     Siehe  Näheres  Spitta  2,  738  ff. 
[B.  Lpz. 

UmstäDdliche  Beschreibung  seines  neu- 
erfundenen Clavierinstruraents,  auf  wel- 
chem man  in  verschiedenen  Graden  stai"k 
und  schwach,  so  leicht  als  auf  einem 
Clavichord  spielen  kann,  nebst  2  Rissen. 
Um  das  Jahr  1763.  In  Mizler's  mus. 
Bibl.  3,  461  und  S.  5  in  obiger  Schrift 
„letzte  Beschäftigung'-. 

Der  musikalischen  Intervallen  Anzahl 
und  Sitz.  Handelt  1.  von  der  Veranlas- 
sung und  Absiebt  dieser  Abhandlung, 
2.  3.  4.  ...  In  Mizler's  mus.  Bibl.  3, 
605—713. 

Vollständiger  Plan  der  pythagorischen 
gleichschwebenden  Temperatur,  welche 
durch  die  Verhältnisse  der  gröfsern  Quinte 
^/g  und  kleinern  Quarte  ^4  entdeckt  ist. 
In  Mizler's  1.  c.  3,  580. 

Ein  Sendschreiben  über  Temperatur- 
Berechnung,  im  Marpurg  7,  417.  S.  448 
über  den  Streit  zwischen  Marpui'g  und 
Sorge. 

Siehe  auch  G.  Andr.  Sorge's  Gründ- 
liche Untersuchung  von  1754. 

Choralbuch  nebst  Vorspiel  und  Fugen. 
Ms.  20190,  41  S.     [B.B. 

Schi'öter,  Corona  Elisabeth 
Wilhelmine,  geb.  um  1748  in 
Warschau,  gest.  1803  in  Ilmenau 
bei  Weimar.  Zog  mit  Vater  und 
Brüdern  in  den  Städten  umher 
und  gaben  Konzerte  (ich  halte 
den  Schröder^  . . .  der  sich  Kgl. 
polnischer  Hofmusikus  nennt,  für 
den  Vater).  Als  sie  nach  Leipzig 
Yor  1764  kamen,  lernte  sie  Adam 
Hiller  kennen  und  bewog  den 
Vater,  dass  er  dieselbe  ihm  als 
Schülerin  und  Zögling  überlasse. 
Er  gab  ihr  Wohnung,  Kost  und 
Unterricht  und  bewirkte,  dass  sie 
1764  am  grofsen  Konzert,  später 
am  Gewandhause  mit  400  Thlr. 
angestellt  Avurde.  Reichardt  in 
seiner  Selbstbiographie  lernte  sie 
1772  in  Leipzig  kennen  und  be- 
richtet über  sie,  dass  sie  nur  un- 
gern bei  den  Konzerten  mitwirkte 
und  nur  des  Gehaltes  halber  aus- 
hielt und  aushalten  musste.  Im 
Jahre    1778    trat    sie    in    herzogl. 


Weimarsche  Dienste  und  wurde 
von  Goethe  ganz  besonders  ge- 
schätzt (siehe  seine  Dichtung  und 
Wahrheit),  trotzdem  treffen  wir  sie 
von  1782 — 84  wieder  als  Konzert- 
sängerin in  Leipzig  am  Gewand- 
hause mit  nur  250  Thlr.  Gehalt, 
während  ihre  Nachfolgerin  Made- 
moiselle  Starke  400  Thlr.  erhielt 
(Dörffel  2,  23).  Auch  als  Schau- 
spielerin war  sie  bedeutend  und 
in  Goethe's  Iphigenia  soll  sie  un- 
übertrefflich gewesen  sein.  Auch 
als  Komponistin  trat  sie  auf  und 
zeigt  im  Gramer  2,  692,  1785  ein 
Heft  Lieder  in  hübscher  Weise 
an  (Koch,  Weimars  Glanzzeit  S.  33). 

Bekannt  sind: 

25  Lieder.  In  Musik  gesetzt  von  . . . 
Weimar  1786  Hoff  mann.  4°.  [B.  B. 
br.  Mus. 

Gesänge  mit  Begltg.  des  Pfte.  2.  Samig. 
Weimar  1794  Industiie-Comptoir.  qufol. 
[B.  B.     Dresd. 

Schröter,    Johann   Heinrich. 

Gerber  1  bez.  ihn  als  Bruder  der 
Corona  Schröter,  geb.  um  1762  zu 
Warschau,  bildete  sich  zum  Vio- 
linisten aus  und  trat  schon  mit 
7  Jahren  im  grofsen  Konzert  in 
Leipzig  mit  einem  Konzerte  von 
Dittersdorf  auf  (Dörffel  2  verz.  ihn 
aber  nicht).  1782  begab  er  sich 
auf  Reisen  und  soll  auch  London 
berührt  haben,  wo  er  6  Duette  f. 
V.  herausgab.  Die  Existenz  des- 
selben ist  so  wenig  geklärt,  dass 
man  überhaupt  Zweifel  an  der- 
selben haben  kann.  Geschwister, 
die  Musik  betrieben,  hatte  der 
ältere  Bruder  Joh.  Samuel  aller- 
dings und  zog  der  Vater  mit  ihnen 
in  Europa  herum,  doch  werden 
sie  nirgends  uiit  Namen  genannt 
(siehe  Schröder,  . . .). 

Fetis  führt  2  Hefte  Duos  f.  2  V.  u. 
V.  u.  Vcl.  an,  die  er  1782  in  London 
herausgegeben  haben  soU.  Später  lebte 
er  in  Paris  und  gab  dort  Duos  und  Trios 
heraus.    Belege  führt  Felis  nicht  an. 


Schröter,  Joh.  Sam. 


73 


Schröter,  Joh.  Sam. 


Sis  Trios  for  a  V.,  a  Tenor  and  a  "Vcl. 
ohlig.  Op.  3.  (Lond.)  W.  Forster.  3  Stb. 
fol.     [hr.  Mus. 

Schröter  (Schixkler),  Johann 
Samuel,  ein  Bruder  der  Corona 
Schröter,  geb.  um  1750  zu  "War- 
schau, gest.  1.  Nov.  1788  in  Lon- 
don (Pimlico)  nach  Pohl  2,  217. 
1765  war  er  Knabensänger  im 
Chore  des  gi'ofsen  Konzerts  in 
Leipzig,  neben  seinem  Vater  und 
Schwester.  Bildete  sich  zum  Kla- 
vierspieler aus  und  trat  1767  in 
Leipzig  öffentlich  auf.  ]S[achdem 
soll  er  mit  seinem  Vater  Holland 
bereist  haben.  1772  kam  er  nach 
London,  trat  im  Mai  als  Virtuose 
und  Komponist  auf,  in  dem  auch 
seine  beiden  jüngeren  Geschwister 
mitwirkten.  Er  nahm  darauf  eine 
Organistenstelle  an  der  deutschen 
Kirche  an,  um  sein  Leben  zu 
fi'isten,  und  erhielt  nach  Christ. 
Bach's  Tode  am  7.  Jan.  1782  die 
Musikmeisterstelle  bei  der  Königin 
von  England.  Nachdem  er  eine 
reiche  Heirat  gemacht  hatte,  zog 
er  sich  vom  öffentlichen  Leben 
zurück,  doch  wie  Gerber  2  be- 
richtet, wurde  ihm  das  Leben  von 
den  Anverwandten  seiner  Frau  in 
jeglicher  Hinsicht  verbittert  (Ger- 
ber 1.  2.  Pohl  1.  c.  u.  1,  162. 
Brown).  Von  seinen  Komposi- 
tionen sind  nachweisbar: 

6  Concertos  for  the  harps.  with  an 
acc.  for  2  V.  &  a  B.  op.  3.  London, 
Napier.  4  Stb.  fol.  [B.  B.  br.  Mus. 
Paris  Nat.  Ausg:  Paris,  Boyer. 

3  Concerts  pour  le  Clavecin  ou  le  Pfte. 
av.  acc.  2  Y.  Ya.  et  B.  op.  4.  Berlin, 
Hummel.     [Dresd.  Mus. 

3  Concerts  p.  le  Clav. . .  2  Y.  et  B. 
op.  5.  Ib.  [Dresd.  Mus.  B.  Wagener: 
Amst.,  Hummel. 

—  6  Concertos  for  the  harps. ...  op.  5. 
London,   Napier.     4  Stb.     fol.     [br.  Mus. 

6  Conceitos  pour  le  Pfte.  av.  2  Y,  et 
B.     oe.  6.    Paris,  Bover.     [Paris  Nat. 

3  Concerts  p.  le  Clav.  av.  2  Y.  T.  et 
B.  op.  7.  Hummel  ä  Berlin.  5  Stb. 
fol.     [B.  B. 


3  Concerts  (wie  vorher)  op.  8.  Ib. 
5  Stb.  fol.  [B.B.  Dresd.  Mus.,  dort 
auch   12  Conc.  im   Arrangem.   f.  2  Klav. 

Concerto  in  Cdur  per  il  Clavic.  2  Y. 
2  Corni  e  B.  Ms.  in  Stb.  [B.  Br.,  mit 
Schröter  gez. 

4  Concerts  p.  le  Clav,  ou  le  Pfte.  av. 
l'acc.  des  2  Y.  et  B.,  in  Dd.  Gd.  Fd.  Cd., 
die  beiden  letzten  mit  Oeuv.  4  gez.  Ms. 
Stb.  [Wolfenb.  Ebd.  ein  5.  Konzert  mit 
ßegltg.  von  2  Y.  Ya.  B.  in  Cd. 

Ein  4e  Concerto  mit  Schröter  gez.  be- 
findet sich  in  Mereaux  Samlwk.  (siehe 
Eitner  2,  Nachü'cäge).  Da  es  um  1780  ge- 
schrieben ist,  kann  es  nur  von  obigem  sein. 

3  Qiüntetti  pour  le  Clavecin,  avec  Fl. 
Y.  Alto  et  Ycl.  in  op.  1  von  Gaet.  Pug- 
nani:  3  Quintetti.  Nr.  1  u.  3  von  Schrö- 
der, Nr.  2  von  Pugnani.   Offeubach,  Andre. 

5  Stb.     fol.      [B.  B.      B.  Wagener.       B. 
Dresd.  Mus.    und   auch  im   Arrangem.   f. 

2  Klaviere.     Musikfr.  AYien. 

6  Senates  p.  le  Clavecin  ou  le  Pianof. 
av.  acc.  1  Yiol.  et  YcUe.  Op.  2.  Amster- 
dam, Hummel.  3  Stb.  [Dresd.  Mus. 
Schwerin  F.     br.  Mus. 

6  Trios  concertans  ...  oe.  3.  Paris, 
Boyer.     [Paris  Nat. 

6  Senates  pour  Clav.,  Flute  ou  Y.  op.  4. 
[Musikfi-.Wien.    br.  Mus.  englischer  Druck. 

3  Sonatas  for  the  harps.  Y.  &  Ycl. 
op.  6.    London,    Birchall,    set   1.   and  2. 

3  Stb.     [br.Mus. 

3  Sonatas  (yrie  vorher)  oeuv.  8.  Schott, 
graveur  ä  Mainz.     3  Stb.     [B.  B. 

3  Senates  (wie  vorher),  oe.  9.  Schott, 
graveur  ä  Mainz.     3  Stb.     fol.     [B.  B. 

1  Sonate  f.  Cemb.  Y.  u.  Ycl.  Ms. 
[B.  M.  nur  mit  Schröter  gez. 

Sonate  I.  a  Clavi-Cembalo,  Y.  et  Ycl. 
Dd.  Ms.  128,  IS  in  B.  B.  nur  Klav.  vorh., 
Yomame  fehlt. 

6  Senates  p.  le  Clavecin  ou  le  Pianof. 
av.  racc.  1  Yiol.  ou  Flute,  oe.  6.  A  la 
Haye,  B.  Hummel,  fol.  2  Stb.  [Dresd. 
Mus.     B.  Wagener. 

3  Sonatas  for  the  hai-ps.  with  Y.  op.  7. 
Edinburgh.     2  Stb.     fol.     [br.Mus. 

2  Senates  p.  le  Clav.  av.  Y.  in  Dd.  u. 
Gd.     Ms.  Stb.     [Wolfenb. 

Ms.  1210.  B.  ß.  G  Senates  p.  le  clav. 
ou  le  pfte.  av.  Y.  ou  Fl.  (fehlt). 

Divei-timento  per  il  Clavic.  et  Y.  Bd. 
Ms.  Stb.     hochfol.     [Stadtb.Br. 

Petits  airs  d'une  execution  facile  ar- 
ranges  p.  le  Clav.  av.  Y.  ou  flute.  (Schot- 
tische Yolkslied.)     Paris,   Mms.  Le  Menü 

6  Boyer.     2  Stb.     fol.     [B.  B. 

6  Senates  p.  le  Clav.  op.  1.  Amst., 
Hummel,    fol.    [Dresd.  Mus. 


Schröter,  Kaspar. 


74 


Schi'öter,  Leonliart. 


—  London,  fol.  [br.  Mils.  Paris  Nat: 
Ausg.  Paris,  Boyer. 

6  Souate*  p.  le  Clav.  oe.  2,  oe.  4  und 
oe.  11.     Paris,  Boyer.     [Paris  Nat. 

2  Sonate  per  ü  Cembalo  und  Sonata 
per  ü  Cemb.  Mss.  LXV  u.  59  a  in  Dresd. 
Mus. 

The  field  of  battle  for  the  Pfte.  Lon- 
don, Harrison  &  Co.    14  S.    [B.  Wagener. 

The  Conquest  of  Beigrade,  a  Sonata 
for  the  harps.     London,     fol.     [br.  Mus. 

Letztere  Bibl.  besitzt  noch  1  Trauer- 
gesang und  Arrangements  im  Drack. 

Schröter,  Kaspar,  Organist  an 
der  Pfarrkirche  in  Brieg  um  1700 
(Mattheson  1,  189). 

Schröter,  Leonhart,  aus  Tor- 
gau gebürtig,  war  seit  etwa  1572 
an  der  altstädtischen  Lateinschule 
in  Magdeburg  Kantor  und  4.  Schul- 
kollege. Friedr.  Weifsensee  wurde 
1600  sein  Nachfolger  und  kann 
man  dies  oder  das  Jahr  vorher  als 
sein  Todesjahr  bez.  "Weifsensee 
giebt  ihm  im  Opus  melicum  von 
1602  grofses  Lob.  1587  widmet 
er  dem  Kurfürsten  Christian  I.  von 
Sachsen  ein  Symbolum  und  erhält 
10  Thlr.  zur  Verehrung  (s.  Staats- 
archiv). Seh. 's  Satz  ist  einfach 
und  kraftvoll  und  bildet  zum  ita- 
lienischen Tonsatze  seiner  Zeit  das 
volle  Gegenteil;  besonders  seine 
mehrstim.  Choralsätze  zeichnen  sich 
in  der  Weise  aus.  Von  seinen 
Werken  ist  bekannt: 

1562.  (55  geistüche  Lieder.)  "Witten- 
berg 1562  Georg  Rhau.  5  Stb.  qu40. 
Titelbl.  fehlt.     [B.  Bohn  in  Br. 

1576  a.  Cantiones  suavissimae  quatuor 
vocum  ante  hac  in  Germania  nunq;  editae. 
Tomus  I.  Tenor.  4  Stb.  in  kl.  qu40. 
Dedic.  den  Räten  von  Erfurt  von  Leon- 
hartus  Schroter  Torgensis.  1575.  28.  Oct. 
Am  Ende:  Erfurdiae,  Georg  Bawmann  ex- 
cudebat  Anno  76.  Nr.  1.  Pectoribus  re- 
cedat.  Nr.  25.  Dulcis  quies  brevisque. 
Die  Texte  sind  von  Lud.  Helmbold.  [B. 
Elbing.     B.  M. 

—  Cantiones  .  .  .  Tomus  secundus. 
Erpfordiae,  Georgius  Bavmann  excudebat 
1580.  4  Stb.  kl.  qu40.  Dedic.  an  die 
Senatoren  von  Vinariensis,  gez.  von  L. 
Schroterus  in  Magdeburg  1580.     Nr.  1. 


Quicquid  est  ubique  rerum.    Nr.  25.  Cre- 
didit  Abraham.     [B.  Elbing. 

1576b.  Der  schöne  Lobgesang  Te  Deum 
Laudamus  durch  D.  Mart.  Luth.  verdeutscht, 
jtzo  mit  8  Stirn,  vff  zween  Chor  compo- 
niret,  durch  .. .    Magdebg.  1576  Kirchner. 

4  Stb.     qu40.     [Heilbr.     Löbau:  C.  A.  T. 

5  a.     B.  Bohn  in  Br. 

1576  c.  Der  zwölfte  und  124.  Psalm 
Davids,  sarapt  dem  schönen  christUchen 
Kinderiied,  D.  Mart.  Lutheri,  Erhalt  uns 
Herr  bey  deinem  "Wort  .  .  .  Magdebg. 
1576  W.  Kirchner.  4  Stb.  qu40.  4  bis 
8stim.     [Heilbr.     B.  B.     br.  Mus:  Diso. 

1576  d.  Ein  Hochzeit-Gesang  zu  Ehren 
des  Herrn  Galli  Dressleri,  Predigers  zu 
Zerbst  mit  5  Stirn.  Magdeburg  1576 
Kirchner.     5  Stbll.     qu4''.     [Löbau. 

1577.  Ein  Hochzeitgesang.  Magde- 
burg 1577  ib.     5  Stbll.     qu4".     [Löbau. 

1584.  Canticum  sanctorum  Ambrosii 
et  Augustini  Te  Deum  . . .  Magdeburg. 
15S4.     [br.  Mus.  fehlt  T. 

1586.  Newe  "Weihnacht  Liedlein  mit 
4  und  8  Stirn. . .  Helmstadt  1586/87  Jac. 
Lucius.  4  Stb.  qu40.  16  Gesge.  [B.  B., 
auch  im  Ms.  T  64  in  P.  von  Teschuer. 
B.  D.    B.  Zvr.  fehlt  T. 

1587  a.  Hymni  sacri,  quorum  in  eccle- 
sia  per  festa  maxime  solennia  usus  est, 
ad  harmoniam  musicam  applicati  ä  . . . 
Erphordiae  1587  G.  Baumaun.  6  Stb. 
qu40.  28  Hymnen.  [B.  B.  B.  Br.  B.  Br. 
B.L.  fehlt  6  a.    B.  M. 

1587  b.  Epithalamü  cantilena,  de  sacro 
sancto  conjugii  foedere,  ex  XES.  capite 
Matthaei.  hi  honorem  nuptiarum  ,  .  . 
Melch.  Papae  . .  et  -sargiuis  Mariae  . . . 
10  vocum  harmonia  compos.  ä  . . .  Magde- 
burg! 1587  Andr.  Gena.  3  StbU.  qu40. 
Stim.  gegenüber,  inkompl.  „Accesserunt 
ad  Jesum  Pharisaei".     [B.  Zw. 

In  Mcmuscripten. 

In  B.B.,  "W34,  364—371:  8  Motetten 
in  P.  Ms.  "W97,  1363—1369:  7  Choral- 
gesänge 4—8  Stim.  Ms.  T60.  106.  141 
Deutsche  geistl.  Lieder  in  P.  —  Ohne 
Sign.  5  defekte  Stb.  4».  16.  Jh.  Nr.  3: 
0  lux  beata  6  voc.  ist  aus  1587  a. 

Passion  nach  dem  Ev.  Johannis,  deutsch, 
4  st.  [B.  K.  fol.  49,  so  weit  beschnitten, 
dass  man  nur  noch  Leonhart  liest. 

In  B.  Zw.  696,  6  Bll.  fol.  in  parätur- 
mäfsiger  Einrichtung,  vielleicht  Autogr.  „Te 
Deum  laudamus''  8  voc.  i^octo  auff  zwen). 
1571.  Ferner  1  Motette:  „Freue  dich  des 
"Weibes"  5  v.  inkompl.  und  „Wo  der  Herr 
nicht  das  Haus  bauet"  8  voc.  kompl. 

In  Löbau  (Dresd.)  „Homo  quidam  erat 
dives"  5  voc.  c  2.  p. 


Schröter,  Michael. 


75 


Schuback. 


In  B.  Dresd.  Ms.  B  1240  moderne  Part. 
Nr.  9:  Freut  euch  ihr  lieben  Christen  u. 
Nr.  44:  Ein  Kiudelein  so  löbelich,  4  voc. 
B  1244,  64  s  fälschl.  mit  C.  G.  als  Vor- 
namen: Weihnachtslied  von  1587,  6  voc. 
in  Stb.  tl.  40. 

Tu  Musikf  r.Wien :  Freut  euch  ihr  lieben 
Christen,  4stim.  Stb. 

19  Gesänge  in  neuen  Ausg.  (Eitner  2). 
In  Rühling's  Orgelbuch  1583  ein  Tonsatz. 
In  Zelle's  U.  Ein  feste  bürg  ist  unser 
got  (M.  f.  M.  26,  72).  Im  Ambros  5.  Bd. 
S.  465  ein  Te  Deum  laudamus  von  1571, 
8  voc.  in  P.,  \ierieicht  dasselbe  wie  1576  b. 
Siehe  auch  B.  Zw. 

Sehröter,  Miehael,  Kantor  zu 
Liebenwalde,  f  1592  (Taubert  2, 
19). 

SeliroU,  Franz,  Organist  an 
unserer  lieben  Frauen  in  Breslau 
um  1740  (Mattheson  1,  414). 

Sehrotenbaeh,  Johann  Adam, 

um  1756  Primarius  Organist  an 
St.  Peter  in  Wien  (Marpurg  3,  68). 

Sehrj^er  (Schrijver),  Reniigius, 
Organist  zu  Middelburg,  wo  er  zu- 
gleich Musik-,  Kunsthändler  und 
Buchdrucker  war,  st.  den  11.  Febr. 
1681  (Bouwst.  1,  36.  2,  127.  3,  76 
ein  Schreiben  von  ihm).  Er  gab 
heraus : 

Utbreyding  over  het  boek  der  Psalmen, 
in  verscheyde  dichtmaat  (von  Joachim 
Oudaan).  Op  musijk  gebracht,  met  1  en 
2  stem.,  en  1  en  2  Violen ;  benevens  een 
bas  cont.  in  partituer.  Door  . . .  Rotter- 
dam 1680/81  P.  Terwout.  kl.  8°.  1  vol. 
[Amst. 

Schnhaek,  Jakob,  geb.  um  1726 
zu  Hamburg,  gest.  ebd.  15.  Mai 
1784,  studierte  Jura,  wurde  Licen- 
ciat  und  Syndicus  der  Stadt  Ham- 
burg. Musik  betrieb  er  nebenbei, 
doch  so  gründlich,  dass  Schubart 
S.  181  über  ihn  sagt:  er  ist  ein 
Universalkopf,  spielt  nicht  nur  das 
Klavier  als  Meister,  sondern  setzt 
auch  ganz  vortrefflich  (Forkel  4, 
105.  Gramer  2,  241.  Gerber  1 
nach  Gramer).  Seine  nachweis- 
baren Werke  sind  folgende: 


Im  Druck: 

Von  der  musicalischen  Declamation 
(anonym).  Göttingen  1775  Vandenhoecks 
AVittwe.  kl.  80.  48  S.  [B.  B.  B.M. 
Dresden.     Lübeck.     Brüssel. 

In  Forkel's  Musik.-krit.  Bibl.  3,  226 
ein  Auszug. 

Nachricht  von  dem  Siege  Institut  bey 
der  Rumbanmschen  Armen  Schiüe  in  Ham- 
burg.   Hambg.  1780.     [B.  Hbg. 

Dieses  Siuginstitut  soll  durch  seine  Be- 
mühungen ins  Leben  gerufen  sein. 

Die  Jünger  von  Emaus  (anonym,  doch 
erkennt  man  ihn  aus  dem  Vorbericht). 
1.  u.  2.  Tbl.  Hambg.  1778/79  Bock.  P. 
fol,  f.  Chor  u.  Orch.  [B.  B.  B.  G.  B. 
Wagener.  Schwerin  F.  Musikfr.  Wien. 
Rostock.     Berlin  Singakad.     R.  C.  of  Mus. 

—  In  B.  B.  das  Autogr.  von  1778. 
Text  anch  von  ihm.  Wurde  am  12.  April 
1778  unter  seiner  Direktion  in  Hamburg 
aufgeführt  (Sittavd  1,  113). 

Vierstimmig  gesetzte  Kirchenchoräle, 
biblische  Sprüche,  auch  geistliche  und 
moralische  Lieder  zur  Singe -Uebung  für 
die  Rumbaumsche  Armenschiüe.  Hbg. 
1779/1780/81  Mich.  Chrstn.  Bock.  1.  bis 
3.  Stück,  [ß.  B.  B.  Hbg.  1.  2.  St.  Schwe- 
rin F.  ebenso.  Anonym,  gez.  mit  Syndi- 
cus in  Hbg. 

In  Manuscripten : 

La  Betulia  liberata,  Orator.  P.  176 
u.  165  S.     Ms.  20210.     [B.  B. 

La  passione  di  G.  Cr.  Orator.  P.  152 
u.  109  S.  [B.  B.  Ms.  20212.  Darmst. 
Rostock. 

Passions-Oratorium.  Der  für  die  Sünde 
der  Welt  ...  P.  64  S.  Ms.  20213;  an- 
gehängt 1  Fuge  4  voc.  c.  instr.  Ferner: 
„Cantabo  Dno."  2  voc.  c.  Bc.  „Ich  will 
dem  Herrn  singen,"  Canon.     [B.  B. 

Oster-Cantate :  Auf,  heiliger  Jubel,  f. 
Solo,  Chor  u.  Orch.  Ms.  P.  u.  Stb. 
[Schwerin  F. 

Herzlich  lieb  hab  ich  dich,  Lied  f.  T. 
u.  B.  mit  Oboe,  2  V.  Va.  Bc.  Ms.  P. 
[Schwerin  F. 

Ich  will  den  Namen  des  Herrn  preisen, 
Cantate  zur  Einführang  des  Predigers 
Schuhmacher  in  Hbg.  f.  Chor  u.  Orch. 
Ms.  P.  348.  Autogr.  1771  nebst  Em.  Bach. 
[B.  B. 

Lobet  den  Herrn  alle  Himmel.  —  0 
Haupt  voU  Blut  und  Wunden,  2  Cantaten 
f.  Chor  u.  Orch.  Ms.  20218.  P.  [B.  B. 
Schwerin  F.  die  2te  im  Ms.  P.  u.  Stb. 

Nach  einer  Prüfung  kurzer  Tage,  Choral 
f.  Chor  u.  Orch.     Ms.  P.     [Schwerin  F. 

Der  14.  Ps.  mit  untermischten  Cho- 
rälen: Die  Thoren  sprechen,  f.  Chor  u. 


Schubaii,  Andreas, 


76  Schubart,  Chrstn.  Friedr.  Dan. 


Instr.  P.  77  S.  Autogr.  [B.  B.,  und 
Kopie  Ms.  20215.    Schwerin  F.  P.  u.  Stb. 

Psabnus  33  und  67  f.  Chor  u.  Orch. 
Mss.  P.     [Darmst. 

Salnio  42  di  Mattei:  Come  le  limpide, 
4  V.  c.  Strom.  P.  28  S.  Ms.  20216. 
[B.  B. 

Psalm  90.  HeiT  Gott,  der  du  bist, 
4stim.  mit  Instr.  P.  99  S.  Ms.  20217. 
[B.B.  Schwerin  F.  mit  1765  gez.  P.  u. 
Stb. 

"Wacht  auf,  ruft  uns  die  Stimme,  Chor 
u.  Orch.  P.  67  S.  Ms.  20219.  [B.  B. 
Schwerin  F.  Ms.  P.  (in  den  Stimmen 
heilst  es  „der  Wächter"). 

Canon  zu  3  Stirn,  im  Autogr.  und  Sey 
getreu  f.  4  Stirn,  u.  Instr.  —  Ein  Recitat. 
und  Arie  u.  a.  im  Autogr.     [B.  B. 

Die  Grofsmuth  des  Scipio,  Drama  von 
Schiebeier.    Ms.  20222  P.    190  S.    [B.  B. 

Gioas,  Oper.     Ms.  P.     [Darmst. 

Cantate:  Die  Schönheit  des  göttlichen 
Mannes,  f.  Chor  u.  Instr.  Ms.  20224.  P. 
40  BU.     [B.  B. 

Cantata  La  tempesta:  No  non  turbati. 
Ms.  20225.  P.     64  S.     [B.B. 

Cantata:  Nice  e  Tirsi  von  Metastasio. 
Ms.  20226.  P.  40B11.    [B.B.  'Schwerin  F. 

In  B.  Rostock  2  Arien  und  1  Duett 
in  Stb. 

3  Sinfonien  in  Ed.  Bd.  Dd.  1.  2  V. 
Va.  Ob.  2  Hörn.  Bass.  2.  2  V.  Ya.  B. 
3.  2  V.  Va.  obl.  2  Hörn.  Ob.  Tromp. 
Paucke  u.  B.  1.  2.  in  P.,  3.  in  Stb.  im 
Ms.     [B.  Upsala. 

Schubart,  Andreas,  1572/73 
Bassist  an  der  kurf.  Kapelle  zu 
Berlin  (Friedländer), 

Schiibart,  Christian  Friedrich 
Daniel,  Dichter,  Komponist  und 
Virtuose,  geb.  am  26.  März  1739 
zu  Obersontheim  (Limburg),  gest. 
10.  Okt.  1791  in  Stuttgart,  Seine 
Selbstbiographie  „Schubart's  Leben 
und  Gesinnungen.  Von  ihm  selbst 
im  Kerker  aufgesetzt.  2  Theile" 
erschien  in  Stuttgart  bei  Mäutler 
1791/93.  Der  2.  Thl.  ist  von  seinem 
Sohne  herausgegeben.  [B.  B.]  Sch.'s 
Vater  war  sehr  musikalisch  und 
in  seinem  Hause  spielte  die  Musik 
eine  grofse  Kolle.  Daniel,  der  Sohn, 
zeichnete  sich  schon  mit  8  Jahren 
als  musikbegabt  aus,  komponierte 
auch   schon  mit  9  Jahren  kleine 


Stücke.  In  JSTördlingen  besuchte  er 
die  Schule,  wo  er  wenig  Gelegen- 
heit fand  Musik  zu  treiben,  dennoch 
geriet  er  in  die  Gesellschaft  lieder- 
licher Fiedler,  die,  wie  er  selbst 
sagt,  ihm  seine  Sitten  verdarben. 
1756  kam  er  nach  Kürnberg,  dort 
erhielt  er  vom  Stadtkapellmeister 
Gruber  Unterricht  im  Generalbass 
und  Komposition,  lernte  die  Werke 
Sebastian  Bach's  kennen,  die  er 
zeitlebens  als  höchste  Leistungen 
in  der  Kunst  schätzte  und  in  Zeit- 
schriften darauf  aufmerksam  machte. 
Der  Unterricht  bei  Gruber  scheint 
die  einzige  Anweisung  gewesen  zu 
sein,  die  er  in  der  Musik  erhalten 
hat  und  es  ist  bei  seinem  Naturell 
sehr  fraglich,  wie  weit  derselbe 
anhaltend  war.  ISToch  Schüler,  er- 
hielt er  schon  eine  Stelle  als  Früh- 
messer, gab  Klavierunterricht  und 
spielte  oft  in  Familienkreisen, 
Einige  Lieder  auf  durchziehende 
preufsische  Husaren  gedichtet  und 
komponiert  fallen  in  diese  Zeit, 
sie  flogen  in  alle  Welt,  wurden 
in  Schwabach  gedruckt  und  vom 
Volke  gesungen,  ohne  den  Kom- 
ponisten zu  nennen  oder  zu  kennen. 
Das  gleiche  Treiben  setzte  er  in 
Erlangen  als  Student  fort.  Von 
hier  kam  er  mit  ziemlich  wüstem 
Kopfe  nach  Hause  und  führte  ein 
Bummelleben  in  Aalen,  wesentlich 
durch  Musik  ausgefüllt.  Er  organi- 
sierte eine  Stadtmusik,  eine  Art 
Orchesterverein,  worin  auch  der 
Handwerker  Aufnahme  fand,  kom- 
ponierte Kirchenstücke,  Sinfonien, 
Sonaten,  Arien  und  andere  Kleinig- 
keiten in  Menge,  die  später  unter 
seinem  und  fremden  Namen  in 
alle  Welt  ausflogen.  Nach  einer 
planlosen  Streiferei  im  Limpurgi- 
schen  trat  Seh.  die  Stelle  eines 
Präzeptors  und  Organisten  in  Geis- 
lingen  an.     Wo  er  —  um  wenig 


Schubart,  Cbrsfu.  Fiiedr.  Dan. 


77 


Schubart,  Chrstn.  Friedr.  Dan. 


Geld  —  neben  der  Schule  noch 
die  städtische  Musik  nebst  dem 
Organistenamte  zu  versehen  hatte. 
In  dieser  elenden  Stellung-  heiratete 
er  eine  jener  hausbackenen  deut- 
schen Frauen.  Ein  Besuch  in 
Ludwigsburg  reifte  den  Entschluss, 
Geislingen  mit  Ludwigsburg ^  der 
pächtigen  Eesidenzstadt,  zu  ver- 
tauschen. Hier  schwamm  er  mit 
Wonne  so  ganz  in  seinem  Element. 
Die  Hofkapelle  unter  Jomelli's 
Leitung  bestand  zur  Zeit  aus  aus- 
gezeichneten Musikern,  denen  er 
teils  vorspielte,  teils  von  ihnen 
lernte.  Bald  war  er  in  den  höchsten 
Kreisen  der  gesuchteste  Musik- 
lehrer. Eine  Liebesaffäre  brachte 
ihn  ins  Gefängnis  und  dann  wurde 
er  Landes  verwiesen.  Auf  dem 
nun  folgenden  Wanderleben  war 
die  Musik  allein  die  Ernährerin. 
In  Mannheim  hätte  er  fast  an  Kur- 
fürst Karl  Theodor's  Hofe  eine  An- 
stellung erhalten,  doch  sein  „loses 
Maul"  brachte  ihn  darum.  Er  ging 
nach  Augsburg  und  wurde  Zeitungs- 
schreiber. Hier  fand  er  eine  sess- 
hafte  bürgerliche  Existenz  und  ver- 
lebte die  glücklichste  Zeit  seines 
unruhigen  Lebens.  Er  gründete 
1774  die  „Deutsche  Chronik'',  ein 
politisches  Blatt  mit  zahlreichen 
Kritiken  von  Musikwerken,  Kon- 
zerten und  anderen  Kunstwerken, 
welches  sich  bald  einen  weiten 
Leserkreis  erwarb  und  Schubart 
gute  Geldeinnahmen  verschaffte, 
doch  die  freimütigen  religiösen 
Ansichten  schufen  ihm  viel  Feinde, 
die  den  Kurfürsten  zu  bestimmen 
wussten.  Seh.  das  Land  zu  ver- 
bieten. Er  ging  nach  Ulm,  setzte 
die  Herausgabe  der  Deutschen 
Chronik  fort,  liefs  seine  Familie 
nachkommen,  bis  ihn  auch  hier 
seine  Feinde  stürzten,  ihn  am 
22.  Januar  1777  nach  Blaubeuren 


lockten,  wo  der  Arglose  festge- 
nommen und  nach  der  Feste 
Hohenasperg  transportiert  wurde. 
Erst  in  einem  düsteren  Felsen- 
loche eingesperrt,  wo  er  377  Tage 
schmachtete,  dann  erst  in  ein 
freundliches  Zimmer  im  Komman- 
dantenbau gebracht;  doch  erst 
1782  wurde  ihm  eine  humanere 
Behandlung  zu  teil.  Für  die  Fa- 
milie sorgte  der  Herzog.  Am  11. 
März  1787  schlug  seine  Erlösungs- 
stunde und  der  Herzog  kündigte 
ihm  selbst  sein  Freilassung  an,  er- 
nannte ihn  zum  Direktor  der  Hof- 
musik und  zum  Theaterdichter  in 
Stuttgart,  damit  er  im  Lande  bleibe 
und  nicht  etwa  im  Auslande  seine 
gerechten  Anklagen  laut  werden 
lasse.  Ferner  erhielt  er  die  Er- 
laubnis, seine  Zeitung  unter  dem 
Titel  ,,Vaterlands- Chronik"  fort- 
führen zu  dürfen,  die  auch  von 
1787 — 1791,  seinem  Todesjahr,  er- 
schien. Geistig  und  körperlich  ge- 
brochen, lebte  er  nur  noch  vier 
Jahre. 

Verzeichnis  seiner  noch  nachweisbaren 
Werke: 

Chr.  Fr.  Dan.  Schubart's  Leben  und 
Gesinnungen.  2  Thle.  Stuttgard  1791 
bis  1793.  [B.B.  Salzburg.  Musikfr. 
Wien. 

Ideen  zu  einer  Ästhetik  der  Tonkunst. 
Herausgeg.  von  Ludwig  Schubart,  Kgl. 
preuss.  Legationsrath.  Wien,  J.  V.  Degen 
1806.  8".  X,  382  S.  [B.  B.  und  auf 
allen  gröfseren  Bibl. 

—  Neue  Aug.  1840  in  der  Gesamt- 
ausg.  seiner  Schriften,  ed.  von  Ludw. 
Schubart.  5.  Bd.  Stuttgart  bei  Scheible. 
160. 

Musicalische  Rhapsodien.  1. — 3.  Heft. 
Stuttgart  1786,  Xarlsschule,  herzgl.  Buchdr. 
4*^.  64  S.  mit  literarischen  und  Musik- 
beiträgen. 1.  Heft  3  Nrn.  2.  Heft  über 
Orgelspiel  u.  10  Nm.  3.  Heft  an  Beeke, 
ein  Katalog,  Klaviei-piecen,  Cautate  „Die 
Macht  der  Tonkunst"  und  „Die  Katzen". 
[B.  M.  B.  B.  nur  1.  Heft.  Karlsruhe 
1.  Heft. 

Das  Vonvort  ist  im  Jenner  auf  Hohen- 
asperg gez. 


Scliubart,  Chrstn.  Friedr.  Dan. 


78 


Schubaur. 


—  Die  Macht  der  Tonkunst  (1  Stirn, 
u.  Pfte).  Spira,  Bossler.  G  BU.  [B.  Wa- 
gener. 

Salve  regina,  Part,  mit  Portr.  [B.  B. 
Autogr.  Grasn.  Hofb.  Wien,  Ms.  16  842 
mit  deutschem  Text  f.  Solo  u.  Instr.  auf 
Hohenasperg  komp.  Autogr. 

Der  Bauer  im  Winter.  Ein  Ged.  v. 
Schubart  f.  Foitep.  Chez  B.  Schott  ä 
Maieuce.  qufol.  [B.  B.  Scheinbar  ist 
auch  Seh.  der  Komponist. 

Klaggesang  an  mein  Klavier  auf  die 
Nachricht  von  Minettens  Tod.  Herausg. 
von  Chr.  F.  W.  Nopitsch,  Musikdir.  in 
Nördliugen.  Augsbg.  1783  Conr.  H.  Stage. 
[Bv  M. 

Lied  einer  Mutter,  für  1  Stim.  mit 
Guit.  in  G.  Schinn's  beliebte  Lieder.    [B.  M. 

Treize  Yariations  p.  le  Clav,  ou  Pfte. 
(Bd.)    Spiro,  chez  Bossler  Conseiller.    fol. 

5  Bll.     [Dresd.Mus.     B.  Wagen  er. 

2  Piecen  in  Bossler's  ßlumenlese  1.  Tbl. 
1782,  nur  Seh  . .  rt  gez.  3  Piecen  im 
2.  Tlü.  1782.  2  P.  im  2.  Tbl.  1783.  3  P. 
im  1.  Tbl.  1783.  2  P.  im  1.  Tbl.  Neue 
Blumenlese  1784  (s.  Bossler  6.  7.  8.  9. 
10.  12). 

1  Lied  im  Samlwk.  Klavierstücke  2, 
1784.  —  In  Freimaurer  Lieder  s.  a. 

Ende  1899  erschien  im  Staatsanzeiger 
für  Württemberg  von  Ernst  Hoher  ein 
Artikel  „Schubartiana"  (auch  im  Separat- 
abzuge),  der  sich  ausführlich  über  Schu- 
bail's  Leistungen  und  sein  Leben  ver- 
breitet, auch  auf  der  Stadtbibliothek  in 
Zürich  einige  ümcke  fand,  die  in  Zürich 
erschienen  waren.  Es  sind  4  Sonaten  für 
Klavier  u.  a.  Die  genauen  Titel  teilt  der 
Verfasser  nicht  mit.  Im  Jahre  1902  er- 
.schien  eine  zweite  ., Schubartstudie"  von 
demselben,  mit  einem  Bilde  Sch.'s,  Verz. 
seiner  Werke,  Gedichte  und  Musikbeilageu 
in  Ulm,  Druck  von  Gebr.  Nübling  im 
Separatabzuge,  ursprünglich  in  der  Ulm  er 
Yereinspublikation  erschienen.  Dort  wer- 
den noch  folgende  Biographien  citiert: 
Stranff;,  Chr.  F.  D.  Schubart's  Leben  in 
seinen  Briefen,  2  Bde.  1849.  Pfarrer 
Hauff,  Biographie  1885,  400  Ö.  E.  Naegele, 
Aus  Sch.'s  Leben  und  Wirken,  Stuttgart 
1888  Kohlhammer.  R.  Krcmfs,  Seh.  als 
Stuttgarter  Tlieaterdirektor,  in  Württemb. 
Vierteljalirsbeft  f.  Landesgeschichte.  Neue 
Folge  X.  1901  S.  2.52—80. 

Schubaii's  Karakter  von  seinem  Sohne 
Ludwig  . . .  Erlangen  1798  der  Verfasser. 
8"^     [Bi-üssel. 

Die  von  Hölzer  veröffentliche  2.  Schu- 
bertstudie   von   1902    bringt   als   Beilage 

6  Lieder  und  3  Klavierpiecen,   die   aber 


keineswegs  geeignet  sind,  von  Schubart's 
Kompositionstalent  ein  günstiges  Urteil 
hervorzurufen. 

Schubart,  Johann  Martin,  geb. 
8.  Mär^  1690  iu  Gehra  bei  Ilme- 
nau, gest.  2.  April  1721  in  Wei- 
mar, ein  Schüler  Seb.  Bach's  in 
Weimar,  wurde  1717  sein  Nach- 
folger als  Organist  u.  Chordirektor 
daselbst  (Niederrh.  Ztg.  6,  324. 
Spitta  1,  839.  Gregoir,  Panth.  5, 
118  teilt  die  Grabschrift  mit,  ohne 
Daten). 

Schubarth,    Johann    Kaspar, 

geb.  1.  Aug.  1756  zu  Kodach 
(Koburg),  1781  Kantor  in  Regens- 
burg, 1802  Inspektor  der  Alumnen 
ebendort,  st.  daselbst  19.  (?)  April 
1810  (Biogr.  u.  Bibliogr.  Metten- 
leiter 1,  226.     Gerber  2). 

Er  gab  1786  Jos.  Eiepers  Bassschlüssel 
in  Regensburg  heraus  (siehe  Riepel). 

Von  einem  Schubarth  in  Ms.  B  910  in 
B.  Dresden :  Lieder.  A''ielleicht  ist  aber 
Chr.  Fr.  Daniel  Schubart  gemeint. 

Schubaur  (Schuhbauer),  Lukas, 
geb.  25.  Dez.  1753  zu  Lechfeld 
(Baiern),  studierte  Medizin,  wurde 
ein  vielgesuchter  Arzt,  1791  Medi- 
zinalrat und  Hofarzt  in  München. 
Schon  als  Knabe  betrieb  er  fleilsig 
Musik  und  setzte  dies  bis  zu  seinem 
Lebensende  fort  (Lipowsky  ausführ- 
lich). Man  kennt  von  ihm  mehrere 
Kompositionen : 

II  Sacrifizio,  Cantate  der  Kui-fürstin 
Maria  Anna,  Wittwe  von  Bavern  gew. 
Ms.  P.     [B.  M. 

In  monte  oliveti  (in  3  Sätzen)  4  voc. 
c.  org.    Ms.  P.    [B.  M.     ß.  B.  Ms.  20240. 

Die  Dorfdeinitierten  nach  Goldoni,  ein 
Singspiel  in  2  Aufzg.  c.  1784.  Ms.  P. 
[München  Oper.  B.  B.  Autogr.  Grasn. 
4  Bll.     Darmst. 

—  Im  Kl.-A.  München,  Selbstverlag. 
Mannheim  bei  Götz.  82  S.  [B.  B.  B.  M. 
Dresd.  Mus. 

—  Arie  aus  denselben.  Ms.  P.  [B.  M. 
Darmst. 

Die  treuen  Köhler,  ein  Singspiel.  Mauuh. 
u.  München,     K1.-A.     [Dresden. 

Tamaro.     Singsp.    Ms.  P.     [Proske-M. 


Schubert,  Anton. 


79 


Schubert,  Joseph. 


Arie.  Sollt  ich  mich  durcli  Undank. 
Ms.  P.     [B.M. 

Reichard  1783  und  1788  führt  noch 
einen  zweiten  Sehubav£r  an,  der  sich  aber 
vordem  Schubert  nannte  und  die  Sing- 
spiele schrieb:  Rosaha.  —  Der  Gasthof 
von  Genua.  —  Die  Landplagen  oder  das 
blaue  Ungeheuer.   (Siehe  Joseph  Schubert.) 

Schul)ert,  Anton,  Bruder  des 
Franz  Anton,  geb.  28.  Juni  176(3 
zu  Dresden,  wurde  1790  als  Contra- 
bassist an  der  Hofkapelle  angestellt 
und  1844  pensioniert  (Fürstenau 
1,  170). 

Ein  anderer  Anton  Seh . .  war 
1817  Hoforganist  ebd.  mit  460  Tlilr. 
Gehalt  (ib.  190). 

Schubert,  Balthasar,  um  1701 
Oboist  an  der  "Weifsenfeis  -  Quer- 
furter  Hofkapelle  (J.  0.  Opel). 

Schubert,  Franz  Anton,  geb. 
20.  Juli  1763  zu  Dresden,  gest. 
ebd.  5.  März  1824.  Violinvirtuose  (?) 
und  Komponist,  Avurde  1790  an  der 
kurfürstl.  Kapelle  angestellt.  Für- 
stenau 1, 170  sagt  als  Contrabassist, 
setzt  auch  das  Geburtsdatum  mit 
20.  Juli  1768 'an.  Auch  Gerber  2 
bez.  ihn  als  Contrabassisten  und 
zeigt  ein  Streichquartett  op.  4  an. 
1807  wurde  er  Musikmeister  mit 
500  Thlr.  Gehalt.  1817  bezog  er 
1200  Thlr.  Er  zeichnete  sich  be- 
sonders als  Komponist  aus  (C.  F. 
Becker  3,  31.  Fürstenau  1,  170. 
175.  187).     Bekannt  sind: 

RalvG  regina  4  voc.  concert.  c.  instnun. 
IVLs.  48.8.  P.  von  1821.  [Dresd.  Musik., 
Ms.  482  ein  anderes  Salve.  In  Ms.  384 
ein  Offertorium  in  P.  Ms.  92  a  von  181.5 
enthält  „Kleine  Dienst  Regeln  über  den 
Kirchendienst". 

Schubert,  Johann  Friedrich, 

geb.  17.  Dez.  1770  zu  Kudolstadt. 
gest.  im  Okt.  1811  zu  Mühlheim 
bei  Köln  a/Rh.  Erlernte  die  Musik 
handwerkmäfsig  beim  Stadtmusikus 
Hesse  zu  Frankenhausen,  dann  in 
Sondershausen,  zeichnete  sich  be- 
sonders als  VioKnist  aus,  ging  dann 


auf  die  Wanderschaft  und  wird 
1777  von  Reichard  als  2.  Violinist 
im  Orchester  der  Döbbelinschen 
Truppe  in  Berlin  verz.  und  1798 
als  Musikdirektor  bei  derselben 
Truppe,  die  auch  in  Stettin  und 
Frankfurt  a/0.  spielte.  1801  war 
er  Musikdirektor  in  Glogau  und 
seit  1804  in  Ballenstedt  am  Theater 
(Gerber  2,  der  auch  eine  Reihe 
Kompositionen  und  Schriften  an- 
zeigt).    Bekannt  ist  nur 

Neue  Singschule  oder  griindliche  und 
vollständige  Anweisung  zur  Singkuust  in 
3  Abtlg.  Lpz.  (1804)  Er.  &  H.  8  u. 
146  S.     [B.  ß.     Musikfr.  Wien. 

Concei-to  per  Clavic.  2  V.  2  Fl.  2  Clarin. 
2  Corni,  Fag.  Va.  e  B.  Stb.  [Musikfr. 
Wien. 

Schubert,  Johann  Josei)h,  be- 
kannt durch: 

Die  Zeitalter,  ein  pantomimischer  Tanz 
f.  Pfte.  qufol.  Ms.  19.  [Dresd.  Mus. 
Ohne  Zeitbestimmung. 

Schubert,  Joseph,  geb.  um 
1757  in  "Warnsdorf  in  Böhmen, 
gest.  28.  Juli  1833  zu  Dresden. 
Erlernte  bei  seinem  Vater,  einem 
Kantor,  die  Anfangsgründe,  be- 
suchte dann  die  lateinische  Schule 
in  Prag  und  erhielt  vom  Abt 
Fischer  Unterricht  in  der  Musik. 
1778  ging  er  nach  Berlin,  wo  er 
sich  beim  Kammermusikus  Kohn 
als  Violinist  ausbildete.  Von  hier 
kam  er  als  Hofmusikus  an  die  Ka- 
pelle des  Markgrafen  von  Schwedt, 
wo  in  den  Jahren  1780  —  81  vier 
komische  Opern  von  ihm  zur  Auf- 
führung gelangten  (Rosalia;  Der 
Gasthof  von  Genua;  Die  Landplage 
oder  das  blaue  Ungeheuer  und  1781 
Die  Entzauberung).  1788  wurde 
er  Kammerjuusikus  (Bratschist)  an 
der  Hofkapelle  in  Dresden.  Sein 
Gehalt  betrug  1813:  400  Thlr.  Er 
war  einer  der  fruchtbarsten  Kom- 
ponisten seiner  Zeit;  in  allen  For- 
men und  für  alle  Instrumente  hat 
er  massenhaft  produziert,    Gerber  2 


Schubert,  Joseph. 


80 


Schuck. 


äufsert  sich  sehr  günstig  über  seine 
Werke  und  liebt  den  Reichtum  an 
schönen  Melodien,  seine  harmo- 
nische, modulatorische  und  instru- 
mentale Gewandtheit  hervor.  Nach 
dem  heutigen  Urteile  war  er  ein 
Kind  seiner  Zeit  und  schrieb  in 
dem  damals  gebräuchlichen  und 
vom  Publikum  beliebten  Stile,  der 
durch  die  drei  Heroen  Wiens  der 
Vergessenheit  anheim  gefallen  ist. 
Nur  Weniges  hat  sich  im  Verhält- 
nis zu  seiner  Vielschreiberei  er- 
halten (Gerber  1.  2.  Fürstenau  1, 
168  und  in  Mendel -Eeifsmann's 
Lexik.).  Nachweisbar  sind  an  Kom- 
positionen : 

Missa  Sacra  ä  4  voci  c.  ström.  (Fd.) 
Ms.  353  im  Autogr.  P.     [Dresd.  Mus. 

—  Ebd.  noch  2  Missae  sacrae  a  4  v. 
c.  ström.  (Emoll  im  Autogr.  —  Cd.  iüi 
Autogr.) 

2  Missae  sacrae  in  Dm.  und  Hm.  im 
Ms.  P.     [B.Kgsbg. 

Missa  ä  4  v.  c.  ström.  (Gd.)  Dresdae 
1819.     Ms.  3.Ö5.  P.     [Dresd.  Mus. 

—  Ebd.  noch  2  Missae  in  obiger  Be- 
setzung in  Esd.  u.  Adur.     Ms.  356/57. 

Missa  cantata  ad  sanctum  —  Antonium 
de  Padua,  a  4  v.  c.  ström.  Dresd.  1758, 
Titel  vom  Komponisten.    Ms.  358  P.    [ib. 

In  Dresden  kathol.  Kirche:  13  Messen 
in  obiger  Besetzung. 

2  Arien  f.  Sopr.  mit  Klav.  Ms.  1036 
im  Autogr.     [Dresd.  Mus. 

Concerto  per  il  organo  ö  Pfte.  Ms.  22, 
P.  u.  Orgelst,     qufol.  im  Autogr.     [ib. 

2  Concei-ti  per  Viola  princip.,  2  V. 
Va.  2  Fl.  2  Ob.  2  Corni  e  B.  Ms.  IV. 
Stb.     [ib. 

12  deutsche  Tänze  f.  Orch.  Ms.  I. 
Stb.     [ib. 

Nach  Gerber  1.  2.  sind  von  ihm  die 
Singspiele,  die  am  Ende  des  Artikels 
Lukas  Schubaur  nach  Eeichard  angeführt 
und  bereits  erwähnt  sind. 

Schubert,  ohne  Vornamen,  sind 
noch  folgende  Kompositionen  zu 
verzeichnen : 

Pamela  Nubile,  eine  Oper  in  Stb. 
Ms.  LXV.     [Dresd.  Mus. 

Die  beiden  Galeei'ensklaven,  ein  Melo- 
drama in  3  Akten.  Ms.  20320.  P.  [B.  B.  I 
Schilling  schreibt  es  Franz  zu. 

Concert  pour  le  Vcl.  princip.  av.  acc. 


orch.  oeuv.  7.  Bronsvic,  ä  la  Höhe. 
9  Stb.     [B.  B. 

Sinfonia  I.  ä  11.  2  V.  2  Viola,  2  Ob. 
Fl.  2  Clarini,  Tymp.  e  B.  Stb.  im  Ms. 
[Schwei-in  F. 

Im  Samlwk.  Künstlerverein,  Variat. 
über  ein  Diabelli'sches  Thema. 

Scliuberth,  Grottlob,  geb.  11. 
Aug.  1778,  gest.  um  1846  zu  Ham- 
burg. Oboevirtuose,  lebte  zu  Magde- 
burg und  seit  1833  in  Hamburg. 
Er  befand  sich  oft  auf  Konzert- 
reisen (Schilling  und  Fetis),  letz- 
terer verz.  aus  Verlagskatalogen 
eine  Anzahl  erschienene  Kompo- 
sitionen für  Klavier. 

Schubhardus,  Christoph, 

ist  in  der  B.  Kassel  mit  Canzonetten 
zu  3  Stirn,  in  3  Stb.  im  Ms.  vertreten 
(40.  59). 

Schuchard,  Theodor,  Kantor 
zu  Eisenach  in  der  Mitte  des  17. 
Jhs.,    gab   nach   Gerber  2   heraus: 

Christlich  Gespräch  eines  betiübten 
Vaters  mit  seinem  abgelebten  Söhulein, 
in  dem  mit  4  Stiin.  komponirten  Liede: 
Ach  Gott  wie  ist  mein  Hertz  betrübt. 
Gotha  1656.  —  Im  Ms.  o.  Sign.  B.  B., 
8  Stb.  von  Gräffenhain  von  1643  Nr.  184: 
Nun  dancket  alle  Gott,  8  voc. 

Schuchart,  ...  war  um  1680 
zu  Leipzig  ein  beliebter  Lautenist 
(siehe  Walther,  Artikel  Kropff- 
ganfs). 

Schuchart,  M...  J...  Gr... 
n  . . . ,  nach  einer  Subscriptions- 
liste  von  1783  Organist  zu  Wiburg 
in  Finnland. 

Schuchbaiier,  . . .  Gerber  1 
nennt  ihn  einen  Mönch  in  Nieder- 
altap  (?),  der  1781  in  den  Abhand- 
lungen der  baierischeu  Akademie, 
Bd.  1,  über  die  Singspiele  schrieb. 
Ob  damit  der  Komponist  folgender 
Fiecen  gemeint  ist,  bleibt  fraglich. 

Die  Kgl.  Musikalieu-Samlg.  in  Dresden 
besitzt  in  Ms.  Cx.  861  u.  62  zwei  Trios 
a  Viola  d'amore,  FI.  e  B.  in  Stb.  und  für 
2  Vidle  d'amore  e  B.  in  Stb. 

Schuck,   Johann   Daniel,   aus 

Würzburg,   ist  am  27.  Febr.  1744 
und  den  17.  Mai  1746  als  Musikus 


Schübe. 


81 


Schiirer. 


an  der  Universität  zu  Leyden  ein- 
geschrieben (Bouwst.  3,  7). 

Sehübe,  siehe  Freimaurer-Lieder 
1749. 
Sehübler,  Christian  Ludwig, 

gegen  1755  zu  Heilbrouu  geb., 
gest.  14.  April  1820  ebd.,  ein 
Mathematiker  und  Akustiker, 

veröffentlichte  in  Bossler's  nmsik.  Cor- 
respondenz  1791  Nr.  23.  24.  3(3.  37  und 
in  1792  Nr.  51  u.  52  eine  Abhandlung 
über  eine  Stelle  von  Leibniz  zur  Theorie 
der  Musik  und  Ueber  die  Verschiedenheit 
der  Tonleitern  bei  blasenden  und  bei 
Saiten-Instrumenten. 

Sehübler,  Johann  (xeorg-,  lebte 
in  der  2ten  Hälfte  des  18.  Jhs. 
Im  Ms.  194  der  B.  B.  ein  Trio  f. 
Orgel  in  Dd. 

Sehiieehpaur,  Franz  Simon, 
seit  c.  1699  im  Dienste  der  kurf. 
Kapelle  in  München,  anfänglich 
mit  300  Gld.,  1726  mit  500  Gld. 
Gehalt.  Während  der  österreichi- 
schen Besetzung  Baiern's  erhielt 
er  nur  100  Gld.  1706  heilst  es 
in  der  Personalbeschreibung:  ist 
noch  nicht  lange  im  Dienst  (Kreis- 
archiv). 

Sehüler,  Anton,  Organist  an 
St.  Katharina  zu  Braunschweig  von 
1632 — 1640.  A^on  einem  J..  Schüler. 
der  aber  später  lebte,  sind  bekannt 

10  Variat.  für  das  Pfte.  Augsburg, 
Gombaii  &  Co.     (18.  Jh.)     [B.  M. 

Schüler,  Friedrich,  Oboist  an 
der  kurf,  Kapelle  zu  Berlin  um 
1711  mit  100  Thlr.  Gehalt  (Schnei- 
der H  35).  Dort  noch  ein  Haits 
Michael  mit  130  Thlr.  Gehalt,  incl. 
Kleidergeld.  In  der  Beilage  S.  55 
sind  im  Jahre  1712  ein  Senior, 
Fagottist  und  ein  Junior,  Oboist 
verz.,  beide  mit  150  Thlr.  Gehalt. 
Jedenfalls  sind  es  die  beiden  obigen, 
von  denen  Friedrich  der  junior  sein 
wird. 

Schüler,  U  . . .,  Klarinettist  und 
Komponist   an   der   Hofkapelle   zu 

Rob.  Eitner's  Quellen-Lexikon.    Bd.  9. 


Darmstadt,  seit  etwa  1780.  1782 
bezog  er  48  Gld.  jährl.  1804  aber 
580  Gld.  Gehalt.  Er  starb  1814 
(Thomas  22.  28.  37.  68.  84).  Dr. 
Xagel  verz.  ihn  in  M.  f.  M.  32  nicht, 
dagegen  einen  E...  Chr...  Schüler, 
der  1759  Hof-,  und  1760  Kammer- 
musiker in  Darmstadt  wurde.  1760 
wird  ein  Violinist  J.  P.  Schüler 
als  Hofmusikus  genannt,  1758  ein 
Accessist  ebendort,  dann  wieder 
ein  Senior  und  Junior,  ferner  ein 
Pauker  Johann  Schüler.  Ueber 
den  Ersteren  erfährt  man  S.  86, 
dass  er  kurz  vor  dem  21.  März 
1766  starb  (siehe  Seite  94  das 
Register). 

Schüller,  E . . .  E . . .,  ein  Flötist 
und  Klarinettist,  der  am  17/11  1769 
ein  Konzert  in  Frankfurt  a/M.  giebt 
(Israel  51). 

Schuere,  D'oude  (der  Alte),  ein 
Komponist  des  16.  Jhs.,  der  im 
Ms.  124  Nr.  27  zu  Cambrai  (1542) 
mit  der  Chanson: 

De  tous  Mens  plaine  4  part.  vertreten 
ist.  Im  Coussemaker  6  Beilage  S.  9  Ab- 
druck. 

Schür  er,  Johann  Greorg,   wie 

er  sich  selbst  schreibt  und  Ädani, 
wie  ihn  die  Lexika  nennen,  aulser 
Mendel -Eeifsmann.  Letzterer  Ar- 
tikel rührt  von  Fürstenau  her,  der 
ihn  aus  Raudnitz  in  Böhmen  als 
gebürtig  bezeichnet.  Dlabacz  sagt 
nämlich,  dass  er  ein  Böhme  sei 
und  in  der  Stadtkirche  in  Raud- 
nitz 1786  ein  Offertorium  von  ihm 
fand.  Das  ist  die  einzige  Nach- 
richt, die  Dlabacz  giebt  und  daraus 
schmiedet  Fürstenau  den  Geburts- 
ort. 1746  finden  wir  ihn  in  Dres- 
den als  Opernkomponist  bis  1748 
genannt.  In  letzterem  Jahre  Avurde 
er  zum  Kircheukomponisten  an  der- 
selben Hof  kapeile  mit  500  Thlr. 
Gehalt  ernannt,  der  gegen  1764 
auf  700  Thlr.  erhöht  wurde.    Man 

6 


Schürer. 


82 


ScMirmann. 


warf  ihm  stets  vor,  dass  er  nie 
Italien  besucht  habe  und  seinen 
Kompositionen  daher  auch  der 
wahre  Ausdruck  fehle.  Trotzdem, 
dass  allein  das  Kapellarchiv  der 
katholischen  lürche  in  Dresden  an 
615  Partit.  hds.  besitzt,  sind  seine 
Werke  heute  völlig  unbekannt  und 
es  bleibt  einer  künftigen  Zeit  über- 
lassen festzustellen,  worauf  sich 
obiges  Urteil  stützt.  Yielleicht 
schrieb  er  für  den  damaligen  Ge- 
schmack zu  ernst  und  gediegen, 
welches  ihm  dies  absprechende 
Urteil  zuzog.  1780  trat  er  in  den 
Ruhestand  und  starb  am  16.  Febr. 
1786  zu  Dresden  (Fürstenau  1, 155. 
165  ff.  2  b,  2-44). 

Mss.  im  Archiv  der  kath.  Kirche  in 
Dresden,  Schrank  IV,  P.  u.  Stb.  (die  Noten 
sind  dermafsen  verstaubt,  dass  eine  dicke 
schwarze  Lage  auf  ihnen  liegt).  Der  in 
der  B.  B.  Ms.  34  Eol.  befindliche  auto- 
graphische Katalog  trägt  genaue  Daten, 
die  von  1742—1770  reichen;  die  mittlere 
Zeit  ist  am  stärksten  vertreten.  Er  ent- 
hält: 

40  Messen  von  1748  ab.  21  Ad  Mis- 
sam  offertoria.  17  Hymni  zu  verschie- 
denen Festen,  alle  für  Chor,  Soli  u.  Orch. 
18  andere  Gesänge.  10  Motetten  f.  Soli 
u.  Orch.  3  Ad  Missam  Eerjuiem.  4  Mo- 
tetti  ad  Missam.  1  Te  Deum  laudamus. 
3  Litaniae  Lauretanae.  9  Alma  redemp- 
toiis.  9  Ave  regina.  10  Regina  coeli. 
23  Salve  regina.  2  Litaniae  Xaverianae. 
6  Miserere.  85  Psalmi  ad  Vesperas,  da- 
bei die  Magnificat.  54  andere  Psalmen 
und  Magnificat.  3  Magnificat.  7  Com- 
plectorium.  2  Oratorien:  II  figliuol  Pro- 
digo  1747.  —  Isacco  figura  del  Eedentore 
1748. 

Mss.  in  B.  B:  Gloria  4  v.  c.  orch.  Dd. 
P.  im  Autogr.  u.  Kopie,  Ms.  187. 

—  Christus  natus  est,  4  v.  c.  instr.  P. 
33  Bl.  Ms.  20340. 

—  Missa  4  V.  c.  instr.  Dd.  P.  Ms.  20341. 
Mss.  in  Dresd.  Mus.   Ope7-n: 

Astrea  placata,  Dramma  per  musica. 
Ms.  764.  P.     qufol. 

Calandro,  Comedia  p.  mus.  Der  Titel 
vom   Komponisten.     Ms.  765.    P.     qufol. 

L"Ercole  sul  Termodonte.  Ms.  767.  P. 
[auch  in  Neapel  Turch. 

La  Galatea,  opera  in  2  atti.     Ms.  768. 


P.  [auch  Brüssel  Cons.  und  in  Neapel 
Turch. 

Doiis.  Ein  Singspiel.  Ms.  766.  P. 
qufol.  [auch  in  Neapel  Turch.  mit  deut- 
schem Text. 

Kantaten  : 

Pastorali  di  Nice,  Dorisbe  e  Fitti,  a 
3  voci  Nel  felicissimo  giorno  del  gloriose. 
Ms.  768  a.  P. 

Disgrazia  accaduta  al  Nicolino  ä  Sedlitz, 
ä  Alto  solo  c.  Strom.  P. 

3  andere  Kantaten  f.  Alt  u.  Instr.  ohne 
Titel,  Ms.  769,  die  mittlere  mit  Dresda 
1753  gez. 

2  Arien  im  Autogr.  f.  Sopr.  u.  Instr, 
P.  1759.     Ms.  769  a. 

Litaniae  Xaverauniae,  Ms.  24.  P. 

In  Hofb.  ^4en,  Ms.  18344:  Regina 
coeli  laetare,  1759.  Autogr.  Part. 

Ein  Wolfgang  Schürer  ist  um  1575 
als  Musikus  und  Kopist  an  der  sächs. 
Hofkapelle  augestellt  (sächs.  Staatsarclüv, 
Cop.  407.  103  b). 

Scliürmaiiii,    Georg    Kaspar, 

das  von  Fotis  verzeichnete  Ge- 
burtsjahr 1665  ist  eine  willkür- 
liche Annahme,  ebensowenig  sind 
wir  über  das  Todesdatum  benach- 
richtigt. Nur  aus  Walther's  Lexi- 
kon wissen  wir,  dass  er  ein  Sohn 
eines  Pfarrers  aus  dem  Hannove- 
rischen war,  sich  früh  der  Musik 
widmete  und  zum  Sänger  aus- 
bildete. 1693  kam  er  nach  Ham- 
burg und  trat  an  Kirche  und 
Theater  als  Männer- Altist  (Falset- 
tist) auf.  1697  berief  ihn  der 
Herzog  von  Braunschwg.  an  seinen 
Hof.  Auf  der  Reise  dorthin,  die 
er  in  Gemeinschaft  von  Schau- 
spielern machte,  geriet  er  mit 
einem  Mitreisenden  in  Streit  und 
erstach  ihn  im  Zweikampf.  Seine 
Yerteidigungsschrift  in  M.  f.  M, 
22,  3.  Auf  Kosten  des  Herzogs 
besuchte  er  Italien,  stand  von  1702 
bis  1707  mit  Erlaubnis  des  Her- 
zogs in  Meiningschen  Diensten 
und  von  da  ab  lebte  er,  wie  es 
scheint,  bis  zu  seinem  Tode  am 
ßraunschweigscheu  Hofe,  denn  von 
1708  ab  folgt  Oper  auf  Oper,  die 


Schürinanii. 


83 


Schürmann. 


er  für  Braimsclivveig  komponierte, 
wo  er  anfänglich  auch  die  Kapell- 
meisterstelle  interimistisch  verwal- 
tete, dabei  aber  stets  seine  Rolle 
auf  der  Bühne  sang,  bis  er  dann 
thatsächlich  zum  Kapellmeister  er- 
nannt wurde.  Yon  1731 — 35  war 
ihm  und  dem  Kapeil  direkter  (In- 
tendanten) die  ganze  Verwaltung 
der  Oper  selbständig  übergeben, 
doch  von  1735  tritt  er  wieder  in 
das  alte  Dienstverhältnis,  wohl  aus 
dem  Grunde,  weil  die  Einnahmen 
die  Ausgaben  nicht  deckten  und 
der  Herzog  mit  seiner  Kasse  doch 
immer  wieder  anshelfen  musste. 
1731,  vielleicht  schon  1730,  erhielt 
er  K.  H.  Graun  zum  Vicekapell- 
meister,  möglich  dass  er  ihn  selbst 
anstellte,  da  es  in  die  Zeit  seiner 
Verwaltung  fällt.  Aus  dem  Jahre 
1735  erhalten  wir  Kunde  über 
seine  Gehaltsverhältnisse,  demnach 
empfing  er  500  Thlr.  festen  Ge- 
halt, 12  Thlr.  für  Papier  und  an 
jeder  (Markt-)  Messe  aus  der  Kasse 
des  Herzogs  noch  100  Thlr.  (Chrj- 
sander  1,  254.  260.  279.  284). 
Mizler  führt  ihn  im  Jahre  1741 
im  2.  Bd.  3.  Tbl.  p.  174  der  Mu- 
sikal.  Bibliothek  noch  als  Kapell- 
meister an.  Mattheson  2,  231  be- 
richtet, dass  er  von  einer  Messe 
(Markttag)  zur  anderen  3  Opern 
schreiben  und  dabei  noch  die 
Kirchen-  und  Kammermusik  be- 
sorgen musste.  1722  komponierte 
er  die  Oper  Rudolphus  I.  Habs- 
burgensis.  Seh.  kann  man  als 
Komponisten  ohne  Bedenken  sei- 
nen grofsen  Zeitgenossen  Bach  und 
Händel  als  Dritten  anreihen.  Er 
besitzt  alle  die  Eigenschaften,  die 
wir  an  den  beiden  obigen  Meistern 
so  hoch  schätzen.  Seine  Erfindungs- 
kraft ist  bedeutend  und  stets  dem 
Hohen  und  Erhabenen  zugewandt, 
seine    Gewandtheit   in    Form    und 


Kontrapunkt  ist  der  Händel's  völlig 
gleich.  Er  ist  in  der  Darstellung 
des  Tragisch -dramatischen  ebenso 
bedeutend  wie  im  Komischen  und 
seine  geistlichen  Kompositionen 
atmen  Tiefe  und  Innigkeit.  Die 
Instrumentation  ist  belebt  und  be- 
teiligt sich  mit  Geschick  an  den 
Ideen  der  Komposition.  Dass  er 
so  ganz  vergessen  werden  konnte, 
lag  an  seiner  Stellung  an  einem 
kleinen  Fürstenhofe  und  wohl  auch 
daran,  dass  er  selbst  zu  wenig 
darauf  achtete,  in  weiteren  Kreisen 
bekannt  zu  werden.  Nur  in  Ham- 
burg gab  man  einige  seiner  Opern; 
gedruckt  ist  nichts  von  ihm.  Was 
sich  aber  von  ihm  hds.  erhalten 
hat,  stammt  zum  gröfsten  Teile 
aus  dem  Nachlasse  des  Hamburger 
Theaters,  während  in  Braunschweig 
alles  vernichtet  ist  (M.  f.  M.  14, 
48  über  die  Oper  Ludwig  der 
Fromme  u.  26,  142). 

Verzeichnis  seiner  Opern  u.  a.,  teils 
nach  Textbüchern ,  teils  nach  den  vor- 
handenen Partituren: 

1700.  Endimione,  Favola  per  musica, 
in  3  atti.  Seh.  nennt  dies  ün  Vorworte 
zum  Textbuche  [Wolfenb.]  seine  Erstlings- 
oper.    1720  wieder  gegeben. 

1703.  Ixion,  in  einem  Singspiel  von 
Gottlieb  Fiedlern,  in  3  Aufz.  Textb.  in 
Wolfenb.  In  B.  B.  Ms.  23 101  S.  125  die 
Ouvertüre,  darauf  2  Akte  mit  Arien. 

1708.  Der  erfreuten  Ocker-Schäfer  an- 
gestelltes Fest  über  Ihrer  Majestät  der 
Kgin.  Elisabeth  Christiua  iu  Hispauieu  .  . . 
Textb.  in  Wolfenbüttel. 

1715.  Regnerus  und  Olaus,  mutmafs- 
lich.  Dedic.  des  Textbuches  vom  2.  Febr. 
Titel  des  Buches  fehlt.     (Chrys.  1,  265.) 

1716.  Die  Pleiades.  (1735  neu  aufgef.) 
Textb.     [Wolfenb. 

1717.  Atis,  oder  der  stumme  Ver- 
liebte, 3  Akte.  Dedic.  von  Seh.  6.  Febr. 
gez.,  mutmafslich  auch  von  ihm  komp. 
Textb.     [ib. 

1717.  Telemachus  und  Calypso,  3  Akte. 
Den  Komponisten  erfähi't  mau  erst  aus 
dem  Textbuche.  Hbg.  1721.  Textb.  iu 
Wolfenb.  u.  B.  Hbg.  In  Ms.  21206  der 
B.  B.,  Stück  17,  Arien  aus  der  Oper  Tele- 
machus  und  Calypso :   Verhasste  Liebes- 

6* 


Schürmanu. 


84 


Schütz,  Heinrich. 


lust.  'Wehrte  Hoffnung.  Es  schertzen 
die  Hertzen,  Duett  und  Deiue  Schönheit. 
8  Bll.  Part. 

1718.  Heinrich  der  Yogier  in  3  Akten. 
Textb.  in  Wolfenb.  Ein  Fragm.  der  P. 
in  demselben  obigen  Ms.,  Stück  18,  be- 
titelt: Henricus  Auceps.  Ao.  1718.  8  Arien 
in  P. 

1718.  Doppia  festa  d'Hiraeneo.  12.  Sept. 
Dedic.  von  Seh.,  der  wohl  auch  der  Komp. 
ist.     Textb.  Wolfenb. 

1719.  Die  getreue  Alceste.  3  A.  nach 
Mattheson  von  Schürniann.  Textbuch  in 
Wolfenb.  —  In  B.  B.,  Ms.  20360:  Alceste, 
eine  deutsche  Oper.  Hbg.  1719.  P.  1.54  BU. 

1720.  Tiridate  oder  die  tyrannische 
Liebe.    Dedic.  von  Seh.    [Wolfenb.  Textb. 

1721.  Heinrich  der  Yogier,  2.  Thl.  in 
3  Akten.     Textb.  Wolfenb. 

1722.  Orlando  furioso,  opera  in  3  atti. 
Textb.  Wolfenb.  u.  B.  B.  die  Pai-tit.,  von 
der  nur  ein  Teil  von  Seh.  ist,  das  übrige 
von  Italienern.   Die  Tänze  von  Mr.  Jahnen. 

1722.  Das  eroberte  Jerusalem,  oder 
Armida  und  Rinaldo.  Schürm.  sang  selbst 
den  Einaldo.  (1727  \\ieder  aufgeführt.) 
Textb.  \Yolfenb. 

1722.  Das  von  Jason  eroberte  giildene 
Flüfs,  3  A.     Textb.  AYolfenb. 

1723.  Eudolphus  Habspurgicus,  3  A. 
Textb.  Wolfenb. 

1726.  Ludovicus  Pius,  3  A.  Wieder- 
holt 1727  u.  1734,  ohne  Autor.  Part,  im 
Ms.  im  Besitze  Dr.  Hans  Sommers  in  Braun- 
schweig.    Ausgabe  in  Publikation  Bd.  17. 

1730.  Clelia,  eine  deutsche  Oper. 
Textb.  in  "Wolfenb.,  Part,  in  Berlin,  Ms. 
20361.     175  S. 

1734.  Procris  und  Cephalus,  Textb. 
ohne  Namen  in  Wolfenb.,  in  B.  B.  Ms. 
21206,  8.  Stück,  Alien  und  Tänze  aus 
der  Oper  . .  .  1734.     3  Seiten. 

Troja,  opera.  Ms.  23 101  in  B.  B.  S.  69. 
Arien  u.  Duette,  ohne  Instrumentalstücke 
120  S.     Auf  S.  157  noch  eine  Arie. 

Ms.  11500.  Stück  48:  Schönste  Wangen, 
eure  Pracht.  Sopr.  solo  et  Cont.  e.  Ritor- 
nellen  k  4  iustr.    P.     [B.  B. 

Ms.  20600,  Stück  17:  Es  wird  ein 
Stern  aus  Jacob  aufgehen,  4  voc.  c.  istrom. 
et  Org.  ex  G  ^,  Cantata.    P.     [B.  B. 

Ebd.  Stück  18:  Pflüget  ein  Neues  u. 
säet  nicht.  Motetto  4  voc.  c.  Instr.  et 
Org.  Abgedr.  in  M.  f.  M.  Beilage  zu  Bd.  17 
p.  89. 

Ferner:  Gott  ist  unsere  Zuversicht. 
Siehe  eine  Jungfrau.  Auf!  jauchzet,  lob- 
singet. Komm,  0  Tröster.  Aber  über  das 
Haus  Davids.  Gnädig  und  barmherzig  ist 
der  Herr.     Siehe,   siehe,   ich  wil  meiner 


heerde  mich  selbst  annehmen.  Diese  Ge- 
sänge sind  zwar  nicht  mit  seinem  Namen 
gez.,  aber  von  derselben  Hand  kopiert 
und  schliefsen  sich  an  die  obigen  an.  Der 
Kopist  zeichnet:  Meiningen  27.  Mai  1705. 

Aus  der  Oper  Henricus  auceps  die  Arie 
,, Deine  Krone  samt  dem  Throne",  f.  Sopr. 
u.  Instr.,  abgedr.  M.  f.  M.  17  p.  148. 

Franz  Commer  besafs  im  Autogr.  kl.  qu4°, 
3  Seiten,  eine  Cantate  a  2  voc.  „Andacht 
und  Gebeth". 

Schüefsl,  Joliami,  wird  am 
21/8  1607  als  Musicus  und  Instrii- 
mentist  an  der  Hofkapelle  in  Mün- 
chen mit  100  Gld.  ane:enommen, 
die  1608  auf  127  Gld.  54  Kr.  5  Pf. 
erhöht  wurden  (Kreisarch.) 

Schütz,  Georg  Grabriel,  geb. 
1.  Febr.  1633  zu  Lübeck,  gest. 
1711  in  Nürnberg.  Schüler  des 
Ratsmusikus  Mk.  Bleyer,  ging  dann 
nach  Hamburg,  1655  nach  Nürn- 
berg, erhielt  von  der  Stadt  1659 
ein  Stipendium  und  wird  1666 
Eatsmusikus.  Als  Virtuose  auf  der 
Gambe  und  Cornet  begiebt  er  sich 
öfter  auf  Konzertreisen  (Mattheson 
1,  321). 

In  Heinr.  Müüer's  Erquickstunden  1691 
ist  er  mit  2  Liedern  mit  Bass  unter  den 
Buchstaben  G.  G.  S.  und  G.  S.  vertreten. 

Schütz  (Sagittarius),  Heinrich, 
geb.  8.  Okt.  1585  in  Koesteritz  im 
Vogthmde  (ei  selbst  schreibt  zwar 
am  Tage  Burkhardi,  d.  i.  der  11., 
da  er  aber  nach  dem  Kirchen- 
buche am  9.  getauft  ist,  so  ist  der 
8.,  wie  ihn  die  Grabrede  bez., 
allein  richtig),  gest.  6.  Nov.  1672 
in  Dresden.  Sängerkuabe  in  der 
Hofkapelle  zu  Kassel,  nach  Lyncker 
p.  245  im  Jahre  1599.  Nachdem 
er  mutierte,  besuchte  er  um  1607 
die  Universität  Marbarg's,  um  die 
Rechte  zu  studiereu,  wurde  aber 
1609  gegen  den  "Willen  der  Eltern 
voDi  Landgrafen  von  Kassel  nach 
Italien  zu  Giov.  Gabriel!  geschickt, 
um  sich  als  Komponist  auszubilden. 
1613  kehrte  er  nach  Deutschland 
zurück    und   wurde  in   Kassel  als 


Schütz,  Heiurich. 


85 


Schütz,  Heinrich. 


Organist  angestellt.    Am  25.  April 
1615    findet    sich    ein    Schreiben 
des  Kurfürsten   Joliann  Georg   an 
den  Landgrafen  Moritz  vor,  in  dem 
er    demselben    seinen    Dank    aus- 
spricht,  dass  er  ihm  seinen  Orga- 
nisten auf  einige  Jahre  abgetreten 
habe.    161G  verlaugt  der  Landgraf 
aber   Schütz    wieder    zurück    und 
entspinnt   sich   eine   längere   Kor- 
respondenz zwischen  den  Fürsten, 
die  Fürstenau  1,  54   auszugsweise 
mitteilt.      Schliefslich    willigt    der 
Landgraf  am  16.  Jan.  1617  in  die 
gänzliche     Uebersiedlung     Schütz" 
nach    Dresden.      Seine    erste    Be- 
rufung    nach     Dresden     geschah 
wegen  der  Festlichkeit  einer  Kind- 
taufe  am  kurf.  Hofe   (La  Mara  1, 
77.     Fürstenau    1,   49  ff.).      1619 
verheiratet  er  sich  mit  Magdalene 
Wildecke.     Text  zur  Hochzeitsode 
in  B.  Dresd.  im  Druck.    Die  Kriegs- 
zeiten, in   denen  Sachsen  sehr  zu 
leiden  hatte,  trieben  Schütz  mehr- 
fach ins   Ausland,   so    1628   nach 
Italien,  dann  nach  Kopenhagen,  wo 
ihn   der  König  sehr  hoch  schätzte 
und    alles    daran    setzte,    ihn    zu 
fesseln.      Die    Yiertelj.  9,   82    be- 
richtet  darüber  nach   den    Akten: 
Schütz    war    dreimal    in    Kopen- 
hagen  als    Kapellmeister  besuchs- 
weise zu  besonderen  Festlichkeiten 
vom    König    von    Dänemark    ein- 
geladen.   Das  erste  Mal  vom  10/12 
1633    ab    mit    einem    Gehalt   von 
800  Thlrn.     Im  Mai  1635  geht  er 
wieder  nach   Dresden.     Der   Pass 
datiert   vom    25.  Mai    1635.     Das 
2te  Mal  muss  1637  gewesen  sein, 
da  er  am  1.  Febr.  beim  Kurfürsten 
um   Urlaub   eiukommt.      1638   ist 
er  in  Wolfeubüttel  u.  um  Pfingsten 
1639    wieder    in    Dresden.      Das 
3.  Mal  ist  er  den  3.  Mai  1642  in 
Kopenhagen  wieder  mit  800  Thlr. 
Gehalt.     Am  30.  April  1644  wird 


ihm    der   letzte   Gehalt  ausgezahlt, 
doch    erst    1645    trifft    er    wieder 
in  Dresden   ein.     Siehe   auch   das 
Generah'eg.     Sein  Gehalt  in  Dres- 
den   betrug    1666    auch    nur   800 
Rthh\,  während  Bontempi,   Albrici 
und    die    übrigen    Italiener    1200 
Rthlr.  erhielten.    Schon  1645  ver- 
langte er  seinen  Abschied,  da  ihn 
die    Verpflichtungen    gegen     den 
König  von  Dänemark  seine  Dres- 
dener   Stellung    sehr    erschwerte, 
doch    erhielt    er    ihn    nicht.      Bis 
1655  war  er  oft  im  Auslande,  von 
da    ab    unterliefs    er    die    Reisen. 
Amtliche    Schreiben     und    Briefe 
sind     abgedruckt    im    Chrysander 
1,   159—172.     Auch    mit   Braun- 
schweig   stand    er  in   dienstlichen 
Verhältnissen,  so  1655.     Chrys.  1, 
164.     Winterfeld  2,   207.    5,   168. 
M.  f.  M.  10,   148   ein   Bericht,    1, 
171  der  Leichensermon.    Fürstenau 
2  a,  23.  36  ff.    amtliche  Schreiben, 
La  Mara  1,   68   Briefe   von   1624. 
1632.    1641.    1651,    letzterer    mit 
seiner  Selbstbiogr.    Spitta,  Gesamt- 
ausgabe  seiner   Werke.     Bibliogr. 
M.  f.  M.    18,   48  ff.      Beurteilung 
ib.  20,  53.  ib.  15,  91  ein  Gedicht 
an   Schütz   v.   Kaldeubach.     Zahn 
5,  414  teilt  Näheres  über  die  Psal- 
men Ton  1628  nebst  einigen  Melo- 
dien von  Seh.  mit.     Da  bei  Breit- 
kopf &Haertel  seit  1885  die  Werke 
Sch.'s  in   einer  Gesamtausg.  in  P. 
in  15  Bd.  erschienen  sind,  kann  ich 
mich  mit  dem  Verz.  seiner  Werke 
kurz    fassen,    welches    aufserdem 
schon    in   M.  f.  M.    1886    erschie- 
nen ist. 

1611.  II  1.  lib.  de  Madr.  Yen.,  Ang. 
Gai-dano  e  frat.  6  Stb.  19  Nrn.  [ß.  K. 
Wolfenb.  T.  B.  5a. 

1618a.  Conceii;  mit  11  Stirn.  Drefsd., 
G.  Bergen.     12  Stb.     [B.  Kgsbg. 

1618  b.  Die  Worie  Jesus  Sj'rach:  Wol 
dem  der  ein  tugends.  Weib.  Dresd.  1  vol. 
[B.  K. 


Schütz,  Heinrich. 


86 


Schütz,  Heinrich. 


1618  c.  Concei^t  mit  2  St.  Dresd. 
1  vol.     [B.  K. 

1619  a.  Psalmen  Davids  sauipt  etlichen 
Muteten  u.  Concerten  mit  8  u.  mehr  St. 
Dresd.,  Bergen.  13  Stb.  26  Nrn.  [B.  B. 
B.  Br.  Brandenburg.  B.  K.  Brüssel. 
Musitfr.  AYien.  Proske.  B.  Kgsbg.  hds. 
Kamenz.     Pirna.     Güstrow. 

1619  b.  Der  183.  Psalm  Siehe  wie 
fein  n.  lieblich  ists.  8stim.  Lpz.,  L.  Kober. 
9  Stb.     [B.  Kgsbg. 

1621.  Syncharnia  niusicum  tribus 
choris  adornatmn  . .  .  Vratislav. ,  Bau- 
mann. 13  Stb.  „En  novus  Elysiis." 
[B.  Br.     B.  K. 

1623  a.  Historia  der  frolichen  n.  sieg- 
reichen Aufferstehung  .  .  .  Dresd.,  Bergen. 
7  Stb.  [B.  B.  Grimma.  Kamenz  ohne 
I.  IL     B.  Kgsbg.  hds. 

1623  b.  Kläglicher  Abschied  . . .  Freibg., 
Hoff  mann.  1  Bl.  in  fol.  [Kat.  Mai  in  Berlin. 

1625  a.  Cantiones  sacrae  4  voc.  c.  B. 
ad  org.  Fribg.,  Hoffmann.  5  Stb.  41  Nrn. 
[B.  B.  B.  Br.  0.  Bg.  B.  K.  dito.  C.  P. 
dito.  "\S"olfenbütt.  B.  Hbg:  A.  Löbau. 
B.  L:  C.  A.     Stockholm  5  Stb. 

1625  b.  De  vitae  fugacitate  Aria  5  voc. 
Ich  hab  mein  Sach  Gott  heiragestellt.  Ib. 
6  Stb.  ediert  von  Kr-üger.     [B.  B. 

1628.  Psalmen  Davids,  . . .  durch  Corn. 
Becker  mit  103  eigenen  Melodeyen,  dar- 
unter 92  neue  u.  11  alte  nach  gemeiner 
Contrapuncts  art  in  4  Stim.  Ib.  1  vol. 
in  kl.  8".  609  S.  u.  Reg.  [B.  B.  B.  Br. 
B.  Lpz.  B.  Kgsbg.  B.Hbg.  Wolfenb. 
"Wernigerode.     Amst. 

—  1640.  Güstrow,  Jägers  Erben.  1  vol. 
in  40.     708  S.  u.  Eeg.     [B.  B. 

—  1661  verraehii.  Dresd.,  Seyffert. 
1  vol.  in  fol.  171  (172)  S.  u.  Reg.  [B. 
Lpz.  B.  Gotha.  Lüneburg.  B.  G.  B. 
Kgsbg.  Wolfenb.  B.  B.  Dresd.  B.  Zw. 
br.  Mus. 

—  1676.  Geistreiches  Gesangbuch. 
Dresd.,  Hamann.  1  vol.  in  4'*,  ed.  von 
Bernhardi,  nur  für  Diso.  u.  G.  B.  371  S. 
[ß.  'V.  B.  L.  Gotha.  Biüssel.  Commer 
in  Berlin. 

—  1712.  Hoch -fürstl.- Sachsen -"U^eis- 
senfelsisches  vollst.  Gesang-  u.  Kirchen- 
Buch  .  . .  Weissenf.,  Brühl.  1  vol.  in 
gr.  40.    816  S.     [B.  Lpz. 

1629.  Symphoniae  sacrae  a  3 — 6  voc. 
Opus  eccles.  2.  Ven.,  Bai-t.  Magni.  6  Stb. 
20  Xrn.  [B.  B.  B.  Br.  Wolfenb.  Ber- 
lin Kircheninst. 

1631.  Verba  D.  Paiüi:  Das  ist  je 
gewisslich  war,  6  voc.  Manibus  Dn.  Jo. 
Herm.  Scheinii.  Dresd.,  Sevfferl.  7  Stb. 
[B.  Kgsbg.      B.  Br.      B.  Joach.  hds.  Part. 


1636  a.  Erster  Theil  kl.  geistl.  Ck)n- 
certen  mit  1 — 5  St.  u.  Bc.  Lpz.,  Grofe. 
Gedr.  bei  Ritzsch.  4  Stb.  17  Nrn.  [B.B. 
B.  Frkft.  Musikfr.  Wien.  B.  K.  2  Stb. 
B.  N.  3  Stb.  1.  2.  3.    Wolfenb.     Stockholm. 

1636  b.  Musical.  Exequien  bey  Leichen- 
bestattung des  Herrn  Heinrichen  .  .  , 
Eeiifeen  mit  6,  8  und  mehr  St.  Dresd., 
Seyffei-t.     8  Stb.     3  Nrn.     [B.  Kgsbg. 

1639.  Anderer  Theil  kl.  geistl.  Con- 
certen mit  1 — 5  St.  sambt  G.  B.  Dresd., 
Bergen.  5  Stb.  31  Nrn.  [B.B.  B.  Br. 
Brandenbg.  Grimma.  Biäissel.  Musikfr. 
Wien  4  Stb.  B.  Kgsbg.  II.  Elbing. 
Wolfenb.     B.  M. 

1647  a.  Symphonianim  sacrar.  2.  pars 
. . .  deutsche  Concerten  mit  3 — 5  St.  u. 
Bc.  op.  10.  ib. ,  in  Verlegung  Joh. 
Klemmeus  u.  Alex.  Hering.  7  Stb.  27 
Nrn.  [B.  B.  BerMn  Kircheninst.  B.  Br. 
Grimma.  B.  K.  br.  Mus.  Elbing.  B. 
Dresd.  Wolfenb.  Löbau  mit  Seh. 's  hds. 
Widmung.  Pirna  und  B.  M.  ohne  Bc. 
Proske  fehlt  1  Stb. 

1647b.  Danck-Lied  für  die  hoch- 
erwiesene fürstl.  Gnade  in  Wevmar.  Vom 
7.  lih  zum  13.  Hornungs-Tag  1647.  2  BU. 
fol.  Part.  Am  Ende:  Gotha,  J.  M.  SchaU. 
für  T.  Bc.  u.  Ritorn.     [B.  Zw. 

1648.  Musicalia  ad  Chonim.  sacrum, 
d.  i.  geistl.  Chormusik  mit  5 — 7  St.  ib. 
7  Stb.  29  Nrn.  [B.  B.  Grimma.  B.  K. 
Elbing.  Pirna.  B.  Dresd.  Wolfenb.  u. 
B.  M.  ohne  Bc.  B.  Kgsbg.  ohne  VI.  et 
VII.  vox. 

1650.  Symphoniarum  sacrarum  3.  pars 
.  . .  deutsche  Concei-ten  mit  5 — 8  St.  u. 
Bc.  op.  12.  Dresd.,  Bergen.  12  Stb. 
21  Nm.  [B.B.  B.  Br.  B.  Dresd.  Mu- 
sik-fr. Wien.  B.  M.  Hofb.Wien.  B.  Lpz, 
Pirna.  Wolfenbüttel  iukompl.  B.  K.  nur 
9  Stb.  Proske:  3a.  Lübeck  inkompl. 
br.  Mus.  6  Stb. 

1657  a.  Canticum  B.  Simeonis:  Herr, 
nun  lassest  du  deinen  Diener  in  Friede 
fahren,  mit  6  St.  Dresd.,  Seyffert.  7  Stb. 
in  fol.     2  Nrn.     [B.  Lpz.  ohne  C  I. 

1657  b.  12  geistl.  Gesänge  mit  4  St. 
m.  Bc.  ed.  von  Christoph  Kittel,  op.  13. 
Dresd.,  Seyffert.  5  Stb.  12  Nm.  [B.B. 
Wolfenb.  Pirna  ohne  T.  br.  Mus:C.  A. 
T.  Bc. 

1664.  Historia,  der  Freuden  u.  Gnaden- 
reichen Geburth  Gottes  u.  Marien  Sohnes 
. . .  mit  10  Concerten.  Dresd.,  Seyffert. 
1  vol.  in  4".     2  Bog.     [B.  B. 

Die  Ms.  sind  in  M.  f.  M.  18  nach  den 
Textanfängen  aiphabet,  geordnet,  doch 
fehlen  die  aus  Breslau  und  Dresd.  Hier 
lühi-e  ich  nur  kurz  die  Bibl.  mit  Ms.  an. 


Schütz,  Heinrich. 


87 


Schuhbauer,  Thoni.  Joach. 


In  B.  B.  Ms.  W  39.  52.  95.  96   in  P. 

mit  zahlreichen  geistl.  Liedern  zu  2  bis 
13  Stirn,  lateiu.  Psalmen  u.  a.  —  Ms.  T  CO. 
141.  153,  Gesge.  in  P. 

—  Ms.  110  Peitsch,  Part.  Ms.  Gräffen- 
hain  8  Stb.  oline  Signatur  Nr.  143. 

Das  ist  je  ge\Yisslich  wahr,  ü  voc.  c. 
Bc.     Ms.  P.  u.  Stb.     [Berlin  Kircheninst. 

"Wer  will  uns  scheiden,  4  v.  Bc.  Ms. 
P.  u.  Stb.     [Berhn  Kircheninst. 

In  B.  Br.  Mss.  1  Messe  HaUeluja,  lobet 
den  Herrn.  En  novus  Elysiis  u.  34  deutsche 
Gesge.  (siehe  Bohu's  Kat.  S.  364). 

In  Berlin  Kircheniustitid,  siehe  M.  f. 
M.  18,  65,  Nr.  15  u.  79. 

In  B.  Dresd.  8  deutsche  Gesge.  (s.  Kat.). 

•  B.Kassel.  B.Kgsbg.  ß. Liegnitz.  Dresd. 

Mus.  B.Lpx.  B.  Löbau:  Auferstehung,  Ms., 

in    Löbau    angehängt    an    "Wolfg.  Figulus 

Cantionura  sacrae  1575.  6  Stb. 

0  Jesu  süfs,  wer  Dein  gedencket.  2  C. 
2  T.  c.  2  V.  fol.  59,  q.  [B.  K.  im  Kata- 
loge Seit.  29  unter  OrancU  gestellt. 

In  B.  Joach.  399.  Reinschrift,  P.  Mo- 
tette auf  J.  H.  Schein's  Absterben  1631: 
Das  ist  je  gewisslich  wahr,  6  voc.  et  org. 

B.  Upsala  unter  Sagittaiius :  Erbarme 
dich  mein,  C.  solo  c.  5  Viele  et  Bc.  — 
Magnif.  4  v.  5  instr.  ad  plac.  2  capeUae, 
Bc.  und  4  Motetten. 

B.  Proske.  Ms.  968  u.  1014,  3  Gesge. 

In  Job.  Hildebrandt's  Geistl.  Zeit-Ver- 
ti-eiber  1656  Nr.  25.  Mehrstim.  Gesge. 
in  Casp.  Cramer's  Animae  1641.  Geistl. 
Lieder  in  Vopelius  Gesgb.  1682.  2  geistl. 
Gesge.  im  Gothaer  Cant.  1646,  3  in  der 
2.  Aufl.  1651,  6  im  2.  Tbl.  1655. 

In  alten  Samlwk.  7  Gesge.  (Eitner  1). 

In  neuen  Ausg.  aufser  der  Gesamt- 
ausg.  noch  zahlreich  vertreten  (Eitner  2). 
In  Zelle's  Ein  feste  bui'g  ist  unser  got 
im  n.  Bde.  (M.  f.  M.  28,  72).  Frz.  Wüll- 
ner  gab  bei  Rieter-Biedermann  1882  drei 
Psalmen  mit  Vortragszeichen  heraus. 

Schütz,  Jakol)  Balthasar,  geb. 
5.  Jan.  1661  iu  Nürnberg,  Sohn 
des  Gabriel,  gest.  22.  Jan.  1700 
ebd.  Anfänglich  Diskantist,  trat 
als  solcher  mehrfach  in  Opern  auf, 
unter  anderen  auch  iu  Ansbach, 
bildete  sich  dann  zum  Violinisten 
und  Gambisten  aus  und  wurde 
1686  in  Nürnberg  Ratsmusikus 
(Mattheson  1,  323). 

Von  ihm  befindet  sich  ein  Lied  mit  B. 
unter  den  Buchstaben  J.  B.  S.  in  Müller's 
Erquickst  unden  1691. 


Schütz  (Sagittarius) ,  Johann, 
ein  Komponist  aus  dem  Anfange 
des  17.  Jhs.,  der 

im  Samlwk.  von  1624  b  mit  3  Motetten 
f.  2  C.  B.  u.  Bc.  vertreten  ist.  In  der 
Hofb.  Wien  Ms.  16218  und  16240  die- 
selben Mot.  in  P. 

Schütz,  3Iatthias,  wird  am 
23.  Nov.  1623  zum  Organisten  an 
der  Barfüfserkirche  (jetzigen  Pauls- 
kirche) in  Frankfurt  a/M.  gewählt, 
unter  Matthias  Sagittarius  geschrie- 
ben (Chronik  von  Frkft.  a/M.). 

Ein  Schüfjc  kommt  auch  im 
Liederbuche  Erato  und  Euterpe; 
Hbg.  1789,  vor. 

Schütze ,  Christiernus ,  aus 
Bamberg,  war  von  1570 — 1575 
Organist  an  der  Stadtkirche  in 
Torgau  (Taubert  2,  17). 

Schütze,  Dr.  Stephan,  geb.  1. 
Nov.  1770  zu  Olvenstädt  (Magde- 
burg), gest.  19.  März  1839  zu  Wei- 
mar, wo  er  als  Schriftsteller  lebte 
und  den  Titel  Hofrat  führte.  Er 
war     ein    grofser    Musikliebhaber 

und  veröffentlichte 

in  Schott's  Cäcilia  Bd.  9,  137:  Ueber 
Bestimmtheit  in  der  Musik.  Bd.  12,  237: 
lieber  Gefühl  und  Ausdruck.  Bd.  16,  197 : 
Ueber  das  Verhältnis  der  Komik  zur  Musik. 
Käferstein  brachte  S.  245  eine  Erwiede- 
nmg  (Lpz.  Ztg.   41,  490  und  Becker  1). 

Schütze  von  Wientzig,  siehe 
Teucher. 

Schüz  (Schitz),  Hans  (Johann) 
Christoph,  um  1608  bis  1625 
Männer-Altist  an  der  HofkapeJle 
in  Stuttgart  (Sittard  2,  34.  46). 

Schuhbauer,  Lukas,  siehe  Schu- 
baur,  wie  er  auf  allen  Drucken 
und  Mss.  heilst. 

Schuhbauer,  Thomas  Joachim, 

ein  Benediktiner  im  Kloster  Nieder- 
Altach  in  Baiern,  gest.  17.  Dez. 
1812.  Gerber  2  verwechselt  ihn 
mit  Lukas  Schubaur. 

Er  veröffentlichte  in  den  Schriften  der 
Akademie  in  München  eine  Abhandlung 
über   Opern    und    in   den   akademischen 


Schnijt. 


88 


Schulthesius,  Joli.  Paul. 


Schriften  in  Passau,  betitelt:  Entwurf  zu 
der  öffentl.  Vorlesung  über  die  Aesthetik, 
Passau  1786.  Wieland  gab  in  seinem 
Merkur  1801,  April  Nr.  3  Auszüge  (Fetis 
und  Gerber  2). 

Schuijt,  siehe  Scliiiyt. 
Scliukueclit,  JohaunChristian, 

geb.  in  Tbüriiigeu  um  1745,  gest. 
17.  Febr.  1803^  ein  Mathematiker 
im  Kloster  Rossleben  in  Sachsen, 
wird  auch  citiert  als  Komponist 
von  „Min netto,  Pollacca  e  Rondo 
per  il  Cembalo".  Lips.  c.  1781 
(Fotis.     Gerber  1.  2). 

Sclmlflng,  Johann  Adam,  um 
1781  Lehrer  an  der  Solitude  bei 
Stuttgart  (Forkel  1,  134).  Nach 
Sittard  3,  148  hiefs  er  Schulfinck 
und  war  1773  Bratschist  an  der 
Stuttgarter  Hofkapelle. 

Schul grafft, ...  war  1773  Contra- 
bassist a/d.  Stuttgarter  Hofkapelle 
(Sittard  3,  148). 

Schuliz,  . . . 

Wohl  dem  den  keine  Thräne.  Nürn- 
berg 1798.     qufol.     2  Ell.     [B.  Wagener. 

Schulte,  Jakol),  lebte  in  der 
Mitte  des  16.  Jhs.  als  Schreiber 
und  Organist  an  S.  Jacobi  zu  Ham- 
burg, so  liest  man  auf  einer  Kom- 
position   in    der    B.  Kopenhagens, 

betitelt: 

Cantilena  sacra  a  1554  scripta  per 
Jacob  Schulte,  Scribam  et  Orgauistam  in 
templo  S.  Jacobi  (Hamburgi)  est  eanim 
usus  foret  in  organis.  Ms.  Wenn  nicht 
alles  täuscht,  ist  dies  der  Vater  des  Hie- 
ronymus  Praetorius.  Siehe  Jakob  Prae- 
torius  U. 

Schulten,  ...  ein  Vikar  an  der 
Andreaskirche  in  Köln,  hat  nach 
Gerber  1  daselbst  1749  heraus- 
gegeben : 

Cantus  choralis  gregoriauus,  d.  i.  Der 
Chor-Singekunst  leicht  und  kurtzgefasster 
Unterricht  ...     2  Bog.  in  8". 

Schultes,  Jakob,  ein  Dr.  beider 
Rechte,  wie  er  sich  auf  folgenden 
Drucken  bez. 

Ein  Hochzeitgespräch  des  Herrn  Gottfr. 
Grofsen,  Buchh.  zu  Leipzig  mit  seiner 
Braut  .  .  .   gesangweise   in   4  Stim.    mit 


einem  Bc.  gestellet  . . .  Lpz.  1618  Lor. 
Kober.  Stbll.  in  fol.  „Gott  hat  durch 
seine  Güte."     [B.  Kgsbg:  2.  B.  u.  Bc. 

Frewden  Gesang  damit  bey  den  hoch- 
zeitl.  Ehren  des  Herrn  Michael  Thomae 
und  Jungfr.  Annen  Schiütessen.  In  7  Stim. 
gesetzt  durch  den  Braut  Vater.  Lpz.  1618 
Lor.  Kober.     Stbll.     Fol.     [B.  Kgsbg:  Bc. 

Schultesius,  J.  C,  ist  Johann 
Christoph  Schultze  in  Berlin. 
Schultezius,  Hilarius, 

ein  Lied,  Serenata  überschrieben,  in 
Rellstab's  Clav.-Mag.  2.  Viertel].  S.  94. 

Schulthes,  Benedict,  in  Lieder- 
büchern und  den  Lexika  wird  er 
SchuUheifs  genannt,  Organist  an 
St.  Egidien  zu  Nürnberg,  gest.  am 
1.  März    1693    (Gerber    2).      Man 

kennt  von  ihm 

Muth  und  Geist  ermunternder  Clavier- 
Lust  Erster  Theil.  Nrnbg.  1679  Endter. 
([ui^.  Enthält  Praearabel,  Allemanden 
u.  a.  [B.  B.  In  der  B.  Wagener  der 
erste  und  ander  Theil  ohne  Titelbll.  39 
und  46  Seit.  Pranckfurt  (1680j  Job.  Phil. 
Gerhardt. 

2  Lieder  in  Sigm.  von  Birken's  Sonn- 
tags-Wandel  1712  mit  Ben.  Schultheife 
gez.  —  13  Lieder  in  Heinr.  MüUer's  Er- 
quickstundeu  1673  u.  1691  mit  B.  S.  gez. 
—  11  geistl.  Arien  in  Defsler's  Liederbuch 
von  1692  mit  B.  S.  gez. 

Schulthesius,    Johann    Paul, 

geb.  14.  Sept.  1748  zu  Fechheim 
(Coburg),  gest.  18.  April  1816  zu 
Livorno  (Italien),  studierte  Theo- 
logie und  nebenbei  sehr  eifrig 
Musik,  so  dass  er  sich  Zeit  seines 
Lebens  neben  seinem  Prediger- 
amte als  Klavierspieler  und  Kom- 
ponist auszeichnete.  Um  1773 
wurde  er  in  Livorno  an  der  prote- 
stantischen deutschen  und  hollän- 
dischen Gemeinde  Prediger  und 
wirkte  dort  sein  Leben  lang.  In 
seiner  „Sulla  musica'"  bez.  er  sich 
mit  ,,Segretario  della  IV  classe 
neH'accademia  di  scienze,  lettere 
ed  arti  di  Livorno".  Von  seinen 
Kompositionen  lassen  sich  folgende 
nachweisen  (Urteile  finden  sich 
zahlreich    in    der    Lpz.   Ztg.    von 


Schultseu. 


89 


Schulz,  Christian. 


Bd.  3  ab.  Biogr.  im  Fetis,  Ger- 
ber 1,  Gervasoni  68). 

Sulla  niiisica  da  chiesa.  Memoria. 
Livorno   1810  Masi  e  Co.     #.     [Florenz. 

3  Sonate  per  il  Cembalo  o  Tfte.  c. 
l'acc.  d'un  V.  obl.  op.  1.  Livorno  1780. 
qufol.  [B.  B.  B.  AVagener  in  2.  Ausg: 
Livorno,  R.  Corboncini.  26  S. 

Sonata  a  solo  per  il  Cemb.  o  Pfte. 
op.  2.  Livorno,  R.  Carboncini.  qufol. 
5  S.     [B.  B.     B.  Wagener. 

Otto  Yariazioui  facili.  Sopra  un  Andan- 
tino  per  Cimbalo,  o  Pfte.  con  acc.  di  Y. 
Va.  e  Vcl.  obblig.  composte,  e  dedicate 
. . .  Giacomina  Maddelena  de  Schwarz  da 
. . .  op.  4.  Livorno  presse  Rauieri  Car- 
boncini Librajo  (auch  zu  findeo  in  Lon- 
don). Stich  von  Gius.  Poggiali  in  Firenze. 
qufol.     4  Stb.     [B.  B. 

Allegretto  avec  12  Yar.  p.  le  Clavec. 
ou  Pfte.  op.  6.  Augsbg. ,  Gombart. 
[Stadtb.  Augsbg. 

Andante  graziöse  de  Pleyel  varie  p.  le 
Clavecin  ou  Pfte. ,  Y.  et  Ycl.  op.  6. 
Basel,  Gombaii;.     [Stadtb.  Augsbg. 

—  Ausg.  in  Augsburg  bei  Gombart 
mit  op.  7  gez.  [Dresd.  Mus.,  der  Kat. 
zeigt  noch  an:  a  2  Cembali  (im  Arrange- 
ment). 

7  Vaiiat.  p.  le  Fortep.  ded.  Ferkel. 
06.  9.  Augsbg.  (1797)  Gombart  &  Co. 
[B.B.     B.  Kgsbg. 

Sonata  pour  le  Clav,  d'un  Y.  2  Stb. 
im  Ms.     [B.  M. 

Schultseu,  A...,  lebte  um  1720 
und  gab 

nach  Gerber  2  bei  Roger  in  Amster- 
dam 2  Hefte  mit  je  6  Sonaten  für  Flöte 
oder  Oboe  mit  Bc.  heraus. 

Schultz,  Scliultxe  und  Schulz^ 
Schuhe  sind  nicht  getrennt,  son- 
dern alphabetisch  nach  den  Yor- 
namen  geordnet.  Siehe  auch  den 
Namen  Praetorius. 

Schultz,  . . . 

Die  Kgl.  Musikalien-Samlg.  in  Dresden 
besitzt  im  Ms.  Cx.  852.  853.  865  drei 
Concerti  a  Y.  concert.  c.  YV.  Ya.  e  B. 
Dd.  in  Stb.  4". 

Schulze,  A . . . 

bekannt  durch  eine  Hymne  im  Ms, 
[B.  Gotha.  Dort  noch  unter  Schulze  ein 
Choral  im  Ms. 

Schulz,  Andreas  I.,  aus  Riesen- 
burg, wurde  um  1550  auf  Kosten 
des  Herzogs  Albrecht  von  Preufsen 


vom  brandenburgischen  Hoforga- 
nisten Job.  Hornburg  aasgebildet, 
wozu  er  5  Jahre  bedurfte  (M.  f.  M. 
8,  66). 

Schulz,  Andreas  II.,  ist  jeden- 
falls ein  anderer  als  der  vorher- 
gehende, da  Traeg  im  letzten  Vier- 
tel des  18.  Jhs.  verlegte. 

Die  B.  M.  besitzt:  6  Yariaz.  con  finale 
. . .  per  la  Chitarra.     Yienna,  Traeg. 

Schulze,  A  . . .  B  . . . 

kommt  in  Böheim's  Maurerliedern  vor. 
Gerber  2  führt  noch  an:  Die  Stationen 
des  Lebens  fürs  Klavier,  1796.  In  J.  A. 
Boehme's  An  die  Freude  von  Schiller  ist 
er  auch  vertreten. 

Schultz,    Andreas    Heinrich, 

geb.  4.  Febr.  1681  zu  Braun- 
schweig, gest.  12.  Okt.  1742  zu 
Hildesheim,  wo  er  seit  1706  Or- 
ganist an  der  Lambertuskirche 
war  und  sich  als  Kirchenkompo- 
nist auszeichnete.  Er  war  mit 
Stephan  Bach  verschwägert,  der 
auch  sein  Gesanglehrer  gewesen 
war  (Spitta  1,  13.  Gerber  1.  2. 
der  auch  6  Konzerte  für  Klavier 
allein  im  Ms.  von  ihm  besafs). 

Bekannt  ist  in  der  B.  B.,  Ms.  198  eine 
Kantate:  Lobet  den  Herren  ihr  Berge, 
f.  Chor,  2  Y.  2  Ob.  2  Hörn.  Bc.  P. 

Schulz,  Anton,  Hofmusikus  in 
Dresden,  macht  1574  im  Nov. 
Hochzeit  (s.  Staatsarch.). 

Schultz,  Barthold,  aus  Marien- 
burg, war  1617  kurfstl.  Branden- 
burgischer Musicus  und  Instrumen- 
tist und  lebte  wahrscheinlich  zu 
Königsberg,  wo  folgender  Gelegen- 
heitsgesang erschien: 

Hochzeitliedlein  zu  Ehren  . .  dem  Peter 
MicheLu  dem  Jüngern  . . .  mit  4  Stim. 
compon.  von  . . .  Königsbg.  6.  Nov.  1617 
durch  Joh.  Schmidt.  Kein  gröfser  Frewd 
alss  wo  zwey  gleiche  Hertzeu.  4  voc. 
qu4''.     4  Stbll.     [B.  Kgsbg. 

(Siehe  auch  M.  f.  M.  4,  230.) 

Schulz,  Christian,  ist  1570 
Hofmusicus  in  Dresden  (s.  Staats- 
archiv). 


Schulze,  Chrstn.  Andr. 


90 


Schultz,  Friedr.  WOh. 


Seliiilze,   Christian  Andreas, 

um    1680  Domkantor   in   Meifsen. 

Gerber  besafs  von  ihm  die  Motette  im 
Ms :  Habe  deine  Lust  an  dem  Herrn,  für 
Bass  solo,  2  V.  3  Yiole  und  Bc.  In  der 
B.  B.  befinden  sich  folgende  Kantaten: 

Ms.  19230,  Samlbd.  Part. 

Stück  12.  Das  ist  meine  Freude,  3  v. 
6  Instr.  et  Org. 

St.  13.  Das  Blut  Jesu  Christi,  C.  A. 
c.  3  Instr.  et  Org. 

St.  14.    Bessre  dich  Jerusalem,  5  voc. 

4  Instr.  et  Org. 

St.  15.  Wie  der  Hirsch  schi-eit,  Basso 
solo,  c.  4  Instr.  et  Org. 

unter  demselben  Namen,  jedoch 
Schultz  geschrieben,  Kantor  in 
Meifsen,  besitzt  die  St  Thomas- 
kirche in  Strafsburg: 

1.  Missa  a  la  breve,  5  voc.  2  Y.  2 
Zinken,  2  Violen,  Fag.,  B.  u.  Org. 

2.  Te  Deum  laud.  5  voc.  2  V.  2  Tromp. 
3  Posaun.  Fag.  Pauk.  u.  Org. 

3.  Cantata:  Veni  sancte  spiiitus,  6  voc. 

2  V.  etc. 

4.  Herr  Jesu  Christ,  du  höchstes  Gut, 
10  voc.  mit  Instr. 

5.  Ich  schreye  mit  meiner  Stimme  zu 
Gott,  5  st.  u.  Instr. 

6.  Der  Gott  Abraham,  Hochzeitsgesang 
zu  5  St.  2  V.  2  Violen,  2  Quai-t-Zinken, 

3  Posaun.  B.  u.  0. 

7.  Ach  Gott  und  Herr  wie  grofs  und 
schwer,  7  Solo-  u.  6  Chorst.  mit  2  V. 
2  Violen  4  Posaun.  Fag.  u.  B. 

8.  Wanmi  sollt  ich  mich  dann  grämen, 

5  st.  u.  Instr. 

Schnitze ,    Christian   Angnst, 

geb.  1.  Apr.  1759  zu  Klingen thal 
im  Sachs.  Voigtlande.  In  Nürnberg 
besuchte  er  die  Schule  und  war 
stets  bemüht  sich  musikalisch  aus- 
zubilden. 1779  studierte  er  in 
Altdorf  Theologie,  1783  erhielt  er 
in  Nürnberg  eine  Hauslehrerstelle. 
Gerber  2  bringt  seine  Selbstbio- 
graphie, die  hiermit  abschliefst. 
Weiteres  ist  über  ihn  nicht  be- 
kannt, als  dass  Gerber  bis  zum 
Jahre  1803 

vier  Kantaten  seiner  Komposition  auf- 
führt; 12  Tänze  erschienen  in  Speyer  bei 
Bossler  1792  und  in  Bossler's  musikal. 
Ztg.  einige  Abhandlungen  über  die  Hai'- 
monika.    Nachweisbar  ist  nur  ein  Trio  in 


Cm.   f.   2  Fl.   u.    B.     Ms.  Stb.     [Bmssel 
Cons. 

Schultz,  Christoif,  geb.  zu 
Sorau,  war  um  1647  Kantor  in 
Sorau  und  um  1659  zu  Dölitzsch 
(Delitzsch).  Er  komponierte  einen 
Teil  der  Lieder  von  Benjamin 
Praetorius: 

Jauchtzendes  Libanon,  darauff  die  an- 
dächtige Seele  dem  Allerhöchsten  für  seine 
Wöhlthaten  ihr  demütiges  Danck-Opffer 
überreichet  . .  an  80  geisti.  Liedern  . . 
mit  so  wol  sonst  bekanten,  als  gantz 
neuen  Herrn  Christoff  Schultzens  . . .  wol- 
gefügten  Melodeyen  vermehret . . .  Leipz. 
1659  Chr.  Kirchner,  gedr.  Joh.  Erich  Hahn. 
8".  197  S.  80  Lieder.  11  Lieder  von 
Schultz,  7  mit  J.  A.  (Inceiii  auct.),  3  ohne 
Chiffer.  Zahn  6,  212  teUt  8  Mel.  mit. 
[B.  B.  Dresd.  B.  W.  B.  Stuttgart. 
Kai'lsnihe. 

In  Benjamin  Praetorius  Spielende  Myr- 
ten Aue  von  Gott,  Engel  u.  Menschen, 
als  Gedritter  Heiligen  .  .  .  vermittelst 
150  Stück  geisti.  Gedichte  . . .  in  .  .  neuen, 
Herrn  Chi'istoff  Schultzens  aumuthigen 
Melodeyen,  eröffnet  dui'ch  M  . . .  Lpz. 
1664  Joh.  Wittigauu.  8".  20  Melod.  von 
Öch.  181  S.  [B.  G.  Merseburg  Regie- 
rungsbibl.     Im  Zahn  6,  222  Beschrbg. 

CoUegium  musicura  delitii  Charitativum 
Das  ist  Zehen  geistliche  Leibspräclilein, 
dem  ohn  längst  neuauffgerichteteu  Collegio 
Musico  in  Delitzsch  zu  Eiiren,  auff  itzige 
Madrigalen  art  mit  5  Stini.,  sammt  einem 
General  Bals  comp,  von  ...  In  Verlegg. 
des  Autoris.  Gedr.  zu  Lpz.  1647  Friedr. 
Lanckisch  seel.  Erben.  6  Stb.  4».  10 
geisti.  Gesge.     [B.  B:  C  1. 

Das  bittere  Leiden  und  Sterben  unsers 
Herrn  nach  Lucas  ä  4  voc.  Lpz.  1653 
Lanckisch  Erben.  1  vol.  P.  20  S.  [B. 
Wagener.  Hochschule  f.  Mus.  in  Berlin, 
Abtlg.  Spitta. 

Ms.  Samlwk.  73  c.  1656  in  einer  Mo- 
tetten-Samlg.  der  B.  Kgsbg.  nur  C.  vor- 
handen, ist  er  aach  genannt. 

Schulz,  C  . . .  F  . . .,  ist  einer 
der  Komponisten  in  J.  A.  Boehme's 
14  Kompositionen  zu  Schiller's  Ode 
An  die  Freude. 

Schultz,  Friedrich  Wilhelm, 
geb.  um  1766,  gest.  10.  Mai  1799 
zu  Berlin.  Er  war  Hofmusikus 
der  Königin -Mutter  von  Preufsen 
und  gab  Lieder  am  Ciavier  heraus. 


Schulze,  Georg. 


91 


Schulz,  Joh.  Abr.  Peter. 


Ledebur  glaubt,  dass  es  derselbe 
sei,  den  Gerber  2  unter  Gottfried 
Schultze  anführt. 

In  Böheim's  Maurerlieder  2  Nrn.  gez. 
W.  F.  Schulz  und  W.  T.  (sie?)  Schulz. 
Gerber  2  fiUui  ihn  auch  unter  W.  F. 
Schulz  an  und  sagt,  dass  sich  auch  iu 
Rellstab's  AVinterbluineu  ein  Lied  befindet. 
—  In  G.  C.  Grosheim's  Melodien  mit 
Klavier  ist  er  mit  W.  F.  Schulz  gez., 
ebenso  in  Ambrosch  Freymäurer  Liedern. 

Schulze,  Greorg-,'  erhält  1588 
das  Kantorat  an  der  Fürstenschule 
in  Meifsen  (M.  f.  M.  9,  127). 

Schnitz,  Jakob  L,  Musicns  um 
1572  am  brandeuburg.  Hofe  zu 
Berlin  mit  6  Thlr.  1  Sgr.  1  Pf. 
Gehalt  und  6  Thlr.  8  Sgr.  Kost- 
geld (Schneider  6).  Ebendort  ist 
1572  ein  Hans  SchulU,  Trompeter, 
verz.,  der  noch  1585  genannt  wird 
(ib.  6.  20). 

Schulze,  Jakob  II.,  um  1663 
Instrumentist  an  der  Hofkapelle  in 
Dresden  (Fürstenan  2  a,  136). 

Schultze,  Jakob,  s.  Praetorius. 

Schultz  (Scultetus) ,  Johann, 
aus  Lüneburg  gebürtig  und  fürstl. 
Braunschweig-  Lüneburgischer  Or- 
ganist zu  Dannenberg  (jetzt  im 
Hannoverschen).  Man  kennt  von 
ihm : 

40  neuwe  ausserlesene  schöne  liebliche 
Paduanen,    Intraden,    vnd    Galliard    mit 

4  Stirn. ..      Hamburg   1617   H.  Carstens. 
40.     4  Stb.     40  Nrn.,  dabei  Variat.   über 
1    Passamezzo    zu    8    Stirn.       fWolfenb 
B.B:  C.     B.K:  B.  u.  6a. 

Thesauras  musicus  continens  cantiones 
sacras  3.  4.  5.  6.  7.  8.  9.  12.  16.  vocum 
. . .  Lunebg.  1621  excudeb.  Andr.  Michae- 
lis, sumpt.  H.  Meieri.  8  Stb.  4».  62  Ge- 
sänge. [Wolfenb.  Lüneburg.  B.  Hbg. 
Musikfr.  "Wien. 

Mu>sicalischer  Lüstgarte  darinnen  neun 
vnnd  funfftzig  schone  newe  Moteten, 
Madrigalien,  Fugen,  Phantasien.  Cantzonen, 
Paduanen,  Intraden  ...  Mit  latein.  vnd 
teutsch.  geist-  vnd  weltl.  Texten  ..  mit 
2.  3.  4.  5.  6.  7.  8.  Stirn.  Lüneburg  1622 
gedr.  Michaelsen,  in  Verleg,  des  Auctoris. 

5  Stb.     40.     f\\'olfenb. 
Epithalamium     musicum     in    honorem 

nuptiarum   ...    Dn.   Joh.   u   Dassel   .  .  . 


8  vocib.     Lunebg.   1028    typis  Michaelis. 
8  Stbll.     40.     [Wolfenb. 

Glückselig  Fried  vnd  Freudenreich 
rausicahsch  New  Jahres  Wunsch  dem 
Hertzog  August  zu  Braunschweig  .  .  . 
Hamburg  1645  Rebenlein.  8  Stb.  4°. 
7  Gesänge  zu  4,  5  u.  8  Stirn.    ["Wolfenb. 

Schnitze,  Johannes,  der  Keffe 
des  Lorentz  und  Stadtschul-Eektor 
in  Gardelegeu  (Titel),  ist  bekannt 
durch  den  Gelegenheitsgesang: 

Als  der  Wohl  Ehrenfeste  .  .  Lorentz 
Schultze  in  Hamburg  .  .  bei  einem  Gast- 
mahl .  .  hat  absingen  lassen  . .  Hainbg. 
1680  G.  Rebenlein.  1  Bog.  in  fol.  Gesg. 
f.  2  Alt  mit  Bc.     [Wolfenb. 

Sehulz,JohannAbrahaniPeter, 

geb.  30.  März  1747  in  Lüneburg 
(nach  Keichardt's  Biogr.  in  der 
Lpz.  Ztg.  3,  153  ff.),  gest.  10.  Juni 
1800  zu  Schwedt.  Schüler  von 
Kirnberger  und  später  dessen  hilf- 
reicher Sekretär  bei  Abfassung  der 
theoretischen  Werke,  da  Kirnberger 
einen  ungeschickten  Stil  schrieb. 
Seit  1770  war  er  Reisebegleiter 
der  Fürstin  Sapieha.  Bei  einem 
Besuche  in  Esterhaz  lernte  er 
Haydn  kennen  (Pohl  4,  27).  1774 
war  er  wieder  in  Berlin  uud  wurde 
von  Sulzer  beauftragt  für  sein  Lexi- 
kon die  Buchstaben  S — Z  im  Fache 
der  Musik  auszuarbeiten.  1776  bis 
78  war  er  Musikdirektor  am  fran- 
zösischen Theater,  1780  trat  er 
beim  Prinzen  Heinrich  von  Preu- 
fsen  in  Rheinsberg  die  Konzert- 
meisterstelle resp.  das  Dirigentenamt 
an  SteUe  Salomon's  an  und  be- 
vorzugte geradeso  wie  sein  Yor- 
gänger  die  süddeutschen  Kompo- 
nisten (Haydn  und  Gluck)  zum 
grofsen  Missvergnügen  seines  Leh- 
rers Kirnberger.  1787  w^urde  er 
Kapellmeister  in  Kopenhagen,  nahm 
wegen  Kränklichkeit  1795  den  Ab- 
schied und  lebte  zeitweise  in  Ber- 
lin, Rheinsberg  und  zuletzt  in 
Schwedt,  wo  er  Heilung  für  seine 
Blutungen     erhoffte     (Gerber    2). 


Schulz,  Joli.  Abr.  Peter. 


92 


Schulz,  Joh.  Ahr.  Peter. 


Eeicbardt  1.  c.  und  Gerber  geben 
recht  ausführliche  stückweise  Le- 
benssclülderuugen,  doch  eine  voll- 
ständig umfassende  Biographie 
fehlt  noch.  Am  besten  |ist  die 
von  Ledebur  in  seinem  Lexikon. 
Seh  alz  schickte  seine  Athalia  der 
Prinzessin  Amalia  von  Preufsen, 
Schwester  Friedrich  des  Grofsen, 
die  ihm  am  31/1  1785  einen  sehr 
charakteristisch  ablehnenden  Brief 
schrieb  (siehe  Echo,  Musikzeitung, 
Berlin,  Schlesinger  1857  p.  74  und 
wieder  abgedruckt  im  Jahn  3,  367. 
Ein  Brief  von  Seh.  aus  Kheinsberg 
1797  in  La  Mara  1,  276.  Lpz. 
Ztg.  1  [1798]  berichtet,  dass  Seh. 
sich  in  Stettin  befindet  und  sehr 
leidend  ist.  Ein  Brief  an  Wevse 
vom  22/4  1800  abgedr.  in  Bock's 
Berliner  Musikztg.  1884,  50.  S.  58 
ein  zweiter  au  seinen  Pflegesohn. 
In  Weyse's  Biographie  von  Möller, 
ebd.  im  Auszge.  mitgeteilt,  findet 
sich  auch  Einiges  über  Seh.  Im 
Hosäus  p.  73  ein  Brief  au  Rust 
vom  28/10  1785).  Durch  seine 
Lieder  im  Yolkston  hat  er  sich 
ganz  besonders  ausgezeichnet  und 
dadurch  der  Liedkomposition  eine 
ganz  neue  Richtung  gegeben.  Er 
selbst  spricht  sich  im  Vorwort  zu 
den  Liedern  darüber  aus  und  auch 
Reichardt  in  seinem  Kunstmagazin 
1,  3.  Siehe  auch  Viertel]".  Gene- 
ralregister. 

VerTieichnis  seiner  ncichweisbaren  Werke  : 
Entwurf  einer  neuen  und  leichtver- 
stÜEdHchen  Musiktabulatur,  ...  nebst  einem 
Probeexempel  von  . .  .  Berlin  (1786)  EeU- 
f  Stab.  8".  58  S.  [B.  B.  Dresd.  Musikfr. 
Wien.    B.  Wagener.    Briissel. 

Gedanken  über  den  Eiufluss  der  Musik 
auf  die   Bildung   eines  Volks,   und  über 
deren    Einführung    in    den    Schulen    der 
Kgl.  dänischen  Staaten  . . .     Kopenhagen    j 
1790Proft.  80.    [B.  B.    B.  Hbg.    Musikfr.    ' 
Wien.     B.  Lpz. 

Ueber  den  Choral  und  die  ältere  Lite- 
ratur desselben.  Neuer  Abdrack.  Eii., 
Weingart  1872.    [B.B, 


Geistliche  Qemngsiverke : 

Christi  Tod,  Passion  von  Baggesen. 
Ms.  20402.  P.     161  S.     [B.B. 

Denk  ich  Gott  an  deine  Güte.  Cantate 
f.  4  Stirn,  mit  Orch.  Musik  von  Haydn, 
arrang.  f.  Yocalmusik  von  ...  P.  Lpz., 
Br.  &  H.     fol.     [B.  B. 

Des  Erlösers  letzte  Stunden,  Oratorium 
nach  dem  Dänischen.  Ms.  20400.  P. 
72  S.     [B.  B. 

Maria  und  Johannes,  Passion  von 
Ewald.  2  Theile.  Ms.  20401.  P.  40  BU. 
u.  84  Seit.  [B.  B.  im  Autogi-.  u.  Kopie. 
Lübeck.  Brüssel  Cons.  Berlin  Singak. 
Hofb.  AVien  17  533. 

—  Part,  in  Chiffern  von  Maria  u.  Jo- 
hannes. Mit  einem  Yorbericht.  Kopen- 
hagen 1791  S.  Sönnichsen.  60  S.  [B.  M. 
br.  Mus.     Amst.     B.  Lpz. 

—  Dasselbe  in  dänischer  Sprache.  Ib. 
P.     [B.B. 

—  Kl.-A.  von  Craraer.  Ib.  1789.  30  S. 
[B.B.  B.  M.  Brüssel  Cons.  B.Wagener. 
Dresd.  Mus.    Lübeck,     br.  Mus. 

—  Im  Autogr.  Kl.-A.    11  Bog.     [B.  B. 
Das  Lob  Gotttes,  Oratorium.  Ms.  17  534. 

P.     [Hofb.  Wien. 

Hymne.  Gott  Jehova  sey  hoch  ge- 
preiset! Text  von  Thaarup,  übersetzt  von 
Voss.  Ms.  20404.  P.  f.  Chor  u.  Orch. 
25  Bog.  [B.  B.  Schwerin  F..  auch  das 
Textb.  von  1794.    ßeriiu  Singak. 

—  Kl.-A.  Kopenhagen,  Sönnichsen. 
aufol.     [B.B.     B.  G.     Amst.    B.  Lpz. 

Hymne  af  Edvard  Storni  og  Lovsang 
af  Prof.  Baggesen  (Vi  love  dig  God). 
Ms.  20406.  P.     71  BU.     [B.B. 

—  Kl.-A.  Kopenhagen,  Sönnichsen. 
qufol.     [B.  B.     B.  M. 

Guid!  du  es  stör.  Hymne  f.  4  St.  u. 
lustr.     Ms.  20403.  P.     96  S.     [B.  B. 

Lvsenes  Vader.  Hymnus  v.  Frimann. 
Ms.  20405.  P.     74  S.     [B.B. 

Hymnus:  Te  splendor  et  virtus  patris; 
in  vespere  S.  Michaelis.  Cl.  2.  3.  A.  c. 
instr.    Ms.  15925.  P.     [Hofb.  Wien. 

Psahnus :  Laudate  Dnum.  omnes  gentes, 
4  V.  c.  mstr.    Ms.  15  021.  P.    [Hofb.  Wien. 

Hymne:  Unendlicher  Geist,  der  die 
Welt  erschuf.     Ms.  P.   u.  Stb.     [Lübeck. 

Vater,  bester  Vater,  lebe.  Cantate. 
Autogr.  P.    8  Bog.     [B.  B. 

Der  Versöhnungstod,  Cantate,  bearbeitet 
nach  6  Adagios  von  Jos.  Haydn.  P.  [B.  B. 
Musikfr.  Wien. 

Vor  dir,  o  Ewiger,  Motette  4  voc. 
Ms.  B  1232  u.  B  1278.  [Dresd.,  dort  noch 
eine  4 st.  Mot.  u.  ein  Tischlied  im  Ms. 
Elbing  Nr.  83  die  1.  Motette  sowie  in 
B.  Lpz.  und  Berlin  Singak. 


Schulz,  Joh.  Äbr.  Peter. 


93 


Schulz,  Joh.  Abr.  Peter. 


Zu  Zions  Höhen,  4st.  P.  [Berlin 
Singak. 

2  Chöre  zu  4  Stiiu.  Ms.  652.  P. 
[B.B.    Berlin  Singakad. 

Eeligiöse  Oden  u.  Lieder  aus  den 
besten  deutscheu  Dichtern  mit  Melodien 
bey  dem  Clav.  Hbg.  1786  Herold.  50  S. 
qufol.  [^Yolfeub.  B.B.  B.  M.  B.  Kgsbg. 
B.  D.  62.  B.  Hbg.  Musikfr.  Wien.  Brüs- 
sel Cons.     Proske-M.     Hofb.  Wien. 

—  2.  Aufl.  Berlin,  Rellstab.  58  S. 
[B.  Wagener. 

Weltliche  Gesangsicerke  : 
Aliue,    Reine    de    Golcoude,    opera    in 
3  actes.   Ms.  20410  P.  in  3  voll.     [B.B. 

—  Kl.-A.  von  Cramer.  Kopenhag. 
1790  J.  Sönnichsen.  fol.  [B.  B.  ß.  M. 
Musikfr.  AVieu.     br.  Mus. 

Athalia.  Trauerspiel  mit  Melodien  und 
Chören  in  5  Akt.  P.,  das  Orchester  von 
Aigner  vermehrt.     [Musikfr.  Wien. 

—  Polyhymnia.  Chöre  u.  Gesänge  zur 
Athalie  von  Racine.  Herausgegeben  mit 
beygefügter  Uebersetzung  von  C.  F.  Cra- 
mer. Hbg.  u.  Kiel  1786  Hof  mann.  P. 
120  S.  [Hofb.  Wien.  B.  Lpz.  B.  M. 
Brüssel  Cons.  B.  Wageuer.  br.  Mus. 
E.  C.  of  Mus. 

—  Kl.-A.  im  Ms.  22407.  [B.  B. 
Lübeck. 

—  Kl.-A.  Hbg.  u.  Kiel  1786  Hof- 
manu.  43  S.  [B.  M.  B.  B.  in  3  Ex., 
das  eine  mit  hds.  Zusätzen.  Wolfenb.  in 
2  voll,  zu  38  u,  43  S.  qufol.  Lübeck. 
Dresd.  Mus.    B.  Kgsbg. 

—  Kl.-A.  von  Klage.  Lpz.,  Br.  &  H. 
[Berlin  K.  H. 

La  Fee  Urgele  oder  was  den  Damen 
gefällt.  Operette  in  4  Aufz.  Kl.-A. 
Ms.  20411c.     [B.  B. 

Hoest-Gildet.  Et  Syngespil  i  een  Act 
Ted  Thaarup.  Kop.,  Sönnichsen.  Kl.-A. 
qufol.     [B.  B.     br.  Mus. 

Musique  de  Flmpromptu.  Commedie 
an  1  act  eu  vers  melee  d'Ariettes.  Ms. 
116  Bll.  zmn  Teil  Autogr.  1779.  [B. 
Wagener.     Berlin  K.  H.  Kopie. 

Peters  Bnilup.  Et  SyngespU.  Kl.-A. 
Kiobeuhavn  1791.     [B.  Lpz. 

Das  Lob  der  Harmouie,  Cantate.  Ms. 
P.  u.  Stb.     [Lübeck. 

Aria  a  S.  e  Cemb.  2  V.  2  Ob.  2  Cor. 
Va.  e  B.  ,,Moi  seule  au  temple  de  me- 
moire."    Ms.  15955.  P.     [Hofb.  Wien. 

—  Im  Druck:  Rellstab  h  Berlin:  Aria 
di  bravura.     [B.  B. 

4  Arien  im  Ms.  15630, 14.     [B.  B. 
Ah,  que  l'amour  est  chose  johe!    Sopr. 
e.  istrom.    Ms.  18561.  P.      [Hofb.  Wien. 


Eundgesaug  „Freund,  ich  achte  nicht 
des  Mahles"  .  .  .  Hbg.,  J.  A.  Bölime. 
[B.  M. 

21  mehrstim.  Gesge.  Ms.  19059.  P. 
[Hofb.  Wien. 

Gesänge  am  Ciavier  (Italien.,  französ. 
u.  deutsche  Texte).  Berlin  u.  Lpz.  1779 
G.  J.  Decker.  4".  56  S.  25  Lied.  [B.  B. 
B.  Lpz.,  auch  im  Ms.  B.  M.  Dresd.  Mus. 
B.  Wagener. 

Joh.  Peter  Uzens  lyrische  Gedichte 
religiösen  Innhalts.  nebst  einigen  andern 
Gedichten  gleichen  Gegenstandes  von 
pp.  Kleist,  Cronegk,  Schmid  u.  Escheu- 
burg,  mit  Melodien  zum  Singen  bey  dem 
Claviere,  von  . . .  Kapellm.  des  Pr.  Hein- 
rich von  Preufsen  .  .  .  Hbg.  1784  Herold, 
qufol.  5  Bll.  Yora^ort  in  Hambg.  gez. 
46  S.  Musik  in  qufol.  [B.  B.  B.  M.  B. 
Hbg.  B.  Wagener.  B.  Lpz.  Musikfr. 
Wien.  Dresd.  Wolfenb.  Hofb.  Wien. 
B.  B.  auch  im  Ms.  546. 

—  2.  Aufl.  Berlin,  Rellstab.  58  S. 
kl.  qufol.     [Stadtb.  Breslau.     B.  Wagener. 

Au  die  Freude  von  Schiller,  f.  4  Stim. 
Ms.  18449,3.     [Hofb.  Wien. 

Lieder  im  Volkston  bey  dem  Klav.  zu 
singen.  Berlin  1782  Decker.  Vorrede 
über  Voss'  Lieder.  [Lübeck.  B.  M.  ß. 
Wagener.     Musikfr.  Wien. 

—  1.  Thl.  2.  Aufl.  Ib.  1785.  [Dresd. 
B.  G.     B.  M.     B.  B.     B.  Kgsbg.    B.  Lpz. 

—  2.  Thl.  Ib.  1785.  [B.  B.  B.  M. 
B.  Kgsbg.  B.  G.  Hannover.  Berlin 
Kircheninstit.     Musikfr.  Wien.     B.  Lpz. 

—  3.  Thl.  Beriin  1790  Heinr.  Aug. 
Rottmann.  27  Lied.  [B.B.  B.  M.  Han- 
nover. B.  G.  Lübeck.  Schwerin  F.  mit 
Reg.  im  Kat.  ohne  Titel.  Berlin  Kirchen- 
instit. Musikfr.  Wien.  B.  Lpz.  Stadtb. 
Augsbg. 

. . .  Ode  an  die  Freude  von  Schiller. 
Berlin,  Rellstab.  qu40,  wird  ihm  fälsch- 
lich zugeschrieben,  wie  er  selbst  am  13, 
April  1791  in  der  Musical.  Korresp.  der 
teutsch.  Füarm.  Gesellschaft  erklärt. 

In  iSammeliccrkoi : 

Musikal.  Blumenstraufs.  Berliner  Musik- 
hdlg.  Freimaurer-Lieder  1788  und  s.  a. 
In  Marzius  Samlwk.  1784.  51  L.  in  Voss' 
Musenalmanach  1781—96.  [B.  M.]  5  L. 
im  Götting.  Musenalmanach  1802.  [B.  M.] 
In  Theomele  1.  Bd.  Gütersloh  qu40.  In 
Böheim's  Maurerlieder.  In  Ambrosch  Frey- 
mäurer  L.  1  L. 

In  Samlg.  vierstim.  Gesänge  von  ver- 
schied. Comp.  Lief.  2.  Bremen,  Stock, 
auch  Seh.  vertreten  [Lübeck].  Im  Samlbd. 
vom    Jahi-e    1776    auch    Seh.    vertreten 


Schulz,  Joh.  Abr.  Peter. 


94 


Schnitze,  Joh.  Nik.  Wilh. 


[Lübeck,  Kat.  S.  18].  In  Rellstab's  Ciavier- 
Magazin  2.  Viertel],  kl.  fol.  „In  deinen 
Thälern"  S.  72.  S.  75  ein  anderes.  In 
The  german  Erato  und  The  german  Song- 
ster  mehrere  L.  Verleger  Nauck.  In  Erato 
u.  Euterpe,  Hbg.  1789. 

In  Chr.  Gottlieb  Hilscher's  Auswahl 
von  Arien. 

In  Auswahl  maui'erischer  Gesge.,  s.  1. 
(1802). 

In  Joh.  Fr.  Eeichardt's  Lieder  geselliger 
Freude  1796,  1.  Thl.,  und  Neue  Lieder 
geselliger  Freude  1.  Heft,  1799. 

Lied  zum  Andenken  der  Bauernfreiheit 
in  Dänemark  (Umkränzt  mit  Eichenlaube) 
in  V.  Schmidt's  Gedichte.  Brnschwg.  1794 
p.  47.     [B.  M. 

32  Lieder  m.  Klav.  im  Ms.  Davon 
einige  gedr.  im  Götting.  Musenalmanach 
1802  u.  in  Voss'  Mus.  1781—96.     [B.  M. 

In  Kellstab's  Frohe  und  gesellige  Lie- 
der, 4stim.  op.  320.  [B.  Kgsbg.  Nr.  389. 
B.  B. 

Cherubin's  Lied  aus  Figaro's  Hochzt. 
in  Lieder  u.  Gesge.  beym  Ciavier.  Kop., 
Sönniclisen.     [B.  B. 

Mss.  in  B.  Kgsbg:  Laut  durch  die 
Welten  tönt,  f.  Chor  u.  Instr.  28  Stb. 
(auch  in  Berüu  Singak.)  —  Samlg.  402 
zwei  Lied.  —  Samlg.  83  religiöser  L.  1787. 

Instrumcntalwerke  : 

Entr'actes  p.  2  V.  A.  B.  et  2  Fag. 
Ms.  P.     [ßrüss.  Cons. 

Sonate  fürs  Ciavier  mit  einer  Violine. 
Dd.    Ms.  194.     [B.  B. 

Sonata  per  il  Clavic.  solo,  op.  2.  (Esd.) 
Berlin.  Hummel,    fol.     [B.  B.    B.  M. 

—  Berhn,  Trautwein.  16  S.  [B.  Wa- 
gener. 

6  diverses  pieces  pour  le  Clavecin  ou 
le  Pfte.  oe.  1.  Beriin,  Amst.,  Hummel, 
fol.  17  S.  [B.  B.  B.  Wagener.  Dresd. 
Mus.     B.  M. 

In  neuen  Ausg.  39  Gesge.  (Eitner  2). 

In  Rellstab's  Ciavier  -  Magazin  1.  Vier- 
tel]'. S.  19  Naiver  Scherz  und  1  Lied  im 
2.  Viertel]. 

3  Allegri  f.  Pfte.  siehe  Weisse.  In 
Theomele  im  1.  Bd.  10  Lieder,  im  4.  Bd. 
2  Lieder. 

Schnitze,   Johann   Christ . . ., 

bez.  sich  1729  mit  Kammermusikus 
des  Herzogs  von  Württemberg  und 
Oels  und  gab  heraus: 

0  Sonate  ;i  2  fl.  trav.  senza  basso,  cou 
una  Ciacconna  tramischiata  di  2  Canoni 
nella  medesima  nascosti.  Hamburg  Ao. 
1729.    2  Stb.  in  qufol.     [B.  B. 


Sehnlze  (Schultze) ,  Johann 
Christian,  von  1708—1712  zwei- 
ter Violinist  an  der  Hof  kapeile  in 
Berlin  mit  100  Tlilr.  Gehalt.  1713 
wurde  er  entlassen  (Schneider  H  35 
u.  Beilage  55.     Ledebur). 

Schultze,  Johann  Christoph, 

geb.  um  1733,  gest.  22.  Aug.  1813 
zu  Berlin,  war  seit  1768  Musik- 
direktor u.  Yorgeiger  am  Orchester 
des  Döbbeliu 'sehen  Theaters  in 
Berlin  (Ledebur.  Lpz.  Ztg.  15, 
757).     Man  kennt  von  ihm: 

Drama  per  musica.  Unterschiedene 
gründliche  Nachrichten,  od:  Einleitung, 
was  eigentlich  zur  Musik  gehöret  und  ver- 
langet wird,  aus  einigen  Schriften  ent- 
lehnt, theils  selbst  verfertigt  und  in  Kürze 
verfasst  und  mit  einigen  Compositionen 
als  Beispiele.  Ms.  4'^.  45.  1768  gez.  als 
Musikdir.  beim  teutschen  Theater  in  Ber- 
lin.    52  Bll.     [B.  B. 

Musikalische  Magie  pour  Clavecin  (dar- 
unter ein  4stim.  Chor,  der  auch  räck- 
wärts  gesungen  und  gelesen  werden  kann) 
comp,  di  J.  C.  Schidtesius.  [B.  B.  im  Ms. 
Zelter  hat  darauf  geschrieben:  „Die  gute 
Seele  hiels  Schultz.  Er  hat  mich  eine 
Zeitlang  auf  der  Violine  unterrichtet  und 
ist  bis  an  seinen  Tod  mein  Freund  ge- 
blieben." 

Wer  wollte  sich  mit  Grillen  plagen, 
von  Hölty,  Ariette,  kann  auch  vor-  und 
rückwärts  gesungen  werden.     [B.  B. 

Ledebur  zeigt  noch  die  Drucke  an: 
Musikalische  Belustigung  oder  Badinage 
(enth.  Tänze).  Berlin  1788  Hummel.  — 
Musikalischer  Luftballon  für  Ciavier,  ib. 
1791. 

In  Schwerin  F.  Mss.  in  Stb.  1  Concerto 
a  5  ä  Fl.  a  bec  concert.,  6  Ouvertüren 
für  2  Fl.  u.  B.  und  ein  Drackbl.  mit 
Musikalische  Badinage  f.  Klav.  qufol. 

Schulze,  Johann  Gfeorg,  wird 
am  4/7  1(501  zum  Hof  Organisten 
in  Dresden  ernannt  (s.  Staatsarch.). 

Schultze ,  Johann  Nikolaus 
Wilhelm,  geb.  zu  ßostock,  stu- 
dierte Philosophie  und  Theologie 
zu  Rostock  und  gab  die  Disser- 
tation heraus: 

De  usu  musices  in  ecclesia  christiana, 
sub  auspiciis  divinis  et  consensu  summe 
Eev.  Theol.  facultatis  . . .    Rostock  1729 


Schulz,  Christian. 


95 


Schulz,  Karl. 


Schwiegerow.  8^.  124  S.  Gerber  2  zeigt 
den  Inhalt  au.  [B.  B.  B.  T41Z.  Musikfr. 
Wien.     br.  Mus. 

Schulz,  Johann  Philipp  Cliri- 
stiaii  (in  Drucken  nur  C.  oder 
Chr.  gez.),  geb.  24.  Sept.  1773  zu 
Langensalza,  gest.  30.  Jan.  1827 
in  Leipzig.  Besuchte  1783  die 
Thomasschule  in  Leipzig  und  stu- 
dierte darauf  Theologie,  entsagte 
aber  letzterer  und  bildete  sich 
unter  Engel  und  Schicht  zum 
Musiker  aus.  1787  trat  er  bereits 
als  „Discantist"  in  Konzerten  auf 
und  zeichnete  sich  durch  seine 
schöne  Stimme  und  seelenvollen 
Vortrag  auj.  1795  wurde  er  als 
Musikdirektor  au  der  Sekonda'schen 
Theatergesellsciiaft  angestellt.  Als 
Schicht  das  Kantorat  an  der  Tho- 
masschule übernahm,  trat  er  einen 
Teil  der  Direktion  der  Gewaud- 
hauskouzerte  ab  und  Schulz  wurde 
am  31.  Juli  1810  zum  Direktor 
gewählt.  Er  leitete  die  weltlichen 
Konzerte  der  Gesellschaft.  In 
einer  Eingabe  an  den  Magistrat 
beklagt  er  sich,  dass  Sorgen  um 
das  tägliche  Brot  und  das  Unter- 
richterteilen ihn  bisher  verhindert 
hätten,  sich  durch  gröfsere  Kom- 
positionen bekannt  zu  machen. 
Sein  Gehalt  betrug  200  Thlr.  und 
90  Thlr.  für  Stellung  der  Chor- 
sänger. Als  er  dann  1817  die 
Direktion  allein  übernahm,  erhielt 
er  300  Thlr.  ohne  für  den  Chor 
sorgen  zu  müssen.  Schulz  grün- 
dete etwa  um  1810  eine  zweite 
Singakademie,  die  erste  und  ältere 
war  durch  Limburger  und  unter 
Direktion  Schicht's,  Riem's  und 
Schneider's  begründet  und  als 
Schulz  gegen  1820  zum  Direktor 
der  älteren  gewählt  Avurde,  ging 
seine  eigene  ein.  Auch  muss  er 
Dirigent  der  Liedertafel  für  Männer- 
gesang gewesen  sein,  denn  dieselbe 


errichtete  ihm  auf  seinem  Grabe 
ein  Denkmal.  Nach  Schicht's  Tode 
meldete  er  sich  zum  Kantorat  an 
der  Thomasschule^  wurde  aber 
nicht  gewählt  (sächs.  Staatsarchiv). 
Gerber  2  rühmt  seinen  Komposi- 
tionen nach,  „dass  sie  vorzüglich 
durch  eine  ganz  eigene  Lieblich- 
keit sich  auszeichnen,  die  unmittel- 
bar zum  Herzen  spreche;  sein  Satz 
sei  rein  und  verständig,  seine  Me- 
lodie schlicht  und  empfunden,  seine 
Instrumentierung  erfahren,  einfach, 
auch  wo  sie  prächtig  werde,  wie 
dies  in  seinen  Chören  und  Ouver- 
türen oft  der  Fall  sei"  (Dörffel  2, 
45.  Gerber).  Von  seinen  Kom- 
positionen ist  nur  Einiges  be- 
kannt: 

Salvura  fac  regem  (4stim.  mit  Blas- 
instrumenten, zur  25  jährigen  Eegierungs- 
Feier  des  Königs  von  Sachsen  Friedrich 
August).  Lpz.,  Peters.  P.  qufol.  [ß.  B. 
Dresd.  Mus.  Lpz.  Thomas.  Schwerin  F. 
im  Druck  u.  Ms. 

Monolog  aus  Schiller's  Jungfrau  von 
Orleans  im  Kl.-A.     Lpz.,  Eichter.     [B.  B. 

12  vierstim.  Lieder  mit  Begltg.  des 
Pfte.  14.  Werk.  Lpz.,  Hofmeister.  [B. 
Kgsbg.  inkompl. 

8  vierstim.  Lieder  mit  willkührlicher 
Begltg.  des  Pfte.  Bey  Br.  &  H.  in  Lpz. 
qu40.     5  Stb.     [B.  Kgsbg. 

6  Volkslieder  mit  Begltg.  des  Pfte. 
rCarl  Schulz  gew.)  op.  5.  Lpz.,  Br.  & 
H.     [B.  Kgsbg. 

6  deutsche  Lieder  von  Schiller  .  . .  für 
1  Singst,  mit  Pfte.    Lpz.    qufol.    [br.  Mus. 

Ouvertüre  k  gr.  orch.  h  la  Tragödie 
Faust  par  M.  Klmgeraann,  ded.  Eochlitz. 
Oeuv.  8.  Lips.,  Hofmeister.  16  Stb.  fol. 
[B.  B. 

Er  gab  auch  von  Mozart  heimis:  Opern- 
gesänge, welche  zu  seinen  bekannten  Opern 
nicht  gehören,  sondei'n  von  ihm  einzeln 
geschrieben  worden  sind.  Im  Kl.-A.  2 
Hefte.  Lpz.,  Br.  &  H.  qufol.  12  Arien, 
[ß.  Kgsbg.  im  Kat.  der  Inhalt  verz. 

Siehe  J.  H.  C.  Bornhardt's  Canzonetten 
und  Eomanzen. 

Schulz,  Karl,  Tenorist  und  Ge- 
sanglehrer am  Dome  zu  Salzburg 
von  1769—1779  und  1783—1787 
(Peregrinus  168). 


Schultz,  Lebrecht. 


96 


Schumann,  Friedr.  Theod. 


Schnitz,  Lebreclit,  ein  Musiker 
des  18.  Jhs.  ist  in  der  Grofsherzgl. 
Hofbibl.  in  Karlsruhe  mit  folgen- 
den Mss.  vertreten: 

Ms.  893.  Concerto  ä  Fl.  trav.,  2  V. 
Viola,  Contrahasso  e  Violoncello.  Stb. 
Allg.  Adag.  Tempo  giusto,  Gd.  Cd.  Gd. 

Ms.  894-896.  3  Soli  a  Fl.  trav.  e  Vcl. 
in  Part.  Satzordnung  in  älterer  u.  neuerer 
Form  in  gleicher  Tonart. 

Ms.  897.  898.  2  Sonate  ä  2  Fl.  trav. 
(ö  Fl.  Viol.)  Vcl.  e  Fag.  zu  4  Sätzen: 
Alig.  And.  Menuet,  Presto  in  wechselnder 
Tonart. 

Mit  L.  Schulz  gez:  7  Sinfonien  im 
Ms.  Stb.     [Darmst. 

Schulz,    L  . . .    J  . . .,    bekannt 

durch 

6  Quatuor  ä  Cembalo  obl.  Flute,  V. 
et  B.  ad  lib.  Amst.,  Hummel.  Stb. 
[Dresden  Mus.  In  B.  Br.  im  Ms.  Stb. 
1  Quart,  in  Dd. 

Auch  in  Bossler's  Samlwk.  6  eine  Nr. 

Schulz,  Ludwig,  Oboist  an  der 
Hofkapelle  in  "Wien  mit  600  Gld. 
jährl.  von  1721  bis  f  28.  Febr. 
1740,  55  J.  alt  (Köchel  1). 

Schulz ,    Sebastian    Ludwig, 

1663  Instrumentist  an  der  Hof- 
kapelle in  Dresden  (Fürstenau  2  a, 
136). 

Schulze  (Schulciades),  Yalentin, 
aus  Kadan  in  Böhmen  gebürtig, 
war  anfänglich  Kantor  in  Lom- 
matzsch,  dann  8  Jahre  lang  Lehrer 
in  Oschaz,  am  27.  Aug.  1596  Kan- 
tor ebendort  und  den  21.  Aug. 
1602  Kantor  an  der  Fürstenschule 
in  Meifsen.  Starb  dort  im  Dez. 
1615  pL  f.  M.  9,  196). 

Schultz,  Wilhelm,  ist  bekannt 
durch 

Canzonette  italiane  composte  e  dedic. 
. . .  Doornii.  Hummel  ä  Amst.,  f.  1  Stim. 
mit  Bc.     [Schwerin  F.     Dresd.  Mus. 

Au  die  Freude  von  Schiller  in  J.  A. 
ßoehme's  Samlwk.  mit  W.  Schulz  gez. 

Schulz,  W.  F.,  siebe  Schultz, 
Friedrich  Wilhelm. 

Schulz,  ohne  Vornamen.  Einige 
liefsen  sich  als  dem  Job.  Abraham 


Peter    angehörig    feststellen.      Die 
übrigen  sind: 

Schuh.  Ms.  10803.  B.  B.  Auf,  alle 
mit  Danken,  Cantate  f.  B.  mit  2  V.  u. 
Bc,  datiert  1738. 

Schulze.    In  Bossler's  Samlwk.  6.  10. 

Schulz.  Neujahrshed :  Des  Jahi'es  letzte 
Stunde.  In  Hilschers  Auswahl  der  neue- 
sten Singestucke.  Heft  1,  Nr.  5.  Schwe- 
rin F. 

Schulz.  Tout  Tunivers  est  plein.  Chor 
mit  Orchester.  Ms.  P.  u.  Stb.  Dd. 
[Schwerin  F. 

Schulz.  Der  politische  Zinugiefser. 
Musik -QuodUbet.     Ms.  P.   Stb.     [Darmst. 

Schuh.  Freude,  schöner  Götterfunken, 
von  Schiller,  f.  Chor  u.  Orch.  15  Stb. 
Ms.     [B.  Zw.  702. 

In  Freimaurer  Lieder  1788  a  ein  Schuh. 

In  Freimaurer  Lieder  s.^a.  Berhn  ein 
Sehultze. 

Schulz.  In  K.  W.  Justi's  Gedichte  mit 
musikal.  Beilagen,  2.  Aufl.  Siegen  1810. 
8".     [besafs  Antiq.  Butsch. 

Schultxe.  Siiifouia  in  G.  Ms.  Stb. 
[Berlin  K.  H. 

Schuhe.    Smfonia  in  G.    Ms.  Stb.    [ib. 

SekuUz.  3  Concerte  ä  Fl.  trav.  2  V. 
Va.  e  B.  in  je  3  Sätzen.  Ms.  900—902. 
Stb.     [Karlsmhe. 

Schulz.  1  Concerto  ä  Fl.  2  V.  e  B. 
in  3  Sätzen.     Ms.  899.     [ib. 

Schulz.  Trio  es  Ad.  Fl.  trav.  Vcl,  et 
B.     Ms.  Stb.     [Dai-mst. 

Schulz.     In  Klavierstücke  1.  1794. 

Schultz.  Sonata  ä  5.  2  Fl.  2  Ob.  c. 
Bassono.     Ms.    fol.     18.  Jh.      [B.  Upsala, 

Schuh.  2  Märsche  f.  die  Flöte.  Ms. 
fol.     [Schwerin  F. 

Schumacher,  A . . .  Gl . . .,  lebte 
an  der  Grenze  des  18.  Jhs.  bis 
ins  19.  hinein  und  ist  bekannt 
durch 

Sechs  deutsche  Lieder  mit  Begltg.  des 
Klaviers  von  ...  Berhn  1801  G.  Fr. 
Starke.     qu4o.     [B.  Kgsbg. 

Tischlied  von  Härtung  und  Schumacher 
..Ergreifet  die  Gläser-,  4 st.  P.  3  S. 
s.  I.     [ib. 

Schuman,  Arnold,  aus  Braun- 
schweia:,  ist  am  29.  Mai  1726  als 
„Musices  Magister"  an  der  Univer- 
sität    zu    Leyden     eingeschrieben 

(BoLiwst.  3,  5). 

Schumanu,  FriedrichTheodor, 

lebte  im  18.  Jh.  u.  ist  bekannt  durch 


Schumann,  Georg  Heinr. 


97 


Schunte. 


3  Sonatas  for  the  harpsichord  "n-itli 
acc.  for  a  V.  or  germ.  fl.  &  Vcl.  op.  3. 
2.  ed.  London .  Lougman ,  Luckev  . . . 
3  Stb.     fol.     [B.  B. 

Six  Sonatas,  tliree  for  a  Y.  and  2  Ycl. 
Three  for  a  germ.  fl.  and  V.,  or  2  V. 
and  Vcl.  op.  8.  London,  Wm.  Napier. 
3  Stb.     [ß.  Wagener. 

6  Sonates  pour  le  Clavecin  ou  Fortep. 
av.  1  V.  oe.  9.  Amst.,  Marckordt.  2  Stb. 
[B.  B. 

Gerber  1.  2.  führt  noch  Hehreres  an, 
dass  er  aber  in  London  gelebt  haben  soll, 
weil  einige  Drucke  dort  erschienen,  ist 
kein  Beweis.  In  England  druckte  man, 
wie  in  Amsterdam,  sehr  fieifsig  auf  Eaub. 

Scliumanii,   Oeorg  Heiuricli, 

eia  Musiker  des  16/17.  Jh.,  von 
dem  sich  im 

Ms.  732  der  B.  Proske  Nr.  86  der  fünf- 
stim.  Satz:  Allein  Gott  in  der  Höh  be- 
findet. 

Scliumanu,  Jobaiiii,  Kantor  in 

Halle  a/S.,   wie  Fetis  angiebt,   der 

ans  dem  Yerlagsorte  des  folgenden 

Druckes  obigen  Schkiss  zieht: 

Musicae  compendium  latino-gennanicum 
M.  Henrici  Fabri  per  Melchior  Vulpium, 
Vinareusium  Cantorem.  Adjecta  est  in 
fine  Compendium  musices,  gerraanice  Jo. 
Schiunanni.  Halae  1620.  8'^.  Die  Ausg. 
ist  mir  unbekannt  und  eine  Quelle  giebt 
Fetis  nicht  an.    Siehe  Vulpius. 

Schumann,    Johann    Greorg, 

geb.  12.  Okt.  1698  zu  Meifsen, 
gest.  4.  Nov.  1777  zu  Lüneburg. 
Besuchte  1717  das  Gymnasium  in 
Gera,  geht  1721  nach  Lüneburg, 
beendigt  dort  seine  .Studien  und 
erwirbt  sich  den  Lebensunterhalt 
durch  Unterrichten,  wird  dann 
1727  Kantor  am  Johanneum  und 
der  Johanniskirche  daselbst  und 
wirkt  dort  bis  an  sein  Lebensende. 
Zu  seinem  Amtsjubiläum  hielt 
Chrstn.  Friedr.  Oldecop  eine  Rede, 
die  im  Druck  erschien  (Forkel  4, 
374  nebst  der  Rede  des  Jubel- 
festes.    Junghans  8.  9.  23.  24). 

Ein  Johann  Gottlob  Schumann  richtete 
Kospoth's  Serenate  „Um  Mitternacht"  für 
Gesang  und  Klavier  ein,  Ms.  gez.  Lübeck 
2.  April  1798.     [Lübeck. 

Eob.  Eitner's  Quellen-Lexikon.    Bd.  9. 


Schumann,  JustusAntonPeter, 

geb.  20.  Mai  1740  zu  Hildburg- 
hausen, Schüler  von  Meisch,  wurde 
herzgl.  Kammermusikus  und  Stadt- 
organist zu  Hildburghausen.  Ger- 
ber 2  verz.  von  ihm  eine  Passion 
und  Das  Lamm  Gottes  in  sieben 
Fasten-Stücken. 

Cantate  auf  das  Dankfest  wegen  der 
Vermählung  Friedrichs  Herzogs  von  Sach- 
sen. Ms.  P.  mit  J.  P.  A.  Seh . . .  gez. 
[Darmst.  (man  könnte  versucht  sein  dar- 
unter an  J.  P.  A.  Schulz  zu  denken). 

Schumarius,  DanieL    „Sunthe- 

mio  M.  P.  J.  G."  (?), 
I        gab  ein  Hochzeitslied  in  nuptüs  claris- 
I    simi   . .    viri   Jos.  Hettleri  . .    et   Annam 

Eüsabeth  .  .  Böringeri,  celebratis  23.  Apr. 

1594  . .     Tubingae    ap.    G.  Gruppenbach. 
j   6  Ell.  40  heraus.    „Im  Paradeiis  hat  Gott 

mit  fleifs.^'  4  voc.     fB.  Zw. 

Schumier,  Barthol omaeus,  ein 

Komponist  aus  dem  Anfange  des 
17.  Jhs.,  gab  nach  Draudius  und 
Fetis  heraus: 

Etliche  Psalmen  und  geistliche  Lieder 
aus  dem  gemeinen  Psalmenbuche  mit  ihrer 
gewöhnlichen  Melodev  auff  vier  Stimmen. 
Herborn  1603.     12».^ 

Nachweisbar  sind: 

Geistliche  ßeuterheder.  Gestellet  durch 
Pliilipsen  Freiherrn  zu  Winuenberg  und 
ReUielstein.  Itzuud  mit  4  Stirn,  zu  singen 
zugerichtet  durch  B  . .  .  Seh  . . .  Gedr.  zu 
Herborn  1619.  [Halle,  Waisenhaus  54  I. 
28.  80. 

Schummcl,  Johann  G ottlieb, 

Dr.  phii.,  Prorektor  am  Elisabeth- 
Gymnasium  zu  Breslau,  geb.  8.  Mai 
1748,  gest.  23.  Dez.  1813  in  Bres- 
lau. Hoffmann  in  seinem  schlesi- 
schen  Lexikon  verz: 

Reise  durch  Schlesien  und  Breslauer 
Abnanach.  Br.  1801  Grafs  &  Bai'th,  in 
denen  sich  Notizen  über  schlesische  Mu- 
siker befinden. 

Schummer,  Johann,  Obeikantor 
in  Rostock  an  St.  Marien,  starb  um 
1682  (Mattheson  1,  144). 

Schunke,  Eine  weitverzweigte 
Hornisten- Familie,  deren  Stamm- 
vater in  der  Mitte  des  18.  Jhs. 
Bäckermeister  in  Schkortleben  bei 


Schunke,  Gottfried. 


98 


Schuppanzigli. 


Weilsenfels  au  der  Saale  war  und 
neben  seinem  Handwerke  durch 
musicieren  manchen  Nebenver- 
dienst erwarb.  Obgleich  er  seine 
sieben  Söhne  fleifsig  zur  Musik 
anhielt,  so  wünschte  er  doch,  dass 
sie  das  Bäckerhand  werk  als  Haupt- 
erwerb wählen  sollten,  doch  keiner 
derselben  blieb  ihm  treu,  obgleich 
sie  alle  es  erlernen  mussten. 

Grottfried  S.,  der  älteste  Sohn, 
geb.  3.  Jan.  1777,  lebte  noch  1837, 
wurde  in  Halle,  wo  er  bei  dem 
Stadtmusikus  in  die  Lehre  ge- 
gangen war,  durch  Türk  zu  einer 
höhereu  Auffassung  der  Musik 
herangezogen,  kam  dann  1798  als 
Waldhornist  an  das  Stadttheater 
in  Magdeburg,  1800  nach  Berlin, 
wo  er  durch  Lebrun's  Vorbild  die 
letzte  Feile  an  seine  Virtuosität 
anlegte.  1806  ging  er  in  Ko- 
burgische  Dienste,  trat  1807  eine 
Kunstreise  bis  Paris  an  und  be- 
gründete seinen  Ruf  als  Virtuose. 
1809  wurde  er  Mitglied  der  Ka- 
pelle in  Kassel  unter  Jerome's 
Regiment.  Als  die  Herrlichkeit  zu 
Ende  war,  begab  er  sich  mit  seinem 
Bruder  Michael  nach  London  und 
konzertierte,  durchzog  bis  ins  Jahr 
1815  Europa  kreuz  und  quer  und 
liefs  sich  endlich  in  Stuttgart  häus- 
lich nieder,  wo  er  Kammermusiker 
an  der  Hofkapelle  wurde. 

Michael  S.,  der  zweite  Sohn, 
trat  in  des  Bruders  Fufstapfen  und 
lebte  von  1809  ab  mit  ihm  zu- 
sammen, sowohl  als  angestellter 
Musiker  in  Kassel,  dann  in  Stutt- 
gart, wie  auch  als  Reisegefährte 
auf  den  Kunstzügen  durch  Europa. 
Ihr  Duett  auf  2  Waldhörnern  war 
seiner  Zeit  w^eltberühmt.  Er  st. 
in  Stuttgart  1821.  Man  stellte 
Michael  noch  höher  als  Gottfried, 
sowohl  im  Tone  als  in  der  Vir- 
tuosität, 


Andreas  S.,  der  dritte  Sohn, 
1778  geb.,  machte  dieselben  Wand- 
j  lungen  vom  Bäckergesellen  zum 
Virtuosen  auf  dem  Waldhorue 
durch.  Er  kam  nach  Berlin  uud 
wurde  1812  Kgl.  Kammermusikus 
und  der  Stammvater  der  Berliner 
Waldhornistenfamilie  Seh.  1834 
trat  er  in  den  Ruhestand  und  st. 
26.  Aug.  1849. 

Christopli  S.,  1796  geb.,  wairde 
Waldhornist  an  der  Hofkapeile  in 
Karlsruhe. 

Oottliilf  S.,  1799  geb.,  Wald- 
hornist an  der  Kgl.  Kapelle  in 
Stockholm  (Schilling,  v.  Ledebur. 
Lpz.  Ztg.  23,  822).' 

Au  Ivompositioneu  der  älteren  Brüder 
fand  ich  nur  in  der  B.  des  Conserv.  zu 
Brüssel  eine  Sinfonie  in  G.  für  2  V.  2  Fi. 
u.  B.  im  Ms.  Stb.  (nach  dem  Kataloge 
von  Lamperen.  AYotquenne  verz.  nur  ein 
Autograph  von  Charles  Schunke  6205: 
Divertissement  brillant  sur  TEclair  op.  52, 
für  Klavier). 

Sclmpliens,  Rev.  P...,  Kapell- 
meister an  der  Kirciie  in  Lierre; 
nahm  am  l.'5/r2  1741  seinen  Ab- 
schied (Grregoir,  Galerie  p.  113). 

Scliupp  (oder  Schuppe?  nennt 
sich  stets  Sc]mppms\  Dr.  Joliaiiii 
Baltliasar,  Dr.  der  Theologie,  Uni- 
versitätslehrer und  Prediger,  geb. 
1.  März  1610  zu  Giefsen,  gest.  26. 
Okt.  1661  in  Hamburg,  gab  Lieder- 
bücher mit  Melodie  u.  Bass  heraus: 

1.  Morgen-  und  Abendlieder  mit  neuen 
Melodien  geziert  von  Peter  Mcijcr.  Hbg. 
1655  Mich.  Pfeiffer.  12».  66  1511.  [Hofb. 
Wien. 

2.  Doctoris  Schuppii  Passion  und  Bues, 
auch  Trost-  Bitt-  und  Dank-Lieder.  Mit 
neuen  Melodeyen  geziert  von  unter- 
schiedenen vornehmen  Musicis  in  Ham- 
burg. Hbg.  1655  M.  Pfeiffer.  8«^.  sig. 
A— D.  12  Mel.  mit  B.  von  Peter  Meier 
B,  Ä.  Schop  7,  Joh.  Schop  2.  [B.  W. 
Hofb.  Wien. 

Zahn  teilt  2  Mel.  mit.  Die  Biogr. 
Seh. 's  im  Brummer. 

Scliuppauzigli,  Ignaz,  geb.  1776 
in  Wien,  Sohn  eines  Professors  an 


Schuppauzigh. 


99 


Schuster,  Tguaz. 


der  Eealsclmle  daselbst,  starb  1830 
ebd.,  betrieb  anfangs  die  Musik 
nur  als  Dilettant  und  spielte  vor- 
trefflicii  Bratsche,  Gegen  1792 
vertauschte  er  dieselbe  mit  der 
Violine  und  machte  die  Musik  zu 
seinem  Lebensberufe,  leitete  auch 
mit  Geschick  Orchesteraufführungen 
nnd  genoss,  noch  ehe  er  das  21.  Jahr 
erreicht  hatte,  in  dieser  Thätigkeit 
einen  gewissen  Ruf,  obgleich  Hans- 
lick  an  anderer  Stelle  sagt:  er  war 
wieder  ein  grofser  Virtuose,  noch 
guter  Dirigent.  Seine  Stärke  lag 
im  Quartettspiel.  Beethoven  fand 
an  ihm  einen  vortrefflichen  1.  Geiger 
seiner  Streichquartette  und  wusste 
dies  auch  zu  schätzen,  obgleich  er 
oft  seinen  Spott  über  seine  Falstaff- 
Figur  mit  ihm  trieb.  Schon  im 
Ms.  brachte  Beethoven  ihm  die- 
selben und  wurden  so  lange  pro- 
biert bis  sie  gingen.  Dass  Seh. 
die  damals  so  schwer  verständ- 
lichen und  von  jedermann  ver- 
achteten Quartette  stets  und  über- 
all wo  er  spielte  vortrug,  giebt  ein 
treffliches  Zeugnis  seines  künst- 
lerischen Begriffsvermögens  und 
seiner  Urteilskraft.  1795  diri- 
gierte er  die  Augartenkonzerte  bis 
1813,  in  welchem  Jahre  er  auf 
einige  Zeit  Wien  verliefs.  Im 
Herbst  1808  trat  er  als  Quartett- 
spieler in  den  Dienst  des  russi- 
schen Gesandten  in  Wien,  Fürsten 
Rasoumowsky  auf  Lebenszeit  und 
konnte  [sich  den  Bratschisten  und 
Violoncellisten  selbst  aussuchen. 
Der  erstere  war  anfänglich  Weifs 
und  der  andere  Linke.  Von  1827 
bis  1830  war  er  Violinist  an  der 
Hof  kapeile  in  Wien  (Hanslick  71. 
Thayer  3.  48.  Köchel  1.  Lpz.  Ztg. 
18,  423.  32,  618). 

Von  seinen  Kompositionen  lässt  sicla  nur 
nachweisen:  Solo  pourle  V.  con  acc.  Quart. 
Wien,  Diabelli  &  Co.     [Musikfr.  Wien. 


Im  Hofmeister  bind  uocli  Variationen 
für  Quart,  angez. 

Sehiirer,  Wolfgaiig-,  aus  Anna- 
berg, anfänglich  Schreiber  beim 
Grafen  Albrecht  von  Hohenlohe, 
wird  1575  vom  Herzog  August 
von  Sachsen  an  Joachim  Ernst 
von  Anhalt  als  Musiker  empfohlen 
(s.  Staatsarchiv). 


Seliassi, 


ein    Musiker    des 


17.  oder  18.  Jhs.,  der  in  der  ^ 

B.  Upsala  mit  einer  Cantate:  „Ahra 
vare  gud  i  hojden,'^  4  voc.  c.  4  Instr.  Ms. 
P.  u.  Stb.  vertreten  ist. 

Schuster,  August;  des  Leip- 
ziger Konzertsängers  Wirksamkeit 
fällt  in  die  Jahre  1827—1832,  er 
kann  daher  nicht  der  Autor  des 
folgenden  Druckes  sein: 

Lob  der  Musik,  Cantate  von  Meisner. 
Leipz.  1784  gedr.  bei  Breitkopf  im  Ki.-A. 
72  S.     [ß.M. 

Schuster,    Christian    Detlev, 

lebte  im  18.  Jh.  als  Musiklehrer 
in  Hamburg  und  gab  heraus: 

Ciavierstunden  für  Kinder.  2  Bde. 
Hbg.  1799/1800  Günther  &  Böhme.  [B.  B. 
B.Lpz.  Ausg.  Oldenbg.  1804.  8°. 

3  Lieder,  2.  Lfg.  Braunschwg.,  Musi- 
kaüeuverlag.     [Dresd. 

8  Variationen  fürs  Klavier.  Lpz.,  Hof- 
meister, nur  mit  C.  Schuster  gez.,  daher 
fraglich.     [Musikfr.  Wien. 

Schuster,  Iguaz,  geb.  1777  in 
Wien,  Bassist  an  der  Hofkapelle 
in  Wien,  trat  am  1.  April  1812 
ein  und  muss  dann  Hofkapellmeister 
geworden  sein,  wie  er  sich  auf 
den  6  Gesängen  bez.  Er  starb 
am  6.  Nov.  1835,  58  J.  alt  (Köchel 
1,  der  ihn  aber  nur  als  Bassist 
verz.).  Schilling  schreibt:  geb.  20. 
Juli  1770  in  Wien,  Sängerknabe 
bei  den  Schotten,  später  Choralist, 
ging  dann  zur  Bühne  und  glänzte 
besonders  in  humoristischen  Rollen. 
Als  Sänger  an  der  Hofkapelle  nahm 
er  am  14.  Okt.  1835  seinen  Ab- 
schied.    Man  kennt  von  ihm: 

Die  falsche  Primadonna,  eine  Posse  mit 
Gesang  in  3  Aufz.  von  Ad.  Bäuerle.   Musik 


Schustei',  Joseph. 


100 


Scliuster,  Joseph. 


von  Ign.  Schuster  und  Sclineider.  Ms. 
20450.  P.     [B.B. 

6  Gesänge  komischen  und  ernsten  In- 
halts (für  Männerst.  u.  Klav.).  AVien, 
Ascher.     Stb.     [B.  B. 

Ms.  T94.  110.  153  in  B.B.  Gesänge 
in  P.  Autogr.  Grasn.  1  Lied  mit  Orch. 
u.  sein  Porträt. 

2  Arien  in  B.  Dresd.  Ms.  B  712,  6.  7. 

Schuster,  Joseph,  geb.  11.  Aug. 
1748  zu  Dresden,  gest.  24.  Juli 
1812  ebd.  Sohn  eines  Bassisten 
an  der  Hofkapelle  in  Dresden, 
empfing  Scbürer's  ünterricbt  und 
war  wahrscheinlich  Knabensänger 
an  der  Hofkapelle,  in  die  er  nach 
der  Mutation  1664  (mit  16  Jahren!) 
als  Bassist  eintrat  (Fürstenau  1, 
155).  1765  begleitete  er  und  sein 
Altersgenosse  und  Freund  Fr.  Ign. 
Seydelmann  Naumann  nach  Italien, 
zurückgekehrt,  wetteiferten  sie  beide 
im  Komponieren  und  wurden  vom 
Kurfürst  reichlich  dafür  belohnt. 
25.  April  1772  erhielten  sie  beide 
die  Anstellung  als  Kirchenkompo- 
nisten und  am  17.  Febr.  1787 
wurden  sie  wieder  gemeinsam  zum 
Kapellmeisterposten  befördert.  In 
den  Jahren  1774—76  und  1778 
bis  82  hielt  sich  Seh.  in  Italien 
auf,  teils  um  beim  Pater  Martini 
in  Bologna  zu  studieren,  teils  für 
italienische  Bülmen  bei  ihm  be- 
stellte Opern  aufzuführen.  In  ISTe- 
apel  genoss  er  ein  solches  An- 
sehen, dass  ihn  der  König  von 
Neapel  zum  Titular- Kapellmeister 
ernannte.  Trotz  seiner  scheinbar 
fleilsigen  kontrapuuktischen  Studien 
war  seine  Natur  nichts  weniger  als 
dazu  veranlagt.  Eine  leichte  Er- 
findungsgabe mit  einem  geschick- 
ten Gestaltungstalent  verschaffte 
ihm  beim  damaligen  Publikum 
einen  stets  sicheren  Erfolg,  mochte 
es  eine  Oper  oder  eine  Messe  sein. 
Wie  bei  allen  seinen  Zeitgenossen 
gehörte  Notenschreiben  zum  täg- 
lichen Bedürfnis   und  so  schuf  er 


massenhaft  in  seiner  Kunst,  sowohl 
für  die  Bühne,  die  Kirche,  als  für 
Haus-  oder  Kammermusik.  Ge- 
druckt ist  nur  sehr  Weniges  von 
ihm.  Es  ist  gerade,  als  wenn  sie 
sich  gar  nicht  Zeit  liefsen,  das 
schnell  Geschaffene  länger  als  für 
das  nächste  Bedürfnis  aufzubewah- 
ren und  zu  schätzen.  Er  teilt 
diese  Eigenschaft  mit  den  meisten 
seiner  Zeitgenossen.  Scb.  war  auch 
Lehrer  der  kurf.  Kinder  (Fürstenau 
1,  164.  176.  Biogr.  Lpz.  Ztg.  1812 
Sp.  685  u.  Bd.  15  Beilage  7  sein 
Porträt.     Yiertelj.  Generalreg.). 

Verzeichnis  seifier  Kompositionen: 

La  Betulia  liherata,  Oratorium  1796. 
Ms.  Autogi.P.    [B.B.     Dresd.  Mus.  Kopie. 

Gioas.  Ee  di  Guida.  Orator.  1803. 
Ms.  P.     [Dresd.  Mus. 

Mose  ricouosciuto.  Orator.  Ms.  P. 
[Dresd.  Mus. 

La  Passione  di  Gesü  Cristo.  1778. 
Autogr.  P.  100  Bg.  [B.  B.  Dresd.  Mus. 
in  Kopie.  B.  Proske  Bd.  12  Hauser. 
Musikfr.  Wien. 

2  Messe  piena  in  Gd.  u.  Dm.  4  st.  Chor 
u.  Orch.  Autogr.  P.  [B.  B.,  dort  noch 
ein  Credo  u.  2  Sauctus  im  Autogr. 

2  Misse  piena  in  Am.  u.  Bd.  4stim. 
Chor  u.  Orch.  Ms.  20460/61  zu  96  Bll. 
u.  134  Seit.     [B.  B. 

5  Messen  in  Dresd.  Mus.,  zwei  in  Em. 
u.  Bd.  f.  Chor  u.  Orch.  Ms.  369  von 
1768  u.  370  von  1777. 

Missae  für  Chor  u.  Orch.  Mss.  P. 
[Musikfr.  Wien. 

Missa  in  Fd.  zu  8  Stim.  mit  Orch. 
Ms.  Stb.     [Mailand  Cons. 

19  Messen,  2  Oratorien  im  Ms.  P.  u. 
Stb.  in  Dresd.  kath.  Kirche. 

Messenteile  in  Ms.  1451  und  20462 
B.  B.  Ms.  372  in  Dresd.  Mus.  B.  Lpz. 
Hofb.  Wien,  Ms.  15758.      Musikfr.  Wien. 

Laudate  pueri  4  voc.  c.  instr.  Ms. 
Autogr.  P.  nebst  s.  Porträt.    [B.  B.  Grasn. 

Litania  u.  3  Offertorien  in  Musikfr. 
Wien.  In  Hofb.  Wien  Ms.  18348  Litauiae 
4  voc.  c.  Strom.  P.  Autogr.  1773. 

Magnificat  f.  Chor  u.  kleines  Orch. 
[B.  Kgsbg.     Lpz.  Thomas.     Dresd.  Mus. 

2  Miserere  in  C.  u.  Dm.  im  Kl.-A. 
xUs.  [B.  Lpz.    1  in  P.  Dresd.  Mus.  Ms.  375. 

Salve  regina  4  v.  c.  instr.  Autogr. 
1793.  P.     [ß.  B.      Dresd.  Mus.  Ms.  376  a. 

Stabat  mater  in  Cm.  f.  Chor  u.  Orch. 


Schuster,  Joseph. 


101 


Schuster,  Joseph. 


Ms.P.  66  S.  [Bologna.  B.B.  Ms.20 463/64. 
16  u.  22  Ell. 

Stabat  mater  a  4  v.  c.  instr.  1782. 
Ms.  376.  P.    [Dresd.  Mus.     Musikfr.Wien. 

Te  Deura,  f.  Chor  u.  Ürch.  P.  Stb. 
im  Ms.     [Schwerin  F. 

Veni  sancte  Spiritus  a  4  v.  concertati 
c.  Strom.     Ms.  72.  P.     [Dresd.  Mus. 

In  B.  Dresd.  Mss.  B  262  Et  iucai-natus 
est.  Kyrie  a  4.  im  Autogr.  2  Messen  in 
A  u.  Es.  Miserere  im  Autogr.  Offer- 
torium.  Pange  lingua  2  Sopr.  c.  instr. 
2  Salve  reg.    1  Tauti;m  ergo  f.  Alt  u.  Instr. 

Die  kathol.  Kirche  in  Dresden  besitzt 
aufser  obigen  19  Messen,  noch  21  Offer- 
torien,  2  Vespern,  4  Ijtaneien,  59  Psal- 
men, 1  Hymnus,  2  Miserere,  2  Versetti, 
1  Complettorium ,  13  Magnif. ,  1  Stabat 
mater,  4  Alma  redempt.,  8  Salve  reg., 
4  Regina  coeli,  3  Ave  reg.,  1  Te  Deum. 
alle  für  Chor,  Solo  und  Orchester  in  Part, 
u.  Stb. 

Musikalisehe  Todtenfeyer  den  Manen 
Leopold's  des  "Weisen  geheiligt.  Kl-A. 
Lpz.,  Baumgärtner  (1792j.  qufol.  [Dresd. 
Mus.    B.  Lpz. 

Weltheke  Gesanyswerke : 

Der  Alchymist,  eine  komische  Oper 
von  Meifsner  in  1  Act.  Ms.  P.  [Hofb. 
Wien  16161.  Dai'mst.  Dresd.  Mus. 
B.  B.  Part.  113  S.  B.  Proske  Bd.  12, 
Hauser  im  Autogr. 

—  Im  Kl.-A.  im  Ms.     [B.  M. 

L'amore  artigiano,  opera  in  2  atti. 
(Yen.    c.  1776.)     Ms.   P.      [Brüssel  Cons. 

Amor  e  Psiche,  Dramraa  per  musica. 
Ms.  772.  P.  Napoü  1780.  [Dresd.  Mus. 
Neapel  Turch. 

Gli  avari  in  Trappola.  Dramnia  gio- 
cosa.     Ms.  773.    2  voll.    P.     [Dresd.  Mus. 

Creso  in  Media.  Dram.  p.  mus.  Na- 
poli  1779.  P.  im  Autogr.  [Dresd.  Mus. 
Neapel  Turch. 

Demofoonte,  Dram.  p.  mus.  1776.  3  voll. 
P.     [Dresd.  Mus.     C.  P. 

La  Didone  abbandonata.  Dram.  ]).  mus. 
Napoli  1776.  P.  3  voll.  [Dresd.  Mus. 
Neapel  Turch. 

Doctor  Muraer  oder  die  Einwilligung  aus 
Trotz,  kom.  Singsp.     Ms.  P.     [Darmst. 

Die  falsche  Catalani.  Posse  mit  Ge- 
sang.    Ms.  P.     [Darmst. 

La  fedelta  in  amore.  Azzione  comica 
per  mus.  Dresda  1773.  2  voll.  P.  [Dres- 
den Mus. 

11  giorno  natalizio.  Dram.  per  mus. 
Ms.  P.    2  voll.     [Dresd.  Mus. 

Der  gleichgültige  Ehemann.  Singsp. 
Ms.  20471.    2  voll.     P.     [B.  B, 


L'Idolo  cinese.  Dram.  giocoso.  Ms.  P. 
3  voll.     [Dresd.  Mus. 

U  marito  indolente.  Dram.  giocoso  p. 
mus.  Ms.  P.  2  voll,  (siehe  der  gleich- 
gültige Ehemann).  [Dresd.  Mus.  2.  Akt 
Finale  in  B.  Kgsbg. 

Osmano,  Dey  d'Algeii.  Dram.  gioc. 
Ms.  P.     2  voll,     presd.  Mus. 

H  pazzo  per  forza.  Opera.  Ms.  B  646. 
2  voll.     [Dresd.     Dresd.  Mus. 

II  ritorno  del  sole.  Allegoria.  Ms.  P. 
[B.  Lpz. 

Rübenzahl  osia  il  vero  amore.  Dram. 
giocoso.  Ms.  P.  2  voU.  [Dresd.  Mus. 
Musikfr.  Wien  im  Kl.-A. 

Der  Schauspieldirector.  Singsp.  Ms. 
P.     [Darmst. 

La  schiava  liberata.  Dram.  serio  comico. 
1777.    P.    3  voll.  u.  Kl.-A.     [Dresd.  Mus. 

II  servo  padroue  ossia  l'amor  perfetto. 
Dram.  gioc.    Ms.  P.    2  voll.    [Dresd.  Mus. 

Li  spirito  di  contradizione,  Dr.  giocoso. 
Ms.  P.    2  voll.     [ib. 

La  sorpi'esa,  einmal  als  Cantata  und  in 
den  Stb.  mit  Dramma  bez.  Ms.  788  und 
83.  P.     [ib. 

Die  wüste  Insel,  Singsp.  in  1  Akt. 
Ms.  16158.  P.     [Hofb.  AVien. 

Amor  prigioniero.  Cautata  a  2  voci 
c.  Strom.  1769.  Ms.  P.  [Dresd.  Mus.  Im 
Ms.  790  eine  Kantate  von  1807  ohne  Titel. 

n  nome  . . .  Cantata  im  Autogr.,  Schluss 
fehlt.     Ms.  791.  P.     [ib. 

Per  il  felice  ritorno  di  Carlsbad.  Cau- 
tata.    Ms.  793  a.  P.     [ib. 

II  ritorno  del  solo  nell'orizzonte.  Ms. 
793.  P.     1808.     [ib. 

La  tempesta.  Cant.  a  voce  sola  c. 
ström.     Autogr.  792.     [ib. 

Gesang  zur  Feyer  des  Friedens  und 
der  sächsisch.  Königswürde  (f.  T.  u.  B.). 
Kl.-A.  Lpz..  Br.  &  H.  [Dresd.  Musikfr. 
Wien. 

Lob  der  Musik.  Cantate  von  Meisner 
(f.  Solo,  Chor  u.  Orch.  P.  im  Ms.  [Dresd. 
Mus.     Berlin  K.  H.     Schweriu  F. 

—  Im  Kl.-A.  Lpz.,  Breitk.  1784.  [Dresd. 
Mus.  B.  B.  Dresd.  B.  Lpz.  Darmst. 
Berlin  Singak.  Musikfr.  Wien.  Arast., 
Utrecht  1806,  hoUänd.  Text. 


Operngesänge  mit  Pfte.  herausgeg.  von 
Rup.  Becker.  Dresd.  u.  Lpz.,  Richter. 
[B.  B. 

Arie  mit  Pfte:  Pria  che  in  lang.  s.  1. 
rpifol.     [B.  B. 

Rondo:  Ecci  nii  (Arie  in  Recueil  d'airs. 
Nr.  13).     [B.  B. 

Ms.  121  u.  134,  B.  B.,  3  Sopranarien, 
eine  1779  f.  Venedig  kom.     [B.  B. 


Schuster,  Joseph. 


102 


Schuyt,  Cornelis. 


Arie,  Wonne  meines  Lebens.  Ms.  P. 
[Darmst. 

10  Arien  u.  Recitative,  Ms.  648.  650. 
[Dresd. 

Arie  aus  der  wüsten  Insel.  [B.  Kgsbg. 
und  noch  3  andere  im  Ms. 

In  Lübeck  Samlbd.  von  Gesang-  u. 
Klavierst.  von  1.776. 

3  italien.  Arien  im  Ms.  Samlbd.  807 
in  P.,  308  im  Kl.-A.     [Wolfenb. 

In  Mnsikfr.  Wien:  Ariette  aus  der  Oper 
Othello  in  Wien.  —  Quodlibet  (Um  Mitter- 
nacht) ;f.  ]  St.  u.  Klav.  —  Tyrolerlied  aus 
Die  Stimme  der  Natur.  —  Polonese  (Le 
donne  han  tanti  inganni)  f.  Sopr.  u.  Bc. 
—  Aria  (Ah,  non  lasciarmi)  f.  A.  u.  Orch. 
in  Stb. 

3  Arien  mit  Orch.     Ms.  P.     [Anist. 

Arie  e  Duetti,  Samlbd.  Ms.  2624  in 
B.  Brüssel. 

Aria:  Son  regina  e  sono  amante,  per 
S.  c.  orch.  Venez.  1779.  Ms.  P.  [Bo- 
logna. 

3  Rec.  u.  Arien  u.  1  Duett  aus  Opern. 
Ms.  P.     [Mailand  Cons. 

Lieder  am  Ciavier,  siehe  Kriegel. 

Lieder  im  Samlwk.  Freimaurer  Lieder 
von  1782.  —  Andere  im  Böheim. 

2  Arien  in  Joh.  Andre's  Samlwk.  1. 
Arien  in  C.  A.  Wagner's  Thalia  1790. 
In  Reichardfs  Lieder  geselliger  Freude 

1796,  2.  Tbl. 

In  Joh.  Ad.  Hiller's  2.  Samlg.  Arien 
u.  Duette  1776;  dito  3.  Samlg.  4.  Samlg. 
5.  Samlg.  6.  Samlg.  2  Lieder.  In  Theo- 
mele  1.  Bd.  1  Lied. 

Es  währt  der  Liebe  Glück.  —  Fern 
von  dir,  du  Auserwählte,  2  Lieder  in 
Florian's  Novellen,  deutsch  von  Meilsner. 
Lpz.  1786  Göschen.     8«.     [Hof b.  Wien. 

3  Sinfonien  von  1788.    Ms.  P.    [Darmst. 
10  Sinfonien  (zum  Teil  Ouvertüren  zu 

Opern)  f.  Orch.  in  P.  u.  Stb.    [Dresd.  Mus. 

1  Sinfonie  ä  11  in  Cd.  Ms.  Stb. 
[Schwerin  F. 

2  Sinfonien  in  Dd.  f.  2  Y.  Ya.  B.  Fl. 
trav.  2  Ob.  2  Cor.  2  Fag.  2  Tromp.  Pauk. 
Ms.  Stb.     [B.  Wolfenb. 

2  Sinfonien  in  Dd.  f.  Orchester.  Stb. 
Ms.     [B.  Zw. 

1  Sinfonie  in  Dd.  f.  Orch.  Ms.  P. 
[Musikfr.  Wien. 

4  Sinfonien,  resp.  Ouvertüren  in  Stb., 
eine  in  P.  Mss.     [Mailand  Cons. 

3  Concerti  per  il  Cembalo  c.  ström. 
Ms.  P.  und  1  Conc.  ä  2  Cembali  c.  ström, 
in  Stb.     [Dresd.  Mus. 

Concerto  per  2  Cembali  et  Orch.  Ms. 
Stb.     [Schwerin  F. 


Ouartetto  in  Cd.  per  istrum.  d'arco 
(1780).     [Padua. 

Trio  a  V.  e  B.     Ms.   P.     [Dresd.  Mus. 

Sonata  per  il  Clavic.  et  Y.  Ms.  [Mu- 
sikfr. Wien. 

Sonata  in  sol  per  cembalo  c.  acc.  di 
Y.     Ms.     [Mailand  Cons. 

Sonate  di  Comb,  col  Y.  Ms.  [Neapel 
Turch. 

8  Divertimenti  per  il  Cemb.  e  Y.  Ms. 
[Dresd.  Mus. 

Duetto  per  il  Clavic.  e  Y.  2  Stb.  Ms. 
[B.  M. 

6  Sonate  per  il  Cerab.  dell'opera  „Rüben- 
zahl". 1791.  Ms.  101.  aufol.  [Dresd. 
Mus-,  dort  noch  Ms.  102.  103.  LXY. 
4  Divertimenti  per  il  Cemb.  Andante 
sosten.  per  il  Cemb. 

Recueil  des  petites  pieces  pour  le  Clav, 
ou  Fortep.  ä  4  ms.  I.  partie.  Dresden, 
Hilscher.     qufol.     [B.  B.     Dresd.  Mus. 

lü  Dresd.  Mus.  noch  7  Piecen  im  Ar- 
rangem.  f.  2  Klaviere  und  6  Pieces  ä 
2  Clavecins  im  Ms. 

In  neuer  Ausg.  ein  Lied  (Eituer  2). 

Schuster,  Vincenz,  bekannt 
durch 

Anleitung  zur  Erlernung  des  Stauffer- 
schen  Guitarre-Yioloncells.  Wien.  —  Pot- 
pourri p.  Clav,  et  Guit.  oe.  14.  Yienne. 
[Beide  in  Musikfr.  Wien.    Zeit  unbekannt. 

Schutte,  Rutger,  ein  Holländer, 
W.  L.  Krieger  schrieb  ihm  vor 
1785  einen  Nachruf,  betitelt: 

Gedachten  by  't  verneemen  van  den 
dood  van  R  .  .  S  . .  2  de  druk.  Amst. 
1785.  8«.  [Amst.]  Die  B.  zu  Amst. 
besitzt: 

Zwangwyzen  voor  stichtelyke  gezangen, 
by  verseheidene  gelegenheden  gedieht. 
Naar  den  besten  Ital.  smaak  in  musiek 
gebragi,  voor  de  sang,  clavecimbaal  en 
Bc.  3  dln.  Amst.  8".  [Amst.  Dort 
noch  3  Werke  mit  ähnlichen  Titeln  in 
mehreren  Ausg.  von  1762 — 1787.  Bei 
den  zuletzt  angezeigten  Zangwysen,  Amst. 
s.  a.,  sind  als  Komponisten  genannt:  L. 
Frisckmuth  und  J.  Colixzi. 

Schutteubach,  Leonhard,  Rats- 
musikant in  Hamburg  von  1600 
bis  1012  (Sittard  1,  19). 

Schuyt  (Scutius),  Cornelis,  geb. 
um  1557  zu  Leyden,  Sohn  des  Or- 
ganisten Floris  Cornelisz.  Schuyt, 
begraben  am  12.  Juni  1616.  Auf 
Kosten  der  Stadt  wird  er  zu  seiner 


Scluiyt,  Cornelis. 


103 


Schwaiger. 


weiteren  Ausbildims:  nach  Italien 
geschickt.  Zurückgekehrt  verheira- 
tet er  sich  am  18.  Juli  1593  mit 
Cecilia  Pietersdr.  van  Uytgeest, 
nachdem  er  am  2.  April  dieses 
Jahres  Organist  im  Bagynhof  in 
Leyden  mit  300  Gld.  Gehalt  und 
freier  \Yohnung  geworden  war. 
Am  9.  Jan.  1599  Avurde  der  Ge- 
halt auf  400  Gld.  erhöht  und  am 
25.  Aug.  1611  auf  450  Gld.  (Biogr. 
mit  zahlreichen  Aktenstücken  und 
Auszügen  aus  Kirchenbüchern  in 
Bouwst.  2,  128  ff.  und  Tijdschrift 
5,  244).  Von  seinen  Werken  sind 
nachweisbar 

II  priino  libro  de  Madrigali  a  5  voci 
di  . .  .  Hollandese  Orgauista  delle  fomosa 
citta  di  Leyda.  In  Leyda,  del  Plautino, 
appr.  Cliristph.  Rafalengio.  cio.  lo.  c. 
(1600.)  5  Stb.  in  4P.  21  Nrn.,  dem 
Senat  v.  Leyden  am  1.  Jan.  1600  dedic. 
[B.  Hbg.  B.  D.  Kassel.  Oxford  Bodl. 
Libr. 

2.  Hymeneo,  overo  Madrigali  nuptiali, 
et  altri  amorosi  a  6  voci  i  Con  un  echo 
doppio  a  12.  ib.  1611.  [Paris  Nat.  einst 
auch  in  B.  Becker  in  Lancy:  Ä.  T.  5  a. 
iu  4". 

3.  Dodeci  Padoane  altre  tante  Gagliarde 
composte  nelli  dodeci  modi.  Con  2  Cau- 
zone  fatte  alla  Francese  yer  souare  k  sei: 
Di  . . .  ib.  1611.  [Paris  Nat.  eiust  auch 
in  B.Becker:  A.  T.  5a  iu  40.  Befand 
sich  auch  in  der  Dandelen'schen  Bibl. 

Die  Bouwst.  führen  noch  Gelegenheits- 
gesänge nebst  der  dafür  empfangenen  Be- 
lohnung aus  den  Akten  an,  die  aber  nicht 
bekannt  sind. 

Draudius  verz.  noch:  Hollandsche Madri- 
galen, met  5,  6  ende  8  stemmen.  Leyden 
1603  by  Com.  Nicolay. 

Ein  Gesang  im  Samlwk.  1605  a  (Eit- 
ner  1).  Ein  arrangierter  Gesg.  f.  Laute 
in  Hove's  Florida  1601. 

Ms.  B.  B.,  T  168  ein  Madrig.  in  P.  — 
Domine,  fiant  anima  mea,  6  voc.  von 
einem  Einzelbl.  mit  Abbildungen,  Kopie 
in  P.  in  B.  Amsterdam. 

3  Madrigale  in  neuer  Ausg.  (Eitner  2). 
Ein  Canon  „Bewaert  Heer  Hollandt'S 
4stim.  P.  in  zweifacher  Lesung,  in  Tijd- 
schrift 5,  258. 

Schuyt,  Floris  Coriielisz.,Vater 

des  Cornelis,  geb.  1526,  gest.  1601 


zu  Leyden;  verheiratete  sich  1550 
und  das  zweitemal  1585  und  war 
von  1559 — 1585  Organist  an  der 
Waalschen  Kirche  und  von  1585 
bis  1601  an  der  Hanptkirche  zu 
Leyden.  Am  30.  Okt.  1560  wird 
er  auch  nnter  den  städtischen 
Spielleuten  angeführt  (Bouwst.  2, 
133.  134.  168."  169.  208). 

Scliwab,  Frater  Felicianus,  siehe 
SueTus. 

8chwal)(e),  Jakob,  Kantor  an 
der  Liebfrauenkirche  in  Liegnitz 
um  1737  (Mattheson  1,  417). 

Die  Liebfrauenkirche  besafs  noch  1694 
von  einem  Schwab  13  Offertorien  cum 
Sonata. 

Schwaelihofeii,  vier  Brüder  um 
1727  in  Diensten  des  Kurf.  von 
Mainz.  Der  älteste  war  Konzert- 
meister, der  zweite  Violoncellist 
(Mattheson  1,  115).  In  Mizler's 
Mus.  Bibl.  2.  Bd.  4.  T.  p.  123 
werden  sie  Schwachhofer  genannt, 
Ignax  der  Konzertmeister,  Joseph 
der  Violoncellist,  die  anderen  zwei: 
Andreas  und  Anton  waren  Violi- 
nisten. Gerber  1  zeigt  vom  Violon- 
cellisten an:  15  Duo  ä  2  Volles, 
pour  les  commen^ans  oe.  1.  Paris. 

Scliwachhofer,  Fr. . .,  Kammer- 
musikus u.  Violinist  an  der  Kgl. 
Kapelle  zu  Berlin,  geb.  um  1780 
in  Mainz,  wurde   1804   angestellt, 

1845  pensioniert   und  st.  3.  März 

1846  in  Berlin  (v.  Ledebur,  gehört 
wahrscheinlich  zur  FamilieSch  wach- 
hofen. 

Schwaiberger,  Franz,  ein  in 
Zürich  in  der  2ten  Hälfte  des 
18.  Jhs.  lebender  Musiker,  der 
herausgab : 

Lieder  zum  Gesänge  mit  Begleitung 
des  Fortepiano.  Zürich  1785.  qu4"  (G. 
Becker  1,  141). 

Schwaiger,  Oeorg,  Aquibur- 
gensi  Tibicine  Monacensi  (Wasser- 
burg?). Nach  der  Dedic.  zu  1588 
scheint  er  in  einem  Benediktiner- 


Schwallen. 


104 


Schwanenberger. 


kloster   Baierns   gelebt    zu  haben. 
Man  verzeichnet  von  ihm 

Cantiones  sacrarum  5  voc.  1.  Pars. 
Monach.  1570  Ad.  Berg.  5  Stb.  Ciu40. 
[Bis  heute  unbekannt. 

Fasciculus  selectiorum  aliquot  cantionum 
sacraram  5  voc:  II.  pars.  Monach.  1579 
Ad.  Berg.     5  Stb.  qui».     21  Nrn.     [B.  B. 

Eegii  Prophetae  Davidis  Septem  Psalmi 
poenitentiales  sacratissimi,  5  vocibus  . . . 
Monachii  158S  (Adam  Berg,  der  auch  die 
Dedic.  schrieb).  5  Stb.  qui».  [B.  A.  B. 
M.    Proske. 

Mss.  in  B.  Prosl-e:  Coeuantibus  Ulis 
c.  2.  p.  4  voc.  Ms.  833  von  1572.  2  andere 
Motetten  in  Ms.  837  u.  867  Nr.  11.  Im 
Samlwk.  1587  im  hds.  Anhange  ein  fünf- 
stim.  geistl.  Lied.  —  In  Mss.  der  B.  M.  132 
defekt.  159  in  Tabulaturpart.  —  In  Ber- 
lin Singak.  ein  Miserere  5  voc.  aus  1588. 
Ms.  P.  u.  Stb.  —  Mss.  in  B.  Br.  7  lat. 
Gesge.  in  Stb.  —  Chorbuch  Cod.  96  der 
B.  Lorenzkirche  in  Nürnberg  2  Mot.  5  voc. 

Scliwalleii,  Dcrck  toii,  Bürger 
und  Organist  an  St.  Peter  und 
Pauli  iu  Danzig,  wurde  nach 
12 jährigem  Dienste  an  St.  Elisa- 
beth versetzt  und  diente  dort  1633 
seit  19  Jahren.  Demnach  erhielt 
er  1602  seine  erste  Anstellung  u. 
1614  die  zweite  (Viertel].  7,  417). 

Schwanenberg,  Joseph  Franz. 
Gerber  2  sagt,  wahrscheinlich  ein 
Harfenist  in  Wien,  was  Fetis  als 
sicher  hinstellt.  Nach  seinen  be- 
kannten Kompositionen  aber  schrieb 
er  für  Gesang,  Klavier  und  nur 
einmal  ist  die  Harfe  begleitend 
benützt.  Er  lebte  am  Ende  des 
18.  Jhs.     Die  Schrift: 

Gründliche  Abhandlung  über  die  Un- 
nütz- und  ünschickUchkeit  des  H  im  musi- 
kalischen Alphabete,  nebst  einer  Anmer- 
kung die  künstlichen  Töne  betreffend. 
Mit  1  Taf.  Wien  bei  Wappler  u.  Hocben- 
leitter  und  Leipzig  1797  bei  Br.  &  H.  kl. 
8°.  140  S.  ist  nicht  von  Seh.,  sondern  vou 
seinem  Schüler  Anton  Wolf  von  Wolfenau, 
doch  von  Seh.  herausgegeben  und  mit 
einem  Nachtrage  versehen.  Siehe  Wolf 
von  Wolfenau. 

Die  Musikfr.  in  Wien  besitzen  an 
Kompositionen:  Krönungsfeyer  zu  Pres- 
burg.  Fantasie  f.  Klav.  —  Wiens  Dank- 
barkeit bey  Eröffnung  dos  Volksgartens- 


Amphionada  f.  Klav.  —  Yariat.  op.  10.  11  f. 
Klav.  —  Portefeuille  f.  Gesang,  Pfte.  u. 
Harfe,  op.  53.  —  1  Arie  op.  25  —  Oester- 
reichs  Frohlocken  op.  56  f.  Gesang.  —  6 
Chansons  f.  1  Stim.  op.  9.  Dass  Seh. 
ein  Wiener  ist,  ersieht  man  aus  den 
obigen  Titeln. 

Im  Conserv.  zu  Brüssel  ,, Sonate  pour 
clavecin".    Ms. 

2  Menuts  iu  Farrenc's  Tresor,  2.  liv. 
Die  Musikfr.  iu  Wien  besitzen  einen 
Druck,  gez.  m\t  Jos. Franz  Ignax.  Schioanen- 
berg.,  betitelt:  Die  versprochenen  rothen 
und  blauen  Krebsen,  eine  Belohnung  durch 
Verwandlung,  dem  Taleute  selcher  Zög- 
linge zum  Andenken.  (Ein  Klavierstück  zu 
4  Ed.,  rot  und  blau  gedruckt.)  Kann  nur 
vou  obigem  sein. 

Sehwaiieiiberger  (Schwanen- 
berg,  Schwanberger,  Schwanberg), 
Johann  Grottlried,  geb.  in  AVolfen- 
büttel,  gest.  5.  April  1804  ebd. 
oder  in  Braunschweig;  diente  schon 
1735  als  Violinist  in  der  Hof- 
kapelle in  Wolfenbüttel  mit  200 
Thlr.  Gehalt,  ging  später  einige 
Jahre  nach  Italien,  um  sich  im 
Opernfache  zu  vervollkommnen  und 
wurde  nach  seiner  Rückkehr  Hof- 
kapellmeister. Das  Jahr  ist  nicht 
bekannt.  Auf  seinen  Drucken 
nennt  er  sich  schon  1762  Kapell- 
meister. Reichardt  erwähnt  ihn 
in  seiner  Selbstbiogr.  1775  als 
Hofkapellmeister,  Burney  3,  256 
lernt  ihn  1772  in  Braunschweig 
kennen.  Gramer  1,  350  erwähnt 
ihn  1783.  Schubart  159  tadelt  das 
Unmelodische  in  seinen  Opern. 
„Bei  dem  Grübeln  verduftet  zu 
viel  Geist.''  Auch  seine  Kammer- 
musik bedeutet  nicht  viel.  Als 
Refrain  kommt  dann:  Er  stammt 
aus  der  Berliner  Schule  (Gerb.  1. 
2.  Chrysander  1,  285.  Necrol.  Lpz. 
Ztg.  6,  529.  Spitta,  Bach  2,  717 
nennt  ihn  fälschlich  Georg  Heinr. 
Ludw.).  Auf  seinen  Drucken  bez. 
er  sich  stets  als  Hofkapellmeister 
des  Herzog  von  Braunschweig, 
Lüneburg.      Von   seinen   Kompo- 


Schwanenberger. 


105 


Schwartbauk. 


sitionen  sind  nachweisbar  und 
zwar  unter  den  oben  genannten 
4  Lesarten: 

Vesper  imminis,  Mot.  ä  Sopr.  solo  c. 
2  V.  Va.  Ob.  Ürg.  Ms.  T.  u.  Stb.  [Dres- 
den katli.  Kirche. 

Erliebets  ihr  Andachts  vollen  Chöre, 
Kircheukautate  für  Chor,  Solo  und  2  Ob. 
2  V.  Va.  Bc.  Ms.  P.     [Brüssel  Cons.  908. 

Trauercantate  zur  Beerdigung  der  Her- 
zogin Antouia  Amalia  von  Braunschweig 
(Des  Lebens  Gewinn  ist  der  Tod.  4stim. 
mit  Instr.)  2  Teile  zu  53  u.  101  S.  Ms. 
20490.  P.     [ß.B.     Brüssel  Cons. 


Adriane,  opera.    Ms.  P.     [B.  Lpz. 
Autigono,  Oper.    Ms.  Stb.    [Berlin  K.  H'. 
Didone  abbandonata,  Oper.    Ms.  P.    [ib. 
Ezio,  Oper.     Ms.  P.     [ib. 
Le  isole   fortunate,   festa   teatrale   per 
musica.     Ms.  P.  u.  Stb.     [ib. 
Issipile,  opera.    Ms.  P.     [ib. 

Romeo  e  Giuüa.  Dramma  per  musica 
in  2  atti  di  Sanseverino.  Autogr.  P.  1776 
in  2  voU.  [B.  B.  22  a.  b.  hier  ist  der 
Name  Johann  Schwaubeig  geschrieben. 
In  Ms.  20496  in  Kopie.  Darmst.  Brüs- 
sel Cons.  in  Kopie.  Berlin  K.  H.  von  1782. 
2  voll.  P. 

Solimanno,  opera,  atto  I.  Ms.  20495. 
P.  [B.  B.  nebst  Textbuch  von  1762.  Hier 
ist  er  Schwanenberg  geschrieben.  Ber- 
Uu  K.  H. 

Talestri,  regina  delle  Amazoni,  opera. 
Ms.  Stb.     [Berlin  K.  H. 

Zenobia,  opera.    Ms.  P.     [ib. 

2  Cantate  4  voci  c.  ström.  Mss.  P. 
[Brüssel  Cons. 

7  Arien  m  Ms.  112.  124.  134,  in  P. 
Ms.  ohne  Sign,  aus  Sehicht's  Bibl.  „Cara 
pace"  per  Sopr.  c.  ström.     [B.  B. 

Ana:  Luci  amorose,  aus  Issipili.  Kl.-A. 
Druck  s.  1.  au40.     [ß.  jj. 

2  Arien  aus  Solimanno.  Ms.  Stb. 
[Brüssel  Cons. 

Aria:  Dal  cor  dell'Idol  mio.  Ms.  654. 
[B.  Dresd. 

Mss.  in  Schwerin  F  (im  Kat.  sind  die 
Daten  falsch):  3  Duetti,  4  Arien  und  ] 
Canon  zu  3  Stim.  teils  in  P.,  teils  in  Stb. 

In  B.  Rostock  im  Ms.  6  Arien  aus 
Opern  in  P.  u.  4  Sinfonien  f.  Orch.  2  V. 
Va.  B.  2  Ob.  2  Cor.  in  Stb. 

In  Cramer's  Flora  1.  Samlg.  1787 
einige  Nrn.  —  In  24.  Samlg.  kl.  Clavier- 
u.  Singstücke  p.  179 :  Wohlthat  des  Lebens, 
mächtige  Liebe.     [B.  Kgsbg.]. 

6  Sinfonie    ä    piü    stromenti,     op.  1. 


Paris,  Venier.  8  Stb.  fol.  Job.  Schwan- 
berger,  Kapellm.  b.  Herzg.  von  Braun- 
schweig gez.     [B.  B. 

2  Sinfonien  zu  Adriano  und  Zenobia 
(Opern)     Ms.  20497.  P.     [B.  B. 

2  Sinfonien  in  G.  und  D.  für  2  V. 
Va.  B.  2  Ob.  und  2  Hörn.  Ms.  Stb. 
[Brüssel  Cons. 

Die  B.  Wolfenbüttel  besitzt  in  Mss: 
Siufonia:  2  V.  2  Ob.  2  Cor.  Va.  et  B. 
Cd.   in  2  Sätzen,    8  Stb.   auch  im  Kl.-A. 

—  2  Sinfonien  f.  Orch.  zu  den  Opern 
Adriano  u.  L'Olimpiade  in  8  Stb.  —  20 
Sinfonien  zu  den  Opern  Adriano,  Ezio, 
Solimano,  Talestris,  Didone,  Zenobia,  Issi- 
pile, Antigono,  die  übrigen  gez.  mit  Sin- 
fonie per  Camera.     Alle  im  Kl.-A. 

—  AUegro  vivace  u.  Coro  aus  II  trionfo 
della  Costanza  f.  Kl.  u.  V. 

—  Balli  deU'opera  Solimano.     Kl.-A. 

—  Balli  dell'opera  Zenobia.     Kl.-A. 

—  BaUo  e  Marcia  Dd.  f.  Klav. 

—  Concerto  per  il  Cemb.  2  V.  2  Cor. 
2  Clarinetti,  V.  e  B.  Cd.  2  Sätze.    9  Stb. 

—  Arien  aus  der  Oper  Talestri. 

—  Marche  dell'opera  Ezio  für  Klav. 
Ms.  310,  11. 

—  Sonata  Cd.  f.  Klav.      Ms.  310,  20. 

—  4  Sinfonien,  1  Marsch  und  7  Siof. 
f.  Klav.   Ms.  311,  1—4.  8.  11—18.   Noch 

2  Sinf.  in  312,  5  und  313,  14. 

Sonate  (3)  a  2  V.  e  Vcl.  Brunsvic 
1767   libreria  della   oase    degli  Orfanelli. 

3  Stb.  fol.    [Stadtb.  Augsbg.    B.  Wagener. 

8  Sonate  per  il  Cembalo.  Ms.  20498. 
[B.B. 

2  Sonate  und  6  Sonate  per  il  Cemb. 
in  7  Heften.  Mss.  [Dresd.  Mus.  B.  Wage- 
ner die  6  Sonaten  in  Kopie. 

1  Marsch  im  C.  F.  Cramer.  qufol. 
[B.  B.  Nr.  1840. 

In  Mss.  der  B.  Schwerin  F:  4  Sinfonien 
ä  10  u.  ä  8.  3  Sonaten  f.  Klav.  in  Cd. 
Bd.  Gd. 

In  Berlin  K.  H.  die  Sinfonien  (resp. 
Ouvertur.)  zu  den  dort  vorhandenen  Opern 
in  Stb.  auch  einige  im  Arrangement  von 
Hesse. 

In  Darmst.  Sinfonia  in  Dd.  Ms.  P.  — 
Sonata  Nr.  4  per  Clavi-Cemb.     Ms. 

Sonaten  f.  Klavier,  Ms.  B  1107,  18. 
[B.  Dresd. 

Schwaner, . . . 

Giocondo,  Operette.  Ms.  Stb.  Zeit  un- 
bekannt. [Darmst.  Ebendort  eine  Ouver- 
türe f.  gr.  Orch.    Ms.  Stb. 

Schwartback, . . . 

ist  in  der  Kgl.  Musikalien-Samlg.,  jetzt 
Kgl.  Bibl.   in  Dresden,   mit  4  Suites  des 


Schwartz,  Andreas  Francus. 


106 


Schwartzkopff. 


petits  airs  pour  2  Y.  Ä.  et  B.  oe.  2. 
Paris  chez  Borelly  in  r[u4°  veiireten. 

Schwartz,   Audreas  Francus, 

Fetis  sagt:  Jebte  in  Würzburg, 
doch  giebt  er  keinen  Beweis  an, 
weit  eher  könnte  man  Nürnberg 
annehmen,  da  er  einen  Hochzeits- 
gesang für  den  Patrizier  Christoph 
Hagen  in  jSTümberg  schrieb.  Aller- 
dings -wissen  wir  von  seinen  beiden 
Mitarbeitern  Jakob  Mailand  und 
Schwartz  Scotas  nicht,  dass  sie  in 
Nürnberg  zur  Zeit  lebten.  Seine 
Lebenszeit  fällt  in  die  Mitte  des 
16.  Jhs. 

Seioe  Kompositionen  befinden  sich  nur 
in  Sarnlwk.  (siehe  Eitner  1,  17  Gesänge), 
dazu  kommen  nocli  2  Gesänge  nur  mit 
Andreas  Schwartz  gez.  in  der  Bassstimme, 
die  in  M.  f.  M.  8,  12  beschrieben  ist  und 
auf  den  Tod  Kaspar  Othmayer's  kompo- 
niert sind,  siehe  Nr.  5  u.  7.  Ferner  in 
Luthers  Kinderlied  von  1565 :  Erhalt  uns 
Herr  bei  deinem  wort  6  voc.  (s.  Artikel 
Serranus). 

In  Mss.  der  B.  B:  W  94,  1109/10: 
Wolauf  mit  reinem  Schalle.  Dein  soll 
sein  das  Herze  mein,  2  voc.  P.  —  In  B. 
Proske,  Ms.  794.  840.  881:  7  Gesge.  — 
In  B.  Br.  2  lat.  Gesge.  in  mehrfachen 
Exempl. 

Schwartz,  Andreas,  Scotus,  ein 
Komponist  des  16.  Jhs.,  der  im 
Samlwk.  um  1550  (s.  a.)  mit  dem 
Gesänge  „Dulcia  conjugii  paradisi'' 
4  voc.  im  Berg  und  Neuber  fo.  4 
vertreten  ist  (Eitner  1,  die  dortigen 
Angaben  sind  nach  obigen  zu  ver- 
bessern). Das  Wort  Scotus  könnte 
man  vielleicht  mit  Schotte  über- 
setzen, sein  Geburtsland,  sowie  der 
andere  Andreas  Schwartz  sich  mit 
Francus  bez. 

Schwartz,  Christian,  Dichter 
geistlicher  Lieder,  geb.  1652  zu 
Neuhausen  i/Pr.,  gest.  als  Hausvogt 
in  Memel  den  25.  April  1709.  Er 
gab  heraus: 

. . .  Musae  teutonicae,  oder  der  geist- 
lichen Lieder  als  des  ersten  Theils  seiner 
poetischen  Wercke  erstes  Buch :  Von  ge- 
wissen   preüswüi'digen   Musicis  in  Melo- 


deyen  gebracht.  Königsberg  1705  Reus- 
ners Erben.  qa4<'.  4  BU.  147  Bll.  An 
Komponisten  sind  genannt:  A.  M.  ISLieder, 
Job.  Fraucken  2,  C.  Haagk  6,  Rubach, 
Jacob  Schönfeldt,  J.  A.  Schope  4.  (M.  f. 
il.  2,  53.  Zahn  6,  286  sagt  „wertlose 
Gedichte  mit  arienhaften  Melodien"). 
[B.  Kgsbg. 

Schwartz,  Esaia,  Bregensis 
(Brieg),  diente  als  Musiker  beim 
Herzog  Karl  von  Münsterberg, 
Oels  etc.  und  ist  bekannt  durch 
eine 

Missa  8  vocum  sup.  percussit  Said 
miUe.    Ms.    [ß.  Brieg  nur  C  1.  vorhanden. 

1  sechstim.  Gesang  im  Autogr.  Grasn. 
B.B. 

Schwartz  (Swartz,  Niger),  Ste- 
X)hau,  aus  Sitten  in  Wallis  (Schweiz), 
wird  von  Schubiger  2,  33  als  Kom- 
ponist des  15.  Jhs.  genannt. 

Tschudi's  Ms.  Nr.  403  qu40,  inkoraflet 
in  der  Stiftsbibl.  St.  Gallen,  enthält  2  Ge- 
sänge: Puer  natus  est  4  voc.  u.  Viderunt 
omnes  fines  4  voc,  hier  mit  Stefanus 
niger  Sedunensis  Yalesianus  bez. 

Schwartzbach  und  Schwarz- 
bach 

werden  im  Magazin  1780  mit  op.  4, 
Arien  und  Sonate  f.  Fortep.  oder  Clader 
und  op.  5  6  Duos  k  2  V.  in  Paris  1792 
angezeigt. 

Schwartzbaiier,  Nicola,  Musi- 
cus  an  St.  Stephan  zu  Wien.  Eine 
Quittung  vom  29/7  1697  in  B.  B., 
Autogr.  Grasn. 

Schwartzkopff,  Theodor,  kam 
1678  als  Musiker  in  die  Stuttgarter 
Hof  kapeile,  wurde  1686  Yice- 
kapellmeister  und  am  24.  März  1690 
nach  Magg's  Abgang  Kapellmeister. 
1700  wurde  Cousser  als  Ober- 
kapellmeister angestellt.  Sch.'s  Be- 
streben ging  von  nun  an  darauf 
hin,  Cousser  zu  Falle  zu  bringen, 
was  ihm  auch  gelang  und  Cousser 
im  Jahre  1704  seinen  Abschied 
nahm ;  doch  sah  sich  Seh.  getäuscht, 
denn  nun  setzte  der  Herzog  Störl 
an  den  Posten  und  Seh.  musste 
ihm  sogar  seine  Wohnung  ein- 
räumen.    Von  nun  an  ging  Schw. 


Schwartzkopff. 


10< 


Schwarz,  Dominicus. 


nur  darauf  aus,  Störl  beim  Her- 
zoge anzuschwärzen.  Auch  1706 
wurde  er  übergangen  als  Joh.  Chr. 
Pez  an  Störl's  Stelle  rückte.  Näh. 
im  Sittard  2  von  S.  81  ab,  sonst 
noch  S.  68.  119. 

S.  241  ff.  führt  er  aus  dem  Jahre  1684 
das  Ballet  ,,Le  rendez-vous  de  plaisirs", 
l(i86  das  Schauspiel  mit  Entreen  von 
Balletten  „Paridis  Urthel"  und  1688  das 
Singspiel  .,Endymion"  seiner  Komposition 
an.  Die  Oper  ^.Amalthea''  von  1697  kann 
ihm  nur  mutmafslich  zugeschrieben  werden. 
Die  Musik  ist  verloren,  nur  Textbücher 
finden  sich  in  der  Stuttgarter  Hofbibl. 
Von  seinen  Druckwerken  ist  bekannt: 

Fuga  melancholiae  harmouica,  id  est, 
Concentus  sacn,  missas,  psalmos  et  hym- 
nos  continentes,  a  4  vocibus  necessariis 
et  5  instrumentis  ad  libitum.  Stuttgart 
1684  T\^eyrich.     11  Stb.  40.     [B.  B. 

2  Motetten  1.  Herr,  wenn  ich  dich  nur 
habe,  ä  9.  4  voci  et  2  V.  Va.  Vcl.  B. 
Ms.  P.  2.  Jesu  du  mein  liebstes  Leben. 
4  voci  e  2  V.  2  Yiole  et  Org.  Ms.  P. 
[Schwerin  F. 

Magnificat  7  voci  2  Ob.  und  5  andere 
Instr.     Ms.  Stb.     [Darmst. 

In  Strafsburg,  St.  Thomas :  Siehe  meine 
Freundin  du  bist  schön,  4stim.  mit  2  Y. 
2  Violen,  Fag.  B.  u.  Org.    Ms. 

In  B.  Eostock  im  Ms,  2  Ouvertüren  f. 
Orch.  4  Konzerte  f.  Ob.  mit  kl.  Orch. 
1  Sonate  und  Pieces  ä  ti'e  f.  Gambe,  V. 
u.  Cemb.  2  Parthien  f.  1  u.  2  Gamb.  u. 
Klav.  1  Sonate  f.  V.  Vcl.  u.  Klav.  1 
Konzert  f.  4  Fl.  trav.  2  V.  B.  u.  Klav. 
1  Sonate  f.  2  Fl.  allem,  u.  Klav.  1  Par- 
tie f.  Gambe  vel  V.  solo  e  Cemb.  2  So- 
naten ä  3:  2  V.  Violen  u.  Cemb.  Sonata 
alla  imitatione  del  ßossignuolo  e  del  Cucco 
ä  5  per  il  2  V.  2  Va.  Violon  e  Cemb. 

Gerber  2  führt  noch  ein  2  tes  aber  un- 
bekanntes Druckwerk  an:  Harmonia  sacra 
hoc  est  Psalmi  a  1 — 6  voc.  et  instmm. 
Stuttg.  1697.     Seh.  lebte  noch  1725. 

Schwarz,  ...  wurde  am  29/7 
1779  als  Yioloncellist  an  der  Hof- 
kapelle in  München  angestellt  und 
diente  bis  dahin  in  der  Mann- 
heimer Kapelle  mit  370  Gld.,  1789 
betrug  sein  Gehalt  in  München 
800  Gld.  (Kreisarchiv).  Fetis  nennt 
ihn  Anton  ScJurarx,  geb.  10.  Juni 
1753  zu  Mannheim,  Schüler  von 
Innocenz    Danzi,    trat    schon    mit 


13  Jahren  als  Violoncellist  Tor 
dem  Herzoge  der  Pfalz  auf.  1776 
spielte  er  in  Paris  im  Concert 
spirituel.  1817  lebte  er  noch  in 
München.  Fctis  erwähnt  ein  Vio- 
loncell-Konzert  im  Ms. 
Schwarz,  Amhrosius. 

Die  Löbauer  Ratsbibl. ,  jetzt  in  Kgl. 
B.  Dresd.,  besitzt  ein  Chorbuch  im  Ms. 
fol.  mit  Lamentationes  von  1578. 

Schwarz,    Andreas    Gottlob, 

trat  1782  in  London  als  Fagottist 
auf  (Pohl  2,  373).  Er  ist  wahr- 
scheinlich derselbe,  der  als  Fagot- 
tist in  Brandenburg  -  Onolzbach- 
schen  Diensten  stand  und  am  24/9 
und  1/10  1775  sowie  10/4  1777 
in  Frankfurt  a/M.  konzertierte 
(Israel  57.  61).  Gerber  1.  2.  be- 
richtet: geb.  1743  zu  Leipzig,  gest. 
26.  Dez.  1804  in  Ansbach  (Becker 
3),  Schüler  von  Müller  in  Karls- 
ruhe, machte  als  Oboist  die  Feld- 
züge des  siebenjährigen  Krieges 
mit,  kam  1770  in  die  Hofkapelle 
in  Stuttgart  (Sittard  3,  73  verz.  ihn 
schon  1763),  seit  1772  Mitglied 
der  Ansbachschen  Kapelle. 

—  Christoph  Oottlob,  sein  Sohn, 
trat  1784  nebst  dem  Yater  als 
Fagottist  in  London  auf  (Pohl  2, 
373).  ^'ach  Gerber  2:  geb.  12. 
Sept.  1768  zu  Ludwigsburg  bei 
Stuttgart.  Bei  seinem  Aufenthalte 
in  London  engagierte  ihn  der 
Prinz  von  Wales  und  als  die  Ka- 
pelle 1787  aufgelöst  wurde,  kam 
er  nach  Deutschland  zurück  und 
trat  in  die  Berliner  Hofkapelle  ein, 
wurde  1826  pensioniert  und  starb 
1829  zu  Berlin  (Ledebur). 

In  der  Schweriner  Fürsten -Bibl.  be- 
findet sich  unter  Gottlob  Sclttcarx  ein 
Fagott-Konzert  im  Ms.  P.  in  Fd.,  welches 
der  Hofmusikus  Brandt  am  31.  Okt.  1804 
in  Ludwigslust  vortnig.  Es  ist  zweifel- 
haft, ob  es  vom  Vater  oder  Sohn  herrührt. 

Schwarz,  Dominicus,  um  1510 
.,Singer''  an  der  HofkapeLle  in  Stutt- 
gart (Sittard  2,  8). 


Schwarz,  Eberh.  Friedr. 


108 


Schweinberger. 


SehTvarz,  Eberhard  Friedrich, 

jüngerer  Sohn  des  Andreas  Gott- 
Job,  geb.  1775  zu  Ansbach,  wurde 
Violinist,  ging  1795  auf  Konzert- 
reisen, liefs  sich  in  Berlin  vor  dem 
Könige  hören  und  wurde  Mitglied 
der  Hofkapelle.  1835  pensioniert, 
muss  bald  darauf  gestorben  sein. 
Er  zeichnete  sich  auch  als  Klavier- 
spieler aus  und  wirkte  viel  zur 
Verbreitung  von  Mozart  nnd  Beet- 
hoven (Ledebur). 

Schwarz,  Fr . . .,  wird  von  Ger- 
ber 2  als  dänischer  Komponist  des 
18.  Jhs.  angeführt,  der  herausgab: 

Lommebog  for  Skuespelyndere  1785 
und  1786,  2  Hefte  in  80. 

Schwarz,  Johann,  um  1546 
Kapellmeister  an  der  Hofkapelle  in 
Stuttgart,  empfängt  für  Unter- 
weisung der  Sänserknaben  10  Gld. 
(Sittard  2,  12). 

Schwarz,  Johann  Georg  Abra- 
ham, geb.  1778,  gest.  25.  Nov. 
1825,  47  Jahr  alt,  war  Organist 
an  der  Hauptkirche  in  Wolfen- 
büttel (M.  f.  M.  23,  127). 

Schwarz,  Karl  (rottfried  Wil- 
helm, nach  Türkei  1,  135,  der 
zwar  J.  Gottfried  W.  schreibt,  war 
um  1781  Musiker  in  der  Hessen- 
Darm.städter  Hofkapelle. 

Die  Bibl.  Berlin  Ms.  20520  besitzt  von 
ihm  die  komische  O^Derette  in  1  Akt:  Der 
Käficht  oder  AVer  Andern  eine  Grube 
gräbt  . . .  P. 

An  die  Geliebte,  Gedicht  von  C  A. 
WoLEf.  in  Musik  gesetzt  von  ...  op.  12 
Nr.  2.'  Berün,  Wolff.  3  S.  qufol.  [B. 
Egsbg. 

Zwei  Lieder  von  Carl  Lindow.  in  Mus. 
ges.  Berlin,  C.  A.  AN^olff  &  Co.  3  S. 
qufol.     [ib. 

Schwarz,  Polykarp,  um  1716 
Kantor  an  der  Kirche  und  Schule 
zu   Pirna  i.  S.   (M.  f.  M.  28,  150). 

Schwarzmann ,     Fr ... ,     ein 

Oesterreicher,  von  dessen  Kompo- 
sitionen Gerber  2  5  Violintrios  in 
Traeg's  Katalog  anzeigt. 


Schwedler,  Johann  Christian, 

geb.  1710  zu  Zielenzig,  um  1754 
Violinist  in  Diensten  des  Prinzen 
Karl  in  Berlin   (Marpurg  1,  159). 

Schwegler,    P.    Johann,    von 

Altdorf,  St.  1612  als  Klosterbruder 
zu  Weingarten  in  Württemberg, 
ein  als  Bassist  ausgezeichneter 
Sänger  (M.  f.  M.  3,  102). 

Schwegler,  Johann  Darid,  geb. 
7.  Jan.  1759  zu  Endersbach  (Würt- 
temberg), Schüler  der  Karlsschule, 
ti-at  als  Oboist  und  Komponist  in 
die  Hofkapelle  und  zeichnete  sich 
besonders  in  Kompositionen  für 
Blasinstrumente  aus,  von  denen 
Gerber  1  eine  Anzahl  verz.  Auch 
seinen  jüngeren  Bruder  Friedrich 
erwähnt  Gerber  2  als  talentvollen 
Künstler. 

Seh  weher,  Christoph;  da  der 
Name  auf  dem  einzigen  bekannten 
Drucke  fehlt,  so  ist  man  gezwungen, 
dem  Bibliotheks-Kataloge  allein  zu 
vertrauen.     Der  Titel  lautet: 

Bassus  VeteiTim  ac  piamm  cantionum 
de  praecipuis  Anni  festis.  Noribergae 
1561  (wahrsch.  bei  Berg  u.  Neuber  er- 
schienen).   qu40.    63  1at.  Gesge.    [B.  B:B. 

Schweigl,  Ignaz,  lebte  um 
1783  in  Wien  als  Violinist  und 
gab  1786  eine  VioHnschule  heraus 
(Hanslick  114.  Gerber  2).  Die 
B.  M.  besitzt  die  1.  Ausg.,  betitelt: 

Verbesserte  Grundlehre  der  Violin  zur 
Erleichterung  der  Lehrer  ...  2  Thle. 
Wien  1786  beim  Verfasser.  4«.  48  S. 
—  2.  ThI.  mit  dem  Titel:  Grundlehre  der 
Violine  ...  50  S.  [besitzt  auch  Dresd. 
und  B.  Lpz. 

Die  Musikfr.  Wiens  besitzen  aus  Ger- 
ber's  Bibl.  die  2.  Auü.  derselben,  die 
Gerber  ausführlich  beschreibt,  betitelt: 

Grundlehre  der  Violin,  zur  Erleichte- 
rung der  Lehrer  und  zum  Vortheil  der 
Schüler  .  .  .  Wien  1794  Selbstverlag. 
7  Bogen  in  qu4",  davon  6  Bg.  Noten- 
beispiele. 

Schweinherffer,  Oottfried,  Bal- 
letgeiger  a/d.  Hofkapelle  in  Wien 
mit    360  Gld.    jährl.    Gehalt,    vom 


Schweiuitz. 


109 


Schweitzer,  Anton. 


1.  Jan.  1727  bis  1740;  wird  pens. 
und  t  14.  Okt.  1763,  82  J.  alt 
(Köcliel  1). 

Sehweinitz,  wahrscheinlich  An- 
dreas, von  dem  Marpurg  1,  432 
berichtet,  dass  er  um  1720  Orga- 
nist in  Treuenbrietzen  war. 

Im  Conserv.  zu  Brüssel  befinden  sich 
iu  j\Iss.  Part: 

1.  Jauchzet  Dn-  Völker,  der  Eeiland  ist 
kommen. 

2.  Ich  bin  der  Erste  und  der  Letzte. 

3.  V>'^er  ist  der,  der  so  von  Edom 
kömmt. 

4.  Auf  Christi  Himmelfahrt  allein. 

0.  Das  Keich  Gottes  ist  nicht  Essen 
und  Trinken. 

6.  Schaffe  io  mir  Gott  ein  reines  Herz. 

7.  Gott  der  Vater  wohn  uns  hey. 

8.  Er  hat  seinen  Engeln  befohlen. 
Kirchen -Kantaten  für  4stim.  Chor,  Soli 
und  kleines  Orchester. 

9.  Kantate  ,.auf  die  Raths  Predigi: 
Auf,  redliche  Bürger,  ermuntert  die  Her- 
zen," 4stim.  Chor,  Solo  und  2  Tromp., 
Pauck.,  2  V.  Va.  Bc. 

In  B.  Darmst.  unter  SchweiniX'  ein 
Trio  ex  F  ä  Cembalo  obl.  et  V.  Ms.  Stb. 

Seliweltzelsi)erger ,     Kaspar, 

lebte  um  1720  und  gab  nach  Ger- 
ber 2  heraus: 

6  Ouvertures  ä  2  V.  A.  et  B.  Augsbg. 
bey  Lotter.  fol.  Die  Antiquariatshand- 
lung von  Rosenthal  besals :  Opera,  genannt 
die  romantische  Lucretia.  In  einem  Sing- 
spiel 1715  aufgeführt  auf  dem  Durch- 
lachischen  Schauplatz.  Gedruckt  im  Jahre 
1715.  Ms.  P.  in  qufol.  5  voll.,  schreibt 
aber  im  Kat.  2G  Sclnceixelsterg^  Cas.^ 
jedenfalls  ein  Druckfehler. 

Schweitzer  (Schweizer),  Anton, 
geb.  1737  zu  Koburg,  gest.  23.  Nov. 
1787  zu  Ootha  (Forkel  4,  105 
schreibt  den  21.  Nov.).  Nach  Dit- 
tersdorf  Selbstbiogr.  war  er  beim 
Prinzen  von  Hildburghausen  Sänger- 
knabe  u.  dann  Bratschist,  da  aber 
Dittersdorf  die  Jahreszahl  1758 
angiebt,  so  war  er  aus  den  Kna- 
benjahren  heraus.  Nach  Gerber  1 
wurde  er  auf  Kosten  des  Herzogs 
von  Koburg  erzogen,  der  ihn  za 
Kleinknecht  nach  Bayreuth  schickte, 
darauf  kam  er  nach  Hildburghausen 


und  wurde  zum  Musikdirektor  bei 
der  Seiler'schen  Trappe  und  Ka- 
pellmeister bei  der  Hofmusik  er- 
nannt, auch  sandte  ihn  der  Prinz 
auf  seine  Kosten  31/2  Jahr  nach 
Italien.  Von  Hildburghausen  ging 
er  dann  1772  als  Musikdirektor 
des  herzgl.  Theaterorchester  nach 
"Weimar.  Nachdem  ein  Feuer  1774 
das  Theater  vernichtet  hatte,  ging 
er  nach  Gotha  und  wurde  herzogl. 
Kapellmeister  als  Nachfolger  Ben- 
da's,  der  im  Frühjahr  1780  seinen 
Abschied  nahm  (Hosaeus  60/61). 
Der  Kurfürst  der  Pfalz  beauftragte 
im  Sommer  1776  Wieland  eine 
Oper  für  Schw.  zu  schreiben.  1777 
machte  er  sich  an  die  Arbeit  und 
am  4.  April  beendigte  er  sie  (Brief 
an  Merck),  am  24.  Mai  1777  hatte 
Schw.  schon  3  Akte  komponiert. 
Auf  das  absprechende  Urteil  Merck's 
und  Goethe's  entschloss  sich  Wie- 
land, der  sie  anfänglich  ganz  zu- 
rückziehen wollte,  sie  umzuarbeiten 
und  tröstete  sich  mit  der  Ausrede, 
dass  es  bei  einer  Oper  auf  den 
Text  weniger  ankomme  (sie?). 
Durch  den  Tod  des  Kurfürsten 
wurde  die  Aufführung  der  Oper 
Eosamutide,  die  am  11/1  1778 
stattfinden  sollte,  bis  zum  Jahre 
1780  verschoben.  Die  Zeitgenossen 
Schw. 's  waren  so  wenig  im  Stande, 
in  die  Tiefen  des  musikalischen 
Ausdrucks  zu  dringen,  dass  sie 
Schw.  für  einen  gröfseren  Kom- 
ponisten als  Gluck  hielten.  Wie- 
land z.  B.  spricht  sich  über  Schw. 
ebenso  entzückt  aus,  wie  Schubart 
110,  der  nur  bedauert,  dass  Schw. 
aus  Bequemlichkeit  so  selten  ein 
Werk  liefert.  Mozart  dagegen  lässt 
seinen  ganzen  Spott  über  Schw.'s 
Schreiberei  los.  Er  nennt  z.  B. 
seine  Alceste  „die  traurige  Alceste" 
und  ein  anderes  Mal  sagt  er  von 
ihm:   er  ist  trocken  und  glatt  wie 


Schweitzer,  Aoton. 


110 


Schweizer,  Hans. 


unser  Haydn  (Michael),  nur  class 
die  Sprache  feiner  ist.  Ueber  die 
Rosamunde  schrieb  ein  Anonymus 
die  Recension:  Schweizer's  Musik 
zu  Wielaud's  Rosamunde,  in  Mann- 
heim aufgeführt.  Frankf.  u.  Lpz. 
1781.  80.  48  S.  [B.  B.]  Jaim 
giebt  sehr  ausführliche  Berichte 
in  1,  432.  2,  135.  139.  142.  143. 
3,  42.     Fr.  Walter  295. 

Verzeichnis  seiner  nachweisbaren  Kom- 
positionen : 

Missa  Cd.  4  voc.  c.  instr.  Als.  20540. 
P.    44  BIl.     [B.  B. 

Oster-Cantate  nach  der  Poesie  Sr.  herzgl. 
Durchl.  Herrn  Ernst  Friedrich  Karl  von 
Hildburghausen.  Halleluja!  Heil  und  Ki'aft. 
Ms.  P.  40  Ell.  [B.  B.  Ms.  20542.  B. 
Kgsbg.  mit  dem  Anhange  des  Chorals 
„Herr  Jesu  du  allein",  8  Bll. 

Musick  aufs  Osterfest.  Auch  auf 
Himmelffihrt,  f.  Chor  und  Orch.  Ms.  P. 
u.  18  Stb.     [B.  Kgsbg. 

Grabgesang  (Text  von  H.  A.  0.  Eei- 
chard),  Gotha  1783.  4».  In  Keichard's 
Gedichtsamlg.     [B.  B.     br.  Mus. 

Cantata  A  sua  Altezza  Sereniss.  il  Prin- 
cipe Giuseppe  Federico,  duca  di  Sassonia, 
Hildburghausen  10.  Aprile  1769.  Ms. 
qufol.  Autogr.  „Furibonde  tempeste,  irati 
venti.  MineiTa  und  Marte."  P.  105  S. 
[B.  Kgsbg. 

Alceste.  grofse  Oper  von  Wieland  in 
ö  Akten.  Mannheim  1773.  Ms.  20549. 
P.  u.  Stb.  [B.  B.  Dresd.  Mus.  Ms.  797  c. 
Darmst.  Musikfr.  Wien.  Dresd.  Brachst, 
im  Ms.  B656.  P.  Hofb.  Wien  16152  P. 
260  Bll.     B.  Lpz.     C.  P. 

—  In  E.  Clirstph.  Dressler's  Theater- 
schule 1777.  S.  169  besprochen. 

—  H.-A.  Leipzig  1774  Schwickert. 
4  Akte  teils  Kl.-A.,  teils  Part.  154  S. 
[B.  Kgsbg.  Lübeck.  Hofb.Wien.  Dresd. 
Mus,  Brüssel  Cons.  B.  B.  B.  M. 
Darmst.     Musikfr.  Wien.     Eiusiedeln. 

—  Kl.-A.  Berlin  u.  Libau  1786  Selbst- 
verlag in  Commission  bey  Logardt  u.  Fried- 
rich,   qufol.    123  S.     [B.  B.     Hofb.Wien. 

Apollo  unter  den  Hirten,  ein  Vorspiel 
mit  Arien.     Ms.   P.     39  Bll.     [B.  Kgsbg. 

Aurora,  Oper.   Ms.  P.    1772.    [ß.  Lpz. 

Die  DorfgaUa,  eine  komische  Operette 
von  Herrn  Gotter  in  2  Akt.  P.  im  Ms. 
20548.    [B.B.     Dresd.  Mus.    Dresd.  Oper. 

—  Kl.-A.  Lpz.  1777  Schwickert.  qufol. 
08  S.  [B.  B.  B.  Kgsbg.  Dresd.  Mus. 
Musikfr.  Wien.     Dresd.    B.  M.     B.  Lpz. 


EHsium,  ein  musikalisches  Drama.  Ms. 
P.  1773.    [Darmst.    B.  Lpz.    R.  C.  of  Mus. 

—  Kl.-A.  Königsberg  1774  Haltung. 
36  S,  [B.  B.  B.  Kgsbg.  B.  Bbg.  Dresd. 
Mus.  B.  Lpz.  B.  M.  Dresd.,  auch  Ms. 
B  1488,  14  m.     Brüssel  Cons. 

Polyxena,  ein  lyrisches  Monodrama  von 
F.  J.  Bertuch  und  Schw.  Weimar.  Indu- 
strie Compt.  (1793).  P.  56  S.  fol'.  Vor- 
wort von  Bertuch.  fB.  Kgsbg.  B.  B. 
B.  M.     Einsiedeln  1.  Akt  im  Kl.-Auszg. 

Rosamunde,  Oper  von  Wieland  in  5 
Akten.  1780  in  Mannheim  aufgefühii. 
Ms.  P.  [Darmst.  B.  B.  Ms.  20547  in 
4  voll.  resp.  4  Akten.  B.  Kgsbg.  einige 
Scenen  und  Arien  im  Ms.  P. 

Die  Wahl  des  Hercules.  Singspiel. 
Ms.  20545.  P.     212  S.     [B.  B. 

In  Schwerin  F.  3  Arien  aus  der  Al- 
ceste in  Stb. 

Lieder  im  Ms.  B  910.     [Dresd. 

Sinfonia  in  Esd.    Ms.  Stb.    [Schwerin  F. 

Im  Saralwk.  Rondo,  Lpz.  1784  ein  Satz. 

In  Ettingers  Canzonetten  f.  Klavier 
1781,  Variationen  von  Schw. 

Als  Schw.  bei  der  SeUer'schen  Truppe 
Musikdirektor  wai',  schrieb  er  für  dieselbe 
eine  Anzahl  Singspiele,  dieselben  verz. 
Reichard  1776,  191.  Riemann  in  seinem 
Opernhaudbuch  verz.  sie  bis  auf  die  Musik 
zur  Komödie  „Philemon  und  Baucis". 

Schweitzer,  Clemens,  um  1577 

Schüler   des  Organisten  Christoph 
Walter  (s.  Staatsarchiv). 

Schweitzer,  Friedrich,  be- 
kannt durch 

Christliches  Danck-  und  Denck-Mahl 
zu  schuldigsten  Ehren  dem  Gecreutzigten 
und  Aufferstandenen  Jesu  von  Nazareth, 
aus  derpffenbarung  Johannis  auffgerichtet. 
In  Reymen  abgefasset  von  Simon  Dach, 
vnd  zu  singen  gesetzet  von ...  a  6. 
Königsberg  1658  gedr.  durch  J.  Reusner. 
7  Stb.  qu40.  Bc.  in  fol.  „Ich  hörte, 
spricht  Johannes,  ein  Geschrey",  6stim. 
mit  Bc.     [B.  Kgsbg. 

Schweitzer,  We.  (Wenceslaus?) 
gab  heraus: 

Tre  Trios  per  2  V.  e  Vcl.  op.  2. 
Vienna,  G.  Eder.  8  Stb.  fol.  [B.  B.  B. 
Wagener.]  18.  Jh.  Die  Musikfr.  in  Wien 
besitzen  unter  W.  Schweitzer  op.  4.  5. 
8 — 10:  7  Sonaten  f.  Klav.  u.  V.,  oder 
Klav.  u.  FL,  oder  Pfte.  u.  Vcl. 

Schweizer,  Ant.,  s.  Schweitzer. 

Schweizer,    Hans,    seit    etwa 

1554  Posaunist  an  der  HofkapeUe 


Schweizer,  Leopold. 


111 


Scliwemmer. 


iu  Miinchen  mit  100  Gld.  Gehalt 
(Kreisarcb.).  1554  heifst  es  in  den 
Akten:  dem  Hannseu  Posauner  20 
Gld.  Erst  1557  liest  man  Hann- 
sen  Schweitzer  Pusauner  ist  be- 
zahlt 100  Gld. 

Schweizer,  Leopold,  geb.  zu 
Nenarad  im  Bannat,  lebte  in  Wien 
und  war  Violinist  im  Orchester 
der   St.   Stephanskirche   um   1799. 

Gerber  2  verz.  Variat.  f.  Klav.  Die 
Musikfr.  in  Wien  besitzen  Differents 
pieces  p.  clavecin,  oe.  1,  Vienne,  Eder. 
—  Variat.  f.  Pfte.  im  Autogr.  [B.  B., 
Grasü. 

Sehwelingv  siehe  Sweeliiick. 

Sehwemmer,  Heinrieli,  geb. 
28.  März  1621  zu  Gubertshausen 
bei  Hallburg  in  Unterfranken,  gest. 
26.  Mai  1696  in  Nürnberg.  Krieg 
oder  Pest  vertrieb  ihn  aus  der 
Heimat  und  kam  er  auf  seinen 
Wanderungen  nach  Weimar,  Ko- 
burg  und  um  1641  nach  iSTürnberg; 
wird  dort  Schüler  Kindermann \s, 
1650  Adjunkt  an  der  Lorenz- 
Schule,  1656  Kantor  an  St.  Sebald, 
gemeinsam  mit  Paul  Heinlein, 
nach  dessen  Tode  allein,  später 
Kapellmeister  an  St.  Marien,  1693 
Schul  kollege  an  der  Sebalder 
Schule  und  Organist  an  St.  Sebald 
(Gerber  1.  Drucktitel.  Winter- 
feld 2,  456.  Zahn  5,  428).  Er 
war  der  Lehrer  Joh.  Krieger's,  Jak. 
Balth.  Schütz',  Pachelbel's  und 
anderer.  Von  seinen  Kompositionen 
sind  bekannt: 

Ms.  2964  in  B.  B.  BI.  51:  Surgite 
populi,  in  Orgeltabulatur.  In  Stimmen 
Ms.  75,  1.  Abtlg. 

Trauergesang  f.  4  Stim.  Nürnbg.  1655. 
[B.  Lpz.  Wahrsch.  derselbe  Gesaug  den 
Dr.  Bohn  in  Breslau  ohne  Titelbl.  in  1  vol. 
besitzt. 

Mss.  in  Upsala:  Santella  vel  pusilla? 
ä  5  voc.  et  5  instr.  —  Dominus  in  nomine 
tuo,  a  5  voci  2  Yiole,  2  Corni,  3  Trom- 
boni  et  Org.  (et  accomodata  a  piii  instrum. 
d.  Gustav  Duben)  1664  e  Tabulatura.  2 
Ex,  in   40.  —  Halleluja.     Christus  natus 


est,  ä  5  voci  et  8  Instr.  c.  Bc.  fol.  — 
Der  Gerechten  Seelen  ä  5  voci  e  4  Yiole 
c.  Bc.     40. 

In  B.  Zw.  Drucke  ohne  Ort  und  Ver- 
leger in  einzelnen  Bll,  teils  P.,  teils  in 
Stb.  (siehe  Katalog  Ö.  248) : 

1.  Trauer- Lied,  über  den  fnihzeitigen 
Todt  des  seeligen  Kindleius  Thom.  Ant. 
Besserers  . .  14.  März  1661.  1  Bl.  in 
4«.  P. 

2.  Siehe  der  Gerechte  kommt,  Begräb- 
nislied f.  2  St.  u.  Instr. 

3.  Müh  u.  Arbeit  ist  das  Leben. 

4.  Meine  Stunde  ist  kommen.  2  Be- 
gräbnislieder f.  1  St.  u.  Instr. 

5.  "Was  ist  das  Leben  doch,  4  st.  Part. 

6.  Erkenne  dich,  betrübte  Seele,  f.  Disk. 
u.  bez.  B. 

7.  Nun  ists  gethan.  —  So  soll  es  sein. 

—  Fleug  meine  Seele  f.  Cant.  u.  Bc. 

8.  Trauergesaug  f.  4  st.  Chor.     Part. 

9.  Die  hohe  Ceder  ist  gefällt,  4  st.    P. 

10.  Erkenne  dich,  Ist.  mit  Bc. 

11.  Nun  ists  gethan.  —  So  soll  es  denn 
sein,  Ist.  mit  Bc. 

12.  So  ist  es  nun  einmal  gethan,  Ist. 
mit  Bc. 

13.  Herr,  du  lassest  mich  erfahren.  — 
Edler  Herr,  gute  Nacht,  Ist.  mit  Instr. 

14.  So  fahr  ich  hin.  —  Nun  ist  alles 
überstanden,  1  st.  mit  Bc. 

15.  Nunmehr  ist  mir  gar  wohl  ge- 
schehen. —  Was  müht  ihr  die  Aerzte 
viel.  —  Nun  ich  scheide  aus  dem  Leide, 
4  St. 

16.  Ein  gefangenes  Kerkerleben,  Grab- 
gesang f.  1  A.  mit  Instr. 

17.  Die  erste  Trauzeit  in  der  "Welt, 
Hochzeitsgesg.  f.  2  St.  mit  Instr.     P. 

18.  Unter  Nr.  359  Trauer  Gesänger  ä 
4  voc.  So  dem  Seelig  Verstorbenen  zu 
Ehren  componiert  ;ind  musiciert  werden. 
1 :  Nun  es  kann  nicht  anders  sein.  3  Bll. 
iu  4^*.  Stim.  gegenüber  gedruckt,  s.  1. 
Nr.  1  mit  H.  S.  gez.  Nr.  2  mit  C.  O. 
W(ecker). 

In  geistUchen  Liedeibüchern  mit  Ge- 
sängen für  1  Stim.  u.  Bc:  15  Lieder  im 
Aruschwanger  1659.  —  Im  Nürnberger 
Gesgb.  1676,  8  Melodien,  siehe  Saubert. 

—  In  Arnschwanger's  heiligen  Psalmen 
1680,  28  Melod.  -  In  Müllers  (Heinr.) 
Erquickstunden  1675  und  1691,  nur  mit 
H.  S.  gez.,  2  Arien.  —  Im  Zahn  Abdrack 
einiger  Melodien,  die  mutmafslich  seine 
Erfindung  sind. 

In  B.  Joachimsthal  unter  H.  S.  ein 
Orgelstück:  Fautasia,  im  Ms. 

Ein  geistl.  Lied  im  Winterfeld  (Eit- 
ner  2). 


Scliwemmter. 


112       Schwenke,  Chrstn.  Friedr.  Gottl. 


Scliwemmtiicr,   Johann,   war 

Kantor  in  Oldenburgischen  Diensten, 
wahrscheinlich  im  17.  Jh: 

Das  Haus-  und  Centralarchiv  zu  Olden- 
burg besitzt  vou  ihm  „Gott  der  Vater 
steh'  uns  bei''  7  Stirn. 

Schwencke,     C.   F.    G.,    siehe 
Schwenke. 
Schwenckcnhecher,  Oünther, 

geb.  26.  Nov.  1651  zu  Mulda  bei 
Jena,  gest.  9.  März  1714  zu  Königs- 
berg i/Pr.  Betrieb  Musik  unter 
dem  Kantor  Job.  Hofmann  und 
David  Funck  in  Eudolstadt,  bezog 
dann  1672  die  Universität  Jena, 
um  Jura  zu  studieren,  ging  darauf 
auf  Eeisen  und  kam  nach  Königs- 
berg i/Pr.,  wo  er  im  Hause  des 
Stadtsekretär  Stellung  fand ;  erhielt 
1676  das  Sackheimische  Kantorat 
und  1682  die  Musikdirektorstelle 
am  Kneiphofe  nach  Ludw.  Ditt- 
mar's  Tode.  1702  wurde  ihm  vom 
Rat  noch  das  Amt  eines  Haus- 
halters am  Armenhause  übergeben 
(Mattheson  1,  334  aus  der  Leichen- 
predigt. Gerber  1).  Von  seinen 
Kompositionen  sind  nachweisbar 

Braut-Tantz-Liedchen  auff  .  .  Herren 
Balth.  Fischers  . .  u.  Annen  ßegineu  Bred- 
loen  . .  7.  May  1686  .  .  Hochzeit  Fest . . 
Egsbg.,  Eeusners  Erben.  Auf  zum  Tantze, 
was  bey  Küssen,  ä  3,  2  V.  &  Violone. 
fol.     2  ßU.     [B.  Kgsbg. 

Braut -Tantz  bey..  Hochzeit..  Herr 
E.  0.  Böse  und  Frau  Justine  Dorothea 
Feyerabends  Wittib  den  16.  April  1693. 
Ib.  Auserlesn'  hochwerthe  Gäste  ä  2  Ob. 
et  Fag.     fol.    2  Bll.     [ib. 

Ermunterung  der  Jugend  . .  bey  Hoch- 
zeit-Feyer  Herrn  Bartschen  und  Anna 
Maria  von  Derschauea  . .  .  Königsbg.  (1603) 
Reusners  Erben.  2  Bll.  fol.  Auff  zum 
Tantz  ihr  jungen  Leut  4  voc.     [ib. 

Andere  Gelegenheitsgesänge  erwähnt 
Döring  inM.  f.  M.  1  p.  149  ff.,  sie  werden 
in  obiger  Bibl.  in  Abtlg.  Wallrodt's  oder 
im  geh.  Archiv  sich  befinden.  Es  sind 
folgende : 

Letzter  Ehrendienst  beim  Leichen- 
begängniss  Christ.  Drejer's  1688.  Aria 
a  5:  Was  kann  ich  dir  Herr  Zebaoth.  — 
ßrauttanz   f.   Joh.   Melhorn.      Auff    ihr 


freien  Freudengeister.  —  Aufmunterung 
zur  Freude  und  zum  Tantze  zur  Vermäh- 
lung des  Dr.  Krügers,  1700.  —  Brauttanz 
f.  d.  Pfarrer  im  Löbenicht  Mat.  Bohns: 
Wo  bei  keuschen  Liebesflammen.  Am 
Schlüsse  2  Serra's,  —  Psalm  22.  V.  1.^, 
16,  welcher  bei  des  sei.  Chr.  Löfflers 
Loichenbegängniss  ist  musiciert  worden 
(Chor  und  Solo.     1713). 

In  B.  B.  Ms.  19230  P.  letzte  Nr.  ein 
Maguificat  5  voc.  2  V.  2  Ob.  2  Viele, 
Fag.  et  Org.  10  Bll.  um  1680. 

Schwendt  (Schvendt) ; 

in  B.  Upsala  im  Ms.  12  Sonate  ä  2: 
2  Violini.  fol.  Gerber  1  verz.  einen 
Herrn  von  Sehivend,  Ksl.  Kgl.  Hof  Sekretär 
in  Wien,  der  1790  das  Melodrama  in 
Musik  setzte:  Iramis,  das  Opfer  aus  Liebe. 
Fraglich  ob  es  der  obige  ist.  Eeichard 
erwähnt  ihn  schon  1789  p.  124. 

Schwenke,  Anton,  Aroltzio- 
Waldekkius  (Arolsen  in  Waldeck), 
ist  am  4.  Juni  1751  als  Magister 
Musices  an  der  Universität  zu 
Leydeneingeschrieben(Bouwst.3,8). 

Schwenke  (Schwencke),  Chri- 
stian Friedrich  Grottlieh,  geb.  30. 
Aug.  1767  zu  Wachenhausen  i/H., 
gest.  28.  Okt.  1822  zu  Hamburg. 
Zeigte  schon  als  Knabe  bedeutende 
musikalische  Aulagen  u.  trat  am  18/3 
1779  in  Hamburg  in  einem  Kon- 
zerte seines  Vaters  (Johann  Gott- 
lieb) als  Klavierspieler  auf.  Em. 
Bach  wurde  hier  auf  ihn  aufmerk- 
sam und  nahm  ihn  unter  seine 
Fürsorge.  Er  wurde  Diskantist  im 
Kirchenchore  und  1781  Clavi- 
cembalist  bei  der  Kirchenmusik. 
Er  zeichnete  sich  besonders  durch 
den  Yortrag  Seb.  Bach'scher  Fugen 
aus.  1782  sandte  ihn  der  Vater 
nach  Berlin  und  er  fand  an  der 
Prinzessin  Amalia,  der  strengen 
Kunstrichterin,  und  an  Kirnberger 
freundlich  gesinnte  Helfer.  Von 
hier  aus  ging  er  auf  Kunstreisen, 
meldete  sich  1783  zu  der  Orga- 
nistenstelle in  Hamburg,  wurde 
aber  übergangen,  trotzdem  Bach 
der  Examinator  war.     Er  wandte 


Schwenke,  Chrstu.  Friedr.  Gottl.        113       Schwenke,  Clirstn.  Friedr.  Gottl. 


daher  Hamburg  wieder  den  Rücken, 
trat  als  Virtuose  auf  und  besuchte 

1787  und  1788   die  Universitäten 
zu  Leipzig;  und  Halle.     Als  Bach 

1788  in  Hamburg  gestorben  war, 
stritten  sich  Stadt-  und  Kirchen- 
räte lange  um  die  Frage,  ob  über- 
haupt noch  die  Kirchenmusik  zu 
erhalten  sei,  bis  man  sich  endlich 
dahin  einigte,  ihr  durch  eine  ge- 
ringe Bezahlung  nach  und  nach 
das  Leben  zu  unterbinden.  Man 
wählte  am  1.  Okt.  1789  Schwenke 
zum  Kantor  u.  Musikdirektor  mit 
dem  Gehalte  wie  ihn  Telemann 
erhalten  hatte,  nämlich  600  M  u. 
versprach  ihm  ein  jährliches  Ge- 
schenk von  300  M.  Die  Stellung 
sollte  ihm  nur  Enttäuschung  und 
Ärger  bringen,  denn  bei  den  mehr 
als  um  die  Hälfte  verringerten 
Geldmitteln  war  an  eine  Anstellung 
von  tüchtigen  Kräften  nicht  zu 
denken.  Alle  Eingaben  Sch.'s 
waren  vergeblich  und  die  Musik 
wurde  ihm  so  gleichgültig,  dass  er 
sich  eine  Zeitlang  mit  Lösung 
mathematischer  Fragen  beschäftigte 
und  einen  starken  Quartband  mit 
Logarithmen  ausarbeitete.  Erst  als 
die  Franzosen  Hamburg  besetzten, 
sein  Schwager  Paris  das  franzö- 
sische Theaterorchester  dirigierte 
u.  der  Fremdenzufluss  ein  starker 
wurde,  nahm  Seh.  wieder  teil  an 
denöffentlichenMusikbestrebungen. 
Auch  mit  Klopstock  verkehrte  er 
viel,  der  ihn  zu  bestimmen  wusste 
seine  Dichtungen  nach  seinen  Vor- 
schriften zu  komponieren,  die  darauf 
hinaus  liefen,  den  Text  in  seinem 
Zusammenhange  und  seiner  Rhyth- 
mik nicht  zu  stören,  sondern  im 
Gegenteil  das  Versmafs  musikalisch 
wiederzugeben.  Ähnliche  Versuche 
hatte  er  bereits  mit  Gluck,  Em. 
Bach  und  später  mit  Reichardt 
gemacht.   Sie  hatten  das  Gute,  dass 

Rob.  Etoer's  Quellen-Lexikon.    Bd.  9. 


der  unsinnigen  Behandlung  des 
Textes  von  selten  der  Komponisten 
ein  Ende  gemacht  wurde  und  sie 
sinngemäfser  den  Text  zur  Geltung 
zu  bringen  suchten.  Schw.  kom- 
ponierte von  Klopstock  „das  Vater 
unser"  und  „Der  Frohsinn".  Seh. 
war  übrigens  mehr  Theoretiker  und 
Kritiker  als  hervorragender  Kom- 
ponist, da  ihm  eine  ursprüngliche 
Erfindungskraft  abging.  Sein  Wis- 
sen stand  höher  als  sein  Können. 
Die  Lpz.  Ztg.  bringt  treffliche  Ar- 
tikel über  Musik  von  ihm  (siehe 
die  Register).  (Quellen:  Sittard  1, 
51.  118.  —  Lpz.  Ztg.  Necrolog  24, 
756.  Aufserdem  vielfache  Recen- 
sionen.  —  Koller,  Klopstockstudien 
48.  —  AUg.  d.  Biogr.j. 

Verzeichnis  seiner  nachweisbaren  Kom- 
positionen : 

Autogr.  in  B.  B;  Lobgesang  auf  die 
Harmonie  v.  Ebeling  f.  5  St.  m.  Instr. 
P.  1789,  auch  in  Kopie  Ms.  20564,  62 
Ell.     P. 

Passions  -  Cantate :  Der  Du  in  bangen 
Nächten.     P.     17  Bog. 

Ostercautate :  Dich  sahen  wir. 

Cantate  4  Stirn,  init  Bc.  Autogr. 
Grasnick  in  B.  B. 

Das  Vater  unser  von  Klopstock  zu  4 
Stirn,  u.  Instr.  Ms.  20562.  P.  27  BU. 
[B.  B.  Strafsburg  Wilhehuitanerstift. 
B.  Lpz.     Schwerin  F. 

—  KI.-A.  Lpz.,  Er.  &  H.  14  S.  aufol. 
[B.  B.     E.  Wagener. 

Des  Wahns  u.  Irrthums  Nacht.  Weih- 
nachtscantate  f.  Choru.  Orch.  Ms.  20560. 
P.     56  Ell.     [B.  B. 

Wechselgesang  und  Terzett  (Sey  ge- 
trost, zage  nicht).  Ki.-A.  Hamburg  1792. 
qufol.     [B.  B. 

March  and  War  Song  of  the  German 
Patriots  composed  &  dedicated  to  the  Hans- 
catie  Legion.     London,  Ciementi  &  Co. 

4  Lieder  in  Voss'Musenahnanach  1792/93. 
[B.M. 

Lied:  Voller  Gefühl  des  Jünglings,  in 
Lpz.  Ztg.  1,  Big.  16. 

Hoboe-Concert  Cd.  Ms.  3680,  Autogr. 
mit  1803  gez.     P.     [E.  Hbg. 

VI  Fugen  für  die  Orgel  zum  Studium 
canonischer  Sätze.  Lpz.,  Er.  &  H.  24  S. 
[B.  B.     E.  Wagener. 

3    Senates   pour    le    clavec.    avec   V. 

8 


Schwenke,  H . . 


114 


Schwieger. 


oe.  3.  Berlin  et  Hamburg.  2  Stb.  fol. 
[besals  1894  Leo  Liepra. 

Drey  Sonaten  für  das  Klavier,  dem 
CoUeg  der  Scholarchen  in  Hamburg  ge- 
widmet. Halle  1789  Selbstverlag  (Hendel). 
4  EU.  23  S.  [B.  B.  B.  Wagener.  Brüs- 
sel Cons. 

Die  jMusikfr.  in  Wien  besitzen  von 
ihm:  6  Fugen  zur  Erlernung  des  Contra- 
punctes  für  Orgel.  —  2  Sonaten  op.  10. 
—  1  Sonatine  op.  11,  beide  für  Klav.  — 
12  Divertissements  in  2  Heften  op.  12. 
3  Amusemens  a  4  ras.  op.  14.  —  3  Pieces, 
op.  15,  Hummel  dedic.  —  3  petits  Eon- 
deaux  ä  4  ms.  op.  56.  —  Var.  über 
Gestern  Abend  war  Vetter  Michel. 

In  Eeichardt's  Lieder  geseUiger  Freude 
1.  Bd.  1796. 

In  B.  Biüssel  5176  befindet  sich  der 
gedr.  Kat.  seiner  Bibl.,  die  am  25.  Aug. 
1823  in  Hbg.  verkauft  wurde,  fälschlich 
mit  C.  F.  T.  gez. 

Die  Lpz.  Ztg.  3,  250  beuiieüt  auch  eine 
1800  erscliienene  Oper. 

Sein  Sohn  Johann  Friedrich  wird  von 
Gerber  1  mit  dem  Tater  verwechselt.  Er 
gehört  dem  19.  Jh.  an  imd  wurde  1792 
in  Hamburg  geb. 

Schwenke,  H . . . 

15630,  23  in  B.  B.  die  Cantate:  Un- 
nennbar glücklich.  P.  (im  Druckwerk 
Arien,  angehäng-t).  In  Dresd.  Kgl.  Ka- 
pelle  von  einem  Schivenk  eine  Serenade. 

Schwenke,  Johann  Grottliel), 

geb.  11.  Aug.  1744  zu  Breitenau 
im  Sachs.  Erzgebirge^  gest.  7.  Dez. 
1823  iD  Hamburg,  stand  anfäng- 
lich in  kurf.  sächs.  Diensten,  1767 
war  er  Oboist  bei  den  Dragonern 
in  Hannover.  Hier  fand  sein  Fa- 
gottspiel  viel  Anerkennung.  1776 
liefs  er  sich  in  Hamburg  nieder 
und  wurde  zum  Ratsmusikus  ge- 
wählt, wirkte  dabei  als  Klavier- 
lehrer, Komponist,  im  Orchester  ' 
bei  allen  öffentlichen  Aufführungen 
und  als  Virtuose  auf  dem  Fagott 
in  eigenen  Konzerten.  Später 
wurde  er  Musikdirektor.  Sein  Sohn 
ist  der  bekannte  Christian  Fried- 
rich Gottlieb  (Sittard  1,  2.3.  128). 
Schwenninger,  Heinrich,  seit 
1554  Altist  an  der  Hofkapelle  in 
München  und  Knaben -Praeceptor 


mit  100  Gld.  Gehalt.  1560  fehlt 
er  in  den  Listen.  Die  Akten  von 
1559  sind  verloren  gegangen 
(Kreisarchiv). 

Schwertner,  Joseph, 

bekannt  durch  ein  Salve  regina  4  voc. 
et  orch.  Ms.  Stb.  und  ein  Vos  fideHs, 
Aria  per  B.  solo  et  orch.  Ms.  Stb.  [Mu- 
sikfr.  Wien. 

Schweser,  Johann  Friedrich, 

Studiosus  politicus  zu  Hamburg, 
trat  auch  als  Komponist  auf.  Be- 
kannt sind 

1.  Der  Venus  Poppen  Krahn  oder 
Hochzeitlich  Schertz  Gedicht  (an  Cornel 
de  Hertoges  und  Ehsabeth  de  Greve) 
4.  Jan.  1636.  Hamburg,  Jac.  Eebenlein. 
kl.  4".  Am  Ende:  Lied  für  Diso,  und 
Bass :  Unmuth,  Melancholey.     [B.  Hbg. 

Angebunden  ein  2tes  Hochzeitshed  füi- 
Job.  Koel  und  Anna  Catharina  von  Eitzen 
füi-  Disc.  und  Ba.ss,  1636:  „Nechst  als 
meine  Laute  mir'". 

Schwickhardt,  Johann  Chr . . ., 

gab  1758  zu  Amsterdam  12  Trios  füi- 
2  Ob.  oder  V.  mit  B.  op.  8  heraus  (Ger- 
ber 1). 

Schwieger,  Jakob,  in  seinen 
Werken  Filidor  der  borferer  ge- 
nannt, geb.  1624  zu  Altona,  sein 
Todesjahr  unbekannt,  1667  er- 
schien seine  letzte  Schrift  in  Ko- 
penhagen. Studierte  um  1650  in 
Wittenberg  wahrscheinlich  Theo- 
logie, da  er  später  in  Stade  als 
Prediger  auftrat.  1654  ging  er 
nach  Hamburg  und  liefs  sich  in 
die  von  Eist  und  Zesen  gestifte- 
ten literarischen  Gesellschaften  auf- 
nehmen, in  denen  er  obigen  an- 
genommenen Namen  führte.  1657 
nahm  er  Dienste  im  Heere  des 
Königs  von  Dänemark,  1658  kehrte 
er  nach  Hamburg  zurück.  Seine 
späteren  Schicksale  sind  unbekannt. 
Er  zeichnete  sich  als  Dichter  und 
Komponist  seiner  Gedichte  aus. 
Seine  Lieder  sind  recht  melodisch, 
gut  deklamiert  und  zeigen  oft 
einen  guten  Periodenbau  (Biogr. 
im    Brummer),     Im   Vorworte  zur 


Scliwieger. 


115 


Schwilge. 


geharnischten  Yenus  sagt  er  über 
seine  Kompositionen  zu  den  Lie- 
dern ,,wems  nicht  gefällt  der  lasse 
sie  weg,  die  andern  sind  von  be- 
rühmten Tonkünsticrn".  Er  zeigt 
sie,  so  wie  seinen  eigenen  Namen 
mit  J.  S.,  nur  mit  den  Anfangs- 
buchstaben an,  die  sich  zum  Teil 
auflösen  lassen.  Folgende  Samm- 
lungen enthalten  Melodien  mit  B: 

1.  Des  Flüchtigen  flüchtige  Feldrosen 
in  unterschiedlichen  Lustgängen  vorge- 
stellet.  Geziert  mit  Melodien  von  Joh. 
Schopen  u.  a.  Hambg.  I(j55  Rebenlein. 
120.     ey^  Bog.     [B.  Wagener. 

2.  Liebesgrillen  das  ist  Lust-  unnd 
Liebes  Schertz-  Ehr-  und  Sitten  -  Lieder. 
Wiederum  von  neuem  durch  gesehen  von 
Autore  selbsten  und  an  vielen  Orten  merk- 
lichen verbessert:  zugleich  auch  mit  dem 
andern  Theil  vermehret;  unnd  bestehet 
also  das  gautze  Werklein  in  vier  Büchern. 
Auf  Begehren  hervorgehoben  von  Jacobo 
Schwiegeru  A.  H.  Hambg.  1656  Chrstu. 
Guht.  120.  1.  Buch  30  L.  2.  Buch  30  L. 
3.  Buch  (2.  Teil)  20  L.  4.  Buch  20  L. 
f.  Cantus  u.  B.  sig.  A— F.  u.  A.-M  12. 
[B.  Lpz.    Strafsburg.    B.Zw.    Hofb.Wien. 

An  Komponisten  sind  genannt:  Hans 
Hake,  J.  K?  P.  H.  (Paul  Heinlein  der 
Junge),  H.  Pape  der  Alte,  Albert  Schop, 
Joh.  Sehop  der  Junge,  H.  Strathmann 
u.  M.  z:i 

1654   erschien  der  1.  Teil  in  1.  Ausg. 

3.  Waudlungslust,  welche  in  allerhand 
Anbindungs-  Hochzeit  .  . .  Schäfereien  be- 
steht .  . .  Mit  gantz  neuen  und  wohl- 
klingenden Weisen  (von  Hans  Haken). 
Hbg.  16.56  Pfeiffer  (Carsten).  12«.  81  BU. 
27  Melod.  mit  B.  [B.  B.  StraTsburg. 
Hofb.  Wien.  B.  Lpz.  B.  Wagener.  B. 
Wernigerode.     Wolfenb. 

4.  Verlachte  Yenus,  aus  Liebe  der 
Tugend  und  teutsch  gesinnten  Geraüthem 
zur  ergetzung.  Glückstad  1659  M.  Koch. 
120.  2>/,  Bg.  Am  Ende  5  L.  f.  Cant.  u. 
bez.  B.,  jedenfalls  von  Schwieger  selbst, 
da  er  keinen  Komponisten  nennt.     [B.  B. 

5.  Die  geharnischte  Yenus  oder  Liebes- 
Lieder  im  Kriege  gedichtet  mit  neuen  ; 
Gesang- Weisen  zu  singen  .  .  .  von  Filidor 
dem  Dorfferer.  Hbg.  1660  Mich.  Pfeiffer. 
(Guht)  Vorwort  in  Hambg.  gez.  12°. 
288  S.  mit  Anhang.  7  mal  10  Lieder 
für  C.  u.  B.  Die  Komponisten  nur  mit 
den  Anfangsbuchstaben  gez.  J.  S.  ist 
Schwieger.  —  C.  B.  wahi-sch.  Crato  Büt- 


ner.  —  M.  C.  =  M.  Campanus.  —  J.  M. 
R.  vielleicht  Joh.  Martin  Rubert.  —  C.  S. 
viell.  Chi'istian  Stephani.  —  J.  K.  ist  nicht 
zu  deuten,  derselbe  ist  schon  in  Nr.  2 
tjenannt.  [B.  B.  B.  Lpz.  B.  Wagener. 
Hofb.  Wien. 

Die  B.  Leipzig  besitzt  noch  den  Druck: 
6.  Gedichte  von  FiHdor  (H.  C.  L.  Senf). 
Lpz.  1788  Georg  Joachim  Göschen.  Am 
Ende  Lieder  mit  Melodien  und  Klavier 
von  A.  T.  Orahl.,  J.  G.  Wifthaiier  und 
Sterkel. 

Ich  glaube  nicht,  dass  der  obige  Fili- 
dor gemeint  ist,  sondern  der  eingeklam- 
merte Name  H.  C.  L.  Senf.,  über  den  ich 
allerdings  nichts  zu  sagen  weifs,  doch 
schon  die  Komponisten-Namen  deuten  auf 
ein  Werk  des  18.  Jhs. 

Scliwietzer,  Johann  Wolf,  um 

1727  Organist  am  Dome  zu  Ham- 
burg (Ratsakten). 

Scliwiger  (Schwieger),  Gleorg, 
lebte  im  Anfange  des  17.  Jhs.  und 
ist  im 

Ms.  26  Nr.  202  der  B.  Liegnitz  mit 
dem  Gesänge  Dens  qui  Susauua,  4  voc. 
in  Tabulaturpaiütur  vertreten. 

Scliwilge,  Andreas,  etwa  um 
1608/9  in  Thann  i/EIs.  geb.,  be- 
erdigt am  19.  Aug.  1688  zu  Ulm. 
In  Colmar  besuchte  er  die  Schule, 
studierte  dann  in  "Würzburg  Philo- 
sophie und  trat  in  den  Barfüfser- 
Orden  als  Novize  in  Luzern  ein, 
etwa  20  J.  alt.  Bald  darauf  stu- 
diert er  aber  weiter  in  Freiburg, 
dann  4  Jahre  lang  in  Wien  Theo- 
logie. Gegen  1636  verliefs  er 
Wien,  ging  nach  Rom  und  Mai- 
land, 1639  war  er  in  Zürich  und 
trat  zur  evangelischen  Kirche  über, 
wurde  einige  Zeit  später  als  Vor- 
schreiber und  Sänger  an  der  Schule 
angestellt.  1640  verheiratete  er 
sich.  Sein  Gehalt  betrug  84  Gld. 
nebst  Naturalien.  1652  wurde  er 
PfaiTer  an  der  Spanweid  in  Zürich, 
gab  aber  die  Stelle  sehr  bald  wie- 
der auf  und  ging  nach  Ulm.  Hier 
trat  er  zur  lutherischen  Kirche 
über  und  wurde  Praeceptor  der 
3.  Klasse  u.  Kantor  an  der  Latein- 


Scliwind. 


116 


Schwindl. 


schule.  1681  trat  er  in  Pension. 
Neben  seinen  Schulpflichten  leitete 
er  auch  die  öffentlichen  Konzerte 
(M.  f.  M.  24,  121  ff.). 

Von  seinen  Kompositionen  sind  nur 
die  mehrstimmigen  geistlichen  Lieder  in 
Simler's  Gedieh tsamlg.,  Zürich  1648  be- 
kannt. Siehe  Simler,  Job.  AVilh.  und  M. 
f.  M.  1.  c.  Zahn  teilt  2  Melod.  mit  Nr.  3326 
u.  7015.  Siehe  16G3  im  6.  Bde.  Im 
Vorworte  von  Simler  wird  Schw.  ein 
Sänger,  Kirchen-  und  Schiüdiener  in 
Zürich  genannt. 

Ein  Sohn  von  ihm,  Johann  Kaspar^ 
trat  in  die  Fulstapfen  des  Täters,  geb. 
1642,  gest.  1722,  studierte  in  Tübingen 
imd  wurde  1676  Organist  an  der  Drei- 
faltigkeitskirche zu  Ulm.  —  Ein  zweiter 
Sohn,  Oeorg  Andreas,  folgte  dem  Vater 
im  Amte  von  1699 — 1713.  —  Ein  Sc/itcügi, 
Theodor  Sigmund,  geb.  1680  in  Ulm, 
studierte  in  Strafsburg  und  wurde  1718 
Praeceptor  und  Organist  in  Kaufbeuren 
(M.  f.  M.  24,  126). 

Scliwind,  . . . 

Imbault  in  Paris  druckte  6  Duos  f. 
2  V.  (Anzeige). 

Schwinde  et  Lamot, 

bekannt  durch  Six  Senates  ä  V.  et  B. 
Paris,  Sieber  (c.  1780).  fol.  [besafs  Leo 
Liepm. 

Schwindl  (Schwindel  in  den 
Lexika),  Friedrich,  gest.  10.  Aug. 
1786  zu  Karlsruhe,  ein  Virtuose 
auf  der  Violine,  Flöte  und  Klavier, 
führte  ein  unstetes  Leben  und 
wechselte  sehr  oft  den  Aufenthalt 
und  die  Stellung,  so  dass  er  ein- 
mal in  Deutschland,  dann  in  Hol- 
land, der  Schweiz  und  anderen 
Ländern  anzutreffen  ist.  Dabei 
ein  vielbegabter  Künstler,  über 
dessen  Leistungen  jedoch  selbst 
Gerber  nicht  unterrichtet  war.  Auf 
op.  1  nennt  er  sich  Konzertdirek- 
tor des  Grafen  von  Wiedt  Kun- 
quell  und  auf  op.  10:  Maitre  de 
Concert  de  S.  A.  S.  Mj.  le  Margr^'' 
de  Bade  Durlach.  Eeichard  bez. 
ihn  1779  als  Stifter  und  Direktor 
eines  Liebhaberkonzerts  zu  Mühl- 
hausen in  der  Schweiz,  der  ferner 
die    Singspiele:     Das    Liebesgrab, 


Die  drei  Pachter  und  4  französ. 
Operetten  komponiert  hat.  Bur- 
nej  2,  102  und  3,  248  lernte  ihn 
im  Haag  kennen  u.  berichtet  über 
ihn.  Schubart  schreibt  S.  231:  ein 
beliebter  und  durch  ganz  Deutsch- 
land berühmter  Violinkomponist. 
Er  setzt  nicht  schwer  und  daher 
desto  anziehender  für  Dilettanten. 
Sein  Vortrag  ist  fliefsend  und  sein 
Geist  zur  süfsen  Schwermuth  ge- 
neigt, daher  wurde  er  ein  Lieb- 
lingskomponist für  die  Sekte  der 
Empfindsamen  (Gerber  1.  2).  Von 
seinen  Kompositionen  sind  be- 
kannt : 

Im  "Wilhelmitanerstift  in  Strafsburg 
i/Els.  ein  Chor  aus  einer  Messe:  Gehör 
den  Bittenden.  Ferner  mehrere  Opern 
und  Operetten  (nach  Lobstein  53). 

Im  Cons.  zu  Mailand:  Messe  en  Mi 
bem.  a  4  voix  av.  orch.    Ms.  Stb. 

Six  Simphonies  Ouvertures  ä  2  V., 
TaiUe  et  B.  Clavecin  et  Violons,  2  Hautb. 
et  2  Cornes  de  chasse  ad  lib.  Oeuv.  1. 
Amsterd.,  Hummel.  11  Stb.  fol.  Alle 
6  mit  Ouvert.  bez.  [Berlin  Th.  B.  AVa- 
gener  8  Stb.  Upsala  8  Stb.  br.  Mus.  in 
englischer  Ausg.,  fehlt  Oboe  1. 

6  Simphouien,  ebenso,  op.  2,  ib.  [Up- 
sala in  8  Stb. 

3  Simphonies  pour  2  V.  Va.  2  Fl. 
2  Cor.  et  B.  oe.  9.  La  Have,  Hummel. 
Stb.    fol.     [Kat.  Eeeves  1882. 

3  Syjnphonies  ä  gr.  orch:  2  V.  Va.  et 
B.  2  Hautb.  ou  Fl.  et  2  Cors  de  chasse, 
ad  lib.  La  I.  avec  Trompettes  et  Tymp. 
ad  libit.  oe.  10.  A  la  Haye  et  ä  Amst., 
Hummel  et  fils.  16  Stb.  [Karlsruhe. 
Wolfenb.  Schwerin  F.,  dort  noch  im  Ms. 
in  Stb.  3  Sinfonien  in  Dd.  und  Ed.,  Be- 
setzung wie  oben. 

6  Sinfonien  wie  oben  besetzt  in  Bd. 
Esd.  Gd.  Dd.  Fd.  Dd.  zu  je  3  Sätzen.  In 
je  8  Stb.  im  Ms.     [B.  Zw. 

Sinfonie  iu  Dd.  wie  oben.  Ms.  Stb. 
[Brüssel  Cons. 

The  periodical  Overture  in  8  parts. 
London,  Bremuer.  9  Stb.  fol.  [B.  B., 
ebendort  iu  Ms.  14995  in  K.  eine  „Over- 
ture". Auch  in  B.  Lpz.  eine  Ouvertüre 
in  8  Stb.  in  London  gediiickt,  vielleicht 
eine  der  vorhergehenden. 

6  Quatuor  a  2  V.  T.  et  B.  oe.  7. 
La  Haye,  B.  Hummel.     4  Stb.     [B.  M. 

12  Duos  pour  2  V.  a  l'usage  des  com- 


Schwinghammer. 


117 


Scolari. 


men(;'an.s,  oe.  4.  "Worms.  G.  Kreitner. 
2  Stb.  [B.  M.  B.  Wagener  in  Ausg. 
Mayence  chez  Schott  fils.  Biüssel  Cous. 
6  Senates  ä  2  Fl.  et  Bc.  oe.  3.  Amst., 
Hummel.  3  Stb.  fol.  [Stadtb.  Breslau 
fehlt  der  Bc. 

Schwiiighaiiiiuer,  Joh.  Franz, 

lebte  um  1743. 

Die  B.  Rostock  besitzt  „Pioces  des 
galanteries  p.  de  lute"  (Tabulatur).     Ms. 

Schwiiik,  Fat.  iinselm,  geb.  zu 
Aisliugen  b.  DiJiingen  1.  Okt.  1725, 
gest.  4.  April  1793  im  Kloster  Ir- 
see  in  Baiern.  17-43  trat  er  in 
dasselbe  ein,  war  25  Jahre  daselbst 
Chorregeut,  dann  12  Jahre  Pfarrer 
u.  zuletzt  Subprior.  Ein  guter  Or- 
ganist, der  auch  mehrere  Kirchen- 
kompositionen herausgab  (Korn- 
müller 1,  233). 

Scialla,  Alessandro,  bez.  sich 
mit  Gentilhuomo  ed  Academico  di 
Tropea.     Er  gab  heraus: 

Primo  libro  de'MadrigaU  a  5  voci;  del 
Signor  . . .  Napoli  1610  0.  G.  Carlino  e 
Costantino  Vitale.  Scipione  Barone  gab 
das  Werk  heraus  imd  nennt  es  des  Au- 
tors erste  Arbeit.  5  Stb.  4".  24  Gesge. 
[Kassel. 

Scilders,  Mathys,  war  1385 
Kantor  an  der  Liebfraueu-Bruder- 
schaft  zu  Herzogenbusch  (Bouwst. 
2,  211).    , 

Scio,  Etienne,  geb.  um  1766 
zu  Bourdeaux,  gest.  21,  Febr.  1796 
zu  Paris.  Violinist  und  Komponist, 
zuerst  am  Theater  zu  Toulouse  an- 
gestellt, dann  1788  erster  Violinist 
am  Theaterorchester  zu  Marseille, 
wo  er  mehrere  Ballets  und  Diver- 
tissements schrieb.  Heiratete  die 
berühmte  Sängerin    Crocy,    wurde 

1791  in  Paris  als  Orchesterdirektor 
am  Theater  Moliere  angestellt  und 
schrieb  für  dasselbe  mehrere  Opern. 

1792  ging  er  ans  Theater  Feydeau. 
Fetis  verz.  seine  Opern.  Nach- 
weisbar ist  keine. 

Scipione  Calabrese, 

ist  in  Aucina's  Tempio  amionico  1599 
mit  den  3stim.  Canzonen:  Hor'eccoti  pre- 


sente  anima  mia  und  Ben  scorgi  di  lou- 
tano  vertreten.  —  In  Arascione's  Nuove 
Laudi  ariose  1600,  1  Gesg.  pag.  33.  Cala- 
brese ist  sein  Geburtsland,  nicht  sein 
Eigenname. 

Sciroli,  Oregorio,  geb.  gegen 
1725,  machte  seine  Musikstudien 

j  im  Conservatorio  della  Pietä  de' 
Turchini  in  Neapel  (von  Florirao 
nicht   verz.),    wurde   dann    Lehrer 

,  der  Harmonie  u.  des  Accompagne- 
ments  am  Conservatorio  de'figliuoli 

j  dispersi  zu  Palermo.  Der  Breit- 
kopfsche  Katalog  von  1770  nennt 
ihn  Kapellmeister  zu  Neapel,   Ex 

:  Maestro   de  real  Conservatorio  zu 

'  Palermo. 

1749  gab  man  seine  Oper  ,,TJlisse 
errante",  1751  „Achille  in  Sciro"  in  3 
Akten  und  später  „Merope"  in  Neapel. 
1770  erschienen  zu  Paris  6  Trios  f.  2  V. 
u.  B.  (Fetis).  In  der  Stiftsbibl.  zu  Ein- 
siedeln befindet  sich  im  Ms.  der  Psalm: 
DLxit  a  4  e  5  voci,  2  Trombe,  2  Ob.  2  V. 
Vcl.  c.  org.  Part.  64  S.  —  Im  br.  Mus. 
ist  er  im  Ms.  329  u.  357  mit  geistl.  Ge- 
sängen, Kantaten  und  Arien  vertreten. 
In  der  Bibl.  des  Conserv.  Turchini  in 
Neapel  die  Oper  ., Merope",  Milano  1761. 
Ms.  P. 

Im  Conserv.  zu  Mailand  in  Mss.  1. 
Cantata  per  il  S.  Natale  „Oh!  come  in 
te"  per  Sopr.  c.  Bc.  P.  —  2.  Arien  mit 
kl.  Orch.  P.  3.  Ouvertüre  in  Dd.  für 
kl.  Orch.     Stb. 

In  Bologna   ein  Credo  in  Cd.  ä  4  voci 

breve  con  istrom.     Ms.  P.     14  Bll.     Der 

Katalog  2,    138  druckt  fälschlich  Scivoli. 

Florinio    verz.    im    4.   Bde.    6   Opern, 

siehe  Reg. 

Im  Cons.  Paris  1  vol.  mit  Scenen  und 
Arien. 

Sciictre,  Pierre,  Sänger  in 
Valladolid  an  der  Kapelle  Philipp 
des  Schönen  1506  (Straeten  VII, 
165). 

Sclobas,  siehe  Schlobas. 

Seobedo,  Bart.,  s.  Escobedo. 

Scola, . . .  trat  1776  als  Viola- 
spieler in  London  auf  und  1784 
als  Violoncellist  (Pohl  2,  371). 

Scolari,  Oiiiseppe,  geb.  gegen 
1720  zu  Vicenza,  gest.  1770  (sie?), 
zeichnete  sich  als  Opernkomponist 


Scolari. 


118 


Scot. 


aus  (Gasparella  34.  Florimo  1,  138). 
Bekannt  sind  von  ihm 

Cajo  Mario,  Milano  1765.  Ms.  P. 
[Neapel  Turcli. 

La  Cassina,  opera  in  3  atti.  1756. 
Ms.  P.     [C.  P.    Hofb.^len  17852. 

La  Famigiia  in  scompiglia,  Dramma 
giocoso.  Ms.  799  P.  3  voll.  [Dresd. 
Mus. 

La  conversazione,  opera  giocosa  in  3 
atti.     Ms.  18042.     P.     [Hofb.  Wien. 

Giullia  Manmiea,  op.  in  3  atti.  Ms.  P. 
[C.P. 

II  Tamerlano,  Milano  1764.  Ms.  P. 
[Neapel  Turch. 

Chi  tutto  abbraccia  uulla  striuge,  Dram. 
gioc.  per  musica.  Ms.  798  P.  (Dresden 
1766),  3  voll,     qufol.     [Dresd.  Mus. 

Viaggiatore  ridiculo,  opera.  Ms.  P. 
[C.P. 

Canzonetta  nuova  e  geniale  (Sopr.  col 
B.).  Ms.  756.  P.  1785  aufol.  [Dresd. 
Mus. 

2  Arie  ä  Sopr.  c.  ström.  Ms.  375  P. 
[Dresd.  Mus.,  obige  Opern  auch  in  Stb. 

Aria:  Si  mora  Faudace  per  Ten.  c.  orch. 
Ms.  P.     [Schwerin  F. 

Aria  ,,Se  al  labbro  mio  non  credi"  per 
Contralto  1758.    Ms.     jPadua  Aut. 

Aria:  Giil  la  moi-te,  Ms.  B  660,  1. 
[Dresd. 

Petis  zeigt  16  Opern  an. 

Ouvertüre  (in  D)  f.  2  V.  Ya.  B.  2  Ob. 
2  Hörn.     Ms.    Stb.     [Brüssel  Cons. 

Im  Breitkopf'scheu  Verz.   befand    sich 

1  Sinfonie  und   1  Konzeii  f.  Violine  mit 
Orch. 

In  Berlin  K.  H.  1  Sinfonia,  Ms.  Stb. 

Scolly,  Vestira  y,  ein  spani- 
scher Lautenist  des  16  Jhs.,  der 

im  Ms.  Z  32  der  B.  B.  in  einem 
Lautenbuche  mit  2  Lautenpiecen  S.  12  u. 
14  vertreten  ist. 

Scomparin, . . . 

Die  Bibl.  Dresd.  Mus.  besitzt  im  Ms. 
A  470,  P.  25  Bll.  Eesponsorj  a  4  voci 
con  Concerti  ed  Assoluzioni  per  Pontefici 
Vescovi  Cardinali .  .  ao.  1670.  (Sub  venite 
sancti,  5  Sätze). 

-  Ms.  A  471.  P.  13  Bll:  Messa  di 
Refpüem  a  3  voci. 

In  der  Kgl.  Bibl.  zu  Berlin  sind  be- 
findlich Ms.  20580  obige  Missa  3  voci  ä 

2  T.  1  B..  noch  einmal   in  Ms.  T  92  und 
ein  Te  Deum  3  voc.  (2  T.  1  B.),  alle  in  P. 

Seoiicertato,  Lo.  Der  Kat.  3, 
24  von  Bologna  führt  den  Namen 


als  Autor  in  einem  Ms.  des  17.  Jhs. 
an,  betitelt: 

Eaccolta  di  arie  a  voce  sola,  e  madri- 
gali  a  piü  voci.  Obiger  Name  steht 
über  einem  2stim.  Gesänge, 

Seorpione,  Fra  Domenico,  di 

Rossano,  sein  Geburtsort  (Calabrien). 
Nach  den  Titeln  seiner  Werke  war 
er  um  1672  Kapellmeister  im 
Minoriterkloster  S.  Francesco  zu 
Bologna,  1675  an  der  Basilika  der 
12  Apostel  in  Rom  und  1701 
wieder  in  seinem  Kloster  zu  Bo- 
logna, 1702  fügt  er  aufserdem 
noch  hinzu  „e  del  Canto  nel  Sagro 
Seminario  di  Benevento."  Yon 
seinen  Werken  sind  nachweisbar: 

Eiflessioni  armoniche  divise  in  due 
Hbri,  Nel  primo  de'quali  si  tratta  dello 
stato  della  musica  in  tutte  l'etä  del  mondo, 
e  di  materie  spettanti  al  musico  speco- 
lativo . . .  (Titel  im  Kat.  Bologna  2,  256 
nebst  Vorwort  u.  Auszüge).  Napoli  1701 
De  Bonis.  fol.  8  Bll.  219  S.  [B.  B. 
Bologna.  Musikf r.  Wien.  Neapel  Tui'ch. 
Brässel.     br.  Mus. 

Istruzioni  corali  non  meno  utili  che 
necessarie  ä  chiunque  desidera  essere 
vero  Professore  del  Canto  Piano  . . .  Op.  7. 
Benevento  1702  stamp.  Arcivescovo.  4°. 
162  S.  [B.  B.  Bologna,  siehe  S.  257. 
Neapel  Turch.    Brässel.     Mailand  Cons. 

Sacra  Modulamina  binis,  ternisque 
vocib.  concinenda,  una  c.  Litanijs  B.  M. 
V  . . .  Op.  1.  Bononiae  1672  Jac.  Mouti. 
4".  12  Mot.  1  Lit.  [Bologna.  Angabe 
der  Stb.  fehlt  im  Kat.  2,  496. 

Compieta  da  Capeila  con  le  quattro 
Antifone,  e  Litanie  .  .  ä  5  voci,  col  Bc. . . 
Op.  2.  Bologna  1672  Monti.  6  Stb.  40. 
[Bologna.     Paris  Nat. 

Mottetti  a  2,  3,  e  4  con  una  Messa 
concertata  a  5  voci . . .  Op.  3.  Roma  1675 
G.  A.  Mutij.  6  Stb.  mit  Bc.  4».  8  Nrn. 
[Bologna.      Capella   Julia  in  Eom   6  Stb. 

Scorziito,     Griorauni    Maria, 

städtischer  Kapellmeister  u.  Orga- 
nist zu  Asolo  Trevigiana,  wie  er 
im  Samlwk.  1625  a  u.  der  2.  Ausg. 
von  1636,  siehe  Simonetti,  bez. 
wird.  Dort  2  Gesänge  f.  1  Stim. 
u.  Bc.  (Eitner  1,  1625  a). 

Scot,  Joliiisoii,  gab  heraus: 

Musical  Museimi   4  voll,    enthält   400 


Scotch  sons;s. 


119 


Scotto,  Ottavio. 


Gesge.  mit  Bass.  Edinburgh  1787—92. 
80.     [Kat.  Eeeves  1882. 

Scotch  songs 

(A  collection  of  original),  vrith  a  Tho- 
rough  bass  to  each  song  for  the  barpsicli. 
Loud.,  Walsh.     fol.-    [K.  C.  ofMus. 

Scots  songs,  A  Collection  of,  adapted 
for  a  voice  &  harps.  Edinburgh  (1782) 
Neil  Stewart,     fol.     [br.  Mus. 

Thirty  Scots  songs,  adapted  (wie  vor- 
her).    The  words   by  A.  Ramsey.     Book 

1.  2.     Ib.     fol.     [br.  Mus. 

Scotlaiid. 

Select  Melodies  of  Scotland  united  to 
the  songs  of  Rob.  Burns,  Allan  Ramsay 
etc.  with  symphonies  and  an  accomp.  for 
the  Pfte.  by  Haydn,  Pleyel,  Kotzeluch  etc. 
London,  Jones.     [Lübeck  u.  a.  Bibl. 

—  T.  Preston  gab  1803  zwei  Bde.  mit 
100  Schott.  Liedern  heraus. 

—  R.  Martin  in  Edinburgh  gab  1810 
2  Bde.  Schott.,  engl.  u.  irische  Melodien 
heraus.  Beide  Samlg.  besafs  Sir  John 
Stainer  in  London. 

Bei  Beethoven,  Haydn,  Pleyel  u.  a. 
sind  auch  Ausg.  verz. 

Scotland,  Jolui. 

Im  Catch -Club  3  (Sibbald  in  Edinb.) 
befindet  sich  im  3.  Bd.  ein  Gesang.  In 
John  Bland's  Samlwk.  4  ebenfalls  mit 
J.  Scotland  gez. 

Scoto,  Jolianiies,  ein  Gallier 
und  Theoretiker  des  9.  Jhs.,  wurde 
von  König  Alfred  nach  Oxford  be- 
rufen  (Gerbert  4,  282.     Fabricius 

2,  419). 

Scott,  Joliii,  geb.  um  1776  in 
England^  gest.  1815  in  Jaraaica. 
Chorknabe  an  der  St.  George -Ka- 
pelle in  Windsor  und  am  Eton- 
College,  studierte  dann  unter  "Will. 
Sexton  und  wurde  Vertreter  Dr. 
Arnold's  an  der  Westminsterabtei, 
später  Chordirektor  und  Cembalist 
an  Sadler's  Wells.  Ging  nach 
Jamaica,  errichtete  dort  das  erste 
Orgelwerk  und  wurde  auch  Orga- 
nist an  der  Kirche. 

Man  kennt  von  ihm  das  Anthem: 
„Praise  the  Lord,  o  Jerusalem"  (Grove). 

Scott  (Scotus),  Paulus  mit  dem 
Zusätze  Ccaifus  et  Verha,  d.  h.  er 
ist  der  Dichter  und  Komponist  der 
Gesänge.   Petrucci  verzeichnet  üin 


in  seinen  Samlwken.   nur    mit  P. 

S.  Cant  et  Yerba,  oder  Paul  Scot. 

Cant.  etc. 

5  weltliche  4stim.  Gesänge  im  Petrucci 
(Eitner  1).  Im  5.  Bd.  Ambros'  Gesch.  d. 
Mus.  p.  535:  Fallace  speranza  4  v.  in  P. 

Scotto.  Eine  Drucker-  und 
Musikverleger-Familie  in  Venedig, 
von  denen  der  Jüngste  Girolaino 
auch  als  Komponist  sich  auszeich- 
nete. Die  älteren  Brüder  waren 
Brandino  u.  Oitavio.  Von  Otta- 
tIo  berichtet  Ant.  Schmid  im  Pe- 
trucci 122,  dass  er  aus  Monza  in 
der  Lombardei  geb.  war  und  sich 
in  Venedig  niederliefs.  Er  druckte 
und  verlegte  zahlreiche  wissen- 
schaftliche Werke,  während  die 
Musikdrucke  erst  in  die  30  er  Jahre 
des  16.  Jhs.  fallen.  Siehe  Verde- 
lotto,  Adrian  Willaert,  Giov.  de 
Lage.  Dennoch  ist  er  einer  der 
ersten,  der  Choralnoten  mit  Metall- 
typen druckte  und  zwar  in  kleinem 
zierlichen  Format.  Der  erste  dieser 
Drucke  erschien  am  29.  Dez.  1481 
zu  Venedig.  Siehe  M.  f.  M.  28, 
167.  Umdruck  einer  Seite  in  C. 
G.  Röder's  Jubelschrift  1896.  1587 
war  er  mit  Andrea  Antiyo  da  Mon- 
tona  vereint,  der  sich  als  Noten- 
drucker bez.  und  Ottavio  als  Ver- 
leger. Sie  gaben  das  Samlwk. 
heraus : 

Belli  Madrigali  a  3  voci,  Am  Ende  die 
Firma.  Nur  der  Bassus  in  Bologna  be- 
kannt (siehe  Vogel  2,  380:  15373). 

In  demselben  Jahre  verlegte  er  mit 
Autigo  das  2te  und  3te  Buch  Madrigali 
von  Yerdelotto,  worin  sich  auch  andere 
Ivomponisten  befinden.  Exemplar  kompl. 
in  4  Stb.  in  B.  M.  (siehe  Eitner  1,  38. 
39:  1537  a.  b.). 

1539  lautet  die  Firma:  Brandino  et 
Ottavio  Scotto  ad  instautium  Andreas 
Autiqui  (Willaert). 

1540  bei  Giov.  del  Lago  heilst  sie:  Ex 
praelo  Brandini  &  Octa\dani  Scoti  fratrum 
habentur  excussae  Yenetiis. 

Nur  mutmafslich  kann  ihui  das  Samlwk. 
1535  zugeschrieben  werden  (Vogel  2,  379). 


Scotto,  Girolamo. 


120 


Scotto,  Girolamo. 


Ottavio's  Bruder  Oirolamo  (nicht 
sein  Sohn,  wie  man  bisher  an- 
nahm, siehe  M.  f.  M.  19,  139,  Werk 
von  Archadelt  1539  c)  war  einer 
der  fleifsigsteu  Musikdrucker  des 
16.  Jhs.  Die  Zeit  seiner  Thätig- 
keit  umfasst  die  Jahre  1539  bis 
1573.  Im  Sept.  des  letzteren 
Jahres  zeichnen  die  Erben  und 
lassen  sich  dieselben  bis  c.  1607 
verfolgen.  Wie  bereits  gesagt, 
hatte  Girolamo  Musik  studiert  und 
trat  als  Komponist  und  Heraus- 
geber zahlreicher  Samlwke.  auf, 
die  er  mit  Geschmack  und  Um- 
sicht zusammenstellte.  Sein  Nach- 
folger unterz.  die  Dedic.  mehrfach 
mit  Melchior  Scotto,  doch  stellte 
er  die  Samlwke.  nicht  mehr  selbst 
zusammen,  sondern  beauftragte  da- 
mit Musiker.  Von  Girolamo's  eige- 
nen Kompositionen  sind   bekannt: 

Madrigali  a  4  voci  di  . .  .  con  alcime 
a  la  uiisura  breve,  et  altri  a  voce  pari. 
Ven.  1542  apud  ipsum  Authoreüi.  4  Stb. 
qu40.  37  Nrn.,  davon  4  von  WiJlaert. 
[B.  Jena.  Hofb.  Wien.  Brüssel.  Bo- 
logna: C. 

...  I  Madrigali  a  3  voci  con  alcuni 
alla  misura  breve  . . .  Ven.  1541.  3  Stb. 
qu4'^.     57  Gesge.     [Jena.     Celle. 

I  Madrigali  a  3  voci  . . .  Ven.  1549. 
3  Stb.     qu40.     [br.  Mus. 

n  2.  lib.  delle  Muse,  a  3  voci  ... 
ristampati.  Ven.  1562.  3  Stb.  qu40. 
23  Madr.,  1  von  La  Martoretta.  [Celle. 
B.  B:  B. 

Madrigali  a  3  voci  di . . .  Vinegia  1570. 
3  Stb.    40.    21  Nra.     [AVolfenb. 

Corona,  il  2.  lib.  delle  Canzoni  alla 
Napolitana  ä  3  voci  . . .  Vineg.  1571. 
3  Stb.  8".  21  Nru.  [B.  M.  Hofb. Wien. 
B.  Zw:  T.     Bologna:  B.     Florenz  B.  L:  C. 

Corona,  il  3.  lib.  delle  Canz.  alla  Nap. 
a  3  voci.  Vineg.  1571.  3  Stb.  8".  23 
Nrn.,  2  von  Oiov.  Bassano.  [B.  M.  Hofb. 
Wien.  B.  Zw:C.  T.  Bologna:  B.  Flo- 
renz: C.  Vened.  Marco:  B.  Saaz,  Kapu- 
ziner-Konvent: C.  B. 

...  II  1.  lib.  de  i  Madrigali  a  2  voci 
.  .  .  Venet.  1541.  2  Stb.  qu40.  40  Madr. 
und  4  Motetten.     [Jena.     Celle,  T.  defekt. 

—   Et  da  lui  proprio  con  nuoua  giunta 


amplati  .  .     Ven.    1551.     2  Stb.     4».     37 
Madr.  und  einige  Mot.     [Bologna. 

—  ristamp.  Ven.  1558  wie  1551.  [Bo- 
logna. 

—  Ven.  1562,  nur  31  Madr.  von  S.  1 
bis  31  der  Ausg.  von  1551.     [Celle. 

—  rist.  Vineg.  1572,  nur  die  Madr. 
1 — 23  aus  1551.     [Bologna. 

...  II  2.  lib.  delli  Madrigali  a  2  voci . . . 
Vinegia  1559.  2  Stb.  qu40.  33  Nrn.  [Celle. 

II  3.  lib.  dein  Madrigali  a  2  voci  .  . . 
ristamp.  Vinegia  1562.  2  Stb.  qu4<'. 
9  Madr. ,  6  Mot. ,  6  Instrumentalstücke. 
[Celle. 

Sämtliche  Drucke  von  Scotto  selb.st 
verlegt. 

In  Gombert's  Musica  4  voc.  lib.  1. 
1541  zwei  Motetten.  —  In  der  Bicinia 
1545  e  n.  4  Motetten,  2  voc. 

An  Smnmehverken  gab  er  heraus  (siehe 
Eitner  1;  1.  Abteilung;  bei  den  italieni- 
schen weltlichen  Gesängen  tritt  noch 
Vogels  Bibliothek  hinzu): 

Fraglich  ist  1538  k:  De  i  Madr.  di  Ver- 
delotto  et  de  altri  eccelL  autori  a  5  voci, 
ohne  Ort  und  Verleger,  entweder  von 
Ottavio  oder  Girolamo  Scotto  verlegt.  [B.  M. 

1539  p.  Del  3.  lib.  de  i  Madrigah  di 
Archadelt,  et  di  altri  eccell.  authori  .  . 
4  voc.  Ven.  1539.  4  Stb.  qu40.  48 
Nrn.  von  Archadelt  u.  Festa.     [B.  M. 

1540.  Quiuque  Missae  Moralis  ac 
Jacheti  . . .  Venet.  1540.  5  Stb.  qu40. 
2  von  Morales  u.  Jachet,  1  von  Berchem. 
[Jena.    B.  M.    München  ünivers:  C.  A.  6  a. 

1540  a.  Excellentissimi  musici  Mora- 
lis, Gomberti,  ac  Jacheti  c.  4  vocib.  Lib.  1. 
Ven.  1540.  4  Stb.  qu4<*,  enthält  5  Messen. 
[Jena.     br.  Mus:  C.  A.  B. 

15401.  Di  Verdelotto  tutti  li  Madrigali 
del  I.  et  IL  lib.  a  4  voci  . . .  1540.  In- 
halt in  Eitner  1,  65.      [B.  M.      Wolfenb. 

1540  k.  Le  dotte  et  ecceUente  compo- 
sitioni  de  i  Madrigali  a  5  voci  da  diuersi 
musici  .  .  .  1540.  5  Stb.  qu40.  Inhalt 
Eitner  1  u.  Vogel  unter  Verdelotto  6  a. 
[B.  B.     B.  M.     Wolfenb.    Bologna.     C.P. 

15401.  Madrigali  a  4  voci  di  Messer 
Claudio  Veggio  . . .  Ven.  1540.  4  Stb. 
qu4".  Inhalt  Eitner  1.  Vogel  unter  Veggio 
2,287.  [B.M.  Hofb.  Wien.  B.B:B. 
Bologna:  C. 

1541.  Gomberti  .  . .  Musica  4  vocum 
(vulgo  Motecta  uuncupatur)  additis  etiam 
nonnuUis  excell.  Morales  . . .  Lib.  1.  Ven. 
1541.  4  Stb.  qu40.  24  Mot.  Siehe  M. 
f.  M.  1878  S.  65.  [Dr.  Mettenheim  in 
Schwerin  i/M.     Celle.     Jena.     B.  M. 

1541a.  Nie.  Gomberti  ...  Pentaph- 
thongos  harmonia,  que  5  vocum  Motetta 


Scotto,  Girolamo. 


121 


Scotto,  Girolamo. 


...  Lib.  1.  Yen.  1541.  5  Stb.  qu40. 
26  Mot.  von  Verschiedenen.  [Berlin  gr. 
Kloster.  Jena.  Proske.  Hofb.  Wien. 
München  Universit.     br.  Mus :  2  Stb. 

—  Ausg.  1550.     [B.  B. 

1542.  Missarum  sex  Gombert  et  Jacheti. 
Yen.  1542.  5  Stb.  qu40.  [B.  M.  Jena. 
Verona  S.  f :  C.  A.  T. 

1542  a.     Missae  cum  4  vocib.  paribus. 
decantandae.   Moralis  .  .   ac   aliomm  .  . 
Ven.  1542.     4  Stb.    quA^.    6  Messen  von 
Versch.     [Jena. 

(1542  b.)  Missae  cum  4  vocibus.  Ven. 
s.  a.  4  Stb.  qu40.  Nach  dem  mir  vor- 
liegenden Register  ist  es  ein  anderes 
Sainhvk.  als  das  vorhergehende  und  enth. 
von  Morales  1,  Jachet  3  und  Gombert 
1  Messe.     Verona  S.  f :  A.  T.  B. 

1542  c.  Magnificat  Moralis  Hispani 
alioramque  authoiaim.  Lib.  1.  Ven.  1542. 
Derselbe  Inhalt  wie  1544  b  bis  fol.  23 
(Eitner  1).  4  Stb.  qu4".  [Jena.  Verona 
S.  f :  A.  T.  B. 

1543.  Quinque  Missarum  harmonia 
diapente  id  est  5  voces  referens  .  . .  Ven. 
1543.     5  Stb.     qu40.     [B.  B.     Proske. 

—  Antiquar  Rosenthal  besafs  den  Altus 
einer  Ausg.  von  1563. 

1543  d.  Musica  5  vocum:  Motteta  ma- 
terna  lingua  vocata,  ab  optimis  &  varijs 
authoribus  .  . .     paribus     vocib. . .       Ven. 

1543.  5  Stb.  qu4"^,  ohne  Autoruamen. 
[B.  Kgsbg.  fehlt  5  a.  Jena.  Verona  S.  f. 
ohne  Altus,  der  Kat.  schreibt  es  Gom- 
bert zu. 

1544.  Liber  1.  Missarum  quinque,  cum 
4  vocibus,  ex  diversis  authoiibus  . .  .    Ven. 

1544.  4  Stb.  qu4'\  [B.  B.  Musikfr. 
Wien.  Bologna.  B.  reale  zu  Neapel, 
br.  Mus:  T. 

154<Sc.  Madrigal!  de  la  fama  a  4  voci 
. . .     Ven.    1548.     4  Stb.     qu4".      [B.  M. 

Gardano  und  Scotto  wetteiferten  in 
gegenseitigem  Nachdruck. 

1548  d.  Madrigal!  a  5  e  3  voci,  Can- 
zoni  francese,  Motetti  etc.  Accommodati 
per  sonare  di  Liuto.  Vinegia  1548.  Enth. 
einige  Pieceu  von  Nie.  Vincentino.  [Hofb. 
"Wien  (mir  nicht  genauer  bekannt). 

1549  e.  Excellentis.  autorum  diverse 
modulationes  qua  sub  titulo  fructus  .  . . 
Lib.  1.  c.  5  vocib.  Ven.  1549.  5  Stb. 
qu4'',  gab  Gardano  schon  1538  d  heraus. 
[B.  Kgsbg.  ohne  C. 

1549  f.  II  1.  lib.  de  Motetti  a  6  voci, 
da  diversi  eocell.  musici  .  .  .  Ven.  1549. 
6  Stb.    qu40.    [B.  Upsala.     B.  B.  fehlt  6  a. 

1549  g.  Musica  4  vocum,  que  materna 
lingua  Moteta  vocantur  . . .  Ven.  1549. 
4  Stb.     qu4".     [B.  M:  T.  fehlt.    Bologna. 


1549.  Primo  libro  de'Motetti  a  5  voci 
da  diversi  eccell.  musici  composti  &  non 
piu  stampati  ...  1549.  4".  [Bologna:  B. 
Enth.  Andrea  de  Silva,  Carchillion,  Clau- 
din.  Bald.  Donato,  Jacquet  3,  Jehan  du 
Billon,  Josquin  Baston,  Morales,  Pierrisson, 
Cipr.  Rore  4,  Francesco  (della)  Viola,  Zer- 
linus  2. 

1549.  Lib.  3.  de  D.  Autori  eccell.  Li 
Madrigal!  a  4  voce  a  notte  negre  .  .  . 
Vineggia  1549.  4  Stb.  qu40.  33  Madr. 
siehe  Vogel  2,  390.  [Vened.  Marco:  C 
T.  B.     Verona  S.  f:  C.  A.  B. 

1550.  II  1.  lib.  de  Madrigal!  a  4  voci 
de  diuersi  autori  a  notte  negre,  con  la 
sua  giunta  .  .  ristamp.  Ven.  1550.  4  Stb. 
qu4°.  Nachdruck  von  Gardauo's  1548  mit 
kleinen  Varianten  in  den  Autoren.  Siehe 
Vogel  2,  391.     [Musikfr.  Wien. 

—  Ausg.  1552^  siehe  Vogel  2,  392. 
[Bologna:  C.  T.  B. 

1554n.  Motetti  del  Laberinto,  a  4  voci. 
Lib.  2.  Sacrarum  cantionum  siue  Motet- 
toi-um  Thomae  Ciidiuillon  .  . .  Ven.  1554. 
4  Stb.  qu40.  [Hofb.  Wien.  Musikfr. 
Wien. 

1554  0  wie  vorher,  Lib.  3.  Ven.  1554. 
4  Stb.     qu4ü.     [ib. 

1554p  wie  vorher,  Lib.  4.  Ven.  1554. 
4  Stb.     qu4o.     [ib.   und  Proske,   fehlt  A. 

1556.  Villancicos  de  diuersos  Autores, 
a  dos,  y  a  tres,  y  a  quatro,  y  a  cinco 
Bozes,  agora  nuevameute  corregidos.  A 
y  mas  ocho  tonos  de  Canto  Uano  . . . 
Ven.  1656  Scotto.  Disc,  64  BU.  in  4^ 
zu  2—5  Stirn.  Teste  oft  vollständig  in 
spanischer  Sprache.  Autoreu  nur  Bl.  45  v. 
N.  Gombei-t  genannt:  „Dezilde  al  Caual- 
lero  que  non  se  quexe",  5  voc.  Cant.  2 
steht  rechts.     [Upsala:  C.  Org. 

1559.  Madrigal!  a  3  voci  di  diversi 
eccell.  auttori  ...  Lib.  1.  Vinegia  1559. 
Siehe  Vogel  2,  397  unten.     [Bologna:  B. 

1560.  De  divers!  auttori  il  1.  lib.  de 
Madrigal!  a  4  voci:  a  notte  negre  .  .  . 
Vinegia  1560.  4  Stb.  qu40.  Nachdruck. 
Siehe  Vogel  2,  398.     [Oxford  Ch.  Ch. 

1560  e.  II  1.  lib.  de  Villotte  alla  Pa- 
doana.  Con  alcune  Napolitane  a  4  voci, 
intitolate  Villotte  del  fiore  . .  ristamp. 
A^euegia  1560.  4  Stb.  qu40.  Siehe  Az- 
zaiolo  1557,  sowie  das  2.  Buch  von  1564. 
[B.  M. 

1561\  11  1.  lib.  de  le  Muse  a  5  voci, 
composto  da  diuersi  eccell.  musici  . . . 
ristamp.  .  .  Veneg.  1561.  5  Stb.  qu4'', 
siehe  Vogel  2,  399.  [Oxford  Ch.  Ch. 
fehlt  5  a. 

156P.  H  2.  lib.  de  le  Muse  a  5  voci 
...     Veneg.    1561.     5  Stb.     qu40,   siehe 


Scotto,  Girolamo. 


122 


Scotto,  Girolamo. 


Vogel  ib.   [Oxford  Ch.  Ch.  fehlt  5  a.     Flo- 
renz B.  Rice:  C.  öa. 

1562.  II  3.  lib.  delle  Muse  a  3  voci. 
Di  Canzon  francese  di  Adrian  Willaert. 
Novamente  con  alcune  d'altii  autore  in- 
sienie  ristampati.  Yen.  1562.  3  Stb. 
qu4".  Enthält:  Claudin,  Josijuin,  Jo.  Mou- 
ton,  N.  Renez  u.  Willaert  19.     [CeUe. 

1562.  I  dolci  et  hai'moniosi  concenti 
fatti  da  diversi  eccell.  musici  sopra  varii 
soggetti,  a  5  voci,  Lib.  1.  Yineg.  1562. 
5  Stb.     qu40.     [B.  A.     ß.  M. 

1562  a.  I  dolci  et  harmoniosi .  . .  Lib.  2. 
Yineg.  1562.    5  Stb.    ciu4».    [B.  A.    B.  M. 

1562  b.  n  1.  lib.  delle  Muse  a  3  voci. 
Madrigali  de  div.  autori  . . .  Yineg.  1562. 
3  Stb.  kl.  hoch  S«.  [Celle.  B.  B:  B. 
Florenz:  C. 

1562  (siehe  1539 f,  Nachdruck):  Motetti 
del  frutto  a  4  voci  lib.  1  ...  Yinegia 
1562.  4  Stb.  fiu4'>.  21  Mot.  ohne  die 
pai-s  2.     [B.  M. 

1563.  Musica  spirituale  lib.  1.  di  Can- 
zon et  Madrigali  a  5  voci  . .  raccolta  dal 
Eeverendo  messer  Giovanni  dal  beue  nobil 
veronese  .  .  .  Yineg.  1563.  5  Stb.  qu40, 
siehe  Yogel  2,  403.  [Bologna:  B.  Ye- 
rona  S.  f:  C.  A.  T. 

1564  Nachtrag-,  2.  lib.  siehe  1560  e  von 
Azzaiolo. 

1565.  Li  4  libri  delle  Yillotte  alla 
Napolitana  a  3  voci.  De  diuersi  eccell. 
auttori,  con  2  Moresche  .  .  ristamp.  .  . 
Yineg.  1565.  3  Stb.  8»  ohne  Autoren, 
siehe  Yogel  2,  406.  [ Hof b.  Wien.  Bo- 
logna: T.     Florenz  B.  L:  C. 

1566 e.  Musica  lib.  1  a3  voci  di  Adrian 
Wigliar,  Cipriano  di  Rore  ...  Et  altri 
Madrigali  a  3  voci  de  div.  auttori  . .  Yen. 
1566.  3  Stb.  40.  Ein  teilweiser  Nach- 
druck von  1561a  Gardano's.  [B.  M.  "NYol- 
fenb. 

1566*.  ^.  2  Bücher  Canzon  napolitane 
a  3  voci  von  Nicolo  Roiccerandet  Borgog- 
none  gesammelt.  Yogel  2,  407/8.  [Bo- 
logna. Hofb.  AYien.  Yenedig  Mai'co:  B. 
br.Mus:  B.     B.Zw:  C.  T. 

ISöö'^.  Yillotte  alla  Napoletana  a  3  voci, 
. .  Yineg.  1566.  3  Stb.  8«.  Nachdrack. 
Vogel  2,  409.  [Bologna.  br.  Mus:  B. 
Florenz  B.  L:  C. 

1567.  H  1.  lib.  de  Madrigali  de  div. 
autori  a  notte  negre  a  4  voci .  .  ristamp. 
Yineg.  1567.  4  Stb.  4«.  Nachdruck 
von  1542  Gardane.  Siehe  Yogel  2,  410. 
[Wolfeub. 

1567.  II  2.  lib.  de  Madrigali  (wie  vor- 
her).    Yogel  ib.     4  Stb.     4".     [Wolfenb. 

1569.  Musica  de'virtuosi,  siehe  Trojano, 
Massimo. 


1570b.  H  2.  lib.  deUe  flamme  Madri- 
gali a  5  et  6  voci  de  diversi  eccell.  musici 
.  .  .  rist.  Yineg.  1570.  5  Stb.  4«.  Bona- 
gionta  gab  das  Samlwk.  1567  heraus,  siehe 
diesen.     [B.  A.     B.  B.     B.  M.     B.  K. 

1570.  Prima  SteDa  de  Madrigali  a 
5  voci.  Di  Orlando  Lasso,  di  G.  Nascho 
. . .  Yineg.  1570.  5  Stb.  4''  siehe  Yogel 
2,  416.  [br.Mus:  A.  Leo  Liepm.  1893 
den  Bassus. 

1570c.  II  1.  hb.  de  Canzone  Napolit. 
a  3  voci.  Di  Jo.  Leon.  Primavera  con 
alcune  Napolit.  di  Jo.  Leon,  di  L'arpa . . . 
Yineg.  1570.    3  Stb.    8«.    30  Canz.    [B.  M. 

Yogel  verz.  unter  Primavera  Ausgaben 
von  1565.  1566  u.  1570,  siehe  Primavera. 

1570^.  Corona  delle  Napolit.  a  3  et  a 
4  voci.  Di  diversi  eccell.  musici.  Yineg. 
1570.  3  Stb.  8».  [Hofb.  Wien.  Yenedig 
Marco:  B.  br.Mus:  C  (Yogel  2,  417 
u.  597.) 

—  Ausg.  1572  ib.  3  Stb.  8».  [B.  M. 
B.Zw:  CT.  Hofb.  Wien.  Bologna. 
Yened.  Marco:  B.  Saaz  Kapuzinercon- 
vent:  C.  B. 

1570^.  II  1.  Hb.  delle  Justiniane  a  3 
voci  di  div.  eccell.  musici  . . .  Yineg. 
1570.  3  Stb.  80.  Yogel  2,  418.  [Bo- 
logna: B.     Florenz  B.  L:  C.  (?). 

—  Ausg.  1572.  Fehlt  1  Gesg.,  dafür 
1  von  B.  Donato.  Siehe  Yogel  S.  597. 
[Saaz  Kapuzinerconvent:  C.  B. 

—  Ausg.  1578^  Yen.  l'herede  di  G. 
Scotto.  Dedic.  gez.  von  Melchior  Scotto. 
[Bologna:  C.  T.     Yenedig  Marco:  B. 

—  Ausg.  1586^.  Yen.  ib.  Dedic.  von 
Melchior  Scotto.  [George  Becker  besals 
einst  den  Cantiis. 

1570'.  II  1.  lib.  della  raccolta  di  Na- 
poHt.  a  3  voci  . . .  Yineg.  1570.  3  Stb. 
8".  Yogel  2,  418.  [Bologna.  Florenz 
B.  L:  C.     br.Mus:  C. 

Vom  Tode  Girolamo's  ab  sind  es  nur 
noch  einige  Samlwke.,  die  vom  Nachfolger 
Melchior  Scotto  herausgegeben  weiden, 
alle  übrigen  sind  von  beauftragten  Mu- 
sikern gesammelt  und  die  Dedic.  von 
ihnen  unterschrieben,  wie  Massaini,  Botte- 
gari,  Mosto  u.  a.,  siehe  Eitner  1  u.  Yogel 
Bd.  2. 

1582.  Dolci  affetti.  Madrigali  a  5  voci 
. . .  Yineg.  1582  l'herede  . .  Dedic.  in 
Rom  mit  l'Accademico  Anomato  unterz. 
5  Stb.  40.  [B.  A.  ß.  M.  Modena. 
Padua  B.  d.  S:  C  T.  B. 

—  Ausg.  von  1585  ib.  [B.  D.  fehlt  5a. 
br.  Mus:  5a.  Bologna.  Rom  Ceciiia. 
London  Westm  inster  Abtei. 

—  Ausg.  1590  ib.  [Briissel.  Bo- 
logna: A. 


Scotto,  Melchior. 


123 


Scutius. 


1585".  Spoglia  amoroso  Madrig.  a  5 
voci  di  diversi  . . .  Ven.  1585  l'lierede  . . 
5  Stb.  40.  Dedic.  von  Franc.  Landono 
unterz.  Vogel  2,  439.  [Rom  Cecilia. 
br.  Mus.  fehlt  C.  von  1584.  Vened.  Marco : 
5  a.     Padua  B.  d.  S:  C.  T.  B. 

—  Ausg.  1588  e  ib.  [B.  A.  Proske. 
B.  D.  fehlt  5  a.  London  Westminster. 
br.  Mus :  B.     Bologna.     Ferrara  B.  c. 

—  Ausg.  1590«  ib.    [Bologna:  T.  B.  5a. 

—  Ausg.  16021  ib.  [Neapel  B.  n:  A. 
br.  Mus:  T.  B.  5a. 

—  Ausg.  1607 1  ib.  [Florenz  B.  n.  Ne- 
apel Cons:  C.  T.  B. 

Gardano  druckte  dieselbe  mit  Varianten 
1592  in  3  Aufl.  bis  1600  nach,  siehe 
Vogel  2,  439. 

1586  b.  Armoniadi  scelti  authoria  6  voci 
sopra  altra  perfettissima  armonia  di  Bel- 
lezze  d'una  gentil  donna  Senese  . . .  Ven. 
1586  l'herede  ...  6  Stb.  qu40.  [B.  D. 
und  Proste  fehlt  die  5  a.  Florenz  B. 
L:  5a. 

1586  c.  II  Gaudio  piimo  libro  de  Madrig. 
de  diversi  eccell.  musici  a  3  voci  . . . 
ristamp.  Ven.  1586  l'herede  ...  3  Stb. 
40  ohne  Dedic.     [B.  B.     Bologna:  B. 

Der  späteste  Druck  ist  demnach  1607, 
siehe  1585,  9. 

Scotto,  Melchior,  der  N^ach- 
folger  von  Girolamo,  zeichnet  seit 
Ende  1573  mit  „l'herede  di  G. 
Scotto".  In  den  Saralwk.  Scotto's 
zeichnet  er  1578  und  1586  die 
Dedication.  Im  Jahre  1590  zeich- 
net die  Dedic.  zudi  Samlwk.  1590 
(Ausg.  von  1585:  Spoglia  amorosa) 
ein  Ottavio  Scotto. 
Scotiis,  Paulus,  siehe  Scott. 
Scouler,  Alexander,  gab  her- 
aus: 

6  Sonatas  for  the  harps.  mth  a  V. 
op.  2.  London,  c.  1788.  fol.  [br.  Mus. 
Scozzese,  Agostino,  aus  Leccio, 
wie  es  auf  dem  Titel  heifst.  Ob 
dies  Lecce  im  Neapolitanischen, 
oder  Lecco  in  der  Lombardei  sein 
soll,  bedarf  noch  der  Untersuchung. 
Ein  Amt  geben  die  Titel  nicht  an 
und  die  Dedic.  sind  einmal  in 
Leccio  das  andere  Mal  in  Bitonte 
unterz.  Bekannt  sind  die  Drucke: 
II  1.  Hb  di  Canzoni   alla  Napolitana  a 

3  a  4  &  5  voci . .    Ven.   1579  Gardano. 

4  Stb.    qu80.    28  Gesge.     [B.  M. 


II  1.  lib.  de  Madrigali  a  5  voci,  di 
Don. . .  Ven.  1584  Viucenzi  &  Amadino. 
5  Stb.    40.     29  Gesge.     [Upsala. 

Screvere  (Sclirever),  Fraiicois, 
Sänger  in  der  Kapelle  Karl  Y.  von 
1525—1531  gez.  (Straeten  7,  309). 

Scribano  (Scrivano),  Joannes, 
war  von  1507 — 1539  päpstlicher 
Sänger  in  Eom  und  starb  nach 
dem  Diarium  1558.  Am  7.  Okt. 
wurden  in  der  spanischen  National- 
kirche S.  Giacomo  zu  Rom  die 
Exsequien  gehalten.  1535  wird 
er  mit  Decanus  bez.  (Viertel]'.  3, 
248.  265). 

Die  Cap.  sistina  besitzt  im  Cod.  44  ein 
Magnificat  4  voc.  und  Cod.  46:  Paradisi 
porta  5  (6)  voc.  In  dem  10.  Buche  Frot- 
tole,  ein  Exemplar  ist  bis  heute  noch  un- 
bekannt, befindet  sich  nach  Bottrigaii's 
Angabe  1  Gesg.  (Canal  23). 

Im  Samlwk.  1510  unter  Jo.  Scriuano 
2  Canzonen  (Eitner  1  u.  Vogel). 

Scrieck,  Mag.  ßumoldus,   ein 

Tenorist,  am  1.  Jan.  1571  an  der 
Kirche  St.  Rombaud  in  Mecheln 
mit  64  liv.  10  s.  Gehalt  angestellt 
(Straeten  1,  3). 

Scuderus,  Martin,  Kleriker  aus 
Augsburg  (Caesar  augustanum),  ist 
1499  päpstl.  Sänger  (Yiertelj.  3, 
247.  Haberl  giebt  ihm  den  Namen 
Sehender). 

Scnfi.  Cornelio, 

ist  im  Ms.  L  200,  3.  Stück,  in  B.  B. 
mit  der  Antiphona  S.  Ceciliae  Virginis  et 
mart.  Auetore  . . . :  Domine  fiat  anima  6 
voc.  P.  mit  Org.  vertreten. 

Scultetns,  Jakob,  aus  Elbing, 
wie  er  sich  selbst  bez.,  studierte 
auf  der  Universität  zu  Wittenberg 
und  gab  heraus: 

Newe  vnd  lustige  weltliche  deutsche 
Liedlein  mit  4  vnd  5  stimmen,  so  gantz 
lieblich  . .  .  Wittembergk  1590  Welack. 
5  Stb.  qu4ü.  14  Lieder.  [Brieg.  E.  Bohu 
in  Breslau. 

Scnitetus,  s.  Schultz,  Johann. 

Scutiferus,  Petrus,  päpstlicher 
Sänger  vom  April  1425 — 1427 
(Viertel].  1,  454). 

Scutius,  s.  Scliuyt,  Cornel 


Scyndel. 


124 


Sebastian,  Johann. 


ScjTidel,  Arnoldus   yan,  war 

1850  Organist  an  der  Liebfrauen 
Brudersciiaft  zu  Herzogenbusch 
(Bouwst.  2,  211). 

Sdiineck  (Sduneccius,  Stuneck), 
Johann,  siehe  Scliicllouilla. 

Seagar,  Francis,  gab  1553 
neunzehn  Psalms  heraus,  dabei  2 
zu  4  Stimmen  (Grove  IV,  753). 
Exemplar  im  Emanuelkollege  in 
Cambridge. 

Seam,  siehe  Walther. 

Searle,  H...,  gab  heraus: 

A  set  of  psalm  and  hymn  tunes,  coni- 
posed  and  figured  for  the  organ,  pfte. . . 
by  . . .  London,  J.  Hart.  4".  James  Hart 
verlegte  im  18.  Jh.,  doch  die  Bez.  „pfte." 
gehört  erst  dem  Ende  des  18.  an. 

Sebastian,  Pater  a  S.  Yin- 
centio,  ist  bekannt  durch  den 
Druck: 

Melodeyen  des  "Weynächtlichen  Seelen- 
Jubel.  Im  Jabr  1657.  Gedr.  zu  Wien 
bei  Mattbäo  Cosraerovio,  K.  M.  Hofbuch- 
druckerei. In  Kopie  4".  58  Mel.  mit 
Orgel.  [Proske.  B.  M.  Hofb.  Wien  im 
Druck  und  in  Freising. 

Sebastiani,  Claudius,  aus  Metz, 
wo  er  auch  einen  Organistenposten 
bekleidete,  gab  heraus: 

Bellum  musicale,  inter  plani  et  uien- 
suraUs  cantus  reges,  de  principatu  in 
musicae  Pro\incia  obtinendo,  contendentes 
...  1  vol.  in  4".  5  S.  Dedic,  dann  Bog. 
A— E  1,  darauf  36  Kap.,  siehe  Forkel  8  p. 
470.  AufX3  die  Firma:  Argent.  in  offi- 
cina  Pauli  Machaeropei  Anno  1563  (1553 
ist  durch  einen  Druckfehler  bei  Forkel  8 
entstanden,  dessen  Exemplar  auf  der  B.  B. 
obige  Jahreszahl  1563  trägt).  —  Deutsch 
von  Schlecht  in  Hermes'dorffs  Caeciha 
1875 — 77.  Auch  im  Einzelabzug  Trier 
1876.  kl.  8".  [ß.  B.  B.  Br.  B.  G.  B. 
M.  Dresd.  Hannover.  B.  N.  br.  Mus. 
C.  P.  B.  Donai.  Stadtb.  Eouen.  Glasgow. 
Kopenhagen. 

Sebastiani,  Johann,  geb.  30. 
Sept.  1622  zu  Weimar,  sein  letztes 
bekanntes  Werk  trägt  das  Jahr 
1682,  doch  scheint  er  schon  1679 
pensioniert  oder  gestorben  zu  sein 
(siehe  unten).  Er  studierte  in 
Italien  Musik  und  kam  1650  nach 


Königsberg  i/Pr.,  wo  er  1663  als 
Nachfolger  Kaspar  Case's  den  Ka- 
pellmeisterposten erhielt.  Er  bez. 
sich  als  churf.  Brandenb.  Pr.  Ca- 
pelimeister,  Druck  von  1663  ab. 
Vordem  erscheint  sein  Name  ohne 
den  Titel.  Zahn  5,  429  sagt:  1661 
wurde  er  Kantor  im  Kneiphofe  u. 
1663  Kapellm.  1672  verheiratet 
er  sich.  Das  Aktenstück,  was 
Schneider  p.  47  mitteilt  und  eine 
Restzahlung  für  die  Wittwe  des 
verstorbenen  Kapellmeisters  am 
2.  Mai  1664  befiehlt,  kann  sich 
nur  auf  die  Wittwe  Case's  be- 
ziehen. 1672  erhält  Seb.  die 
restierende  Besoldung  ausgezahlt. 
1679  wird  Samuel  Sydoiv  Direktor 
der  Hofmusik  und  damit  ist  wohl 
der  Zeitpunkt  Seb. 's  Ablebens  be- 
stimmt. Döring  widmet  seinen 
Kompositionen  von  S.  119  ab  einen 
breiten  Raum,  weifs  aber  Bio- 
graphisches nur  dürftig  mitzuteilen. 
S.  schrieb  zahlreiche  Gelegenheits- 
gesänge, aus  denen  Zahn  2  Melodien 
mitteilt,  ferner  aus  der  Passion  von 
1672  und  10  aus  dem  Preufs.  Ge- 
sangbuche von  1675.  Aufser  Ge- 
legenheitsgesgn.  sind  bekannt: 

Das  Leyden  und  Sterben  unsers  Herrn 
und  Heylandes  J.  Chr.,  nach  dem  heiligen 
Mattbaeo.  In  eine  recitirende  Harmoni 
von  5  singenden  und  6  spielenden  Stim- 
men, nebst  dem  Bc.  gesetzt  (mit  Ein- 
fügung von  Kirchenliedern).  Kgsbg.  1672 
Reusner.  12  Stb.  4".  Winterfeld  2  pag. 
XVin  u.  Döring  1.  c.  [B.  Kgsbg.  Strais- 
burg  i/Els. 

Kurtze  Nachricht,  wie  die  Passion 
am  Char- Freytage  zu  Schlots,  wie  auch 
in  denen  dreien  Städten,  und  auff  Chur- 
fürstl.  Freyheiten,  in  einer  recitirenden 
Harmonie  abgehandelt,  Und  nebst  denen 
darin  befindlichen  Liedern  gesungen  wird 
. .  .  woraus  sie  selbsten  mit  lesen  und 
singen  kan.  Wobey  mit  angefüget  ein 
Dancksagungs  -  Liedchen  (Was  soll  ich 
liebster  Jesu  mein,  für  Disc.  u.  Bass). 
Königsberg  1686  Reusner's  Erben,  8°. 
2  Bog.  hds.  Handl's  Ecce  riuomodo  ein- 
gelegt.    [B.  Kgsbg. 


Sebastiaui,  Johann. 


125 


Secanilla. 


Erster  Theil  der  Parnafs- Blumen,  oder 
Geist-  und  ^'eltl.  Lieder,  welche  bey 
müssiger  Abend  Weile  abgebrochen  Ger- 
traudt  Mülleiin,  geb.  Eiffleiin,  und  in 
Melodeyen  übersetzet  von.  .  .  llanibg.  1672 
Job.  Naumann  u.  G.  AVolff.  fol.  2  Ell. 
u.  Bogen  A— T  2.     (jO  Lied. 

—  Ander  Theil...  Ib.  1675.  fol.  2  Bll. 
u.  A-U  2.  67  Lieder.  [B.  Kgsbg.  Up- 
sala.     Hofb.  "^"ien. 

Tanzen  ist  der  Liebe  Schul,  Braut-Tanz 
auff  das  erfreuliche  Myrten -Fest  Herrn 
M.  K.  V. . .  den  29.  Aug.  1678.  Königs- 
berg, gedr.  bei  den  Eeussnerschen  Erben. 
80.     [br.  Mus. 

In  Mss.  B.  B.  20600  Samlbd.  Nr.  1, 
Promite  laetifico,  8  voc.  c.  8  instr.  12  Bll. 
Nr.  2,  Nun  danket  alle  Gott,  Cantate  zu 
12  Stirn,  u.  kl.  Orch.     10  Bll.     P. 

In  B.  Egsbg.  1.  Hymnus  ä  9  voci  de 
extremo  judicis  ,,Dies  irae,  dies  illa". 
Scriptum  die  10  Nov.  1668.  2.  Motette 
dominica  14  p.  Trinit.  10  et  15  voc. 
„Und  es  begab  sich".  1671.  3.  Motetto 
dominica  Septuagesima  a  5,  10  o  15  voci 
„Dafs  Himmelreich  ist  gleich  einem  Haus- 
halter" 1680.  4.  Im  hds.  Samhvk.  72  von 
Joh.  Crone  geschrieben,  eine  Samlg.  Mo- 
tetten, defekt. 

Mss.  in  Upsala:  Omnes  sumus  debi- 
tores,  Concerto  a  5  voci  e  6  ström,  con 
la  capella  a  5  ed  Org.  4''.  —  Ad  sacram 
mensem  properate.  5  voc.  2  V.  con  rip. 
e  Bc.  4P.  —  Christliches  Sterblied,  5  voc. 
4  Viole  et  Bc.  4». 

40  Gelegenheitsgesänge  zu  Hochzeiten 
und  Begräbnissen  von  1653 — 1673  siehe 
Miüler's  Kat.  von  Kgsbg.  S.  336  dazu  ein 
Textregister.  Davon  befinden  sich  in 
Elbing  Nr.  2  im  Ms.  Nr.  11  im  Druck, 
sowie  Nr.  39  mit  der  Jahresz.  1666,  Kat. 
353.  Nr.  40  mit  der  Jahresz.  1602,  Kat. 
353.  Derselbe  Samlbd.  enthält  noch  6 
Gelegenheits-Eompositionen:  1.  Brauttanz 
1663,  5 Stirn,  von  Eöling  u.  Sebastiaui  2. 
Nachklang.  3.  Hochzeitlicher  Ehrentanz 
1666  mit  Nach  Tantz.  4.  Psalm  16.  5. 
Brauttanz  5stim.  1662.  6.  Nachklang  zu 
2  Stirn. 

In  Stadtb.  Breslau  noch :  Geringes  . . 
Schertz-Liedchen  über  die  .  .  Eh  Verbin- 
dung des  . .  Dan.  Sommerfelds . .  31.  Maji 
1668.  Königsbg.,  Reusner.  2  ßU.  fol. 
2  Täntze  für  C     3  Violen  u.  Violoue. 

Sebastiano  de  Kavetta  1499  u. 
1500  Sänger  am  St.  Peter  in  Kom 
(Viertel]'.  3,  240). 


Sebastiano. 


Agostino . 


ein 


italieni .scher  Musiker,  der  im  Kreis- 
archiv in  München  1668  erwähnt 
wird. 

Sebastiauo,  Fabriano,  Mönch 
des  Camaldulenser  Ordens  von  dem 

Fetis  verz. 

Librum  Missaram  quinis  et  seuis  voci- 
bus.     Ven.  1593. 

Sebastiaiius,  Tenorist,  1545  am 
St.  Peter  in  Rom  (Viertel].  3,  277). 

Sebastiaiius,  Frater  k  S.  Vin- 
centio,  ein  Barfüfser  Augustiner 
(Titel),  siehe  Sebastian. 

Sebastieii,  Felstiuensis,  siehe 
Felsztyn. 

Sebeiiico,  OiOTaniii,  ein  Teno- 
rist, geb.  zu  Venedig,  Schüler  Le- 
grenzi's,  war  am  San  Marco  an- 
gestellt, saug  eine  Zeitlaug  in  Lon- 
don und  erhielt  dann  die  Kapell- 
meisterstelle in  Cividale  (Friuli). 
1692  wurde  seine  Oper  L'opresso 
sollevato  in  Venedig  gegeben. 
Textbuch  in  Privathand  (Caffi. 
Fetis).  Nach  Nagel  1,  59  ist  er 
1668  schon  2  Jahre  in  London  u. 
petitioniert  um  Anstellung  als 
Meister  der  italienischen  Musik  für 
Kammer  und  Kabinet  an  der  Ka- 
pelle der  Königin  von  England 
(Petition  vom  29.  April),  was  ihm 
auch  endlich  gewährt  wurde,  allein 
mit  der  Bezahlung  stand  es  damals 
schlecht.  Jahre  lang  erhielten  die 
Kapellmitglieder  keinen  Gehalt. 

Secanilla  D.  P'rancisco,  geb. 
4.  Juni  1775  zu  Corollera  (Sara- 
gossa), gest.  26.  Dez.  1832.  Säuger- 
knabe an  der  Hauptkirche  Pilar 
in  Saragossa,  Schüler  von  Jose 
Gil  de  Palomas  u.  Xavier  Garcia, 
erhielt  1797  den  Kapellmeister- 
posten a/d.  Kathedrale  zu  Alfano, 
1800  zu  Calahorra,  1823  erhielt 
er  ein  Kanonikat. 

Er  schrieb  geistliche  und  ■weltliche 
Gesangsmusik.  Fetis  sagt,  dass  sich  eine 
Messe  in  Eslava's  Lii'a-sacro-Hispana  im 


Secchi,  Anacleto. 


126 


Seebach. 


2.  Bde  befindet.  Meines  Wissens  nach 
ist  dies  ein  Irrtum.  Ferner  verz.  er  10 
theoretische  Abhandlungen,  die  sich  im 
Ms.  befinden  sollen,  ohne  Fundort,  daher 
•svertlos. 

Secchi  (Fetis  unter  Sicci,  Kat. 
Bologna  unter  Secchi,  wie  auch 
auf  dem  2.  Titel;  Gerber  2  u.  in 
des  Autors  1.  Buche:  Siccus), 
Anacleto,  aus  Cremona,  regulierter 
Kleriker  an  S.  Paul  (Titel),  dazu 
fügt  Fetis  noch  hinzu  „in  Bologna"; 
er  gab  heraus: 

1.  De  ecclesiastica  Hynmodia,  libri  tres, 
in  quibus  de  praestantia,  effectibus  et 
modo  rite  psallendi  in  choro  copiose  agi- 
tur.  Auetore  A.  Sicco  .  .  .  Bononiae  1629 
Clem.  Ferronus.     kl.  #.    381  S.    [Bologna. 

—  Edit.  altera  auctior.  Antv.  1634 
Plautin.     ßalth.  Moreti.     8".     [Brüssel. 

2.  Della  Hinnodia  ecclesiastica,  libri 
tre,  nei  quali  della  nobUita,  de  gli  effetti, 
6  del  modo  di  bene  e  regolatamente  can- 
tare  i  Salmi  in  choro,  copiosamente  si 
tratta:  composti  giä  da  R.  P.  D.  Anacleto 
Secchi  della  Congregat.  de'Chierioi  rego- 
lari  di  S.  Paolo,  et  hora  recasi  fedelmente 
di  Latino  iu  volgare  dal  P.  D.  Donato 
Benzoni  sacerdote  . .  Milano  1643  G.  P. 
Cardi.     8».     [Bologna. 

Secchi,  Antonio,  geb.  1761  zu 
Concorezzo  (Mailand),  studierte  in 
Neapel,  gab  in  Mailand  Gesang- 
unterricht und  wurde  1808  Prof. 
am  Conservatoriiim,  1831  pensio- 
niert, St.  1833  (Leipz.  Ztg.  40,  227). 

In  Musikfr.  "Wien  ein  Duett:  Mia  spe- 
ranza  ä  2  Sopr.  c.  B, 

Secchi,  Grioseffo,  Oboist  a/d. 
Hofkapelle  in  München,  um  1770 
mit  1000  Gld.  Gehalt,  ging  1776 
ab  und  wurde  a/d.  Hofkapelle  in 
Turin  mit  1100  Lire  Gehalt  ange- 
stellt (Münchner  Kreisarchiv  und 
Ricordi,  Gazzetta  1891,  457.  Ger- 
ber 2). 

Seckendorf  [f],  Karl  Siegmimd, 
Freiherr  Ton,  Kgl.  preufsischer 
Gesandter  an  den  fürstl.  Höfen  des 
fränkischen  Kreises  in  Ansbach, 
geb.  26.  Nov.  1744  zu  Erlangen, 
gest.  6.  Mai  1809;  studierte  Jura, 


trat  in  österreichische  Dienste, 
1 764  als  Hauptmann  in  sardinische, 
avancierte  bis  zum  Oberstleutnant, 
ging  1775  als  Kammerherr  nach 
Weimar  und  erhielt  1784  obigen 
Posten  (Brummer).  Er  zeichnete 
sich  als  Dichter  und  Komponist 
aus,  von  dem  man  folgende  Kom- 
positionen kennt: 

La  foire  de  village.  Ballet  comique 
1776.     Ms.  Stb.     [Darmst. 

Proserpina.     Monodrama.     Ms.  B.     [ib. 

Darthufa's  Grabgesang.  Ms.  [Berlin 
K.  H. 

Volks-  und  andere  Lieder,  mit  Beglei- 
tung des  Fortep.  In  Musik  gesetzt  von 
. .  Weimar  1779  K.  L.  Hoff  mann.  Dedic. 
Reichardt.     29  S. 

—  2.  Samlg.  ib.  1779.     25  S. 

—  3.  Samlg.  Dessau  1782.  31 S.  [B.  B. 
B.  "Wagner  1.  2.  Samlg.  B.  Kgsbg.  1.  u. 
2.  S.  in  Kopie.     Darrast.     br.  Mus. 

Nachtmusik  (f.  1  Stirn,  mit  Instr.) 
Part.  s.  1.     ]  Bl.  in  4».     [B.  B. 

3  Divertimenti  per  il  Clavic.  &  Y.  (u. 
Va.  Vcl.)  s.  1.  in  Stb.     [B.  M. 

6  Quartetti  op.  3.  Ms.  Stb.,  ebenso 
op.  .5.     [Berlin  K.  H. 

Seclin,  siehe  ßichehe,  Jacques. 
Second,  J.,  bekannt  durch 

New  Bath  Dances,  twelve  Country 
Dances  &  two  Minuets,  with  proper  Fi- 
gures  adapted  for  the  Harp,  harps.  & 
Violin.  London,  Fentum.  qu4".  (18.  Jh.) 
[br.  Mus. 

Sedelmaier, . . .  lebte  im  17/18. 
Jh.  und  befindet  sich 

in  der  B.  ß.,  Ms.  444,  18.  Stück,  ein 
Magnificat  4  voc.  c.  2  instr.  et  Org.  in  P. 

Sedler,  Joseph  Georg,  Violinist 
an  der  Hofkapelle  in  Wien  vom 
8.  Mai  1793  bis  f  27.  Juli  1829, 
79  J.  alt  (Köchel  1). 

Sedlmayr,  Mathias,  war  um 
1730  Stadtmusikus  in  München 
(Kreisarch.). 

Seebacli,  Andreas,  geb.  14. 
Jan.  1777  zu  Tiefenthal  bei  Erfurt, 
gest.  28.  Juli  1823  zu  Magdeburg. 
Orgelschüler  von  Kittel,  dann  beim 
Stadtmusikus  Kose  in  Rouneburg. 
1796  trat  er  als  Hornist  ins  Theater- 
orchester   zu    Magdeburg,    wurde 


Seeber. 


127 


Seel. 


1799  Organist  und  Seminarlelirer 
am  Gymnasium  des  Klosters  Berge 
bei  Magdeburg  und  1813  Organist 
an  der  ülrichskirche  in  Magde- 
burg. Er  gründete  dort  einen  Ge- 
sangverein und  übte  grofsen  Ein- 
fluss  auf  die  Orchesterkonzerte  aus 
(Lpz.  Ztg.  26,  109).  Von  seinen 
Werken  ist  nur  bekannt: 

Der  leidende  und  sterbende  Jesus  . . 
in  einem  Oratorio  und  in  geistlichen  Lie- 
dern zur  Erweckung  heiliger  Andacht  ans 
Licht  gesteUet.  Gotha  1714.  S«.  Text- 
buch, Musik  nicht  bekannt.  [B.  Wer- 
nigerode. 

Spitta  2,  325  sagt,  dass  er  der  Schwieger- 
sohn Erlebach's  war. 

Seeber,  Nikolaus,  geb.  um 
1680  zn  Hajna  bei  Landau,  gest. 
im  April  1739  zu  Römbild;  bildete 
sich  zum  Orgelspieler  und  Orgel- 
bauer aus,  wurde  1705  Organist  ! 
zu  Themar,  dann  Hofmusikus  und 

'  I 

Stadtorganist    zu    Römhild.      Ger-  | 
ber    1    schreibt    ihm    56    erbaute  ! 


Orgelwerke 


zu,     aufserdem     132 


Musikschüler    und    als    Komponist 
zwei  Jahrgänge  Kirchenmusik. 

SeegT  (Seeger,  Seegert,  Segert, 
Säger,  Zegert,  Zekert),  Joseph, 
geb.  um  1716  zu  Bzewju  in  Böh- 
men, gest.  22.  April  1782  zu  Prag, 
66  Jahr  alt.  Schüler  von  Czerno- 
horsky  in  Prag,  erhielt  um  1750 
an  mehreren  Kirchen  Prags  den  Or- 
ganistenposten, erlangte  als  Orgel- 
spieler einen  bedeutenden  Euf, 
selbst  Seb.  Bach  empfahl  ihn  als 
Musiklehrer,  und  bildete  zahh-eiche 
Schüler.  Dagegen  sind  Brixi, 
Dussek  und  Wittassek  nie  seine 
Schüler  gewesen,  die  öfter  als 
solche  angeführt  werden.  Lauren- 
cin  hat  in  der  Neuen  Zeitschrift 
für  Mus.  1864  Nr.  U  eine  Bio- 
graphie veröffentlicht,  in  der  er 
auch  S.  als  Orgelkomponist  feiert, 
doch  geht  er  zu  weit,  wenn  er 
ihn  Seb.  Bach  gleichstellt.     S.  bat 


weder  die  Erfindungskraft  Bach's 
noch  seine  kontrapunktische  Kunst- 
fertigkeit, ganz  abgesehen  von 
Bach's  tiefernster  Auffassung  der 
Kunst.  Burney  3,  7  lernte  ihn 
1772  als  Organisten  bei  den  Kreuz- 
herrn in  Prag  kennen.  Siehe  auch 
Dlabacz  und  Prochazka's  Arpeg- 
gien  1897,  48.  Zu  S.'s  Lebzeiten 
ist  nur  Weniges  von  ihm  gedruckt, 
erst  spätere  Verehrer  haben  seine 
zerstreuten  Orgelkompositionen  ge- 
sammelt und  in  neuerer  Zeit  her- 
ausgegeben. C.  F.  Pitsch  gab  her- 
aus: 

Bezifferte  Bässe  in  zwei  Noten-Syste- 
men vierst.  u.  mit  Beziehung  auf  hanuo- 
nische  Zergliedemng  durch  Angabe  der 
Hauptklänge  bearbeitet  von  C.  F.  Pitsch. 
Prag-,  Berra.  kl.  fol.  Heft  1—6,  95  S. 
mit  51  Nrn.  (1834.)  [Hofb.  Wien.  Mu- 
sikfr.  "Wien. 

Museum  f.  Orgelspieler.  Prag  bei 
Marco  Berra  3  Bde:  40  Praeludieu  imd 
Fugen.  7  stehen  auch  in  Führer's  Fugen 
u.  Praeludien.  Prag-  1832.  [B.  B.  B.  Lpz. 
B.  Wagener. 

Ferner  erschienen  schon  früher: 

8  Toccaten  und  Fugen  für  die  Orgel, 
mit  einer  Vorrede  von  Türk  in  Halle. 
Lpz.  1793  Breitkopf.  2  Bll.  28  S.  in 
fol.  Er  wird  hier  Organist  der  Haupt- 
kirche in  Prag  genannt,  [ß.  B.  B.  Wa- 
gener. Dresd.  Brüssel.  B.  Lpz.  Mu- 
sikfr.  Wien.     Amst. 

Ms.  125  p.  1.  90.  112  in  B.  B.  enthält 
Praeludien  u.  Fugen.  Ebd.  Ms.  23  520  u. 
Ms.  190  Prael.  u.  Fug.  —  In  B.  Wagener 
48,  104  u.  73  Bll.  Mss.  von  allerlei  Orgel- 
piecen.  —  In  Hofb.  Wien  18425  eine  be- 
zifferte Orgelstimme  ün  Autogr. 

In  Körner's  Neues  Orgeljournal  1  Fuge 
(Eitner  2).  E.  von  AVei'ra  gab  1887  und 
1894  2  Orgelbücher  heraus,  in  denen  sich 
einige  Orgelst.  Seeger's,  aus  obigem  Mu- 
seum entnommen,  befinden.  Siehe  die 
Monatshefte  f.  M.  26,  22.  _ 

Unter  Christian  Bach  ist  ein  Samlwk. 
Fugen,  Toccaten,  Sonaten  etc.  vej'z,,  worin 
sich  auch  S.  befindet.     [Musikfr.  Wien. 

In  B.  Lpz.  im  Ms.  148  Fugen,  Praelud. 
u.  Fantasien  f.  Orgel. 

In  Breitkopfs  Samlwk.  14:  2  Orgel- 
piecen. 

Seel,  Jakob,  Pfarrer  zu  Unter- 
neubrunn im  Grunde, 


Seelen. 


128 


Segni. 


gab  auf  die  Hochzeit  des  Superinten- 
denten Kessler  zu  Eisfeld  den  4.  Psalm 
mit  8  Stirn.  Coburg  1631.  4P  heraus  (Ger- 
ber 2).     Bekannt  ist  von  ihm: 

Ein  andächtiger  Seufftzer  um  ein  gliick- 
Mches  Jahr  5  voc.  Coburg  1625  Forckel. 
[B.  B:  T. 

Seelen,  Johann  Heinrich  Ton, 

geb.  8.  Aug.  1688  zu  Asel  in  Ost- 
friesland, gest.  21.  Okt.  17G2  zu 
Lübeck.  Er  war  1713  Konrektor 
in  Flensburg,  1716  in  Stade,  24. 
Febr.  1718  wurde  er  Kektor  am 
Katharineum  zu  Lübeck.  Seine 
Schriften  über  Musik  sind  folgende: 

Q.  D.  B.  V.  Principem  musicum  ex 
Sacra  et  profana  historia  exhibet  et  exi- 
mios  juveues  Olaum  Mollerum,  Flensburg, 
de  eniditis  musicis,  ac  Petrmn  Cramerum, 
Flensburg,  de  historia  . .  .  deceuter  rogat 
. . .  conrector.  Flensburg!  1715  Vogelianis. 
4".     [B.  B.     B.  Hbg.     Brüssel. 

De  patribus  edoctis  musicum  eccles. 
XLIV.  5.  collaudatis  exercitatio  philologico- 
historica,  praemissa  a  . . .  Lubecae  1737 
Greenius.     4^.     [ib. 

Musarum  ac  musicae  felix  conjunctio 
illustri  exemplo  Augustini,  antistitis  Hip- 
pouensis,  declarata.  Promulsis  actus  publici, 
quo  D.  XXI.  Mai  A.  1756.  Cantor  divi- 
nis  auspiciis  iuaugurabitur.  Auetore  .  . . 
Lubecae  typ.  Greenii.   4P.   [B.  B.    Brüssel. 

In  der  B.  der  Musikfr.  in  Wien  ist 
noch  ein  Werk  mit  „Miscellanea"  Lübeck 
1734  verz.  Der  Inhalt  ist  mir  nicht  be- 
kannt. 

Seelen-3Iusic,   Geistliche    1712 

etc.  siehe  Hochreiitiner,   Lorenz. 

Seeley,  L  . . .  B . . .,  gab  heraus: 

Devotional  harmonj-,  cont.  Psalms  and 
Hymns,  selected  from  various  authors. 
2  voll.  London  1806.  qu4".  Näheres 
mir  unbekannt,     [br.  Mus. 

Seemann,  Friedrieh,  war  um 

1745  Hofkantor  in  Stuttgart  und 
wurde  dann  gegen  1772  Hof  Orga- 
nist, wie  er  noch  von  ßurney  und 
Forkel  1,  133  bis  1781  verz.  wird. 
Schubart  widmet  ihm,  als  seinem 
Lehrer,  S.  155  einen  dankbaren 
Nachruf.  Er  war  ein  Schüler 
Jommelli's,  hat  nur  wenig  kompo- 
niert, da  er  zu  sagen  pflegte:  Eine 
Kerze  figurirt  nicht  bei  der  Sonne, 


zeichnete  sich  aber  als  Begleiter, 
Greneralbassspieler  in  hohem  Mafse 
aus.  Er  starb  schon  im  30.  Jahre 
seines  Lebens.  Seine  Frau  war 
die  Sängerin  Cemri  (Urteil  ib.  156). 

Seerieder  (Seherieder,  Seeried 
sogar Seetriber  geschrieben),  Jakoh, 
Bassist  a/d.  kurf.  Kapelle  in  Mün- 
chen, wurde  1697  vom  Kurf.  nach 
Brüssel  befohlen,  wo  sein  Gehalt 
1699  sich  auf  800  Gld.  belief. 
Noch  1726  ist  er  als  Mitglied  verz. 
(Kreisarchiv). 

Sega,  Horatio.  Musicus,  In- 
strumentist  an  der  Hofkapelle  in 
München,  diente  seit  dem  20/11 
1590  und  wurde  am  12/2  1591 
mit  199  Gld.  46  Kr.  fest  angestellt. 
1592  auf  300  Gld.  und  1596  auf 
450  Gld.  erhöht.  Nach  1597  fehlt 
er  in  den  Listen  (Kreisarchiv). 
Um  1619  ist  er  in  den  Listen  der 
Ksl.  Hof  kapeile  in  Wien  mit  216 
Gld.  Gehalt  verz.  (Köchel  1). 

Segert,  siehe  Seegr. 

Seg-hi,  Francesco,  ein  Kompo- 
nist,  der  um    1699   lebte   und  im 

Ms.  L  297  der  Bibl.  Berlin,  1  vol.  in 
8",  mit  Orgelstücken  vertreten  ist,  betitelt : 
Questo  libro  e  di  Fr.  Seghi  1699.  Es 
enthält  Versetten,  Toccaten,  Fugen  etc. 

Segmüller, . . . 

ein  Tunsatz  im  Bossler  10  von  1784 
Neue  Blumenlese. 

Segni  (oder  dal  Segnal),  Griulio, 
auch  OiuUo  da  Modeiia  genannt, 
nach  seinem  Geburtsorte.  Schüler 
von  Lusitauo.  Am  10.  Nov.  1530 
wurde  er  zweiter  Organist  am  S. 
Marco  in  Venedig.  1533  im  Febr. 
ging  er  nach  Rom  in  den  Dienst 
des  Kardinals  Santa  Flora.  1550 
war  er  wieder  in  Venedig,  um 
sein  Buch  Ricercari  für  Orgel 
drucken  zu  lassen,  kehrte  aber 
nach  Rom  in  seine  Stellung  zu- 
rück und  starb  dort  im  Juli  1561, 
63  J.  alt.  Der  Kardinal  liefs  ihm 
in    der    Kirche    San    Biasio    deUa 


Segovia. 


129 


Seidel,  Friedr.  Ludw. 


Strada  Giulia  ein  Denkmal  setzen. 
Obige  Ricercari  citiert  auch  Doni 
in  den  Libreria  p.  66  (Caffi  1,  54. 
104.    Valdnghi  12,  Suppl.  8.   Fctis). 

Seg'ovia,  Diego  de,  um  1490 
Kapellan  und  Sänger  am  Hofe  der 
Köniciu  Isabella  zu  Sevilla  (Strae- 
ten  Vn,  104). 

Sehliiig,  Joseph  Auton,  aus 
Teisiug  in  Böhmen  geb.,  gest.  19. 
Sept.  1756  zu  Prag  in  sehr  hohem 
Alter.  Er  studierte  Musik  in  Prag, 
war  1739  beim  Grafen  Wenzel  von 
Morzin  Hofmusikus  u.  Chordirektor 
an  der  Kirche  der  Barnabiten,  später 
Vertreter  des  Kapellmeisters  an  der 
Kirche  St.  Veit  zu  Prag.  Er  schrieb 
zahlreiche  Kirchenmusik,  auch  2 
Opern  führt  Dlabacz  an. 

In  der  Bibl.  der  Musikfr.  in  Wien  be- 
findet sich  eine  Motette:  Ecce  nos  4  voc. 
c.  instr.  Ms.  P.  mit  Sehling  aus  Dresden 
t  gez.,  ob  dies  ein  anderer  oder  der  obige 
ist,  lässt  sich,  nicht  entscheiden. 

Seibert  (Seybert),  ...  um  1770 
Kapellmeister  in  Frankfurt  a/M., 
führte  mit  dem  Organisten  Hau- 
eisen am  17/4  1772  Graun's  Pas- 
sionsmusik auf  (Israel  52 — 54). 

Seibold,  . . . 

gab  nach  Gerber  1  im  Jahre  1780  in 
Pai'is  6  Harfensonaten  mit  Violine  als 
op.  2  heraus. 

Seiboldt,  Wolfgaiig-,  Stadtpfeifer 
in  Augsburg,  1599  und  1615  ge- 
nannt, in  letzterem  Jahre  wird  er 
mit  50  Jahr  alt  bez.  (M.  f.  M.  30, 
81.  83). 

Seiche  (Seichert),  Lorenz,  gest. 
28.  Juni  1765  zu  Prag.  AVar  um 
1712  Sänger  an  St.  Niklas  in  Prag, 
bildete  sich  zum  VioUnisten  aus 
und  trat  als  Konzertist  auf.  Dla- 
bacz sagt,  dass  er  viele  Konzerte 
für  Violine  schrieb  und  zahlreiche 
Schüler  bildete. 

Seidel,  . . . 

im  Ms.  90  i  der  Karlsruher  Hofb:  Con- 
certo  ä  Fl.  trav.  2  V.  e  B.  in  Stb.  besteht 
aus  Allgr.  And.  Alleg.  in  Dd.  Gd.  Dd.  — 

Bob.  Eitner's  Quellen-Lexikon.    Bd.  9. 


Ms.  903  Sonata  ä  Fl.  trav.  6  V.  con  V. 
e  B.  4  Sätze  mit  Menuet.  2  Expl.  in 
Stb.     18.  Jh. 

Seidel,  Ferdinand,  geb.  in 
Falkenberg  i/Schl. ,  bildete  sich 
unter  Rosetti  in  Wien  zum  Vio- 
linisten aus  und  diente  nebst 
seinem  Bruder  Karl  1732  beim 
Grafen  Zierotin,  der  auch  für  ihre 


Ausbildung     Sorge 


trug. 


1757 


wurde  Ferd.  Hofkomponist  beim 
Erzbischof  zu  Salzburg,  wo  er  auch 
abwechselnd  mit  Eberlin,  Cristelli 
und  Leopold  Mozart  die  Direktion 
der  Aufführungen  zu  leiten  hatte 
(Walther.     Gerber  1). 

Er  soll  Sinfonien  u.  Konzerte  geschrie- 
ben haben,  bekannt  ist  aber  nur:  12  Me- 
nuetten f.  die  Laute  von  . . .  samt  einer 
Fantasie  von  Herrn  Baron,  Kgl.  preufs. 
Lautenisten.  Als  eine  Probe  eines  neuen 
Drucks  von  musikaUschen  Caractereu  für 
die  Laute.  Leipz.  1757  Breitkopf.  11  S. 
Vorrede,     qufol.     [B.  B. 

Seidel,  F  . . .  C . . . 

Im  Samlbd.  Ms.  B 1232  [Dresd.]  be- 
findet sich  unter  Werken  des  18.  Jhs. 
auch  „Der  8.  Psalm'-'  von  obigem,  der 
daher  wohl  auch  demselben  Jh.  augehöii;. 

Seidel,  Friedrich  Ludwig,  geb. 
1.  Juni  1765  zu  Treuenbriezen,  wo 
sein  Vater  Schuhmacher  war,  gest. 
5.  Mai  1831  zu  Charlottenburg  bei 
Berlin  (die  Lpz.  Ztg.  schreibt  den 
7.  Mai.  Bd.  33,  411.  Ledebur  ver- 
bessert dies  in  5.  Mai).  Auf  Ver- 
wendung seines  Bruders  bei  Rei- 
chardt  nahm  sich  dieser  1776 
dessen  an  und  gab  ihm  Wohnung 
und  Unterhalt,  doch  den  Unter- 
richt erhielt  er  von  Benda.  Als 
Reichardt  1785  nach  Frankreich 
reiste,  nahm  er  S.  mit.  Nach  der 
Rückkehr  erhielt  er  noch  bei  Possin 
und  Kirnberger  Unterricht.  Er  zog 
nun  von  Reichardt  fort  zu  seinem 
Bruder  und  erwarb  sich  durch 
Unterrichten  den  Lebensunterhalt. 
1792  erhielt  er  die  Organisten- 
stelle an  der  Marienkirche  zu  Ber- 
lin,  schrieb   für   ein  Privattheater 

9 


Seidel,  Friedr.  Ludw. 


130 


Seide],  Friedr.  Ludw. 


das  Singspiel  Claudine  von  Villa- 
bella, die  B.  A.  Weber  auf  ihn 
aufmerksam  machte  und  ihn  zu 
seinem  Gehülfen  in  der  Direktion 
der  Oper  am  Nationaltheater  (jetzige 
Schauspielhaus)  machte.  1808  ward 
er  Musikdirektor  der  Kgl.  Kapelle 
und  1822  zum  Kapellmeister  er- 
nannt, 1830  pensioniert  und  zog 
nach  dem  damaligen  idyllischen 
Dorfe  Charlottenburg  (Ledebur,  der 
auch  Oratorien,  Messen  u.  a.,  Opern, 
Musik  zu  Schauspielen,  ßallets,  Ge- 
sänge, Lieder  und  Instrumental- 
werke in  grofser  Anzahl  verz.). 
Nachweisbar  sind  auf  der  Kgl.  Bibl. 
Berlin : 

Alhnächtiger,  wer  ist  dir  gleich,  Can- 
tate  im  Autogr.  P.     19  Bg. 

Auf!  preiset  den  Herrn,  4  voc.  P. 
[nur  in  Berlin  Singak. 

In  tiefer  heiliger  Stille,  4  voc.  P.  [nur 
in  Berlin  Singak. 

Lob  Gottes  für  Chor  und  Orch.  Ms. 
20640.  P.     [auch  Dresd.  Mus. 

Hymnus  auf  Gott  von  Friedr.  von 
Kopien.  Ms.  P.  nebst  Textb.  von  1798. 
[nur  in  Schwerin  F.  und  Berlin  K.  H. 

Lob  der  Gottheit,  Hymne  von  Ewald 
von  Kleist.  Ms.  P.  [nur  in  Schweiin  F. 
u.  Darmst. 

Salve  redemptor  4  v.  P.  [nur  in  Ber- 
lin Singak. 

Missa  de  profunctis  4  v.  col  org.  Ms. 
381.  P.  [nur  in  Dresd.  Mus.  und  Berlin 
Singak. 

Requiem,  Ms.  P.     [nur  in  Lpz.  Thom. 

Requiescet  a  labore  (Gesang  der  He- 
loise  und  ihrer  Nonnen  am  Grabe  Abelards). 
Autogr.  P.     [nur  Berlin  Singak. 

3  Motetten  in  Sander's  Cäcilia  1.  Abtlg. 
Nr.  .57.  2.  Abtlg.  Xr.  15.  19.  Nr.  15 
auch  in  Hientzsch's  Neue  Samig.  leichter 
Chöre  Heft  1.     [ß.  Kgsbg.  Samlg.  52.  54. 

Lila.  Schauspiel  mit  Gesg.  u.  Tanz  von 
Goethe.     1818.     Ms.  20643.  P. 

Chor  zum  Ti-auerspiel ;  Die  Almfrau. 
Ms.  P.  u.  Stb.,  nur  mit  Seidel  gez.,  daher 
fraglich.     [Darmst. 

Hexensceneii  aus  Macbeth.  Ms.  20  642. 
Part. 

Die  Sehnsucht  von  Schiller  f.  Sopr.  u. 
Instr.  Ms.  20645.  P.  8  BU.  (1805.) 
[auch  in  Berlin  K.  H. 

Kirchgang  aus  Götz  von  ßerlichingen 
f.  4  Stirn.     [Lpz.  Ztg.   Beilage  zu  Bd.  8 


Nr.  1,  dort  auch  der  Chor:  Introibunt  in 
domura.  Ebd.  Nr.  16  Abdruck  einer  Scene. 
Urteil  über  eine  Oper  16,  275. 

4  Gesänge  mit  Pfte.  und  ein  Recitativ. 
[nur  in  Berlin  Singak. 

1  Aria  im  Autogr.  Grasn.  in  B.  B. 

Gesellschaftslied  von  Gubitz.  Berlin, 
Gubitz.  [auch  im  Ms.  B.  Kgsbg.  unter 
Gumpelzhaimer  2. 

Chor  zum  Trauerspiel  die  Parias.  Ber- 
lin, Schlesinger. 

Mein  Genius,  Lied  f.  1  St.  u.  Kl.  in 
Karl  Müchler  s  Gedichte,  2.  Aufl.  Berl. 
1802,  2.  Bd.  (fraglich).     [Hofb.  Wien. 

Sängers  Lied  am  10.  März  f.  1  Singst. 
mit  Pfte.     Berl.,  Comptoir. 

Aura,  Lied  von  Kuhn.     Berl.,  Compt. 

Todtenopfer,  Lied  mit  Pfte.  Ms.  [Ber- 
lin K.  H. 

8  Lieder  f.  Guitarre,  arrang.  von  A. 
Härder.     Berlin,  Compt. 

Lied  aus  Baiboa,  1805.     [Berlin  K.  H. 

Lieder,  1.  Heft  (der  Jüngling  am  Bach 
etc.).  Lied  aus  dem  Lustspiel:  die  Post- 
kutsche.    [Beide  in  Musikfr.  "Wien. 

Erinnerung  und  "Weihe,  Jubilaeum  der 
Quelle  in  Freienwalde  12/7  1809.  Ms. 
[Berlin  K.  H. 

4  Gesge.  mit  Begl.  von  Oswald.  Ber- 
lin, Bureau. 

Empfindungen  am  schönsten  Tage. 
Berl.,  Duncker  &  Humblot.  23.  Dez.  1809. 

Hero  u.  Leander  von  Schiller.  Ms. 
[Darmst. 

Arietta:  In  questa  tomba  (Ist.  mit  Pfte. 
in  dem  Samlwk.  von  Mollo  in  "Wien). 

Sehnsucht  von  SchiUer  f.  1  St.  m. 
Pfte.     Berl.,  Concha. 

Drittes  Blättchen  des  48  er  und  Elfer 
Kleeblattes  m.  Pfte.     Ib. 

Sehnsucht  von  Mablmann.  Berlin, 
Comptoir. 

Lieder  mit  Begl.  des  Pfte.  1.-8.  Heft.  Ib. 

Gesänge  am  Claviere.  "V^ou  . .  .  Organist 
an  der  Marienkirche  zu  Berlin.  Berlin, 
in  der  Franke'schen  Buchhaudlg. ,  dedic. 
seinem  Lehrer  dem  Kgl.  Capellm.  Rei- 
chardt.  qu4".  4  BU.  59  S.  [besals  einst 
Dr.  0.  Lindner  in  Berlin. 

24  Lieder  verschiedener  Ari  zum 
Singen  beim  Pfte.  in  Musik  gesetzt  von 
...  Berlin,  Rellstab.  4".  38  S.  [nur 
in  B.  Kgsbg. 

Worte  an  die  Wohlthätigkeit  (24/10 
181.S)  von  Oswald.     Berl.,  Schlesinger. 

An  den  König  am  Tage  des  grofsen 
Siegesfestes  den  24/10  1813.  Berlin, 
Sohlesinger. 

Kriegs-Gesang  des  Hochlöbl,  von  York- 
schen  Corps.     Ib. 


Seidel,  Isaac. 


131 


Seidler,  Karl  August. 


Abendlied  eines  Mädchens.  Mit  der 
Sonne  letztem  Funken  f.  Pfte.  mit  Ver- 
änderungen f.  die  Siugstimme  von  Am- 
brosch.    Ber].,  Couclia  &  Co.    rjufol.    [B.  B. 

In  Samlwken.  teihveis  niu'  mit  Seidel 
gez.,  die  ihm  aber  sicher  zuzuschreiben 
sind : 

Im  MusikaJ.  Blumenstrauls  zum  Neu- 
jahr. 8°.  —  In  Böheim's  Maurerlieder.  — 
In  Keichardt's  Lieder  geselliger  Freude, 
1.  Abtlg.  1796  Nr.  6.  21.  2.  Abtlg.  Nr.  53. 
80.  —  In  Boehme's  14  Composit.  zu 
Schiller's  an  die  Freude.  —  In  Reichardt's 
Blumenkranz  1803.  —  In  L.  W.  Wer- 
ner's  Euphrosyne.  —  In  Eellstab's  ^Yiu- 
terblumen.  —  In  Theomele  ohne  Vor- 
namen. 


Ouvertüren  u.  a.  von  1823.  Ms. 
20646.  P. 

Ouvertüre  im  Kl.-A.  vom  Kompou.  Ms. 
[Berlin  X.  H. 

Thema  mit  Variat.  f.  Orch.  Ms.  20648.  P. 

Sestetto  per  le  Glavic.  Fl.  Ob.  Fag.  et 
2  Comi.  Berol.,  Hummel.  Stb.  [auch 
in  Brüssel  Cons. 

Drey  Siegesmärsche  der  Schlesischen 
Armee.     Kl.-A.     Berl.,  Schlesinger. 

Drey  Trauermärsche  auf  den  Tod 
Moräus.     Ib. 

3  Variations- Werke.     Berl.,  Bureau. 

Blücher's  Heimkehr.  Gr.  Fantasie  f. 
Pfte.     Berl.,  Schlesinger. 

In  Klavierstücke  1.  1794. 

Alle  nicht  gez.  Pieceu  in  der  B.  B. 

Seidel  (Sevdel,  Seidien),  Isaac, 
war  seit  etwa  1715  als  Organist 
an  der  Hofkapelle  in  Stuttgart  resp. 
Liidwigsborg  mit  300  Gld.  Gehalt 
angestellt  und  ist  in  den  Rech- 
nungen bis  1731  genannt  (Sittard 
3,  91.  120.  123). 

Seidel,  Samuel,  Kantor  in  Glas- 
hütte i/Sachs.,  ist  bekannt  durch: 

Suspira  musicalia  cordis  ardentissima 
ex  Septem  PsaJmis  poenitentialibus  ex- 
cerpta.  Una,  et  duabus  vocibus  cum  2 
Instrum.  &  gemino  B.  gen.  pro  Orgauo 
composita  ä  . . .  Freibergae  1650  typis 
G.  Beutheri.  5  Stb.  40.  7  Gesge.  [B.  B. 
Augustenburg.  B.  Kgsbg.  B.  Zw.  besitzt : 
In  Str.  2.  u.  Bc. 

Corona  gloriae,  geistliche  Ehrenkränz- 
lein  von  12  schönen  Eöslein  zu  5  und 
6  Stirn.  Freiberg  1657  Beuther.  6  Stb. 
40.  [B.  B.  Augusteuburg.  B.  Lpz:  2  C. 
A.  B.  Org. 

Geistliches  Seelen-Paradies-  und  Lust- 


Gärtlein,  voll  himmlischer  und  hertz- 
erquickender Lebens  -  Früchte ,  aus  hlg. 
göttl.  Schrifft  erleseneu  Krafft-Sprüchlein, 
so  auff  den  hlg.  Lauff  uusers  . .  Erlösers 
. . .  gepflanzet  .  .  Mit  5.  u.  6.  Stim.  voU 
Chörig,  sambt  dem  B.  pro  org.  Frey- 
bergk  in  Meifsen  1658  ib.  4».  Stb!? 
[B.  Kgsbg:  C.  A.  T.  B. 

Seideliuaiiii,  Franz,  s.  Seydel- 
mniiii. 
Seidenschwanz,    Leonliardus, 

um  1555  Tenorist  an  der  Hof- 
kapelle in  Dresden  mit  29  Gld. 
Gehalt  (Fürstenau  1,  25). 

Seidl,  Pater  Alherieus,  geb. 
1759  zu  Hainfeld,  gest.  17.  Juli 
1828  in  Josephberg.  1783  trat  er 
ins  Kloster  Lilienfeld  in  Nieder- 
österreich und  wurde  Seelsorger 
in  Türnitz,  dann  1816/17  Chor- 
direktor  in  seinem  Kloster  und 
darauf  Pfarrer  in  Josephberg. 

Er  komponierte  Messen  und  andere 
Kirchenmusik,  die  sich  im  Ms.  teils  in 
Türnitz,  teils  in  Lilienfeld  befinden  (Korn- 
müller). 

Seidl  (Seydl,  Seydel,  Sedelius 
etc.),  Wolfg-ang,  geb.  1491  zu 
Maurkirchen  (Niederbaiern),  gest. 
11.  Juni  1562  im  Kloster  zu  Tegern- 
see,  trat  ins  Benediktinerkloster  zu 
Tegernsee  und  legte  am  29/6  1517 
das  Gelübde  ab.  Er  machte  sich 
als  Dichter  bekannt,  schrieb  auch 
eine  Abhandlung  über  den  Choral 
und  eine  Anleitung,  wie  man 
Musikinstrumente  auf  akustischen 
Gesetzen  beruhend  anfertigen  soll. 
Besonders  wird  er  uns  wert  durch 
die  Hochschätzung  Senf  1 's,  die  ihm 
derselbe  entgegenbrachte  und  ihm 
für  sein  Kloster  eine  Messe  über- 
sandte (Musica  Sacra  von  Haberl 
189-4,  134  auf  Dokumente  gestützt). 

Seidien,  Isaac,  siehe  Seidel. 

Seidler,  ...  ein  Guitarrist, 

bearbeitete  die  6  Canoni  11  3  von  G.  G. 
Ferrari  (s.  d.). 

Seidler,  Karl  August  (Gerber  2 
nennt  ihn  Ferdin.  Aug.),   geb.  13. 

9* 


Seidler. 


132 


Seivert. 


Sept.  1778  zu  Berlin,  gest.  ebd. 
27.  Febr.  1840,  bildete  sich  zum 
Violinvirtuosen  aus  und  trat  schon 
im  Alter  von  6  Jahren  öffentlich 
auf.  1793  wurde  er  an  der  Kgl. 
Kapelle  angestellt.  1806  ging  er 
auf  Konzertreisen,  besonders  nach 
Eussland  und  Wien,  wo  er  sich 
1812  mit  der  Sängerin  Karoline 
Wranitzki  verheiratete.  1816 
wurde  er  als  Konzertmeister  an 
der  Kgl.  Kapelle  in  Berlin  au- 
gestellt; ein  Schlaganfall  setzte 
allen  weiteren  Unternehmungen 
ein  Ziel  (Ledebur).  Von  seinen 
Kompositionen  ist  nur  bekannt: 

Thecla's  Geisterstimme  „Wo  ich  sitz 
und  ^Yo  mich"  .  . .  von  Schiller,  mit  Pfte. 
oder  Guit.  (Berlin,  Lischke.)  1  Bl.  qufol. 
ohne  Yornamen.     [B.  "Wagener. 

Seidler,  siehe  Sicller,  Jos.  Bern- 
hard. 

Seifartli,  Job.  Gabriel,  siehe 
Seyffarth. 

Seifert  (auch  Seyfert,  wie  ihn 
Haffner  und  Gerber  1  schreiben. 
Er  selbst  schreibt  sich  Seifert), 
Joliaim  Crottfried,  soll  der  Sohn 
Job.  Kaspar  Seyferfs  sein,  wie 
Gerber  sagt,  geb.  11.  Mai  1731  in 
Augsburg,  gest.  12.  Dez.  1772  ebd. 
Schüler  seines  Vaters,  ging  1747 
nach  Bayreuth  zu  Leitdorf,  be- 
suchte nach  dreijährigem  Kursus 
Leipzig,  Dresden  und  Berhn.  Hier 
genoss  er  noch  Em.  Bach's  Unter- 
richt, fand  aber  an  Graun's  Musik 
so  grofsen  Gefallen,  dass  er  ihn 
nur  allzusehr  nachahmte.  1753 
kehrte  er  nach  Augsburg  zurück 
und  wurde  1766  Kantor  u.  Schul- 
kollege an  St.  Anna  (Akten).  Haff- 
ner nennt  ihn  in  den  oeuv.  melees: 
Vicedirektor  der  Musik  an  den 
Prostanti  in  Augsburg  (Gramer  3, 
letztes  Stück  S.  96.  Schubart 
S.  212  stellt  ihn  unter  die  treff- 
lichsten Musiker  seines  Jahrhun- 
derts. Er  schrieb  Opern,  Oratorien, 


Messen,  Sinfonien,  Klavierstücke 
u.  a.  die  von  Schubart  besprochen 
werden.  Von  seinen  Kompositionen 
sind  nachweisbar: 

Cantate:  Der  Herr  hat  die  Erde.  Ms. 
P.     [ß.  Lpz.  unter  J.  G.  Seyfert. 

Ballets  delFopera  Artaserse  „del  Graun. 
Ms.  Stb.  [Rostock.  Angehängt  „BaUets 
de  la  Comedie''. 

6  Sonate  a  3,  per  il  Cembalo  obl.  V. 
ÖFI.  trav.  e  Ycl.  Augusta,  Lotter.  ,3  Stb. 
[B.  B.  Er  nennt  sich  hier  Job.  Gottfr. 
Seifert  in  Augsburg. 

Haffner  teilt  im  5.  Teile  Nr.  5  eine 
Klaviersonate  mit  (Eitner  2). 

In  B.  B.,  Ms.  .023  unter  Seifert  1 
Concerto  per  il  Cembalo.     Dd.    2  Stb. 

Im  Breitkopf 'sehen  Verz.  von  1763 
sind  6  Sonaten  f.  3  Flöten  oder  2  Y.  u. 
Bass  angezeigt. 

Seifert,  J. . .  S. . .  (?)• 

Die  Bibl.  der  Musikfr.  in  Wien  besitzt 
1  Sonata  a  3  für  2  Y.  u.  B.  Yielleicht  ist 
Joh.  Gottfr.  S.  der  Yerfasser. 

Seiff,  J. ..  (G.?) 

Die  B.  M.  besitzt  unter  beiden  Vor- 
namen Hof-Ball-Tänze  f.  Pfte.  München 
1816  Falter  &  S.  nebst  anderen  Tänzen. 
In  Berlin  K.  H.  36  Tänze  für  Orch.  und 
f.  Pfte.  im  Ms.  aus  den  Jahren  1821—23. 

SeifiPartli,  siehe  Seyffarth. 
Seiiitomer,Pliilii)i),l  598  Sänger 

a/d.    Hofkapelle    Philipp  HI.    von 
Spanien  (Straeteu  8,  400). 
Seip,  J. . .  H. . ., 

schrieb  zu  Ernst  Müller's  hohem  Liede 
Salomouis  (Lpz.  1662  Yulpius)  8  Melo- 
dien. In  B.  Darnist.  unter  Johann  Hein- 
rich Seifp:  Trauergesang  auf  den  Tod 
der  Frau  Grolsherzogin  Louise  von  Hessen. 
Darmst.  s.  a.     [Darmst. 

Er  muss  demnach  in  Darm,st.  angestellt 
gewesen  sein. 

Seits,  Jaeol)  Franz,  um  1727 
Ratsmusikus  in  Hamburg  (Sittard 
1,  23). 

Seitz,  Johannes,  Bürger  und 
Lautenist  um  1625/1626  zu  Augs- 
burg, wird  als  Stadtmusikus  ange- 
stellt (Aktenstück  in  M.  f.  M.  25, 
29.  30,  84.  [1625J). 

Seivert,  Oeorg-,  stand  1638  in 
Diensten  des  Fürsten  von  Jülich 
und  Cleve  (M.  1  M.  28,  94). 


Seixas. 


133 


Selich. 


Seixas,  Jos6  Antonio  Carlos 

de,  geb.  11.  Juni  170-4  zu  Coim- 

bra,    gest.   25.  August    1742    als 

Chevalier  des  Christusordens  und 

Contador  des  Militärordens  von  S. 

Thingo. 

Komponist  von  Messen,  Motetten,  Orgel- 
stücken u.  a.  Siehe  Näheres  bei  Vas- 
concelios.  Nachweisbar  ist  keine  Kora- 
posilion. 

Sejan,  Nicolas,  geb.  19.  März 
1745  zu  Paris,  gest.  ebd.  16.  März 
1819.  Schüler  von  Bordier,  bildete 
sich  besonders  zum  Orgelvirtuosen 
aus  und  erreichte  darin  eine  ge- 
wisse Berühmtheit.  Schon  1760 
erhielt  er  den  Organistenposten  an 
St. -Andre- des -arts  und  1772  am 
ISTotre-Dame  neben  Daquiu,  Cou- 
perin  und  Balbästre.  1789  w^urde 
er  zum  Kgl.  Kapellorganisten  und 
Lehrer  a/d.  Ecole  royale  de  chant 
et  de  declamation  ernannt.  Die 
Revolution  vernichtete  alle  Stel- 
lungen und  erst  1807  wurde  er 
Organist  am  Invalidendome  und 
1814  wieder  Egl.  Kapellorganist. 
Guil.  Lasceux  bez.  ihn  in  der  Dedic. 
zu  seinen  Suiten  als  Organisten  am 
Invalidendome;  eine  Jahreszahl 
fehlt.  Felis  verz.  von  ihm  4  In- 
strumentalwerke, darunter  auch 
Fugen  f.  Orgel.    Nachweisbar  sind 

6  Senates  pour  Fortep.  av.  acc.  de  V. 
Paris,  Bailleux.     [Paris  Arsenal. 

Senates  pour  Fortep.     [C  P. 

In  Gregoir's  Panth.  5,  107  ein  Lob- 
gedicht von  Delille  auf  ihn. 

Selby,  .  .  .  Organist  um  1767 
an  der  Kirche  St.  Sepulchre  in 
London  (Pohl  2,  212). 

In  Roberts'  Clio  and  Euterpe  1758  eine 
Nr.,  auch  in  J.  Alcock's  The  harmony  of 
Jen;salem  1801. 

Morley  in  seiner  Introductiou  1597  er- 
wähnt einen  Selby,  der  vor  ihm  gelebt 
hat.  Davey  hält  den  Namen  Selby  und 
William  Sl/clbye  für  denselben,  giebt  aber 
nirgends  eine  Lebenszeit  des  Letzteren 
an.  Von  "Wm.  Shelbye  führt  er  im  Ms. 
Mulliner   [br.  Mus.]    ein   „Felix  namque" 


und  ein  „Miserere"  au.     (Siehe  M.  f.  M, 
1902,  64  u.  65,  37  u.  47.) 

Seldert  (Seiders),  Nikolaus, 
vom  1.  Juni  1567  bis  Aug.  1596 
Diskantist  a/d.  Hofkapelle  in  Wien 
mit  6  Gld.  später  10  Gld.  monatl. 
Gehalt  (Köchel  1). 

Seleet  musicall  ayres  &  dialo- 
gues,  siehe  Airs   1652  a.  1659. 

Seleneccer,  siehe  Selneceer. 

Selenio  de  Croci  negri. 

Die  B.  M.  besitzt  im  Ms.  56  einen 
Caiitus  aus  dem  17.  oder  18.  Jh.  mit  44 
Introitus   und  56  Gradualien   zu   4  Stim. 

Selesses,  Jacopinus,  Ein  Kom- 
ponist des  14./15.  Jhs., 

von  dem  sich  in  der  Bibl.  palatiua  zu 
Modena  Nr.  568,  kl.  Pergamentcodex,  be- 
schrieben von  Cappelli  p.  6.  Kompositionen 
befinden. 

Seletti, . . . 

Bekannt  durch  eine  Sinfonia  für  Or- 
chester in  Fdur.  Ms.  Cx.  865,  18  Stb. 
in  fol.  [Dresd.  Mus.]  Ob  er  vielleicht 
derselbe  wie  Sellitti  ist  bedarf  der  Prüfung. 

Selicli  (Selichius),  Daniel,  unterz. 
sich  in  einem  Briefe  mit  Selichius 
Witteb.  (La  Mara  100),  er  muss 
daher  in  Wittenberg  geboren  sein. 
Da  er  seinen  Vorgänger  als  Ka- 
pellmeister in  Wolfenbüttel  mit 
Michael  Praetorius  bez.,  so  muss 
er  das  Amt  um  1621  angetreten 
haben.  Gewissheit  giebt  die  Dedic, 
zu  1625  „Opus  novum",  worin  er 
sagt,  dass  er  „bereits  bei  des  Her- 
zogs (von  Braunschwg.)  Vater, 
Philipp  Sigissmund,  in  die  fünff 
Jahr  vor  einen  Capellm.  unter- 
thänig  auffgewartet".  1624  über- 
sendet er  dem  Kurf.  von  Sachsen 
einige  Kompositionen  und  bez. 
sich  in  dem  Begleitschreiben  eben- 
falls mit  obigem  Amte.  Chrj- 
sander  1,  8  fand  ihn  in  den  Akten 
zu  Wolfenbüttel  erst  1625  genannt. 
Auch  auf  dem  Gelegenheitsgesange 
von  1623  fügt  er  seinem  Namen 
dasselbe  Amt  bei.  Man  kennt 
von  ihm; 


Seiich. 


134 


Seile,  Thomas. 


Christlicher  Wundsch  aus  dem  85. 
Psalm  . .  .  Friedrich  Ulrichen  Hertzogen 
zu  Braunschwg.  vnd  Lünebg.  . .  offeriret 
..  Wolffenb.  1623  El.  Holwein.  9  Stb: 
4  Gesangs-  u.  .5  lustrumental-Stim.  fol. 
fWolfenb.    B.  Kgsbg. 

Opus  novuni,  geistlicher  lateinisch  vnd 
teutscher  Concerten  vnd  Psalmen  Davids, 
mit  2.  3.  4.  5.  6.  7.  8.  9.  11.  12.  &c.  Stirn, 
nebenst  dem  Bc.   vor  die  Orgel,  Lauten, 

Chitaron ,    etc Hambg.    1625    Mich. 

Hering.  9  Stb.  4".  24  Gesge.  Teil- 
weises Register  im  Frkft.  Kat.  Einige 
Exerapl.  mit  1624  gez.  [B.  B.  B.  Br. 
B.Brdbg.  B.  Gr.  B.  Frkft.  B.  Elbing. 
B.  Wagener.  B.  P.  Proske  2  Ex.  Ber- 
lin Nikolaikirche.  Musikfr.  Wien.  Lund 
fehlt  6  a  u.  Bc.     br.  Mus.     Paris  Mazarin. 

Im  Ms.  Gräften hain  in  B.  B.,  8  Stb.  o. 
Sign,  von  1643  Nr.  192:  Der  Herr  er- 
höre dich,  9  voc.  Nr.  195:  Ich  freu  mich 
dess  8  voc. 

In  B.  Kfjsbg.  Motetto  ä  2  voc.  Herr 
wie  lang  wiltu  mein  so  gar  vergessen. 
3  Stb.  40.  Im  Ms.  G8  neun  Gesänge, 
einige  mit  D.  S.  W.  gez.  Schon  bei  der 
obigen  Motette  wird  seinem  Namen 
Wolf enb.  hinzugefügt,  doch  kann  obiges  W. 
sich  auch  aiif  seinen  Geburtsort  Witten- 
berg beziehen.  —  In  B.  Br.  Ms.  24  zwei 
geistl.  Gesge.  zu  8  u.  12  Stim. 

In  Hofb.  Wien  Ms.  19242  Nr.  131: 
Wer  unter  dem  Schirm  des  Höchsten 
sitzt,  2  voc.  c.  org.  P. 

Seliprandi,  Dou  Carlo,  1669 
Musiker  a/d.  Kapelle  der  Kaiserin 
Eleonora,  einer  Prinzessin  von 
Mantua.  1671  schreibt  der  Kaiser 
Leopold  selbst:  „Selibrandi"  dient 
an  meinem  Hofe  länger  als  20  Jahre 
in  der  Musik  (nella  musica).  Er 
war  ein  Priester.  Bertolotti  S.  111 
teilt  aulser  obigem  noch  einen 
Brief  der  Kaiserin  von  1683  mit, 
worin  sie  S.  erwähnt. 

Selins, . . . 

bekannt  durch  ein  Concerto  ä  5 :  Flauto 
traversiere  solo,  2  Y.  Va.  e  Cemb.  Ms. 
Stb.      4  ö     [Schwerin  F. 

Sellbel, . . . 

Im  Ms.  der  B.  Upsala  eine  Ouvertüre 
in  D  U   ä  4.  2  V.  Viola  e  B.  fol.   18.  Jh. 

Seile,  Christoph,  von  1603  bis 
1623  Organist  a/d.  Hauptk.  B.  M. 
V.  in  Wolfenbüttel.   Melch.  Schildt 


wird   sein  Nachfolger  (Viertel]'.  7, 
221.  M.  f.  M.  23,  127). 

Seile,  Thomas,  geb.  23.  März 
1599  in  Zörbig  (Sachsen).  Auf 
dem  Drucke  von  1624  liest  man 
„Cervicca-Saxone,  auch  Zervicca, 
gest.  2.  JuU  1663  zu  Hamburg. 
Er  war  zuerst  zu  Weslingsbüren 
(Wesselburen)  im  Dithmarschen 
und  seit  1624  zu  Heide  Schul- 
Kollege  (1624  heifst  es:  Scholae 
Heidanae  p.  t.  CoUega);  1632  heifst 
es  auf  dem  Titel:  „Cervica-Saxone 
Scholae  Wesseliboreae  p.  te  Rectore.''' 
1636  wurde  er  Kantor  in  Itzhoe 
in  Holstein,  1637  Kantor  am 
Johanneum  zu  Hamburg  und  1641 
Stadtkantor,  Canouicus  minor  und 
Musikdirektor  am  Dome.  1649 
nennt  ihn  Rist  im  Parnass  S.  76 
Organist  a/d.  St.  Katharinenkirche, 
ob  mit  Recht  ist  unerwiesen 
(Mattheson  1,  336.  398.  Sittard  1, 
30.  —  Winterfeld  2,  387  ff.  Allg. 
d.  Biogr.).  Von  seinen  Werken 
sind  nachweisbar: 

1624  a.  Concertatio  Castalidum,  h.  e. 
Musicalischer  streit,  welchen  die  neun 
Göttinnen  bey  dem  Parnasso  concertations 
weise  vntereinauder  eingesteUet . .  .ä  3  voc. 
nach  jetziger  newen  Manier  comp.  Hbg. 
1624  M.  Hering.  3  Stb.  in  4»,  10  Lieder. 
[B.  Br.  B.  Hbg.  B.  Wagener.  Hannov: 
C.    br.  Mus. 

1624b.  DeUciae  pastorum  Arcadiae, 
h.  e.  Arcadische  Hirten-Frewd,  darinnen 
10  newe  weltliche  mit  lustigen  Amo- 
reusischen  Textlein  gezierte  Pastorellen 
begriffen  a  3  voc.  ib.  1624.  3  Stb.  40. 
[B.  Br.  B.  Hbg.  Doubl.  B.  Wagener. 
Hannov:  C.     br.  Mus. 

1627.  Hagio-Deca-Melydrion  h.  e.  10 
geistl.  Concertlein  mit  1.  2.  3.  u.  4  Stim. 
zusampt  dem  Bc.  auff  jetzo  hin  u.  wieder 
gebraeuchliche  italiänische  Invention.  Hbg. 
1627  Lor.  Pfeiffer,  Verl,  des  Aut.  4  Stb. 
[B.  M:  2.  u.  4.  vox  fehlt.     B.  Hbg.  4  Stb. 

1630  a.  Monomachia  h.  e.  concerti 
ecclesiastici  binis  vocibus  c.  Bc.  Hbg.  1630. 
3  Stb.     [B.  Hbg.,  auch  im  Ms.    B.  D. 

1630  b.  Ritornelloram  quinis  et  senis 
vocibus.     Hbg.  1630.     5  Stb.     [B.  Hbg. 

1631.     Geistliches  Brautlied  zu  Ehren 


Seile,  Thomas. 


135 


Sellitfi. 


Vincent  Nannen  über  den  45.  Ps.  mit  2 
bis  12  St.     Hbg.  1G31.     [B.  Hbg.  G  Stb. 

1632.  Einstim.  Hochzeit -Concertlein 
ad  Bc. . .  dem  Du.  H.  Rosenbomio,  Buch- 
händler . . .  compou.  Hbg.  1632  Jac. 
Rebenlein.     2  Stb.     40.     [Upsala:  Bc. 

1634a.  Coucertus  binis  voc.  Hbg,  1634. 
[B.  Hbg.  kompl. 

1634  b.  Deliciae  juveniles  bivocales. 
Hbg.  1634.     [B.  Hbg.  kompl. 

1634  c.  Monophouia  harmonico  . . .  lat. 
una  tantum    voce  human,  ad  Bc.      Hbg. 

1634.  [B.  Hbg.  kompl. 

1635  a.  Amores  musicalcs,  zu  3  St. 
1.  Tbl.     Hbg.  1635.      [B.  Hbg.      Hanuov. 

1635  b.  Concentus  musicus  honori 
nupt. .  . .  Herrn  Pincieri.  Hbg.  1635. 
[B.  Hbg. 

1635  c.      Concertuum    latino  -  sacroram 

2  et  4  voc.  ad  Bc.  Hbg.  1635.  [B.  Hbg. 
kompl. 

1635d.     Conceitus  3  vocales  . . .   Hbg. 

1635.  [B.  Hbg.  kompl. 

1636.  ilouophonetica  . . .  Hbg.  1636. 
[B.  Hbg.  kompJ. 

1637.  3  Hochzeitsgesänge  1.  dem 
Herrn  Hardens.  2.  Herrn  Jürgens.  3. 
Melch.  Schumacher.    Hbg.  1637.    [B.  Hbg. 

1639.  Trostlied  dem  Herrn  Crasio 
Pastori  Exuli.     Wittebg.  1639.     [B.  Hbg. 

1640.  2  Hochzeitslieder  1.  des  Herrn 
Langii.  2.  Herrn  Sal.  Walter.  Hbg.  1640. 
[B.  Hbg. 

1641.  Naenia  manibus  . .  .  J.  Fabricius. 
5  voc.  Hbg.  1641  Eebenlein.  6  Stb. 
[B.  B.     B.  Hbg. 

1646.  Concertuum  lat.-sacrar.  2,  4  et 
5  voc.  ad  Bc.  Lib.  1.  Eostoch.  1646 
J.  Eichel.  6  Stb.  9  Psalmen  u.  1  Messe. 
[B.:Frkft.  B.  Hbg.  Musikfr.  Wieu.  Kopen- 
hagen inkompl.     Paris  Nat. 

1649.  Der  130.  Psalm  zu  5  Stim. 
Hbg.  1649  Eebenlein.     [B.  B.  6  Stb. 

1651a.  Sabbathische  Seelenlust,  das 
ist:  Lehr -Trost -Vermahnung-  und  War- 
nungsreiche Lieder .  .  .  von  Joh.  Bist, 
Lünebg.  Joh.  u.  Heiniich  Stern.  8",  mit 
Eist's  Portr.,  356  pag.,  58  Lieder  mit 
Melod.  u.  B.  [Hofb.  Wien.  B.  W.  B. 
Kgsbg.     B.  Lpz.     br.  Mus.     B.  Br. 

1651b.     Der  LXV.  Psalm  Davids.    Mit 

3  Vocal-  und  2  Instrumental  -  Stimmen 
sampt  zugehörigen!  Bc.  vor  die  Orgel  . . . 
Hbg.  1651  Mich.  Pfeiffer.  6  Stb.  fol. 
[B.  B.     br.  Mus. 

1652  a.  4  stim.  Concertlein  c.  Bc.  Hbg. 
1652  Eebenlein.     5  Stb.     [B.  B. 

1652b.  Trauer  -  Gesang  a.  d.  57.  Ps. 
mit  5  Stim.     ib.     6  Stb.     [B.  ß. 


1653.  Herrlicher  göttlicher  Trost  mit 
8  St.     ib.  1653.     9  Stb.     [B.  B. 

1655a.  Neue  musikalische  Fest- An- 
dachten, bestehend  m  Lehr -Trost- Ver- 
mahnungs-  und  Warnungsreichen  Liedern, 
über  alle  Evangelien  und  sonderbahre 
Texte  .  . .  mit  wohlgesetzten  Melodyon 
können  gespielet  und  gesmigen  werden 
. . .  von  Joh.  Bist.  Lüneburg  1655  Joh. 
u.  Heinr.  Stern.  8''.  347  S.  mit  52  Liedern 
mit  B.  [B.  Kgsbg.  B.  Lpz.  B.  \V.  br. 
Mus. 

1655  b.  Motetta  6  voc.  Hbg.  1655 
Pfeiffer.     7  Stb.     [B.  B. 

Mss.  B.  B.  18885.  Part.  Stück  2:  Jube 
Domine  k  2  cori  c.  foudam.  6  Bll.  —  Ms. 
W96:  5  geistl.  Lieder  f.  1  St.  und  B. 
W  102.  20  geistl.  Lieder  ebenso. 

Ms.  100  a.  B.  Hbg.  3  voll,  in  Tabulatur- 
Partit.  1.  Concertuum  latino  sacrorum 
Lib.  1—4.  —  2.  1.  Tbl.  teutscher  geist- 
licher Coucei-ten;  dito  2.  u.  3.  Tbl. 

Ms.  B.  Hbg.  Tabulatur  teutsch.  geistl. 
Coucerten.  Vol.  1 — 3.  —  Dieselben  in 
Stimmen  zu  2,  4  und  5  Stim.  mit  Bc. 
betitelt:  Opera  musica,  auch:  Concertuum 
latino-sacrorum. 

Ms.  B.  Hbg.  1  vol.  enth.  1.  Decla- 
ratio  monochordi.  —  2.  Kui'ze  Anleitg. 
zur  Singekunst. 

Ms.  B.  Hbg.  26  Gelegenheitsgesänge 
von  1623 — 1655.     Jede  einzeln  mit  Titel. 

Ms.  B.  Hbg.  Geistliche  Gesänge  mit 
4/5  St. 

Ms.  B.  Hbg.  Pro  capella  fidicinia  ad 
Musicophilum. 

Ms.  B.  Hbg.  Chorus  fidicinius  etlichen 
Kirchen-Psalm,  mit  3,  4,  5,  6  u.  7  St. 
u.  Bc. 

Ms.  B.  Hbg.  Contrapimctus  simplex 
componirt  in  Hbg. 

In  B.  Kgsbg.  eine  Violinstim.  zu  einer 
Passio  sec.  Matthaeum. 

5  geistl.  Lieder  mit  B.  in  P.  Sohr's 
Musical.  Vorschmack  16S0. 

4  geistl.  L.  im  Winterfeld  2  '^Eitn.  2). 

Zahn  dnxckt  aus  Eist's  Liedern  22  Me- 
lodien ab,  siebe  5,  417. 

Sellitti  (Selitti,  SelUte,  Seletti 
u.  a.  Varianten),  (xioseffo;  Ger- 
ber 1  sagt,  dass  er  in  Eom  geb. 
ist  und  1733  seine  erste  Oper  Ni- 
tocri  daselbst  zur  Aufführung  ge- 
langte. In  der  Hofb.  Wien  Ms. 
17  566  wird  er  Maestro  di  capella, 
Napolitano  genannt.  Da  seine 
Werke  in  Deutscliland  und  Eng- 


Sellitti. 


136 


Selneccer. 


land  mehrfach  verbreitet  sind, 
muss  er  sich  wohl  später  in  diesen 
beiden  Ländern  hauptsächlich  auf- 
gehalten haben.  Man  kennt  von 
ihm: 

Sesostri,  re  d'Egitto,  Opera  1742.  Ms. 
P.     [Kremsmüüster. 

L'Orazio,  an  opera,  composed,  ,,nel 
Carnevale  1746".  3  voll,  im  Ms.  P.  qu4P. 
[R.  C.  of  Mus. 

11  Cinese  rimpatriato ,  Intermezzo  in 
un'atto,  repres.  ä  Paris  19/6  1753.  Ms. 
P.     [Paris  Topera. 

Nitocri,  Dramma  per  musica,  3  atti  del 
Zeno.  3  voll.  Ms.  20720.  P.  [B.  B. 
Dresd.  Mus.  3  voll.  Ms.  800. 

Cantata  „lo  che  terror  del  mondo"  per 
Sopr.  ed  orch.  In  occasione  delli  Spon- 
sali  tra  L'ltlmi.  Sig.  Marchesi  Gius.  Mac- 
carani,  e  Maddalena  Gabrielli.  Ms.  134. 
P.     [Cambridge  FAV. 

Aria:  Dammi  sol  l'estremo.  Ms.  123. 
P.     [B.  B. 

1  Duetto  ä  2  Sopr.  und  1  Aria  ä  Sopr. 
Ms.  108  u.  756  c.  ström.     P.     [Dresd.  Mus. 

In  Karlsruhe  im  Ms.  905:  Aria:  Se 
per  me  sentite  amore  ä  Alto,  2  V.  Vio- 
letta  e  Cemb.  Stb.  —  Ms.  908  mit  Silliti 
gez.  Concerto  a  Fl.  trav.  2  V.  e  B.  in 
Stb.  Gd.  3  Sätze:  AUg.,  Aud.  Em.,  Presto. 

In  Schwerin  F.  befinden  sich  im  Ms. 
4  Arien  in  P.  u.  Stb.  von  denen  drei  den 
Ort  Capränica  1742  (röm.  Pro\dnz)  tragen, 
ferner  1  Siufonia  a  2  V.  Va.  e  B.  u.  im 
Druck:  Sinfonie  h  4  parties  en  2  cors  ad 
lib.     Paris,  Mr.  Bayard.     Stb. 

In  Musikfr.  Wien:  Cantata  a  voce  sola 
(Sopr.  c.  B.)  Ms.  P. 

Im  br.  Mus.,  Ms.  346,  Samlwk.  von 
Arien  u.  Duette. 

In  Mailand  Cons.  3  Arie  per  Sopr.  c. 
Strom.,  die  3.  von  1740. 

In  Padua,  Cap.  Antouiana  2  Arien  mit 
Instr. 

In  Hofb.  Wien,  Ms.  17  566  P.  qufol. 
8  Arie  con  ström.  Nel  Carnevale  1733 
(wahrscheinlich   aus  obiger  Oper  Nitocri). 

Sclmer,  Heinrich  Christoph, 

geb.  1725  zu  Güstrow,  gest.  1770 
zu  Ludwigslust.  Bildete  sich  zum 
Oboevirtuosen  aus,  trat  in  die  Stre- 
litzer  Hofkapello,  dann  17-48  in 
die  Berliner,  darauf  in  die  Schwe- 
riner, musste  aber  wegen  Über- 
anstrengung die  Musik  aufgeben, 
wurde   als  Sekretär  bei  der  Her- 


zogin von  Mecklenbg.-Schwerin  an- 
gestellt und  erhielt  den  Titel  Hof- 
rat (Gramer  1,  980.     Gerber  1). 

Selneccer  (Seleneccer),  Niko- 
laus, geb.  6.  Dez.  1528  zu  Hers- 
bruck  bei  Nürnberg,  gest.  24.  Mai 
1592  zu  Leipzig.  Sohn  eines 
Protouators,  versah  schon  als  zwölf- 
jähriger Knabe  den  Orgauisten- 
dienst  in  der  Burgkapeile  in  Nürn- 
berg, kam  1549  nach  Wittenberg, 
studierte  Theologie  und  übernahm 
den  seit  Jahren  unbesetzten  Orga- 
nistenposten. In  der  1581  er- 
schienenen Verteidigung  gegen  die 
Schmähschrift  von  Josua  Lagus 
sagt  er,  dass  er  sich  stets  in  wohl- 
habenden Verhältnissen  befunden 
und  sich  als  junger  Mann  nie  um 
einen  Dienst  beworben  habe  (sie?). 
Als  aber  das  Organistenamt  in 
Wittenberg  seit  vielen  Jahren  un- 
besetzt gewesen  sei,  habe  er  sich 
auf  Bitten  seiner  Freunde  bewegen 
lassen  dasselbe  1557  (sie?)  zu 
übernehmen.  Man  habe  aber  einen 
Monat  später  Hennami  Finck  „von 
Hof  aus"  verschrieben.  Dies 
scheiüt  S.  sehr  gekränkt  zu  haben, 
so  dass  er  auf  Finck  seinen  ganzen 
Hass  warf.  Da  Finck  aber  schon 
1554  dahin  berufen  wurde,  so  ist 
obige  Jahreszahl  falsch  (siehe  M, 
f.  M.  11,  63/64  und  Koch  2,  191). 
1554  wurde  S.  Magister,  1557 
Hofprediger  und  Prinzenerzieher 
in  Dresden,  muss  aber  1561  als 
Philippist  sein  Amt  verlassen  und 
geht  als  Professor  nach  Jena,  1568 
von  den  Flacianern  vertrieben, 
geht  er  als  Professor  und  Supe- 
rintendent nach  Leipzig,  wird  dann 
1570  Hofprediger,  Konsistorialrat 
und  Generalsuperintendent  in 
Wolfenbüttel,  legt  den  Grund  zur 
Universität  Helmstadt,  geht  1574 
nach  Lei]Dzig  zurück,  wird  1588 
durch  die  Kryptocalvinisten  seiner 


Selneccer. 


137 


Selvaggi. 


Ämter  entsetzt  und  des  Landes 
verwiesen,  darauf  wird  er  Super- 
intendent in  Hildesheira,  nach 
dem  Tode  des  Kurf.  Christian  von 
Sachsen  aber  in  seine  Ämter  in 
Leipzig  wieder  eingesetzt.  Man 
sieht  aus  obiger  Biographie  wie 
unsicher  durch  die  Religions- 
streitigkeiten im  16.  Jh.  jede  Lebens- 
stellung war  und  das  gepriesene 
Jh.  gar  Manchem  grofses  Leid  ge- 
bracht hat.  S.  war  ein  fruchtbarer 
Schriftsteller,  Dichter  geistlicher 
Lieder  und  Komponist  derselben. 
Sein  Tonsatz  lässt  den  wohlgebil- 
deten Musiker  erkennen.  Er  legt 
in  den  Choralscätzen  die  Melodie 
in  die  Oberstimme.  Urteil  im 
Winterfeld  1,  404.  Zahn  5,  403. 
Yen  seinen  Werken  sind  nach- 
weisbar: 

Christliche  Psalmen,  Lieder,  vnd 
Kirchengesenge,  in  welchen  die  christ- 
liche Lehre  zusam  gefasset  vnd  erkleret 
wird  .  . .  Lpz.  1587  Joh.  Beyer.  4". 
598  S.  mit  4stim.  Liedern.  Selneccer's 
Tonsätze  sind  mit  N.  S.  gez.  Siehe 
Näheres  bei  Zahn  6,  74,  der  auch  Ton- 
sätze und  Melodien  mitteilt.  [Gotha. 
B.M.  B.  G.  B.K.  B.  Zw.  B.  Frkft. 
B.  B.    br.  Mus. 

Aufgenommen  sind  von  seinen  Ton- 
sätzen in  den  Hymnen  von  Clauderus,  in 
Vopelius  Gesgb.  1682,  in  Joh.  Chr.  Küh- 
nau's  Choralgesge.  2.  Tbl.  In  Joh.  Geo. 
Ebeling's  geistl.  Andachten  von  Ger- 
hard 1667. 

In  Praetorius  (Mich.)  8.  Teil  der  Musae 
Sioniae  1610  Nr.  273  mit  Selneccer  gez., 
im  Text  aber  ist  Joachimus  Magdeburgus 
genannt.  —  In  "Wolfg.  Ammonius'  Libri 
tres  Odarura  1579  folgen  am  Ende  des 
3.  Buches  Odeu  von  S.  (siehe  Bohn's 
Kat.  S.  196,  1579). 

Im  Winterfeld  1,  Nr.  106,  ein  Tonsatz. 
3  in  neuen  Ausgaben  (Eitner  2). 

Seiner.  Drei  Musiker  dieses 
Namens  standen  in  Braunschwei- 
gischen Diensten.  Christoph  ist 
1606  auf  Urlaub,  Daniel  war  um 
1614  auf  Urlaub  in  dänischen 
Diensten  u.  wird  in  Braunschweig 
erwartet.      Gabriel  wird  1606  er- 


wähnt und  beträgt  sein  Geh.  270 
Gld.  (Chrysander  1,  150).  Letzterer 
wird  bereits  1584  vom  Kurf.  von 
Sachsen  dem  Kurf.  von  Brandenbg. 
empfohlen,  bis  dahin  stand  er  in 
Sachs.  Diensten  (s.  Staatsarchiv). 

Seiner  (Sülner),  Johannes,  geb. 
um  1525  zu  Neuburg  i/d.  Pfalz, 
gest.  Ende  Nov.  1583  zu  Leubnitz 
b.  Dresden;  studierte  zu  Witten- 
berg Theologie  (eingeschrieben  den 
16.  Juni  1550),  versah  die  Kantor- 
stelle in  Wittenberg  und  wurde 
1553  zum  Kreuzkantorat  in  Dres- 
den berufen,  führte  aber  das  Amt 
nicht  zur  Zufriedenheit.  Endlich 
sah  er  seinen  Hauptwunsch  einer 
geistlichen  Stelle  erfüllt,  die  er 
am  Anfange  1560  als  Pfarrer  in 
Leubnitz  b.  Dresden  erhielt.  1577 
uuterz.  er  die  Coucordienformel. 

In  einem  alten  Verzeichnis  von  Noten- 
bestäuden  (Archiv  des  Landeskonsistoriums 
in  Dresden  und  im  Ratsarchiv)  werden 
5  Bände  Kompos.  von  S.  angeführt  (Vier- 
tel]. 10,  255). 

Selva,  Griovanni  Elia,  Abbate; 

in  der  B.  M.  befinden  sich  6  Trios  für 
2  V.  u.  Vcl.  im  Ms. 

Selvaggi,  Gaspare,  geb.  13.  Jan. 
1763  zu  Neapel,  gest.  ebd.  um 
1847.  Florimo  nennt  ihn  mehr- 
fach einen  Dilettanten,  ohne  Nähe- 
res mitzuteilen.  Fetis  schreibt:  Er 
genoss  seine  Erziehung  im  Priester- 
Seminar,  machte  unter  Zingarelli 
Kompositions-Studien,  dann  unter 
Aless.  Speranza.  1794  ging  er 
nach  Paris  und  gab  Gesangs-  und 
theoretischen  Unterricht,  publizierte 
auch  2  Sammlungen  Romanzen  bei 
Nadermann.  Von  hier  ging  er 
gegen  1811  nach  London,  kehrte 
aber  nach  6  Monaten  nach  Neapel 
zurück,  von  der  Königin  Murat 
zum  Vorleser  ernannt,  dabei  er- 
füllte er  auch  wieder  seine  Pflich- 
ten als  Priester  und  wurde  Mit- 
glied  der   Akademie  in   der   Ab- 


Selvaggio. 


138 


Senaille. 


teilung  für  Arclieologie.  Seine 
literarischen  Arbeiten  bestehen 
aus  einem  philosophischen  Werke, 
einer  üebersetzung  der  Tragödien 
Eiiripides  und  einer  theoretischen 
Musik-Abhandlung,  betitelt : 

Trattato  di  armouia  ordiuato  con  miovo 
metodo,  e  corredato  di  tavole  a  dicliiara- 
zione  delle  cose  in  esso  esposte.  Napoli 
1823  Eaff.  Miianda.  Auf  dem  Titel  fehlt 
der  Autorname.  8".  169  S.  33  Tafeln 
mit  Musikbeisp.  [Bologna.  Brüssel.  B.  B. 
Mailand  Cons. 

6  ßomances  Italiens  avec  acc.  de  Pfte. 
Oll  Harpe  et  V.  oe.  4.  Paris,  Mlles. 
Erard.     Part.     [B.  AVagener. 

Cavatina  „Che  fa  il  mio  bene"  per 
Sopr.  c.  Quartette.    Ms.  P.    [Mailand  Cons. 

Selvaggio,  siehe  Eusliii,  Simon. 
Sembucci,  Micliaele, 

ist  in  Beruh.  Schmid's  IL  Orgelbucho 
von  1607  mit  1  Tonsatze  vertreten. 

Semilli,  Richard  de,  ein  Trou- 
badour des  13.  Jhs.,  von  dem  die 
Nationalb.  zu  Paris  14  Chansons 
besitzt. 

Seiniiiiati,  Santino,  bez.  sich 
1619  u.  1620  als  Organist  an  der 
Kathedrale  zu  Ceneda  (bei  Treviso). 
Er  gab  heraus: 

Compieta  a  8  voci  con  il  Bc.  di  . . . 
Yen.  1619  Vincenti.  9  Stb.  4«.  [Bo- 
logna: A  1.  B.  1.  T.  2  Bc. 

Salmi  in  Coneerto  facili  et  commodi 
da  cautarsi  a  6  voci  con  la  parte  grave 
contiuuata  per  l'organo  di  . . .  Op.  3. 
Ven.  1620  ib.  7  Stb.  4^.  [Bologna  nur 
1  Stb.  mit  C  bez.,  Abdr.  der  Dedic.  Kat. 
2,  310. 

Seniler,    Franz    Xaver,    geb 

8.  März  1772  (zu  Berlin?),  gest. 
27.  Febr.  1857  zu  Berlin.  Ein 
Bratschist,  der  zuerst  in  der  Ka- 
pelle des  Markgrafen  von  Schwedt 
diente,  1790  in  die  Kgl.  Kapelle 
zu  Berlin  eintrat  u.  die  Bratschen- 
stimme im  Quartett  König  Friedr. 
Wilh.  IL  spielte.  Seit  1802  trat 
er  sogar  in  Konzerten  als  Bratschist 
auf.  1841  wurde  er  pensioniert 
und  erreichte  das  hohe  Alter  von 
84  Jahren  (Ledebur). 


Semmler,  Christoph,  geb.  2. 
Okt.  1669  zu  Halle,  starb  ebd.  um 
1740.  Er  gilt  als  der  Erfinder 
eines  Metronoms,  der  jedoch  nicht 
praktisch  verwertet  wurde.  In 
seiner  Schrift: 

Jüdische  Antiquitäten  der  hlg.  Schrift, 
Halle  1708  in  12«,  handelt  das  15.  und 
16.  Ka|)itel  über  die  Musik  der  Le\'iten, 
die  Mizler  in  seiner  Bibl.  Bd.  2  p.  71  ab- 
druckte. —  Im  Conserv.  zu  Brüssel  be- 
finden sich  Cantaten  zu  4  Stim.  mit  2  V. 
Va.  u.  B.  Ms.  Stb.  nur  mit  Semmler  gez. 
1.  Ein  Kindelein  so  löbelich,  mit  1729 
gez.,  nebst  einem  2.  variirenden  Exem- 
plare.    2.  Erstaunet  ihr  Himmel,  s.  a. 

Seiiaill6  (Senallio),  Jean-Bap- 
tiste,  gewöhnlich  ohne  Vornamen 
mit  le  ßs  bez.,  geb.  23.  Nov.  1687 
zu  Paris,  gest.  ebd.  29.  April  1730. 
Violinschüler  von  Queversin,  einer 
der  24  Geiger  der  Kgl.  Kapelle 
Louis  XIV.  Castil-Blaze  S.  146 
bez.  ihn  als  Haute-Contre  de  Vio- 
lon.  Wurde  darauf  Vorsteher 
(prevOt)  beim  Tauzmeister  Bonne- 
fons.  ging  dann  zu  seiner  Vervoll- 
kommnung nach  Italien  und  hielt 
sich  längere  Zeit  in  Modena  auf. 
Valdrighi  12,  79  verz.  ihn  bis 
1719  als  Violinisten  in  Modena. 
1719  kehrte  er  zurück  und  trat 
in  den  Dienst  des  Herzogs  von 
Orleans  (Fotis).  Er  bez.  sich  auf 
seinen  Drucken  mit  „ordinaire  de 
la  musique  du  Roi".  Man  kennt 
von  ihm: 

Senates  ä  V.  seul  avec  la  Bc.  Paris 
chez  l'auteur,  Boivin,  Foucault.     fol. 

Liv.  1.     1710.     10  Sonaten  44  S. 
„    2.     1712.     10       „        51  S. 


3. 

1716. 

10   , 

47  S 

4. 

1721. 

10   , 

59  S 

5. 

1727. 

10   , 

53  S 

[B.  B.  Liv.  1—4.  B.  Wagener  Liv.  1—5. 
Paris  Nat.  liv.  1.  2.  Paris  Arsenal  1.  2. 
Stadtb.  Besauvon  liv.  1.  Hofb.Wien  1—4. 
Die  Musikfr.  Wien  besitzen  auch  den 
Druck,  doch  sagt  der  Kat.  nicht  welcher 
liv.,  ebenso  der  Kat.  des  Cons.  zu  Paris. 
In  B.  Rostock  liv.  1.— 4.  Dresd.  Mus.  liv.2. 
In  Maupetit's  Menuets  einige  Nrn.  mit 
Senalier  gez.    In  Deldevez'   neuer  Ausg. 


Senal. 


139 


Senfl. 


(Eitner  2)  1  Sonate.    In  Moffat's  Meister- 
schule  (Simrock)  1  Fiece. 

Senal  (Senel),  ...  ein  Böhme, 
Virtuose  auf  der  Nagel-  oder  Stift- 
liarmonika,  lebte  in  Wien,  begab 
sich  um  1783  mit  seinen  beiden 
Nichten  auf  Konzertreisen  und 
liefs  sich  in  Ludwigsburg  mit  Trios 
hören  (Gerber  1). 

Seiidel,  .  . .  lebte  an  der  Grenze 
des  18.  Jhs.  und  zeigt  Gerber  2 
eine   Kantate:    die   Harmonie,   im 

Ms.  an. 

Ein  Scndelius  wird  im  Verz.  der  Musi- 
kalien der  Kantoreigesellschaft  zu  Pirna 
vom  Jahre  165-4  mit  dem  Werke  Suspiria 
musicalia  genannt. 

Seiieca,  . . . 

Die  B.  K.  Ms.  fol.  61  besitzt  in  einer 
Sanilg.  Tänze  ein  Bransle  a  4,  gez.  mit 
le  20.  Oct.  1668.  Wahrscheinlich  ist  da- 
mit Aut.  Senece  gemeint. 

Senece  (Sene(;'ai),  Antoine  Bau- 
derou  Sieur  de,  geb.  13.  Okt.  1643 
zu  Ma^on,  gest.  1.  Jan.  1737.  1673 
wurde  er  Kammerdiener  der  Kö- 
nigin Marie -Therese,  Frau  Louis 
XIV.,  dann  bei  der  Herzogin  von 
Angouleme.  Nach  deren  Tode  zog 
er  sich  zurück.  Fetis  sagt  nicht 
wohin.  Er  war  als  Dichter  und 
Schriftsteller  bekannt  und  hatte 
für  Lully  mehrere  Texte  geschrie- 
ben. Nach  LuUy's  Tode  gab  er 
anonym  eine  kleine  Schrift  heraus: 

Lettre  de  Clement  Marot  ä  M.  de  ***, 
touchant  ce  qui  s'est  passe  a  Tarrivee  de 
Jean-Baptiste  de  Lully  aux  Champs-Ely- 
sees. A  Cologne  1688  P.  Marteau.  12^ 
119  S.  Beschreibung  in  Wockerlin's  Kata- 
log.    [C.  P.    Biüssel. 

—  Neue  Ausg.  Lyon  1825.  8".  59  S. 
[B.  B.    Brüssel. 

Eine  deutsche  Uebersetzung  in  Mar- 
purg's  bist.  Beiträgen  Bd.  3,  S.  387  und 
im  Auszuge  in  HiUer's  wöchentl.  Nach- 
richten 1767  S.  234,  der  auch  den  Namen 
des  Verfassers  bekannt  giebt. 

Senel,  . . .  trat  1756  als  Lauten- 
spieler in  London  auf  (Pohl  2,  374). 
S6neschal,  siehe  Le  Senesclial, 

Giles. 


Senf,  H . . .  C . . .  L . . .,  Pfarrer 
in  Chursachseu  Ende  des  18.  Jhs., 
schrieb  für  das  Göttinger  Musen- 
almanach Gedichte  mit  Melodien 
und  gab  dieselben  dann  gesammelt 
unter  dem  Titel  heraus:  Gedichte 
von  Filidor  mit  Musik.  Lpz.  1788. 
[B.  Lpz. 

Senif,  Johann,  um  1621  Altist 
an  der  Hofkapelle  in  Halle.  Scheidt 
widmet  ihm  u.  a.  seine  Sammlung 
Paduanen. 

Senfl   (Sennffl,   Senfel,  Senffei), 
Ludwig,    der   Schweizer,   wie    er 
sich    unterschreibt,    ist    am    Ende 
des    15.  Jhs.    in    Zürich    geboren 
und  da  ihn  David  Köler  in  seinen 
Psalmen    am    1.    Juni    1554     als 
einen  noch  Lebenden  und  Forster 
am  31.  Jan.  1556  als  Verstorbenen 
bez.,   so    wird   das  Jahr    1555    als 
das  Zutretfenste  seines  Heimganges 
sein.     Er  soll   ein  Schüler  Isaac's 
gewesen    sein,    dessen    Posten    er 
nach  Isaac's  Abreise  nach  Florenz 
am   Ksl.  Hofe  in  Innsbruck   1515 
erhalten   haben    soll,    er  wird   im 
Wiener    Status    des    Hofgesindes 
1519  unter  den  Altisten  verz.  (La 
Mara  5).    Als  Ks.  Karl  V.  1520  auf 
den  Thron  kam,  wurde  S.  mit  einer 
Provision   von   50  Gld.  rhein.   auf 
Engelhartszell  angewiesen  u.   ent- 
lassen,    gez.     19.  Febr.    1520    in 
Augsburg.     S.  muss  eine  Zeitlang 
in   Augsburg   gelebt  haben,    denn 
er   hatte   das   im  Jahre    1520    er- 
schienene Samlwk.  Liber  selectarum 
cantionum    (Eitner    1,     1520)    auf 
Konrad    Peutinger's    Wunsch    zu- 
sammengestellt und  redigiert,  wohl 
auch  die  Korrektur  überwacht  oder 
selbst  gemacht.     1526   berief   ihn 
der  Herzog  Wilhelm   von   Baiern 
an  seinen  Hof   (wie   die  Quinque 
salutationes  uns  belehren).     Seine 
Briefe    unterz.     er    mit    „Ludwig 
Sennffl    fürstlicher    Componist   zu 


Senfl. 


140 


Senfl. 


München"  (4.  Bd.  der  Publikation, 
8°.  S.  67.  Die  dort  mitgeteilte 
Biogr.  bedarf  mannigfacher  Yer- 
besserungen,  doch  die  Briefe  und 
Bibliographie  sind  beachtenswert. 
Nachschrift.  Obige  Biographie  ist 
zum  Teil  überholt  durch  die  in  den 
bayerischen  Denkmälern  3.  Jahrg. 
von  den  Herren  Dr.  lliürUngs  und 
Dr.  Kroijer  umfangreichen  biogra- 
phischen Untersuchungen,  die  mir 
zu  spät  bekannt  wurden,  aber  im 
Auszuge  sich  in  den  M.  f.  M.  1 903 
befinden.  Der  Biographie  schliefst 
sich  die  Partitur  der  Magnificat 
octo  tonorum  1537  an,  denen 
sämtliche  "Werke  folgen  sollen, 
Senffs  geistliche  Kompositionen 
sind  noch  ganz  in  der  damals 
niederländischen  strengen  Satz- 
weise geschrieben  und  zeigen  ihn 
als  einen  tüchtigen  Kontrapunktiker 
von  grofser  Tiefe  bei  oft  herber 
Ausdrucksweise,  während  er  im 
deutschen  mehrstimmigen  Liede 
den  Kontrapunktiker  nicht  ver- 
leugnet, doch  aber  sanftere  Töne 
anschlägt.  Mit  ihm  stirbt  das  alte 
deutsche  Lied  ans  und  wird  von 
Ausländern  verdrängt,  erhebt  sich 
aber  durch  Hassler  in  moderner 
Verjüngung.  Senfl 's  bekannte 
Druckwerke  sind  folgende: 

Varia  carminum  genera,  quibus  tum 
Horatius  tum  alii .  .  .  Norimbg.  1534  Form- 
schneider. 4  Stb.  qu40.  31  Nrn.  Das 
Vor-wort  an  B.  Schrenck  übersetzt  im 
Winterfeld  1.  169 ff.  Abdruck  der  4stim. 
Oden  in  P.   in  Viertelj.  3,    50  ff.      fB.  M. 

B.  B:  Media  vox.  Jena:  Disc.  Glasgow 
4  Stb. 

In  den  Hoffhaimer'schen  Horaz.  Oden 
von  1539  befinden  sich  am  Ende  auch  9 
von  Senfl,  in  Viertelj.  ib.  S.  26  abgedruckt. 

Quinque  salutationes  D.  N.  Jesu  Christi 
ex  illustrissimi  Priucipis  et  Domiui  Wil- 
helm! . . .  Noribg.  1526.     fol.     Wird   von 

C.  F.  Becker  p.  119  und  Proske  Musica 
divina  IV.  Vorwort  erwähnt.  Im  Ms. 
ohne  Jahr  mit  obigem  Titel  s.  1.  et  a  be- 
sitzt  es   die   B.  M.,   Ms.  89  und   die   B. 


Brüssel  im  Ms.  1808,  fds.  Fetis,  in  einer 
Kopie  in  P.  von  Ferne,  letztes  Stück.  Es 
enthält  5  Gesänge,  siehe  Maief  s  Hds.  Kat. 
Im  Kat.  des  C.  P.  ist  es  auch  verz.  ohne 
Angabe  ob  Druck  oder  Ms. 

Magnificat  8  toni  (4/5  voc.)  Noribg. 
1537  Formschneider.  4  Stb.  qu40.  [B.B. 
B.  M.  B.  K.  4  Stb.  defekt.  Dresd.  Drei- 
königskirche :  C  A.  T.     Hofb.  Wien. 

Canon  4  voc.  Einzeldruck,  Bl.  in  fol. 
[B.M. 

In  M.  f.  M.  24,  157  wird  ein  geduick- 
tes  Chorbuch  der  Kgl.  Landesb.  in  Wies- 
baden beschiieben  auf  dessen  2.  Bl.  Lu- 
douicus  Senffl  1558  steht  und  darauf  1 
Messe  folgt,  nach  dieser  kommen  noch 
6  andere  Messen.     Eine  Druckfirma  fehlt. 

Mss.  in  B.  B.  20  740.  Part,  von  neuerer 
Hd.  Die  sieben  letzten  Worte  des  Er- 
lösers am  Kreutz,  9  Sätze  zu  4  St. 

—  Ms.  Z  24.  Chorb.  von  Soph.  Pa- 
minger  1599  geschrieben  enth.  neben 
Isaac's  Choralbuch:  Addita  quaedam  von 
L.  S. 

—  Ms.  Z  13.  Chorb.  des  16.  Jh.  fol. 
134:  Missa  sup.  Psalm:  Nisi  dominus  4 
voc.  —  fol.  182:  De  profundis  clamavi, 
c.  2.  p.  5  voc.  —  fol.  196 :  Nisi  dominus, 
c.  2.  p.  4  voc. 

—  Ms.  147  in  K.  Magnific.  8  tonorum. 
Stb.  Kopie.  —  Ms.  232  in  K.  1.  Discu- 
buit.  2.  Beati  omnes.  3.  Usquequo,  in 
Stb.  —  Ms.  233  in  K:  Canon,  0  ciux 
ave.  —  Ms.  Z  26,  Orgelb.  von  Kleber  1520, 
fol.  149:  Ich  stund  an  einem  morgen,  f. 
Orgel  bearbeitet. 

—  Ms.  W34  in  P.  1.  Veni  sancte 
Spiritus  4  v.  2.  Genuit  puerpera  regem 
5  V.  3.  Ecce  Maria  genuit  4  v.  4.  Na- 
tivitas  tua  Dei  fili  4  v.  —  W  94  in  P. 
3  deutsche  weltliche  Lieder  4  v.  —  AV  96 
in  P.  4  deutsche  weltl.  u.  2  geistl.  Lie- 
der 4—6  Stim.  W  99  in  P.  Christ  ist 
erstanden  6  voc. 

In  Joh.  Walther's  Gesangbüchlein  von 
1525,  5  Stb.  am  Ende  augehängte  hds. 
Gesänge  von  S.     [B.  B. 

Mss.  in  B.  M.  Ms.  9  Chorb.  Missa 
domiuicalis  4  voc.  Ms.  10  Chorb.  Missa 
paschalis  5  voc,  und  in  Part.  Missa  Sig- 
num crucis  4  voc.  1573  kopiei-t.  Ms.  60 
Chorb.  4  Messen  4  voc.  Aufserdem  zahl- 
reiche Hymnen  und  Sequenzen,  Messen- 
officien  (Introit.  Gradual.  etc.),  Motetten, 
Psalmodie.  In  Ms.  43  fol.  107  ein  Salve 
regina  4  voc.  in  8  part.  wird  als  Auto- 
graph bezeichnet.  Siehe  Maier's  Kat.  der 
Hds.  Einiges  auch  in  moderner  P.,  die 
im  Kat.  fehleu. 


Senfl. 


141 


Senger,  . 


Mss.  in  B.  Br.  5  lat.  Gesänge.  ,,Vita 
in  ligno''  in  5  Teilen,  bisher  nur  in  3 
Teilen  bekannt  in  4  Mss.  vorhanden.  1. 
Da  Jacob  das  Kleid  ansach  5  voc.  im 
Druck  nur  zu  4  Stirn.  Ms.  10. 

Mss.  in  B.  Proske.  Missa  paschalis, 
Part.  Also  heilig  ist  der  tag  6  voc.  Christ 
der  ist  erstanden  u.  a.  t)er  Kat.  A IV. 
verz.  33  lat.  u.  deutsche  Gesänge  in  alten 
Mss.  —  Im  Cod.  Pernner  befinden  sich: 
In  Gotes  namen  faren  wir  5  v.  Maria 
zai't  4  V.  Discubuit  Jesus.  Ecce  Maria. 
0  boue  Jesu.  Pauge  liugua  und  noch 
14  Gesänge. 

—  In  der  Abtlg.  Butsch,  5  Stb.  qu40. 
von  1538  (Kat.  211)  mit  L.  Senfel  u.  L. 
S.  gez: 

Pater  peccavi,  in  3  Teile  zu  4  u.  .5  St. 
Da  pacem  4  voc.  Onines  gentes  c.  2.  p. 
5  voc.  Tota  pulchra  es  in  3  Teil.  5  voc. 
Grates  nunc,  c.  2.  p.  5  voc.  Christe  qui 
lux  4  voc.  Sum  tuus  in  vita  4  v.  Sau- 
lus  autem,  c.  2.  p.  5  voc.  lllurainare 
Hierusalem  4  voc.  Nescens  mater  4  v. 
Media  vita  c.  2.  p.  5  v. 

—  Im  Ms.  940  zwei  Gesge. 

In  B.  Kassel,  Ms.  4»  24,  4  Stb.  von 
1535-1550,  mit  L.  S.  gez.  Nr.  12  (De 
profundis),  Nr.  G3  (Omues  gentes),  Nr.  74 
(Ecce  quam  bonum),  Nr.  94  (Usque  quo). 

Mss.  in  B.  Dresd.  4  lat.  Mot.  und  1 
Canon  im  Druck. 

Mss.  in  B.  Zw.^  der  gedr.  Kat.  verz. 
S.  296  43  lat.  und  deutsche  Gesge. 

Mss.  in  Basel  F.  X.  1—4  enthält  38 
deutsche  Lieder  u.  lat.  Ge.sge.  meist  unter 
den  Buchstaben  L.  S.  In  F.  X.  5 — 9 
Nr.  27  De  profundis  clamavi  c.  2.  p.  5  voc. 

Hofb.  Wien,  Ms.  18810,  5  Stb.  von  c. 
1530:  Alles  regetz,  4  voc.  fo.  3  a.  —  3 
Carmen  4  voc.  ohne  Text,  fo.  4.  5.  6.  — 
Die  priinleiu  die  da  fliefsen  6  voc.  fo.  45. 
—  Es  taget  vor  dem  walde,  5  voc.  — 
Im  Tenor  die  Melodie  zu:  M.  dein  bin 
ich.  —  Helena  desiderio  plena,  5  voc. 
fo.  44  mit  der  Ueberschiift  28.  Sept.  1533, 
im  Tenor:  Fortuna.  —  Jetzt  schayden 
pringt  mir  schwer,  4  voc.  fol.  10  =  Ott 
1544,  74.  —  Ich  stund  an  einem  morgen 
5  voc.  fo.  44,  Tenor:  Fortuna.  —  Ich  sag 
und  clag  4  voc.  3  Str.  fo.  49.  —  Kain 
sach  mir  nye  auff  erden,  5  voc.  3  Str. 
fo.  40.  —  K.  dein  bin  ich  5  voc.  3  Str. 
fo.  48  b  4  mal  die  Melodie  mit  anderen 
Texten  bearbeitet.  —  Lust  hab  ich  gehabt 
zur  Musica,  4  voc.  12  Str.  fo.  36,  das 
Gedicht  soll  auch  von  S.  sein,  abgedr.  in 
Cäcilia  von  Schott  Bd.  25,  120.  —  M. 
dein  bin  ich,   5  voc.  fo.  50  b  u.  fol.  51b. 


—  Lamentatio  4  voc.  fo.  4  b.  —  Nasci 
pati  mori,  5  voc.  Ten:  Fortuna,  im  Disc. 
21.  Sept.  33.  Text  vollst.  —  Ob  glück 
hat  ueyd,  4  voc.  fo.  11.  —  Unseglich 
schmertz  entfindt  mein  hertz,  4  v.  3  Str. 

—  Virgo  prudentissima,  5  voc.  Ten:  For- 
tuna, 5  voc.  fo.  45  überschrieb.  1.  Oct. 
1533.  —  Warhafftig  mag  ich  sprechen 
wol,  4  v.  3  Str.  fo.  47  =  Ott  1.534  Nr.  83. 

—  On  allen  schertz  4  voc.  3  Str.  fo.  52. 

—  Dem  ewigen  got,  4  voc.  fo.  53  b.  — 
AI  brecht  mii-s  schwer  und  gros  leid,  4 
voc.  fo.  51b.  —  In  lieb  und  freid,  hab 
ich  mein  bescheid,  4  voc.  fo.  55  b.  —  Ich 
armer  man,  5  voc.  fo.  56  a,  in  der  5  a. 
Ach  Gott  wem  soll  ichs  klagen  und  Con- 
tratenor: Mein  herz  ist  alles  traurens  vol. 

In  der  Universit.-ßibl.  in  München,  4 
Stb.  im  Ms.,  beschrieben  in  M.  f.  M.  32, 
Nr.  6,  befinden  sich  24  Lieder,  siehe  das 
Eegister  in  den  Monatsheften. 

B.  Brüssel  fds.  Felis  Ms.  1810  Nr.  15. 
Ps.  50,  5  voc.  Miserere.     P. 

Ein  Eätzelkauon  mit  Auflösung  in  M. 
f.  M.  14,  94  und  Verbesserung  S.  190. 

Im  Gothaer  Cantionum  ecclesiasticus 
lib.  Ms.  in  gr.  fol.  eine  Missa  fol.  302. 

1  Tousatz  in  Gallus  Dressler's  Practica 
modoium  1561. 

Laudate  Dominum  6stim.  sechsfacher 
Kanon  in  Nicol.  ßoggius'  Musicae  practi- 
cae  1566.  —  In' Dilliger  1622  c  Non 
moriar  3stim.  bearbeitet. 

In  alten  Samlwk.  189  deutsche  Lieder 
und  76  lateinische  Messen,  Motetten  u.  a. 
(Eitner  1). 

In  neuen  Ausg.  94  Gesge.  (Eitner  2). 
In  Ambros'  5.  Bd.  Musikgesch.  S.  385  bis 
403:    Ave  rosa  sine  spinis  5  v.  c.  2.  p. 

—  Wol  kumpt  der  Mai  4  voc.  —  Im 
Maien,  im  Maien  (1534).  —  Ueber  den 
GesaDg  „Non  moriar"  M.  f.  M.  22,  64. 

Seiift,  Luigi,  1795  Klarinettist 

am  Kgl.  Tiieater  zu  Florenz  (Text- 

bucli    zu    Portoga llo 's    Lo    stratt- 

gemma.  B.  B.).      Ob    das    folgende 

Werk  von  iliin  ist,  bleibt  fraglich: 

Concerto  in  D  f.  Ciavier  zu  4  Hd.  mit 
2  V.  Va.  u.  B.  Ms.  Stb.  [Brüssel  Cons., 
ohne  Yoi'uameu.  Ebenso  in  B.  Schwe- 
rin F.  unter  Senfft,  ohne  Viola.  Ms.  Stb. 

—  Gerber  1  verz.  ihn  1780;  im  Breit- 
kopfschen  Verz.  ist  er  schon  1770  mit 
obigem  Konz.  angezeigt. 

Seliger,  ...  um  1779  Organist 
an  St.  Jakob  in  Prag,  gab  öfter 
Orgelkonzerte    (Gjrowetz,    Selbst- 


Senger,  Job.  Friedr. 


142 


Serafini. 


biogr.     Ich   vermute^    dass   er  da- 
mit Seegr  meint). 

Senger  (nicht  Serger  wie  Forkel 
1,  133  schreibt),  Joliaim  Fried- 
rich, war  um  1773  neben  Fried- 
rich Seemann  Hoforganist  an  der 
Hofkapelle  in  Stuttgart  (Sittard  3, 
149). 


Senolier, 


ein  französischer 


Komponist  des  18.  Jhs.,  der 

im  Ms.  6208,  einem  Samlwk.  der  Kgl. 
Hausbibl.  zu  Berlin,  mit  einer  Sonate 
„ä  basse  de  Yiole  avec  accomp."  vertreten 
ist  (Basse  de  Viole  ist  die  Gambe). 

Sens,  Iml)ert,  ein  Virtuose  auf 
dem  Serpent  in  Paris  um  1780, 
gab  eine 

Nouvelle  meÜiode,  ou  principes  raison- 
nes  du  plain-chant,  dans  sa  perfection, 
tires  des  Elemens  de  la  musique,  cont. 
aussi  une  Methode  de  Serpent  . .  .  Paris 
1780  la  veuve  Ballard.  l2o.  268  S.  her- 
aus (Gerber  2). 

Seiiserre,  siehe  Sanserre. 
SensiHo,  . . . 

In  B.  M.,  Ms.  P.  ein  Ave  regina  4  voc. 

Senter,  . . . 

gab  um  1783  zu  Paris  6  Violinduos 
op.  1  heraus  (Gerber  1).  1796  erschien 
op.  2,  6  Duette  (Gerber  2). 

Seiiterre,  Pierre,  siehe  Sanserre. 

Senus,  Adrian,  Praeceptor  der 
Chorknaben  an  der  Hofkapelle  in 
Wien  um  1543  (Köchel  1). 

Sepp,  Pater  lldephons(Alphons), 
geb.  6.  Okt.  1653,  gest.  13.  März 
1713  im  Kloster  Mariaberg  in  Tirol, 
in  welches  er  1672  eintrat.  Er 
wird  als  Komponist  gerühmt  (Kom- 
müller  1,  419). 

Sepp,  Karl,  diente  in  der  kurf. 
Kapelle  zuerst  in  Manniieira,  dann 
von  1778  ab  in  München;  einmal 
verz.  ihn  die  Akten  als  Violinisten, 
dann  wieder  als  Bratschisten.  Auch 
als  Sepp  junior  wird  er  schon 
1776  in  Mannheim  mit  220  Gld. 
Gehalt  als  2.  Violinist  angeführt. 
1780  petitioniert  er  immer  noch 
um    Ersatz    der    Reisekosten    von 


Mannheim  nach  München.  Seinen 
Tod  fand  ich  im  Totenregister  der 
Frauenkirche  verz.,  doch  wird  das 
Datum  den  Begräbnistag  bezeich- 
nen: 9.  März  1798,  44  J.  alt.  Am 
26.  wird  er  erst  dem  Kurf.  ge- 
meldet. 

Williehn  Sepp  war  auch  kurf.  Hof- 
mubilvus  und  starb  nach  dem  Totenregister 
am  20.  April  1791,  76  Jahr  alt.  Dem- 
nach wäre  dies  der  Senior. 

Fr.  Walter  verz.  Karl  als  Violinsten 
in  Mannheim  von  1771 — 78  und  Wilhelm 
von  1747  ab  als  Violinisten  und  von  1759 
ab  als  Bratschisten  bis  1778,  womit  Wal- 
ter's  Darstellung  abbricht.  Demnach  ist 
der  Bratschist  nicht  Karl. 

Sepp  (Seppi),  Paul,  Altist  an 
der  HofkapeLle  in  Dresden,  Jässt 
1675  seine  Familie  aus  Regens- 
burg nachkommen  (s.  Staatsarch.), 
nach  Fürstenau  1,  93  —  98,  der  ihn 
Seppi  nennt,  diente  er  von  1666 
bis  c.  1680  mit  600  Thlr.  Gehalt. 

Die  B.  B.  besitzt  im  Ms.  20600,  P. 
Stück  3,  ein  Kyrie  et  Gloria  4  voc.  c.  3 
instrum.  et  Bc.  8  Bll.  aus  dem  17.  Jh. 
mit  R.  P.  Sepp  gez.  Fraglich  ob  es  von 
obigem  ist.  —  In  der  Bibl.  der  kathol. 
Kirche  in  Dresden  unter  Paolo  Seppi  ein 
Beatus  vir  a  4  voc.  a  capella. 

Septiesme  livre  des  chansons 
ä  4  parties,  siehe  Phalese  1560 d. 

Sepulveda,  . . . 

ist  durch  Lautenpiecen  in  Valderavauo's 
Musis  dicatum  1547  bekannt. 

Seracini,  Claudio,  zu  Siena 
geb.,  gab  1624  heraus: 

Seste  musiche,  aus  dem  Burney  3,  528 
eine  Passage  für  Gesang  wegen  ihrer  Ge- 
schmacklosigkeit mitteilt.  Wo  das  Werk 
selbst  sich  befindet  ist  mir  nicht  bekannt. 

Serafleo,  siehe  Nardö  Benedetto 
Serafico  di. 

Serafin,     Antonio,     war     um 

1765  Priester  und  Bassist  am  S. 
Marco  in  Venedig  (Caffi  2,  48). 

Serafini,  Seraflno,  da  Salu- 
deccio,  Kapellmeister  am  Dome  zu 
Sinigaglia  (Titel),  gab  heraus: 

Tl  1.  IIb.  delle  Canzoni  capricciose  a 
4  voci  .  .  .  Ven.  1584  Ang.  Gardan  o. 
4  Stb.     qu40.     21  Ganz.     [B.  D. 


Serafino. 


I 


143 


Serini,  Giov.  Batt. 


Seratino,  siebe  Cantone. 
Seraglio.  irercole,  aus  Ferrara, 

ist  im  Samhvk.  Viiiceuti's  Giartlino  de 
musici  1591  mit  dem  Gesänge  Occlii  vaghi 
5  voci  vertreten. 

Serapliino,  Francisco,  Heraus- 
geber folgenden  Samlwkes: 

Fior  de  Motetti  e  Canzone  noui  com- 
posti  da  diversi  eccell.  musici.  S.  1.  et  a. 
(1526.)  Stb.?  40.  [Hofb.  ^'ien:  Sup. 
A.  T.  Fii'ma  wahrscheinlich  im  fehlen- 
den Bass. 

Die  14  Nin.  sind  von  Claude^  L'Heri- 
tier,  Jo.  Lebrung.  Lanrus  Patavus,  Fr. 
Seraphin  2  und  Verde! ot  (siehe  Eitner  1, 
1526c  sine  dato). 

Im  Vatican,  Ms.  Cod.  5318  von  einem 
Fra  Serafino  eine  „Epistola  musicae'^ 
Anfang  des  16.  Jhs. 

Florenz  verz.  im  Kat:  Serafino  del 
Monte  Beate:  Candido  .  .  .  Tenore  deUe 
Mascherate  musicale. 

Im  Domkapitel  in  Verona,  Codex  cart. 
16.  Jh.  Titel:  Motetti,  ein  Veni  sponsa, 
gez.  mit  Franc.  Seraphin. 

Serassi,  Griuseppe,  geb.  im  Nov. 
1750  zu  Bergamo,  gest.  um  1817 
ebd.  Ein  seiner  Zeit  berühmter 
Orgelbauer,  über  den  Fetis  genauer 
berichtet.  Er  gab  folgende  Schrif- 
ten heraus: 

Descrizioue  ed  osservazioni  pel  nuovo 
organo  nella  chiesa  posto  del  SS.  Croci- 
fisso  dell'Anuunziata  di  Como.  Como 
1808  Pasquale  Ostinelü  vicino  al  Liceo. 
12".  3  Bll.  XI  u.  33  S.  [B.  B.  B.  M. 
Bologna,  Kat.  1. 147  Auszüge.     Eiusiedeln. 

Sugli  Organi,  lettere  a  Gio.  Simone 
Mayr,  P.  Bonfichi  e  C.  Bigatti.  Bergamo 
1816  nella  stamp.  Natali.  8".  75  S.  [Bo- 
logna. Angebunden:  Catalogo  degli  orgtuii 
fabbricati  da  'Serassi  di  Bergamo,  20  S. 
Mailand  Cons. 

Pougin  berichtet  über  einen  älteren 
Gitis.  Serassi,  il  vecchio  genannt,  der 
1694  geb.  und  1760  starb  und  sich  als 
Orgelbauer  auszeichnete ,  wahi-scheinlich 
ist  es  der  Vater  des  obigen,  da  er  in 
Bergamo  lebte,  wo  obiger  geb.  ist. 

Ferner  über  einen  Oiovanni  Battista 
Serassi,  Sohn  des  S.  vecchio,  geb.  9.  Mai 
1727  zu  Bergamo,  gest.  13.  Mai  1808  ebd. 
Ein  Geistlicher  imd  Ordensbruder,  der 
sich  nicht  nur  als  Orgelvirtuose  auszeich- 
nete, sondern  auch  als  Komponist  von 
einer  Anzahl  Sonaten  und  Vokalwerken. 
Auch  eine  Schwester  erwähnt  er,  Maria 


Catarina^  die  eine  ausgezeichnete  Sänge- 
rin war,  doch  schon  mit  33  Jahren  1756 
starb. 

Seratelli,  ...  vor  1771  Kapell- 
meister beim  Herzoge  in  Venedig 
(das  ist  der  Doge). 

Serces,  James,  Vikar  zu  Applebj, 
schwor  am  25/7  1737  als  Sänger 
an  der  Kgl.  französischen  Kapelle 
im  St.  James  Palast  zu  London, 
als  Naclif olger  des  verstorbenen 
Philipp  Menard  (Rimbault  52  u. 
232). 

Sere,  siehe  Serr6,  Jean. 

Sergeant,  Pierre,  1563  Bassist 
an  der  Kirche  St.  Martin  zu  Ypres 
(Straeten  2,  25-4). 

Serger,  s.  Senger,  Job.  Friedr. 

Sergiers,  Paul. 

Der  Katalog  der  Kirchenbibl.  von  St. 
Walburge  zu  Audenarde  verz.  von  „Ser- 
giers" 1  Mot.  f.  1  St.  u.  3  Insu-.  Er  war 
nach  Straeten  1,  223  um  1716  Sänger- 
meister au  der  Kathedrale  zu  Antwerpen. 
Im  3.  Bde.  S.  6  verz.  er  ihn  von  1715 
bis  c.  1718. 

Sergius,  Martin,  Tauch[a  bei 
Leipzig?  als  Geburtsort]. 

Ist  bekannt  durch  einen  Gelegenheits- 
gesang der  21  Leipziger  Männern  gewid- 
met ist,  betitelt:  Harmonia  ex  Syr.  6.  In 
honorem  humaniss.  nee  non  doctiss.  viro- 
rum-juvenum  (folgen  die  21  Namen)  cum 
iis  in  celeberr.  Academia  Lipsiensi  Magi- 
steiii  dignitas  30.  Jan.  ab  inclytä  facult. 
philosoph.  ritu  solenni  decerneretur  . . . 
Lips.  1617  haered.  Valentini.  16  Bll.  4". 
A  juventute  tua  elige  doctriuam  8  voc. 
[B.  Zw. 

Serigsclie  Buchhandlung  in  Leip- 
zig, gab  die  Samlg.  heraus: 

Auswahl  deutscher  Lieder  mit  ein-  und 
mehrstimmigen  Weisen.  9.  verbesserte 
Auflage.  Lpz.  s.  a.  12«.  608  S.  [B. 
Wageuer. 

Serini,  triovanni  Battista,  aus 

Cremona,  wie  ihn  Haffner  bez. 
Wahrscheinlich  ist  er  derselbe, 
den  Bitter  2,  132  als  Komponisten 
am  Schaumburg- Lippe'schen  Hofe 
verz.  mit  480  Thlr.  Gehalt,  der  am 
14.  April  1756  entlassen  wurde. 
Auf  dem  Ms.  137   der  B.  B.  wird 


Seiini,  Giuseffo. 


144 


Sermisy. 


er  mit  ,.Music.  di  Camera  a  Bücke- 
burgo"  bez.  Man  kennt  von  ihm 
nur  einige  Sonaten  für  Klavier, 
die  in  Haffner's  Raccolta  Bd.  2 
u.  4  sich  befinden.  In  obigem 
Ms.  137  der  B.  B.  stehen  p.  12  u. 
16  eine  Sonata  4  a  et  Sonata  5  a 
per  il  Cembalo. 

Serini,  Oiuseffo,  lebte  ein  Jahr- 
hundert früher  als  der  obige  und 
soll  nach  Gerber  2  und  Fetis  auch 
in  Cremona  geb.  sein.  In  Wien 
wurde  1680  das  Oratorium  „II 
genio  deluso,  Oratorio  per  St.  Omo- 
bono",  Text  von  Eumaschi  auf- 
geführt, P.  im  Ms.  in  Hofb.  Wien. 
Fetis  erwähnt  das  zu  Venedig  ge- 
druckte Textbuch  von  1680. 

Der  Kat.  der  Hofb.  Wien  verz.  aber 
unter  Ms.  17  908  nur  eine  Serenate:  Jl 
concerto  de  dei  e  delle  Muse,  8.  Settemb. 
1685.  —  Die  B.  B.  besitzt  im  Ms.  W  56 
Nr.  795,  Motette:  Sum  in  medio,  ä  Sopr. 
c.  2  V.  Va.  e  B.  P.  —  Im  Samlwk.  C  J. 
Latrobe's,  London  1806,  6  voll.,  befindet 
sich  dieselbe  Motette  und  die  Arie:  0 
fallaces. 

Sermer,  siehe  Ceruier. 

Sennes,  Franyois,  le  Sieure  de, 
Mersenne's  Beiname. 

Sermisy,  Claude  (Claudin, 
Claudio),  nur  selten  mit  dem  Zu- 
namen versehen,  doch  ist  unter 
Claude,  Claudin  in  der  ersten 
Hälfte  des  16.  Jh.  nie  ein  anderer 
als  der  obige  gemeint.  Die  älteste 
Nachricht  über  ihn  erfahren  wir 
durch  das  Begräbnis  König 
Louis  XII.  von  Frankreich,  wo  er 
1514/1515  unter  den  Sängern  der 
Kgl.  Kapelle  genannt  wird  und 
zwar  auch  nur  mit  Claudin  (Thoi- 
nan  91).  Fetis  berichtet  über  fol- 
gende Aktenstücke,  die  er  schon 
früher  in  der  Revue  musicale  XII, 
1832  veröffentlichte:  1532  wird  er 
als  ünterkapellmeister  genannt  — 
auch  auf  dem  Drucke  von  1542 
heilst  es  noch:    „regii  sacelli  sub- 


magister".  Er  hatte  auch  die  6 
Knabensänger  in  Verpflegung  und 
Unterricht  und  bezog  einen  Geh. 
von  1080  livres.  Unter  König 
Heinrich  II,  1547,  wurde  er  erster 
Kapellmeister.  Die  verschiedenen 
Titel  auf  Drucken  seiner  Werke 
lauten:  1549  Regis  Galliarum  Sa- 
celli Magister.  1556,  regii  Sym- 
phoniacorum  ordinis  praefectus  et 
in  regali  parisiensis  palatij  Sacel- 
lus  Canonicus.  Herr  Michel  Brenet 
fand  in  den  Akten  der  Ste.  Cha- 
pelle  zu  Paris  folgende  Eintra- 
gungen: 1508  Kleriker  u.  Sänger 
a/d.  Ste.  Chapelle.  Vor  1515  an 
der  Kgl.  Kapelle.  Am  20.  Sept. 
1533  wurde  er  Kanonikus  an  der- 
selben St.  Kapelle  und  Unterkapell- 
meister an  der  Kgl.  Kapelle.  Er 
starb  zu  Paris  1562.  Seine  nach- 
weisbaren   Werke    sind    folgende: 

Nova  et  piima  niotettorum  editio  6. 
5.  4.  et  3  voc.  Cum  iudice  XXVIII 
Motectorum.  lib.  1.  2.  3.  Paris  1542 
Attaignant  et  Juillet.  4  Stb.  qu4''.  [Cap. 
Sistina  in  Rom.     Hofb.  Wien. 

Missa  cum  4  vocibus,  ad  imitationem 
moduli  „Ab  initio",  condita  .  . .  Parisiis 
25.  Apr.  1556  Nie.  du  Chemin.  Chorb. 
gr.  fol.     [B.  Kgsbg.    Bologna.    Eiusiedeln. 

Missa  0.  4  voc.  . . .  „Voulant  honneur", 
condita.  Paris  1556,  9.  Maji.  Ib.  Chorb. 
gr.  fol.     [ib.  u.  Hofb.  Wien. 

Missa  c.  4  voc. . .  „Tota  pulchra  es", 
condita.  Pails  1556,  22.  Maij.  Ib.  Chorb. 
gr.  fol.     [ib.  und  Wien. 

Missa  0.  5  voc.  .  .  „Quare  fremerunt 
gentes",  condita.  Paris  1556.  Ib.  Chorb. 
gr.  fol.     [ib.  ohne  Hofb.  Wien. 

Missae  tres  Claudio  de  Sermisy  Regij 
Sacelli  Magistro,  praestantissimo  Musico 
Auetore  .  .  .  cum  4  vocibus  ...  IX  Lectio- 
num  fol.  2.  Philomeua  praevia  fol.  13. 
Domini  est  terra  fol.  23.  Lutetiae  1558 
apud  Adrianum  le  Roy  et  Rob.  Ballard. 
Chorb.  gr.  fol.  [B.  B.  B.  Kgsbg.  Kra- 
kau.  San  Pietro  in  Rom.  Modena.  Ein- 
siedeln von  1568? 

—  Ibidem  1583.    Chorb.  gr.  fol.    [B.  B. 

Missa  4  voc. . . .  Plurimoium  modulo- 
i-um.  Lutetiae  1558  Le  Roy  et  R.  Bal- 
lard. Chorb.  gr.  fol.  [besafs  1825  der 
Hofprediger  Hauber  in  München. 


Sermisy. 


145 


Serra,  Paolo. 


Die  Samlwke.,  auf  deren  Titel  er  ge- 
nannt ist,  siehe  Eitner  1:  1532,  1534a, 
1540  b,  1557  c  und  1558. 

In  Sauilwk.  ist  er  überhaupt  mit  208 
Gesg.  vert]-eten  (Eitner  1).  Aufserdem 
noch  in  Granjon's  Trophee  liv.  2.,  1559 
jnit  1  Chanson.  In  Scotto's  3.  lib.  delle 
Muse  ä  3  V.  1562:  On  en  dire  ce  qu'on. 
—  Eine  Motette  in  Scotto's  1.  lib.  de' 
Motetti  5  voci  1549.  In  Gardane's  1549  a 
2  Motetten. 

In  Mss.  in  B.  M.  Ms.  69  Chorb.  fol.  1 : 
Inclina  Dne.  aurera  8  voc.  —  Ms.  92 
Chorb.  f.  28:  Cougratulamini  mihi  oranes 
4  V.  u.  eine  defekte  in  Ms.  132.  Chan- 
sons sind  in  Ms.  202  drei  Ch.  Ms.  204 
sieben  Ch.  Ms.  205  zwei  fragliche.  Ms. 
207  elf  Chans.  —  Magnific.  8  toni  4  voc. 
in  P. 

In  B.  Proske,  5  Stb.  von  1538  mehrere 
Gesänge. 

In  Cap.  sistina  Cod.  155:  Missa  sup. 
Domiüi  est  terra  4  v.  —  Cod.  17:  Missa 
Philomene  praevia  4  v.  —  Cod.  76:  Do- 
mini  est  terra  4  v. 

In  B.  Cambrai  von  1542  Ms.  124 
Nr.  21  :  Viens  tost  despiteux  4  voix. 
Amour  passion  increable.  Jamais  un 
coeur  qui  d'amour.  Les  yeulx  bandes  de 
trite  cognoisauce  4  voix  und  ein  Motette 
Nisi  Dnus.  aedificavit. 

In  B.  Kassel  Ms.  4".  24  von  1550  in 
4  Stb.  Nr.  41 :  Dens  in  adjutorium  nieum. 
In  B.  B.  in  neuerer  P.  W  87  u.  97 
drei  Chans.  Langiür  me  fais.  Dont  vient 
cela  belle.  11  me  souffit  4  voix.  Alle 
in  neuer  Ausg.  von  Commer. 

In  B.  Dresden,  Ms.  B  1270,  5:  Laudate 
dnum.  6  voc. 

Im  Domkajntel  in  Verona,  Cod.  cart. 
16.  Jh.  betitelt:  Motetti.  Unter  Claudius 
ein  Aspice  dnus.  und  Si  bona  suscepimus. 
In  B.  Modena,  Chorb.  des  16.  Jhs.  zu 
4_5  Stirn.  1  Missa.  In  Bologna,  Kat.  2, 
342,  Samlwk.  im  Ms.  Nr.  15:  Impetum 
iuimicorum  4  voc. 

In  neuen  Ausg.  3  Gesge.  (Eitner  2). 
In  Expert's  Maitres  musiciens,  Paris, 
Leduc,  Samlwk.  1529  mit  11  Chansons 
(M.  f.  M.  30,  9).  In  PnbUkation  Bd.  23 : 
3  vierstim.  Chans,  auf  Seite  54—56  in  P. 

Serpeiit, 

Tablature  ou  gamme  fac.  p.  apprendre 
ä  jouer  du  Serpent.  Paris,  Boyer.  18.  Jh. 
[B.  B.]     Vielleicht  die  Schule  von  Imbert 

Sens. 

Serperio  (Serpieri),  Fraucesco, 

gab  heraus: 

Fr. .  Serperii  Romani  Missa  et  Vesper- 

Kob.  Eitner's  Quellen-Lexikon.    Bd.  9. 


tinum  officium  dominicale  4  vocib.  concin. 
c.    B.    ad    org.     Romae    1631    Roblettus. 
5  Stb.     4".     [Bologna  fehl.  C  T.     Abdr. 
der  Dedic.  Kat.  2,  139. 
Serpilla  e  Baiocco, 

overo  il  marito  giocatore  e  lu  moglie 
Bacchettona,  Intermezzi  coraici  musicali, 
da  rappres.  in  Brusselle  nell'opera  di 
Lucio  Papirio  il  1728.  Ms.  in  fol.  ohne 
Autor.  [Brüssel  Cons.  Kat.  2372  mit  aus- 
führlicher Beschreibung. 

Serra,  Antonio;  der  Kapell- 
meister Ignazio  Donalo  zu  Ferrara 
widmete  ihm  1618  seine  Concerti 
ecclesiastici.  Er  war  ein  Schüler 
desselben  und  nahm  1625  in  eine 
spcätere  Auflage  obigen  Werkes 
die  Motette:  0  maguum  misterium 
a  voce  sola  von  ihm  auf. 

Serra,  Michel  Angelo,  aus 
Mantua,  ein  Priester.  Fctis  bez. 
ihn  als  Kapellmeister  a/d.  Kirche 
del  Yado  zu  Ferrara.  In  seinen 
Drucken  wird  er  1618  mit  „Ca- 
nonicus  regulari  D.  Salvatoris  beim 
Erzbischofe  Petrus  Aldobrandini  in 
Ravenna"  als  Kapellmeister  bez. 
Auch  1628  bez.  er  sich  ebenso. 
Er  gab  heraus: 

Missae  4  voc.  item  Missa  pro  defunct. 
Clenientis  non  Papae.  Antverp.  1608 
Phalesius.  4  Messen.  [B.  Habeii  inkompl., 
Titel  fehlt. 

Missae  quattuor  vocibus  decantandae 
una  cum  B.  pro  org.  Auetore  D . . . 
Lib.  2.  Ven.  1615  A'incentius.  5  Stb. 
4^^.  4  Messen,  1  Te  Deum.  [Bologna 
fehlt  Bc. 

Gli  Alleluja  in  contrapunto  ä  4  voc. 
co'Bc.  Ven.  1628  '^incentius.  [B.  Habeii 
inkompl. 

In  Phalese's  Corona  sacra  1626  ein 
Gesg.  unter  Michaelis  Serra. 

In  Bologna,  Ms.  Samlbd.  in  8».  4  Psal- 
men zu  8  Stim.,  mit  Sarra  gez. 

Serra,  Don  Paolo,  da  Novi, 
sein  Geburtsort,  deren  es  aber 
fünf  Orte  giebt.  Er  war  1753 
überzähliger  Sänger  an  der  päpstl. 
Kapelle  (Kat.  1,  258  von  Bologna) 
und  ist  bekannt  durch: 

Introduzione  armonica  sopra  la  nuova 
Serie  de'suoni  modulati  oggidi  e  modo  di 

10 


Serranus. 


146 


Serta,  Johann. 


rettamente,  e  piü  facilnieute  intuonaria 
di  .  . .  Roma  1768  nella  stainp.  di  S. 
Michele  a  Ripa,  per  il  Giunchi  erede  del 
Bizzarrini.  4".  230  S.  Kapitelanzeige  1.  c. 
[ßoloo-na.    Brässel. 

Serranus.  Johann  Baptist,  aus 

Onoltzbach  in  Franken  (Ansbach), 
lebte  um  1565  und  ist  bekannt 
durch 

Das  chiistlich.  Kinderlied  D.  Maii.  Lu- 
theri:  Erhalt  vns  Herr  etc.  Itziger  zeit 
nütz  vnd  nötig  zu  singen.  In  6  Stim.  ge- 
setzt, vnd  gedr.  zu  Witteberg.  1565. 
6  Stb.  r|u4°.  2  Gesge.  von  Serranus  und 
1  von  Andr.  Schwartz  Francus.  [B.  B. 
B.  Br.  fehlt  T  2.  Brieg,  zum  Teil  auch 
im  Ms.  10  Nr.  18,  2—5.     Proske. 

In  ß.  Rostock  eine  Ausg.  von  1568  (?). 
Siehe  Joh.  Walther. 

Cautio  Epithalamii,  in  nuptiis  .  . .  Joan. 
Leopoldi  Cygoaei  et  virg.  Helenae  Eberi 
. .  .  Witeberg.  1566.  5  Stb.  ä  4  BU.  mit 
1  Gesg.  in  2  Teü.  von  Serran.  u.  1  von 
Hertfelder.     [Biieg. 

In  B.  Bohn  in  Breslau  ein  Epithalaraion 
(Dextera  jam  dextera).  Witebg.  1567. 
4  StbU.     riu4o. 

In  B.  Br.  im  Ms.  2  deutsche  geistl. 
Lieder:  Erhalt  uns  Herr  b.  d.  Wort.  Herr 
Gott,  himml.  Vater.  Beide  aus  Das  christl. 
Kinderlied. 

1  Bl.  in  gr.  fol.  Das  Gebet  Josaphat: 
II.  Paral.  XX.  Wenn  wir  in  höchsten 
nöten  sein,  7  Stroph.  f.  5  Stim.  Paulus 
Eberus  fac.  1566  . .  .  Witebergae  1567 
Joh.  Schwertel.  [B.  B.  in  6  StbU.  B.  Br. 
in  gr.  fol. 

Serrati,  . . .  aus  Castiglione,  war 
um  1627  Kanonikus  und  ist 

in  Marco  Ghirlandi's  Madrigaletti  mit 
einem  Gesauge  vei"treten  (siehe  Vogel  1, 
290). 

Serre,  Jacques  la,  s.  Laserre. 

Serre,  Jean,  de  Rieux,  sein 
Geburtsort  in  der  Haute -Garonne, 
gegen  Ende  des  17.  Jhs.  Er 
schrieb  das  Gedicht: 

Les  Dons  des  enfans  de  Latone.  La 
masique,  et  la  chasse  du  cerf  Poemes 
dedios  au  Roy.  Paris  17.34  P.  Prault.  8». 
330  S.  u.  32  S.  mit  einem  Verz.  von 
Opern  von  1645  bis  1733.  [Brüssel.  Bo- 
logna. Bibl.  des  Herrn  Scheurleer  eine 
Ausg.  von  La  Haye  1737.  12^*.  Näheres 
bei  Fetis. 

Serre,  Jean-Adam,  Maler  und 
Musiker  zu   Genf,   geb.    um    1704 


daselbst,  lebte  um  1751  zu  Paris 
und  kehrte  später  wieder  nach 
Genf  zurück.  Er  beteiligte  sich 
lebhaft  an  den  damals  musik-theo- 
retischen  und  akustischen  Fragen 
und  schrieb  aufser  einigen  Artikeln 
in  Zeitschriften: 

1.  Essais  sur  les  principes  de  l'har- 
monie,  oü  l'on  traite  de  la  theorie  de 
rharmonie  en  general,  des  droits  respectifs 
de  i'harmonie  et  de  la  melodie,  de  la 
hasse  fondaraentale,  et  de  Torigine  du 
mode  mineur.  Par  Mr.  Serre.  Paris, 
Prault  fils  1753.  S".  159  S.  [Brüssel. 
Bologna.  B.  B.  B.  Dresden.  Musikfr. 
Wien.     br.  Mus.     Glasgow. 

Einige  Exemplare  tragen  nach  Fetis 
den  Druckort  „Geneve".  (Ist  wohl  eine 
Verwechselung  mit  dem  nächsten  Drucke.) 

2.  Observations  sur  les  principes  de 
I'harmonie,  occasionnees  par  quelques 
ecrits  modernes  sur  ce  sujet,  et  paili- 
culierement  par  larticle  fondamental  de 
M.  d'Alembert  dans  TEncyclopedie ,  le 
traite  de  theorie  musicale  de  M.  Tartini, 
et  le  Guide  harmonique  de  M.  Oeminiani. 
Par  J.  A.  Serre.  Geneve,  H.  A.  Gosse 
et  J.  Gosse  1763.  8".  206  S.  [Brüssel. 
Stadtbibl.  Genf.  B.  B.  B.Dresden,  br. 
Mus.     Bologna.     Glasgow. 

Eine  Beurteilung  nebst  Auszügen  in 
Hiiler's  wöchentl.  Nachricht  1767  S.  49  ff. 

Fetis  weist  noch  auf  verschiedene 
bibliogr.  Irrtümer  hin,  die  in  früheren 
Biogr.  begangen  sind. 

Im  Mercure  de  France  1742  p.  160 
befindet  sich  noch  der  Artikel :  Reflexions 
sur  la  supposition  d'un  troisieme  mode 
en  musique. 

Ein  il/.  Serre  ist  in  Stef.  Bernardi  IL 
Missae  quinque  1619  mit  einer  Messe 
vertreten. 

Serta,  (xiovanni  Oitro, 

bekannt  durch  Coucerto  ä  5.  Violino 
princip.,  2  V.  Va.  et  Cembahle  dy  (!)  Mons.  . 
per  scbripficirt  (?)  P.  F.  E.  Fick.  Ms. 
Stb.     [Schwerin  F. 

Serta,  Johann,  von  1710  bis 
1729  Violinist  und  Lehrer  am 
Domstift  zu  Salzburg,  später  wird 
er  Konzertmeister  betitelt  (Pere- 
grinus  93.  169). 

Von  einem  Serta  befindet  sich  in 
einem  Ms.  der  Studienbibl.  zu  Salburg 
ein  Samlwk.,  betitelt:  „Musica.  Partieen 
pro  liutho,  Violino,  Basso  ...    45  Piecen 


Sertorij. 


147 


Sessi. 


auf  53  Ell.  in  fol.    Wahrscheinlich  rührt 
dasselbe  von  obigem  her. 

Sertorij,   siehe  Sartorio,  Ant. 
SerTÜlas  (Servillias),  s.  Hörault. 

Seryilliers,  de,  nennt  sich 
einen  Liebhaber  und  gab  1780  zu 
Paris  6  Arien  mit  Guitarre  heraus 
(Magazin). 

Serviu  (Servinus),  Jeau,  geb. 
zu  Orleans  gegen  1530,  lebte  um 
1572  in  Lyon,  wie  Fetis  sagt.  Er 
schliefst  dies  aus  dem  Verlagsorte 
seiner  Werke.    Man  kennt  von  ihm 

Les  Cent  ciur^uante  Pseauuies  de  David, 
composez  ä  3  pai-ties,  dont  l'une  est  le 
chant  conimnn,  separez  par  cinquantaines, 
ä  la  fin  desquelles,  y  a  prieres  devant  et 
apres  le  repas,  imprimes  en  3  volumes  et 
mis  en  musique  par  J.  Seiiiyu,  pour  ser- 
vir  ä  la  gloire  de  Dieu.  Orleans  1565 
Loys  Eabier.  3  Hefte  zu  je  50  Psalmen, 
doch  nur  1  Stb.  vorhanden,  "welches  ist 
nicht  gesagt,  besafs  1871  Herr  Lutteroth 
(siehe  M.  f.  M.  3,  195). 

Psalini  Davidis  ä  G.  Buchanauo  versi- 
bus  expressi  nunc  primum  modulis  4.  5. 
6.  7  et  8  voc.  .  .  Lugduni  1579  Carolus 
Pesnot.     5  Stb.     qui^.     [B.  M. 

Premier  (Second)  livre  de  Chansons 
a  4,  5,  ö,  7  et  8  parties,  par  Jean  Ser- 
vin.  Lyon  1578  Pesnot.  4  Stb.  qu4<'. 
[B.  K.     B.  M. 

Meslange  de  Chansons  nouvelles  ii  4  part. 
par  . . .  Lyon  1578  Pesnot.  4  Stb.  qu4''. 
[B.  E.     B.  M. 

In  B.  M,  Ms.  132,  5  Stb.  defekt,  4  Mo- 
tetten zu  6 — 8  Stim. 

Seryj,  siehe  Antonio  und  Oia- 

como  de  Servj. 

Sese  y  Beitran,  D.  BLasio,  geb. 
um  1636  zu  Saragossa,  wurde  Or- 
ganist bei  den  Karmelitern  in 
Madrid.  Er  soll  Orgelkomposi- 
tionen hinterlassen  haben.  Ueber 
die  spanischen  Bibliotheken,  die 
aufserordentlich  reichhaltig  sein 
sollen,  ist  man  aber  noch  gar  nicht 
unterrichtet.  Bisher  scheiterten 
alle  Versuche,  dieselben  zu  kata- 
logisieren, an  dem  AViderstande 
der  Bibliotheksvorstände,  die  durch- 
aus  keinen  Einblick  in  die  Bibl. 


gestatteten.  Sie  mögen  wohl  ihren 
Grund  haben. 

Sese,  Don  Juan,  Organist  an 
der  Kgl.  Kapelle  zu  Madrid  im 
18.  Jh.     Fetis  zeigt  von  ihm  an: 

Verses  de  organo  para  el  cantico  del 
Magnificat  y  demos  Psalmos  de  la  Iglesia. 
Madrid  1774  Miguel  Copin.  —  Six  fugues 
pour  l'orgue  ou  le  pfte.     Ib.  1774. 

Sess,  .  . .  war  um  1789  Vio- 
linist an  der  Hofkapelle  in  Mün- 
chen (Kreisarch.). 

Sessa  d'Aranda,  ein  italienischer 
Mönch,  wie  Fetis  sagt,  dem  Prae- 
torius  in  Syntagma  3,  243  grofses 
Lob  spendet.  Mau  kennt  von  ihm 
nur  eine  einzige  Samlg.  Madrigale 
in  4  Auflagen: 

Canto  I  Del  Sessa  d'Aranda.  II  1.  libro 
de  Madr.  a  4  v.  Nouam.  composti  &  dati 
in  luce.  Lib.  1.  Yen.  appr.  li  figliuoli 
di  Ant.  Gardauo  1571.  4  Stb.  in  4». 
24  Nrn.  Dedic.  an  Don  Pompeo  della 
Noia,  gez.  v.  Komp.  o.  Dat.  p.  22,23  zwei 
Madr.  von  Cedraro^  der  sich  nennt:  „Dis- 
cipolo  del  Sessa."      [B.  M.      E.  C.  of  Mus. 

—  ib.  1583.  4  Stb.  [B.  D.  Kathedr. 
in  Pistoja.  Register  in  der  Bibliogr.  der 
Samlwk.  1583  g. 

—  Elmstadt  1605.  4  Stb.  26  Nrn. 
mit  1  Weelkes.     [Proske. 

—  Elmstadt  1619  Luzius.  Ebenso. 
[B.  L:  C. 

2  Madrig.  4  voc.  in  Samlwken.  15901 
imd  1641. 

Sessa,  Donna  Claudia. 

Im  Samlwk.  Patto's:  Canoro  piauto 
1613  befinden  sich  die  Gesge:  Occhi  io 
vissi  di  voi  und  Vattene  pur  lasciva, 
1  voc.  c.  B. 

Sessa,  Giovanni  Battista,  ein 

Buchdrucker  um  1495  zu  Venedig, 
gab  heraus: 

Tractatus  musices.  Am  Ende:  Explicit 
musices  non  inutile  compendium:  ad 
Saluatoris  honorem  piimorumq.  Impres- 
sum Yenetiis  per  ...  4",  8  Bll.  [br. 
Mus.     Bologna  (Kat.  1,  262  Beschreibg.). 

Sessi,  Marianne,  verehelichte 
Freiin  ron  Xaforp^  geb.  um  1771 
zu  Bom,  gest.  10.  März  1847  zu 
Wien,  76  Jahr  alt. 

Eine  berühmte  Sängerin,  die  auch 
Einiges  komponierte.  Fetis  fülnt  3  Drucke 

10* 


Sesth  alier. 


148 


Severi. 


an,    bekannt  ist  mir  ni;r  ein  Gesang  für 

1  Singstimnie   mit   Klavierbegitg.    in   der 
B.  der  Musitfr.  Wien. 

Sestlialier,  . . .  wurde  um  1526 
am  Dome  zu  Salzburg  als  Organist 
angestellt  (Peregrinus  37). 

Sesti,  Viiieenzo. 

Die  Kgl.  Musikal.-Samlg.  in  Dresden 
besitzt  von  iJim:  Robert  u.  Klaerchen. 
Ballade  von  Tiedge,  mit  Pfte.  Braun- 
sch-n-eig,  Mus.  Comptoir.     riufol. 

Scstiiii,  Francesco,  aus  Bib- 
biena  (Toscana),  diente  um  1608 
als  Musiker  am  Hofe  zu  Florenz. 
Brief  von  Gagliano  vom  12.  Aug. 
160S  (Viertelj.  5,  554). 

Setia,  Marco  de,  Contraltist 
um  1468  am  St.  Peter  in  Rom 
(Viertelj.  3,  237). 

Settiaiii,  Carlo,  aus  Neapel. 

In  Padua,  Cap.  Antoniana,  eine  Motette 
religioso  per  B.  con  orcli.  im  Ms. 

Settimia,  Signor. 

In  einer  Samlg.  Arie  e  Madrigali  in 
Bologna  im  Ms.  (Kat.  3,  24)  befindet  sich 
ein  Gesang. 

Setzkorn,  . . .  Virtuose  auf  der 
Laute,  giebt  mit  Enderle,  einem 
Violin -Virtuosen,  in  Frankf.  a/M. 
am  16.  und  23.  Mai  1749  Kon- 
zerte (Israel  36.  42). 

Seiiberlich,  Daniel,  pseudonjm 
für  Fr.  ISHcolai^  der  den  feinen 
Almanach  1777  herausgab. 

Seiibert,  Johann  Friedrich, 
ein  A'iolinist  um  1773  an  der  Hof- 
kapelle in  Stuttgart.  Forkel  1,  134 
verz.  ihn  nocii  1781  (Sittard  3,  148). 

Seuche,  . . .    ein    süddeutscher 

unbekannter  Komponist,  von   dem 

sich 

im  Ms.  P.  in  Göttweih  viele  Messen 
und    in    Klosterneuburg    3   Messen    und 

2  Litaneien  befinden. 

Senfs,  Zacharias,  um  1594 
Violist  am  VTeimarer  Hofe  (M.  f. 
M.  29,  140). 

Sentier,  Simon, 

ein  Lautenist,  der  in  Phaleso's  Hortus 
Musarum  1552  mit  5  Fantasien  ver- 
treten ist. 


Sevelinges,  Charles-Louis  de, 

Chevalier  de  St.-Louis,  geb.  um 
1768  zu  Amiens,  widmete  sich 
der  Militärkarriere,  floh  beim  Aus- 
bruch der  Revolution  und  kehrte 
erst  1802  zurück. 

AVähreud  der  Zeit  hatte  er  sich  der 
Literatur  zugewendet,  schrieb  Zeitungs- 
artikel, auch  Brochüren  das  Theater  be- 
treffend und  eine  kleine  Biographie  über 
Mozart.  Auch  an  Michaud's  Biogr.  uni- 
verselle war  er  beteiligt  (Näheres  bei 
Fetis).  In  Fetis'  Bibl.,  B.  Brüssel,  Nr. 
3839  die  Schiift:  Le  rideau  leve,  ou  petite 
revue  des  grands  theatres  (anonym).  Paris 
1818  Maradan.  B«. 

Severdonck ,     Henricus ,     ein 

Niederländer  aus  deui  16.  Jh.,   ist 

im  Ms.  11883,  Samibd.  Nr.  11,  Chorb., 
mit  der  Missa  super  Waer  ist  die  aller- 
liefste  mein,  4  voc.  vei-treteu.     [B.  B. 

Severi,  Francesco,  aus  Perugia, 
vs^urde  am  31.  Dez.  1613  Sänger 
(Sopranist)  an  der  päpstl.  Kapelle 
zu  Rom  (Titel).  In  der  Dedio.  zu 
den  Psahuen  nennt  er  Ottavio 
Catalani  seinen  Lehrer.  Er  starb 
am  25.  Dez.  1630  zu  Rom  und 
ward  beerdigt  in  der  Kirche  Santa 
Maria  dltria  (Fetis  nach  Baini. 
Haberl  im  röm.  Kat.  S.  70  verz. 
ilm  unter  Sererus  als  Sopranisten 
bis  1630).  Von  seinen  Kompo- 
sitionen kennt  man: 

Sahni  passaggiati  per  tutte  le  voci 
nelhi  mauiera  cire  si  cantano  in  Borna 
sopra  i  Falsi  Bordoni  di  tutti  i  tuoni  eo- 
cles.  da  cantarsi  ne  i  Vespri  della  Do- 
menica  e  delli  giorni  festivi  di  tutto  Tanno 
Con  alcuni  Versi  di  Miserere  sopra  il 
Falso  Bordone  del  Dentice  composti  da  . . . 
Paolo  V.  Libro  1.  Roma  1G15  Nie.  Bor- 
boui.  1  vol.  in  qu8*  im  Kupferstich. 
[B.  B.  B.  M.  Bologna,  br.  Mus.  R.  C. 
ofMus.  Brüssel.  Paris  Nat.  Mailand  Cons. 
Rom  CeciHa.     Florenz  Istituto  mus. 

Arie  di . . .  a  una,  2,  et  3  voci  da 
cantarsi,  nel  Chitarrone  Clauicemb. . .  Con 
alcune  Arie  con  FAlfabeto  per  la  Chitarra 
alla  spagnola.  Lib.  1.  Op.  2.  Roma 
1(326  P.  Masotti.  1  vol.  in  fol.  97  S. 
71  Gesge.  [besitzt  Dr.  0.  Chilesott's  in 
Bassano-Yeueto. 

Im  Sanilwk.  1  Mot.  (Eitner  1)  und  in 
Robletti's    Vezzosetti    fiori    1622:     0    di 


Severino. 


149 


Seydelmanu,  Franz. 


raggi  1  voc.  c.  B.  —  Im  La  Fage  1  Faux 
Bordon  (Eitner  2). 

Severino,  (xinlio. 

In  Vinci's  Madrig.  5  voci  lib.  1,  15GG 
p.  16/'17  ein  Madrigal.  —  Im  Sanilwk. 
1568  i  ein  Madr.  (Eitner  1).  In  Molina- 
ro's  Intavolatura  1599  eine  Fantasie.  Im 
Ms.    Z  32.    B.  B.    Lautenb.    des    16.  Jhs. 

5.  3  eine  Canzone  fraucese  und  S.  117 
Da  poi  che  nidr(?). 

Sevcriiake  (Scuernake?),  John, 
Ministrel,  spielte  die  Rebecke  und 
ist  seit  Okt.  1518  bis  1558  an  der 
Kgl.  Kapelle  in  London  angestellt. 
Sein  Gehalt  betrug  ^  24.  6.  8. 
(Nagel  1,  14  ff.   bis   24).     Burney 

6,  5  nennt  ihn  John  Severniche. 
ScA'ero,    Antonio,    da    Lucca, 

von  dem  das  Oratorium  II  raartirio 
di  S.  Erasmo  1700  zu  Rom  auf- 
geführt Tvird  (Gerber  2). 

Ferner  besitzt  die  B.  B.  im  Ms.  181 
die  Kantate  Lidia  e  Fileno,  per  2  Sopr. 
c.  istrom.  P.  —  \i\  B  M:  i  Cantate  per 
voce  sola  c.  Bc.  Ms.  P.  —  In  Drescl.  Mus. 
unter  Severo  de  Luca,  Ms.  B  7.13 :  Scene 
buffe  del  Creoute.  Tiranno  di  Teba  (Ten. 
e  B.  c.  istrom).  P.  4".  —  In  Paris  Nat  : 
Serenata  a  5  v.  1701.  Ms.  mit  spanischem 
Texte.  Severo  di  Luca  gez.  —  In  B. 
Wagencr  2  Cantate  in  Kopie.  —  In  Ox- 
ford Ch.  Ch.  5  Cantate  a  voce  sola.  — 
In  Bologna  (Kat.  3,  198  unter  De  Luca) 
Cantata  per  Sopr.:  Stravaganza  d'amore 
aroade,  Ms.  DD  50.  —  In  Modena,  2  Can- 
tate im  Ms.  —  In  B.  Brüssel  Cons.  im  Ms. 
702  von  1700,  Samlwk.  Nr.  4:  lo  sfido 
Cupido.  Cautata  con  3  V.,  mit  Severo 
da  Luca  gez.,  qnA^. 

Severo,  Giovanni,  aus  Venedig, 
wird  um  1651  a/d.  kurprinzl. 
Privatkapelle  in  Dresden  als  In- 
struraentist  mit  600  Thlr.  angestellt 
und  ist  noch  1663  verz.  (Fürste- 
nau  1,  69). 

Sewe,  Ignaz,  nach  Reichard 
1780,  252  war  er  Orchesterdirigent 
u.  Korrepetitor  am  Theater  in 
Pressburg  1779. 

Sewslii,  Anton,  bekannt  durch: 

Traite  elementaire  d'harmonie  pratique 

ä  l'usage  des  enfans.  Paris,  fol.    [Glasgow. 

Sexton,    Thomas,    diente    von 


1716—1745  als  Sänger  in  der  Kgl. 
Kapelle  in  London  (Viertel].  8,  516). 

Sextula,  Oirolamo,  Lautenist 
in  Mantua  um  1491  bis  1517 
(Davari  15). 

Seyhold,  J  . . .,  lebte  am  Ende 
des  18.  Jhs. 

Man  kennt  von  ihm  eine  Sammlung 
neuer  Orgelstücke  2  Hefte  ä  19  S.  Worms, 
Kreituer.     [B.  B.     B.  Wagner. 

Seydel, . . .  (vielleicht  Fr.  Ludw. 
Seidel?): 

Der  alte  Robert  Gray.  Lied  f.  1  Singst, 
mit  Klav.  in  K.  Müchler's  Gedichte.  2. 
Aufl.  Berlin  1802.     Bd.  2.     [Hof b.  Wien. 

Seydel,  Isaac,  siehe  Seidel  u. 
Seidl,  Wolf  gang. 

Seydelniann(Seidelmaun),Frauz, 
geb.  8.  Okt.  1748  in  Dresden,  gest. 
ebd.  27.  Okt.  1806.  Schüler  vom 
polnischen  Kapellmeister  Weber 
und  Naumann.  1765  begleitete  er 
und  Schuster  Naumann  auf  Kosten 
des  Kurfürsten  durch  Italien,  wo 
er  sich  als  Komponist  u.  Tenorist 
vervollkommnete.  Nach  der  Rück- 
kehr wurde  er  am  25.  April  1772 
als  Kirchenkomponist  angestellt  u. 
hatte  neben  Naumann  u.  Schuster 
wöchentlich  abwechselnd  die  Kir- 
chen- und  Opernmusik  zu  leiten 
und  für  neue  Kompositionen  zu 
sorgen.  Am  17.  April  1787  wurde 
er  zum  Kapellmeister  ernannt  mit 
800  Thlr.,  die  später  auf  1000  er- 
höht wurden.  Gemeinsam  mit 
Joseph  Schuster  machte  er  sämt- 
liche Stellungen  durch  u.  blieben 
unzertrennliche  Freunde  (Gerb.  1. 
Fürstenau  1,  164.  175.  Lpz.  Ztg.  9, 
94  Biogr.  Ein  themat.  Verz.  seiner 
Kompos.  im  Ms.  in  B.  B.).  Bekannt 
sind  davon: 

Mss. inB. B.,  im  Autogr:  Gloriau. Credo 
4  voc.  et  orch.  1802.  P.  —  Kyrie,  Gloria, 
Credo  4  voc.  et  orch.  1806.  P. 

—  Ms.  20760  in  Kopie-Part.,  Oratorio: 
La  Betiüia  liberata.  102  Bg.  [auch  in 
Berlin  K.  H.  Ms.  5173. 

—  Ms.  20762.  Missa  Dm.  4  v.  c. 
instr.    P.     57  BU. 


Seydeluiann,  Fracz. 


150 


Seydelmann,  Franz. 


—  Ms.  20764.  Stabat  mater  Cm.  4  v. 
c.  instr.     P.     40  Ell. 

Mss.  Leipz.  Thom.  P.  1.  Missa  Dd. 
2.  2  Missae  trevis  Cm.  u.  Bd.  3.  Magnific. 
4.  Salve  redemptor  f.  Chor  u.  Oroli. 

Mss.  iü  Dresd.  Mus.  La  Morte  d'Äbel. 
Oratorio.     P.     Dresd.  1801. 

—  La  Betidia  liberata,  Orat.  P.  Dresd. 
1774. 

—  Gioas,  Ee  di  Guida,  Orat.  P. 
Dresd.  1776  (auch  in  Stb.). 

—  2  Missae  in  Bd.  und  Gm.  4  v.  c. 
instr. 

—  2  Agnus  Dei  1.  della  Litania  de 
Santi,  per  1  voce  c.  Clavic.  2.  ä  4  con- 
cert.  coll'orch.     P. 

—  Salve  regina  ä  4  coneert.  coirorch.  P. 

—  An  den  Schöpfer,  Gesg.  f.  Sopr. 
mit  B.     qufol. 

Mss.  in  der  tathol.  Kirche  Dresden's 
nach  dem  Kat:  36  Messen,  1  Eequiem, 
37  Offerier.,  15  Vesp.,  12  Litaneien,  32 
Antiplion.,  40  Psalm.,  2  Hymn.,  4  Mise- 
rere, 4  Yersetti,  1  Completorium  und  1 
Motette.  AUe  für  Chor,  Soli  und  kleines 
Orch.  in  P.  u.  Stb. 

In  B.  Lpz.  Ms.  300,  Magnificat  a  4  v. 
c.  Strom.     Ms.  P. 

In  B.  Kgsbg.  3  Magnificat  in  C.  Es. 
B.  f.  Chor  u.  Orch.     Ms.  P. 

Hofb.  Wien,  Autogr.  eines  Fragments 
1  Missa  4  v.  c.  strom.^1798  im  Ms.  18342. 


Amor  per  oro.  Dramma  giocoso. 
Dresda  1790  Ms.  P.    2  voll.     [Dresd.  Mus. 

Arsene.  Singspiel  nach  Favart  von  A. 
G.  Meilsner.  Dresden  1779.  Ms.  P.  4 
voll.     [Dresd.  Mus. 

—  Klavier- Auszug  in  1  Aufz.  Leipz. 
1779  Breitk.  qufol.  84  S.  [B.  B.  Dresd. 
Dresd.  Mus.  Musikfr.  Wien.  Brüssel 
Cons.     B.  Kgsbg.     br.  Mus. 

II  Capriccio  corretto.  Dram.  giocoso 
permusica.  Dresda  1783.  Ms.  P.  2  voll. 
[Dresd.  Mus.     Brüssel  Cons:  Dresd.  1774. 

—  Kl.-A.  im  Ms.    2  voll.     [Dresd.  Mus. 

—  ßondo  e  Cavatine  per  il  Cembalo. 
Dresda,  Hilscher.  qufol.  12  S.  [Dresd. 
Mus.  B.  M.  Brüssel  Cons.  Schwerin  F., 
dort  noch  ein  2tes  Rondo  e  Cavatina.   Ib. 

—  1  Chor  aus  der  Oper  . . .  Ms.  P. 
[Darmst. 

La  Pinta  filosofa,  opera,  Ms.  Stb. 
[Dresd.  Mus. 

II  mostro  ossa  da  gratitudiue  amore. 
Dram.  giocoso.  Dresda  1786.  Ms.  P. 
2  voll.     [Dresd.  Mus. 

La  serva  scaltra,  Dram.  gioc.  Dresda 
1792.     Ms.  P.     3  voll.     [ib. 


II  Turco  in  Italia.  Dram.  gioc.  Dresda 
1788.     Ms.  P.     2  voll.     [ib. 

La  Villanella  di  Misnia.  Dram.  gioc. 
Dresda  1784.     Ms.  P.     2  voll.     [ib. 

—  Eondo,  Coro,  Duetto  e  Cavatina 
neU'opera  .  . .  Das  Landmädchen  zu  Mei- 
fsen.  Dresda,  Hilscher.  Kl.-A.  [Schwerin P. 

Cantate:  Sie  kömmt,  die  vielgeliebte 
Mutter;  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  von  Seydel- 
mann und  Lang  (der  Dichter?)  Ms.  P. 
[Musikfr.  Wien. 

II  primo  amore,  Cantata  a  voce  sola 
c.  Strom.     Ms.  P.     [Dresd.  Mus. 

Circe,  Cantata.  Ms.  P.  ib.  ■ —  Licenza. 
P.     [ib. 

2  Eondo  mit  Klav.  und  Instr.  —  12 
Duetti  per  2  Sopr.  c.  ström.  P.  —  Duetti 
ä  2  Sopr.  col  B.  P.     [ib. 

Lob  des  dritten  August's.  Ein  Gesang 
S.  C.  D.  zu  Sachsen  an  Höchst  dero 
Namensfest  ge'^'idmet  (Sopr.  mit  Bc.) 
qufol.     [ib. 

Ms.  in  Wolfenbüttel  308  und  313  ein 
ital.  Duett  ixnd  eine  Arie  im  Kl.-A. 

Lieder  und  Gesänge  in  Saml/cken. 

6  Lieder  aus  Almauachen.  Ausschnitt 
[B.M. 

Im  Joh.  Andre  1.  Samlwk.  Arien. 

Im  Bossler  Nr.  14.  Arie  aus  dem 
Türk  in  Italien  (Märzheft). 

Freimaurer  Lieder  1782.  1788b. 

Gesänge  f.  Maurer.      Dresden.     [B.  M. 

In  Hiller's  5.  u.  6.  Saralg.  Alien  und 
Duette,  von  S.  4. 

In  Hilscher's  Auswahl  von  Arien. 

In  Kriegel's  Lieder  am  Ciavier  1790/'91. 

In  Böheim's  Maurerliedern. 

In  Reichardt's  Lieder  geselliger  Freude 
1796,  I.  IL       

2  Sinfonien  in  D.    Ms.  P.    [Berlin  K.  H. 

3  Senates  pour  le  Clavecin  ou  Pfte. 
avec  acc.  d'un  V.  oe.  3.  Dresd.  Hilscher. 
[Dresd.  Mus.     br.  Mus. 

3  Senates  p.  le  Clavecin  av.  l'acc. 
d'une  Fl.  trav.  Dresde,  Hilscher  (1787). 
[Schwerin  F. 

6  Sonate  a  Cemb.  e  Flauto.  Ms. 
Dresd.  Mus.  Ebeudort  noch  2  Sonate  per 
il  Cemb.  c.  V.  im  Ms.  6  Sonate  per  il 
Cemb.  solo.    2  Sonate,  Ms. 

6  Sonaten  für  2  Personen  auf  Einem 
Ciavier .  . .  Lpz.  1781  Breitk.  qufol. 
69  S.  [B.  Kgsbg.  Dresd.  Mus.  B.  Wa- 
gener. 

Sonate  ä  4  ms.  per  Cemb.  Ms.  [Dresd. 
Mus. 

Sonata  a  2  Cembali.     Ms.     [Dresd.  Mus. 

Allegretto  del  Capriccio  Coretto  cosa 
serve  avec  uu  coi'e  &  con  Yariazioni  per 


Seydelraann,  Franz  Ignaz. 


151 


Seyffert,  Martin. 


il  Cembalo.  Dresda,  TTilsclior.  r|ufol. 
(1700).     [Dresd.  Mus.     B.  Lpz. 

Im  Sainlwk.  Kundo,  Lpz.  1784  ein  Satz. 

Seydelmauii ,    Franz    Tgiiaz, 

lim  1764  Männer- Aitist  a/d.  Hof- 
kapclle  in  Dresden  mit  292  Thlr. 
Gebalt  (Fürstenau  1,  155). 

Seydeuek,  IJaltliasar,  seit  etwa 
1663  Violinist  a/d.  Hofkapelle  in 
Dresden  mit  400  Rthlr.  Gehalt; 
wird  16S0  verabschiedet  (Fürste- 
nau 1,  93). 

Seydl,  Ferdinand,  aus  Faiken- 
berg  in  Schlesien,  von  1745 — 1774 
Violinist  und  Konzertmeister  a/d. 
Hofkapelle  in  Salzburg  (Peregri- 
nus  93).  Marpurg  3,  186  nennt 
ihn  Hofkomponist. 

Seyebade,  Hermann,  Sohn  des 
Hofpredigers  in  Eraunschweig, 
wurde  1589  zum  Organisten  an  St. 
Lamberti  in  Lüneburg  gewcählt  u. 
St.  24.  Dez.  1591  (Junghans  19.  36). 

Seyer,  Johann  Heinrich,  1664 
Kantor  au  der  Sackheimer  Kirche 
in  Königsberg, 

gab  zwei  Traiiergesänge  zu  1  St.  mit 
3  Gainbeu  und  zu  5  Stirn,  mit  einer  5  st. 
Sinfonia  in  Königsberg  1664  bei  Reusner 
heraus.     [B.  Kgsbg. 

Seyfahrt,  ...  In  einer  Sub- 
scriptionsliste  von  1783  nennt  er 
sich  Organist  in  Bremen. 

Seyfart,  Johann,  1646  Orga- 
nist an  St.  Bernhardin  zu  Breslau, 
wurde  1649  Stadtpfeifer  daselbst 
(M.  f.  M.  32,  199). 

Sevfarth,  Joh.  Gabr.,  s.  Seyf- 
farth. 

Seyfert,  Joh.  Gottfr.,  s.  Seifert. 

Scyfert,  Joliann  Kaspar,  geb. 
1697  zu  Augsburg,  gest.  ebd.  26.  Mai 
1767  im  71.  Lebensjahre.  Schüler 
von  Kräuter  in  Augsburg,  erhielt 
darauf  vom  evangel.  Scholarchat 
von  Augsburg  ein  Stipendium  um 
zu  reisen  und  sich  in  der  Musik 
zu  vervollkommnen,  wurde  Schüler 
Pisendel's  in  Dresden  und  erhielt 


1743  nach  Kräuter's  Tode  die 
Kantor-  u.  Musikdirektorstelle  des 
evangel.  Musikchors  in  Augsburg. 
Er  soll  auch  ein  tüchtiger  Laiite- 
nist  gewesen  sein. 

Gerber  1  erwähnt  noch  seine  zahl- 
reichen Kircheukompositionen  ,,u.  andere 
Musiken",  ohne  genauere  Angaben  (Gra- 
mer 3,  letztes  Stück  S.  101  bez.  ihn  als 
einen  wenig  veranlagten  Komponisten. 
Siehe  auch  Marpurg  1,  78). 

Seyffart,  Friedrich,  Oboist  von 
1710—11  a/d.  Weifsenfols-Quer- 
furter  Hofkapelle  (J.  0.  Opel). 

Seyffarth,     Johann     trahriel, 

geb.  um  1711  zu  Reisdorf  im  Wei- 
marschen,  gest.  9.  April  1796  zu 
Berlin.  Schüler  Joh.  Gottfr.  Wal- 
ther's  in  Weimar,  ging  dann  nach 
Zerbst  zu  Höckh  und  Fasch  und 
bildete  sich  zum  Violinisten  und 
Komponisten  aus,  kam  dann  an 
die  Kapelle  des  Markgrafen  Hein- 
rich zu  Berlin  und  1740  an  die 
Kgl.  Kapelle,  wo  er  auch  die  Ballet- 
musik  zu  schreiben  hatte.  Er 
schrieb  aufserdem  Sinfonien,  Kon- 
zerte für  Violine,  Trios  u.  a.  (Ger- 
ber 1.  Ledebur.  Bitter  1,  26 
nennt  ihn  Seifarth  u.  giebt  seinen 
Gehalt  mit  300  Thlr.  an). 

In  Upsala  befindet  sich  im  Ms.  eine 
Sinfonia  ä  4  in  Fj{  für  2  V.  Va.  u.  B., 
gez.  mit  Seiffarth.  In  Brüssel  Cons.  die- 
selbe in  Stb.  —  In  den  geistl.  Oden  in 
Melodien  gesetzt  von  einigen  Tonkünstleru 
in  Berhn,  1758  bei  Voss  erschienen  [B. 
Lpz.],  befindet  sich  auch  eine  Ode  mit 
J.  G.  Seyfarth  gez.  In  Breitkopf's  Sainlwk. 
2  von  1759  ein  Lied,  ebenso  in  Birnstiel 
1760b.  In  Ms.  P  295  in  B.  B.  eine  Ga- 
votte und  2  Menuette  f.  Klav.  mit  Sey- 
fart gez. 

Seyffert  (Seifert),  Martin,  um 
1717  bis  etwa  1733  Oboist  an  der 
Hofkapelle  in  Dresden  mit  220 
Rthlr.  Gehalt  (Fürstenau  1,  124). 

In  der  Kgl.  Musikalien-Samlg.  in  Dres- 
den befinden  sich  unter  Seyffert  ohne 
Vornamen  3  Concerti  a  Oboi  e  Fagotti  con- 
certato  c.  V.  Va.  e  B.  Ms.  Cx.  868,  6  Stb. 
und  ä  2  Violini  concertat.   c.   V.  Fl.  Ob. 


Seyffert,  "Wolfgang. 


152 


Seyfried,  Ignaz  von. 


e  B.  Ms.  866  in  Part.  Ferner  Concerto 
a  V.  coucert.  c.  V.  Va.  Ob.  e  B.  in  7  Stb. 
Ms.  867.  Walu-scheiulich  sind  dieselben 
von  obigem. 

Seyffert,  Wolfgang,  zeichnet 
auch  nur  „sumptibus  Seyffertinis", 
ein  Musik-,  Buchdrucker  und  Ver- 
leger, der  von  c.  1625 — 1666  in 
Dresden  verlegte.  Er  gab  das 
Samlwk.  heraus: 

Varii  varioruni  tarn  in  Italia  quam 
Germania  excellentiss.  Musicorum  concer- 
tus,  ab  1 — 4  vocib.  .  .  Dresdae  1643.  4 
Stb.  40.  25  Nr.  Siebe  Eitner  1  S.  283. 
[B.  B.  B.  Brdbg.  Löbau  nebst  einem  Bc. 
Paris  Nat.  B.  Kgsbg :  ßc.  Kopenhagen, 
inkompl. 

Seyfried,  Ignaz  Xaver  Ritter 
YOn,  geb.  15.  A.ug.  1776  zu  Wien, 
gest.  ebd.  26.  Aug.  1841  (Lpz.  Ztg. 
43,  717).  Sein  Yater,  Hofrat  beim 
Fürsten  von  Hohenlohe-Schilliugs- 
fürst,  bestimmte  ihn  zum  Juristen- 
fache, trotz  seiner  Vorliebe  zur 
Musik,  die  er  nebenbei  fleifsig  be- 
trieb und  unter  Mozart's  u.  Koze- 
luch's,  später  unter  Haydn's  u.  Al- 
brech tsb  erger 's  Leitung  in  allen 
Fächern  der  Kunst  wohl  bewandert 
war.  1792  bezog  er  die  Frager 
Universität  und  setzte  dann  in 
Wien  die  juristischen  Studien  fort. 
Als  Winter  in  Wien  seine  Opern 
aufführte,  wurde  er  dessen  steter 
Begleiter  und  derselbe  erlangte 
auch  das  Zugeständnis  des  Vaters, 
dass  S.  sich  der  Musik  widmen 
dürfe.  Am  1.  März  1797  wurde 
er  Kapellmeister  am  Schickaneder- 
schen  Theater.  Es  folgte  nun  Oper 
auf  Oper,  die  er  für  das  Theater 
schrieb,  doch  fanden  sie  wenig 
Beifall,  wie  die  Lpz.  Ztg.  3,  346 
berichtet.  1827  zog  er  sich  vom 
Theater  zurück  u.  lebte  als  wohl- 
liabender  Mann  ganz  sich  und  der 
Kunst,  schrieb  zahlreiche  Zeitungs- 
Artikel,  gab  Albrechtsberger's  theo- 
retische Werke  in  einer  Gesamt- 
ausgabe   heraus,    sowie    Preindl's 


Wiener  Tonschule  und  Beethoven's 
Studien.  Ueber  letztere  schreibt 
Thayer  3,  80,  dass  sie  ein  Betrug 
sind.  Beethoven  hatte  1808  aus 
Em.  Bach,  Türk,  Kirnberger,  Fux 
und  Albrechtsberger  Auszüge  ge- 
macht, um  sie  bei  dem  Unterrichte 
des  Erzherzogs  Eudolph  zu  ver- 
wenden, während  Seyfried  sie  für 
Studien  ausgiebt,  die  er  selbst  bei 
Haydn  und  Albrechtsberger  ge- 
macht habe  (Schilling's  Lex.  Zahl- 
reiche Urteile  in  der  Wiener 
Musikztg.,  der  Berliner  Musikztg. 
und  der  Lpz.  Ztg.).  Von  seinen 
zahlreichen  Werken  sind  folgende 
nachweisbar: 

Ludwig  van  Beethoven's  Studien  im 
Generalbasse,  Contrapuncte  und  in  der 
Compositions-Lehre  . .  .  Wien  (1832)  Tob. 
Haslinger.  8°.  22  und  352  S.  2  Taf. 
144  S.  biogr.  Notizen. 

—  2te  revidierte  im  Text  vervollstän- 
digte Ausg.  von  Henry  Hugh  Pierson. 
Prof.  der  Tonkunst  zu  Edinburgh.  Lpz. 
1853  Schuberth  &  Co.  8».  14,  328, 
118  S.  u.  7  Taf.  [Proske.  (Davon  er- 
schien auch  ebd.  eine  Ausg.  in  engUscb. 
Sprache). 

—  2  te  (?)  rev.  und  im  Texte  . .  .  von 
Edgar  Mansfeldt  Pierson.  Lpz.  1856  ib. 
8".     446  S. 

—  1876  erschien  ebd.  eine  billge  Ausg. 
zu  2  M  von  450  S. 

[Alle  gröfseren  Bibl.  besitzen  die  eine 
u.  a.  Ausgabe. 

In  der  Cäcilia  von  Schott,  Heft  8  S.  70: 
Mozart  der  Opernkomponist.  —  Im  10. 
Bde.  der  Ztschrft.  befindet  sich  S.  278 
ein  Register,  worin  16  Artikel  S.'s  verz. 
sind.  Auch  in  dem  folgenden  Bd.  finden 
sich  noch  Artikel,  z.  B.  in  Bd.  13  Selbst- 
erfahiiingen. 

Messe  für  4  Singst,  u.  Orch.  Wien, 
Haslinger.  16  Stb.  [B.  M.  Schwerin  F. 
Darmst.  mi  Ms.  P. 

Missa  Nr.  3  f.  4  Singst,  u.  Orch.  Roch- 
litz  gew.  Lpz.,  Hofmeister.  P.  [B.  B. 
Leipz.  Thom.     Schwerin  F. 

Messe  Nr.  1.  u.  2.  in  20.  u.  27.  Lifg. 
von  S.  A.  Steiner's  Kirchen -Musikalien. 
[Schwerin  F. 

4.  Messe,  Cm.  Wien,  Haslinger.  P. 
[Darmst.     B.  B. 


Seyfried,  Ignaz  vou. 


153 


Sej'fried,  Ignaz  von. 


2  Messen  f.  Chor  u.  Oreh.  P.  [Mu- 
sikfr.  Wien. 

In  Kremsmünster  einige  Messen,  2 
Eequiem. 

Rei|uiem  f.  4  Chorst.  u.  Orch.  Münch. 
Falter.     Stb.     [ß.  B.     Amst. 

Requiem  f.  4  Männersolostimmen  und 
Chor  mit  Begltg.  von  3  Vol.  u.  Central)., 
2  Tromp.  mit  Sordinen,  Pauken  u.  Orgel, 
den  Manen  L.  vou  (?)  Beethovens  ge- 
weiht. Wien,  Haslinger.  Part.  u.  Stb. 
im  Ms.     [Schwerin  F. 

—  Trauergesang  beyBeethovens  Leichen- 
begängnis in  Wien  den  29.  März  1827, 
4  Stirn.  Männerchor,  mit  willkührl.  Begltg. 
von  4  Posaunen  oder  Pfte.  Aus  Beetho- 
vens Ms. .  .  .  mit  Text  eingerichtet  von 
...  Ib.  P.  Miserere  mei.  [Schwerin  F. 
MusLkfr.  Wien,  mit  dem  Texte :  Im  Lenz 
in  heitrer  Abendstunde,  4  Männerst.  u. 
Klav.     Bannst. 

Chor  alla  capella  zur  priesterlichen 
Benediction.  Tantum  ergo.  s.  1.  P.     [B.  B. 

Domiue  Dominus  noster,  4  voc.  Ms. 
P.     [B.  M.  nur  mit  Seifried  gez. 

Fest -Chor  (Hymnus)  f.  4  Singst,  mit 
Orch.  Salvmn  fac  Imperatorem  nostium 
(Wien  26  11  1829).  Autogr.  P.  Ms. 
16808.      [Hofb.  Wien.     Schwerin  F.  Stb. 

Fest-Chor,  Domine  Judicium  tuum  Im- 
peratori  da.  4  voc.  c.  orch.  Wien,  Has- 
linger.    P.  n.  Stb.  im  Ms.     [Schwerin  F. 

2  geiätl.  Gesge.  f.  Chor  u.  Orch.  in 
Hashnger's  Musica  sacia. 

Graduale  Nr.  2.  Wien,  Haslinger. 
[B.  B. 

Graduale  4  voc.  2  V.  Ya.  . .  Wien, 
Nr.  2.     [Darmst.  Stb. 

Graduale.  149.  Psalm:  Cantate  Dno. 
cantic.  f.  Tenor  Chor  und  Orch.  in  S.  A. 
Steiner's28.  Lfg.  Kirchenmus.  [Schwerin  F. 

4  Graduale :  Hora  dies  vita  fugit,  für 
Solo,  Chor  u.  Orch.  Wien,  Haslinger.  P. 
[Schwerin  F.     Musikf r.  Wien :  3  Graduale. 

In  Kremsmüuster  Gradualien  und 
Offei'tor. 

Halleluja,  4  st.  Chor  mit  Orch.  Bres- 
lau, AVeinhold.  P.  [Schwerin  F.  B.  B. 
Musikfr.  Wien. 

Hymnus:  Ueber  den  Sternen,  f.  4  St. 
u.  Orch.  Ms.  P.  [B.  B.  Musikfr.  Wien: 
2  Hymnen  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.     P. 

Libera  me  4  voc.  c.  instr.  Autogr.  P. 
Ms.  16810.     [Hofb.  Wien. 

Libera,  zu  Mozart's  Requiem,  c.  Corni 
di  Bassetto,  Fag.  3  Pos.  Tron^.p.  Pauken, 
Violine  ed  org.  Wien,  Haslinger.  P. 
[Schwerin  F.  B.  B.  Kremsmünster  und 
ein  2tes  zu  Beethovens  Begräbn.  Musikfr. 
Wien,   ebenso  für  Mänuerstim.      Darmst. 


Motette  nach  David's  46.  Ps.  „Tönet 
ihr  Lobgesänge".  In  Mus.  ges.  f.  Tenor- 
Solo,  4  st.  Chor  und  Orch.  Wien,  Has- 
linger (1838).  P.  19  S.  kl.  fol.  [B.  B. 
Hofb.  Wien. 

Drev  Motetten  für  Singchöre  mit  Orch. 
Lpz.  Br.  &  H.  Samlg.  1.  2.  P.  [Darmst. 
B.  B.  Lpz.  Thomas.  Musikfr.  Wien. 
Schwerin  F. 

—  Im  Autogr.  Ms.  386a.    [Dresd.  Mus. 

Motette.  Ps.  23.  Der  Herr  ist  mein 
Hirte,  f.  Chor  u.  Blasinstrum.  Ms.  Stb. 
[Schwerin  F. 

Offertorium:  64.  Ps.  Te  decet  Hym- 
nus, f.  B.,  Chor  u.  Orch.  Steiners  29. 
liefg.     [Schwerin  F. 

Offertorium  4  voc.  2  V.  Va.  .  .  Wien, 
Steiner.     Nr.  2.     [Darmst.  Stb. 

4.  Offertorium.  Wien,  Haslinger.  P. 
[B.  B.  Musikfr.  Wien :  2  Offertor.  f.  Chor, 
Soli  u.  Orch. 

Salve  regiua  4  voc.  c.  instr.,  Fink  ge- 
widm.     Lpz.,  Br.  &  H.    P.     [B.  B. 

Salvum  fac,  4  voc.  c.  orch.  P.  [Mu- 
sikfr. Wien. 

Te  Deum  zu  dem  in  Berlin  gefeierten 
Reformatiousfeste.    Ms.  20820.  P.    [B.  B. 

In  Lpz.  Thomas,  Mss.  in  P.  u.  Stb. 
1.  Psalm  149:  Cantate  Dno.  2.  Ps.  65: 
Te  decet  für  Chor  u.  Orch. 

In  Amsterdam  noch  ein  Magnificat. 
Motette  nach  Ps.  46.  5.  Graduale.  5.  Offer- 
torium.    Hallelujah. 


Alamor  der  Maure,  Oper.  Ms.  P. 
[Darmst. 

Cyrus.  Heroische  Oper.  Ms.  P.  [Darmst. 

—  Cyrus.  Ouveri.  u.  ausgewählte  Stücke 
aus  der  Oper  ...  im  Kl.-A.  Wien,  Compt. 
[Musikfr.  Wien.     B.  B.  nur  die  Ouvert. 

Drei  Treppen  hoch,  Posse  mit  Gesg.  in 

1  Akt.     Ms.  P.     [München  Oper. 

Er  hält  wahrhaftig  Wort.     Singsp.   in 

2  Akt.     Ms.  P.     [Brüssel  Cons. 

Faust.  Dramatische  Legende.  Ms.  P. 
[Darmst.  nebst  besonderer  Ouvertüre. 

Feodore.  Singspiel  1812.  Ms.  P. 
[Darmst. 

Das  Haus  Barcelona.   Ms.  P.    [Darmst. 

Holga,  die  Königin  der  Krystallen- 
gebirge.  Zauberposse  in  3  Aufz.  Ms. 
20831.  P.     [B.  B. 

Der  Hund  des  Aubri  de  Montdidier 
oder  der  Wald  bey  Bondy,  in  3  Akt. 
Ms.  20832.  P.     [B.  B. 

Julius  Caesar.  Trauerspiel.  Ms.  P. 
[Darmst. 

Das  lebendige  Weinfass.  Liederspiel 
in  3  Aufz.     Kl.-A.     [Musikfr.  Wien. 


Seyfried,  Ignaz  von. 


154 


Seytz. 


Moses,  Oper  in  5  Akt.  Ms.  P.  [Mün- 
chen Opernarchiv.     Darmst. 

Noah.    Ouvertüre.    Ms.  Stb.    [Darmst. 

Oberen,  Roi  des  Elfes.  Ballet  im  Kl.-A. 
[Mnsikfr.  Wien. 

Die  Ochseumeuiiette.  Singsp.  in  1  Akt 
aus  Havdn'schen  Werken  gezogen.  Ms. 
9928.  "2  Part.  [B.  B.  Dresd.  Oper. 
B.  M.    Darmst. 

—  K1.-A.  Berhn,  Trautwein.  [B.  B. 
Dresd.  Mus.     Musiklr.  Wien. 

Eichard  Löwenherz,  Oper.  Ms.  P. 
[Dresd.  Oper. 

Rochus  Pumpernickel.  Wien.  Kl.-A. 
41  S.     [Hofb.  Wien. 

Roderich  und  Kunigunde,    Parodie   in 

2  Akt.    Ms.  P.    [München  Oper.     Darmst. 

Die  rothe  und  weilse  Rose.  Oper. 
Ms.  P.     [Darmst. 

Saul,    König  in   Israel.     Melodrama  in 

3  Akt.  (Wien  18/4  1823.)  Ms.  P.  [Mün- 
chen Oper.  Musikfr.  Wien  im  Kl.-A. 
Darmst.  P. 

Ugolino  oder  der  Hmigerthurm,  Melo- 
drama in  5  Akten,  (Wien  26/9  1821.) 
Ms.  P.     [Biiissei  Cons. 

Die  Waise  imd  der  Mörder.  Jtelodrama 
in  3  Akt.  Ms.  20833.  P.  [B.  B.  Mün- 
chen Oper.    Dresd.  Oper.     Darmst. 

Zum  goldnen  Löwen,  komisch.  Sing- 
spiel in  1  Akte  von  Sonuleithner.  Ms. 
20823.  P.  [B.  B.  Dresd.  Oper.  Musikfr. 
Wien. 

Die  Harmonie.  Ein  Gedicht  für  (12  st.) 
Männerchor.  op.  104.  Berlin,  Schle- 
singer. Stb.  [B.  B.  Musikfr.  Wien. 
Darmst. 

Mänuerchöre  in  Ms.  B  1573s.     [Dresd. 

Ahasverus.  Räuberlied  f.  4  Männerst. 
u.  2  Höm.  Abendfeyer  von  Matthison. 
Tagesfeyer  des  AViener  Aufgebotes  am 
17/4  1800.  4  Notturni  a  4  voc.  (Männerst. 
2  Hefte  ä  4  Nrn.).  Oesterreichs  Ehren- 
tag f.  4  Mänuerstim.  Der  Löwenbrunn. 
Der  arme  Toms.  Alpenlied,  Kuhreihen 
und  Bauerntanz.  Der  Ruf  ins  Thal  f. 
1  St.  u.  Klav.  Cavatine  f.  Demoiselle 
Milder.  Lebewohl  für  1  Stirn,  u.  Klav. 
Arietten,  Terzetten  und  Einzelnes  aus 
Opern.     [Musikfr.  Wien. 

Im  3.  Hefte  der  Siona  von  Weiuhold 
in  Breslau  Einiges. 


Ouvertüre  zu  Faust  zu  4  Hd.  Wien, 
Haslinger.     [B.  B. 

Ouvertüre     zu     Alemar     der  Maure. 

Kl.-A.     Wien,    chejnische  Druck.  [B.  B. 

6  beliebte  Märsche  aus  Saul,  Kg.  in 
Israel  f.  Pfte.     Wien.     [B.  B. 


12  Menuetten  . . .  aufgeführt  den  23/11 
1800  u.  21/11  1819.  P.  Ms.  15650. 
[Hofb.  Wien. 

Seyfried,   Johann  Christoph, 

Gräfl.  Schwartzburg'.  Hoforganist  zu 
ßudolstadt: 

Erster  Theil  Neuer  BaUetten,  Alle- 
manten,  Arien,  Couranten  u.  Sai'abauden, 
Mit  2  V.  und  einem  geduppelten  General- 
Bafs.  Joh.  Birckner  in  Erfurt,  druckts 
S.  Krebs  in  Jehna  1656.  4*^.  50  Nrn. 
[B.  B:  Bc.     br.  Mus:  V  2.  Bc. 

Zweyter  Theil  neuer  Paduanen  . . .  mit 
2  V.  und  einem  General-Bafs.  Ib.  1659. 
40.     60  Nrn.     [Upsala:  V 1. 

In  einem  Ms.  der  B.  B.  unter  Z  ohne 
Signal.  10  Tänze  in  2  Stb.  Disc.  u.  B., 
ein  Samlbd.,  siehe  die  Nrn.  153 — 159. 
162.  163.  169,  mit  J.  C  Seyfrid  gez. 

Seyler,  Joseph  Anton,  geb. 
um  1778  zu  Lauterbacli  in  Böh- 
men, wurde  anfänglich  Musikdirek- 
tor eines  Militär -Musikchores  in 
Oesterreich  und  1808  Chordirektor 
an  einer  der  Kirchen  Ofen's  in 
Ungarn.  1841  zog  er  sich  zurück 
und  lebte  noch  anfangs  1860  (Fetis). 

Im  Klosterueuburg  1  Messe  u.  1  Gra- 
duale  im  Ms.  P.,  nur-  mit  Seyler  gez..  es 
ist  daher  unsicher,  ob  von  ihm  oder  seinem 
Sohne  Karl,  der  dem  19.  Jh.  angehört. 

Bologna  besitzt  von  einem  Giuseppe 
Seyler  eine  Messa  solenne  a  4  voci  con- 
certata  con  orch.  Vienne,  Cappi  e  Dia- 
beUi.    Stb. 

Seylinus,  Philipp  Jakoh;  in 

dem  unten  verz.  Drama  ist  der  Dich- 
ter mit  J.  J.  P.  gez.  Die  Studien- 
bibl.  in  Salzburg  besitzt  von  ihm: 
Amor  admirabilis  quo  Deus  horainem 
complectitur.  Ein  geistl.  Drama  von  J.  J. 
P.  Auno  1649.  Autograph.  109  mehr- 
stim.  Gesänge  mit  Insti-umeutal-Begltg. 

Seytz,  Johann,,  aus  Irrsee  in 
Baiern,  um  1615  Frater  im  Kloster 

zu  Irrsee. 

In  der  Stadtbibl.  zu  Augsburg  befindet 
sich  eine  Psalmodia  Vespertina  im  Ms. 
von  1615,  deren  Verfasser  er  ist  und  sich 
dort  nennt:  F.  Joh.  Seytzius  ürsinensis 
Monasterij  Coenobitam.  (Kat.  Augsburg 
Nr.  15).  In  Ms.  Nr.  40  ebd.  befindet  sich 
ein  ,,Contubernii  seu  Concentus  Benedictini 
in  Monasterio  Chiistiferae  \'irginis  ürsi- 
neusi  ad  R.  P.  Joannem  Seytz  Viceprio- 


Seyve. 


155 


Shedlock. 


rem  honi.  oper.  scriptorem  acclamatio". 
Er  starb  15.  Aug.  1619  (siehe  Aiigs- 
burger  Kat.). 

SejTe,  Erasmus  de,  s.  SajTe. 

Sfondriiio,  Griovaniii  Battista, 

ein  Guitarrist  des  17.  Jus.,  von 
dem  man  anzeigt: 

Tratteuimeuto  virtuoso,  disposto  iü 
leggiadrissime  Sonate  per  la  chitarra. 
Milano  1637  (Pouginj. 

Sgabazzi,  Domen.  Maria,   siehe 
Seabazzi. 
Sgargi,    Francesco    Antonio, 

aus  Miuerbio  (in  der  Nähe  Bo- 
logna's),  gab  heraus: 

Sopra  la  Viola  da  sei,  o  sette  corde. 
Bologna  1747  Tom.  Colli.  4«.  27  S. 
[Bologna. 

Sgnri,  Greorgius,  von  1-451  bis 
1455  päpstlicher  Sänger  (Haberl 
1,  226). 

Sguropulus ,     (jfeorgius ,     ein 

griechischer  Musiker  des  15.  (?) 
Jhs.,  der 

im  Ms.  118  (Aruud.  Mss.  5-7)  des  br. 
Mus.  mit  einigen  Hymnen   vertreten  ist. 

Sharole  (Sharold),  Jolin,  wird 
1685  in  der  Liste  der  Miuistrels 
an  der  Kgl.  Kapelle  in  London 
verzeichnet  u.  f  5/8  1687  (Rim- 
bault). 

Sharp,  Abraham,  eiu  Geist- 
licher, gest.  1736.  Er  scheint 
derselbe  zu  sein,  der  unter  dem 
Namen  Sharp  1726  als  Sänger  in 
die  Kgl.  Kapelle  in  London  ein- 
trat (Viertel].  8,  523). 

Sharp,  C  . . . 

Im  Samhvk.  Catch  Cluh  2,  18.  Jh., 
befinden  sich  Catches  von  ihm. 

Sharp,  Francis,  bekannt  durch 

Six  Sonatas  for  the  harps.  or  Pfte., 
three  with  an  acc.  for  the  Violin  etc. 
London.  Belcker.    qufol.    18.  Jh.    [br.  Mus. 

Six  Sonatas  for  the  Pfte.  or  haii)S., 
with  acc.  for  the  V.  (or  Fl.)  &  Vcl.  opera 
the  fifth.  London,  printed  for  the  author. 
[br.  Mus.  fehlt  V.  u.  Vcl. 

Sharp,  Richard,  geb.  im  18.  Jh. 
in  England,  ist  der  Autor  von 

New  guida  di  niusica,  being  a  complete 
bock  of  instructions  for  beginners  of  the 


Pfte.  London  1794.  4*'.  Brown  erwähnt 
noch  Sonaten  etc.  Fetis  bez.  ihn  als 
Contrabassisten  und  Klavierlehrer  in  Lon- 
don, der  1784  Sonaten  herausgab. 

Ein  Sharp  trat  1779  als  Oboevirtuose 
in  London  auf  (Pohl  2,  372). 

Sharpe,  Crue  (Crew),  schwor 
am  9/11  1580  als  (ientleman  an 
der  Kgl.  Kapolle  in  London,  f  21/12 
1626  '(Rimbault). 

Sharpe,  Thomas,  war  bis  1602 
Gentleman  an  der  Kgl.  Kapelle  in 
London  (Rimbault). 

In  Phocion  Henley's  Divine  harmony, 
London  1798,  befinden  sich  von  einem 
T.  Sliarp  4  Psalmenbearheitungen. 

Shaw,  Oliver,  ein  amerikanischer 
Komponist,  geb.  1778,  gest.  im  Dez. 
1 848  in  Providence  R.  I.  Er  schrieb : 

Instruction  book  for  the  pfte.,  auch 
Songs  imd  Hymnen  sind  bekannt  (Brown). 

Shaw,  Thomas,  ein  Violin- 
virtuose in  London,  der  1781 
öffentlich  auftrat  (Pohl  2,  370). 
Von  seinen  Kompositionen  sind 
nachweisbar : 

An  Anthem  on  the  death  of  the  Prin- 
cess  Chaiiotte.  London  1817.  fol.  [br. 
Mus. 

An  Singspielen  u.  Operetten  schi'ieb  er: 

Cvmon.  Overture,  Songs  and  March. 
1798'.    [R.  C.  of  Mus. 

Island  of  St.  Marguerita.  The  oveiiure, 
songs  ...  in  the  comic  opera  called  the 
...  (Kl.-A.)  Lond.  (1789).  qufol.  [br. 
Mus.     E.  C.  of  Mus. 

The  Merchaut  of  Venice  (Duett).  Lond. 
[R.  C.  of  Mus. 

The  Strangers.  Music  in  the  opera  . . . 
Lond.  1798.     [R.  C.  ofMus. 

A  Concerto  for  the  V.  with  orch. 
Lond.     Stb.     [R.  C.  of  Mus. 

A  Trio  for  2  V.  and  Vcl.  Lond.  [br. 
Mus. 

3  Sonatas  for  the  pfte.  Lond.  [br. 
Mus. 

A  Solo  for  the  flute,   op.  12.   Lond.    [ib. 

3  Sonatas  for  the  pfte.,  op.  13.  Lond. 
[ib.  Ebendort  dort  noch  1  Song,  1  Duett, 
1  Glee. 

Shedlock,  E . . .  L . . .,  ein  Eng- 
länder, Lebenszeit  unbekannt,  von 
dem  der  Antiq.  Reeves  1882  den 
Druck  besafs: 

A   trip   to    Music-Land:    a   fairy    tale 


Sheeles. 


156 


Sheppai'd. 


forming  au  expositiou  of  the  elements  of 
masic.  London,  4*^.  1 11  S.  (nach  Davey 
gehört  er  dem  19.  Jh.  an. 

Sheeles,  John,  ein  tüchtiger 
Klavierspieler  au.s  der  ersten  Hälfte 
des  18.  Jhs.,  von  dem  bekannt 
sind: 

The  Skylark.  A  collectiou  of  all  the 
Divine  Ödes  and  Hymns.  Taken  oiit  of 
the  Speetators  .  .  .  (Words  hy  A.  Pope, 
J.  Addison,  and  R.  Tickell).  London, 
printed  for  the  authors  by  TVm.  Smith. 
8".     [br.  Mus. 

Suites  of  Lessous  for  the  harps.  or 
Spiunett.  London,  printed  for  Wm.  Smith 
. . .  M.  Rawlins  .  .  .  and  J.  Barret.  rßifol. 
[br.  Mus. 

Im  Samlwk.  von  Watts  1731  (Mus. 
Misoell.)  ist  er  mit  35  Gesgen.  vei  treten. 

Ein  Sheeles  kommt  auch  in  Thomas 
Moore  I.  The  Psalm  Singers,  2.  edit.  vor. 

Sheffield,  Edmund,  ein  Kom- 
ponist in  England  aus  dem  15. 
bis  16.  Jh.,  erwähnt  von  Morley 
(Hawkins  2,  533). 

Sheffield,  Greorg-e,  von  Diirham, 
schwor  am  6/2  1G09  als  Gentleman 
an  der  Kgl.  Kapelle  in  London  und 
lebte  noch  1641  (Eimbault). 

Shelhye,  Wm.,  siehe  Selby. 

Shell,  Thomas,  Lebenszeit  nicht 
bekannt.  Im  R.  C.  of  Mus.  befin- 
den sich: 

Twenty  Psalms,  composed  by  . .  .  Lon- 
don. P.  iu  fol.  Im  br.  Mus.  befindet 
sich  ein  Thomas  Shoel  (s.  d.),  von  dem 
mau  glauben  könnte,  dass  es  derselbe  wie 
der  obige  sei,  besonders  noch  durch  das 
Verz.  seiner  Werke  bestärkt,  siehe  Shoel. 


Shenal, 


Imbault   in  Paris 


verlegte  Klavierstücke  von  ihm. 


Shenstone, 


lebte  am  Ende 


des  18.  Jhs.  iu  England  und  gab 
bei  Preston  1795  Songs  heraus 
(Gerber  2). 

Er  wird  wohl  derselbe  sein,  den 
Brown  unter 

Shenton,  Rev.  Robert,  verz., 
gest.  1798  zu  Dublin.  1750  wurde 
er  }zu  Oxford  Baccalaureus,  1757 
zu  Cambridge  Mag.  artium,  dann 
Vicar-Choralist  zu  Hereford,  Deau's 


Vicar  an  der  Christ-Kirche,  Vicar 
an  St.  Patrick's  Kathedrale  zu 
Dublin,  zuletzt  üean's  Vicar  ebd. 
1783.  Er  komponierte  Anthems, 
Service  u.  a.  Kirchenmusik. 

Shepherd,  William,  ein  schot- 
tischer Violinist,  st.  19.  Jan.  1812 
zu  Edinburgh.  Er  war  daselbst 
Musiklehrer  und  gab  heraus: 

A  collection  of  Strathspey  Peels  .  .  . 
with  a  Bass  for  the  Vol.  or  Harpsich. 
Edinburgh,     fol.     [br.  Mus.     Berlin  K.  H. 

Brown  führt  noch  eine  ,,S6Cond  col- 
lection" for  the  pfte.  Violin  and  Vcl.  ib.  an. 

Im  Einzeldruck  im  br.  Mus.  noch  1  Song. 

Sheppard  (Shephard,  Shepheard, 
Shepherd),  John,  geb.  in  der  1. 
Hälfte  des  16.  Jhs.,  war  Chorknabe 
an  St.  Paul  in  London  unter  Tho- 
mas Mulliner.  1542  wurde  er 
Lehrer  und  Organist  am  Magdalen 
College  zu  Oxford,  trat  1543  zurück, 
wurde  aber  1545  wieder  gewählt 
und  bekleidete  die  Posten  bis  1547. 
Von  1549 — 1551  war  er  Mitglied 
des  College.  Er  erwarb  sich  auch 
in  Oxford  den  Grad  eines  Bacca- 
laureus.  Nach  Burney  6,  6  und 
Hawkins  war  er  auch  von  1551 
ab  Gentleman  an  der  Kgl.  Kapelle 
und  zwar  ist  er  als  27.  verz.  1554 
supplicierte  er  um  den  Doctor- 
Titei,  ob  er  ihn  erhielt  ist  nicht 
bekannt.  1555  erhielt  er  wegen 
roher  Behandlung  eines  Chor- 
knabens  einen  öffentlichen  Ver- 
weis (Grove.  Stephen).  An  Kom- 
positionen sind  nachweisbar  in  Mss. 

In  Fore.st-IIeyther's  Collection  1  Messe 
super  Cantate.  6  Stb.  1530  geschrieben. 
[Oxford  Bodl. 

In  Mulliner's  Ms.  (br.Mus.  Addit.  30513) 
befinden  sich  Instrumentalpieceu.  (M.  f. 
M.  1902,  64/65.) 

—  Ms.  624,  4  Stb.,  fehlen  einige  Stb., 
Messen,  Mot.  u.  Madr.  zu  3—8  Stirn., 
Samlbd.  —  Ms.  574,  4  Stb.  16.  Jh.  mit 
Messen  und  Motetten,  davon  18  von  Sh. 
—  Ms.  140  Samlwk.  von  Songs  u.  Lauten- 
piecen.  —  Ms.  226  in  ßurney's  Samlbd. 
fol.  1 1  b  Esurientes  implevit  Mot.  5  voc. 
(aus  Oxford  Ch.  Ch.)  iu  P. 


Öherard. 


157 


Shield. 


Nach  Grove's  Angaben  befinden  sich 
in  den  Mss.  Add.  lälGG.  29289.  30480: 
2  Moniiug  und  Eveniug  Sernces,  2  Te 
Daum  und  Magnificat,  2  Credo  u.  7  An- 
thems.  Mss.  4900.  29246  euth.  4  Piecen 
mit  Lauteubegitg.  Add.  17  802—17  805 
4  Missae  super  1.  The  western  wyude. 
2.  The  french  Masse.  3.  Be  not  afraide. 
4.  Playn  song,  Mass  for  a  Meue.  Ferner 
4  Alleluja  u.  10  lat.  Mot.  alle  zu  4  Stirn. 

—  In  Tudway's  Sauilwk.  in  P.  Bd.  4 
das  Anthem :  Haste  thee,  o  God.  Ms.  98 
des  br.  Mus.  (Harl.  Mss.  7337—7342). 

Im  R.  C.  of  Mus.  Ms.  1642  in  7  Stb. 
in  Barnard's  Sainiwk.  1  Service.  Ms.  1737 
4  Stb.  16.  Jh:  Siugularis  privilegii,  2  mal. 
Esto  pater.    IlJustrissüua. 

Oxford  Ch.  Cb.  2  Samlwke.  von  1581 
mit  geistlichen  Tousätzen.  Im  Ganzen  be- 
sitzt die  Bibl.  nach  Davey  S.  149:  39  Mo- 
tetten, aufserdem  eine  Antiphone  und 
1  Pavane. 

In  Baldwin's  Ms.  im  Buckingham-Palast 
zahlreich  vertreten. 

In  gednickten  Samlwken: 

In  "johu  Day's  Morning  and  Evening 
prayer  1560.  1565  einige  Gesänge.  In 
Day's  Whole  Psalms  in  4  p.  1563,  2  Ge- 
sänge. In  Barnard's  SamlM-k.  1641,  2  Ge- 
sänge. In  John  Baldwin's  hds.  Samlg. 
einige  Motetten. 

In  neueren  Ausg.  3  Gesge.  (Eituer  2), 
der  letzte  Gesang  in  P.  in  der  B.  der 
Musikfr.  in  Wien.  Der  2.  ist  aus  Mul- 
liner's  Ms.,  Hawkius  bez.  ihn  mit  ,,A 
Poyute". 

Sherard,  James,  nennt  sich  auf 
seinen  Drucken  mit  italieuisclien 
Titeln:  „rnacomo  Sherard  Filar- 
monico''.  Er  war  ein  Apotheker 
in  London  am  Ende  des  17.  Jhs. 
und  soll  ein  ausgezeichneter  Vio- 
linist gewesen  sein,  der  sich  auch 
als  Komponist  hervorthat.    Er  gab 

heraus : 

Sonate  (12)  a  tre,  2  V.  e  Violone  col 
B.  per  Torg.  op.  1.  Amsterdam,  Roger. 
4  Stb.  4^.  [B.  Wagener.  br.  Mus. 
Wolfenb. 

Sonate  a  3,  doi  V.  Vcl.  e  Bc.  op.  2. 
Amst.,  Roger.  4  Stb.  4**.  [B.  Wagener. 
br.  Mus. 

Shei'by,  . . . 

In   Oxford  Ch.  Ch.   im   Ms.   1  Pavane 

und  1  Galliarde  für  Laute. 

Shergold,  Edmund,  schwor  am 
1/1    1603    als    Gentleman    an    der 


Kgl.  Kapelle  in  London,  f  19/1 
1607  (Rimbault). 

Shelley,  Joseph,  s.  Scherley. 

Slieryiig'liam,  ...  ein  englischer 

Komponist    aus    dem    Endo     des 

15.  Jhs., 

von  dem  sich  in  dem  sogenannten 
Fayrfax'schen  Ms.,  1  vol.  vor  1504  ge- 
schrieben, Ms.  203  (Add.  5465)  des  br. 
Mus.  fol.  9  b :  My  wof ull  hail  in  paynf ule 
weryness,  2  voc.  (im  Burney  5,  544  in  P. 
mitgeteilt)  und  foL  80  b:  A!  gentill  Jhesu 
4  voc.  befinden.  Schon  Morley  erwähnt 
ihn  als  bedeutenden  Komponisten.  In 
Smith's  Musica  antiq.  1  vierstim.  Gesg. 

Shield,  William,  der  Sohn 
eines  Singmeisters,  geb.  uui  1748 
zu  Swaliwell,  Durham,  gest.  25. 
Jan.  1829  zu  London.  1772  war 
er  2.  V^iolinist  am  Opernorchester, 
1773  Bratschist.  1778  trat  er  mit 
seiner  ersten  dramatischen  Arbeit 
auf,  der  zahlreiche  andere  folgten. 
Seine  Musik  war  beim  Publikum 
sehr  beliebt.  1791  besuchte  er 
Frankreich  und  Italien.  1792  als 
Komponist  am  Covent  Garden 
Theater  angestellt  (bis  1797).  Fetis, 
Brown  und  Grove  ausführlicher. 
Grove  giebt  ein  langes  Yerz.  seiner 
Theaterstücke,  ebenso  Stephen. 
Opern  kann  man  die  englischen 
Erzeugnisse  dieser  Zeit  kaum 
nennen,  da  sie  nur  aus  Ouvertüre, 
einigen  Arien,  Duetten  u.  Chören 
bestehen.  Das  deutsche  Singspiel 
dagegen  ist  reicher  an  Piecen, 
wenn  es  auch  durch  den  ge- 
sprocheneu Dialog  ebenso  zerrissen 
wurde  wie  das  englische.  Von 
seinen  Werken   sind  nachweisbar: 

An  Introduction  to  harmony.  London 
(1799)  Robinson.  40.  125  S.  [R.  C.  of 
Mus.    Cambridge  FW.    Brüssel.    Glasgow. 

Rudiments  of  thorough  bass,  .  .  .  being 
an  appeudix  to  an  Introduction  to  har- 
mouv.  Lond.  (c.  1814)  Robinson.  2  voll. 
gr.  40.  [br.  Mus.  Cambridge  FW.  Briis- 
sel.     Glasgow. 

—  2.  ed.     Ib.     s.  a.     4°.     [br.  Mus. 

Operetten  und  Verwandtes. 

Abroad   &   at  home.     A  comic   opera 


Shield. 


158 


Shield. 


comp,  by  Grettry,  Giornovichi  . .  .  Lond. 
1796.     qufol.     [br.  Mus.     R.  C.  of  Mus. 

The  Choleric  Fathers.  A  coniic  opera. 
London  1785.     qufol.     [ib. 

The  Crusade.  The  songs,  dialogues, 
duetts,  trio  &  marches  in  the  historical 
romance.    ib.  fol.    [br.  Mus.    E.  C.  of  Mus. 

The  deaf  lover,  opera  1793.  Lond. 
qufol.     [E.  C.  of  Mus. 

The  Enchanted  Castle.  The  pantom. 
of  .  . .     London  1787.     fol.     [br.  Mus. 

Two  faces  under  a  hood,  op.  com.  in 
3  acts.  Lond.  1807.  [R.  C.  ofMus.  br. 
Mus.     Glasgow. 

The  Farmer,  a  comic  op.  Kl.-A.  Lon- 
don 1787.    qufol.    [br.Mus.     E.  C.  ofMus. 

The  flitcJi  of  Bacon,  1778.  Lond.  [R. 
C.  of  Mus. 

Fontainbleau,  or  Our  way  in  France. 
A  comic  op.  written  by  O'Keefe.  (Kl.-A.) 
Lond.  (1784)  Lougman  &  Broderip.  [ß.  ß. 
br.  Mus.     R.  C.  of  Mus. 

Friar  ßacon,  or  Harlequiu  Rambler, 
pantom.     (Kl.-A.)     ib.     fol.     [br.  Mus. 

Harlequiu's  Museum.  The  overt.,  songs, 
dances  ...  in  the  pantom.  comp,  by  ... 
the  rest  compiled  by  T.  Goodwin.  Lond. 
1792.     qufol.     [br.Mus.     R.  C.  of  Mus. 

Hartford  Bridge  or  The  Skirts  of  a 
Camp,  au  operatic  farce  selected  .  .  . 
Kl.-A.  Lond.  1792.  qufol.  —  neue  Ausg. 
1856.     fol.     [ib. 

The  Higbland  Reel.  A  musical  ro- 
mance, select.  &  com]). . .  Lond.  1788. 
qufol.     [ib. 

—  The  Highland  reel.  Bound  along 
witli  the  songs  &c.  in  the  historical  ro- 
mance of  the  „Crusade"  &  the  „Sprigs  of 
laurel",  ä  comic  opera.  Lond.  qufol. 
[Glasgow. 

The  Lock  &  Key,  a  mus.  farce.  ib. 
1796.     qufol.     [br.Mus.     E.C.  ofMus. 

Lord  Mayor's  Day.  The  Overt.,  songs, 
duett,  glees  ...  in  the  pantom.  ib.  1782. 
fol.     [br.  Mus. 

Love  in  a  Camp,  or  Patrick  iu  Russia, 
a  Comic  opera.  (Kl.-A.)  ib.  1785.  qufol. 
[br.  Mus.     R.  C.  of  Mus. 

The  magic  Caveru.  An  entertainement. 
(L.  1784.)     fol.     [br.Mus.      R.C  ofMus. 

The  Maid  of  Lodi.     L.    fol.     [br.Mus. 

Marian,  an  opera.  (Kl.-A.)  L.  1788. 
[br.  Mus.     R.  C.  of  Mus. 

The  miduight  Wanderers,  a  com.  opera. 
KL-A.     L.  1793.     qufol.     [ib. 

The  Mysteriös  of  the  Castle.  A  drama- 
tic  Tale.     L.  1795.     qufol.     [ib. 

Netley  Abbey;  a  com.  opera,  comp, 
by  Baumgarten,  Parke,  Paisiello,  Howar- 
dand  &  Sh.     L.  1794.     qufol.     [ib. 


The  Noble  peasant.  A  com.  op.  (Kl.-A.) 
L.  1784.     qufol.     [ib. 

The  Nuuuery,  a  com.  op.  L.  1785. 
qufol.     [ib. 

Omai;  or,  a  Trip  round  the  world, 
a  pantom.  set  to  music  ...  L.  1785. 
qufol.     [ib. 

The  picture  of  Paris.  The  songs,  duetts 
...  in  the  . .  .  (zum  Teil  aus  Naumann's 
Amphiou  entlehnt).    L.  1790.    qufol.    [ib. 

The  poor  Soldier,  a  comic  opera  .  .  . 
Lond.  (1783)  Bland,  qufol.  [B.  B.  br. 
Mus.     R.  C.  of  Mus. 

The  prophet,  an  op.,  comp,  by  Sacchini, 
Purcell,  Giordani,  Inwich,  Cimarosa,  Salieri 
u.  W.  Sh.  (Kl.-A.)  L.  1788.  qufol. 
[br.  Mus.    R.  C.  of  Mus. 

Richard  Coeur  de  Liou,  op.  1786. 
Lond.     [R.  C.  of  Mus. 

Robin  Hood  or  Sherwood  Forest,  a 
com.  op.  (Kl.-A.)  L.  1784.  qufol.  [br. 
Mus.     R.  C.  of  Mus. 

Rosina,  a  com.  op.  (Kl.-A.)  L.  1784. 
qufol.     [br.  Mus, 

Shakspear's  Duel  &  Loadstars,  set  to 
music.     L.     fol.     [br.Mus.     R.C.  ofMus. 

ShaJvSpeare's  Poor  Barbara,  set  to  mus. 
L.     fol.     [br.  Mus. 

The  Siege  of  Gibraltar.  An  entertain. 
L.  1780.     qufol.     [br.  xMus. 

Sprigs  of  Laurel,  a  com.  op.,  consistg. 
of  German,  Scotch,  Irish  &  Engl,  airs, 
one  by  a  Nobleman  &  others  by  Handel^ 
Anfossi  &  Sit.    (Kl.-A.)    Lond.  1793.    [ib. 

—  Erhielt  später  den  Titel  ,,The  Rival 
Soldiers". 

The  Travellers  in  Switzerlaud,  a  com. 
opera.     L.  1794.     qufol.     (Kl.-A.)     [ib. 

The  Wicklow  mountains.  Com.  op. 
L.  1798.  qufol.  (Hiefs  früher  „The  Lady 
of  the  hills.''  oder  „AVicklow  Gold  Mines".) 
[br.  Mus. 

The  woodman.  A  com.  opera.  L.  1791. 
qufol.     [br.  Mus.     R.  C.  of  Mus. 

A  collection  of  songs,  sung  at  A'"aux- 
hall  . . .  to  which  is  added  „Johnny  and 
Mary',  a  Ballad  .  .  and  ,,Oxfordshire 
Nancy',  written  by  .  .  D.  Garrick  .  .  . 
Lond.,  W.  Napier.     fol.     [br.  Mus. 

A  cento,  cousistiug  of  ballads,  rounds, 
glees  &  aroundelay;  cavatinas,  canzouet- 
tas,  duettinos,  terzettos  &  a  quartettino. 
Lond.  1809.  P.  fol.  [Glasgow,  br.  Mus. 
R.  C.  of  Mus. 

A  collection  of  Canzouetts  &  an  Elegy. 
London.    P.    foL     [br.Mus.     R.C.  ofMus. 

A  collection  of  favourite  songs.  To 
which  is  added  a  Duet  for  2  V.  book  1  st. 
P.     London,     fol.     [R.  C.  of  Mus.     C.  P. 


Shiveiiein. 


159 


Sibelli. 


Six  trios  for  V.  T.  &  Vcl.  Lond.  1796. 
3  Stb.     fol.     [Glasgow,     br.  Mus. 

6  Duettos,  five  for  2  V.  &  1  for  2 
gerni.  fl.    op.  1.    Loudou.    fol.     [br.  Mus. 

6  Duets  for  2  V.    op.  2.    ib.    [br.  Mus. 

3  Duets  dito.     [ib. 

Six  Minuets  in  Ms.  9GS.    [R.  C.  of  Mus. 

(The  Relief  of  Wiliiainstadt.)  Great 
Britain  still  her  charter  boasts.  L.  1793. 
fol.     [br.  xMus. 

8  Einzelgesänge  im  Druck,  Lond.  fol. 
[R.  C.  of  Mus.  Nr.  1357.  In  1922  I.  Whilst 
witli  village  raaids,  Air,  Rosina. 

Im  br.  Mus.  ia  Einzeldrucken:  42  Songs, 
9  Balladen,  4  Duette,  2  Glees,  1  Cauzone. 

5  Arien  im  Hyde  I.  [B.  B.j  1  Glee 
in  Bishop's  Collect,  of  Glee.  In  Stewart's 
30  Scots  sougs,  Edinbgh.  [Bologna].  In 
Corri's  Select  collection  Bd.  2,  3  Gesge. 
p.  9.  11.  12.  —  Ein  Gesg.  in  neuer  Ausg. 
(Eitner  2). 

SliiYerleiii,  . . . 

In  der  B.  Schwerin  F.  ein  Concerto 
ä  5.  Violoncello  obl.  2  V.  Va.  de  braccio, 
Cemb.  Ms.  Stb. 

Shmett,  C  . . .  vaii, 

kommt  in  Playford's  Division  Violin 
1685  mit  einer  Piece  vor. 

Sliocl,  Thomas,  bekannt  durch 

24  Psalm  tunes,  2  hymns  etc.  Lond. 
0.  1801.     qu40. 

3.  book  of  Psalm  tunes  hymns  &  an- 
thems.     London  1802.     qufol. 

S.'s  6.  book.  Thirty  tunes  comp,  by  .  . . 
Lond.  '[\ii^.  u.  1  Gesangsduett  im  Einzel- 
druck. Sämtlich  im  br.  Mus.  Siehe  auch 
Thomas  Shell. 

Shorc  (Showers),  John,  der  Sohn 
des  Matthias  Shore,  Serjant-Trom- 
peter  1692  in  London,  berühmt  als 
Bläser.  John  wird  schon  1708  als 
Lautenist  an  der  Kgl.  Kapelle  verz., 
während  Rimbault  erst  den  8/8 
1715  nennt.  Er  soll  der  Erfinder 
der  Stimmgabel  sein  und  starb  am 
20/11  1752,  nahe  an  90  Jahre  alt. 
In  den  Listen  von  1700  wird  auch 
ein  JoJm  Shore  unter  den  Musikern 
genannt,  ob  Säuger  oder  Instru- 
mentist ist  fraglich.  Aufserdem 
kommt  noch  in  den  Jahren  1691  ff. 
ein  Trompeter  Williaiu  Sliore  vor, 
für  den  Purcell  die  Trompeten- 
piecen  schrieb  (Nagel  1,  63 — 67. 
Viertel] .  8,  515  ff.). 


Short,  . .  .  Burney  7,  664  bez. 
ihn  als  den  ,,alten  Short'',  der  1744 
Organist  an  St.  Sepulchre's  church 
u.  Klavierspieler  am  Covent  Gar- 
den war. 

Short,  Daniel,  ist  in  den  Jahren 
1694  u.  f.  Musiker  a/d.  Kgl.  Kapelle 
in  London  (Nagel  1,  65.  67). 

Shram,  Christopher,  trat  1792 
in  London  als  Violoncellist  auf 
(Pohl  2,  371). 

Shuttleworth,  Obadiah,  Orga- 
nist an  St.  Michael,  Combi  11  in 
London,  dann  an  der  Tempelkirche. 
Er  war  ein  guter  Violinspieler  und 
wirkte  als  erster  Geiger  im  Kon- 
zert zum  Swan  in  Cornhill  mit. 
Er  starb  1735  (Grove  aus  Hawkins 
5,  181,  der  noch  Mehreres  über 
ihn  und  den  Vater  sagt.  Letzterer 
lebte  in  Spitalfields,  dem  ärmsten 
Stadtteile  Londons,meistvon\Vebern 
bewohnt.  Er  beschäftigte  sich  gern 
mit  Musik  und  hatte  seine  Kinder 
so  weit  gebracht,  dass  er  ein  Trio 
für  Klavier,  Violine  und  Gambe, 
die  er  selbst  spielte,  mit  ihnen  aus- 
führen konnte).  Der  Sohn  spielte 
im  Swan  von  Gründung  derselben 
an  bis  zu  seinem  Tode. 

Er  soll  im  Ms.  12  Konzerte  hinter- 
lassen haben  und  2  im  Druck,  die  sich 
den  Corelli'schen  in  der  Form  genau  an- 
schliefsen. 

Sianesi,  bekannt  durch 

Metode  per  Clarinetto-Coruo  a  machino- 
Corno  segnale-Tromba  etc.  Milano.  Mög- 
lich, dass  er  dem  19.  Jh.  angehört.  [Mu- 
sikfr.  Wien. 

Sibe,  Andre,  um  1635  lustru- 
mentist  an  der  Hofkapelle  in  Mün- 
chen mit  300  Gld.  Gehalt  (Kreis- 
arch.). 

Sibelli  (Sivelli),  (riovanni  An- 
tonio, ein  Opernkomponist  des 
17.  Jhs. 

In  Bologna  gab  man  die  Opern  „I  di- 
porti  d'amore"  1(J81  und  ,,Elimaura  fuggi- 
tiva"  1684  (Gerber  1). 


Siber,  Georg. 


160 


Sicher. 


Siber,  Greorj?,  bekannt  durch 

Die  sieben  Buss- Psalmen  Davids  in 
teutsche  Reimen  gerichtet .  .  .  Item  Eine 
Tischzucht  im  Haushalten  .  .  mit  etlichen 
Gesänglein.      Nürnbg.    1591,    mit  4stim. 

Gesg.     [besafs  einst  der  Antiq.  Eosenthai. 

Siber  Michael. 

Ich  will  dem  HeiTn  singen,  in  2  Teil., 
5stim.     In  B.  Zw.  nur  der  B.  vorhanden. 

Siberer,  Andreas,  Regens  chori 
im  Kloster  Admout  (Steiermark) 
von  1744— t  1778.  Ein  guter 
Komponist,  von  dem  einEequiem  ge- 
nannt wird  (Kornmüller  1,  211). 

Sibin,  Andre, 

Die  Kgl.  Musikalien-Samlg.  in  Dresd. 
besitzt  3  Senates  p.  la  Harpe  av.  ou  saus 
pedule  ou  le  pfte.  av.  l'acc.  d'une  Fliite 
et  Taille  tous  deux  tres  obligees.  Ms.  P. 
qufol.  —  Gerb.  1  nennt  ihn  einen  Bruder 
des  Gregor,  der  1784  in  Frankfurt  3  Quar- 
tette f.  Klav.  V.  Fl.  u.  Vcl.  herausgab. 

Sibiu,  Oregor,  ein  Geistlicher 
im  Kloster  Amorbach  in  Baiern 
um  1784,  gab  in  Frankfurt 

3  Sonaten  f.  Harfe  oder  Klav.  mit  Fl. 
und  Bratsche  als  op.  1  heraus  und  La 
chasse  für  Klav.  mit  1  Y.  Flöte  u.  Vcl. 
(Gerber  1). 

Sibire,  L'abbe  Antoine,  geb. 
zu  Paris  um  1757,  machte  seine 
Studien  im  Seminar  St.  Sulpice, 
trat  dann  ins  Missionshaus  und 
wurde  Missionär  in  Loango  (Gui- 
nea). Gegen  1787  kehrte  er  nach 
Paris  zurück  und  lebte  als  Eccle- 
siastiker  in  der  Parochie  St.  Louis 
du  Marais  (Fetis). 

Er  schrieb:  La  chelonomie,  ou  le  par- 
fait  luthier.  Paris  18Ö6  Millet.  S».  X 
u.  288  S.     [B.  Wagener.     Brüssel. 

Er  bez.  sich  auf  dem  Titelbl.  mit  .,Conc. 
Cure  de  traue.  d'Assisi'-. 

—  Leo  Liepmau  besafs  eine  Ausg.: 
Brüssel  1820  in  120. 

—  Ausg.  von  J.  Gallay.  Les  luthiers 
Italiens  au  XVIIe  et  XVIIle  siecles.  Nouv. 
ed.  du  Parfait  luthier  de  l'Abbe  Sibire, 
suine  de  notes  sur  les  maitres  des  diver- 
ses ecoles.  Paris  18(39  Academie  des 
bibliophiles.  12o.  260  S.  [Brüssel.  Bo- 
logna.    E.  C.  of  Mus. 

Sicard,  Laurent  (der  Kat.  des 
br.  Mus.  schreibt  J. . .)?  ii^c'i  Fetis 


war  er  an  der  Sainte-Chapelle  zu 
Paris  im  17.  Jh.  angestellt. 

Er  gab  17  Bücher  ,,Airs  serieux  et  ä 
boire"  ä  2,  et  ä  3  parties  avec  la  Bc. 
Paris,  Rob.  (Chr.)  Ballard.  3  Stb.  fiul20 
heraus.  Fetis  verz.  nur  8  livres  von  1662 
bis  1668.  Im  br.  Mus.  befinden  sich  zum 
Teil  inkomplett  folgende  Bücher: 

1.  livre  Paris  1666  Rob.  Ballard. 


1667 


und 


sus 

1666. 

3. 

1668 

91 

11 

4. 

1669 

M 

11 

5. 

1670 

»> 

T 

6. 

1671 

Chr. 

Ballard. 

7. 

1673 

ji 

11 

8. 

1674 

it 

11 

9. 

1675 

11 

,} 

10. 

1676 

11 

i' 

11. 

1677 

11 

>, 

12. 

1678 

11 

11 

13.     .,        „      1679      „ 

In  der  Pariser  Kationalbibl.  befindet 
sich  1  Exemplar:  livres  1 — 8,  1666 — 1674. 
Ein  2tes:  livres  1—16,  von  1666—1683, 
in  der  Stadtb.  Besannen,  ein  Vorname 
fehlt.  —  In  Bmssel  2329  Hv.  1—4.  6 
bis  17  von  1666—1683  nur  das  Stb.  Des- 
sus.      Wolfenb.  nur  vom  5.  B.  der  Bass. 

Sicca,  Fr...,  um  1706  Musicus 
an  St.  Martin  in  Amberg  (Metten- 
leiter 2,  98). 

Siccus,  Anacletus,  siehe  Secclii. 

Sicliardt,  ...  um  1703  Musicus 
an  St.  Martin  in  Amberg  (Metten- 
leiter 2,  98). 

Sichart,  Lorenz,  war  Organist 
an  der  Marienkirche  in  Nürnberg 
um  1720  und  gab  heraus: 

Sonata  e  Fuga  per  il  Cembalo.  2  Bg. 
in  fol.  (Gerber  2).     Bekannt  ist  dagegen: 

Sonata  per  l'organo  composta  da  Lo- 
renzo  Sichart,  Organista  del  Coro  dei 
Musici  nella  Chiesa  di  Sta.  Maria  a 
Norimberga  (Adur).     [Schwerin  F. 

Siclier,  Fridolin,  geb.  5.  März 
1490  zu  Bischofszell,  wurde  mit 
13  Jahren  dem  Organisten  Meister 
Martin  Vogclmeier  in  Konstanz  in 
die  Lehre  gegeben;  als  letzterer 
1504  in  Baden  im  Aargau  während 
eines  Besuches  starb  und  Hcnis 
Bnclmer  den  Posten  in  Konstanz 
erhielt,   ging   Sicher   1512/13    zur 


Sicher. 


161 


Sidler. 


weiteren  Ausbildimg-  zu  ihm,  nach- 
dem er  bereits  von  tlcn  Chorherren 
zn  St.  Pehigins  in  Bischofszeli  mit 
der  Kaplans-Pfründe  zu  St.  Agnes 
belelmt  worden  war  und  am  Sonn- 
tage nach  Ostern  seine  erste  Xesse 
gesungen  hatte.  Mit  der  Pfründe 
war  das  Organistenamt  verbunden. 
Als  in  St.  Gallen  im  Münster  1515 
ein  neues  Orgelwerk  aufgestellt 
worden  war,  verdross  Sicher  das 
schlechte  Orgelwerk  in  Bischofs- 
zeil und  ging  als  Organist  nach 
St.  Galleu,  überliefs  aber  den  Chor- 
herren an  St.  Pelagius  den  Ertrag 
seiner  Pfründe,  um  davon  ein  neues 
Orgelwerk  hei^zustellen.  Gegen 
1520  war  dasselbe  fertig  u.  Sicher 
versah  abwechselnd  beide  Aemter 
in  St.  Gallen  und  in  Bischofszeil. 
1531  hatte  er  sich  in  Eusisheim 
i/Els.  auf  ein  Beneficiura  investie- 
ren lassen.  Nach  der  Restauration 
des  Stiftes  Pelagius  gab  ihm  der 
Abt  von  St.  Gallen  noch  die  Kap- 
lanei  zu  St.  Jakob  vor  der  Stadt, 
eine  Belohnung  nicht  nur  für  seine 
langjährigen  Organistendienste,  son- 
dern auch  für  seine  durch  alle  Stürme 
der  Zeit  imerschütterte  Treue  zur 
römisch-katholischen  Religion  (Dr. 
Ad.  Thürlings  schweizerische  Ton- 
meister 1903,  siehe  M.  f.  M.  1903 
Nr.  8).  Als  Komponist  ist  er  nur 
in  der  Bibl.  Basel's,  Ms.  Fx  21 
Nr.  52,  einer  Tenorstimme,  mit 
dem  Liede:  „Mich  hatt  das  gluck 
ein  zyt,"  3  Strophen,  vertreten. 
Schubiger  2,  24  führt  zwar  eine 
Sammlung  vierstimmiger  Gesänge 
älterer  und  gleichzeitiger  Komposi- 
tionen in  der  Stiftsbibl.  zu  St.  Gallen, 
Codex  161 — 164  an,  doch  ist  die- 
selbe nach  Thürlings  nicht  von 
Sicher,  sondern  vom  Magister  Jo- 
hmines  Heer  angelegt  u.  geschrieben. 
Sichizzelli,  Grins eppe,  aus  Mo- 
dena,  bekannt  durch 

Rob.  Eitner's  Quellen-Lexikon.    Bd.  9. 


2  Sonate  per  V.  e  B.    [Musikfr.Wien. 
Eine  Siufouia  in  D.     Ms.  Stb.     [Ber- 
lin K.  H. 

Sichtbare  und  unsichtbare  Son- 
nen- und  Mondfinsternisse,  die  sich  zwar 
im  musikalischen  Handbuch  oder  Musik- 
almanach  fürs  Jahr  1782  befinden,  aber 
nicht  augezeigt  sind  (Vign.).  Ebenfalls 
zu  Alethinopel.     B».     16  S.     [B.  B. 

Beschrieben  mit  Auszügen  in  M.  f.  M. 
12,  148,  wurde  Junker  zugeschrieben,  ob 
mit  Recht,  ist  sehr  zweifelhaft,  da  er 
selbst  sehr  schlecht  wegkommt  und  Forkel 
gelobt  wird. 

Sieiliaui,  Filippo,  päpstlicher 
Sänger  um  1788  (Haberl,  Kat.  70). 

In  der  Münchener  alten  Hofkapelle 
eine  Missa  8  voc.  Ms.  P.  nur  mit  Sici- 
Uani  gez.  —  In  B.  B.  L  261  Messa  super 
Omnium  sanctorum  8  voc.  P.  —  T  75 
Missa  a  3  voc.  P.  —  Cap.  sistina  Cod.  259 
Missa  Omnium  sanctorum  8  voc.  1788. 
Siehe  Haberl's  Kat.  S.  60  Anmkg. 

8iculiis,  Petrus. 

In  der  B.  L.  Ms.  7,  1  ein  Salve  regina 
5  vücuni. 

Sitlel,  M.  Ambrosius,  Pfarrer 
zu  Aroldisshausen ,  Wertrischer 
Herrschaft  (Titel),  gab  heraus: 

Geistlicher  Lieder,  so  in  den  Lutheri- 
schen Kirchen  zu  singen  gebreuchlich, 
mit  vier,  auch  ethche  mit  füuff  vnnd 
sechs  Stimmen,  also,  dass  der  Choral 
durch  kurtze  liebliche  Fugen,  so  viel 
mügUch,  in  allen  Stimmen  hindurch  ge- 
fiihret  wird.  Gesetzt  vnd  in  druck  ver- 
fertiget durch ...  1.  Thl.  Erffurdt  1619 
Phil.  Wittel,  Drucker.  Stb.V  4P.  20  Lie- 
der.    [B.  B:  T. 

Sidel,  Johann,  Kollab orator  an 
der  Schule  zu  Kölleda  (Merse- 
burg), 

komponierte  zur  Hochzeit  seines  Schwie- 
gervaters die  Motette :  Ein  freundlich  Weib 
.  . .  für  8  Stirn.  Erfurt  1614  (Gerber  2). 
Derselbe  besals  von  einem  späteren  Joh. 
Skid  eine  Kantate  im  Ms.  „Komm  mein 
Freund"  a  2  voci  e  ström,  (die  Musikfr. 
Wien  verz.  dieselbe  ni(;ht  im  Kat.). 

Sidler  (Seidler),  Joseph  Bern- 
liard,  von  Zug,  war  um  1789 
Organist  in  dieser  Stadt  und  gab 
heraus: 

Ouvertüre  p.  le  clav.,  nommee  prince 
de  Cobourg.     1789.     qirfol. 

Quatre  pieces.de  preludes  ou  caprices 

11 


Sidney. 


162 


Siebenhaar. 


in  D,  B,  A,  und  EmoU,  pour  les  commen- 
9ants  de  clav.  un  peu  avances.     qufol. 

Serenade  pour  le  clav.  devant  l'Jiotel 
du  baron  de  Loudon,  gencial  feldmarechal 
de  l'empereur,  ä  Beigrade.    1789.    qufol. 

(G.  Becker  1,  135.) 

Nachweisbar  sind: 

Phantasia  per  il  Cembalo.  Tugio,  dell' 
autore.  (Jos.  Clausner  sculpsit.)  10  S. 
[B.  M.     B.  Wagener.     Briissel  Cons. 

Er  bez.  auf  dem  Titel  seine  Gebuiis- 
stadt  mit  di  Tugio  Scizzero. 

12  Münchener  Redout- Ländler  1813. 
München,  Falter  &  Sohn.  [B.  M.  Dort 
noch  Walzer  ib.  1825.  Nur  mit  Joseph 
Sidler  gez. 

In  der  B.  B.  befindet  sich  ein  Druck 
für  Klavier  oder  Orgel,  der  mit  Capitaine 
Sidler  gez.  ist  und  fast  denselben  Wort- 
laut hat  wie  das  zweite  oben  verz.  Werk. 
Der  Titel  lautet: 

4  Piece  de  Preludes  ou  Caprices  pour 
le  Clavecin  ou  Orgue.  Munich,  Goetz. 
kl.  qufol. 

Gerber  2  schreibt  über  letzteren  „-ffff- 
jnfain  Siedler  des  Kantons  Zug  in  der 
Schweiz"-,  ein  Dilettant,  gab  heraus,  und 
nun  verz.  er  obige  Ouvertüre  u.  Serenate 
und  nennt  sie  „Dilettanten -Geklimper".  I 
Auch  Bossler  in  seinem  Samlwke.  15  teilt 
einen  Tonsatz  von  Siedler  mit. 

Sidney,  Sir  ßol)ert, 

setzte  Galliarden  von  J.  Dowlaud  für 
Laute  und  gab  sie  zum  Druck  in  Eob. 
Dowland's  A  musicaU.  Banquet  1610. 

Sidon,  Samuel  Peter,  s.  Sidow. 

Sidow,  . . .  wurde  1736  vom 
König-  Friedrich  Wilhelm  I.  von 
Preufsen  auf  Vorschlag  des  Ge- 
sandten in  London  nach  Berlin, 
resp.  Potsdam  berufen,  um  die 
Musikschule  für  das  Militär -Wai- 
senhaus einzurichten.  In  London 
zeichnete  er  sich  als  Opern-  und 
Pantomimen -Komponist  aus.  Er 
soll  auch  der  Erfinder  des  Murky 
sein.     Er  f  um  1754  (Ledebur). 

Sidow,  Samuel  Peter,  wurde 
am  10.  Juni  1679  an  der  kurf. 
Kapelle  in  Berlin  als  Kapellmeister 
angestellt,  ging  dann,  als  Kurfürst 
Friedrich  IE.  den  Thron  bestieg, 
nach  London  und  soll  sich  als 
Komponist  bekannt  geniacht  haben. 


Gerber  1  verz.  einen  Samuel  Peter 
von  Siclon^  der  von  Rist  und  Mat- 
theson  (1,  75)  erwähnt  wird  und 
sich  als  Violinist  von  1661 — 1666 
in  Hamburg  aufhielt.  Eist  stellt 
ihn  noch  über  Joh.  Schop.  Sittard 
1,  20  u.  22  schreibt:  wurde  1665 
der  Nachfolger  Joh.  Schopp's  als 
Direktor  der  Ratsmusiker.  Es  ist 
immerhin  möglich,  dass  dies  ein 
und  dieselbe  Person  ist. 

Von  Samuel  Peter  Sidon  befindet  sich 
in  Upsala  eine  Sonata  con  Allemande, 
Courante,  Sarabande  ä  Viollno  solo  con 
Basse.    Ms.  fol. 

Siel),  Johannes,  um  1510 
„Singer"  an  der  Hofkapelle  in 
Stuttgart  (Sittard  2,  8). 

Siebeek,    Joliann    Heinrieh, 

Violinist  am  Gewandhauskonzerte 
in  Leipzig  1781  (Döiffel  2,  22.  37). 
Siebenhaar  der  Siebenfältige, 
Malachias,  so  gez.  im  Zesen,  zu 
dessen  Liebesflammen  er  1651  die 
Musik  zu  11  Liedern  schrieb,  zu 
dem  Rosen-  und  Lilienthal  1670 
25  Melodien  mit  Bass  und  zu 
dessen  Andächtige  Lehr -Gesänge 
1675  alle  Sangweisen.  3  Lieder 
noch  in  Zesen's  Reinw^eisse  Hertzo- 
gin  1668  und  dessen  Schöne  Ham- 
burgerin [Wolfenb.  br.  Mus.]  Ger- 
ber 1  berichtet  über  ihn,  dass  er 
1 644  von  Tangermünde  nach  Magde- 
burg als  Kantor,  Musikdirektor  und 
Schulkollege  berufen  wurde  und 
später  das  Diakonat  an  St.  Ulrich 

erhielt. 

Im  brit.  Museum  in  London  befinden 
sich  unter  Malachias  Sieben  haar  folgende 
Drucke : 

HiniDilische  . .  Liebesflammen  . .  8  st. 
Concert.     Magdeburg  1659.     fol. 

Gängel- Wagen  der  Jugend  u.  Stab  des 
Alters.  Genommen  aus  dem  17.  u.  18. 
Versiculn  des  71.  Ps.  und  .  .  in  ein  6  st. 
Epithal.  mit  u.  ohne  lustr.  . . .  übersetzt. 
Magdebg.  (1661)  J.  Müller,     fol. 

Der  Kii'chen  Jesu  köstl.  Seelen-Schmuck 
. .  ein  8  st.  Concert  mit  Tromp.  u.  Paucken 
...     ib.  1661.     fol. 


Siebenkäs,  Jeremias  Paulus 


163 


Siebert. 


Schiüdige  Pflicht  und  treu -meinender 
Unterricht  .  .  .   unt  8  St.     ib.  16(32.     fol. 

Himmlisch-lechtzendes  Hirschen-Hortz, 
welches  sich  .  .  nach  dorn  theüren  An- 
schauen Christi  Jesu  sehnet  . .  in  eine 
8  st.  Motect  übers,     ib.  (166.3).     fol. 

Himmelsteigendes  Danckopfer  der  Uhr- 
Alten  Stadt  Magdeburg  ...  10  st.  Coucert 
. . .  mit  Bc.     ib.  1065.     fol. 

Svaaviloquium  Dei  . .  9  st.  Concert  mit 
Tromp.  u.  Pauck.     ib.  1667.     fol. 

Siebeiikäs,  Jeremias  Paulus, 

nach  1735  in  Kürnbero-  e;eb.,  Sohn 
des  Johann,  war  Organist  an  der 
Marienkapelle  in  Nürnberg  (BiogT. 
31).  Gramer  1,  649  erwähnt  ihn 
noch  im  Jahre  1783. 

Siebenkäs,  Johann,  geb.  23. 
Dez.  171-4  zu  Nürnberg,  gest.  22. 
Jan.  1781  ebd.,  bildete  sich  unter 
Förtsch  zum  Klaviervirtuosen  aus, 
ging  darauf  nach  Dresden  und 
wurde  Schüler  Heinichen's,  kehrte 
vor  1735  nach  Nürnberg  zurück 
und  war  gezwungen,  die  Bäckeroi 
seines  Vaters  zu  übernehmen, 
wurde  aber  später  Organist  an 
der  "Walburgiskirche,  dann  an  der 
Marienkapelle,  1764  Organist  an 
St.  Lorenz  und  dann  an  St.  Sebald 
(Gerber  1.     Biogr.  27). 

In  der  B.  B.  im  Ms.  208.50  befindet 
sich  die  Kantate  Kommt  herzu,  f.  4  Stim. 
mit  Instrum.  P.  73  S. 

Siebens,  Pierre,  geb.  um  1774 
zu  Mechehi,  begraben  am  3.  April 
1846  ebd.  Dirigierte  an  40  Jahre 
die  Musikvereine  seiner  Vaterstadt 
und  erwarb  sich  durch  Hebung 
des  Geschmacks  grofse  Verdienste. 
Von  seinen  Kompositionen  werden 
nur  einige  Klavierwerke  genannt 
(Gregoir,  Galerie). 

Sieber,  Oeor^es  -  Jean  (oder 
umgekehrt),  der  spätere  Musik- 
verleger, geb.  um  1734  in  Franken, 
gest.  zu  Paris  um  1815,  81  Jahr 
alt.  Er  bildete  sich  zum  Hornisten 
aus,  trat  in  den  Musikchor  der  Garde 
und  darauf  1765  ins  Orchester  der 


grofseu  Oper  als  erster  Hornist 
Auf  den  Rat  Christian  Bach's,  den 
er  auf  einer  Reise  nach  London 
kennen  lernte,  legte  er  eine  Musi- 
kalien- und  Verlagshandluug  in 
Paris  an  und  begann  1770  seine 
Thätigkeit  uiit  Haydn's  Sinfonien, 
denen  Mozart'sche  u.  a.  folgten. 

Brenet  in  les  Conceils  en  France  1900 
p.  369  zeigt  1772  die  Oper  von  ihm  an: 
Deucalion  et  Pyrrha. 

Sieber,  treorges- Jules,  Sohn 
des  Georges- Jean,  geb.  um  1775  zu 
Paris,  gest.  ebd.  1834.  Schüler 
von  Nicodami,  trat  darauf  ins  Con- 
servatoire  unter  Bertou's  Direktion 
(Fetis).  Von  seinen  Kompositionen 
sind  nachweisbar  (möglich,  dass 
Einiges  auch  von  seinem  Vater 
herrührt,  da  die  Vornamen  fehlen 
oder  nur  G.  J.  zu  lesen  ist): 

Air  de  vive  Henry  lY  varie  pour  le 
Fortep.  par  G.  J.  Siber.  3.  liv.  variat. 
Paris,  Tauteur.     [ß.  B. 

Hymne  des  H  .  • .  Grades  avec  choeur, 
pai'oles  du  Ch  .  • .  Martin  av.  aoc.  de  2  V. 
A.  B.  et  Cors  ou  Fortep.,  ded.  au  . .  J. 
Koechlin  . .  par  le  F  .  • .  Sieber.  Paris, 
Tauteur.     8°.     P.     [Brüssel  Cons. 

La  rose  et  la  croix,  chant  Ma^onique 
mis  en  mus.  av.  acc.  de  2  V.  A.  B.  et 
2  Cors  ad  lib.  ou  Fortep.,  precede  d'une 
Invocation  ded.  .  du  Point  Parfait,  vallee 
de  Paris,  par  le  F .  • .  Sieber.  Ib.  8'^. 
P.     lib. 

Sieber,  Joliann,  wird  von  Joh. 
Rist  unter  dessen  Porti-ät,  ge- 
stochen von  Haeckner,  in  Versen 
gefeiert.  Gregoir,  Fanth.  5,  103 
fügt  hinzu:  f  um  1667.  Walther 
führt  einen  sich  zu  seiner  Zeit  in 
Rom  aufhaltenden  Komponisten 
Sieber  an,  der  6  Sonaten  f.  Flöte 
u.  Bass   in  Amsterdam  herausgab. 

Siebert.  Die  berliner  kurf.  Hof- 
kapelle besafs  3  Säuger  resp.  Kam- 
mermusici  dieses  Namens:  Gregor^ 
Hans  u.  Peter,  die  in  den  Jahren 
1585  und  Peter  1572  verz.  wer- 
den (Schneider  6.  20.  Friedländer 
Dokumente). 

11* 


Siebigk. 


164 


Siefert. 


Siebigk.  Man  führt  zwei  Au- 
toren dieses  Namens  an  1.  Chri- 
stian. Albrecht,  2.  Ludwig  Anton 
Leopold  und  giebt  beiden  die- 
selben Daten  u.  dieselben  Aemter. 
Nach  meinen  bibliographischen 
Untersuchuugen  sind  es  zwei  ver- 
schiedene Autoren,  der  Erste  ist 
der  Verfasser  des  biographischen 
Werkes:  Museum  berühmter  Ton- 
künstler und  der  Zweite  ist  der 
Komponist  der  Klavierpiecen.  Zwei- 
felhaft wird  man  dagegen  wieder 
durch  Hoffmann's  Anzeigen  von 
Aufsätzen  in  den  schlesischen  Pro- 
vinzialblL,  die  er  dem  Zweiten  zu- 
schreibt, während  er  das  Museum 
nicht  erwähnt.  Hoffmann  schreibt 
über  den  Ljudwig  Anton  Leopold 
Siebiqk:  geb.  26.  März  1775  in 
Dessau,  gest.  ebd.  12.  April  1807 
im  väterlichen  Hause,  1797  wurde 
er  Inspektor  u.  Lehrer  a/d.  evangel. 
Friedrichschule  in  Breslau,  erhielt 
1802  den  Titel  eines  Professors, 
wurde  1803  adjungierter  Prediger 
an  der  Breslauer  reformierten 
Kirche  und  kam  1806  als  Dom- 
prediger nach  Halle. 

Er  gab  heraus:  Douze  Variations  .sur 
Uli  thenie  couuu  pour  le  Claveciu,  oe.  1. 
Breslau  1797.  qufol.  Op.  2  mit  gleichem 
Titel  1799.  Ohne  op:  25  Var.  uud  1 
Marsch  (Hoffmann). 

An  praktischen  "Werken  lassen  sich 
noch  nachweisen:  12  Variations  pour  le 
Pfte.  par  L.  A.  L.  Stchigk.  Op.  5.  Lps., 
Br.  &  H.  (72).  qufol.  8  S.  [ß.  Kgsbg.] 
und  12  Variations  pour  le  Clavessiu,  oe. 
6  par  L.  A.  L.  S. . .  Breslau  1798.  [B. 
Lpz.     Berlin  K.  H. 

Aulserdem  ist  aber  noch  das  literarische 
Werk  bekannt,  welches  den  Titel  trägt: 

Museum  berülimter  Tonkünstler  in 
Kupfern  und  schriftlichen  Abrissen  vom 
Professor  C.  A.  Siebigk.  (Mit  dem  2. 
Titelblatt:  Oder  Museum  deutscher  Ge- 
lehrten und  Künstler  2ter  Band).  Bres- 
lau 1801  Schall,  kl.  8».  Enthält  die  Bio- 
graphien nebst  Porträt  von  Seh.  BacJi  20 
Seit,  Jos.  Haydn  32  S.,  Mozart  70  S., 
Zumsteeg  29  S.,  Clementi  19  S.,  Fr.   W. 


Rust  29  Seit.  [11  B.  B.  Lpz.  B.  Wage- 
ner.    Musikfr.  Wien.     Brüssel. 

In  den  schlesischen  Proviuzialbll.  fin- 
den sich  Artikel  in  Bd.  26.  28.  29.  .31. 
36.  Die  Leipz.  Ztg.  in  Bd.  6  enthält 
Briefe  über  Breslau,  gez.  mit  L.  A.  L. 
Siebigk  und  die  Variationen  op.  5  u.  6 
bespricht  sie  in  Bd.  4  u.  5,  unter  den 
Buchstaben  L.  A.  C.  S.  .  .  Vielleicht 
glückt  einem  Anderen  eine  bessere  Lösung. 

Siebolcl,  Johann  Barthel  Ton, 

ein  Arzt,  Prof.  der  Chirurgie  zu 
Würzburg,  ein  geborener  Würz- 
burger am  Ende  des  18.  Jhs.,  über- 
nahm 1807  die  Redaktion  der 
Fränkischen  Chronik  und  brachte 
darin  über  30  Biographien  von 
Musikern,  ebenso  in  den  Neuen 
artistisch  literarischen  Blättern  von 
und  für  Frauken  1808.  Gerber 
hat  die  Biographien  für  sein  Lexi- 
kon benützt,  wie  er  selbst  sagt. 

Siefert(latinisiertSyfertus),Paul, 
nach  seinem  Porträt  1586  in  Danzig 
geboren,  gest.  6.  Mai  1666  ebd., 
begraben  10.  Mai.  Nach  eige- 
ner Aussage  war  er  ein  Schü- 
ler SweeHnck's,  kam  dann  in  die 
Dienste  der  Hofkapelle  in  War- 
schau und  wie  er  selbst  sagt  unter 
König  Sigismund  III.  (regierte  von 
1587—1632}  wahrscheinlich  als  Or- 
ganist. Schon  hier  lag  er  stets  im 
Hader  mit  dem  Kapellmeister,  der 
seiner  Meinung  nach  die  Aufführung 
seiner  Kompositionen  verpfuschte. 
Im  Jahre  1620  kurz  vor  Ostern 
trat  er  in  Danzig  auf,  doch  waren 
alle  Aemter  besetzt  u.  erst  1623, 
als  Mich.  Weyda  starb,  Avurde  er 
Organist  an  St.  Marien.  Als  Kom- 
ponist war  er  sehr  thätig  und 
seine  Kompositionen  wurden  fleifsig 
aufgeführt,  doch  ihm  nie  zu  Dank, 
so  dass  er  mit  dem  jeweiligen  Ka- 
pellmeister stets  in  Zank  und 
Streit  lag.  Die  verschiedenen 
Klageschriften,  in  der  Yiertelj.  7 
abgedruckt,  lassen  einen  heftigen 
und    leidenschaftlichen    Charakter 


Siofert. 


165 


Siegel,  Michael. 


durchblicken,  der  sich  durch  Zu- 
rücksetzung zum  Aeufsersteu  ge- 
reizt fühlt  (ricrtelj.  7,  897  mit 
Portr.).  Der  Angriff  Marco  Scacchi's, 
der  jedenfalls  durch  den  Kapell- 
meister Kasp.  Förster  veranlasst 
wurde  und  die  Schrift  Cribrum 
musicum  ad  triticum  Svferticum 
. . .  Yen.  1643  erzeugte,  worin 
Scacchi  Siefert's  16-40  erschienene 
Psalmen  kritisiert  u.  scharf  tadelt, 
veranlasste  Siefert  zu  der  Gegen- 
schrift: 

Auticribratio  rausica,  ad  avenam  Schachi- 
anam  (?),  li.  e.  ocularis  demoustratio  cras- 
sissimoruiu  errorum,  quos  Marcus  Scha- 
chius,  Author  libri,  an.  1643.  Venetijs 
editi  quem  Cribrum  musicum  ad  triticum 
Svferticum  baptizavit,  jmssim  in  eo  coui- 
misit,  cum  aunexa  Siferti  justii  defensioue 
honoris  ac  bonae  famae,  adversus  am- 
l^ullas  et  falsitates  Schachianas.  In  usum 
studiosorum  Musices  et  defensionem  iuno- 
centiae  Authoris  Publicae  luci  commissa. 
Impressa  Gedaui  impensis  Authoris.  Dan- 
tisci  1645  Georg  ßhetius.  foi.  16  Bll. 
[br.  Mus.  2  Exempl.  Bologna,  im  Druck 
u.  Kopie.     Cap.  Julia  in  Eom. 

Näheres  in  Viertel].  7,  421. 

Die  1640  u.  16.51  erschienenen  Psal- 
menbftarbeitongen  sind  betitelt: 

Psalmen  Davids,  nach  francösischer 
Melodey  oder  AVeise  in  Music  componirt, 
Vüterschiedliche  Theil  mit  4.  vnd  5.  Stim- 
men zu  singen,  vnd  mit  allerhand  Instiu- 
menten  zu  gebrauchen,  nebenst  einem 
General  -  Bals  Von  P  .  .  S  . .  Dantiscano, 
Vor  Zeiten  iu  Kgl.  Capelle  Königs  in  Polen 
Sigismundi  III.  Sei.  Hoch!.  Gedächtuüls. 
itziger  zeit  der  Pfarrkirchen  zu  Dautzigk 
bestalten  Organisten.  1.  Thl.  Gedruckt 
zu  Dautzigk  1640  Georg  Rheten,  in  Ver- 
legung des  Authoris.  6  Stb.  qu4''.  Nr.  1 
bis  12  Psalm,  dann  2  Concerti  mit  deut- 
schem u.  latein.  Text.  [Stadtb.  Danzig 
Nr.  41. 

—  Psalmorimi  Davidicorum,  ad  Galli- 
cam  melodiam  arte  compositorum  musi- 
cah,  quid  diversis  sistuntur  partibus,  ä  4. 
5.  6.  7.  8.  Vocibus  decantaudi,  cum  prae- 
viis  Symphoniis  sonandis,  ut  &  Germanicis 
Latinisqj  Textibus  metrice  luppofitis  cum 
Baffo  Generali.  Pars  Secunda  .  .  .  (wie 
oben,  nur  lateinisch).  Dantisci  1651  Rhe- 
tianus,  sumptib.  Authoris.  9  Stb.  qu40. 
In  der  I.  vox  die  Dedic.  an  Joan.  Casi- 


miro  regi  Poloniae  ac  Sueciae.  28  Gesge. 
deutscher  u.  lat.  Text.  Den  Schluss  bildet 
eine  Canzone  für  8  Instruni.,  darauf  sein 
Porträt  mit  einem  Kanon  in  der  Hand 
und  ein  danmter  stehendes  Gedicht  bez. 
ihn  als  Schüler  Sweeliuck's.  [B.  D.  Brieg 
(fehlt  im  gedr.  Kat.,  wie  übei'haupt  die 
Verwaltung  in  Brieg  das  Seltenste  nicht 
nach  Breslau  gesendet  hat).  Upsala  soU 
eine  Ausg.  von  1659  besitzen,  wie  der 
Kat.  aussagt,  fehlt  der  Altus.  Eine  mo- 
derne Part,  besitzt  zum  Teil  aus  beiden 
Teilen  die  B.  Elbing  Nr.  347—349. 

Canticmn  seu  Synibolum  divi  Ambrosii 
et  Augustini  Te  Deum  laudamus,  compos. 
a  1.  2.  3.  4.  5.  voc,  vivis  et  iustrum.  c. 
Bg.  Dantisci  1642  Rhetius.  Stb.  kompl. 
qu4".     [br.  Mus. 

Orgelstücke  in  einem  starken  hds.  Folio- 
bande im  Minoriten-Convent  in  Wien  mit 
Paiü  Sivert  gez. 

Der  Herr  herrscheu  thut  5  voc.  Ms.  20 
iu  B.  Br. 

Siegel,  Daniel  Siegmiiiid,  geb. 
17.  Sept.  1774  zu  Satzung  i/Sachs. 
(Zwickau),  wurde  1798  Organist 
in  Annaberg  und  feierte  1848  das 
50  jährige  Amtsjubiläum.  Er  schrieb 
an  46  "Werke  Variationen  und  4 
Samlg.  Lieder  (Fotis.  Yollhardt  in 
seinen  Cantoren  und  Organisten 
Sachsens  schreibt  S.  7  gebürtig  aus 
Bärenstein). 

Siegel,     Gregor    und    Ludwig, 
siehe  Sigell. 
Siegel  (Sigillus),  3Iieliael,  aus 

Thum  im  Meifsenschen,  bez.  sich 
1622  als  Studiosus  Musicae,  war 
seit  1623  Kantor  in  Hayn  und 
von  1626  bis  16B2  Lehrer  und 
Kantor  an  der  Pfarrkirche  und 
Lateinschule  zu  Torgau.  Wurde 
in  letzterem  Jahre  wegen  an- 
stöfsigem  Lebenswandel  entlassen 
(Taubert  1,  17). 

Im  Gothaer  Cantional  3.  Thl.  1648  der 
fünfstim.  Gesang:  Sag,  was  hilft  alle 
Welt.  Derselbe  in  P.  in  Ms.  W 101 
Nr.  1619  der  B.  B.  Ein  5stim.  Tonsatz 
unter  Sigillus  in  neuer  Aiisg.  (Eitner  2). 
—  Die  B.  B.  besitzt  mehrere  Gelegen- 
heitsgesänge von  je  1  Bog.  in  fol.,  Stim. 
unter  einander,  doch  nicht  in  Part.  Sie 
sind  betitelt; 


Siegfried,  Cornelius. 


166 


Sieve. 


1.  Jubilum  natalitium,  5  voc.  Lips. 
(1621)  Job.  Glück. 

2.  Angeloruüi  fimctio,  5  voc.    Ib.  1622. 

3.  Benedictio  et  valet  dictio,  5  voc. 
Ib.  1623. 

In  B.  Proske  Ms.  372  Nr.  121  ein 
deutscbes  Lied  zu  5  Stirn. 

Siegfried,  Cornelius,  um  1600 
Prediger  zu  Ebertzheim  (Leiningen). 

Ein  4stizn.  Gloria  in  excelsis  mit  dem 
Laudamus  und  ein  Kyrie  in  neuen  Ausg. 
(Eitner  2). 

Siegfried,  Joliaiiu,  Superinten- 
dent zu  Schleitz  im  Voigtlande 
um  1620,  geb.  zu  Borna,  gab  nach 
"Waltlier  heraus:  Es  erhub  sich 
ein  Streit  für  6  Stirn.,  Motette  aufs 
Michaelis-Fest. 

Siegl, . . .  AYaldhornist  aus  "Wien, 
kam  1772  an  die  Hofkapelle  in 
Kassel,  ging  aber  1773  wieder 
zurück  nach  Wien  (Apell). 

Siegm.iier  (Siegmever,  Sieg- 
majer),  Joliaim  G^ottlieb,  geb. 
12/13.  Nov.  1778  zu  Peritzsch  bei 
Eilenburg  i/Sachs.,  war  General- 
postaratsekretär  zu  Berlin  und  be- 
trieb als  Dilettant  Musik.  Er  gab 
heraus : 

Fundament  des  General -Basses  von 
AVolfg.  Amad.  Mozai-t  . . .  Beriin  1822 
Wilb.  Logier.  kl.  40.  50  S.  [B.  B. 
Musikfr.  "Wien.     Brüssel.     Freisiug. 

Theorie  der  Tousetzkunst  mit  Bezug- 
nahme auf  die  Theorie  von  W.  A.  Mozart. 
Berün  1822  ^Y.  Logier,  kl.  4».  8  u. 
2.02  S.     [B.B.     Bi-üssel. 

—  2.  verbess.  u.  vermehrte  Aufl.  Ib. 
1834.  40.  10  u.  252  S.  [B.  B.  Musikfr. 
Wien. 

Ueber  den  Ritter  Gluck  und  seine 
Werke.  Briefe  von  ihm  und  anderen 
benihmten  Männern  seiner  Zeit.  Eine 
historisch -kritische  ßeui-theilung  seiner 
Opern -Musik.  Aus  dem  Französischen. 
Beriin  1823  Voss.  8".  384  S.  [B.  B. 
Musikfr.  Wien.     B.  Lpz.     Hofb.  Wien. 

—  2.  Ausg.  Ib.  1837.  (Nur  neue 
Titelausg.)     [B.  B.     B.  Wagener. 

Becker  2  schreibt:  Der  Verfasser  des 
Originalwerkes  ist  Abbe  Gaspard  Michel 
(Lehlond.)  Gluck's  Freund  und  Bibliothe- 
kar am  College  Mazarin  und  lautet  der 
Originaltitel:    Memoires    pour    servir    ä 


l'histoire  de  la  revolution  . . .    Paris  1781. 
8°  (siehe  Becker  1,  158). 

üeber  das  1.  Werk  von  Mozart  siehe 
Jahn's  Biogr.  3.  Aufl.  1.  Teil  812. 

Sieg-mimd,  ...  um  1585  Mit- 
glied der  kurf.  Kapelle  in  Berlin 
(Friedländer). 

Siegmimd,  Grottfried,  um  1680 
Altist  an  der  Hofkapelle  in  Dres- 
den mit  100  Thlr.  Gehalt  (Fürste- 
nau  1,  98). 

Sieraliowski,  AbbeTVenceslans, 
Kanonikus  und  Propst  a/d.  Kathe- 
drale zu  Krakau,  geb.  um  1741, 
trat  als  Musikschriftsteller  u.  Kom- 
ponist auf.    Näheres  bei  Sowinski. 

Siersleben,  Nikolaus,  um  1618 
Instrumentist  an  der  Hofkapelle  in 
Berlin  mit  300  Thlr.  Gehalt  (Schnei- 
der 28). 

Siefs  (Sies),  Jolianiies,  aus 
Oesterreich.  1512  erhält  er  vom 
Herzoge  von  Württemberg,  in  des- 
sen Diensten  er  als  Sänger  stand, 
den  Auftrag,  in  Strafsburg  Sänger 
für  die  Kapelle  anzuwerben  und 
erhielt  als  Beisegeld  49  Gld.  1519 
wird  er  als  Kapellmeister  bez. 
Während  der  Verbannung  seines 
Herrn,  des  Herzogs  Ulrich,  durch 
die  Oesterreicher  (1519 — 1534) 
mag  er  eine  nicht  allzugute  Zeit 
verlebt  haben,  obgleich  dem  Propst 
Martin  von  Denkendorf  anbefohlen 
wird,  dem  Kapellmeister  Johann 
Si eisen  seinen  (behalt  und  was  ihm 
zum  Unterhalt  nötig  ist,  zu  reichen 
(Sittard  2,  9—11). 

Im  Peter  Schoeffer,  Liederbuch  von 
1513,  befinden  sich  4  deutsche  vierstim. 
Lieder,  von  denen  zwei  in  Monatsb.  f.  M. 
25,  201.  203  in  P.  mitgeteilt  sind  (Eit- 
ner 1). 

Ein  im  17.  Jh.  lebender  Icjnax  Sies 
war  Alunmus  an  S,  Gregorius.  Er  ist 
der  Schreiber  der  Mss.  in  B.  M.  Nr.  111 
bis  113. 

Sieve,  Gilles  de,  um  1615 
Sänger  an  der  Kgl.  Kapelle  in 
Brüssel  (Straeten  5,  155). 


Sievers,  Georg  Ludwig  Peter. 


167 


Sigefridus. 


Sicrers,  Dr.  Oeorg  Ludwig 
Peter,  Sohn  des  Job.  Friedr.  Lud- 
wig, geb.  um  1775  in  Magdeburg, 
lebte  seit  182-4  in  Rum,  wo  er 
aucb  starb,  das  Datum  ist  uicbt 
bekannt.  Der  Vater  uuterricbtete 
ibn  in  der  Musik,  docb  betrat  er 
die  Literaten -Karriere  und  zwar 
als  Journalist  über  Kunst,  zumeist 
über  Musik  und  Musiker.  Seinen 
Aufenthaltsort  wechselte  er  sehr 
oft.  Zuerst  lebte  er  1807  in 
Braunschweig,  um  1808  in  Kassel, 
wo  er  eine  Zeitschrift  redigierte 
und  Romane  schrieb,  dann  in 
Altenburg,  wo  er  Mitarbeiter  des 
Brockhaus'schen  Konversationslexi- 
kons war,  dann  in  Wien,  gegen 
1810  in  Paris  als  Korrespondent 
deutscher  Zeitungen  und  endlich 
seit  c.  1824  in  Rom. 

Artikel  über  Musik  findet  man  in  den 
Eegistern  der  Allg.  mus.  Lpz.  Ztg.  von 
Bd.  9  ab  und  in  Scliott's  Cäcilia,  verz.  in 
Bd.  10,  S.  279.  Er  schrieb  über  Alles 
und  Jedes.  In  der  Lpz.  Ztg.  32,  551 
findet  mau  Urteile  über  seine  Sclirift- 
stellerei.     In  Buchform  erschienen: 

Ueber  Madame  Catalani-Valabregue  als 
Sängerin,  Schauspielerin  . .  .  Lpz.  u.  Alten- 
biu'g  1816  Brockhaus.  8''.  Einzeldruck 
aus  der  Zeitschrift:  Zeitgenossen.  [Mu- 
sikfr.  Wien.     Dresden.     Brüssel. 

Mozart  und  Süfsmaver,  ein  neues  Pla- 
giat. Mainz  1829  Schott.  [B.  B.  B.  M. 
Musikfr.  Wien.     Brüssel. 

Einen  kleinen  Teil  seiner  Zeitungs- 
artikel zeigt  Becker  1.  2.  an. 

Sieyers,  Johann  Friedricli 
Ludwig,  geb.  26.  Jan.  1742  zu 
Oegle  im  Hannoverschen,  gest. 
28.  Juni  1806  zu  Magdeburg  (nach 
Hoffmanu  von  Fallersleben).  War 
anfänglich  Organist  an  der  An- 
dreaskirche  zu  Braunschweig  und 
erhielt  darauf  1770  die  Organisten- 
stelle nebst  einem  Yicariat  an  der 
hohen  Stiftskirche  zu  Magdeburg,  er- 
richtete daselbst  auch  ein  wöchent- 
liches Konzert,  welches  noch  im 
Jahre  1784  seinen  guten  Fortgang 


hatte,  wie  Gerber  1  sagt.  Die 
Titel  seines  letzten  Amtes  liest 
man  auf  seinen : 

Oden  und  Lieder  aus  der  Geschichte 
des  Siegwart  (für  1  Stimme  mit  Klav.). 
Magdebg.  1779.  qufol.  Hier  findet  man 
auch  die  einsbnals  beliebte  Romanze:  Es 
war  einmal  ein  Gärtner.  12  Lieder. 
[Stadtb.  Breslau.  B.  B.  B.  G.  Musik-fr. 
Wien. 

Gramer  1,  479  lobt  die  Lieder. 

3  Senates  pour  le  Claveciu  . . .  oeuv.  1. 
Beriin  (1782)  Hummel,  fol.  [Dresd.  Mus. 
Schwerin  E. 

Miserere  4  voci  2  V.  1  Va.  Fag-.  Tel. 
et  Contra- Violon  di  Sievers  ,,Thomorganist 
in  Magdeburg".     Ms.  Stb.      [Schwerin  F. 

Sifaee  (Sif  accio),  GrioTanni  Fran- 
cesco Gri'ossi,  detto,  ein  bedeuten- 
der Sopranist  (Kastrat)  des  17.  Jhs., 
geb.  um  1666  zu  Pescia  in  Tos- 
cana,  ermordet  in  Italien  um  1699. 
Schüler  von  Redi,  soll  zuerst  um 
1675    in    der    päpstl.  Kapelle    an- 


gestellt  gewesen 


sein 


sang 


dann 


in   der  Oper,   lebte   um  1686 — 87 

in  England  und  stand  im  Dienste 

des  Königs  James  IL,   ging  dann 

wieder  nach  Italien  zurück  (Brown 

u.  Fetis). 

Die  Bibl.  in  Cambridge  FW.  besitzt 
von  ihm  im  Ms.  44  fol.  82  eine  Motette 
„Tantum  ergo"  f.  Sopr.  mit  Bc.  und 
Ms.  120  Nr.  IGS  ,,Why  are  my  eyes". 

Sigebertus  Gemblacensis,  starb 
1112  und  lebte  im  Kloster  zu 
Gemblours  in  Brabant  (Fabricius 
1,  221). 

Sein  Tractat  ,,Sententia  cuiusdam  de 
ratione  tonorum"  mit  dem  Aufauge  „Qiün- 
que  sunt  consonantiae  musicae"  besitzen 
die  Hofb.  in  München,  Cod.  14663.  Die 
Hofb.  in  Wien,  Cod.  55  aus  dem  10.  (?)  Jh. 
und  Kgl.  B.  Brüssel  Codex  10078—95. 
Die  Abhandlung  ist  dieselbe  wie  der 
Anonymus  in  Gerbert's  Scriptores  1,  338 
(Viertel] .  1,  173). 

Sigefridus,  Cornelius,  Prediger 
zu  Ebertsheim  (Baiern,  Pfalz)  und 
Martesheim,  gab  heraus: 

Kirchen  -  Gesang,  Psalmen  vnd  Geyst- 
liche  Lieder,  welche  .  .  .  mit  4  Stimmen 
.  .  .    componirt    vnd    gestellt    durch   . , . 


Sigelius. 


168 


Sigismondo  d'India. 


Strafsbm-g  1605  Aiit.  Bertram.    120.    122 
Gesge.     [B.  Göttingen. 

Sigelius,  P.  Riifinus  (keinen- 
falls  derselbe  v.-ie  Sigillus),  gab 
1630  zu  Ingolstadt,  gedr.  von  Greg. 

Haenlinus,  heraus: 

Alveus  sacer  in  cellas  varias  distinctus, 
melle  et  nectare  sononis.  Quam  in  cel- 
lula  sua  ut  coelo  affinior  esset,  finxit 
Eeligiosa  apis  . . .  Monachus  Benedictinus 
monasterii  Seonensis  (in  Oberbaiern)  ad 
S.  Lambertum  Professus.  Die  Dedic.  ist 
an  dem  Abt  Franeiscum  zu  Weingarten 
gerichtet  (Kornmüller  1,  209).  Der  In- 
halt besteht  aus  21  Gesängen  zu  1  bis 
4  Stirn.;  ein  Exempl.  in  B.  Proske. 

Siffell  (Siegel),  Grregor  und 
Ludwig,  beide  Instrumentisten  an 
der  Hofkapelle  in  Stuttgart  von 
1605  bis  c.  1634.  In  letzterem 
Jahre  werden  sie  als  Posaunisten 
und  Yiolisten  bez.  (Sittard  2,  33.  49). 

Siger,  Paul,  aus  Herleben  (Fetis 
schreibt:  Herrenthal).  Er  lebte  in 
Köln   im    17.  Jh.     Draudius   verz. 

Pauli  Sigeri  Herelberani  Flandri,  Bür- 
gers zu  Colin,  Psalmodia  Davidica,  Davids 
teutsche  Psalmen  mit  5  vnd  weniger  Stim. 
zugericht.  Colin  1590.  #.  Ritter  und 
Grässe  verz.  keinen  Ort   obigen  Namens. 

Sigfrid,  Johauii,  städtischer 
Kantor  in  Zwickau  (Cantor  Cicen- 
sis?),  ist  bekannt  durch 

Ms.  Z  60,  B.  B.,  8  Stb.  des  17.  Jhs. 
Nr.  12:  Ascendo  ad  patrem  5  voc.  —  In 
B.  Proske,  Ms.  732  Nr.  15  ein  4  st.  lat. 
Gesg.  —  In  B.  Zwickau  710  eine  12  stim. 
Motette  „Wem  ein  ti;gendsam  Weib  be- 
scheret ist^S  fehlen  C  3,  T  1,  B2.  Ms.  in 
fol.  —  In  Lübeck,  Ms.  Cantional  4  Stb. 
inkompl.  Nr.  74:  Es  erhub  sich  ein  Streit 
0.  2.  p.  h  6  V.  eine  spätere  Eintragung, 
mit  der  Bemerkung:  aus  Borne  bei  Magde- 
burg gebürtig.  Dieselbe  Motette  zu  7  Stirn, 
(sie?),  in  B.  Löbau,  Ms.  an  Weissensee 
Nr.  107,  fehlt  T.,  A.  u.  B.  defekt.  Auch 
hier  \^'ird  er  gebürtig  aus  Borna  bez. 

Sigliicelli,  eine  Musikerfamilie 
in  Modena,  die  sich  als  Violinisten 
auszeichneten  und  an  der  Hof- 
kapelle in  Modena  augestellt  waren. 
Der  Stammvater  ist 

FiUppo^  geb.  um  1686  zu  San 
Cesario  im  Modenaschen,  gest.  14. 


April  1773.  Seit  1760  erster  Vio- 
linist a/d.  Hofkapelle.     Sein  Sohn 

Oioseffo^  geb.  um  1737  zu  Mo- 
dena, gest.  ebd.  8.  Nov.  1826,  seit 
1777  erster  Violinist.  Ein  Sohn 
des  Gioseffo 

Carolo,  geb.  um  1772  zu  Mo- 
dena, gest.  ebd.  7.  April  1806. 
Seit  etwa  1796  erster  Violinist. 
Antonio  und  Viticenxo  gehören 
dem  19.  Jh.  au  (Fetis  nach  Doku- 
menten). 

Von  dem  2.,  Gioseffo  oder  Giuseppe, 
befinden   sich  im  Konservat.  zu  Mailand: 

Sonata  in  F.  per  V.  e  B.,  Ms. 

Divertimento  in  G.  per  V.  e  Vcl.  (o 
2  V.).  Ms. 

Duetto  in  C.  per  2  V.,  Ms. 

Sigillus,  siehe  Siegel,  Michael. 

Sigismondo  da  Jeime,  Padre, 
bekannt  durch: 

Magnificat  in  Si  bem.  a  tre  voci,  due 
tenori  e  basso,  con  organo.  Ms.  P.  [Mai- 
land Cons. 

Sigismondo  d'India  aus  Pa- 
lermo geb.,  er  bez.  sich  mit  Cava- 
liero  und  diente  als  Musikdirektor 
der  Kammermusik  beim  Herzoge 
von  Savoyen ;  später  war  er  Kapell- 
meister beim  Kardinale  Moritz  von 
Savoyen  und  Piemont.  Obige  Stel- 
lungen bekleidete  er  nach  den 
Titeln  seiner  Druckwerke  seit  1612. 
1627  wird  der  Kardinal  Sabandia 
von  Savoyen  genannt.  Sein  Wohn- 
ort war  Turin,  wie  auch  Fil.  Al- 
bini in  der  Vorrede  zu  seinen 
Musicali  concenti  1623  bezeugt. 
Fetis  nimmt  die  Städte  der  Dedi- 
kations- Unterschriften  für  seinen 
jeweiligen  Wohnort  an,  doch  wis- 
sen wir  heute,  dass  der  Komponist 
damaliger  Zeit,  sobald  er  nur  ab- 
kommen konnte,  stets  die  Ueber- 
wachung  des  Druckes  am  Druck- 
orte selbst  besorgte  und  dort  auch 
die  Dedic.  schrieb.  Von  seinen 
Kompositionen    sind    nachweisbar: 

Novi  Concentus  ecclesiastici  binis,  ter- 
uis    vocibus   concinendi  . . .     Yen.    1610 


Sigismondo  d'India. 


109 


Sigismand. 


Ang.  Gardainis.  4  Stb.  mit  Bc.  4". 
23  Mot.  Hier  führt  er  noch  keinen  Titel. 
Die  Dedic.  ist  an  den  Kardinal  Sabandia 
gerichtet  und  unterz.  Piacenza  12  1610. 
Dies  kann  man  als  seinen  AVohnort  bez. 
[Bologna,     br.  Mus :  B.  Bc. 

Lib.  2.  sacrorum  Concentuum  . . .  Nobi- 
lis  Panormitani,  ternis,  quateruis,  5,  6que 
Tocib.  concin.  Ven.  1610  Gard.  &  fratres. 
6  Stb.  40.  20  Mot.  [B.  ai.  Bologna 
fehlt  Bc. 

Lib.  1.  Motectoram  4  vocibus  auctore 
.  . .  Divi  Itarci  Aequitu  . . .  Yen.  1627 
Alex.  Vincentius.  5  Stb.  40.  22  Mot. 
[B.  Br.  Bologna:  B.  Bc.  in  beiden  Ivat. 
Abdr.  der  Dedic. 


Lib.  1.  de  iladiigali  a  5  voci,  di  .  .  . 
MUano  1606  Ag.  Ti-adate.  5  Stb.  4^. 
21  Madr.     [br.  Mus:  B.  5a. 

—  Ven.  1607  Aug.  Gardano.  5  Stb. 
40.     21  Madr.     [Bologna. 

—  ristamp.  Yen.  1610  Gardano  &  fra- 
telli.  [Rom  B.  C:  C.  B.  5a.  Oxford  Ch. 
Ch.     br.Mus:  B. 

Lib.  2.  de  Madr.  a  5  v. . .  Yen.  1611 
Gard.  &  fratelli.  5  Stb.  4».  21  Madr. 
[Rom  B.  C:  C.  B.  5  a.  Oxford  Ch.  Ch. 
br.Mus:  B. 

...  II  3.  lib.  de  Madr.  a  5  v.  con  il 
suo  Bc.  da  sonar  coa  diversi  instromenti 
da  corpo  ä  beneplacito;  ma  necessaria- 
mente  per  gli  otto  ultimi.  Yen.  1615 
B.  Magni.  6  Stb.  40.  21  Madr.  [Bibl. 
•wie  vorher,  im  br.  Mus.  noch  der  Bc. 

II  4.  lib.  de  Madr.  a  5  v. . .  Capo  della 
musica  di  Camera  del  Sereniss.  &  Invitiss. 
Duca  di  Savoia  .  . .  Yen.  1616  Amadino. 
5  Stb.  4".  20  Madr.  [Oxford  Ch.  Ch. 
Rom  B.  C:  C  B.  5  a. 

II  5.  lib.  de  Madr.  a  5  v. .  .  Yen. 
1616  Amadino.    5  Stb.    [Bibl.  wie  vorher. 

IJ  7.  lib.  de  Madr.  a  5  v.  . .  Roma 
1624  G.  B.  Robletti.  5  Stb.  4P.  21  Madr. 
[Rom  wie  oben.     Bologna  C.  T.  B. 

8.  Libro  de  Madr.  con  il  Bc.  del  Cava- 
lier  ...  Roma  1624  Robletti.  6  Stb.  4«. 
12  Madr.     [Bologna.     Rom  wie  oben. 

La  Musiche  e  Balli  a  4  voci  con  il  Bc. 
del  .  . .  composte  nelle  reggie  nozze  del 
Sereniss.  Prencipe  di  Savoia  Yittorio  Ama- 
deo,  Madamma  Chi'istiana,  Kuovamente 
comp. . .  Yen.  1621  Ale&s.  Yincenti.  5  Stb. 
40.     33  Gesge.     [Oxford  Ch.  Ch. 

Yillanelle  alla  Xapolitana  a  3  voci  di 
. . .  Lib.  1 .  Yen.  1610  Ang.  Gardano  & 
fratelli.  3  Stb.  4«.  19  Gesge.  [Bo- 
logna. Oxford  Ch.  Ch.  B.  B:C1.  br. 
Mus.  3  Stb. 

Lib.  2.  delle  YiUaneUe  alla  XapoUt.  a 


3.  4.  &  5.  Yoci.  Di  .  .  .  Yen.  1612 
berede  Ang.  Gardano.  3  Stb.  4».  23  Ge- 
.sänge.     [Bologna:  Cl.  2.     br.Mus:  B. 

Le  Musiche  di  . .  .  da  cantar  solo  uel 
Clavicordo  Chitarone  Arpa  doppia  et  altri 
istromenti  simili.  Milano  1609  l'herede 
di  Simon  Tini  &  Eil.  Loraazzo  compagni. 
1  vol.  67  S.  53  Gesge.  [Brässel.  Paris 
Nat.     Genua  U.  B.     Yenedig  B.  M. 

Le  Musiche  a  2  voci  di  .  . .  Yen.  1615 
Amadino.  1  vol.  fol.  41  S.  Dedic.  in 
Turin  gez.  28  Gesge.  [Oxford  Ch.  Ch. 
C.  P.     Turin  B.  n.     Bibl.  Bohn  in  Breslau. 

Le  Musiche  del  ...  Lib.  3.  a  una  e 
due  voci.  Milano  1618  Fil.  Lomazzo. 
1  vol.  fol.  31  S.  19  Gesge.  Yogel  1, 
327  einen  Teil  der  Dedic.  [Bologna. 
Paris  Xat. 

Le  Musiche  del  . .  .  a  1  et  2  voci  da 
cantarsi  nel  Chitarrone  . .  .  con  alcuue 
Arie,  con  l'Alfabetto  per  la  Chitara  aUa 
spagnola.  Lib.  4.  Yen.  1621  Aless.  Ym- 
centi.  1  vol.  fol.  33  S.  16  Gesge.  mit 
Angabe  der  Dichter.     [Oxford  Ch.  Ch. 

Le  Mu.siche  del  ...  da  cantarsi  (wie 
vorher).  Lib.  5.  Yen.  1623  ib.  1  vol. 
fol.  25  S.  14  Gesge.  Die  Gedichte  zum 
Teil  vom  Autor.     [Oxford  Ch.  Ch. 

In  alten  Samlwk.  2  Motetten  (Eitner  1). 

Sigismondo,  Griuseppe,  geb. 
13.  Xov.  1739  zu  Neapel,  gest. 
10.  Mai  1826  ebd.  Studierte  Jura 
und  betrieb  Musik  nur  nebenbei, 
widmete  sich  aber  später  ganz  der 
Kunst  und  trat  als  Komponist  auf; 
auch  als  Gesanglehrer  hatte  er 
einen  guten  Ruf  und  nannte  aus 
den  höchsten  Kreisen  seine  Schüler. 
Als  unter  der  Regierung  Murat's 
das  Konservatorium  reorganisiert 
wurde,  wählte  man  ihn  zum  Biblio- 
thekar an  der  sehr  reichhaltigen 
Bibl.,  dort  findet  man  auch  Einiges 
von  seinen  Kompositionen  im  Ms. 
(siehe  Fetis.  Florimo  nennt  ihn 
nur  beiläufig). 

In  der  B.  B.  unter  den  Mss.  theoret. 
befinden  sich  4  Bde.,  fol.  30—33.  mit 
Materialien  zu  einer  Geschichte  der  Musik 
!  der  neapolitanischen  Schule.  —  Das  Con- 
seiv.  zu  Mailand  besitzt:  Scuola  di  can- 
tare  e  Solfeggi  per  Sopr.  c.  B.  d'accomp., 
im  Autograph. 

Sigismimd,  Polonos,  siehe  Po- 
loiios. 


Sigl,  Franc.  A  . . .  M  . 


170 


Signorini,  Carlo. 


Sigl,  Franciscus  A . . .  M  . . ., 

ist  in  der  Hofb.  in  Karlsruhe  mit 
folgenden  Werken  im  Ms.  ver- 
treten : 

90Ü.  Missa  triumphalis ,  ünomastica 
pro  festo  St.  Ludovici  Confessoris  4  v., 
V..  Clarinis,  Com.  Alto  Viola,  Tymp.  et 
Organo.     Autogr.  in  Stb. 

907.  Musikalische  Serenata  die  in 
Lieb  und  Treue  Bestehende  Dankbarkeit 
als  das  . . .  Nahmens-Fest  des  . . .  Herren 
Ludo\ici  Georgii  Simperti,  Regierenden 
Herren  Marggrafen  zu  Baaden  Baaden. 
Unwürdigster  Client  und  Schutzunterthan 
.  .  .     Autogr.  in  Stirn. 

Sigi,  Griovaiini  (xiorgio, 

8  Sonate  per  il  Cembalo,  in  qufol. 
Ms.  106  der  Bibl.  Dresd.  Musikalien-Samlg. 

Signac,  Sieur,  ein  Komponist 
aus  dem  Anfange  des  17.  Jhs., 
der  durch  folgende  Drucke  be- 
kannt ist: 

50  pseaumes  de  Da^-id,  mis  en  vers 
fran^ais  par  Th.  Desportes  et  mis  en 
musique  ä  4  et  5  parties  par  le  sieur 
Signac.  Pai'is  1630  BaUard.  [Stadtb. 
Amiens. 

Airs  a  quatre  Paiües  Du  Sieur  . . . 
A  Paris  1622  Pierre  Ballard.  4  Stb. 
kl.  8°.  ä  40  Bll.  [besals  G.  Becker  in 
Lancy  den  Dessus. 

10  Airs  im  Samlwk.  Airs  1618. 

Signorelli,  Pietro,  Kapoli,  geb. 
28.  Sept.  1731  zu  Neapel,  gest. 
1.  April  1815  ebd.  Ein  Schrift- 
steller, der  auch  Einiges  übers 
Theater  schrieb.  Er  führte  ein 
vielbewegtes  Leben,  war  zweimal 
in  Spanien  und  bekleidete  amt- 
liche Stellen,  kehrte  aber  immer 
wieder  nach  Neapel  zurück,  be- 
teiligte sich  1798  an  der  Kevolu- 
tion,  zog  sich  dann  nach  Mailand 
zurück,  wurde  dort  Lehrer  am 
Lyceum,  ging  dann  nach  Pavia 
und  Bologna  und  lebte  seit  1806 
wieder  in  Neapel  (Fetis).  Seine 
hierher  gehörigen  Werke  sind: 

Storia  critica  de'Teatri  antichi  e  mo- 
derni  libri  3.  Napoli  1777  stamp.  Simo- 
niana.    8".     [B.  B. 

—  Ausg.  Napoli  1787,  6  voll,  in  8» 
und  Napoli  1813  in  10  voU.  [Glasgow. 
Bologna  u.  Bibl.  Scheurleer. 


—  Addizioni  alla  storia  critica  de'teatri. 
Napoü  1798.     [B.  B. 

Fetis  verz.  noch:  Lettera  sullo  spetta- 
colo  musicale  del  1803.    Nap.  1804.     8». 

Signoretti,  Rev.  D.  Aurelio, 
aus  Reggio,  wo  er  auch  um  1615 
an  der  Kathedrale  Kapellmeister 
war  (Titel).  Fetis  bez.  seinen  Tod 
mit    1635.     Man   kennt   von  ihm: 

II  1.  üb.  de  Motetti  a  2,  3,  4,  5,  6,  & 
8  voci.  Con  il  B.  per  sonar  nell'org. . . 
Yen.  1615  G.  Yincenti.  5  Stb.  l".  [Bo- 
logna.    B.B:  C.  B.  Bc. 

Yespertinae  omnium  solemnitatum  Psal- 
modiae  quinis,  seu  novenis  vocibus  concin. 
una  c.  B.  ad  org. . .  Yen.  1629  Aless. 
Yincentius.  10  Stb.  40.  23  Gesge.  [B. 
Frkft.  im  Kat.  das  ßeg.     Bologna. 

In  Z.  Zanetti's  Sacrae  et  divinae  can- 
tiones  1619:  Ducite  fideles  Christi  3  voci. 
In  Seraphin  Patta"s  Sacra  cantica  1611 
eine  Motette. 

Fetis  schreibt,  dass  sich  im  Archiv  der 
Kathedrale  zu  Reggio  Magnificat  und 
Messen  bis  zu  16  Stirn,  befinden.  Letz- 
tere tragen  das  Datum  1626. 

Signoretti,  Joseph,  ein  Vio- 
linist, Schüler  von  Tartini,  liefs 
sich  gegen  1770  in  Paris  nieder 
und  gab  dort  Streichquartette  her- 
aus (Fetis). 

Im  Kat.  Leo  Liepm.  ist  ein  P.  Signo- 
retti mit  dem  Dmcke :  Methode  contenant 
les  principes  de  la  musique  et  du  Yiolon. 
La  Haye  1777  Williams.  3  Teile  in  1  Bde. 
in  4P  vertreten.  Allen  Anzeichen  nach 
ist  es  derselbe  Autor  und  das  P.  ein 
Di-uckfehler. 

Sigiiorile,  Nicolo,  Sopranist  an 
der  Hofkapelle  in  Wien,  wird  von 
1721  ab  als  Altist  verz.,  diente- 
mit  1000  Gld.  (von  1740  ab  nur 
mit  500)  vom  1.  Mcärz  1721  bis 
1.  Aug.  1719,  wird  dann  pensio- 
niert und  stirbt  am  2.  April  1759, 
76  J.  alt  (Köchel  1). 

In  der  B  B.,  Ms.  17 108  eine  Messa 
a  4  voci  alla  Palestrina.  P.  —  In  Musikfr. 
Wien:  3  Missae  a  4  voc.  P.  —  Duetto: 
Come  lasciar  per  2  Sopr.  col  Bc.  —  In 
Hofb.  Wien,  Ms.  15  756/57 :  2  Missae  alla 
breve,  4  voc.  P. 

Signorini,  Carlo,  stand  um 
1639"  als   Musiker    in   städtischen 


Signorini,  Giov.  Batt. 


171 


Silbermaain. 


Diensten  zu  Bologna,  nach  dem 
Ms.  B  300  des  Liceo  daselbst. 

Sis;uoriiii,  (xiOYaniii  Battista, 

beteiligte  sich  1615  an  der  Kom- 
position der  Oper  „Guerra  d'Amore'', 
zu  Florenz  aufgeführt  (Viertel]".  5, 
515). 

Signorini,    Pier    3Iaria,    um 

1683  Kapellmeister  zu  Siena, 

ist  in  Caifabri's  Salmi  1683  mit  Beati 
omnes  4  voc.  c.  Bc.  vertreten.  In  B.  B., 
L303,  Ms:  Solfeggi  ä  2  voci. 

Signorucci,  Ponipeo,  aus  Borge 
San  SepoJcro  (Toscana,  Arezzo),  wo 
er  Kapellmeister  und  Organist  um 
1594  war.  Um  1608  ist  er  Ka- 
pellmeister am  Dome  zu  Pisa  und 
bez.  sich  aufserdem  mit  Accade- 
mico  Unisono  di  Perugia.  Nach 
Banchieri's  Lettera  armen.  Bl.  142 
"wird  er  Kapellmeister  zu  Siena 
genannt  (Titel).  Man  kennt  von 
ihm: 

Concerti  ecclesiastici  ä  8  voci.  Con  ü 
ßc.  Lib.  1.  Yen.  1602  Vinceuti.  8  Stb. 
40.     13  Nrn.     [Hofb.Wien:  Cl. 

Salmi,  Falsibordoni,  e  Motetti  a  3  voci 
commodiss.  per  cantare  &  concertare  nell' 
organo,  con  ogni  sorte  di  strumento:  con 

2  Magnif -.  uno  intiero  l'altro  a  versi  spez- 
zati,  di  . . .  E  con  il  Bc.  Op.  6.  Yen. 
1603  Viücenti.  4  Stb.  4«.  [Bologna, 
Kat.  2,  311  Abdr.  der  Dedic.  u.  a. 

Messe  a  8  voci  di  . .  .  con  un  Magni- 
ficat  nel  fine  del  8.  tuono.  Lib.  1.  Con 
il  Bc.  per  commoditä  de  gl'Organisti. 
Op.  7.     Yen.  1603  Yincenti.     9  Stb.     4^. 

3  Mess.  1  Magn.     [B.  Br. 

II  2.  lib.  de'Concerti  ecclesiastici  a  8 
voci  di  . . .  Cioe'Salmi,  Magnif.,  Motetti, 
&  una  Messa  deU'S.  tono  ...  Et  con  il 
Bc.  .  .  Op.  11.  Yen.  1608  Yincenti. 
9  Stb.    40.     13  Gesge.     [B.  Br. 

In  B.  L.  im  Ms.  10  Mot.  2  Magn. 
1  Messe  zu  2—8  Stirn,  (s.  Kat.).  —  In 
B.  Br.  im  Ms.  1  Missa  octavi  toni  und 
Yidi  conjunctos. 

Madrigal!  a  5  voci  con  nn  Ecco  a  8. 
Di  . .  .  Lib.  1  . . .  Yen.  1602  Yincenti. 
5  Stb.     40.     17  Madr.     [Yerona  S.  f. 

In  alten  Samlwk.  2  Motett.  (Eitner  1). 
Ferner  in  G.  Torelli's  2.  lib.  Canzon.  1594 
S.  6:  Cnidel  s"el  mio  3  voci.  Hier  ist  er 
nur  als  Organist  bezeichnet. 


Sigo,  Musiker  des  11.  Jhs.,  lebte 
nach  Mabillon  als  Abt  des  Klosters 
S.  Florentii  Salmurensis,  nach  Ger- 
bert als  Magister  Scholae  und  Kan- 
tor der  Kirche  Carnutensis  (Ger- 
bert 4,  285  u.  5,  36).  Gregoir, 
Panth.   5,    114   teilt   aus   Mabillon 

folgende  Verse  mit: 
Karitate  Sigo  noster  plenus  atque  gratia, 
Multa  praebens  ore,  manu,  advenis  solatia 
Singularis  organali  regnabat  in  musica. 

Sigonio,  Cfandolfo, 

schrieb  eine  Abhandlung  über  das 
Madrigal,  die  in  Hercole  Bottrigaro's  II 
Melone  1602  abgedruckt  ist. 

Sigora,  siehe  Eulenstein. 

Sikkel,  Lanrens,  wird  am  22. 
Juni  1744  als  Organist  in  Zalt- 
Bommel  angestellt  (Bouwst.  2, 172). 

Silao  da  Lucca,  siehe  Caseu- 
tini,  Silao. 

Silber,  Magister  Euchariiis, 
I  alias  Franck,  Buchdrucker  in  Rom 
1493,  gab  ein  Drama  heraus: 

,,Historia  Boetica"  in  fol.  ohne  Autor, 
an  dessen  Ende  sich  2  Lieder  und  2  Chöre 
befinden,  die  nach  Rimbault's  Angabe  mit 
beweglichen  Typen  gedruckt  sind.  Exem- 
plar in  Oxford  Ch.  Ch.  Obiges  Y^erk  ist 
in  Riemann's  Abhdig.  nicht  angeführt 
(M.  f.  M.  28,  166). 

Silbermann,  eine  Orgel-  und 
Instrumentenbau  -  Familie ,  deren 
Stammvater  Andreas  1678  in 
Strafsburg  lebte.  Siehe  Näheres 
im  Lobstein  106  ff.,  der  sie  bis 
Johann  Heinrich  einzeln  anführt 
und  ihre  Orgelwerke  verzeichnet. 
Siehe  auch  Fetis  und  über  Gott- 
fried in  M.  f.  M.  2,  129.  149.  4, 
149.  5,  17.  37.  165. 

Einige  Mitglieder  der  Familie 
bekleideten  auch  Organistenstellen 
und   traten   als  Komponisten  auf: 

—  Friedrich  Theodor^  ein  Sohn  Job. 
Andreas',  gest.  5.  Juni  1816  zu  Paris  (?), 
war  Yioloncellist  und  auf  dem  Konser- 
vatorium zu  Paris  ausgebildet  (Lobstein 
107). 

—  Johann  Daniel,  ein  anderer  als  der 
um  1764  ernanute  sächsische  Hof-Orgel- 
bauer (Fürstenau  1,  157),  war  auch  Orgel- 


Silesius. 


172 


Silva,  Andreas  de. 


bauer,  wurde  aber  am  20.  April  1746 
Adjunctus  des  Organisten  an  der  Prediger- 
oder Neuen  Kirche  zu  Strafsburg  i/Els. 
Im  Ms.  131  fol.  12  der  B.  B.  der  Tonsatz 
„Le  Moulinet"  f.  Klaxier  von  1757.  Der- 
selbe Satz  auch  im  Ms.  4221  ib.  von 
Marpurg's  Hd.,  der  ihn  auch  in  seine 
Eaccolta  von  1756/57  aufnahm  (Lob- 
stein 45). 

—  Johann  Friedrich^  Sohn  des  Joh. 
Heinrich,  starb  im  Alter  von  42  Jahren 
am  9.  März  1805  an  den  Folgen  einer 
Geisteszerrüttung.  Er  war  von  1782  bis 
Anfang  1804  Organist  an  St.  Thomas  in 
Strafsburg,  Komponist  und  Klaviermaeher. 
Lobstein  61  führt  von  ihm  Kla%'ier-  und 
Gesangstücke  an,  darunter  eine  4 st.  Hj'mne 
„ä  la  paix". 

Silesius,  J.  A.,  siehe  Seheffler. 

Silietri,  ...  Lebenszeit  unbe- 
kannt. 

Im  Conservat.  zu  Mailand  befinden  sich 
Sei  Trii  per  flaute,  violino  e  basso.   Ms. 
in  Stb. 

Silleari,  Armondo,  Sammler 
und  Herausgeber  des  Samhvkes: 

Sacri  Concerti  a  2,  a  3  voci  raccolti 
da  diuersi  eccellenti  compositori,  e  dati 
in  luce  ä  publico  comodo  da  persona,  che 
H  costodina.  Dedicati  . .  Card.  Cerri  Ves- 
covo  di  Ferrara.  Bologna  1675  G.  Monti. 
4  Stb.  40.  Enthält  an  Autoren:  Franc. 
Alessi,  Oraz.  Benevoli,  Yinc.  de  Grandis, 
Giov.  Batt.  Giansetti,  Girol.  Guiducci  3, 
Paolo  Lorenzani,  Gio.  Mantomoli  4,  Aless. 
Melani  2,  Pere  Vaunarelli  2.  [Bologna, 
Eeg.  im  Kat.  2,  360. 

Sillobod,    A.   R.  D.    Michael, 

parochi  in  Martinszka  Vesz.  (?), 
bekannt  durch  die  Abhandlung: 

Fundamentum  cantus  gregoriani,  seu 
choralis  pro  captu  tyronis  discipuli,  ex 
probatis  authoribus  coUectum,  et  brevi, 
ac  facili  dialogica  methodo  in  lucem  ex- 
positum  opera,  ac  studio  A.  E.  D  . . . 
Zagrabiae  1760  typis  Cajetani  Francisci 
Häri.     40.     72  S.     [Bologna. 

SilTa,  Alberto  Giuseppe  de, 

zeichnet  sich  mit  „Comes  da  Lis- 
bona  M.  d.  Mus."  Die  Abkürzungen 
bedeuten  wohl  Musikdirektor  oder 
Maestro  di  musica.  Er  ist  be- 
kannt durch 

Sei  Sonate  per  Cembalo.  Kupferstich 
ohne  Ort  und  Verleger.  26  S.  [B.  Wa- 
gener. 


Gerber  1  und  nach  üim  VasconceUos 
verz.  einen  Games  Silva,  von  dem  auch 
0  Sonaten  für  Klavier  angezeigt  werden, 
aber  bis  heute  nicht  bekannt  sind. 

Unter  GomeX'  de  Silva  erschien  das 
schon  im  Buchstaben  G.  angezeigte  theo- 
retische Werk  (Bd.  4  p.  304),  welches  nach 
dem  Kataloge  des  br.  Mus.  dem  obigen 
angehört  und  nach  Felis  eingeordnet 
wurde.  VasconceUos  dagegen  schreibt  es 
einem  anderen  ohne  Vornamen  zu,  wie 
es  unter  G.  verzeichnet  ist.  Leo  Liepm. 
besafs  den  Dnick  im  Jahre  1900  und 
verz.  ihn  unter  Silva  (Alberto  Joseph 
Gomex,  da) :  Eegras  da  acompanhar  . . . 
1758.     40.     48  Seit. 

Silva  (Sylva),  Andreas  de,  von 

1519/20  ab  Sänger  in  der  päpstl. 
Privatkapelle  Papst  Leo  X.,  erhielt 
vom  Januar  ab  monatl.  8  Duk. 
Die  Akten  bez.  ihn  als  „Cappelle 
nostre  cantori  et  compositori  no- 
stero"  (Yiertelj.  3,  255.  257).  In 
den  Akten  der  Kapelle  in  Mantua 
ist  er  am  17/12  1522  gez.  und 
empfängt  vom  Marchese  21  Duc. 
21  braccia   di    daraasco    (?  Berto- 

lotti  34). 

In  alten  Samlwk.  finden  sich  14  Ge- 
sänge (Eitner  1).  Aulserdem  in  Verde- 
lot's  1.  lib.  Madr.  1537:  Madonnio  sol 
vorrei  4  v.  und  in  einer  Tenorst.  s.  a. 
(M.  f.  M.  23,  141)  eine  Missa,  Thema  dort 
verz.  —  In  Scotto's  1.  üb.  de'Motetti 
5  voci  1549  eine  Motette.     In  Mss: 

Cap.  sLstma,    Cod.  45    Missa   0.    Titel 

4  voc.  mit  Andreas  gez. 

—  Cod.  55  Missa  Tu  es  pastor  7  voc. 
—  fol.  135:  lilumina  c.  2.  et  3.  p.  6  voc. 

—  Cod.  46:  Ave  Maria,  2.  p.  Gaude 
gloriosa,  5  voc.  —  foL  69:  Laetatus  sum, 
2.  p.    Fiat  pax  3  voc. 

—  Cod.  38:  Crux  clavis  5  (6)  voc.  — 
fol.  92:  In  te  Dne.,  2.  p.  Quoniam  for- 
titudo  5  voc. 

—  Cod.  24:  Omnis  pulchritudo,  c.  2.  p. 

5  voc.  —  fol.  34  Surrexit  pastor  c.  2.  p. 
5  voc. 

B.  B.  Ms.  Z91.  Chorbuch,  Anfg.  des 
16.  Jh.s.  fo.  57:  Missa  4  voc.  (Diso:  d  d 
d  d  d  e.  d  c  h  d  c). 

Ms.  B.  B.  Landsbg.  321:  Virtute  magna 
reddebant,  4  v.  —  0  regem  coeli  4  v.  — 
Natus  est,  4  voc.  P.  Letzteres  im  Ms. 
21  590  noch  einmal. 

In  Bologna  im  Ms.  in  4  Stb.  Te  Deum 
laudamus.    In  einer  Altstimme  ohne  Titel 


Silva,  Giovanni. 


178 


Silvani,  Gius.  Ant. 


(Kat.  2,  344)  2  Gesge.  Kat.  3,  4,  Ms.  in 
kl.  fol.  von  1518:  Tors  seulenient  4  v.  In 
ülo  tempore  4  v.    Judica  me  Deus  4  voc. 

In  B.  M.,  Ms.  252  Nr.  23  eine  f.  Laute 
arrang.  Motette. 

In  neuer  Ausg.  1  Gesg.  (Eitner  2). 

SilTa,  (xiovanni,  ein  Neapoli- 
taner des  18.  Jhs.,  der  herausgab; 

Elogio  di  Pasquale  Caffaro,  detto  Caf- 
farelli.     Napoli  1788  (Fetis). 

SÜTa,  Herciiiia,  ein  Benedik- 
tiner-Mönch, bekannt  durch 

Alauda  coelestis  seu  coucentus  sacri, 
singulis,  binis,  3,  öque  vocib.,  unä  cum 
duobus  Violinis  necessarijs,  &  aliis  Instru- 
mentis  passim  ad  üb.  addeudis,  adornati 
a  Camoenis  Monasterij  S.  Georgij  . . . 
Opus  1  . . .  Ulmae  1Ö82  suaipt.  Dan 
Goerlini,  literis  Mat.  Wagneri.  5  Singst. 
2  Y.  2  Viole  Yiolone  et  Bg.  in  4o.  32 
Gesge.     [B.  B. 

Alauda  coelestis  . . .  Op.  2.  Ib.  1695. 
6  Gesangstim.  2  V.  2  Violen  u.  Bg.  30 
Gesge.     [B.  B.  fehlen  2  V.  u.  Bg. 

Silya,  Prospero,  geb.  den  5. 
Dez.  1762  zu  Regeio  aus  edlem 
Geschlechte,  gest.  ^ebd.  29.  Okt. 
1834.  Er  war  Violinist,  städti- 
scher Musikdirektor  zu  Reggio, 
Direktor  der  Musikschule  und  Vio- 
linist beim  Herzoge  Francesco  IV. 
Er  erzog  viele  Schüler,  unter  ihnen 
auch  seine  spätere  Frau  Rosalindc 
Grossi  (Valdrighi  14,  27). 

Silva,  TristSo  da,  Kapellmeister 
König  Alfonso  V.  von  Portugal  im 
15.  Jh.,  schrieb  den  Tractat: 

Amables  de  musica,  der  sich  einst  in 
der  vernichteten  Lissaboner  Bibl.  befand. 
Vasconcellos  citiert  noch  einen  2.  Tractat, 
betitelt:  De  la  realidad  y  expeiiencia  de 
la  musica. 

SilTa  Leite,  Antonio  da  (nach 
dem  Kataloge  des  br.  Mus.),  ist  be- 
kannt durch 

Estudo  de  Guitarra  .  .  .  dividido  em 
duas  partes.  A  primeira  contem  a.s  prin- 
cipas  regra.s  da  musica,  e  do  accompanha- 
mento,  a  segunda  as  da  Guitarra;  a  que 
se  ajunta  hmua  Collec9ao  de  Minuetes, 
Marchas,  Allegros,  Contradamjas  e  outras 
Pe9as  . . .  com  acc.  de  segunda  Guitarra 
. . .  Porto  1795  A.  A.  Ribeiro.  2  Teile, 
fol.     [br.  Mus. 


Silva.  In  Portugal  lebten  eine 
Reihe  Musiker  dieses  Namens,  die 
Vasconcellos  einzeln  anführt: 

—  Alberto  Jose  Ooines  du,  lebte  im 
18.  Jh.  und  gab  1758  heraus:  Regras  de 
acompanhar  para  Cravo  ou  Orgao  .  .  . 
Lisbao.  4°.  8  u.  39  S.  Fundort  wie  ge- 
wöhnlich fehlt  (s.  S.  172,  1.  Spalte  unten). 

—  Antonio  da,  Organist  und  Kompo- 
nist an  der  Kgl.  Kapelle  zu  Ajuda,  schrieb 
1778  ein  Oratorium:  Gioas,  Re  di  Guidäu. a. 

—  Ayres  Antonio  da,  geb.  15.  April 
1700  zu  Lissabon,  trat  in  den  Orden 
Christo  und  komponierte  Messen  u.  a. 
geistl.  Musik. 

—  Francisco  da  Costa  e,  gest.  11.  Mai 
1727  zu  Lissabon,  war  Kapellmeister  an 
der  Kathedrale  daselbst  und  komponierte 
viele  geistliche  Musik. 

—  Joäo  Cordeiro  da,  geb.  zu  Lissa- 
bon, komponierte  in  den  Jahren  1778  bis 
1789  zahlreiche  Opern. 

—  Fr.  Jose  Marques  de  Santa  Rita  e, 
geb.  zu  Alemtejo,  gest.  um  1837,  war 
Kapellmeister  zu  Bemposta  und  hinterhefs 
zahlreiche  geistl.  Gesänge. 

—  P.  Mannet  Nunes  da,  ein  Jesuit, 
geb.  um  1678,  lebte  zu  Lissabon  als 
Kapellmeister  an  S.  Catharina  und  gab 
1685  ('?  1678  geb.?)  das  theoretische  Werk 
heraus:  Arte  minima  que  com  Semibreve 
prolaram  tratta  ein  tempo  breve  . . .  Lis- 
bao 16S5  Joam  Galram.  4°.  44, 52  u.  136  S. 

—  Policarpo  Jose  Antonio  da,  ein  be- 
rühmter Tenorist  um  1788,  trat  auch  als 
Komponist  auf  mit:  A  Primavera,  em 
novo  nocturuos  musicaes  sobre  versos  de 
Metastasio.     1787.     [Kgl.  B.  zu  Ajuda. 

Silvani,  Gioseffo  Antonio,  aus 

Bologna,  Ende  des  17.  Jhs.  geb., 
war  um  1702  Kapellmeister  an  S. 
Stefano  zu  Bologna  und  lässt  sich 
bis  1725  verfolgen.  Aus  dem  Ver- 
lage seiner  Druckwerke  von  1720 
ab  ersieht  man,  dass  er  der  Erbe 
des  Verlagsgeschäft  von  Marino 
Silvani  war  und  wahrscheinlich 
ein  Bruder  desselben,  denn  schon 
17 13  zeichneu  die  Brüder  des 
Marino  (fratelli  Silvani).  1727  oder 
kurz  vorher  rauss  er  gestorben 
sein,  denn  es  erschien  in  diesem 
Jahre  „Indice  delPopere  in  musica 
sin'ora  stampate  in  Bologna,  e  si 
fanno  vendere  dalli  eredi  di  Giu- 


Silvani,  Gios.  Ant. 


174 


Silvani,  Mariuo. 


Seppe  Antonio  Silvani  in  capo  al 
Pavaglione.  Bologna  1727  CJ.  M. 
Sassi".  1  Bog.  in  kl.  4«.  [Brüs- 
sel 5168.].  Man  kennt  von  seinen 
Kompositionen: 

1702  a.  Litanie  concertate  ä  4.  voci 
con  Violini.  e  senza,  e  suoi  ripieni  ä  be- 
neplacito  consecrate  . .  Fil.  Xeri  .  .  .  Op.  1. 
Bologna  1702  per  Mariuo  Siluaui.  12  Stb. 
(8  f.  Gesaug.  2  V.  Violone  od.  Tiorbe  u. 
Org.).    4P.     [Bologna. 

1702  b.  Inni  sacri  per  tutto  l'anuo  a 
voce  sola,  con  Yiolini  ä  beneplacito,  cou- 
secrati  al . .  B.  Calvi . . .  Op.  2.  Bo- 
logna 1702  Mariuo  Silvaui.  1  Singst.  2 
V.  Bc.  -u.  Org.  6  Stb.  4«.  [Bologna. 
br.  Mus :  Org. 

1704.  Sacri  Eespousorii  per  li  tre 
giorni  della  settimaua  santa,  cioe  Mercordi, 
Giovedi.  e  Yenerdi,  ä  4  voci  pieni,  da 
cantarsi  con  Torgano,  e  senza . .  .  Op.  3. 
Bologna  1704  ib.  5  Stb.  4».  [B.  M.  im 
Druck  u.  Kopie.  Bologna.  C.  P.  Dresd. 
Mus.  im  Druck  u.  hds.  Part. 

1705.  Inni  sacri  per  tutto  Tanno  ä  4 
voci  pieni,  da  cantarsi  con  l'org.  e  senza 
. . .  Op.  4.  Bologna  1 705  ib.  5  Stb.  [Bo- 
logna. Dresd.  im  Ms.  in  5  Stb.  Ms.  1224. 
br.  Mus:  C.  A.  T.  Org. 

1707.  Cautate  moraü,  e  spirituali  a 
1.  2.  e  3.  voci  con  V.  e  senza . . .  Op.  5. 
Bol.  1707  ib.  7  Stb.  (3  Singst.  2  V.  Vio- 
lone, Bc.)  4».  [Bologna,  br.  Mus:  V  2. 
Violone. 

1708.  Stabat  mater,  Benedictus,  Mise- 
rere, li  3.  Alleluia,  con  il  Tratte  del  Sa- 
bato  Santo  ä  8  voci  pieni .  . .  Op.  6.  Bol. 
1708  ib.    10  Stb.    4».    [Bologna  fehlt  B  1. 

1711a.  Messe  brevi  concertate  a  4 
voci  con  V.  e  ripieni . . .  Op.  7.  Bol.  1711 
ib.  8  Singst.  2  V.  Violone  u.  Org.  12  Stb. 
4P.  [im  Besitze  des  Padre  Corista  della 
SS.  Nuuziata  in  Boiog. 

1711b.  Motetti  a  8  voci  pieni  con  il 
Eesponsorio  di  S.  Antonio  di  Padoua.  Da 
cantarsi  con  l'org.  e  senza  . . .  Op.  8.  Bo- 
logna 1711  per  gli  Eredi  del  Silvaui.  9 
Stb.     40.     [Bologna,     br.  Mus:  9  Stb. 

1713.  Motetti  con  le  quatro  Antifone 
della  B.  Vergine  a  voce  sola .  .  .  Op.  9. 
Bologna  1713  per  li  fratelli  Silvani.  2  Stb. 
qu4".     [Bologna. 

1716.  Motetti  a  2.  e  3.  voci  c.  Vio- 
lini, e  senza  ...  Op.  10.  Bol.  1716  ib. 
7  Stb.     4«.     [Bologna.     Dresd.  Mus. 

1720.  Messe  brevi  a  4  voci  piene  di 
...  Op.  11.  Bologna  1720  per  Giuseppe 
Antonio  Silvani  sotto  le  scuole  all'Insegna 
del  Violino.     6  Stb.  (4  Singst.  Violone  ed 


org.)  40.     4  Messen.     [Bologna.   Dresden: 
Bassus.     Padua  Ant. 

1724.  Versi  della  turba  per  li  pasij 
della  domenica  delle  palme,  e  venerdi 
Santo,  con  il  pueri  hebraeorum  &c.  per  la 
Processione  deirUlivo;  il  Vexilla  regis 
prodeunt  &c.  per  quella  del  venerabile 
nel  Venerdi  Santo,  con  il  versetto  Ado- 
ramus  te  Christe  &c.  A  4  voci  da  cantarsi 
con  l'org.  e  senza...  Op.  12.  Bol.  1724 
ib.  6  Stb.  (mit  Violone  u.  Org.)  4".  [B. 
M.  Privatbibl.  des  Padre  Corista,  siebe 
1711a.     C.  P. 

1725.  Sacre  Lamentazioni  della  setti- 
maua Santa  ä  voce  sola . . ,  Op.  13.  Bol. 
1725  ib.  1  vol.  qu4P.  [Dresd.  Mus. 
Bologna. 

1725.  U  2.  lib.  delle  Litanie  della  B. 
V.  a  4  voci  concertate  c.  V.,  e  ripieni . .  . 
Op.  14.  Bolog.  1725  Gius.  Ant.  Silvani. 
12  Stb.  (8  Singst.  2  V.  Violone  0  Tiorba 
e  Org.  4".  [Bologna,  auch  in  hds.  Parti- 
tur von  G.  Busi. 

Im  Ms.  187,  B.  B.  Missa  brevis  4 
voc.  c.  Bc.  Part.,  in  F.  —  Ms.  20870 
dieselbe  Messe  in  P.  —  Ms.  167  Missa 
brevis  4  voc.  c.  sü'om.  in  Em.  und  eine 
2te  in  Gm.  ohue  lustr.  in  P. 

In  Modena,  Ms.  2  Cantate  a  voce  sola 
c.  Bc. 

Silyaiü,  Marino,   ein  Verleger 

in  Bologna  seit  c.  1665,  Sammler 

und    Herausgeber    von    folgenden 

Samlwken: 

1668.  Sacri  Concerto  overo  Motetti  a 
2,  e  tre  voci  di  diuersi  eccellentiss.  autori; 
raccolti,  e  dati  in  luce  da  Marino  Siluani, 
e  coüsacrati  al  Molt'IUustre  Signor  Giac. 
Maria  Mai-chesini.  Bologna  1668  G.  Monti. 
4  Stb.  40.  Enthält  au  Autoren:  Mauriz. 
Cazzati,  Franc.  CavaUi  2,  Giov.  Paolo  Co- 
lonua,  Carlo  Donato  Cossonio,  Agost.  Fi- 
lippucci,  Xatale  Monferrato,  Giov.  fiovetta. 
Oraz.  Tarditi,  Egidio  Trabatone,  Gio.  Batt. 
Volpe  detto  Rovetto,  Pietro  Andr.  Ziani. 
[Bologna,  Kat.  2,  360  das  Reg. 

1670a.  Nuova  raccolta  di  Motetti  sacri 
a  voce  sola  di  diuersi  eccell.  autori  mo- 
dern!. Dati  in  luce  da  Mar.  Siluani,  e 
dal  medesirao  dedicati . .  G.  Batt.  Parisi . . 
di  Bologna.  Bologna  1670  G.  Monti.  1 
vol.  fiu40.  90  Bll.  Enthält  au  Autoren: 
Mario  Agatea  Agostiuiauo,  demente  Cel- 
lini, Seb.  Cherici,  G.  Paolo  Colonna,  Agost. 
Filippucci,  Nat.  Monferrato,  Carlo  Palavi- 
cino,  Franc.  Petrobelli,  G.  Batt.  Quaglia, 
Oraz.  Tarditi.  [Bologna,  Reg.  im  Kat.  2, 
360. 

1670  b.    Canzonette  per  camera  a  voce 


Silvanus,  Andreas. 


175 


Simler. 


sola  di  div.  aiit.,  dati  in  luce  da  M.  S., 
e  dal  medesiino  dod. ...  G.  P.  Culomia . . . 
Bologna  1670  Mouti.  1  vol.  iu  qu4". 
74  S.  15  Gesänge  von  Mario  Agateo, 
Genari  2,  Vinc.  Grandis  2,  G.  Legrenzi, 
Atto  Melani,  Carlo  Pallaviciuo  3,  Gio.  Batt. 
Pellicani  2,  Carlo  Saioni  u.  2  Anon.  [Bo- 
logna. 

1685.  Mclpomene  coronata  da  felsina 
Cantate  musicali  ä.  voce  sola,  date  ia  luce 
da  Signori  Compositori  Bolognesi .  . .  Bo- 
logna 1685  Giac.  Monti ...  Si  vendono  da 
Marino  Silvani.  1  vol.  in  qu4''.  171  S. 
die  Dedic.  von  Silvani  gez.  Enthält  an 
Komponisten  P.  Albergato,  G.  Ces.  Arresti, 
G.  P.  Colonna,  An.  Frabetti,  Dom.  Gabrieli, 
Ein.  Gherardini,  Nie.  Giovanardi,  Bart. 
Monari,  Franc.  Passarini,  Dr.  G.  B.  Sa- 
nuti  Pellicani,  Giac.  Parti,  Gius.  Tosi  je 
1  Gesg.  [Hofb.  AVien.  Bologna.  R.  C 
of  Mus.     Ferrara.    B.  Wagener.     Brüssel. 

Ergab  auch  1673  G.  G.  Gastoldi's  Salmi 
heraus  nebst  anderen  Autoren,  siehe  das 
Eeg.  im  Kat.  2  von  Bologna. 

Silyamis  (Sjlvanus).  Andreas, 
jedeufalls  ein  anderer  als  Andreas 
Silva,  war  1511  mit  Seb.  Virdimg 
befreundet  und 

kommt  mit  Kompositionen  im  Glai'ean 
und  Egeuolf's  Liederbuch  von  1535  vor, 
doch  ist  letztere  Komposition  im  Forster 
unter  Joh.  Wenck's  Namen  gedruckt  (Eit- 
ner  1.  Siehe  auch  M.  f.  M.  26,  47).  — 
In  B.  Proske,  Ms.  940  Nr.  258  unter 
Audr.  Sylvanus  das  Lied:  Mein  gmuet 
und  bluet,  4  voc. 

Silvanus,  Jacehus  Heremias, 

nennt  sich  J.  Herrn.  Schein  auf 
dem  Druck  von  1619. 

Silvanus,  Meualca,  ist  eben- 
falls Schein. 

Silvestari,  Florimondo,  aus 
Cremona,  wird  von  Fetis  ange- 
führt mit: 

Cantiones  sacrae  2,  3  et  4  vocum. 
Yen.  1649  Aless.  Yincentius.     4°. 

Silvester,  John,  wurde  1521 
Baccalaureus  der  Musik  und  als 
Musiker  sehr  geschätzt  (Hawkins 
3,  422). 

Silvostri,  Henrieus,  Kleriker 
und  11.31  päpstl.  Sänger  (Viertel]. 
1,  498.  514). 

Silvestrino,  Francesco,  ge- 
nannt Chechin. 


Iu  "Willaert's  Canzone  Villancsche  4  voc. 
von  1545  befinden  sich  3  Nrn.  von  ihm, 
Ausgabe  1548  u.  1553  nur  1  Nr.  (Eitnei'  1 
u.  JI.  f.  M.  19  p.  100). 

Silvestris,  siehe  Florido. 

Silvcstro,  siehe  Andrea. 

Silvestro  dal  Fontego,  siehe 
Cranassi. 

Silvestro  de'Ferrari,  aus  Mai- 
land, lebte  1490  als  Lautenist  in 
Genua  (Motta  44). 

Ein  Silvestro  ist  in  Bologna,  Kat.  2, 
313  mit  einem  Magnificat  ä  9  concertato 
del  Sigr. . .  iu  Ms.  P.  qufol.  vertreten. 
Möglich,  dass  damit  Silvestro  Durante  ge- 
meint ist. 

Silvestrueci ,    Latantio,     um 

1668  Organist  am  Dome  zu  Or- 
vieto.  Vannarelli  widmet  ihm 
1668  ein  Ave  regina  coelorum. 

Silvius,  Camillus,  aus  Kessel, 
ist  am  24/4  1719  als  Musicus  in 
der  Universit.  zu  Levden  einge- 
schrieben (ßouwst.  3,  5). 

Sime,  D...,  aus  Edinburgh, 
gab  heraus: 

The  Edinburgh  musical  miscellany;  a 
coUection  of  the  tnost  approved  Scotch, 
Euglish  &  Insh  Songs,  set  to  music  . . . 
Edinburgh  1792  W.  Gordon.  8».  XU  u. 
360  S.  mit  147  Lied.  [B.  B.  B.  Kgsbg. 
B.  M.  Musikfr.Wien.  br.  Mus.  in  2  voll., 
der  2te  von  1793. 

Siniili,  Vincenzo,  aus  Faenza, 
gab  heraus: 

Canzonette  a  3  voci  . . .  Lib.  1.  Fer- 
rara 1610  Vitt.  Baldini.  Vom  Verleger 
die  Dedic.  an  Giac.  Spinola  gerichtet. 
[Bologna:  A.     br.  Mus:  C.  B. 

Simler,  Joliann  Wilhelm,  Sohn 
des  Eudolphi,  geb.  um  1605  in 
Zürich,  war  Dichter  und  Musiker, 
1629  Prediger  zu  Uticken  und 
1631  zu  Herliberg  (Schweiz),  später 
Inspektor  am  Collegium  Alunmo- 
rum  zu  Zürich,  starb  am  14.  März 
1672  daselbst  (Jöcher.     G.  Becker 

1,  87).     Er  gab  heraus: 

Teutsche  Getichte  darinnen:  1.  Haupt 
begriffliche  Inhalte  der  Psalmen  Davids; 

2.  Unterschiedliche  auf  Zeiten  und  An- 
lässe gerichtete  Gesänge;  3.  Allerhand  er- 
bauliche   Ueberschilften    .  .  .    enthaltend 


Simler. 


176 


Simon,  .  . 


sein.  Zürich  1648  Job.  Jac.  Bodmer.  8". 
216  S.  mit  50  Lieder,  davon  36  im  4stim. 
Toüsatze  von  Andreas  Schwilge.  [B.  B. 
B.  M.     Einsiedeln. 

—  2.  Ausg.  Zürich  1653.  Hier  ist  ein 
Komponist  mit  H.  H.  gez.  (siehe  Nälieres 
bei  Schwilge).     [br.  Mus.     Einsiedehi. 

—  Teutscber  Getichte  die  3.  von  Ibme 
Selbsten  um  ein  Drittheil  verjnehrte  und 
verbesserte  Aussfertigung:  1.  Aller  Psal- 
men Haubtbegriff  in  150  V^ergedichten. 
2.  Fest-  und  Unterweisungs-Gesänge.  3. 
Unterschiedene  auf  Zeiten  und  Anlässe  ge- 
richtete Gesänge  und  Loblieder.  4.  Neu- 
aufgesetzte  mit  geistl.  neuen  Texten  unter- 
legte Musikstücke.  5.  .  .  Zürich  1663 
Joh.  Wilh.  Simler.  104  Gesg.  zu  4  Stirn. 
von  D.  F.  =  Daniel  Friderici.  C.  D.  = 
Kaspar  Dietbold.  A.  S.  =  A.  Steigleder. 
(Die  Auflösung  der  Monogramme  in  der 
4.  Aufl.  Dr.  Nagel  sagt  aber  in  M.  f.  M. 
24,  121  statt  A.  S:  Ä.  T.  und  setzt  noch 
ein  A.  B.  hinzu.  Zahn  jedoch  liest  aucli 
A.  S.,  also  ist  wohl  A.  T.  ein  Irrtum, 
[br.  Mus. 

—  Eine  4.  Aufl.  erschien  in  Züricli 
1688  ebendaselbst.  Ein  A.  B.  wird  als 
Musik-Refei-ent  genannt,  der  die  Diebold- 
schen  Beiträge  durch  eigene  ersetzt,  [ß. 
Wagener.     B.  Lpz.     Einsiedeln,    br.  Mus. 

Ich  glaube  nicht  zu  irren,  wenn  ich 
die  romanische  Ausgabe  für  eine  Ueber- 
setzung  der  Teutschen  Getichte  halte.  Die 
älteste  mir  vorgekommene  Ausgabe  ist 
von  1684: 

Philomela  quai  ais  canzuns  spirituales 
drizadas  a  plü  part  a  4  vuschs  in  la  me- 
lodias  dal  cudesch  musical  dal'revd  Sgr. 
Joh.  Vilhelm  Simler.  Stampii  a  Tschliu 
in  Engadina  bassa.     1684.    12.     [br.  Mus. 

—  Eine  Ausg.  von  1702  besafs  1873 
der  Antiq.  Mai,  betitelt:  Philomela  quai 
es  Canzuns  spirituales  sun  divers  temps 
&  occasiuns  in  part  dauoev  componidas 
in  part  our  da  autras  linguas  vertidas, 
drizadas  quasi  totas  ä  4.  vuschs  in  las 
melodias  darcudesch  musical  dal'Rev.  .  . . 
Tras  Joh.  Martinum  ex  Martinis  Minister 
de  la  Baselgia  da  Remuosch.  La  2.  edi- 
tium.  Revisa  dal  Authur  cun  auctium 
da  anno  47.  novas  Canzuns  &  60.  novas 
Melodias  la  plü  part  our  dal'Geistlich 
Seelen-Music  dal'Sigr.  Jacob  Hochreiäiner 
da  Sant-Gallen.  Stampa  in  Turi  tras  John 
Rodolph  Simler  . . .  1702.  kl.  8».  432  S. 
[br.  Mus. 

—  1747  mit  gleichem  Titel  besafs  der- 
selbe Antiquar.  Ebenso  eine  3.  Ausg. 
mit  wenig  verändertem  Titel,  1751  eben- 
falls  von   Martinus  herausgegeben   nebst 


Hochreutiner's  Seelen-Music.  [Letztere 
von  1751  auch  in  B.  Brüssel.  br.  Mus., 
dort  noch  eine  Ausg.  „Coira  1797".  kl.  8".] 
Ferner  erschien:  Tras  Johannem  Jaco- 
bum  Yitalium,  Minister  dala  Baslegia  da 
Sent  et  stampa  in  Schuol  tras  Jac.  N.  Ga- 
diua.  M.  80.  472  S.  4stim.  Tonsätze, 
Psalmen  u.  geistl.  Lieder. 

Simmardus  (Symardus),  Mar- 
cus, wurde  1529  päpstl.  Sänger 
in  Rom  und  st.  daselbst  im  Jan. 
1535  (Viertel].  3,  262  u.  p.  122 
im  Keg.  der  Bausteine  3  von 
Haberl). 

Simmeren,  Joannes  Tan,  Ha- 
giensis,  ist  am  8/3  1695  als  Musi- 
cus  an  der  Univers,  zu  Leyden 
eingeschrieben  (Bouwst.  3,  3). 

Siuims,  . . . 

In  J.  Alcock's  The  harmony  of  Jeru- 
salejn  1801  ein  Gesang. 

Simon,  siehe  Synion. 

Simon,  . . .  Organist  um  1496 
au  der  Liebfrauen-Bruderschaft  zu 
Herzogenbusch  (Bouwst.  2,  211). 

Simon,  Magister. 

In  der  B.  zu  Cambrai  (Coussemaker  6) 
befindet  sich  im  Ms.  458  das  Frag-ment 
einer  theoretischen  Abhandlung:  Dicta 
Magistri  Simonis  de  semitonio  I^latonico. 
Nach  Coussemaker  aus  dem  12.  Jh.  S.  151 
ein  Abdmck  derselben.  Der  Wortaus- 
druck leidet  oft  an  Unklarheit. 

Simon  (Symon),  Maitre  von 
Ypres  um  1313,  Chef  der  Mini- 
strels  der  Stadt,  errichtete  dort 
eine  Musikschule  nach  den  Re- 
gistern des  Archivs  zu  Tpres  (Fotis). 

Simon,  ...  ein  Jude,  wie  ihn 
seine  Frau  bez.  und  auch  G-er- 
ber  1  (Kade,  Kat.  2,  235  ver- 
wechselt ihn  mit  Joh.  Gottfr.),  lebte 
in  der  2ten  Hälfte  des  18.  Jhs. 
und  stand  als  Violinist  vor  dem 
30.  Okt.  1776  in  herzgl.  Mecklen- 
burg. Dieusten  in  Ludwigslust;  er 
muss  diese  Stellung  vor  dem  20. 
Sept.  1785  verlassen  haben,  denn 
seine  Frau,  Friederica  Simon,  geb. 
Behrensen  aus  Schwerin,  richtet 
aus    Harburg    ein    Bittgesuch    an 


Simon, 


177 


Simon,  M. 


den  Herzoff  um  eine  Unterstützuns; 


&5 


da  „ihr  Mann,  der  Jude,  sie  ver- 
lassen habe''  (geh.  Staatsarchiv  in 
Schwerin).  Die  Schweriner  F.  Bibl. 
besitzt  von  ihm 

Sonate  a  Clavicemb.  et  Violino  obl. 
dedic.  an  .  .  Prinz  Friedrich  Franz  (I.)  zu 
Mecklenburg.     Ms.  Stb. 

Zehn  Menuet  altemat.  für  2  V.,  Ob. 
Clarino,  Flaute,    Basson.     Ms.  kop.  1770. 

Simon,  ...  ein  Violoncellist  in 
Mannheim  a/d.  Hofkapelle.  1776 
beträgt  sein  Gehalt  250  Gld.,  177S 
aber  400  Gid.  —  Ein  Simon  junior 
ist  1778  als  2ter  Violinist  mit 
50  Gld.  verz.  (Kreisarch.  in  Mün- 
chen). 

Simon  Ferrariensis. 

In  Schoeffer's  Samlwk.  15.39  e  eine 
5  Stirn.  Motette  (Eituer  1).  Im  Ms.  kl.  fol. 
von  1518  [Bologna,  Kat.  3,  4)  unter  Sy- 
mon  Ferrariensis:  Maria  ergo  unxit  pedes 
a  4.  Bl.  39.  —  Nisi  quia  Duus.  erat  in 
nobis  a  4.  Bl.  129. 

Simon  de  Oandavo,  war  1350 
Sänger  in  Herzogenbusch  an  der 
Liebfrauen  -  Bruderschaft  (Bouwst. 
2,  211). 

Simon  de  lusiila,  15.  Jh. 

Im  Cod.  88  des  Domkapitelarchivs  zu 
Trient  (jetzt  in  Wien)  Bl.  304b:  Et  in 
terra.  —  Patrem.  —  Sauctus  mit  dem 
Tenor  „0  admirabile". 

Simo.  Pa.,  vielleicht  Simone 
Patavino^  ist  im  Samlwk.  1515  a 
mit   2  Gesg.   vertreten   (Eituer  1). 

Simon  Perusinus,  päpstlicher 
Sänger,  wird  1565  pensioniert 
(Straeten  6,  376). 

Von  einem  Simon  in  B.  Br.  Ms.  2 
u.  5  die  Motette:  Surrexit  pastor  bonus 
5  voc,  2te  Hälfte  des  16.  Jhs.  in  Kopie. 

Simon  yon  ßliom  (Eom  ?),  war 
von  1568  bis  1572  Tenorist  an 
der  kurf.  Kapelle  in  München  und 
hatte  2  Knaben  in  Kost,  wofür 
er  Summa  252  Gld.  jährl.  erhielt 
(Kreisarch.). 

Simon  de  Sacalia,  ein  sonst 
unbekannter  Komponist  aus  der 
zweiten  Hallte  des  12.  Jhs.,   Zeit- 

Rob.  Eitner's  Quellen-Lexikon.    Bd.  9. 


genösse  des  Johannes  de  Garlandia 
(Coussemaker  Script.  I,  311). 

Oswald  Koller. 

Simon ,     Johann     Grottfried, 

gest.  1790  in  Dresden,  wo  er  an- 
fänglich Oboist  der  Leibgarde  des 
Kurfürsten  war  und  1764  Brat- 
schist a/d.  Hofkapelle  wurde. 

Er  komponierte  zahlreiche  Militärmusik 
(Fürstenau  1,  169).  18  Duos  für  2  V. 
verlegte  1780  Breitkopf  in  Lpz.  ohne 
Yornamen,  können  daher  auch  einem 
anderen  Simon  angehören, 

Simon,   Johann   Kaspar,    um 

1750  Organist,  Musikdirektor  und 
Lehrer  der  4ten  Klasse  an  der 
lateinischen  Schule  zu  Nördlingen, 
verstand  den  Satz  gründlich,  wie 
Schubart  S.  232  sagt,  machte  aber 
eine  grofse  Erbschaft  u.  liefs  Amt 
und  Musik  im  Stich  (auch  Gerb.  1). 
Von  seinen  Kompositionen  ist  be- 
kannt: 

Gemüthsvergnügende  musicalische  Ne- 
benstunden, bestehend  in  aiiserlesenen 
Galanterie-Stücken  aufs  Ciavier  nach  heu- 
tigem Gusto  gesetzt.  Augsburg  (1750) 
Lotters  sei.  Erben,  qufol.  23  S.  [B.  B. 
B.  "Wagener. 

—  Anderer  Theil.  Ib.  (1752).  aufol. 
[B.B.    B.Lpz. 

Musicalisches  A.  B.  C.  in  kleinen  und 
leichten  Fugetten  auf  der  Orgel.  Augs- 
burg 1749  Lotter's  sei.  Erben.  24  S.  in 
4".  Hier  bez.  er  sieh  als  Organist  und 
Praeceptor  der  IV.  classis  in  Nördliugen. 
[B.B.     B.  Wagener  (mit  1754  gez.?). 

Leichte  Praeludien  und  Fugen  durch 
die  Töne  CD...  Bdur,  für  . . .  Orgel  oder 
Clavicordio.  1.  2.  Thl.  Augsburg  (1700,51) 
Lotters  sei.  Erben,  fol.  je  14  S.  [B.  Lpz. 
B.  M.  B.  Wagener.  Im  Ritter  S.  167  ein 
Tonsatz. 

Yanirte  und  fugirie  Choräle  auf  der 
Orgel.     Nürnberg  (1754).     [B.Lpz. 

Die  in  B.  Zw.  (712.  CX,  1.)  in  5  Stbll. 
in  fol.  (2  V.  2  Fl.  u.  B.)  im  Ms.  befind- 
liche Partia  in  Cdur  in  4  Sätzen  nur 
mit  Simon  gez.,  scheint  von  einem  älteren 
Komponisten  oder  überhaupt  von  einem 
anderen  S.  zu  sein. 

Simon,    31.     18.  Jh.      Im    Ar- 

naud   (Baculard    d')    2    Romanzen 

12 


Simon,  Martin. 


178 


Simouelli,  Matteo. 


mit  Melodien:  1.  Araour,  laisse-moi. 
2.  Lasse-moi  goiiter. 

Simon,  Martin,  Stadt-  n.  XJni- 
versitäts-Musikus  in  Frankfurt  a/0. 
um  1715;  lebte  noch  1740  (Mat- 
theson  1,  415). 

Simon,  P. . .,  s.  Symon,  16.  Jh. 

Simon,  P. . .,  bekannt  durch 

Etat  actuel  de  la  musique  de  la  chara- 
bre  du  roi,  et  des  trois  spectacles  de 
Paris.  Contenaut  les  Noras  et  Deraeures 
. . .  Le  Catalogue  des  Pieces.  Paris  1760, 
s.  nom.  kl.  8".  144  S.  [B.  Rhg.  Dresd. 
1768.  B.  B:  1774.  1777.  R.  C.  of  Mus. 
1772.  Brüssel  4567:  1760.1767—78,  13 
voll.  Der  Verleger  ist  in  letzteren  Jahrg. 
„Vente".     Glasgow  1768. 

Der  Almanacli  wird  in  den  BibUotheks- 
Katalogen  als  von  geringem  AVerte  be- 
zeichnet: Ich  habe  den  von  1760  genauer 
durchgegangen  und  finde  ihn  in  betreff 
der  zur  Zeit  Angestellten  an  der  Oper  u. 
anderen  Pariser  Theatern  als  ein  sehr 
brauchbares  Hilfsbuch.  Er  teilt  sogar 
die  jeweilige  Wohnung  der  Personen  mit, 
muss  also  doch  auf  authentischen  Quellen 
beruhen.  Ebenso  werden  die  Stücke  an- 
geführt, die  gegeben  worden  sind.  Es 
lässt  sich  durch  die  Almanache  manches 
Datum  verbessern,  auch  sind  die  Gehälter 
öfters  verz. 

Simon,  Pierre,  bekannt  durch 
die  Kantate  „Gia'l  sonno  per  Sopr. 
0.  B."  Ms.  fol.  84  in  B.  Kassel. 

Simon,  Ilaphael, 

in  der  B.  M.  eine  Missa  6  voc.  c.  Org. 
1646.  Ms.  P.  und  ein  Magnificat  6  voc. 
c.  Bc.  1686.     Ms.  P. 

Simon,  Simon,  geb.  gegen 
1720  zu  Vaux-de-Cernay,  bei 
Rambouillet,  Schüler  von  Dau- 
vergne  zu  Paris.  3  Bücher  für 
Klavier  machten  ihn  bekannt  und 
erwarben  ihm  den  Titel  Maitre  de 
Clavecin  des  enfants  de  France. 
Louis  XY.  engagierte  ihn  als  Lehrer 
der  Königin  und  der  Comtesse 
von  Artois  (Gerber  1.     Fetis). 

Simon,  Victor, 

gab  1780  zu  Paris  eine  Samlg.  Anet- 
ten heraus  und  1782  ein  Konzert  für 
Violine  (Magazin). 

Simone, . . .  wurde  am  18.  Ok- 
tober   1434  nach  Mantua  als  Pif- 


fero  berufen  und  findet  sich  noch 
1446  dort  (Bertolotti  7). 

Simone,  Griovanni,  um  1599 
Kapellmeister  am  Florentiner  Hofe 
(Nerici  387). 

Simone,  P. . .,  ein  Piarist  zu 
Nikolsburg  in  Mähren  ist  durch 

ein  Motette  pro  festo  S.  Caeciliae,  f. 
Chor  u.  lustrura.  in  P.  bekannt.  [Mu- 
sikfr.  "Wien. 

Simone,  Pietro. 

In  Oxford  Ch.  Ch.  im  Ms.  1  Cantate 
a  voce  sola. 

Simonelli,  Angelo, 

durch  ein  Patrem  omnipotentem  8  voc. 
ex  Missa:  Egressae  sunt  1612  bekannt 
(Eitner  1). 

Simonelli,  Carlo  Ferdinando, 

Organist  a/d.  Hofkapelle  in  Wien 
mit  50  Gld.  monatl.  vom  1.  Jan. 
1640—1653  (Köchel  1). 

Simonelli,  Matteo,  geb.  zu 
Rom,  Schüler  von  Greg.  AUegri  u. 
Or.  Benevoli,  bildete  sich  nach 
Palestrina's  \Yerken,  die  er  in 
einer  Weise  nachzuahmen  suchte, 
dass  man  ihn  den  Palestrina  des 
17.  Jhs.  nannte.  Er  ist  in  den 
Jahren  um  1684  pcäpstl.  Sänger. 
Nach  Baini  schon  seit  dem  15.  Dez. 
1662.  1688  ist  er  noch  im  Amte 
(Fetis.  Haberl  Kat.  31.  33.  70. 
Im  Hawkin's  sein  Porträt,  Bd.  4, 
285).  Von  seinen  Kompositionen 
sind  nachweisbar  in  gedruckten 
Samlwken : 

1655  in  Florido's  Alias  Cantiones  sa- 
cras  und  Aufl.  1668:  Haec  est  quae  nes- 
civit  (1668  als  päpstl.  Sänger  bez.).  — 
In  Caifahri's  Samlwk.  1683:  Laudate 
pueri  4  voc.  c.  Bo. 

In  Mss.  B.  B.,  L262,  Sequenza:  Vic- 
time paschali  4  v.  —  Cautemus  Duo.  6  v. 
—  Ecce  sacei'dos  magnus  6  v.  in  P.  — 
Victime  auch  in  W  1,  15a  u.  163,  1.  — 
In  T  58  Gesänge  in  P.  -  535  Bd.  2  Al- 
fieri's  Hds:  Ecce  sacerdos  6  v.  S.  83, 
Ms.  164:  Loquebautur.  —  Pulchra  es.  — 
Agnus  redemit.  —  Sederunt.  Motetten 
zu  4  u.  5  Stim.  in  P. 

Mss.  Cap.  sistina,  Cod.  87 :  Missa  „Buda 
ex  puguata''  fusis  ad  Deum  precibus  Id- 
noceutii  XL     1686  geschrieben  (5  voc). 


Simonelli,  Michel  Angelo. 


179 


Simons-Cancleille. 


—  Cod.  98:  Cantemus  Dno.  c.  2.  p.  Dnus. 
quasi  6  voc.  —  fol.  16:  Fundamenta  ejus, 
8  voc.  —  Cod.  111 :  Missa  s.  noni.  6  voci- 
bus.  —  Cod.  191  u.  199:  Miserere  8  v. 
(Gmoli). 

Ms.  Berlin  Siugakad.  Yictimae  paschali 
4  voc.  P.,  auch  Hofb.  Wien,  Ms.  15755. 

Ms.  Bologna,  Kat.  2,  313:  Pulchra  es 
und  eine  Antifone  zu  2  u.  4  St.  mit  Bc. 
P.  kl.  40.     6  Bll. 

Simonelli,  Michel  Angelo, 

in  Dresden  Mus.,  Ms.  815  eine  Cautata 
ä  3  voci  con  stromenti.     qufol. 

Simones,  William. 

In  Oxford  im  Ms.  1  Fantasies  a  4  for 
Organ. 

Simonet,  Fran^ois,  Sohn  eines 
Choristen  der  Kgl.  Kapelle  zu 
Paris,  diente  als  Oboist  in  der 
französischen  Garde  nnd  wurde 
um  1793  als  Hornist  am  Theater 
fran(,'ais  angestellt.  Fetis  verz.  von 
ihm  5  Werke  für  Hörn  u.  a.  In-  | 
Strumen  te. 

Simonetti,  ...  um  1717  Kon- 
zertmeister in  Darmstadt  (Marpurg 
3,  50). 

In  Dresd.  Mus.  Ms.  Cx.  857  ein  Con- 
certo  a  Violine  concertato  con  V.  Va.  e 
B.  GmolL  5  Stb.  fol.  Vielleicht  ist  es 
von  obigem. 

Simonetti,  Leonardo  (Lunardo), 
nennt  sich  auf  1619  und  später 
Cantore  nella  capella  di  S.  Marco 
in  Venetia.  Er  gab  aufser  Aless. 
Grandi's  Concerte,  5.  Buch  1619 
nebst  anderen  Werken  (siehe  den 
Kat.  Bologna's  2  im  Reg.)  noch 
einige  Samlwke.  heraus: 

1625  a.  Gliirlanda  sacra  scielta  da 
diuersi  eccellent.  compositori  de  varij 
Motetti  ä  voce  sola.  Lib.  1.  Op.  2.  per 
Leonardo  S.  . .  Musico  (wie  oben  gesagt). 
Ven.  1625.  Stampa  Gardano.  P.  und 
Singst.  2  Stb.  ([u4ö.  [Bologna,  Reg. 
Kat.  2,  365  u.  366. 

—  Ausg.  Ven.  1636  B.  Magni.  2  Stb. 
kl.  f[u4".     [B.  Br.     Bologna,     br.  Mus. 

Von  den  45  Motetten  sind  12,  hds. 
P.,  in  meinem  Besitze. 

Ich  finde  noch  die  Notiz  ohne  Angabe 
des  Fundortes,  dass  Bertis  Giov.  Pietro, 
,,Dodici  Motetti  estratto  delle  ,,GhirIanda 
Sacra.     Ven.  1625   Gardano",   herausgab. 


Einst  besafs  auch  eine  Bibl.  in  Breslau 
zu  von  Winterfeld's  Zeit  eine  „Raccolta 
di  Messe  e  Salmi  16.32". 

Simonitlis,  Oeorg,  diente  um 
1643  in  der  Hofkapelle  zu  War- 
schau. 

In  Scacchi's  Cribrum  1643  S.  218  ein 
Kanon. 

Simonis,  Ferdinando,  geb.  um 
1773  zu  Parma,  gest.  ebd.  um 
1837,  bildete  sich  unter  Rolla, 
Lanfranchi,  Ghirelli  und  Fortunati 
zum  Musiker  aus,  wurde  dann 
Accompagneur  beim  Theater  zu 
Parma  und  später  Musikdirektor. 
Er  sch]ieb  Ballets,  Messen  u.  a. 
Gesangsmusik  sowie  Instrumental- 
werke (Fetis). 

Siniono,  D. . . 

De  GL  Psalmen  Davids,  benev.  veele 
andere  stigtelyke  lof-gedigten  voor  de 
Viool,  flutoos  en  hobo'is-instrumenten  ge- 
transportert .  . .  Amst.,  A.  Olofseu.  4". 
18.  Jh.     [Amst. 

Simons  -  Candeille ,  Amelie- 
Julie,  heiratete  zum  zweiten  Male 
einen  Peri^,  geb.  31.  Juli  1767  zu 
Paris,  gest.  4.  Febr.  1834  ebd.,  bil- 
dete sich  unter  ihrem  Vater,  Pierre- 
Joseph  Candeille,  zur  Sängerin, 
Harfenistin,  Pianistin  und  Kompo- 
nistin aus.  Schon  in  ihrem  13. 
Jahre  trat  sie  im  Concert  spirituel 
auf,  ging  1782  zur  Oper  über  u. 
trat  in  der  Rolle  der  Iphigenie  von 
Aulis  auf,  wurde  darauf  am  Thea- 
ter fran9ais  Schauspielerin,  heiratete 
1798  den  Wagenbauer  Simons  in 
Brüssel,  der  aber  1802  bankerott 
wurde,  lebte  dann  als  geschiedene 
Frau  in  Paris  als  Musiklehrerin  u. 
heiratete  1821  den  Maler  Perie. 
1792  brachte  sie  ein  Singspiel 
„La  belle  fermiere"  im  Theater 
fran(,*ais  zur  Aufführung,  das  sie 
gedichtet  und  komponiert  hatte; 
sie  spielte  darin  die  Titelrolle,  sang 
und  begleitete  sich  am  Klavier  u. 
mit  der  Harfe.  1807  brachte  sie 
die  komische  Oper  „Ida,  l'orpheliue 

12* 


Simons,  Henry. 


180 


Simpson,  Christoplier. 


de  Berlin"  auf  die  Bühne,  fiel 
aber  damit  durch  (Fetis  ausführ- 
lich). Von  ihren  Kompositionen 
sind  nachweisbar: 

3  Senates  poiu'  clavecin  av.  acc.  de  V. 
et  Volle,    oe.  1.     Paris,  Leduc. 

Concerto  pour  le  forte  piano  ou  cla- 
vecin, a  grand  orchestre,  oe.  2.  Paris, 
I'auteur. 

Deux  grands  sonates  p.  clav.  oe.  8. 
Paris,  i^adermann. 

[Sämtlicli  in  Paris  Nat. 

Duo  (in  A)  p.  2  pfte.  Paris,  Boyer. 
Stb.     [Brüssel  Cons. 

1  Romanze  u.  1  Chansonett  im  Einzel- 
drack  in  Paris,     [br.  Mus. 

Simons,  Henry,  lebte  am  An- 
fange des  18.  Jhs.  und  ist 

im  R.  C.  of  Mus.  Xr.  1591  durch  Zwei 
sets  of  Ayres,  London,  qufol.  4  Stb.  ver- 
treten. 

Simper,  Andreas,  um  1621 
Organist  a/d.  Hofkapelle  in  Halle. 
Scheidt  widmet  ihm  u.  a.  seine 
Paduanen. 

Simpson,  . . .  trat  1750  als 
Oboevirtuose  in  London  auf  (Pohl 
2,  372). 

Simpson    (Sympson),    Cliristo- 

l)her,  ein  englischer  Violaspieler, 
geb.  in  Yorkshire.  gest.  zwischen 
dem  5.  Mai  und'  29.  Juli  1669 
(nach  dem  Testament).  Er  war 
Katholik,  diente  als  Soldat  unter 
Kg.  Charles  I. ;  während  der  Eevo- 
lutionszeit  war  er  ein  Schützling 
Sir  Robert  BolJes  auf  Leicester- 
shire,  darauf  lebte  er  einige  Jahre 
in  Turnstille  (Holborn)  und  be- 
endigte dort  sein  Leben.  Das 
biograph.  Material  beruht  auf  der 
Darstellung  "Wood's,  die  Hawkins 
Bd.  4,  381  mitteilt  und  Seite  398 
sein  Porträt  bringt.  Siehe  auch 
Stephen.  Von  seinen  AVerken  ist 
nachweisbar : 

1658.  A  brief  of  introduction  (in  John 
Playford's  An  introduction)  Londou  1658 
u.  spätere  Ausg.  [br.  Mus.  Brüssel  5352 
in  8.  Ausg.  1679. 

—  A  Compendium,  or  Introduction  to 
practica!   Music  . .  .     The   Ninth    Edition 


with    .  .     Additions.      Lond.,     Longman, 
Luckey  and  Co.     r[u8'\     fbr.  Mus. 

1659.  The  Division-Violist:  or,  an  in- 
troduction to  the  playing  upon  a  ground: 
Divided  into  bxo  parts.  The  first,  Di- 
recting  the  band,  ^^^th  other  preparative 
instructions.  The  2.,  laying  open  the 
Männer  and  Method  of  playing  Es -tem- 
pore, or  composing  dinsious  to  a  ground. 
To  which  is  added  some  divisions  made 
upon  grounds  for  the  practice  of  Learners. 
London  1659  W.  Godbid.  fol.  [R.  C.  of 
Mus.  Brüssel  6211.  br.  Mus.  Oxford 
Bodl. 

• —  2.  Ausg.  mit  verändertem  Titel: 
Chelys,  minuritionum  artificio  exomata: 
sive,  Minuritioues  ad  Basin,  etiam  extem- 
pore  modulandi  ratio.  The  division  Viol, 
or  the  art  of  playing  . . .  upon  a  ground. 
(Lat.  u.  engl.)  ed.  2.  Lond.  1665,  mit 
Portr.  fol.  67  S.  [br.  Mus.  B.  B.  von 
1667  by  "^".  Godbid,  for  Henry  Brome.  — 
Ebenso  in  C.  P.,  siehe  Weclcerlin's  Kai 
490.  Ebenso  in  Paris  Nat.,  Glasgow  und 
Bologna. 

—  ed.  3.  London  1712  Pearson.  fol. 
61  S.  Text  u.  14  S.  mit  2  Sonaten  f.  Viola, 
[br.  Mus.  R.  C.  of  Mus.  B.  "Wagener. 
Glasgow. 

1665.  The  principles  of  practica!  mu- 
sic ...  either  in  singing  or  playing  upon 
instram.     Lond.  1665.     8^.     [br.  Mus. 

1667.  A  compendium  of  practica!  mu- 
sick,  in  five  parts :  Teaching,  by  a  new 
and  easie  Method,  1.  The  mdimeuts  of 
song;  2.  The  principles  of  composition; 
3.  The  use  of  discords;  4.  The  form  of 
figurata  descant;  5.  The  contrivance  of 
Canon  (2.  ed.,  die  erste  soU  das  vorher- 
gehende "Werk  von  1665  sein;  bedai'f  der 
Untersuchung).  Lundou  1667  W.  Godbid 
for  H.  Brome.  8».  [br.  Mus.  R.  C  of 
Mus.  Briissel.  Glasgow.  Cambridge 
Universit. 

—  3.  ed.  London  1678  Brome.  8''. 
[br.  Mus.     R.  C.  of  Mus.     Bologna. 

—  4.  ed.     Lond.    1706   J.  Cullen   for 
W.  Pearson.     8".     [B.  B. 
Mus.     Bologna. 

—  5.  ed.     Lond.  1714. 

—  6.  ed.     Lond.  1722 
Mus.     Glasgow. 

—  7.   ed.      L.    1727. 
R.  C.  of  Mus. 

—  8.  ed.  L.  1732  W.  Pearson.  kl.  8°. 
6  Bll.  144  S.  mit  Portr.  [B.  Vagener. 
Brässel.     br.  Mus,    R.  C.  of  Mus. 

—  9.  ed.  L.  s.  a.  qu8".  mit  Portr. 
[R.  C.  of  Mus.     Glasgow. 

Hawkins    4,    399   giebt   Auszüge    aus 


Biüssel.      br. 

80.     [br.  Mus. 
8».     [R.  C.  of 

8°.      [br.  Mus. 


Simpson,  Henry  Purver. 


181 


Simpson,  Thojnas. 


Chelys  minuritionimi,  auch  einen  Satz  f. 

1  Viola,  überschrieben:  Division  on  a 
Ground.,  aus  1G65.  Die  Schlüssel  wechseln 
zwischen  Discant,  Alt  u.  Bass  (4,  404). 

ürove  teilt  noch  mit,  dass  sich  in  Th. 
Campion's  Art  of  setting  or  composing  of 
Mus.  2.  Ausg.  1664  einige  Piecen  f.  Viola 
befinden. 

Ms.  3193   B.  Hbg.   Consorts   of   parts 

2  B.  2  Trebles  with  a  Bc.  Hds.  von  1ÜS3, 
153  Piecen,  davon  Nr.  1  —  20  von  S., 
4  Stb.  das  ö.  fehlt. 

la  Playford's  Catch  that  catch,  siehe 
Hilton,  Ausg.  1672/73  einige  Nrn.  In 
desselben  Division  Violin  1685  eine  Piece. 

Im  br.Mus.,  Ms.  142  Pegeln  zur  Theorie. 

In  Oxford  Ch.  Ch.  im  Ms.  Fancies  u.  a. 

Viele  Fancies  und  Divisions  im  br.  Mus. 
Ms.  31436  und  Oxford  Bodl. 

Simpson,  Henry  PurYer,   ein 

englischer  Komponist ,  bekannt 
durcli 

An  Anthem  . . .  dedic.  to  all  the  socie- 
ties.     London  1792.     fol.     [br.  Mus. 

Simpson,  Jolin,  war  Organist 
in  Newcastel  upon  Tyne  und  Musik- 
verleger im  18.  Jh.  in  London. 
Er  tritt  bei  folgenden  Drucken  als 
Sammler  und  Verleger  auf. 

Thesaurus  musicus  a  coUection  of  2, 
3,  &  4  part  songs  several  of  them  never 
before  printed,  to  which  are  added  some 
choice  Dialogues  set  to  musick  by  the 
most  eminent  masters  Viz.  Aldr.  Bedford, 
John  Blow,  Carey,  Cook,  Corelli,  John 
Eccles  5.  Gillier,  Dr.  Green  2,  Handel 
(Händel)  2,  Haydn  (Jos.),  Henly,  Leve- 
ridge  3,  Marshall,  Morgan,  Dan.  Purcell, 
Henry  Purcell  16,  John  Weldon  u.  Mich. 
Wise.  London  ...  77  S.  in  fol.  P.  [R. 
C.  of  Mus.  Nr.  1385.  Bibl.  Chrysander  in 
Bergedorf  (Chrys.  1,  381  ff.  mit  Abdr. 
von  ,,God  save  our  Lord".  Er  setzt  den 
Druck  ins  Jahr  1744).  B.^agener.  B.  M. 
fehlen  am  Schluss  3  Seit.     br.  Mus. 

—  Vol.  n.  Ib.  gleicher  Titel,  fol.  80  S., 
wahrscheinlich  1746  erschienen,  enthält 
Dr.  Blow,  Corte,  Dr.  Croft,  Eccles,  Gra- 
ves,  Hicks,  Lock  (Locke),  Morly  (Morley), 
H.  Purcell  und  Travers.  [B.  Wagener.  br. 
Mus.  und  beide  Teile  in  anderer  Ausgabe 
mit  Aenderungen.  R.  C.  of  Mus.  1385  u. 
Glasgow  beide  Teile. 

6  Solos  for  2  Vcl.  compos'd  by  ...  & 
other  emin.  authors.  Loud.,  print.  J. 
Simpson,  fol.  P.  6  Sonaten  noch  in 
alter  Form.  24  S.  An  Autoren  sind  ge- 
nannt:  1  Yon  Bononcini,  Pasqualini,  St. 


Martini,    Caporale,   Spourni,   Porta,      [br. 
Mus.    B.  AVagener. 

12  Voluntaries  7  of  them  composed, 
the  others  selected  and  adapted  for  the 
organ  or  pfte.  Printed  by  Goiüding  Phipps 
d'Almaine.  29  S.  Enthält  nur  eigene 
Kompositionen.     [B.  Wagener. 

The  Delightful  Pocket  Companion  for 
the  German  flute,  cont.  a  choice  coUection 
of  . . .  Italiim,  English  &  Scotch  tunes, 
curiously  adapted  to  that  instniment. 
(c.  1740.)  8».  6  Teile  ä  36  Nm.  für  1 
und  2  Flöten  mit  Generalbass  von  Ariosti 
(Attüio),  Arne,  Auretti,  Baston,  Bau- 
stetter,  Bononcini,  Boromeo,  Boyce,  ßri- 
vio,  Burges,  Carey,  Caporale,  Castracci, 
Chilcot,  Corelli,  Corfe,  Count,  Crookenden, 
Cuuee,  Cutteuham,  Gius.  Dalmiadoro, 
Defesch,  Dubourg,  Dünn,  Dupar,  F.  E.  S., 
Fausan,  Festing,  GalMard,  Geminiani,  Giz- 
zielo,  Gladwin,  Grano  und  Grauem,  Green, 
Gronemann,  Handel,  Hasse,  Hodson  und 
Hudson,  Holcombe,  Hornik,  Howard, 
Lampe,  Lully,  San  Martini,  Messing,  Os- 
wald, Pescetti,  Petsold,  Pepusch,  Powell, 
Prelleur,  ßavenscroft,  Russell,  Saint-Ger- 
main,  Snow,  Spourni,  Stanley,  J.  Strolger, 
Telemann,  Tessarini,  Travers,  Vinci,  C. 
Wisemann  und  Worgan.  [br.  ilus.  in 
2  Ausg.     Bibl.  W.  Tappert  in  Berlin. 

Simpson,  Thomas,  ein  Eng- 
länder, Yiolaspieler,  ging  nach 
Deutschland  und  ist  nach  seinen 
Druckwerken  1610  Churf.  Pfaltz- 
gräfl.  Yiolist  und  Musicus  und 
1617  bis  1621  fürstl.  Holstein- 
Schaumburgischer  A^iolist.  Yon 
hier  scheint  er  bald  darauf  nach 
Kopenhagen  in  die  Kgl.  Kapelle 
gekommen  zu  sein,  doch  fehlt  eine 
Jahresangabe  (Yiertelj.  9,  78).  Er 
gab  heraus: 

Opusculum  Neuwer  Pauanen,  Galliarden, 
Couranten  vnd  Volten  . . .  Auff  aller- 
hand musical.  Insti-umenten ,  souderhch 
auff  Violen  zu  gebrauchen.  Frankfurt 
a,  M.  1610  Nie.  Stein.  5  Stb.  50  Nrn., 
davon  24  von  S  . . .,  3  von  J.  Dowland, 
2  von  Joh.  Fai-mer,  1  von  Th.  Tomkins. 
[B.B:  B.    B.  Hbg.  6  Stb.?    B.  N. 

Opus  Newer  Paduanen,  GaUiarden, 
Intraden,  Canzoneu,  Ricercaren,  Fantasien, 
Ballettea,  Ahmanden,  Couranten,  Volten 
vnnd  Passamezen,  auff  allerhand  Instru- 
menten . . .  mit  5  Stim.  Hambg.  1617 
H.  Carstens,   Verlag   v.  Hering.      5  Stb. 


Simrock,  Heinrich. 


182 


Singer,  Johann. 


22  Nrn.     [B.  B:  A.  B.      B.Kassel  5  Sth. 
B.  Hbg.  6  Stb.     Wolfenb.  5  Stb. 

Taffei  Consort,  Erster  Theil,  von  aller- 
hand Xewen  lustigen  musicalischen  Sachen, 
mit  4  Stimmen,  neben  einem  General- 
Bass,  mit  sonderlichem  fleiTs  zusammen 
getragen,  verfertiget  vnd  publicirt  durch  ; 
. . .  Engelländer  . . .  Hambg.  1621  P. 
Lange,  Verlag  Mich.  Hering.  5  Stb.  4". 
Dedic.  in  Buckenburg  den  1/11  1620  gez. 
50  Instrumentalpiecen,  von  Simps.  7,  Nie. 
Bleyer  6,  Rob.  Bateman,  Alex.  Chezani, 
Joh.  Douland  5,  Chrstn.  Engelmann  2, 
Alionso  Ferabosco,  Joh.  Grabbe  3,  Edw. 
•und  Rob.  Johnson,  Joh.  Erosch  3,  P.  Phi- 
lippi,  Jos.  Scherley,  Chrstn.  Töpffer  5, 
Moritz  Webster  4  u.  8  Inceiü.  [Wolfen- 
büttel felilt  Bc.     br.Mus:  Bc. 

1  Paduane  4  voc.  in  Hagius'  Samlwk. 
von  1617.  —  In  Dav.  Oberndorier's  Alle- 
grezza  1620  ein  Tonsatz  Nr.  38. 

Folgendes  Werk  ist  zwar  mit  T.  Simp- 
son gez.,  gehört  aber  einer  späteren 
Zeit  an: 

The  Norma  virium  or  musical  accen- 
tuator.  A  disrpisitory  essav  on  the  ob- 
structions  students  meet  with  in  becomiug 
good  timeists  . . .    London,  4^.    [Glasgow, 

Simrock,  Heiurieli,  Bruder  des 
Nikolaus,  geb.  um  1760  in  Bonn, 
bildete  sich  zum  Violinisten  aus, 
trat  in  die  kurf.  Kapelle  in  Bonn, 
ging  dann  nach  Paris,  wo  er  am 
Theaterorchester  Montansier  ange- 
stellt war,  hielt  ein  Lager  Musika- 
lien, die  bei  seinem  Bruder  in 
Bonn  erschienen  waren  und  kehrte 
später  wieder  nach  Bonn  zurück. 
Fotis  kannte  ihn  in  Paris  noch 
1807.  Er  gab  Mehreres  heraus, 
bekannt  ist  nur 

Trois  Duos  ponr  V.  et  Yiola,  oe.  5. 
Bonn,  N.  Simrock.    2  Stb.     [B.  Wagener. 

Variationen  f.  Ciavier  oder  Harfe.  Ib. 
[Musikfr.  Wien. 

Simrock,  Nikolaus,  geb.  1752 
in  Mainz,  gest.  1834  in  Bonn, 
bildete  sich  zum  Hornisten  aus, 
diente  an  9  Jahre  in  einer  fran- 
zösischen Militärkapelle,  wurde 
1774  zweiter  AValdhornist  an  der 
kurf.  Kapelle  in  Bonn  mit  jährl. 
400  Gld.  und  1789  erster  Wald- 
homist,  handelte  seit  1790  neben- 


bei mit  geschriebenen  Musikalien, 
gab  dann  nach  1794  die  Kapell- 
stelle auf,  vergröfserte  sein  Ge- 
schäft, legte  auch  in  Köln  ein 
Zweiggeschäft  an  und  wurde  ein 
angesehener  Musik  Verleger,  der 
auch  mit  musikalischem  Verständ- 
nis seinen  Verlag  vermehrte.  1834 
wurde  Peter  Joseph  S.  sein  Nach- 
folger, der  1868  starb  und  Fried- 
rich ihm  folgte,  der  in  den  70er 
Jahren  das  Geschäft  nach  Berlin 
verlegte  (Thayer  1, 104.  150).  Niko- 
laus war  selbst  Komponist  fürs 
Waldhorn  und  verlegte  eine  An- 
zahl Werke  in  eigenem  Geschäfte. 
Siehe  Handbuch  von  Whistling 
1828/29. 

Siiiapius,  Wilhelm,  Tenorist 
an  der  Hofkapelle  in  Wien  von 
1553_58  mit  10  Gld.  monatl. 
(Köchel  1). 

Siutle,  X . . . 

Im  Ms.  402  der  B.  Kgsbg.,  Samlg.  von 
Arien  u.  Liedern,  befinden  sich  S.  12  u. 
16  zwei  Arien:  Mein  Mädchen  ist  für 
mich.     Schön  ist  es  auf  Gottes  Welt. 

Sinfonien  (Symphonien). 

Siehe  die  Samlwk.  des  18.  Jhs.  nnter 
Breitkopf  5  ff.,  J.  J.  Hummel  Samlwk.  6 
u.  8.  —  Im  Schweriner  F.  Kataloge  von 
Kade  1,  159  ein  Yerz.  anonymer  Sin- 
fonien. Sämtl.  gröfsere  Bibl.  sind  im  Be- 
sitze anonymer  Sinfonien.  Aeltere  Sym- 
phoniae  sind  Motetten. 

Im  br.  Mus :  A  coUection  of  several 
Simphonies  and  Airs  in  three  parts;  com- 
posed  for  Vs.  Flutes  and  Hoe-boys,  piin- 
ted  for  all  Lovers  of  Musick.  s.  1.  Wm. 
Nott  (in  London)  1688.  3  Stb. :  2  Dessus 
u.  B.  in  40. 

Singer,    Bartliolomaeus ,    ein 

Komponist   aus    der   ersten  Hälfte 
des  16.  Jhs.,  der 

im  Ms.  18810,  5  Stb.  von  c.  1530  der 
Hofb.  Wien  mit  dem  Liede  „Ain  dierleia 
zart/-  3  voc.  fol.  2  a  vertreten  ist.  [Hofb, 
Wien,  in  Ms.  19183  in  Part. 

Singer.  Johann,  ein  Magister 
zu  Nürnberg  in  der  ersten  Hälfte 
des  16.  Jhs.,  gab  heraus: 

Ein  kurtzer  Ausszug  der  Music,   den 


Singer,  Mathias. 


183 


Sipurtini. 


jungen  die  singen  und  auff  den  lustrii- 
lueiiten  lernen  wollen  gantz  nützlich  . . . 
Nürmberg  1531  Friedr.  Pryssens.  8". 
[Glasgow.^    (Titel  nach  Fetis.) 

Singer,  Jlathias,  von  Cilla, 
Bassist  an  der  Hofkapelle  in  Wien 
vom  1.  Sept.  1567  —  1580,  mit 
12  Girl,  monatl.,  wurde  dann  Rggs. 
(Regier imgs-)  Thürliüter  (Köchel  1, 
127.  2]0\md  S.  123). 

Singe-  I  Spiel-  | 

und  I  General -Bass.-  ]  Übungen.  |  Ge- 
stochen in  Versalien.  4°.  49  Bll.  ein- 
seitig bedruckt  mit  48  Musikuunimern. 
Die  Dichter  sind  genannt,  doch  kein  Kom- 
ponist. 18.  Jh.  [besafs  1871  der  Autiq. 
Mai  in  Berlin. 

Singspiele  siehe  Kat.  Augsburg  Nr.  174 
bis  178.  Auch  im  Ms.  im  National-Mu- 
seum  in  Nürnberg. 

Sinibaldi,  Anna  de,  Tochter 
des  Kapellmeisters  Giovanni  S., 
diente  als  Sängerin  und  Instru- 
mentistin  der  Kaiserin  Maria, 
Frau  des  Kaisers  Maximilian  ET. 
und  Schwester  Philipp  IL  von  Spa- 
nien (Lucchini  11). 

Sinibaldi,  Manrizio,  aus  Cre- 
mona,  Geiger  an  der  Hofkapelle 
in  Wien  vom  1.  Nov.  1566  bis 
t  16.  Juli  1591,  mit  12  Gld. 
monatl.  (Köchel  1). 

Sinn,  Cliristopli  Albert,  Sohn 
eines  Lohgerbers  in  Wernigerode, 
gegen  1680  oder  1682  geb.,  be- 
sachte 1691  die  Oberschule  und 
trat  1698  in  das  HandAverk  seines 
Täters  ein.  Die  Liebe  zur  Wis- 
senschaft trieb  ihn  1702  abermals 
in  die  Schule.  1703  ging  er  nach 
Clausthal,  um  sich  als  Mathema- 
tiker und  Feldmesser  auszubilden, 
siedelt  sich  d^mn  um  1706  in 
Wernigerode  an  und  heiratete. 
1717  bez.  er  sich  als  hochfürstl. 
Braunschweig -Lüneburgischer  . . . 
Geometer.  Sein  Todesjahr  ist  nicht 
bekannt  (Viertel].  5,  570  nebst  Be- 
schreibung und  Auszügen  aus  fol- 
gendem Werke): 


Die  aus  mathematischen  Gründen  rich- 
tig gestellte  musicalische  Temperatura 
practica,  d.  i.  gnmdrichtige  Vergleichung 
der  12  Semitoniorum  in  der  Octave,  wie 
dieselbe  nach  Anweisung  der  Arithmetik 
und   Geometrie   ad  praxin  fürnenilich  in 

'    die  Orgelwerke  können  gebraucht  werden, 

I   nebst   den    dazu    gehörigen    Figuren  .  .  . 

!   Mit  einer  Vorrede  Hrn.  Caspar.  Calvoers. 

'  Wernigerode  (1717)  StiTick.  kl.  40.  22  BU. 
136  S.  2  Taf.  110  imd  132  Seit.  [B.  B. 
B.  Wernigerode.  B.  Wagener.  Musikfr. 
Wien. 

Sintram,  . . .  Kopist  im  Kloster 
St.  Galleu  im  9.  Jh.  (Schubiger 
1,  78). 

Sinzig,    Oeorg   Ludwig,    ein 

Cistercienser-Mönch,  Kapellmeister 
im  Frei-Reichskloster  Kaisersheira 
(Neuburg  a/d.  Donau),  gab  heraus: 
Melpomene  hymnisona,  producens  hym- 
nos  de  Dominicis  ...  a  1 — 4  voc.  2  Y. 
2  Viohs,  Fag.  et  Bc.  op.  1.  Aug.  Vindel. 
1702  (nach  Gerber  1). 

Sion,  . . .    gab    bei    Imbault   in 
Paris   Konzerte   für  Klav.    heraus. 
Sipintini,  . . . 

ein  Trio  in  C.  von  1779.  Ms.  in  Stb. 
[Berlin  E.  H. 

Yergl.  auch  Sipurtini. 

Sipontius ,  Albertus ,  Contra- 
bassist (Sänger)  am  St.  Peter  in 
Rom  um  1492  (Yiertelj.  3,  289). 

Sippel,  C . . .  H . . .,  gab  heraus : 

Zwölf   Lieder   mit   einer  leichten  Be- 

gleitujig  der  Guitarre  von  .  . .    Brnschwg., 

Musikal.    Magazin    auf    der   Höhe   (489). 

ciufol.     13  S.     [B.  Kgsbg. 

Sipurtini,  Emmanuel,  der  Sohn 
jüdischer  Eltern  aus  Holland,  ein 
bedeutender  Virtuose  auf  dem 
Violoncell,  liefs  sich  in  London 
nieder.  Jahn  1,  6  berichtet,  dass 
sich  Leopold  Mozart  bei  seiner 
Anwesenheit  in  London  1764  viel 
Mühe  gab,  ihn  zum  Katholicismus 
zu  bekehren.  Sowohl  Gerber  1 
wie  Jahn  schreiben  seinen  Namen 
falsch,  Gerber  schreibt  Sipratini 
und  Jahn  Siprimtini.,  den  Vor- 
namen kennen  beide  nicht.  Pohl 
1,  55  schreibt:   Siprutini  gab  am 


Sirede. 


184 


Sirmen,  Maddalena  Laura. 


3.  Mai  1764  ein  Konzert  im  Hick- 
ford's  room  in  London,  trat  auch 
in  den  70er  Jahren  noch  öfter 
auf.  S.  109:  er  hatte  Italien  und 
Spanien  durchreist  und  befand  sich 
seit  1758  in  London,  wo  er  am 
27.  Febr.  zum  erstenmale  auftrat. 
Man  kennt  von  ihm: 

6  Solos  for  a  Vcl.  or  a  V.  with  a  Th. 
B.     op.  1.     London,     fol.     [br.  Mus. 

6  Duets  for  a  Violin  and  a  Violoncelle, 
or  2  V.  op.  2.  London  c.  1775.  fol. 
25  S.    [br.  Mus.     B.  Wagener. 

Six  Solos  for  a  Vcl.  with  a  Tli.  B.  for 
the  harpsichord.  Op.  3.  London,  Wor- 
man.     [B.  Wagener.     C.  P. 

6  Solo  dito  op.  5,  dito  op.  7,  dito  ohne 
opus.     London,  fol.     [br.  Mus. 

Six  Solos  for  a  Tel.  with  a  Th.  B.  for 
the  hai'ps.  Op.  6.  London,  Worman. 
25  S.     [B.  Wagener. 

Vielleicht  soll  der  Name  Sipintini  (s.  d.) 
auch  Sijmrtini  heifsen. 

Sirede,  siehe  Direde. 

Sireua  (Syrena),  Gfaleazzo,  aus 

Cremona,  wo  er  um  1626  Kapell- 
meister an  der  Kathedrale  war 
(Titel).     Man  kennt  von  ihm 

.  . .  Misse  duae  quateruis  vocibus,  cum 
omniuiu  partium  diuisioue  duae  octonis, 
cum  grauiorum  partitione  organo  accomo- 
date  .  .  .  Lib.  1.  Sub  signo  Gardani 
Venetiis  1626  apud  B.  Magni.  fol.  [Bo- 
logna nur  die  Partitura.  Upsala  8  Stb. 
in  2  Chören  in  #. 

In  Bonometti's  Parnassus  musicus  1615 
1  Motette  zu  2  Stim. 

Sirenes  Partheniae, 

sive  Hj'mni,  filio  Virginis,  Christo  Jesu 
...  Herbipoli  1649  Elias  Mich.  Zinck. 
8^.  Melod.  mit  Bass.  12".  136  S.  [B.  M. 
Einsiedeln.     B.  Kgsbg.  S.  133. 

Sirenes  (Sacrae)  . . .  Missae  1671,  siehe 
Rudolph  Dreher,  ein  Samlwk. 

Siret,  . . .  bekannt  durch 

Pieces  de  claveciu,  dediees  a  M.  Cou- 
perin  . . .  Paris,  Chrstph.  Ballard.  [Paris 
Nat.     Stadtbibl.  Troyes. 

SM,  (xiacomo,  gegen  1770  in 
Genua  geb.,  lebte  noch  1841.  In 
Turin  machte  er  seine  Musikstudien 
und  legte  sich  dann  aufs  Opernfach. 

1791  kam  auf  dem  Theater  San  Carlo 
in  Neapel  die  Oper:  Naples  Recimero  in 
2  Aiteu  zur  Aufführung,  dann  schrieb  er 


für  das  Theater  Del  Fondo  die  Opera 
buffa:  La  Caccia  interrotta  u.  s.  f.  Siehe 
Fetis  u.  Clement.  Nachweisen  kann  ich 
keine. 

Sirini,  GriOTanni,  aus  Cremona, 
war  um  1680  Kapellmeister  am 
Hofe  zu  Florenz  (Lucchini  19). 

Sirmen,  Ludovico,  ein  Violi- 
nist und  Kapellmeister  an  S.  Maria- 
Maddalena  zu  Bergamo  im  18.  Jh. 
Er  ist  der  Gemahl  der  Maddalena 
Lombardini  mit  der  er  gemein- 
schaftlich herausgab: 

6  Quartetti  ä  2  V.  A.  e  B.  oe.  3. 
Paris  (1769)  Berault.  4  Stb.  fol.  [br.  Mus. 
B.  Wagener. 

Das  Conservatorium  in  Mailand  besitzt 
im  Ms.  eine  Ouvertüre  in  Em.  für  Oboe, 
2  Hörner  und  Streichquart,  in  Stb, 

Sirmen  (Syrmen),  Maddalena 
Laura,    Lombardini    (den   Vor- 
namen   Laura    fand    ich    nur    im 
Kat.   des  br.  Museums  u.  B.  Wa- 
gener,   sonst   fehlt    er),    Frau    des 
Ludovico,  geb.  zu  Venedig  gegen 
1735,  erzogen  im  Conservatorio  di 
Mendicanti  und  wie  man  auf  den 
6    Sonaten    für    2   Violinen   liest: 
Schülerin  Tartini's  zu  Padua;  trat 
als  Violinistin  öffentlich  auf,  z.  B. 
in  Paris  im  Concert  spirituel,  1768 
ebenfalls    in    einem    Konzert    mit 
ihrem     Manne.        Pohl    1,      161 
schreibt:  sie  war  nicht  nur  Violi- 
nistin, sondern  auch  Sängerin  und 
Klavierspielerin.     1771  trat  sie  in 
London  in  den  Oratorien  im  Con- 
vent    Garden    mit    einem    Violin- 
konzert  eigener   Komposition   auf. 
Im  April  desselben  Jahres  gab  sie 
ein  Benefizkonzert  in  dem  sie  auch 
ein  Klavierkonzert  vortrug.     1772 
spielte  sie  im  Concert  spirituel  ein 
Violinkonzert    von   Cirri    und   am 
1.  Juni    trat  sie    im   Kingstheater 
als  Sängerin  in  Piccinni's  Buona 
figliuola   auf.     Ihr  Lehrer  Tartini 
hmterliefs  ihr  bekanntlich  die  Ab- 
handlung über  das  Violinspiel  in 
Briefform  (soweit  im  Pohl).     Von 


Siroli. 


185 


Sivol. 


ihren  Kompositionen  sind  nach- 
weisbar : 

Obige  6  Quartetti . . .  op.  3,  die  sie  in 
Paris  1769  mit  ihrem  Manne  Ludovico 
gemeinschaftlich,  herausgab,  [br.  Mus.  B. 
Wagener. 

Ferner 

6  Concertos  for  the  harpsicliord  (ein- 
gerichtet von  Giordani).  London,  fol. 
[br.  Mus. 

6  Concertos  pour  Violine  av.  2  V.  A. 
B.  2  Hautb.  et  2  Cors.  oe.  2.  Amsterd., 
Hummel.  Stb.  [Brüssel  Cons.  Upsala 
nur  3  Concertos,  ebenso  in  B.  Wagener, 
6  Stb.? 

3  Concertos  (dito),  oe.  3.  Amst.,  Hum- 
mel.    Stb.     [Brüssel  Cons. 

Six  Trios  k  2  V.  et  Vcl.  oe.  1.  Lon- 
don, Welcker.  3  Stb.  [B.  Wagener.  br. 
Mus.  Berlin  K.  H.  im  Ms.  Stb.,  fraglich 
ob  dieselben. 

6  Senates  ä  2  V.  (ohne  Opus)  Amst., 
Hummel,  [besafs  einst  Th.  Böttcher  in 
Cannstadt.  Im  br.  Mus:  6  Duetts  for  2 
Viol.  London,  fol.  2  Bücher  (wahrschein- 
lich dieselben). 

6  Senates  ä  2  V.  oe.  4.  La  flaye, 
Hummel.  2  Stb.  fol.  [B.B.,  mit  dem 
Porträt  der  Verfasserin. 

Siroli, . . . 

Latrobe  veröffentlicht  in  seinem  Samlwlr. 
in  Pai't.,  1806—2.5  erschienen,  ein  „Praise 
the  Lord",  Duetto. 

Sirotti,  Francesco,  aus  Reggio, 
ein  Opernkomponist,  der  1783  bis 
1811  mit  Opern  auf  italienischen 
Bühnen  zu  verfolgen  ist  (Fetis. 
Clement). 

Sirvela,  Pedro  de,  Sänger  am 
Hofe  der  Königin  Isabella  zu  Se- 
villa um  1490  (Straeten  VU,  104). 

Sismut, . . . 

In  Ms.  535,  HL  in  B.  B.  ein  Quis  as- 
cendet,  5  voc.  c.  Bc.  P.  8  BU.  mit 
obigem  Namen  überschrieben. 

Sistiiius,  Teodorus,  aus  Monza 
(Lombardei),  war  um  1608  Orga- 
nist a/d.  Kirche  „D.  Virginis''  zu 
Kopenhagen  (nach  dem  Titel  des 
folgenden  Werkes).  Er  gab  heraus: 

Cantiones  3  voc.  Hamburg!  1608 
typis  Ohr,  impensis  Samuel  Jauch.  Dedic. 
dem  Xönige  von  Dänemark.  3  Stb.  4P. 
22  italienische  Gesänge.  [B.  Proske.  B. 
D.    br.  Mus. 

AYie  mir  Herr  Hagen  in  Kopenhagen 


mitteilt,  war  sein  dänischer  Name  2rioid 
Aagesen. 

Sisto,  Graetano, 

bekannt  durch  ein  Divertimento  per 
Giütarre.     [Musikfr.  Wien. 

Sitter,  Andreas  Paul,  gegen 
1750  geb.  ging  mit  dem  Baron 
von  Bagge  nach  Paris  als  dessen 
Sekretär,  trat  1792  als  Bratschist 
ins  Opernorchester  und  verblieb 
daselbst  bis  1817.  Er  starb  wenige 
Jahre  darauf  zu   Passy   bei  Paris. 

Man  verz.  mehrere  Hefte  Duos,  von 
denen  nur  bekannt  ist: 

3  Duos  pour  2  Violons,  oe.  4,  liv.  1. 
Offenbach  bei  Andre.     2  Stb.     [B.  B. 

Sitter,  Daniel  Henrich  Kitt, 

ist  in  Joh.  Val.  Meder's  Stamm- 
buch am  14.  Juni  1698  als  Musik- 
direktor an  St.  Maria  in  Königs- 
berg gez.  (Viertel].  8,  504). 

Sivers,  Hinrich,  geb.  23.  Juni 
1674  zu  Lübeck,  gest.  6.  Novbr. 
1736  ebd.,  Avurde  am  10.  März 
1706  zum  Kantor  am  Katharineum 
gewählt  und  am  22.  April  einge- 
führt. Ein  Ehreugedächtnis  liefs 
Heinrich  von  Seelen  in  Lübeck 
1736  in  Fol.  drucken  (Stiehl,  Lex.). 

Sivers,  Heinrich  Jakoh,  des 
vorigen  Sohn,  in  Lübeck  geboren, 
wurde  Magister  u.  in  Wismar  an- 
gestellt.    Er  schrieb: 

Dissertatio  ex  historia  litteraria  sistens 
cantorum  eruditorum  decades  duas,  quam 
praeses  . . .  Rostoch.  1729.  4".  Ist  seine 
Doctor-Dissertation  in  Rostock.  [Dresd. 
B.  Hbg. 

—  ...  Gelehrter  Kantor  in  zwanzig 
aus  den  Geschichten  der  Gelehrsamkeit 
ausgesuchten  Exempeln,  aus  dem  Latei- 
nischen übersetzt  und  mit  Anmerkungen 

Hambg.  1730 


[B.  B.     Dresd. 


versehen  von   Matthcson. 
Wiering.      40.      33  Seit. 
B.  Hbg.     Brüssel. 

Gerber  2  zeigt  noch  eine  zweite  Sclu'ift 
an,  die  sich  im  Besitze  des  Herrn  Schiör- 
riug  befand,  betitelt:  Specimen  primum  sis- 
tens Lapidis  musicalis . . .  Lubecae  1732.  8''. 

Sivol, . . . 

bekannt  durch  Airs  avec  Fortepiano 
im  Samlwk.  Choix  de  musique  1784  Nr. 
32.    [B.  M. 


Sixt,  Giovanni. 


186 


Skeats. 


Sixt,  Griovanni, 

bekannt  durch  2  Sonate  per  il  Cem- 
balo e  Violino.  Una  Sonata  per  2  Cem- 
bali concertati,  op.  1.  Lyon,  chez  Guera. 
[Dresd.  Mus. 

Sixt,  Johannes,  aus  Lerchen- 
fels (a  Lerchenfelsensis),  in  Prag 
geb.,  gest.  3.  Nov.  1629  zu  Leit- 
meritz  (nach  dem  Denkmale,  dessen 
Inschrift  Dlabacz  mitteilt).  Er 
diente  um  1584  ff.  in  der  Hof- 
kapelle Kaiser  Eudolph  11.  als 
Sänger,  dann  als  Chorregens  a/d. 
Jesuitenkirche  zu  Olmütz,  wo  er 
1597  die  Magister  würde  erlangte 
und  erhielt  vom  Kaiser  mehrere 
Eanonikate  zu  Bautzen,  AI tb unzlau 
etc.,  zuletzt  war  er  Probst  zu  Leit- 
meritz.  Die  Musik  pflegte  er  auch 
ferner  und  gab  heraus: 

Ciiorus  musicus  Caesareus  XII  vocum. 
In  praestautem  ac  eniditum  iuveuem  D. 
Joannen!  Sixtum  Boemum  Pragensem, 
Sac;  Caes:  Maies:  chori  musici  olim  pue- 
rum  musicum:  nunc  vero  cliori  musici 
in  teiuplo  Societatis  Olom:  praefectum, 
et  philosophiae  licentiatum,  cum  anno  M. 
D.  XCVII . . .  (siehe  Kat.  Brässel  2210). 
Pragae  1597  V.  M.  ä  Genczicz.  1  vol. 
4P.     [Biiissel. 

Im  Kat.  der  B.  Hbg.  wii-d  ein  schein- 
bar ähnliches  Werk,  o.  Jahr,  verzeichnet 
mit:  „Pragensis  Chori  Musici  in  templo 
societatis  Jesu  ß.  Olomutii  Rector." 

Leo  Liepmaunssohu  besafs  einst:  Meli- 
cum  poema  D.  Joanni  Sixto  . . .  munici- 
palis  musicae  ergo  decantatum  ä  Fr.  Möl- 
lere Vienuensi  (Musicus  musico  congra- 
tulatur  et  musicum  melos  modulatur). 
Olomutii  1597.  kl.  4°.  6  Bll.  mit  Holz- 
schnitt. 

Deo  Opt:  Max:  trino  et  uni  laus... 
Triumphus  et  Victoria  .  . .  Am  Ende :  Lito- 
mericii,  typis  Domesticis,  D.  Praepositi 
coUegiatae  ecclesiae  S.  Stephani . . .  1G26. 
8.  Sept.  1  vol.  gr.  fol.  47  Bll.  Bl.  5 
der  Titel:  Cantate  Domino  et  Benedicite 
nomini  ejus ...  5  Gesäuge,  Stim.  gegen- 
über, geistlich  und  weltlich.  Siehe  Ge- 
naueres im  Kat.  Zwickau.     [B.  Zw.     C.  P. 

Sixt,  Johann  A[ugust,  nach 
Fetis],  geb.  zu  Geifslingen,  war  im 
18.  Jh.  Organist  in  Strafsburg  i/Els. 
Gerber  2  tadelt  in  seinen  Kompo- 


sitionen die  chromatischen  Gänge 
und  „geschärften  Vorschläge",  im 
Uebrigen  hält  er  ihn  für  einen 
Nachahmer  Mozart's.  Er  führt 
von  ihm  Sonaten  f.  Klav.  V.  u.  B., 
Duette  für  2  Fl.  u.  a.  an.  Bekannt 
sind: 

12  Lieder  beim  Ciavier  zu  singen. 
Augsburg,  Gombart.     [Stadtb.  Augsburg. 

Unter  G.  A.  Sixt:  Sonate,  pour  le 
Clavecin  ou  Pfte.  Offenbach,  Andre. 
[Berlin  E.  H. 

Sixt,  Wilhelm,  bekannt  durch 

Symphoniae  nuptiales  zu  .  .  Ehren  . . 
Johauni  Allbrechten  . .  unnd  . .  Margare- 
thae  .  .  Bruuuers  . .  mit  G  Stim.  Coburgk 
1614  Just.  Hauck.  6  Stbll.  4«.  [br.  Mus : 
Tenor. 

Skal,  Gr. . .  B. . .,  gab  1794  in 
Wien  bei  Artaria  Variazioni  per 
il  Cembalo  heraus. 

Skalde -Stycken  satte  i  Musik. 
Stockholm,  Kgl.  Not  Tryck.  1795. 
4  voll.  80.     [B.  B. 

Skarratt,  ß.  T.,  s.  Cyclopedia. 

Skegg'S,  ...  trat  1751  in  Lond. 
als  Waldhornist  auf  fPohl  2,  373). 

Skeats,  Highmore.  Es  giebt 
zwei  Musiker  dieses  Namens,  Vater 
und  Sohn,  und  ist  daher  eine  Ver- 
wechslung sehr  leicht  möglich, 
wenn  nicht  die  Jahreszahl  den 
älteren  von  dem  jüngeren  unter- 
scheidet. Nach  West  war  der 
Vater  1760  geboren,  Chorknabe 
in  Exeter,  1778—1803  Organist 
zu  Ely,  von  1803  —  31  zu  Canter- 
bury.  Der  Sohn  war  von  1804 
bis  1830  Organist  zu  Ely  als  Nach- 
folger seines  Vaters  und  wurde 
dann  Organist  an  der  Kgl.  Kapelle 
zu  Windsor.  Er  war  1786  ge- 
boren und  st.  den  24.  Febr.  1835, 
Vom  Vater  ist  bekannt: 

A  coUection  of  songs.  London  1784. 
fol.     [br.  Mus.     Glasgow. 

Im  br.  Mus.  in  Einzeldrucken  1  Glee, 
2  Songs  und  das  Anthem  „The  righteons 
Söuls". 

Sicher  ist  er  auch  der  Herausgeber  von 
J.  Stephens  Cathedral  Music  1805. 


Skillern. 


187 


SluTster. 


Skillern,  Isaae,  of  Abingdon, 
bekannt  durch 

Six  Anthems  and  twelve  Psalm  tunes 
for  4  voic.  coniposed  .  . .  London,  Long- 
man  &  Broderip.     fol.     [Sch-sverin  F. 

Skiiiiier,  Benjamin,  bekannt 
durch 

Six  Solos  for  a  German  Flute  Yiolin 
or  Harpsichord,  to  which  are  added  some 
pieces  designed  as  Lessons  for  the  Harps. 
Lond.,  printed  for  Richard  Bride,  qufol. 
18.  Jh.     [br.  Mus. 

Skolioff,  Peter,  ein  russischer 
Opernkoraponist,  der  zu  Neapel 
1788  die  Oper  Rinaido  auf  die 
Bühne  brachte  (Gerber  2). 

Skydänek,  Joseph,  aus  Melnik 
in  Böhmen,  Schüler  von  Seegr, 
wurde  in  Melnik,  dann  in  Laun 
Chorregent  u.  zeichnete  sich  auch 
als  Orgel-  und  Klavierspieler  vor- 
teilhaft aus.  Dlabacz  nennt  nur 
das  Jahr  177.^  in  dem  er  bereits 
als  Komponist  auftrat  und  kennt 
6  Sonaten  und  eine  Serenade. 
Fetis  schreibt  den  Namen  falsch. 
Gerber  2  giebt  ein  zu  frühes  Todes- 
jahr an. 

Slapp,  William,  ein  englischer 
Musiker  um  1800. 

Das  br.  Mus.  besitzt  von  ihm  7  Dnick- 
werke:  Songs,  Balladen  und  Variationen 
für  Ffte. 

Slatkonia  oder  Slakony,  Oeorg, 

nach  Cuspinian  Kapellmeister  am 
kaiserl.  Hofe  und  Bischof  an  der 
Stephanskirche  in  "Wien,  geb.  1456 
zu  Crain,  st.  26.  April  1522  (Ger- 
ber 1,  526). 

Auf  der  Abbildung  von  Albr.  Dürer 
und  Hans  Burgkmair:  Triumphzug  Kaiser 
Maximilian  I.  wird  er  Jörg  Slakany 
(Bischof  Slatkonia)  genannt.  Im  Besitze 
des  Herrn  Ad.  Holzhausen  in  "Wien  1891, 
Ausstellungs-Kat.  S.  3.  Siehe  auch  M.  f. 
M.  29  Beilage,  Waldner's  Nachrichten 
S.  43,  Anmkg.  46,  13  vom  Jahre  1509. 

Slatter,    Georg    Maximilian, 

gab  heraus: 

6  Chansons  et  Trio  av.  Ffte.  Lond., 
Lavenu.    [Brüssel  Cons. 


Slatyer,  William,  in  folgendem 
Drucke  nur  mit  TF.  S.  gez.,  be- 
titelt: 

The  Fsalmes  of  David  in  4  languages 
[i.  e.  Greek,  Hebrew,  English  and  Latin] 
and  in  4  parts.  Set  to  ye  Tunes  of  our 
Church  by  W.  S.  London  1643  printed 
by  Tho.  Harper,  for  George  Tho.  Mason 
&  Octauian  Füllen.  12».  Enthält  Kom- 
positionen von  R.  Allison,  J.  Bennet,  E. 
Blancks,  T.  Carapion,  W.  Cobbold,  AVm. 
Cranford,  J.  Dowlaud,  D.  Kirbye,  J.  Mu- 
ten, T.  Ravenscroft  u.  S.  Stubbs.    [br.  Mus. 

Slaiiter  (Slater),  Edmund,  Bas- 
sist aus  Windsor,  kam  13/10  1669 
auf  Wartezeit  an  die  Kgl.  Kapelle 
in  London  und  schwor  kurze  Zeit 
darauf,  f  10/9  1670  (Rimbault). 

Sl^, . . . 

bekannt  durch  Sonate  a  V.  e  B.  Dedic. 
dem  Herzoge  von  Modena  Ms.  F.  [Mo- 
dena. 

81eclitenliort(Slichtenhorst,Sleg- 
tenhorst),  lebte  zu  Utrecht  1668 
als  Glockenist,  wird  dann  1677 
als  Bassuscontinuus-Spieler  im  Col- 
legium  musicum  verzeichnet  und 
erhält  1678  einen  Organistenposten 
zu  Leyden;  f  1688  (Bouwst.  2, 
168.  171). 

Slegclius,  Valentin,  aus  Wal- 
hausen, Kr.  Heiligenstadt,  ist  be- 
kannt durch: 

Duodecim  cantilenae  ex  sacrosancta 
Scriptura  desumptae  ac  musices  numeris, 
quam  jucundissime,  per  . . .  verbi  divini 
Miuistrum  redditae.  Mulhusii  1578  G. 
Hautzsch.  Die  Dedic.  ist  mit  Forwoldae 
4.  Nonas  Septemb.  1578  Valent.  Slege- 
lius  Walhusanus  unterz.  Näheres  über 
den  Druck  ist  mir  unbekannt.     [B.  M. 

Slegtenliorst,  s.  Sleclitenliort. 
Siellein,  Melchior. 

Die  Liebfrauenkirche  in  Würzburg  be- 
safs  1694  noch  21  Fsalmen  von  ihm. 

Slöpke,  Mauritius,  17.  Jh. 

Die  B.  üpsala  besitzt  im  Ms:  Ich 
preise  dich  a  3  voci  e  4  ström,  c.  Bc. 
fol.  —  Nun  kom  der  Heyden  Heyland  a 
5  voci  e  Bc. 

Slufsler,  Kaspar,  Ende  des 
15.  Jhs.  Kantor  an  St.  Stephan  in 
Wien  (Pohl  3,  33). 


Smalle. 


188 


Smegergill. 


Smalle,  Aegiduis,  18.  Jh. 

Six  Senates  a  2  fl.  trav.  ou  2  V.  par 
...  oe.  2.  Paris,  Le  Clerc.  Boivin. 
[Karlsruhe  Nr.  56,  IT. 

Smart,  Oeorge,  lebte  an  der 
"Wende  des  18.  Jhs.  und  ist  be- 
kannt durch 

The  Vocal  Pocket  Companion,  being  a 
collection  of . . .  Catches,  Glees  &  Duetts 
for  2  and  3  voices.  London,  c.  1800. 
[br.  Mus. 

Smart,    Sir   Greorge   Thomas, 

Sohn  des  Musikhändlers,  geb.  10.  Mai 
1776  zu  London,  gest.  23.  Febr. 
1867  ebd.  Sängerknabe  a/d.  Kgl. 
Kapelle  St.  James,  studierte  Musik 
unter  Dr.  Ayrton,  dann  bei  Dr. 
Arnold;  bei  Dr.  Dupuis  im  Orgel- 
spiel, der  ihn  zu  seinem  Substitut 
ernannte  u.  bei  Gramer  in  Klavier- 
spiel. 1791  wurde  er  Organist  an 
der  St.  James-Kapelle,  Harapstead 
Road  und  trat  als  Violinist  ins 
Orchester  der  Salomon- Konzerte. 
1811  dirigierte  er  in  Dublin  eine 
Anzahl  Konzerte  und  dort  erhielt 
er  durch  Verwendung  des  Herzogs 
von  Richraond  die  Ritterwürde. 
Schon  im  Jahre  1794  trat  er  als 
Klaviervirtuose  auf.  Am  1.  April 
1822  erhielt  er  che  Organistenstelle 
a/d.  Kgl.  Kapelle.  K.  Maria  von 
Weber  wohnte  bei  ihm  und  starb 
auch  in  seiner  Wohnung.  1823 
bis  1840  leitete  er  die  Musikfeste 
in  Liverpool,  Norwich,  Bath  u.  a. 
Städten.  Grove  schreibt:  Er  war 
lange  Zeit  durch  die  Erlebnisse 
seines  Vaters  die  lebendige  Ver- 
mittelung  zwischen  der  Tradition 
von  Händel's  Musikaufführimgen 
mit  denen  der  Gegenwart  u.  übte 
dadurch  einen  grofsen  Einfluss  auf 
Sänger  und  Orchester  aus  (Grove. 
Pohl  2,  266.  368).  Er  schrieb 
zahlreiche  geistliche  und  weltliche 
Gesänge.     Nachweisbar  sind: 

Music  for  the  Service  at  the  Chapel 
loyal,  Whitehall,  on  Maundy  Thursday. .. 
s.  1.  fol.     [br.  Mus. 


A  collection  of  sacred  music.  London 
1863.     vol.  1.     [br.  Mus. 

A  collection  of  Glees  and  Canons.  P. 
Lond.     fol.     [R.  C.  of  Mus. 

An  Einzeldrucken  im  br.  Mus:  1  An- 
them,  1  Hymne,  2  Songs,  1  Canzonette, 
5  Glees,  1  Tanz  und  Klavierstücke. 

Zu  J.  Calkin's  Catalogue  of  the  library 
belonging  to  the  Philharmonie  Society 
schrieb  er  Noten  und  Zusätze  (1823).  8". 
[br.  Mus. 

AuTserdem  verz.  der  Kat.  des  br.  Mus. 
unter  TJiomas  Stnart  mit  der  Notiz:  um 
1780:  Songs,  ]  Glee,  1  Trio,  6  Variations- 
werke f.  Pfte.  in  Londoner  Einzeldiiicken. 
Damit  ist  ein  älterer  Smart  gemeint. 

Smart,  Henry,  Bruder  des  Sir 
George  Thomas,  geb.  um  1778  in 
London,  gest.  23.  Nov.  1823  zu 
Dublin.  Schüler  von  Wilh.  Gramer 
als  Violinist,  wurde  Orchester- 
dirigent der  Philii armenischen  Ge- 
sellschaft, des  englischen  Opern- 
hauses und  anderer  Theater.  1820 
errichtete  er  eine  Pianoforte-Fabrik. 
Um  das  Aufti'eten  einer  Schülerin 
in  Dublin  zu  unterstützen  reiste 
er  mit  ihr  nach  Dublin,  erlag  aber 
dort  dem  Typhus.  Alle  Kompo- 
sitionen unter  obigem  Namen  ge- 
hören seinem  Sohne  an,  der  1813 
geb.  ist. 

Im  br.  Mus.  unter  Smart,  ohne  Vor- 
namen, befinden  sich  1  Song  c.  1765  im 
Einzeldruck,  London  bei  R.  Falkener.  fol. 

Countiy  Dances  von  1795  u.  1798, 
Balladen  u.  a. 

Smeaton,  Mark,  Musiker  der 
Königin  Anna  Boleyn  und  Diener 
in  ihren  Zimmern,  wurde  den 
12.  Mai  1536  hingerichtet  (Bur- 
n.QY  5,  575). 

Smedecke,  Andreas,  Meister; 
zwischen  1500  und  1521  Organist 
am  Dome  in  Hamburg  (Ratsakten). 

Smeducci,  siehe  Bartolommei, 
Girolamo. 

Smeekirs,  3Iiclia. 

Li  der  B.  Leiden  im  Ms..  6  Chor- 
büther,  E  68  ein  luviolata  iutegra  4  voc. 

Smegergill  alias  Caesar,  Wil- 
liam, ein  Engländer  des  17.  Jhs., 
der 


Smert. 


189 


Smith,  Am  and  Wilhelm. 


in  Hilton's  Catch  that  catch  can  1652, 
auch  in  Ausg.  1667,  2.  Teil  von  Playford 
und  in  1720  und  1726,  10.  Aufl.  von 
Johnson  vertreten  ist.  Vielleicht  sind 
auch  einige  Catches  von  ihm  die  unter 
Dr.  Julius  Caesar  verz.  sind  (s.  d.). 

Smert,  Richard,  ein  englischer 
Musiker,  Lebenszeit  unbestimmt. 

Im  Ms.  204,  einem  Samlwk.  von  Hym- 
nen und  Gesängen  aus  dem  15.  und  16. 
Jh.,  ist  obiger  Autor  bei  11  Gesgen  gez. 
[br.  Mus. 

Smet,  Tan,  mit  der  Bezeichnung 
„Procureur",  so  zu  lesen  in  einem 
Kataloge  von  1734  der  Bibliothek 
in  der  Kirche  St.  Walburge  in 
Audenarde,  wo  er  mehrfach  als 
Komponist  verz.  ist.  Noch  klarer 
tritt  Name  und  Amt  in  einer  Liste 
von  1752  hervor,  wo  es  heifst 
,,een  werk  van  Smet,  procureur'' 
(Straeten  1,  226,  auch  216—224). 

Ein  de  Smet  ist  in  einer  Sub- 
scriptionsliste  von  1749  als  Orga- 
nist in  Tirlemont  verz. 

Smet,  Artus,  um  1610  Orga- 
nist an  der  Kgl.  Kapelle  in  Brüs- 
sel (Straeten  5,  155). 

Smet,  Fraiicois- Joseph  de, 
aus  Brüssel,  ist  als  Musicus  am 
23/10  1722  in  der  Universit.  zu 
Leydeneingeschriebeu(Bouwst.3,5). 

Smetaiia,  . . . 

gab  im  Jahre  1786  zu  Amsterdani  sein 
opus  1  heraus:  2  Quatuors  pour  Clavecin 
av.  2  V.  et  Vcl.  (Gerber  1).  Im  Ger- 
ber 2  wird  ein  Concert  p.  le  Clav.  oe.  2. 
Amsterd.,  chez  Schmitt  1793  angezeig-t. 

Smethergell,  William  (Fetis 
fälschlich  J.  . .),  ein  Musiker  der 
2teu  Hälfte  des  18.  Jhs.,  war  Or- 
ganist an  St.  Margaret  on  the  Hill, 
Southwark  &  AUhallows,  Barking 
in  London  (Grove),  von  dem  man 
kennt: 

6  Overtm-es  in  8  parts.  London. 
[B.  Lpz. 

6  Overtui'es  in  8  pts.  2.  sett,  op.  5. 
London,     fol.     [br.  Mus. 

6  Concertos  for  the  harjDsichord,  with 
2  V.  and  Vcl.  London  c.  1785.  fol. 
[br.  Mus. 


Eules  for  Thorough  Bass  . . .   annexed 

3  Sonatas  for  the  harps.  with  V.  op.  7. 
London,     fol.     [br.  Mus. 

6  Duettos  for  2  Yiolins,  op.  12.  Lon- 
don, fol.     [ib. 

6  lessons  for  the  harps.  op.  1.  Lon- 
don,    qufol.     [ib. 

6  easy  lessons  for  a  Y.  with  a  figured 
Bass  for  a  harpsich.     Lond.     fol.     [ib. 

Im  br.  Mus.  im  Einzeldruck  1  Song. 

Die  theoretische  Abhandlung:  A  trea- 
tise  on  thorough  Bass,  Lond.  1794  habe 
ich  auf  keiner  mir  bekannten  Bibl.  ge- 
funden. 

Mr.  "William  Smegergill,  alias  Caesar 
lebte  im  17.  Jh.  u.  darf  jnit  obigem  nicht 
verwechselt  werden. 

Smezer,  Georg. 

Das  Musikkollegium  in  Groningen  be- 
sals  einst: 

,,Motettae  sive  cant.  sacrae  2—9  voc. 
Aug.  Vindel.  1671.    8  Stb." 

„Sacri  concentus  tam  vocib.  quam  instr. 
op.  alterum.    Aug.  Yiud.  1G89.    19  Stb.'^ 

Smidh,  Loiiis  Edmoml,  be- 
kannt durch  ein 

Quatuor  pour  2  Y.  A.  et  Ycl.  Oe.  1. 
(Dm.)    Yienne,  Thade  Weigl  (Nr.  1154). 

4  Stb.     fol.     [B.  B. 

Ein  zweites  op.  7  ebd.     [B.  ß. 

Smidts,  Jacob,  siehe  Le  Feyre, 
Jacques,  im  17.  Jh.  Der  Faber 
Stapulensis,  der  auch  Jacques  Le 
Febrre  genannt  wird,  siehe  Bd.  5 
im  Nachtrage  unter  Faber. 

Smitli,  ...  trat  1784  in  Lon- 
don als  Violoncellist  auf  (Pohl  2, 
371). 

Smith,  Adam; 

im  br.  Mus.  2  Songs  im  Einzeldruck 
bei  Longman  u.  Lukey   (nur  L.  L.  gez.). 

Smith,  Alexander,  lebte  in  der 
2ten  Hälfte  des  18.  Jh.  und  gab 
herans : 

The  musical  Miscellany;  a  select  col- 
lection  of .  ,  .  Scots,  English  and  Irish 
Song.  Perth  1786  J.  Brown.  8°.  [br. 
Mus. 

Smith,  Amaiid  Wilhelm,  ein 

Arzt  zu  Berlin  gegen  1780,  lebte 
später  in  "Wien,  dann  in  Ungarn 
und  gab  heraus: 

.  . .  Philosophische  Fragmente  über  die 
praktische  Musik.  ~\Yien  1787  Taub- 
stummen-Institus-Buchdrackerei.    8°,  164 


Smith.  B  . . . 


190 


Smith,  John  Christopher  I. 


Seit.,  sine  nomine.    [B.  B.    B.  Lpz.    Brüs- 
sel.    Musikfr.  Wien. 

Smith,  B. . .,  gab  mit  Peter 
Prellew  heraus: 

The  Harmouious  Companion,  or  the 
Psalm  Singer's  Magazine;  being  a  diffe- 
rent  tune  to  each  Psalm  in  four  parts. 
Collected  from  Mr.  Thomas  Ravcnscroft, 
and  others.  With  several  Tunes  never 
before  puUish'd.  Also  several  Hymns 
and  Anthems.  London  1732.  8°.  Part. 
[R.  C.  of  Mus. 

Smith,  Bernhard,  eigentlich 
Schmidt^  war  nach  London  nm 
1680  gekommen  und  bekleidete 
bis  zum  Jahre  1708  den  Orga- 
nistenposten an  St.  Margaret  in 
Westminster  zu  London.  Man 
nannte  ihn  kurzweg  Father  SmWi. 
Besonders  war  er  als  Orgelbauer 
berühmt  (Hawkins  5,  101.  Bur- 
ney  6,  436/37.  Gerber  2  aus 
Hawkins). 

Smith,  Charles,  diente  um  1710 
in  der  Kgl.  Kapelle  in  London  als 
Sänger  u.  ging  1726  ab  (Viertel].  5, 
515/16). 

Smith,  Clement,  lebte  am 
Ende  des  18.  Jhs.  u.  schrieb  aller- 
lei kleinere  Kompositionen  für  den 
Tagesgebranch. 

Das  br.  Mus.  besitzt  7  Drucke  von 
ihm,  eine  Sonata  cappriciosa,  Songs, 
Variat.  u.  a.  in  Londoner  Ausgaben.  Ln 
Kat.  von  Cambridge  FW.  wird  er  Mus. 
Dr.  genannt  und   befinden  sich  daselbst 

2  Gesge.  von  ihm:  London  by  Lavenu. 

Smith,     Edward     Woodley, 

geb.  23.  Mai  1775,  gest.  17.  Juni 
1849.  Anfänglich  Chorsänger  an 
St.  Paul,  sp.  Laienvikar  an  der  St. 
George  Kapelle  zu  Windsor  von 
1795  bis  zu  seinem  Tode.     Seine 

3  Söhne:  George  Toivnsliend,  Mon- 
tem  und  Samuel  zeichneten  sich 
im  19.  Jh.  als  Musiker  aus  (Grove). 

Im  br.  Mus.  befindet  sich  unter  E.  W. 
Smith,  Ms.  419  in  P.  eine  Oper:  „Dido 
and  Eneas",  fraglich  ob  von  obigem. 

Smith,  Henry,  wurde  Anfang 
1666   als   Gentleman  an   der   Kgl. 


Kapelle  in  London  angestellt  und 
starb  am  23.  Mai  1688  (Rimbault). 
In  Hilton's  Catch  that   catch  can  von 
1658,  2.  Ausg.,  ein  Gesang. 

Smith,  Isaac,  lebte  um  1770 
und  ist  bekannt  durch: 

A  collection  of  Psalm  tunes  in  3  pts.  .  . 
London ,  sold  by  Mrs.  Davenhill  &  Mr. 
Buckland.  quS».  Enth.  18  Tunes,  2  An- 
thems und  1  Sanctus  von  Orl.  Oibbons. 
Dem  Exemplare  sind  hds.  angehängt 
Psalmen  von  C  Burney,  M.  P.  King, 
J.  Lucas^  J.  Stanley^  Wainivright  und 
Winter.  Das  br.  Mus.  besitzt  noch  die 
5.  Ausg.  mit  Additions  by  S.  Major.  Lon- 
don, S.  Major,     ({w^^.     [br.  Mus. 

In.  Charles  Sraith's  Ancient  Psalmody 
1843  einige  Gesge.  in  P.  mit  Orgel.  In 
S.  Major's  Sacred  Melody  befinden  sich 
Kompositionen  von  I.  S. 

Smith,  John,  ein  Komponist 
des  17.  Jhs.,  der  in 

Hilton's  Catch  that  catch  can  1652  und 
Ausg.  1G67  von  Playford,  sowie  in  A.  B. 
Synopsis  KJSO  mit  Gesängen  vertreten  ist. 

Im  br.  Mus.  ein  John  Smith.,  Opern- 
komponist im  Anfange  des  18.  Jh.,  ist 
dort  vertreten  mit  der  Oper:  Musick  in 
the  opera  call'd  Tho  Kingdom  of  the 
Birds.  s.  1.  1705.  An  Stb.  vorhanden: 
1.  2.  Treble,  Ten.  Bass. 

Ein  dritter  John  Smith  aus  der  2.  Hälfte 
des  18.  Jhs.  mit  der  Bezeichnung  „of 
Market  Lavington"  ist  ebd.  vertreten  mit; 
A  Set  of  Services,  Anthems  &  Psalm 
Tunes  .  .  all  intirely  new  (Book  the  Second, 
cont.  12  Anth.  u.  12  Psalm).  London  c. 
1760  Selbstverlag-,  fol.  —  A3.  Set  of  Ser- 
vices, Anthems  and  Psalm  Tunes . . .  Lond., 
printed  for  John  Johnson,     fol. 

Smith,  John  Christopher  I., 

hiefs  eigentlich  Joh.  Christoph 
Schmidt  und  war  in  Ansbach  geb., 
begleitete  Händel  aus  Zuneigung 
1716  nach  London  u.  wurde  bald 
dessen  Factotum.  Auch  auf  der 
letzten  Reise  nach  Italien  beglei- 
tete er  Händel.  Wenige  Jahre 
vor  H.'s  Tode  entzweiten  sie  sich, 
trotzdem  vermachte  ihm  H.  testa- 
mentarisch 2400  £.  Sein  Sohn 
ist  der  bekannte  John  Christopher  IL 
Smith,  der  das  Buch  über  H. 
schrieb:  Anecdotes  of . . .  (Pohl  1, 
178). 


Smith,  Johann  Christ ophei  U.  191  Smith,  Johann  Christopher  II. 


Smith,  Johann  Christoi)hei'II., 

hiefs     eigentlich     Schmidt.      Sein 
Vater  war  das  Factotum  Hiindel's. 
Ob  er  noch  in  Ansbach  oder  Lon- 
don geboren,  ist  nicht  sicher  an- 
zugeben.     Wenn    der   Vater   erst 
1716  nach  England  ging  und  der 
Sohn,  wie  die  Lexika  angeben,  1712 
geb.,    dann    ist    er    allerdings    in 
Deutschland  geboren,   doch  fehlen 
die  Beweise,  gest.  3.  Okt.  1795  zu 
Bath.     In  London  wurde  er  Hän- 
deFs  Schüler,   dann  Pepusch'   und 
Roseingrave's.    1732  (1731)  schrieb 
er  die  Oper  Teraminta,  1733  Ulysses, 
1738  das  Oratorium  David's  lamen- 
tation    over    Saul    and    Jonathan. 
1745   bereiste    er    den   Coutinent. 
1750  Organist  am  Findlings -Hos- 
pital.    Als  Händel  erblindete  dik- 
tierte er  demselben  seine  Kompo- 
sitionen.      1752     war    Smith     in 
Fi'ankreich.      Händel,    der    immer 
leidender  wurde,  liefs  ihn  auffor- 
dern statt  seiner  die  Oratorien  in 
London  zu  dirigieren.  1754  brachte 
er  wieder  mehrere  Opern  auf  die 
Bühne.      1774    zog    er   sich  nach 
Bath   zurück.     Händel   hatte  ihm 
testamentarisch   alle   seine   Werke 
im    Ms.    vermacht,     sein    Klavier, 
sein    von   Denner    1736    gemaltes 
Porträt  und  seine  Büste  von  ßou- 
billiac.     Smith  befand  sich  bis  zum 
Tode    der   Prinzessin    von  Wales, 
Wittwe,    Mutter    Georg    IIL,    im 
Dienste  derselben,  von  der  er  eine 
Pension  von  200  ^  erhielt.    Nach 
deren   Tode    liefs    der  König    aus 
seiner  Privatschatulle  die  Pension 
fortbezahlen.  Aus  Dankbarkeit  ver- 
ehrte er  dem  Könige  alle  Häudel'- 
schen  Partitur-Autographe,  dessen 
Klavier  und  Büste  und  behielt  nur 
das  Ölbild,   was  sich  dann  in  der 
Sacr.  härm.  Society  und  jetzt  im 
Royal  College  of  Music  in  London 
befindet.    Die  Partituren  befinden 


sich  heute  im  Buckingham  Palast 
und  bilden  eine  Samlg.  von  87 
Bänden.  S.  kopierte  vieles  von 
Händel  und  befinden  sich  die 
Kopien  heute  in  der  Stadtb.  Ham- 
burgs. Von  1753  ab  dirigierte 
er  die  Oratorien  -  Aufführungen 
(Grove.  Pohl  1,  178).  Von  seinen 
Werken  sind  nachweisbar: 

Anecdotes  of  G.  Fr.  Handel  and  John 
Chr.  Smith.  With  select  pieces  of  inusic 
composed  by  J.  C.  Smith.  Never  before 
pubUshed.  London  1799  Bulmer  &  Co. 
8».  64  S.  Text,  34  S.  Musili  mit  den 
Porträts  von  Händel  und  Smith.  [B.  B. 
auch  im  Ms.  Mus.  theoret.  51.  B.  Wage- 
ner. R.  C.  of  Mus.  Biüssel.  br.  Mus. 
Cambridge  FW.     Glasgow. 

Von  den  Oratorien  kenne  ich: 

Paradise  Lost,  an  oratorio  (the  overture 
and  songs).  London  1758.  P.  fol.  [br. 
Mus.    ß.  C.  of  Mus.     Glasgow  im  Ms. 

Rebecca,  an  oratorio  (the  overture  & 
songs).  London  (1761).  P.  [R.  C.  ofMus. 
Glasgow  im  Ms. 

Burney  führt  noch  7,  666  an: 

Davids  Lamentation  over  Saul  and 
Jonathan  1740.     Nabal,  1764. 

Von  seinen  englischen  Opem  sind 
nachweisbar: 

The  Enchanter,  a  musical  entertainnient 
(written  by  David  Garrick)  London  (1760) 
P.  fol.  [br.Mus.  R.  C.ofMus.  Glas- 
gow. 

The  fairies,  au  opera.  London  (1755). 
P.     fol.     [ib.  und  Musikfr.  Wien. 

The  Tempest,  an  opera.  London  1756. 
P.     fol.     [br.Mus.     R.  C.ofMus. 

Teraminta,  an  opera,  by  Heniy  Carey. 
Ms.  P.    40  (um  1732).     [R.  C.  of  Mus. 

In  Thalia.  A  collection  of  songs,  comp, 
by  Dr.  Boyce  . . .  1767.  fol.  Einige  Songs 
von  S.     [br.  Mus.     R.  C.  of.  Mus.  982. 

Suites  de  pieces  pour  le  clavecin,  comp, 
par  J.  C.  Smith.  Premier  vol.  London, 
by  the  author.  qu40.  59  S.  im  Stich. 
Dedic.  Lady  Walpole. 

—  Second.  vol.  qu40.  82  S.  Lond., 
Walsh.  [C.  P.  B.  Wagener.  br.  Mus. 
B.B:    2.  vol. 

6  Suites  of  lessons  for  the  harpsichord, 
op.  3.  Lond.,  Walsh.  qufol.  41  S.  [br. 
Mus.     B.  Wagener.     Cambridge  FW. 

—  A  collection  of  Lessons  (6)  for  the 
harps.  Op.  3.  Composed  by  Mr.  Smith, 
author  of  the  opera  call'd  „The  Fairies". 
Lond.,  Walsh.     [Cambridge  FW. 


Smith,  John  Spencer. 


192 


Smith,  John  Stafford. 


Select  pieces  of  music  . . .  never  before 
published.     Lond.     fol.     [br.  Mus. 

12  Sonata«  for  the  Harps.  op.  5.  Lond., 
Walsh.     fol.     75  S.     [B.  Wagener. 

9  Suites  de  pieces  de  Clav,  in  Farrenc's 
Tresor,  Bd.  11.     [B.  M.  etc. 

Der  Antiquar  Eeeves  besaTs  noch  op.  4: 
Six  lessons  for  the  Harps.  Lond.,  Walsh. 
qufol. 

In  Karl  Fr.  Äbel's  6  fav.  Overtures 
1760  mit  2  Ouvert.  vertreten. 

Otto  Kade  schreibt  ihm  eine  Anzahl 
"Werke  in  der  Bibl.  der  Schweriner  F.  zu, 
die  nur  mit  John  Smith  gez.  sind,  der 
bekanntlich  weit  später  als  der  obige  lebte. 

Smith,  John  Spencer,  geb. 
11.  Sept.  1769  in  London,  gest. 
5.  Juni  1845  zu  Caen  (Xormandie). 
Dr.  der  Eechte  a/d.  Universität  zu 
Oxford,  ging  später  nach  Frank- 
reich u.  liefs  sich  in  Caen  nieder. 

In  den  Schriften  der  dortigen  Aka- 
demie befindet  sich  im  Bande  1825 — 1828 
eine  Abhandlung,  die  er  am  10.  Nov.  1826 
daselbst  las,  betitelt:  Memoire  siu'  la  cul- 
ture  de  la  musique  dans  la  ville  de  Caen 
et  dans  rancienneBasse-Normandie  (Fetis). 
Die  B.  B.  besitzt  obige  Schilft  in  einer 
Separatausgabe  von  1827. 

Smith,  John  StaflPord,  Sohn 
des  Martin,  eines  Organisten  a/d. 
Kathedrale  in  Gloucester  von  1743 
bis  1782,  geb.  um  1750  zu  Glou- 
cester, gest.  20.  (21.)  Sept.  1836  in 
London.  Schüler  seines  Yaters  u. 
James  ^"ares  als  Chorsänger  a./d. 
Kgl.  Kapelle  in  London.  1784 
wurde  er  Gentleman  an  der  Kgl. 
Kapelle,  1794  Laien- Yicar  an  der 
"\Yestminster-Abtei,  1802  Organist 
a/d.  Kgl.  Kapelle  und  1805—1817 
Direktor  und  Lehrer  der  Chor- 
knaben a/d.  Kgl.  Kapelle.  Gewann  ' 
mehrfach  Preise  auf  Glees.  Für 
Hawkins  besorgte  er  die  Partituren 
alter  Gesänge  für  dessen  Geschichte 
der  Musik  (Stephens.  Brown).  S. 
besafs  eine  bedeutende  Bibliothek, 
die  nach  seinem  Tode  versteigert 
wurde.  Von  seinen  Werken  sind 
nachweisbar: 

An  Introduction   to  the  art  of  compo- 


sing  Music.  Im  Autograph.  q}i4P.  [R. 
C.  of  Mus. 

A  musical  common-place  book,  contai- 
ning  a  few  compositions  and  many  memo- 
randa  in  bis  handwritiug,  together  with 
several  on  detached  slips  of  paper,  amongst 
the  latter  is  a  rough  draft  of  the  notes 
on  the  compositions  in  his  published 
work,  ..Musica  Antiqua".  Ms.  kl.  fol. 
[R.  C.  of.'  Mus. 

Anthems,  composed  for  the  Choir  Ser- 
vice of  the  Church  of  England.  London 
1793.  P.  mit  Notizen  vom  Komponisten. 
[R.  C.  of  Mus.    br.  Mus.     Glasgow. 

2  Anthems  in  Londoner  Einzeldmcken. 
[br.  Mus. 

Ode  on  the  first  of  Apiil,  commencing, 
„While  rumour  from  his  brazen  lungs" 
. .  .  Ms.  Stb.,  die  Gesangstim.  fehlen. 
[R.  C.  of  Mus. 

A  coilection  of  Glees,  for  3,  4,  5  & 
6  V.  Lond.  qufol.  [br.  Mus.  Glasgow. 
R.  C.  of  Mus. 

A  select  coUection  of  Catches,  Canons 
&  Glees ...  for  3  &  4  v.  Lond.  qufol, 
[br.  Mus.     R.  C.  of  Mus. 

A  MisceUaneous  coUection  of  new 
Songs,  Catches  &  Glees.  Lond.  (1780) 
qufol.    [br.  Mus.     R.  C.  of  Mus. 

A  5.  book  of  Canzonets,  Catches,  Ca- 
nons &  Glees  sprightly  &  plaintive.  Lond. 
qufol.     [br.  Mus.     R.  C.  of  Mus. 

12  Chants  . . .  Lond.,  Preston.  qn4P. 
[br.  Mus. 

A  coUection  of  songs  of  various  kinds  and 
for  different  voices.  Lond.  qufol.  [R. 
C.  of  Mus. 

Series  of  progr.  studies,  Bd.  11,  1882. 
80.     [br.  Mus.]. 

Im  br.  Mus  im  Einzeldruck:  5  mehrst. 
Glees,  6  Songs  und  1  BaUad. 

In  Samlwk.  1  Round  in  Hullah's 
Singer  iibrary  Xr.  65.  1859.  —  In  Wm. 
Horsley's  Vocal  Harmony  5  Gesge.  —  3 
Glees  in  Bishop's  Collect,  of  Glees.  —  1 
Praelud.  u.  Fuge  im  Pittman.  —  Catches 
und  Glees  in  Amüsement  1791.  —  In 
Longman's  CoUection  of  Catches  8  Catches 
u.  Glees  zu  3  u.  4  Stim.  —  Im  Catch 
Club  3  (Sibbald  in  Edinbg.)  2  Catches. 

6  Gesge.  in  neuen  Ausg.  (Eitner  2). 

Samlwke.   von  älteren  Kompcsitionen : 

A  coUection  of  English  songs  in  score, 
for  3  and  4  voic,  compos.  about  the  year 
1500,  taken  from  Mss.  of  the  same  age. 
Revised  and  digested  . . .  London  (1779). 
fol.  (Die  Samlg.  ist  aus  dem  Fairfax-Ms. 
spartiert  mit  Ausnahme  des  Agincourt- 
liedes.  [B.  B.  br.  Mus.  Glasgow.  R.  C. 
of  Mus.,  nebst  dem  Ms.     Cambridge  FW. 


Smith,  John  Stafford. 


193 


Smith,  Eobert  Archibald. 


Musica  antif[ua.  Selection  of  music 
of  this  and  other  Countries,  froin  the 
Commencement  of  the  12.  to  the  begin- 
ning  of  the  18.  Century;  Comprising 
some  of  the  earliest  &  most  curious  Mo- 
tetts,  Madiigals,  Hymns,  Anthems,  Songs, 
Lessons  &  Dances  tunes  some  of  them 
now  first  puhlished  from  Ms.  and  printed 
.  . .  Selected  and  Arranged  by  . .  .  London 
(1812)  printed  &  sold  bv  Preston.  2  voll. 
gr.  fol.  9  Yorbll.  2i2  S.  Musik,  [br. 
Mus.     E.  C.  of  Mus.     Eoyal  Academy. 

Enth.  bis  S.  13  anonyme  Gesge.  und 
Tänze  aus  den  frühesten  Jh.,  dann  folgen 
Troubadour -Gesge.  des  13.  Jhs.,  darauf 
geistl.  Gesge.  des  15.  Jhs.  zu  2  u.  3  St., 
genannt  ist  Joh?i  Cole,  dann  Gesge.  des 
16.  Jhs.  von  Heath,  S.  38—43  "allerlei 
Tänze  bis  ins  17.  Jh.,  dann  Gesge.  und 
Instrumentalp.  von  Byrd,  Obrecht^  Fran- 
cJiitms,  Jolinson^  Fr.Pilkingfon,  Coprario^ 
Math.  Locke,  Talus,  Od.  Gibbons,  Dr. 
BitU.  Hiighe  Aston.,  Josquin  Desprcs, 
Wülaert,  Okec/hem.,  Jac.  Wert,  Clemens 
n.  p.,  Clir.  Murales,  Jeh.  de  Latre,  Richa- 
fort,  P.  Certon,  Zarlino,  Or.  Vecchi, 
Jhan  Gero,  Dr.  W.  Child,  Bob.  Jones, 
Tib.  Massaino,  John  Douiand,  George 
j\[aso7i  and  John  Earsden.,  Sim.  Iccs, 
J.  Jenkins,  Pelh.  Humplireij .,  Dr.  Stag- 
gins,  Benj.  Rogers,  Math.  Locke,  Handel, 
Bloiv,  Dan.  Pnrcell,  Henry  Pureell,  Rob. 
Jones,  Weelkes,  W.  Laices  und  Gemi- 
niani.  129  Nrn.  NB.  Obige  unsinnige 
Aufeinanderfolge  der  Autoren  stellt  die 
Ordnung  in  der  Saralg.  dar. 

Smith,  Robert,  geb.  um  1689 
zu  Cambridge,  gest.  um  1768.  Ein 
Physiker  und  Astronom,  zeichnete 
sich  mit  „D.  D.,  F.  K.  S.  and  Master 
of  Trinity  College  in  the  Univer- 
sity  of  Cambridge"  und  gab  her- 
aus: 

Haimonics,  or  the  phüosophy  of  musi- 
cal  Sounds,  by  . . .  Cambridice  1749  J. 
Bentham  for  W.  Thurlbourn  &  T.  Merrill. 
8».  292  S.  [B.B.  Brü.ssel.  br.  Mus. 
Glasgow.     E.  C.  of  Mus.     Musikfr.  Wien. 

—  The  second  edition,  much  improved 
and  augraented.  London  1759  T.  and 
T.  MerriU.  8«.  280  S.  28  Taf.  [B.  B. 
Brüssel.     Glasgow. 

A  PostScript  to  Dr.  Smith's  upon  the 
changeable  harpsichord,  a  perfect  Instru- 
ment. London  1762.  8".  [Glasgow,  br. 
Mus.     B.  B. 

Eine  deutsche  Uebersetzung  der  Har- 
monik oder  die  Philosophie  harmonischer 

Rob.  Eitner's  Quellen-Lexikon.    Bd.  9. 


Klänge.  Nach  der  Ausgabe  von  1769 
(sie?)  ins  Deutsche  übersetzt  von  Fr.  W. 
Riedt.  Berlin  1771.  337  u.  11  S.  Ms. 
theor.  4».  118.     [B.  B. 

Er  gab  auch  1722  Eoger  Cotesius'  Har- 
monia  heraus.  Selbst  als  Komponist  hat 
mau  Proben:  Im  Ms.  118  der  B.  Cam- 
bridge FW.  Nr.  63:  From  friends  all  in- 
spired  und  Songs  und  Duets  in  Henry 
Playford's  Harmonia  sacra  und  in  dessen 
The  Pleasant  Companion,  s.  Hilton's  Cat- 
ches, 1.  T.  1686. 

Smith,  Rohort  Arcliihald,  geb. 
16.  Nov.  1780  zu  Reading,  Berks, 
gest.  3.  Jan.  1829  zu  Edinburgh,  be- 
erdigt in  St.  Cuthbert's  churchyard. 
Sein  Tat  er,  ein  Seiden  wirker,  be- 
stimmte ihn  zu  seinem  Nachfolger. 
Er  wurde  Lehrling  und  kam  dann 
1800  nach  Paisley,  wo  er  Gelegen- 
heit fand  seine  musikalischen  An- 
lagen auszubiklen.  1802  verheira- 
tete er  sich  mit  Mary  MacNicol, 
wurde  Musiklohrer  und  1807  Di- 
rektor an  der  Abteikirche  zu  Pais- 
ley, 1823  Musikdirektor  an  St. 
George's  zu  Edinburgh.  Er  hat 
sich  dort  besonders  verdient  ge- 
macht um  den  Kirchengesang  und 
zum  behufe  dessen  zahlreiche  Werke 
herausgegeben  (Brown,  der  auch 
seine  Druckwerke  verz.,  spendet 
ihm  grolses  Lob  und  sagt  unter 
anderem,  dass  S.  einer  der  ver- 
diensteten Musiker  Schottlands  ge- 
wesen ist).  Auf  öffentl.  Bib].  fand 
ich  folgende  Werke: 

The  Scotish  minstrel,  a  selection  from 
the  vocal  melodies  of  Scotland  ancient 
and  modern  arranged  for  the  pfte.,  by 
E.  A.  Smith.  Edinburgh  1824  Pardie. 
6  Bde.  in  3  voll.  gr.  8».  [Bi-üssel.  E. 
C.  of  Mus.     Glasgow. 

The  Irish  minstrel,  a  selection  (wie 
vorher).  Edinburgh  (1825).  gr.  8».  [Glas- 
gow.    Privatb.  Sir  John  Stainer. 

A  volume  of  Songs,     fol.     [Glasgow. 

Flowers  of  Scottish  song.  Glasgow, 
fol.     [ib. 

Devotional  music.  Edit.  bv  John  Tum- 
buU.    4.  ed.     Glasgow.     8°.  "[ib. 

An  introduction  to  singing,  comprising 
various  examples,  with  scales,  exercises, 

13 


Smith,  Theodore. 


194 


Snedorf. 


&  songs,  in  all  the  major  &  minor  keys 
in  general  use.     Edinburgh,     fol.     [ib. 

Yen  einem  älteren  Bohert  Smith  be- 
finden sich  in  Locke's  Samlwk.  1673  drei 
Couranten  für  Ela\'ier  (Eitner  1).  Viel- 
leicht ist  auch  die  Violinpiece  in  John 
Playfoid"s  Division  Yiolin  von  1685  mit 
E.  Smith  gez.  von  demselben. 

Smith,  Theodore,  über  ihn 
fehlen  alle  ISTachrichten.  Gerber  1 
erwähnt  ihn  als  einen  gefälligen 
Komponisten,  der  um  1780  in 
Berlin  Mehreres  herausgab.  Es 
scheint,  dass  er  sich  eine  Zeitlang 
in  Deutschland  aufgehalten  hat, 
denn  Bossler  und  Hummel  ver- 
legten Kompositionen  von  ihm, 
doch  ebenso  erschienen  sie  in 
London.     Bekannt   sind   folgende: 

8  Tunes,  selected,  composed  for  and 
adapted  to  the  selection  of  Psalms,  Hymns, 
and  Anthems  of  Ebury  Chapel.  London, 
E.  Goulding.     qufol.     [br.  Mus. 

Alfred,  Opera.  Ms.  P.  1796.  [R.  C. 
of  Mus. 

6  Concerts  pour  le  Clavecin  ou  le  Pfte. 
l'acc.  de  2  V.  et  B.  Op.  4.  Berlin, 
Hummel.  4  Stb.  [Dresd.  Mus.  Dieselben 
auch  für-  2  Klav.  gesetzt,     br.  Mus.  defekt. 

3  Sonates  ä  4  ms.  op.  1.  Liv.  1.  In 
Liv.  2  abermals  3  Sonaten.  Ms.  [Dresd.  Mus. 

3  Sonates  a  4  ms.     op.  3.     [ib. 

3  Sonates  en  Duo,  qui  peuvent  etre 
executes  par  2  personnes  sur  un  Clavecin 
ou  Pfte...  Oeuv.  4.  Berl.,  Hummel, 
fol.     [br.  Mus.     Dresd.  Mus.  im  Ms. 

3  Duos  p.  harpe  ou  Pfte.  Lond.,  Long- 
man.     [Biüssel  Cons. 

Im  br.  Mus.  26  englische  Drucke  von 
allerlei  Klavierstücken,  Arrangements  mit 
u.  ohne  Begltg.,  auch  Sonaten  f.  Klavier 
op.  5,  6  u.  36.  ö  Songs  und  1  Ballade 
in  Einzeldiiicken. 

Der  Antiquar  Reeves  in  London  besafs 
6  Sonaten  f.  Fi.  V.  u.  Ycl.,  The  celebrated 
music  which  is  on  the  organ  at  Mr.  Coxe's 
Museum  Spring  Garden,  adapted  for  the 
harpsich.  Lond. 

Im  Bossler,  Samlwk.  11,  einige  Xrn. 
—  In  John  Corri"s  Collection  of  the  Songs 
1788,  Bd.  3  p.  27. 

Smith,  Thomas,  diente  von  c. 
1710—1726  an  der  Kgl.  Kapelle 
in  London  mit  40  ^  Gehalt  und 
16  ^  Kleidung  (Viertelj.  5,  515/16). 

Smith,  William.    Brown  führt 


zwar  einen  Musiker  obigen  Namens 
an:  geb.  1754  in  Schottland,  ging 
i   1783   nach   Amerika   und   st.   den 
6.  April  1821  in  New  York,  doch 
findet    sich     das    folgende    Werk 
nicht    unter    den    bei   Brown    au- 
i  geführten,    so   dass   dasselbe   wohl 
:  von  einem  anderen  sein  kann: 
'        Sacred  harmony,    containing  an  Essay 
introduction  to  the   art  of  siuging  ...  in 
the    Methodist    General    Hymn    book   .  .  . 
Dublin  1810.     [br.  Mus. 
j       Smith,     ohne     Vornamen     in 
Samlwken: 

Che  and   Euterpe,    London   1758.    8". 

:   4  Gesge.    —  In   Oxford  Ch.  Ch.   im   Ms. 

1  Dialogue  ä  3,  2  chants,  Airs,  Fancies  etc. 

Smits,  Eduard,  bekannt  durch 
eine    Elegie   pour    Sopr.    av.  Pfte. 
Ms.      [Brüssel  Cons.]      Lebenszeit 
j  nicht  bekannt. 

Smits,    Wilhelm,     Lebenszeit 

unbekannt. 

I        In    Bologna    findet    man    eine    Missa 

j    3   vocibus     humanis     comitante     organo, 

auctore     "Wmo    Smits.      Amstelod.     apud 

Thuone  et  Socios.    P.    fol.     43  S. 

Smolz,  M°  (Maestro),  bekannt 
durch 

3  Duetti  per  Clavieimbalo  e  Yiolino. 
[Musikfr.  Wien.]  In  Einsiedeln  von  Smolz 
ein  Lauda  Jerusalem  a  4  voci  c.  org.  Ms. 

Smorto,  Bernardo,  ein  Theor- 
bist  an  der  grolsen  Oper  zu  Paris 
um  1707  (Campardon). 

Smout,  Adriaan  Joriszon,  siehe 
unter  Thysiiis. 

Smyth,  Charles  John,  ein  Eng- 
länder des  18.  Jhs.,  von  dem  das 
br.  Mus.  besitzt: 

Chants,  Single  and  Double,  with  a 
Sanctus  for  the  use  of  choirs,  arranged 
also  for  the  orgau  .  .  .  London,  Preston. 
qu40. 

—  William  S.  war  Organist  an  der 
Kathedrale  zu  Durham  von  1.594^99  und 
dessen  Sohn  Edicard  S.  von  1609 — 11. 
Das  Archiv  obiger  Kirche  besitzt  von  beiden 
einige  Kircheukorapositionen  (West). 

Snedorf,  Frederik,  ein  däni- 
scher Gelehrter,  st.  um  1792  zu 
Kopenhagen  und  gab  heraus: 


Sneeu. 


195 


Sobinger. 


De  hymnis  vetemm  Graecomm  scripsit 
Fridericus  Snedorf.  Accedunt  tres  hymni 
Dionysio  adscripti.  Hafniae  et  Lipsiae 
1786  Proftius.     8».     72  S.     [Brüssel. 

Sneeii,  Y.  B.,  18.  JIi.,  siehe 
Swaeii,  G.  de. 

Siiegasius,    siehe   SeLueegafs. 

Siieiliiiger,  siehe  Schnelliiiger. 

Siiep,  Jan,  aus  Zierikzee  in 
Holland,  lebte  im  Anfange  des 
18.  Jhs.,  gab  Lieder  und  Sonaten 
für  Gambe  heraus,  "wie  sich  aus 
alten  Katalogen  ergiebt. 

Snittelbaeli,  Nataniel,  siehe 
Sclmittelbaeh. 

Siiodham,  siehe  Este,  Thomas. 

Siiocck,  F...  J...  J...,  geb. 
um  1773  zu  Brüssel,  gest.  15.  Juli 
1845  ebd.,  war  gegen  40  Jahre 
Lehrer  des  Gesanges  in  Brüssel 
und  gab  heraus: 

Je  n'en  sais  plus;  j'en  sais  toujours 
Melodie  p. . . .  Bnixelles,  Terry  et  l'auteur 
(Gregoir,  Pauth.  3,  87.  Die  dort  einge- 
fügte Jalii-eszahl  1810  ist  falsch,  siehe 
Eoucourt,  denn  letzterer  wird  bez.  mit 
„ancien  directeur  de  lecole  royale  de 
musique".  Er  konnte  aber  erst  nach 
1830  das  Amt  bekleiden). 

Siioeck,  Henri,  um  1783  zwei- 
ter Violinist  an  der  Kgl.  Kapelle 
zu  Brüssel  mit  250  Gld.  Gehalt 
(Straeten  5,  172). 

—  J/ö;-c[k],  ein  Lautenist  und 
Instrumentenmacher  seit  etwa  1742, 
gest.  zwischen  dem  27.  u.  31.  März 
1762.  Seit  1722  war  er  an  der  Kgl. 
Kapelle  in  Brüssel  angestellt  (Strae- 
ten 5,  181  ff.). 

—  Sein  Sohn :  Henri  Äugustin, 
wurde  als  Lautenist  ebd.  am  19. 
April  1762  fest  angestellt.  .Seit 
dem  7/4  1760  diente  er  schon  als 
Supernumerarius.  4  Jahre  später 
wurde  er  1.  Violinist  (ib.  5,  186). 

SnOTT,  J  . . .,  bekannt  durch: 
Fickle  Chloe.     Sung  by  Master  Heny- 

man  at  Sadlers  "Wells. . .     s.  1.     fol.     [br. 

Mus.  Einzeldi-uck.]     In   Henry  Playford's 

The  Theatre  1685  ein  Tonsatz. 

Snow,  Moses,  schwor  am  17/12 


I  1689   als  Gentleman   an   der  Kgl. 

{  Kapelle    in    London,    wurde    aber 

I  erst  am  8/4  1692  fest  angestellt. 
Am  24/2  1693  wurde  er  Epistier 
und  t  20/12  1702. 

Eimbault   sagt  noch,    dass   er   in  den 

;  Jahren  1685 — 93  in  Samlwken.  als  Kom- 
ponist anzutreffen  ist,  giebt  aber  nichts 
Näheres  an.  Nachweisbar  sind  in  Play- 
ford's Banquet  of  Musick  1688  sieben 
Songs,  im  2.  Buche  3  Songs,  im  4.  Buche 
des  Samlwkes.  The  Theatre  1687  stehen 
4  Gesge. 

Snow,  Valentine,  wahrsch.  der 
i  Sohn  des  Moses.  Einer  der  besten 
Trompeter  seiner  Zeit,  für  den 
Händel  die  obligaten  Trompeter- 
stellen zu  seinem  Messias,  Samson, 
Dettinger  Te  Deura,  Judas  Macca- 
baeus  u,  a.  schrieb.  Im  Jan.  1753 
wurde  er  Nachfolger  des  John 
Shore  als  Sergeant -Trompeter  des 
Königs,  nachdem  er  schon  1748 
in  die  Kgl.  Kapelle  eingetreten 
war  und  behielt  die  Stelle  bis  zu 
seinem  im  Dez.  1770  erfolgten 
Tode  (Grove.  Viertel].  8,  519). 
Unter  Snow  in  John  Simpson 's 
Pocket  Companion  1  Piece. 

Soaper,  »Jolin,  geb.  1743,  gest. 
5.  Juni  1794  zu  London.  Chor- 
sänger an  St.  Paul  unter  W.  Sa- 
vage,  wurde  1764  Gentleman  an 
der  Kgl.  Kapelle  und  Vicar  Cho- 
ralist an  St.  Paul,  starb  in  Sion 
Garden,  Aldermanbury  (Stephens). 
In  der  Kirche  Ely  eine  Litaney;  der 
dortige  Katalog  bez.  ihn  um  1779  als 
Chorsäuger  an  der  "Westminster-Abtei. 

Soares  (nicht  Soaves),  P.  Manoel, 
geb.  zu  Lissabon  im  17.  Jh.  Er 
war  ein  Presbyter  an  S.  Pedro 
und  starb  am  4.  Juli  1756  zu 
Lissabon.  Vasconcellos  führt  von 
ihm  5  geistl.  Kompositionen  an. 

Sobinger  (Soubinger),  Augustin, 
Lautenspieler  und  Cornettist  um 
1504 — 6  im  Dienste  Philipp  des 
Schönen  (Straeten  7,  149.  Doku- 
mente S.  170  ff.  172). 

13* 


Soderino,  Agostino. 


196 


Soerensen. 


Soderino,  Agostino,  um  1608 
Organist  an  der  Kirche  di  N.  S. 
della  Rosa   zu  Mailand  (Titel),   ist 

bekannt  durch: 

Sacrarura  cautionum  8  et  9  voc.  Lib.  1. 
cum  3  aliis  canticis  voc.  et  instrum.  alter- 
natim  Mediolani  1598  Aug.  Tradatus. 
SSth.     40.     [B.  M.     B.  B:  C2.  Part.  def. 

Canzoni  ä  4.  &  8.  voci,  di  .  . .  Lib.  1, 
Op.  2.  Milano  1608  per  l'herede  di  Simon 
Tiüi  &  Fü.  Lomazzo.  4  Stb.  4P.  Ohue 
Text,  daher  für  Instrum.     [Bologna. 

In  B.  M.,  Ms.  264,  5  flu.-  Orgel  be- 
arbeitete Motetten. 

Soderino,  (xioYanni,  auch  Joan. 
Soder  geschrieben,  ist 

in  Ms.  q78,  6  Stb.,  fehlen  6  a  und  7  a, 
mit  2  Motetten  vertreten.     [B.  Dauzig. 

Sodi  (Sodj),  Carlo  und  Pietro, 

zwei  Brüder  zu  Eom,  im  Anfange 
des  18.  Jhs.  geb.,  liefsen  sich  in 
Paris  nieder.  Carlo  war  Mando- 
linenspieler und  trat  gegen  1749 
ins  Orchester  der  Comodie  italienue. 
Er  starb  im  Sept.  1788.  Fetis 
führt  einige  Operetten  und  Diver- 
tissement an,  die  in  den  Jahren 
1753_1760  in  obigem  Theater  ge- 
geben wurden. 

In  der  Kgl.  Musikaliensamlg.  in  Dres- 
den befindet  sich  im  Ms.  313  eine  Missa 
zu  4  Stim.  u.  Instrum.  P.  qufol,  die  mit 
Carlo  Lodi  (?)  gez.  ist.  Ob  damit  obiger 
gemeint  ist,  bedarf  noch  des  Beweises.  — 
Sein  Bruder  Pietro  war  Harfenist  und 
Komponist.  Er  lebte  seit  1743  zu  Paris, 
trat  ins  Opernorchester  und  starb  1764. 
Er  schrieb  Pantomimen  und  gab  1760 
Chansons  heraus  (Fetis). 

Im  Cons.  zu  Paris  eine  Operette  von 
Sodij:  Bajocco  et  Serpilla  1753.  Auch  in 
Schwerin  F.  vorhanden  in  P.  mit  dem 
Titel:  Parodie  fran^oise  du  Joueur.  Dediee 
ä  Mad.  la  Marquise  de  Champcenetz  par 
Mr.  Sody.     Amst.,  J.  J.  Hummel,     qufol. 

Soel,  . . . 

bekannt  durch  12  Senates  per  il  Cem- 
balo.    [Dresd.  Mus.  ohne  Signat. 

Sölder  (Sölderer),  Franz  Xaver, 

diente  im  Jahre  1706  seit  14  Jahren 
am  kurf.  Hofe  zu  München  als 
Kammermusikus.  Sein  Gehalt  be- 
trug 300  Gld.,  doch  schon  seit  dem 
30/3  1700  erhält  er  nur  150  Gld. 


und  während  der  österreichischen 
Besetzung  Baierns  (1702-1713) 
nur  100  Gld.  (Kreisarchiv). 

Sölker,  . .  •  war  um  1796  Musik- 
direktor am  Theater  zu  Keval  (Rei- 
chard 1797,  325). 

Sölner,  Joh.,  siehe  Seiner. 

Söltl,  Michael,  Präfekt  und 
Chorregent  zu  Neuburg  und  seit 
1738  Domkapellmeister  in  Regens- 
burg (Mettenleiter  1,  121). 

—   Wolfgamj,   war   1730   eben- 
dort  Vikar  imd  Kapellmeister  (ib.  ■ 
121).    S.  134  zeigt  er  seine  Kom- 
positionen   an,    die    vielleicht    in 
Regensburg  liegen. 

Die  doi-tigen  Seminare  besitzen  fast 
durchweg  reiche  BibL,  aber  ungeordnet, 
die  ßüclier  und  Noten  haufenweis  auf- 
geschichtet (1890). 

Soenius,  Glottfried,  aus  Amster- 
dam, gab  in  Harlem  heraus: 

Mengelzangeu.  .  . .  Arietteu,  Alieman- 
des,  Sarabandes,  Gavottes  en  Gigues  voor 
het  Clavecimbaal  en  de  Stern,  Violoncello, 
Violino,  Flauto  &c.  Gedr.  voor  den 
Autheur.  Te  Haarlem  1724  Hulkenroi. 
1  vol.  40.  Klaviersatz  2  st.  47  S.  Text 
rechts  stehend.  Nur  Lieder  vorhanden. 
Der  Name  Soenius  findet  sich  nur  auf 
dem  Vorblatte  unter  einer  Abbildung. 
[Amsterd.  Bibl.  des  Herrn  Prof.  Fr.  Zelle 
in  Berün  1889. 

Melodie  per  camera  c'io  e  XII  Concer- 
tini  mescolati  d'Ariette  novelle  a  due:  3, 
4,  5,  6,  7  strumenti  ad  libit.  Possono 
aucora  toccarsi  a  voce  sola:  col  Vcl.  0 
Cimbalo.  Gedr.  voor  den  Autheur.  Haar- 
lem 1725.     4".     [Amsterd. 

Ein  alter  Auktiouskat.  zeigt  noch  au: 
Concerti  seriosi,  of  ernstige  gezangen  met 
een,  2,  3  en  4  stem. 

Sönniclisen,  J  . . .,  ein  Musik- 
verleger in  Kopenhagen  um  1789 
und  folgende  Jahre,  gab  eine 
Samig.    Gesänge    unter    dem  Titel 

heraus: 

Apollo.  Et  musikalste  Maanedskrivt  for 
Sang  or  Klaveer  af  forskieUige  Compo- 
nister.  Forste  Aargang.  qufoL.  [Brüssel 
Cons.  besitzt  den  1.  und  3.  Jahrg.  unter 
Nr.  474/75. 

Soerensen,  Joliann,  geb.  18. 
Mai  1767  zu  Glückstadt  (Holstein), 


Soerensen. 


197 


Sohier,  Mathias. 


gest.  um  1824  zu  Ebersdorf.  Stu- 
dierte Medicin  und  liefs  sich  als 
Arzt  1802  in  Ebersdorf  bei  Loben- 
stein nieder.  In  der  Jugend  hatte 
er  guten  Musik  -  Unterricht  em- 
pfangen, zuletzt  noch  von  J.  A.  P. 
Schulz  und  betrieb  zeitlebens  die 
Musik  als  Nebenbeschäftigung,  trat 
auch  als  Komponist  mit  Glück  auf. 
Gerber  2  beurteilt  zwei  Fugen  für 
Chor  sehr  günstig.  Bekannt  sind 
von  seinen  Kompositionen,  die  Ger- 
ber ausführlich  verz. 

19  Lieder  in  Musik  gesetzt  von  Job. 
Sörensen,  Dr.  Med.  Leipzig  (1803  P.  G. 
Kummer),  qufol.  2  Ell.  27  S.  [B. 
Egsbg. 

?.  Gesänge  von  Matthisson  ...  op.  9. 
Lpz.,  Ivülinel.     [B.  B. 

Geistl.  Gesänge,  Oden  und  Lieder. 
2.  verm.  Aufl.  Eudolstadt,  Hofbuchdr. 
3  Abtlgen.  in  gr.  4"  zu  32,  30  u.  28  S. 
[Hofb.  Wien.  B.  Kgsbg.  nur  2  Abtlg. 
(Samlg.  50).  Ein  Samlwk.,  genannt  sind 
Klose  Q  Nrn.,  1  von  iV. . .,  1  von  St...? 

Neue  Samlg.  geistlicher  Lieder  mit 
Melodien .  lierausgegeben  von  . .  2  Ab- 
tlgen. Eudolstadt,  Hofbuchdr.  40.  1805 
die  Vorrede.  Die  Lieder  sind  meistens 
von  seinem  Freunde  St.  . .  Es  sollen 
7  Abtlg.  erschienen  sein.  [B.  Kgsbg.  1. 
2.  Abtlg.  (Samlg.  51). 

Neue  Samlg.  geistlicher  Gesänge,  Mo- 
tetten, Oden  und  Lieder.  Herausgeg. 
von  . .  .  2.  Tbl.  Oschatz  1812  Oldecop. 
[Wernigerode,  ist  die  6.  Abtlg.  der  geistl. 
Oden  und  Lieder. 

Soest   (Sust),    Johannes    von, 

war   um    1483   Sängermeister  des 

Pfalzgrafen    Philipp    (M.  f.  M.    14, 

108,  dort  auch  die  Singeordnung). 

Die  Heidelberger  Universitäts-Bibl.  be- 
sitzt von  ihm  die  Handschrift  einer  1470 
vollendeten  Reimchronik,  welche  die  Schick- 
sale der  Markgräfin  Margaretha  von  Lim- 
burg und  ihres  Bruders  Heinrich  behan- 
delt. Auf  dem  Buche  ist  Sust  selbst  ab- 
gebildet, wie  er  dieselbe  dem  Pfalzgrafen 
überreicht. 

Soeterijk,  Pieter,  ist  am  23. 
April  1770  als  Musicus  an  der 
Universität  zu  Leyden  eingeschrie- 
ben (Bouwst.  8,  9). 


Soffi,  Abate  Pasquale,  geb. 
um  1732  zu  Lucca,  f  c.  1810 
ebd.  Er  war  Kapellmeister  am 
Seminar  de'Ss.  Giovanni  e  Eepa- 
rata  und  Direktor  des  Theaters. 

Er  schrieb  viel  Kirchenmusik  u.  a., 
auch  das  Oratorium  S.  Tommaso  Apostolo, 
1766  aufgefülirt.  Die  Archive  von  Puc- 
ciui  und  Quilici  in  Lucca,  ebenso  das 
Seminar  S.  Michele  bewahren  Messen, 
Vespern,  Motetten,  Responsorien,  1  Bene- 
dictus,  Miserere,  Fugen  und  eine  Regole 
per  imparare  ad  accompagnare  im  Ms. 
auf.  Auch  als  Lehrer  geuoss  er  einen 
ausgebreiteten  Ruf.  1777  wurde  in  Lucca 
die  Oper  Marco  Manlio  aufgef.  (Nerici 
313.  334). 

Sogabria,  Francesco,  um  1590 
Instrumentist  an  der  Hofkapelle  in 
Dresden  mit  228  Gld.  12  gr.  Ge- 
halt; ist  noch  1606  im  Dienst 
(Fürstenau  1,  3G). 

Sog'ner,  Tomaso,  geb.  zu  Ne- 
apel in  der  Mitte  des  18.  Jhs., 
besuchte  das  Conservatorio  della 
Pietä  de'Turchini  in  Neapel,  liefs 
sich  dann  in  Livorno  nieder,  schrieb 
für  Rom  u.  a.  Städte  Opern,  gab 
Musikunterricht  und  starb  um 
1821. 

In  Bologna  Filarmonia,  Autogr.  von 
Masseangeli,  ein  Brief:  Livorno  9.  Juli 
1821.  Er  gab  Sonaten  für  Klavier  her- 
aus, schrieb  Kirchenkompositionen,  ein 
Oratorium,  Streichquartette  u.  a.  (Fetis. 
Masseangeli's  Kat.). 

Sohier,  Oerard,  1448/49  Kopist 
von  Notenbüchern  an  der  Kathe- 
drale in  Cambrai. 

Sohier,  siehe  Jehan  Fede. 

Sohier,  Mathias  (Mathieu),  ein 
französischer  Musiker  aus  dem 
Anfange  des  16.  Jhs.,  war  unter 
König  Franz  I.  Lehrer  der  Chor- 
knaben an  der  Kathedrale  zu  Paris 
und  seit  1549  Kapellmeister  (Fetis). 
1556  nennt  ihn  aber  der  Druck- 
titel: Puerorum  Symphon.  eccles. 
Parisiensis  praefectus.  Danach  ist 
Fetis'  letzte  obige  Angabe  zu  ver- 
bessern,   da    S.    noch    1556    dem 


Sohier,  M 


198 


Sohr. 


Knabenchore  vorstand.   Von  seinen 
Kompositionen    sind   nachweisbar : 

Missa  cum  5  vocibus.  Ad  iraitationeai 
moduli:  Vidi  speciosam,  condita.  Xuuc 
primum  in  lucem  edita.  Die  24.  mensis 
Jullij  1556.  Parisiis,  du  Chemin.  Cliorb. 
in  gr.  fol.  16  Ell.  [B.  Kgsbg.  Ein- 
siedeln.    Bologna.     Hofb.  Wien. 

In  alten  Samlwk.  14  Gesge  ,  darunter 
eine  Messe  von  1534  (Eitner  1).  Man 
füge  dort  zu  Regina  eoeli  noch,  ein  zwei- 
tes auf  fol.  3/4  hinzu.  —  In  Expert's 
Neuausgaben  in  Paris  tei  Leduc  erschien 
1898  das  Samlwk.  Chansons  von  Artaing- 
nant  1529,  welches  1  Chans,  von  ihm 
enthält. 

Soliier,  M. . .  l'aino,  lebte  im 
18.  Jh.  und  ist  bekannt  durch 

6  Senates  a  2  Y.  oe.  4.  Paris,  Le 
Clerc.     fol.     [br.  Mus. 

Sohier  (Sohyer),  Valentin,  ein 

Franzose  aus  der  1.  Hälfte  des  16. 

Jhs.,  der 

in  alten  Samlwk.  mit  4  Chansons  zu 
4  Stim.  vertreten  ist  (Eitner  1).  Femer 
in  Michel  Eezandat's  1.  et  2.  liv.  de  Psal- 
mes  et  Cantiques  1553/56:  Eesiouy  toy 
Vierge  Marie,  1.  liv.  fol.  3.  —  Salut  en 
toy,  1.  liv.  fol.  12.  —  0  grand  bonte, 
1.  liv.  fol.  23.  Helas  mon  Dieu  tu  me 
fais,  2.  üv.    fol.  5. 

In  B.  M.,  Ms.  205  Nr.  58  mit  Sohier 
gez :  Un  meuager  viellart  recreu  d'enhan, 
4  part.  (der  Autor  ist  unsicher). 

Soliinn,  . . .  gab  1800  Lieder 
heraus  (Anzeige). 

Sohl-  (Sohren?),  Peter.  Zahn  5, 
427  stellt  die  Vermutung  auf, 
dass  er  der  Sohn  des  Daniel  Sohren 
sei,  der  1655/56  Prediger  in  Len- 
zen bei  Elbing  war.  P.  ist  in  El- 
bing  geb.  und  nach  Döring  1692 
oder  93  in  Elbing  gest.  Bis  1674 
Kantor  der  Kirche  zum  hlg.  Leich- 
nam in  Elbing,  dann  Lehrer  der 
deutschen  Klasse,  1675  Kantor  in 
Dirschau,  später  wieder  in  seiner 
ersten  Stellung  in  Elbing.  In 
seinen  Druckwerken  bez.  er  sich 
von  1668—1676  als  „bestalter 
Schul-  und  Rechenmeister  der 
christl.  Gemeine  zum  H.  Leich- 
nam"  in   Elbing.     In    dem    von 


1683  als  Kantor  u.  Organist  der 
H.  Leichnamskirche.  Hiemach 
wären  Zahn's  Nachrichten  zu  ver- 
bessern. Er  hat  sich  besonders 
durch  Erfindung  von  Kirchen- 
melüdien  verdient  gemacht,  die  in 
Elbing  u.  a.  0.  eine  Zeitlang  im 
kirchlichen  Gebrauche  sich  hielten. 
1738  wurden  noch  12  Melodien 
in  Elbing  gesungen  (Döring  46. 
Zahn  5,  427  nach  Privatnachrichten. 
Winterfeld  2,  535). 

Von  1668  ab  gab  er  Joh.  Crüger's 
Praxis  pietatis  melica  in  vermehrter  imd 
teilweise  umgearbeiteten  Ausgaben  heraus, 
betitelt  . . .  Das  ist:  Übung  der  Gottselig- 
keit . . .  mit  etlichen  hundert  schönen 
trostreichen  Gesängen  vermehret  u.  ver- 
bessert von  Peter  Sohren  . . .  Drucks  und 
Verlags  Balth.  Chrstph.  Wust's,  in 
Franckf.  a/M.  80.  1280  S.  mit  888  Liedern 
f.  Melod.  und  B.  191  davon  sind  von 
Sohr,  46  von  Crüger,  22  von  Schop,  8 
von  Scheidemann,  6  von  Weichviann,  5 
V.  Stobäus,  4  V.  Eccard,  4  v.  Selle^  5  v. 
H.  Albert,  3  v.  Hammersckmid,  andere 
ohne  Autor  (siehe  Näheres  bei  Zahn  6, 
196/97,  dort  auch  ein  Verz.  der  Lieder 
von  Sohr).  [B.  Elbing  126  a.  B.  B. 
Darmst. 

—  Ausg.  ebd.  1674.  Bei  Zahn  1.  c. 
die  Aenderungen.     [In  Zahu"s  Bibl. 

—  Ausg.  ebd.  1676  mit  bedeutenden 
Aenderungen.  S.  Zahn  S.  199.  [Darmst. 
Univ.  Bibl.  Erlangen.  Hofb.  Wien.  El- 
bing Nr.  126b  von  1675? 

—  Ausg.  ebd.  1679  nur  im  Auszuge, 
488  Lied.     [Stadtb.  Nördlingen. 

—  Ausg.  ebd.  1680,  wie  die  von  1674. 
[B.B. 

—  Ausg.  ebd.  1683  im  Auszuge.  208 
Lieder.     [B.  Hbg. 

—  Ausg.  ebd.  1693  in  vielfacher  Ver- 
änderung, Zahn  1.  c.  200.  In  seinem 
Besitze. 

—  Ausg.  ebd.  1700  mit  Vermehi'ung, 
1225  Lied.,  siehe  ZaJin.     [B.  Lpz. 

—  Zahn  kennt  noch  ein  Titelbl,  mit 
der  Jahreszahl  1713  (Zahn  6,  201). 

Sohr  gab  auch  ein  eigenes  Gesangbuch 
heraus:  Musicalischer  Vorschmack  der 
Jauchtzenden  Seelen  im  ewigen  Leben... 
Gesang-Buch .  . .  über  1100  Texte  f.  Dis- 
cant  und  Bafs.  Hamburg  1683  Heiur. 
Völcker.  Eatzeburg,  gedr.  bev  Nie.  Nis- 
sen. 8".  1444  S.  mit  1117  Ued.,  folgt 
das  Gebetbuch.    Zahn  6,  253  Angabe  der 


Soika. 


199 


Solchup. 


Autoren,  242  Lied,  sind  von  Sohr.  Zahn 
teilt  die  Melodien  mit,  [Dresden.  B.  Br. 
B.  Ilbg.  B.Kgsbg.  Wernigerode.  B. 
Wagen  er. 

Soika  und  Sogka,  s.  Sojka. 
Soir  Valeiitiims. 

In  Proske's  Bibl,  Ms.  840  Nr.  7,  Clior- 
buch  von  c.  1570  in  fol.  Nr.  7  die  Mo- 
tette: In  principio  4  voc.  Dieselbe  auch 
im  Ms.  855,  7.  Ebendort  noch  5  andere 
Motetten.  Obige  Motette  auch  im  Samlwk. 
1554  e  (Eitner  1)  u.  im  Ms.  3  der  B.  Br. 

Sojka  (Soyka),  Mattliaeiis,  geb. 
1733   zu   Willimow   im   Czaslauer 
Kreise,  gest.  gegen  1820  ebd.  1743 
bis  1748  besuchte  er  die  Thomas- 
schule in  Leipzig   und   genoss  als 
Chorknabe  die  Unterweisung  Seb. 
Bach's.     Bach  schickte  ihn  später 
mit    einem    sehr   günstigen   Zeug- 
nisse an  Seegert  in  Prag.     Dieses 
Empfehlungsschreiben  besafs  noch 
1832  der   letzte  Schüler  Seegert's, 
der  Organist  Kucharz.  Sojka  ging 
auf    den    Wunsch    seines    Wohl- 
thäters    des    Grafen  Millesimo    als 
Küchenmeister  in   dessen  Dienste 
(in  seinen  Geburtsort)   u.   verlebte 
in  angenehmer  nur  der  Kunst  ge- 
widmeten Thätigkeit  seine  Tage. 

Er     hiuterliefs     gegen     300    Kircheu- 
kompositionen.  daninter  40  Messen,  meist 
a  capella,    8  Lilaueien,    2  Seelenmessen, 
2  Te  Deum,   über   100  kleiue   lürchen- 
gesänge,  aufserdem  Orgelpräludien,  Fugen, 
Toccata  u.  a.      Nichts  ist   gedruckt.      In 
"Willimow  liegen  nur  5  Messen.    Lanrcn- 
cin  in  seiner  Biogr.  S.'s  (N.  Z.  f.  M.  GO, 
137)  fand  in  böhmischen  Dörfern  auf  den 
Kirchenchören  noch   ein   und  die  andere 
Komposition    von  ihm,    die    er  sammelte. 
Laurencin  stellt  ihn  gleich  neben  Bach  u. 
sag-t:  die  geistige  Verwandtschaft  tritt  be- 
sonders in  seineu  Fugen  oft  täuschend  zu 
Tage.  —  Im  Stifte  Einsiedeln  eine  Messe 
zu  4  Stim.  mit  Orch.  im  Ms.  P.    —    In 
B  B    Autogr.  Grasn.   eine  Litania  4  voc. 
c.  Bc.  —  In  Hofb.  Wien,  Ms.  19 144  Part.- 
Äutogr:  Missa  in  C  ä  4  voc.  2  V.  Ya.  2 
Clarin.    2  Com.    2  Tromp.  Tymp.  c.  Org. 

Sola,  Jakob,  aus  Ostende,  wird 
am  2.  Okt.  1730  zum  Phonascus 
an  St.  Sauveur  in  Brügge  gewählt 


und    nimmt    am    29.  April    1737 
seinen  Abschied  (Straeten  la,  57). 
Sola,  Josquino  de  la. 

In  MeUe's  Lib.  3.  Motettorum  158o 
eine  Motette. 

Solamliio, . .     17/18.  Jh. 

Eine  Salve  regina  zu  2  St.  u.  4  Instr. 
besafs  einst  die  Bibl.  v.  St.  Walburge  zu 
Audenarde  (Straeten  1,  224). 

Solaiido,  Sigiior,  bekannt  durch 

3  Concerti  da  camera  a  4  Decacorte 
(ist  eine  10  saitige  Harfe)  humauo  e  Corno 
di  caccia  e  Violone.    Ms.     [Rostock. 

Solano,    Francisco    Ignacio, 

um  1727  in  Lissabon  geb.,  lebte 
noch  1793.  Besser  kennt  man  seine 
theoretischen  Werke  als  seine 
Lebensumstände,  betitelt: 

Nova  instruc(,'äo  musical,  ou  theoria 
pratica  da  musica  lythmica,  com  a  quel 
se  forma,  e  ordena  sobre  os  mais  solides 
fundamentos  hum  novo  methodo,  e  ver- 
dadeiro  svstema  . . .  Lisboa  1764  Mig.  Man. 
da  Costa,"  impressor.  4».  30  Bll.  340  S. 
lind  Anhang  47  S.  [Bologna.  Brüssel. 
B.  B.    B.  Wagener. 

Exame  instructivo  sobre  a  musica 
multiforme,  metrica,  e  rythmica,  no  qual 
se  pergunta,  e  da  resposta  de  muitas  cou- 
sas  interessantes  para  o  solfejo,  contra- 
ponto  e  composi^äo  . .  .  Lisboa  1790  na 
regia  officina  typografica.   kl.  8«.   [Brassel. 

Yasconcellos  teilt  ein  Schreiben  Sola- 
no's  und  eins  von  David  Perez  mit,  aufser- 
dem noch  die  Titel  von 

Nova  arte  e  breve  compendio  de  mu- 
sica para  ligäo  dos  priucipiantes,  extra- 
hida  do  livro  que  se  intitula:  Nova  in- 
straccäo  musical . . .  Lisboa  1768  da  Costa 
[besafs  1900  Leo  Liepm.  und  eine  2te 
Ausg:  Lisboa  1794  Simäo  Thad.  Ferreira. 

40.     16  S. 

Novo  tratado  de  musica  metrica,  e 
rythmica,  0  quäl  ensina  a  acompauhar  no 
Cravo,  Orgäo,  ou  outro  qualquer  Instru- 
mento  .  . .  Lisboa  17  <  9  regia  officina  ty- 
pogr.    40.  XVI,  301  S.    [Leo  Liepm.  1900. 

'üissertaväo  sobre  a  caracter,  qualida- 
des  e  antiguidades  da  musica  . . .  Lisboa 
1780  ib.  '4'^.  27  S.  [Rom  Cecilia  im 
Ms.     Leo  Liepm.  1900  im  Druck. 

Vindicio  do  tono.  Exame  das^  regras 
do  canto  ecclesiastico.  Lisboa  1793  ib. 
4".  50  S.  Einen  Fundort  giebt  er 
nicht  an. 

Solchup,  Graf  A.. .,  unbekannter 
Komponist,  von  dem  die  Musikfr. 


SoMo. 


200 


SoHe. 


in  Wien  besitzen:    6  Divertimenti 
p.  2  V.  e  B. 
Soldo,  Antonio, 

gab  1611  Stef.  Bernardi's  1.  üb.  di 
Madrigali  k  3  voci  heraus  uud  bez.  sich 
in  der  Dedic.  als  Sänger  an  der  Kirche 
della  Madonna  de'i  Monti. 

Sole,  Francesco,  siehe  Säle. 
Solör,  El  Padre  Fray  Antonio, 

Mönch  des  Ordens  St.  Hieronymus, 
Organist  und  Kapelhneister  im 
Kloster  S.  Lorenzo  des  Escurials 
bei  Madrid  (Titel).    Er  gab  heraus: 

Llave  de  la  Modulacion,  y  Autigue- 
dades  de  la  musica,  en  que  se  trata  del 
fundamento  necessario  para  saber  Modu- 
lax:  Theorica,  y  Practica  para  el  mas 
claro  conocimiento  de  qualquier  especie 
de  Figuras,  desde  el  tiempo  de  Juan  de 
Muris,  hasta  hoy,  con  algiinos  Canones 
enigmaticos,  y  sus  Resoluciones  . . .  Madrid 
1762  Joachim  Ibarra.  4°.  272  S.  nebst 
Taf.     [C.  P.     Bologna.    Glasgow,    br.  Mus. 

Satisfaccion  a  los  Reparos  precisos 
hechos  por  D.  Antonio  Roel  del  Rio,  a 
la  Llave  de  la  modulacion  . . .  Madrid  1765 
Ant.  Marin.  4».  67  S.  Siehe  Roel. 
[Bologna,     br.  Mus. 

L'Eventail  Sonata  (Pfte).  Lond.  fol. 
[br.  Mus. 

27  Sonatas  para  Clave.  London,  Rob. 
BirchaU.  91  S.  [B.  Hbg.  B.  Wagener. 
br.Mus.     Cambridge  FW. 

1  Canon  zu  4  Stim  im  Ms.     [B.  M. 

Eslava  veröffentlichte  von  einem  An- 
tonio Fargas  y  Soler  einen  lutroitus  u. 
1  Offeriorium  zu  8  Stim.  (Eitner  2). 

Soler,  Francisco,  ein  Spanier 
aus  dem  Anfange  des  18.  Jhs. 

2  Gesänge,  1  Motette  und  eine  Messe 
zu  10  Stim.  mit  Bc.  im  Ms.  Ripolles.  [B. 
"Wagener. 

Soler,  GrioTanni,  diente  um 
1451  in  der  Hofkapelle  zu  Neapel 
(Valdrighi,  Mera.  Acc.  Modena  1884 
p.  242.  420). 

Solare,  Etienne,  geb.  4.  April 
1753  zu  Mont-Louis,  gest.  um  1817 
zu  Paris,  ein  berühmter  Klarinet- 
tist, der  anfänglich  Militärmusiker 
war,  dann  im  Dienste  des  Her- 
zogs von  Orleans  stand,  darauf  an 
die  Kgl.  Kapelle  kam,  Lehrer  am 
Konservatorium  wurde  und  endlich 


ans  Orchester  der  grofsen  Oper 
kam.  Fetis  verz.  von  ihm  Sinfo- 
nien, Konzerte  f.  Klarinette,  Duos 
u.  a. 

Solfeges 

—  d'ltalie  avec  la  basse  chiffree,  com- 
poses  par  Leo,  Durante,  Searlatti,  Hasse, 
Porpo?-a,  Maxxoni,  Caffaro^  David  Perex . . . 
Paris  chez  Porro.  4.  edition  in  4  voU. 
[B.  M.,  ebendort  noch  die  5.  ed.  Heraus- 
geber sind  P.  Levesque  et  L.  Beelie. 
B.  B.     Bologna. 

Nouveaux  Solfeges  d'ltalie,  siehe  Bail- 
leux. 

Solfeges  pour  servir  ä  l'etude  dans  le 
Conservatoire  de  Musique  par  les  Cytoiens 
Agus,  Catel^  Cheruhini^  Oossec,  Langte, 
Lesueur^  MartinJ,  Mehul  et  Bey.  II.  Par- 
tie. Graves  par  M^e  le  Roy.  A  Paris  etc. 
An  X.  (1801)  fol.     [Dresd.  Mus.     br.  Mus. 

Methode  de  Chant  du  Conservatoire 
de  Musique  contenant.  Les  Piincipes  du 
Chant,  des  Exercices  pour  la  Voix,  des 
Solfeges  tirees  des  meilleurs  Ouvxages 
Auciens  et  Modernes,  et  des  Airs  dans 
tous  les  mouvemens  et  les  Differenz 
Caracteres.  Gravee  par  M^e  Le  Rov.  A 
Paris.    An  XII  (1803j  fol.     [Dresd.  Mus. 

Pezzi  di  Musica  vocale  Obhgati  al  So- 
prano.  Concertanti  con  altre  voci  et  Ac- 
compagnati  dal  Pianof.  tutti  Scelti  dalle 
migliori  Opere  de  Maestri  Italiani.  Ent- 
hält Gesänge  von  Rossini^  Generali, 
Waigl^  Portogallo,  Recita,  Pacini.  fol. 
[Dresd.  Mus. 

Gesanglehrc  des  Conservatoriums  der 
Musik  in  Paris.  Enthaltend  die  Grund- 
regeln des  Gesanges,  Uebungen  für  die 
Stimme,  Solfeggien  aus  den  besten  älteren 
u.  neueren  Werken  u.  Arien  in  jeder  Art 
von  Bewegung  uud  Character.  Verfafst 
von  Bernardo  J\Iengozxi,  Cherubini,  Ga- 
rat,  Gossec^  Mehul,  Richter,  Gingitene, 
LüJiglc^  Plantade  u.  Guichard.  Leipzig, 
Ambrosius  Kühuel.  fol.  [Dresd.  Mus: 
br.  Mus.  in  2  voll. 

Solfleiscli,  Kaspar, 

in   Andreas   Berger's   Harmoniae    von 
,   1606  ein  8 stim.  Gesang. 

Solle,  Jean -Pierre,  geb.  um 
1755  zu  Nimes,  gest.  6.  Aug.  1812 
zu  Paris.  Sohn  eines  Violon- 
cellisten, wurde  Chorknabe,  bildete 
sich  zum  Violoncellisten  aus,  ging 
aber  1778  als  Tenorist  auf  die 
I  Bühne  in  Avignon,  dann  in  Nancy, 


Solie. 


201 


Solniz. 


auch  in  Paris  an  die  Comedie 
italienne,  doch  mit  wenig  Glück, 
so  dass  er  wieder  nacli  Kancy 
zurücklvchrte,  dann  uacli  Lyon 
ging.  Seine  Stimme  bildete  sich 
während  dessen  zum  Bariton  aus, 
ein  in  der  komischeu  Oper  bis 
dahin  ganz  imbekannte  Stimmart. 
Nun  schrieben  die  Komponisten 
ausdrücklich  Rollen  für  ihn  u.  er 
war  der  Held  des  Tages.  1787 
wurde  er  an  der  Opera -comique 
in  Paris  angestellt.  1790  trat  er 
auch  als  Opernkomponist  auf  und 
schrieb  bis  1811  gegen  25  komische 
Opern  (Fetis,  der  auch  ein  Yerz. 
der  Operetten  giebt). 

Nacli-u-eisbar  sind  von  seinen  Kompo- 
sitionen : 

Anna,  ou  ies  deux  Cliaumieres,  come- 
die en  1  acte.  Paris  (1808).  P.  fol. 
[br.  Mus.     C.  P. 

Le  chapitre  second,  opera  comique  en 
1  acte  (Paris  29.  Prairial  Tan  7e:  17/6 
1799).  Grave.  Paris,  Imbault.  P.  109  S. 
[Darmst.  Briissel  Cons.  B.  B.  Ms.  P. 
mit  deutschem  Test.  C.  P.  br.  Mus. 
Schwerin  F:  Hbg.,  chez  Mees.  P.  Musitfr. 
Wien,  Ms.  in  Stb. 

—  Deutsch  im  Kl.-A.  Wien,  Hof- 
theater Musikverlag.     [B.  B.     Dresd.  Mus. 

Le  diable  ä  quatre,  ou  la  Femme  acca- 
riatre  (sie?)  op.-com.  en  3  a.  (Paris 
1806)  Paris,  Md.  Massen.  P.  [Brüssel 
Cons. 

L'epoux  genereux,  op.-com.  eu  1  a. 
(Paris  7/2  1804)  Paris,  Md.  Massen.  P. 
[Briissel  Cons.     C.  P. 

L'incertitude  maternelle,  ou  le  Chois 
impossible,  op.-com.  en  1  a.  (Paris  6, 8  1803) 
Paris,  l'auteur.     [Brüss.  Cons.     C.  P. 

Jean  et  Genevieve,  op.-com.  en  i  a. 
(Paris  c.  1792)  Paiis,  l'imprim.  du  Con- 
seiT.    P.     [Briiss.  Cons.     C.  P. 

Le  Jockey,  op.-com.  en  1  a.  (Paris  6/1 
1795)  Paris,  Imbault.  P.  [Brüssel  Cons. 
br.  Mus.     C.  P. 

Louise,  ou  la  malade  par  amoui-,  op.- 
com.  en  1  a.  (16/4  1804)  Paris,  l'auteur. 
P.     [Brüss.  Cons.     C.  P. 

Mademoiselle  de  Guise,  op.-com.  eu 
3  a.  (17/3  1808)  Paris,  l'auteur  (Masson). 
P.  [B.B.  Brüss.  Cons.  br.Mus.  C.  P. 
Dai'mst. 

L'Opera  au  ViUage,  Piece  de  circon- 
stauce  a  roccasion  de  la  Paix  et  du  retour 


de  l'Empereur,  paroles  de  Sewrin. . . 
(30/7  1807).  Ms.  P.  fol.  [Brüss.  Cons. 
Nr.  1973. 

Le  secret,  op.-com.  en  1  a.  (Paris  20/4 
1796)  Ms.  in  Stb.     [Bmssel  Cons.     C.  P. 

—  Hamburg  chez  J.  Mees.  P.  [Schwe- 
rin F. 

—  Paris,  Imbault.  P.  [B.  M.  Brüss. 
Cons.    br.  Mus. 

—  Paris,  Leblanc.     P.     [B.  B. 

—  Kl.-A.  Bonn,  Simrock.  [B.  Kgsbg. 
B.  B.  nur  Ouvertiu'e. 

—  Deutsch.  Ms.  P.  Das  Geheimniss. 
[Dresd.  Oper.    München  Oper.     Dai'mst. 

1  Arie  im  Archiv  de  musique,  Chan- 
son patriotique  p.  Gueroult.  (Solo  u.  Chor) 
(Paris)  Magasin.     [B.  B. 

Air  du  petit  Jockev  „II  faut  quitter". 
Paris,  le  Blanc.     [B.B. 

2  Gesge.  f.  1  St.  u.  Pfte.  Bari.,  Compt. 
[B.B. 

1  Chanson  in  Chansons  Nr.  10, 

Im  br.  Mus.    einige  Arien   im  Einzel- 

dn;ck. 

Solieri,  Jofiiines,  1514  Sänger 

in  der  Capella  Julia   an  St.  Peter 

in  Rom  (Viertel].  3,  258). 

Soli^ny,  . .  .  verz.  Gerber  2  als 
seinen  Zeitgenossen,  der  herausgab : 

Le  passe -temps  de  societe.  Liv.  1. 
Berlin  1788  Hummel.  Gesänge  mit  Kla- 
vier. —  Eoniances  p.  le  chant  et  clavecin. 
Liv.  2.  Ib.  1797.  —  In  der  B.  Schwe- 
rin F.  befinden  sich  obige  „Les  Passe- 
Tems  de  Societe  ou  Recueil  de  Romances 
et  Petits  Rondeaux.  Mis  en  musique  et 
arrange  pour  le  Clavecin  ou  Pfte.,  par 
Mr.  Soligny,  Acteur  du  College  Drama- 
tique,  Berlin,  J.  J.  Hummel,     fol. 

Soliiü ,  (^uiiitio ,  Kachfolger 
Tavolaccio's  an  San  Maria  del 
Popolo  in  Rom  als  Organist  und 
Lehrer  Pietro  della  Yalle's  (Yier- 
telj.  8,  356). 

Solitaire  second,  Lyon  1555, 
siehe  Tliiard,  Pontus  de. 

Soller,  . . . 

bekannt  durch  ein  Coucerto  pour  une 
Ciarinette  principale.  Paris.  Stb.,  ge- 
stochen und  im  Ms.     [Darmst. 

Solniz  (Solnitz,  Sollnitz),  Anton 
"Wilhelm,  ein  Komponist  zu 
Amsterdam,  der  um  1758  im 
36.  Lebensjahre  starb,  am  12.  Juni 
1743    die   Universität  zu   Leyden 


Solnstri. 


202 


Sommer,  Chiistoph. 


besuchte  (Bouwst.  1,  100)  und  von 
dem  Gerber  1  sagt:  ein  starker 
Meister  in  der  Komposition,  der 
aber  nie  eher  setzte,  bis  er  be- 
trunken war,  oder  ihn  die  Not 
dazu  zwang.  Darauf  führt  er 
12  Sinfonien,  Partien  und  6  Trios 
an.     Bekannt  sind 

Sbc  Souatas  for  2  V.  witli  a  Tb.  B. 
for  tlie  harpsich.  or  Vcl.  London,  "Walsli. 
3  Stb.     [ß.  Wagener. 

Sonata  a  4:  2  V.  Va.  B.  fol.  —  3  So- 
natas  ä  4  ebenso.  Mss.  in  Upsala  (Sol- 
nitz  eingeklammert,  also  fraglicb). 

Im  Ms.  in  Darmstadt:  3  Sinfonien, 
12  Senates  a  2  Y.  e  Cembalo  und  1  Trio 
a  2  V.  et  B.  in  Gd.  in  Stb.  —  In  Schwe- 
rin F:  2  Sinf.  Ms.  Stb. 

Ein  alter  Auktionskatalog  enthält:  op.  2 
u.  3  je  6  Sonatas  for  2  germ.  fl.  or  Y. 
with  a  B.  —  Divertimento  per  il  Cem- 
balo. —  2  Sonate  a  3,  2  fl.  e  B.  —  3 
Sinfonie  a  4,  2  Y.  A.  e  B.  —  Concerto 
a  5,  Yd.  ob].  2  Y.  A.  e  B. 

Solnstri,  Carlo,  Lebenszeit  un- 
bestimmt, ist  bekannt  durch: 

Messe  a  3  voci,  2  Ten.  e  B.  con  Org. 
obig.     Ms.  P.     19  Bll.     [Bologna. 

Letanie  delle  B.  Y.  a  3  c.  Pfte.  Ms. 
T  76  in  B.  B.  fol.  1. 

Someiizi,  Corona,  Tochter  des 
Senators  Agostino  in  Cremona,  trat 
ins  Kloster  Maggiore  zu  Mailand 
und  st.  12.  April  1609.  Sie  zeich- 
nete sich  als  Komponistin  aus 
(Lucchini  7). 

Somis,  GrioTaniü  Battista  (nicht 
Lorenzo),  geb.  1676  im  Piemonte- 
sischen,  gest.  14.  Aug.  1763  zu 
Turin,  Schüler  der  Violinisten  Vi- 
valdi  und  Corelli,  gründete  die 
Piemontesische  Schule,  liefs  sich 
in  Turin  nieder,  wurde  an  der 
Hofkapelle  Solo-Violinist  und  Or- 
chesterdirektor. Nach  Wasielewski 
1,  48  (91)  sind  seine  Komposi- 
tionen unbedeutend  (Regli,  Storio 
del  Violino,  Turino  1863).  Von 
seinen  Werken   sind  nachweisbar: 

Concerto  a  Yiolino  concertato  con  Y. 
Ya.  e  B.  Ddur.  Ms.  Cx.  869,  5  Stb. 
[Dresd,  Mus. 


Senates  pour  Yiolon  et  Ycl.  ou  Clav. 
Oeuvre  4.  grave  Paris  1726.     [Paris  Nat. 

Sonate  (12)  da  camera  a  Y.  e  Ycl.  o 
Cembalo,  op.  6.  Paris  1734  ä  veuve 
Boiviu.  71  S.  [B.  "Wagener.  Paris  Nat. 
Dresd.  Mus.  im  Ms.  Cx.  870,  1  Sonata  in 
DmoU  gez.  mit  Turin  1723. 

—  Eeeves  besafe  eine  Ausg:  Amst,  Le 
Cene.  Leo  Liepm.  eine  Ausg:  Amst, 
Roger. 

In  B.  Karisruhe.  Ms.  909  Sonata  ä  Y. 
eB.  inP.  (Gd.  Cd.  Gd.:  Allg.,  Largo,  Allgr.). 

Eine  Sonate  für  Gambe  mit  Begltg.  im 
Ms.  6208  der  Kgl.  Hausbibl.  Beriin. 

In  Musikfr.  Wien:  8  Sonate  per  Y.  e  B. 

In  Händel's  Solo  Sonaten  f.  Fl.  u.  B. 
von  1725  b.  —  In  Mich.  Corrette's  L'art 
de  Y.  1  Piece. 

Eine  Sonate  op.  1  in  neuer  Ausg., 
fälschlich  mit  Lorenzo,  wie  Fetis,  gez. 
(Eitner  2). 

Einige  Menuets  in  Maupetit's  Samlwk. 
Menuets.  —  In  Alfr.  Moffat's  Meister 
Schule  (Berl.,  Simrock)  1  Piece. 

Sein  Bruder  Lorenxo  Somis  war  eben- 
falls Violinist,  doch  ist  über  sein  Leben 
nichts  bekannt.  Das  Liceo  musicale  in 
Bologna  besitzt  die  Porträts  beider  Brü- 
der, 1765  von  einem  3.  Bruder  Igiiazio 
gemalt. 

Somma,  Francesco,  lebte  im 
17/18.  Jh. 

Im  Ms.  910,  B.  Karlsruhe,  Concerto  ä 
Fl.  trav.  solo  c.  2  Y.  Yioletta  e  Fonda- 
mento,  Stb.  Cd.    3  Sätze :  Allg.  And.  Allg. 

Sommain,  Jelian  de,  um  1576 
Tenorist  an  der  Kgl.  niederlän- 
dischen Kapelle  (Straeten  3,  820). 
Nach  einer  Zahlungsliste  von  1573 
bezog  er  nach  einer  Dienstzeit  von 
408  Tagen,  den  Tag  zu  9  Placas 
gerechnet:  4432  PI.  als  Musiker  zu 
Brüssel  unter  Herzog  Alba  (Vier- 
tel]. 9,  398). 

Sommer,  Christoph,  aus  Bres- 
lau, ein  Theologe  (SS.  Theol.  Cult), 

schrieb : 

Glückwünschende  Freude  bey  Hoch- 
zeitlichen Ehren  des  ...  Job.  Schmidt, 
.1.  U.  D.  19/29  Sept.  1665  ...  Mit  2.  Yio- 
lineu  u.  1  Singst,  neben  dem  Gb.  zum 
Fundament.  Gesendet . .  aus  Jena  von  . . . 
Jena,  gedr.  bey  Joh.  Jac.  Bauhof  fern. 
2  Bll.  fol.  Was,  hilff  Himmel!  seh  ich 
hier?  f.  C.  B.  u.  2  Y.,  eine  Sinfonie  ä  3 
I   als  Einleitung.     [B.  Br. 


Sommer,  Fiiedr.  Ant. 


203 


Songs. 


Sommer ,    Friedrich    Anton, 

lebte    am    Anfange    des    19.  Jhs. 
und  ist  bekannt  durch: 

Greise  Sonate  f.  das  Pfte.  auf  4  Hd. 
Erzherzog  Rudolph  v.  Oesterreich  gew. 
Wien,  Cappi  u.  Diabelli.  fol.  [B.  B. 
Musikfr.  Wien. 

Sommer,  Fat.  Jacob,  ordinis 
St.  Bernardi  in  Salem,  ist  bekannt 
durch  das  Ms.  in  der  B.  M: 

Missa  solen.  in  B.,  4  voc.  2  V.  Va. 
2  Fl.  2  Clarinetti,  2  Comi,  2  Clarini  et 
Org.     17  Stb.     18.  Jh. 

Sommer,  Johann,  ein  Instru- 
mentist, nach  Fetis  in  Holstein 
geb.  imd  gegen  1623  Direktor  der 
Kapelle  des  Herzogs  von  Holstein, 

gab  heraus: 

Der  fröhlichen  Sommerzeit  erster  Theil 
aus  neuen  Concerten  zu  singen  und  zu 
spielen  bestehend.  Oldenburg  1623.  4". 
(Fetis).  In  den  Samlwk.  1607  u.  1609 
ist  er  mit  Instrumentalkompositionen  ver- 
treten (Eitner  1).  In  der  B.  Danzig  be- 
findet sich  im  Ms.  der  8.  Psalm  zu 
12  Stirn,  von  1611.  In  B.  B.  Ms.  ohne 
Sig.  3  Stb.  in  4«:  2  C.  u.  B.  Hds.  um 
1619,  befinden  sich  am  Ende  Tänze  zu 
5  Stim.,  daiTinter  ist  auch  S.  genannt. 

Sommario  della 

dottrina  Christiaua  per  la  citta  et  dio- 
cese  di  Genova  (mit  4 st.  Gesg.).  Genova 
1589.     120.     j^br.  i]:^g. 

Sommereys,  Nicolas,  Hofmusi- 
kus an  der  kui'f.  Kapelle  in  Bonn, 
am  20.  Juli  1725  angestellt  (Thayer 
1,  23). 

Sonate  da  organo  di  varii  autori 
Dedic.  Ant.  Vidraan,  ohne  Ort  u.  Jahr, 
c.  1700.  Enth.  18  Sonaten  im  Stich  in 
gr.  qufol.  von  Aresti  di  Bolorjmi  3,  Bas- 
sani di  Ferrara,  Che>ii,  Colomifi  di  Bo- 
logna 2,  Mich.  OnistiniaHi,  Monari  3, 
N.  N.  di  Eoma  3,  -ZV.  N.  di  Piacenza, 
Pollaroli,  Schiava  u.  Ziani.  [B,  B.  B. 
Wagener.     B.  M.    Bologna. 

Eine  engl.  Ausg: 

—  Yoluntarj'  &  fugiies  made  on  par- 
pose  for  the  organ  or  harps.  by  Ziani  .  .  . 
Lond.,  Walsh  &  Eandall  &  Hare.  12  Son. 
28  S.     [B.  Wagener.     br.  Mus. 

Eine  dritte  Ausgabe,  betitelt: 

—  XYII  Sonate  da  organo  o  Cimbalo 
del  Sig.  Ziani,  Pollaroli,  Bassani  e  altri 
amosi  autorij.    2.  edit.    A  Amst.,  Eoger. 


[Paris  Nat.      Cambridge  FW.      br.  Mus. 
unter  Ziani. 

Sonate  per  camera  a  Yiolino  e  Violon- 
cello di  vari  avtori  (in  Arabesken),  24  ein- 
zelne Bll.  in  qufol.,  die  Noten  stehen  in 
Abbildmigen,  die  mehr  Raum  als  die 
Noten  selbst  einnehmen,  geheftet  Violine 
u.  Vcl.  hmtereinander,  enth.  12  Sonaten 
aus  2 — 3  Sätzen  bestehend.  Siehe  Nähe- 
res im  Eitner  1,  1700a,  S.  294.  [B.  B. 
B.  Wagener  nur  2—10  u.  12.  Sonate  vor- 
handen. 

Sonatas  (6)  on  Duets  for  2  germ.  flutes 
or  V. . .  by  G.  Aggrell,  F.  Aurelli,  L.  Vinci. 
London,    fol.     [br.  Mus. 

Ms.  fol.  60  in  B.  Kassel,  allerlei  So- 
naten aus  dem  17.  Jh. 

Im  Augsburger  Kat.  siehe  Nr.  234. 
244.  379. 

Sonate  ä  3,  siehe  Chinzer. 

Sonatas  for  a  V.  and  B.,  siehe  Elisab. 
Hare. 

SoJiatas  for  2  V.  &  B.,  siehe  Har- 
tnonia  mundi. 

Sonaten  und  Fugen,  siehe  Wever. 

Senates  (3)  p.  le  Clavecin,  siehe  Win- 
terschmidt. 

Sonate  ä  3  di  vari  autori  (Aldrovan- 
dini,  Torelli,  Stradella,  Gabrieli,  Jachini). 
Bol.  s.  a.     [Bologna. 

Soucino,  F.  F.  Vinceuzo,  dell' 
ordine  di  Predicatori  cantore  del 
Convento  di  D.  Domenico  in  Bo- 
logna (Titel),  gab  heraus: 

12  Credo  in  Canto  fermo.  Ven.  1624 
Magni.     fol.     [Rom  Cecilia. 

Songs. 

(1523)  Tyme  to  pas  with  goodly  sport. 
(Lond.)     [br.  M. 

Songs  1530.  Das  brit.  Mus.  besitzt  den 
Bassus  mit  dem  Titel  „In  this  boke  ar 
cöteynyd.  XX.  söges.  IX.  of  IUI.  ptes., 
and  \  XL  of  thre  ptes."  |  Darunter  das 
Register  u.  unten  „Anno  dni.  M.  ccccc. 
XXX.  Decimo  die  mensio  Octobris."  1  vol. 
in  qu40.     Enthält  an  Autoren 

AshweU,  Cornysh  4,  Cowper  3,  Fayr- 
fax  2,  Gwynneth,  Jones,  Pygot,  Tauernar 
3  u.  Anonym. 

1672.  Thrice  illustrious  famous  city 
London,     s.  sh.     Lond.     [br.  Mus. 

1680.    Three  new  songs.  Lond.    [br.  M. 

1683.  The  newest  . . .  of  the  choicest 
Songs.     Lond.     [br.  Mus. 

1684.  Several  New  Songs.  By  Tho. 
D'Urfey,  Gent.  Set  to  as  many  New 
Tunes  by  the  best  Masters  in  Music  (ohne 
Autoren).  Lond.  1684.  kl.  fol.  [R.  C 
of  Mus.  1366. 


Songs. 


204 


Sonnenkalb. 


1684.  Choice  of  new  songs.  Siehe 
D'  Urfeij. 

1685  a.  A  third  collection  of  new 
songs.     Siehe  D'ürfey. 

1685  b.  A  choice  collection  of  180 
loyal  songs.    Lond.  1685.    120.    [Glasgow. 

1687.  Comes  Amoris;  or  the  Com- 
panion  of  Love.  Being  a  choice  collection 
of  the  newest  Songs  now  in  use.  Books 
1.  2.  4.  Lond.  1687—94.  kl.  fol.  [R.  C. 
of  Mus.  1368.     br.  Mus.  book? 

1687.  Vinculum  societatis;  or  the  Tie 
of  Good  Company.  Being  a  choice  collect. 
of  the  newest  Songs  now  in  use.  books  1. 2. 
Lond.   1687—88.     kl.  fol.     [R.  C.  ofMus. 

1693.  Thesaurus  musicus.  Beiug  a 
collection  of  the  newest  songs  periorm'd 
at  their  Maj.  Theatres;  and  at  the  Con- 
sorts  in  Viller -Street,  in  York  buildings 
and  in  Charles -Street,  Covent  Garden. 
5  books.  Lond.  1693-96.  [R.  C.  of  Mus. 
1384. 

1694.  A  collect,  of  loyal  songs.  vide 
Thompson,     [br.  M. 

1697.  Songs  in  the  new  opera  called 
The  World  in  the  Moon.     Lond.     [br.  M. 

1698.  The  first  song  in  the  Imposture 
defeated.     (Lond.  1698.)     |br.  M. 

1699.  Songs  (12  new)  with  a  Thorow- 
Bass  to  each  song,  figur'd  for  the  org., 
harps.  or  theorbo.  Chiefly  to  encoui'age 
Will.  Pcarson's  new  London  cliaracter. 
Coraposed  by  Dr.  Blow,  Dr.  Turner,  Mr. 
Nicola  (Matteis),  Balph  Courtwill,  Sam. 
Akeroyde,  John  Eccles,  Dan.  Purcell,  John 
Barrett,  Mr.  Williams,  John  Church,  & 
Will.  Orofts,  with  2  new  dialogues,  sett 
by  Jer.  Clark,  sung  in  the  last  revived 
play  . . .  Lond.  1699.  kl.  fol.  [R.  C.  of 
Mus.  1370. 

1719.    Songs  compleat,  siehe  Dr.  Blow. 

1729.  The  music.  miscellany,  collect, 
of  songs.  1729-31.  Watts.    [B.  Kgbg.  55. 

c.  1744.  Thesaurus  musices,  siehe  John 
Simpson. 

1788.  The  London  Songster,  containing 
544  Songs,  Catches  &  most  favorits.  Lond. 
1788.     [Musikfr.  Wien. 

1794.  Seotish  Songs  in  2  voll.  Lond., 
J.  Johnson  &  J.  Egerton  1794.     [B.  M. 

1797.  The  german  Erato  1797.  Ber- 
lin, Nauck.     [B.  Kgbg.  357. 

1798.  The  german  Songster  1798. 
Berlin,  Nauck.     [B.  Kgsbg.  358. 

Siehe  beide  Samlwke.  unter  Erato. 

150  Scotch  Songs,  music  &  words. 
Lond.,  Davidson.     [B.  M. 

Songs  in  the  new  opera,  call'd  Clotilda; 
the  songs  done  in  italian  and  english  as 
they  are  perform'd  at  the  Queens  theatre, 


the  whole  carefully  corrected.  Lond., 
Walsh.     fol.     [Brüssel  2857. 

Thii-ty  Scots  songs  for  a  voice  and 
harps.  The  music  taken  from  the  most 
genuine  sets  extant;  the  words  from 
Allan  Ranisay.  Edinburgh.  R.  Bremner. 
40.     [Brüssel  2478. 

Eine  reichhaltige  Samlg.  Songs  in  der 
Bibl.  des  verstorbenen  Sir  John  Stainer, 
Kat.  S.  77  ff.  Ebenso  im  br.  Mus.  im 
Ms.  u.  Druck. 

The  Songster  Companion,  con- 

tain.  an  collection  of  Songs,  Cantatas  . . . 
Lond.  1760.     8».     [B.  Lpz. 

Soimabeiit,  Martin,  um  1621 
Instrumentist  an  der  Hofkapelle  in 
Halle.  Sclieidt  widmet  ihm  u.  a. 
seine  Paduana. 

Sonnema,  Tjaert: 

Basuin-klauk  vervat.  eemge  uitgelesen 
Psalmen  Davids,  lof-  en  feest-gezangen 
. . .  Amst.  1662  P.  Matthyz.  12"  mit 
2stim.  Liedern.     [Amst. 

—  2.  Ausg.  Amst.  1705  Weduwe  G. 
de  Groot.     12*'.     [Amst. 

Sonnen-  und  Mondfinsternisse, 
Almanach  für  1782,  s.  M.  f.  M.  12, 
148.     [B.  B. 

Sonnenfels,  Joseph,  geb.  um 
1733  zu  Nickelsburg  in  Mähren, 
gest.  26.  April  1817  zu  Wien. 
Sekretär  der  Maler-Akademie,  Rat 
für  Niederösterreich,  schrieb 

Brief  über  die  Wienerische  Schau- 
bühnen. Wien  1768,  4  voll.  8».  Darin 
eine  Abhandig.  über  Gluck's  Alceste,  die 
wieder  abgedrnckt  ist  in  Hiller's  Wöchentl. 
Nachrichten  (nach  Fetis). 

Sonnenlialb,  Johann  Friedrich 
Willielm,  wird  von  Marpurg  2, 
287.  574  u.  3,  465  und  C.  K 
Becker  1  als  Organist  in  Herzberg 
um  1756  und  1760  und  dann  als 
Kantor  u.  Musikdirektor  zu  Dahme 
bez.  mit  der  Bemerkung:  „kann 
nicht  mehr  so  jung  sein".  Er  gab 
heraus : 

Kurze  Entscheidung  der  Frage:  Wie 
sollen  die  Praeludia  eines  Organisten  beym 
Gottesdienst  beschaffen  sein.  Torgau  1756 
J.  G.  Petersell.     4".     28  S.     [B.  B. 

In  Marpurg's  kritischen  Beytr.  3,  465 
bis  486:  Unpartbeyische  Gedanken  über 
. . .  den  Generalbass  des  Herrn  Daube. 


Sonnet. 


205 


Sophie  Elisabeth. 


Sonnet  auf  das  von  Ihrer  Kgl. 
Hoheit  der  Churpriuzessin  zu  Sachsen 
selbst  yerfertigte  ...  H  Trionfo  della 
fedelta  . .  .  Leipzig  1755  Magazin  von 
. . .     Breitkopf.     [C  P.  Kat.  p.  478. 

Sonnotte ,    Giovanni    Giacomo. 
Pseudonym  für  Ange  (xOiidar. 
Sonnevelt,  Jan  Janszoon,  von 

1615—1624  t  Organist  zu  Leyden 
(Bomvst.  2,  168). 

Sonnleithner,  Christoph,  geb. 
28.  Mai  1734  zu  Szegediu  (Ungarn), 
gest.  25.  Dez.  1786  zu  Wien.  Dr. 
der  Rechte,  Hof-  und  Gerichts- 
advokat, auch  Dekan  der  juristi- 
schen Fakultät  zu  Wien,  betrieb 
nebenbei  Musik  wie  ein  ausüben- 
der Künstler  und  zeichnete  sich 
besonders  als  Kirchenkompouist 
aus,  dessen  Werke  vielfach  zur 
Aufführung  gelaugten  (Gerber  2. 
Fütis.  Biogr.  in  der  Wiener  Musik- 
ztg.  1,  277  u.  Lpz.  Ztg.  30,  70). 
Yon    seinen    Kompositionen    sind 

nachweisbar: 

6  Messen,  1  Te  Deum,  Ms.  P.  [Gött- 
weih. 

2  Messen,  Ms.  P.     [Klosterneuburg. 

5  Messen  f.  Chor  u.  Orch.  Ms.  P.  u. 
Stb.  —  5  Motetten  f.  Chor,  Solo  u.  Orch., 
auch  für  1  Stirn,  u.  Orch.  —  Coelites! 
gaudete,  Motetta  —  und  3  Messen  in  Stb. 
[Musikf  r.  Wien. 

16  Symphonien  in  P.  zum  Teil  im 
Autogr.  —  3  Quai-tette  f.  2  V.  Ya.  u.  B. 
op.  posth.  —  9  Quartette,  ebenso,  im 
Autogr.  —  3  Trios  f.  2  V.  u.  B.  - 
2  Divertissement  f.  2  V.  u.  B.  [Musikfr. 
Wien. 

3  Quatuors  p.  2  V.  A.  et  Vcl.  oe. 
posth.  1.    Vienne,  Bureau.    4  Stb.    [ß.  B. 

Sonate  f.  Streichquartett,  mit  Porträt, 
Autogr.  Grasn.  B.  B. 

Sonnleithner,  Joseph  Ferdi- 
nand, Sohn  des  Christoph,  geb. 
um  1765  zu  Wien,  gest.  ebd.  in 
der  Christnacht  1835.  Er  war 
zuerst  Kreiskommissar,  dann  Con- 
cipist,  Hoftheater- Sekretär,  K.  K. 
Hofagent,  Regierungsrat,  dabei  ein 
tüchtiger  Musikkenner  u.  eifiiger 
Sammler;  gab  in  den  Jahren  1794 


bis  96   drei  Theater  Almanache  f. 
Wien    heraus    über    deren   luhalt 
Gerber  2  genau  berichtet  und  die 
zahlreiche "  Biographien    von    Zeit- 
genossen enthalten.     Nachweisbar 
ist  mir  keins  derselben,  es  müssten 
gerade    im    Artikel    „Almanache" 
sich  ein  und  das  andere  darunter 
befinden.     S.   ist   auch   einer    der 
Hauptbegründer       des       adeligen 
Frauenvereins,  der  Gesellschaft  der 
Musikfreunde    und     des     Konser- 
vatoriums,  an  denen  er  ständiger 
Sekretär  war.     Ferner  sammelte  er 
alte  und  neuere  Tonsätze  und  be- 
absichtigte   eine    viel  teilige    Neu- 
ausgabe alter  Werke  zu  veranstal- 
ten.     Der    1.  Bd.    war   bereits   in 
Leipzig  fertig  gestochen  u.  Probe- 
abzüge gemacht,  als  die  Franzosen 
nach   der  Schlacht  bei  Jena   auch 
in  Leipzig  eindrangen  und  die  fer- 
tigen Platten  mit  Beschlag  belegten 
und  einschmolzen.     Nur  ein   ein- 
ziges Druckexemplar,    was  Forkel 
besafs,  befindet  sich  heute  im  Be- 
sitze der  Kgl.  Bibl.  zu  Berlin.     S. 
den  Artikel  Forkel. 

Er  schrieb  auch  und  übersetzte  Opern- 
texte, wovon  die  Hofb.  in  Wien  im  Ms. 
Einiges  besitzt. 

Ferner  besitzen  die  Musikfr.  in  Wien 
im  Autograph:  Collectaneen  zum  Behufe 
des  Studiums  der  Musik  und  ihrer  Ge- 
schichte. Ms.  von  1815—35.  —  Ebendort 
befindet  sich  auch  eine  Biographie  über 
Walther.     Wien  1835. 

Sonnoys,  Andr^,  geb.  gegen 
1540  zu  Mussy-l'Eveque  in  der 
Champagne,  gewann  im  Concourse 
Evreux  1577  den  Preis  der  sil- 
bernen Flöte  für  die  Chanson: 
J'ai  un  joli  courtant  (verger). 
(Fetis.) 

Sophie  Elisabeth,  Gemahün 
des  Herzogs  August  von  Braun- 
schweig-Wolfenbüttel,  Tochter  Jo- 
hann Albrechts  von  Mecklenburg- 
Güstrow  (Chrysander  1,  159-173 
Briefe    von    H.  Schütz     an     die 


Sophie  Elisabeth. 


206 


Sorge. 


Fürstin.  —  Wiuterfeld  2,  446. 
484).  Sie  war  eine  eifrige  Musik- 
freundin und  besafs  die  nötige 
Vorbildung  um  selbst  schaffend 
aufzutreten.  Ihre  geistlichen  Lied- 
kompositionen erschienen  anonym: 

Yinetum  evaugelicum.  Evangelischer 
"Weinberg.  Gott  zu  Ehren,  u.  der  Musik 
Liebhabern  zu  Wolgefallen  von  der 
Durchlauchtigen  Befreyenden  mit  schönen 
anmuhtigen  JMelodeyen  kunstreich  aus- 
gezieret  .  . .  Joach.  h  Glasenapp  (Siehe 
Näheres  im  Artikel  Qlasenapp). 

Neu  erfundenes  Freuden  Spiel  genandt 
Friedens  Sieg.  In  gegenwart  vieler 
Chur-  und  Fürstlicher .  . .  Personen,  in 
dem  Fiirstl:  Burg  Saal  zu  Braunsweig, 
im  Jahr  1642  von  lauter  kleinen  Knaben 
vorgestellet. . .  Verlegt  durch  Conrad  Buno 
in  Wolffenbüttel  1648.  12  Bg.  in  quS». 
Dedic.  von  Justus  Georgius  Schottelius 
in  Wolfenbüttel  20/7  1648  unterz.  10  S. 
Musik,  Gesge.  u.  Instrumentalsätze  in  P. 
[ß.  Br. 

Glückwünschende  Freude  ndarstellimg 
Dem  . . .  Herrn  Augusten,  Hertzogen  zu 
Brunschwig . . .  dargestellet,  den  10.  Apri- 
lis  An.  1652.  Lüneburg,  gedr.  durch  Job. 
u.  Heinr.  Gebrädere  die  Sterne.  1  vol. 
fol.  16  S.  Part.,  besteht  aus  einer 
östim.  Sinfonie,  5  einstim.  Gesgen.  mit 
Bc.  und  einem  4stim.  Schlusschore. 
[Wolfenb.,  nebst  einer  Ausg.  von  1655 
mit  Hinweglassung  von  Nr.  2. 

Cbj-istfürstliches  Davids-Harpfen  Spiel: 
zum  Spiegel  u.  Fürbild  himmel-flammen- 
der  Andacht  mit  ihren  Arien  oder  Sing- 
weisen, hervorgegeben,  Nürnberg  1667 
Chr.  Gerhard,  kl.  8«.  14  Bll.  265  S.  u. 
2  Bll.  63  Lied.  [B.  Lpz.  Winterfeld  2, 
482  kannte  eine  2.  Ausg.  von  1670, 
Wolfenbüttel.  Die  Texte  sind  vom  Her- 
zoge Anton  Ulrich  von  Braunschweig.  Lii 
Winterfeld  2,  Nr.  175—179:  5  Lieder  aus 
obigen  Drucken  (Eitner  2). 

Sophie,  Gr. 

Die  B.  B.  besitzt  im  Ms.  6850  die 
Operette:  Die  beiden  Eifersüchtigen,  in 
1  Akt.     P. 

Sor,  Ferdinand,  geb.  14.  Febr. 
1778  zu  Madrid.  Becker  1  Terz, 
von  ihm  eine  Methode  pour  la 
Guitarre.  Bonn,  Simrock.  Auch 
schrieb  er  die  Oper  Telemacho,  auf- 
geführt den  19.  Mai  1798  zu  Bar- 
celona (Pougin).   Nachweisbar  sind 


Cendrillon,  Ballet -feerie  en  3  actes, 
repres.  Paris  3/3  1823.  Ms.  P.  [Paris 
l'opera. 

Le  Souvenir,  Nocturne  ä  2  vois.  av. 
acc.  de  Pfte.  Paris,  Pacini.  [Mailand 
Cons. 

Ariette  italiane  f.  1  Stirn,  mit  Klav.  u. 
3  Duetti  c.  Pfte.     [Musikfr.  Wien. 

12  Etudes  pour  Guitarre,  oe.  6.  Bonn 
et  Cologne,  Simrock.     fol.     [B.  B. 

Sorag'Ona,  Ottario,  um  1608 
Bassist  am  Dome  zu  Pavia,  bittet 
um  ein  Benefiz  (Bertolotti  87). 

Soranzo,  Griovanni, 

ist  in  der  Bibl.  der  Kapelle  Antoniana 
in  Padua  mit  hds.  Kompositionen  ver- 
treten: 3  Messen  3  voci  c.  strum.,  oder 
f.  Chor  u.  Solo.  1  Requiem  3  v.  o.  str. 
Messenteüe,  Psalmen,  Magnificat,  Lita- 
neien, Offertorien,  noch  eine  Messa  VII., 
alle  zu  3  Stirn,  mit  Orch.  und  eines  reli- 
giösen Marsches  f.  Orchester,  Summa  30 
Kompositionen.     Lebenszeit  unbekannt. 

Sordella,  ...  ein  italienischer 
Opernkomponist  des  18.  Jh.,  von 
dem 

das  Opernarchiv  zu  Turin  eine  1745 
aufgefühiie  Oper  „La  conquista  del  VeUo 
d'oro"  im  Textbuche  besitzt. 

Sore,  Martin,  siehe  Agricola. 

Soret, . . . 

Einige  Menutte  in  Maupetit's  Samlwk. 
Menuets,  siehe  Menuet. 

Sorge,  Greorge  Andreas,  geb. 
30.  März  1703  in  Mellenbach  im 
Schwarzburgischen,  gest.  4.  April 
1778  zu  Lobenstein.  Erhielt  nur 
mangelhaften  Musikunterricht,  zu- 
letzt bei  Kasp.  Fischer  in  Schney 
(Frauken),  ebenso  machte  er  seine 
wissenschaftlichen  Studien  nur  bei 
einem  Kandidaten  der  Theologie 
ab.  In  seinem  19.  Jahre  erhielt 
er  schon  den  Ruf  als  Hoforganist  in 
Lobenstein  und  behielt  denselben 
bis  zu  seinem  Tode  56  Jahre  hin- 
durch. Als  Komponist  war  er 
nicht  hervorragend,  doch  als  Theo- 
retiker zeigt  er  sich  als  ein  scharfer 
und  glücklicher  Beobachter,  nur 
litt  er  an  dem  Fehler,  dass  er 
allein  alles  wissen  wollte  und  ge- 


Soi-gc. 


207 


Sorge. 


riet  dadurch  mit  seinen  Zeitgenossen 
in  heftigen  Streit.  Quantz  charak- 
terisiert ihn  einmal  sehr  treffend, 
er  schreibt  in  Briefform  an  Em. 
Bach  (Marpurg's  krit.  Briefe  ISTr.  4 
S.  25):  „Sie  müssen  bedenken, 
dass  der  Herr  Sorge  der  einzige 
Mann  in  der  Welt  zu  sein  glaubt, 
der  weifs,  dass  2X2  nicht  5,  und 
eine  Terz  keine  Quarte  ist.  Er 
hält  sich  aus  diesem  Grunde  alleine 
berechtigt  von  der  Musik  zu 
schreiben,  und  wehe  dem,  der  ihm 
auf  dem  Wege  begegnet."  Aehn- 
lich  äufsert  er  sich  im  8.  Briefe 
an  Joh.  Georg  Hoffmann.  S.  stand 
anfänglich  im  Verkehr  mit  Mar- 
purg  und  hatte  ihm  zum  4.  Bde. 
S.  1  (zu  den  histor.-kri tisch.  Bey- 
trägen)  einen  Artikel  über  „Herrn 
Quanzens  H  D  und  \>  E  Klappe  der 
Querflöte"  eingesandt,  der  auch 
zum  Abdruck  gelangte.  1745  bis 
1747  gab  S.  auf  eigene  Kosten  u. 
eigenen  Yertrieb  sein  „Yorgemach 
der  musicalischen  Composition" 
heraus.  Als  nun  Marpurg  1757 
seine  Anfangsgründe  der  theoreti- 
schen Musik  herausgab  und  S.  da- 
durch Abbruch  am  Vertrieb  seines 
Vorgemaches  zu  erleiden  glaubte, 
begann  er  Marpurg  in  grober  und 
verletzender  Weise  anzugreifen 
(Marpurg  selbst  erklärt  dies  im 
18.  Briefe,  wo  er  S.  in  gleicher 
Weise  angreift).  Der  Streit  zieht 
sich  Jahrzehnte  hin  u.  dreht  sich 
stets  um  theoretische  Meinungs- 
verschiedenheiten. Es  war  die 
Zeit  der  Entwickelung  des  Har- 
moniesystems, welches  von  Rameau 
angeregt  und  von  den  Deutschen 
in  bekannter  Gründlichkeit  weiter 
geführt  wird.  S.  baute  sein  System 
auf  Terzen  auf  und  leitete  alle 
Akkorde  davon  ab.  Marpurg  nahm 
Rameau's  System  an  und  baute  es 
auf  die  sogenannte  Sympathie  auf, 


es  beruht  auf  dem  Mitklingen  der 
8ve^  5t,  grofsen  3  u.  s.  f.  Also 
eigentlich  auch  auf  dem  Terzen- 
System.  Es  würde  zu  weit  führen 
den  verschiedenen  Lehren  dama- 
liger Zeit  nachzugehen;  die  ein- 
schlägigen AVerke  S.'s  und  Mar- 
purg's liefern  das  nötige  Material 
für  Spezialforschung.  Als  darauf 
Sorge  1760  sein  Compendium  har- 
monicum  oder  kurzer  Begriff  der 
Lehre  von  der  Harmonie  heraus- 
gab, liefs  Marpurg  das  ganze  AVerk 
nochmals  abdrucken  mit  seinen 
Bemerkungan  u.  52  beistimmenden 
Urteilen  von  damals  lebenden 
Theoretikern,  wie  Mattheson,  Quantz, 
Riedt,  Albrecht,  Em.  Bach,  Schrö- 
ter, Gramer  u.  a.,  die  er  in  den 
hist.  krit.  Beytr.  Bd.  5,  100  ab- 
druckt (siehe  Marpurg:  Herrn  G. 
A.  Sorgens  Anleitung  zum  General- 
bass  und  zur  Composition,  Berlin 
1760).  Sorge  ist  im  Ausdrucke 
sehr  umständlich  und  ungenau,  so 
dass  man  nur  mit  Mühe  seine 
Meinung  erkennt.  Dies  giebt 
natürlich  den  Gegnern  eine  Hand- 
habe zum  Angriff,  den  sie  auch 
redlich  benützen.  Das  Stärkste 
leistet  er  in  seiner  Genealogia  alle- 
gorica  1741,  worin  er  durch  An- 
merkungen sich  gezwungen  sieht 
die  Schwabelei  im  Texte  zu  er- 
klären. Es  ist  ganz  unglaublich  in 
wie  wegwerfender  Weise  sich  die 
beiden  gegenseitig  befeinden  und 
dabei  doch  an  einem  Strange  ziehen 
(Biogr.  nach  hds.  Mitteilungen  in 
Mattheson's  Ehrenpforte.  Gerb.  1 
danach).  Von  seinen  Werken  sind 
nachweisbar  (die  meist  sehr  langen 
umständlichen  Titel  gebe  ich  nur 
nach  dem  Anfangs- Wortlaute  wieder 
und  verweise  auf  C.  F.  Becker  1. 
2.,  der  sie  ausführlich  mitteilt): 

Schriften  (alphabetisch  nach  dem  Stich- 
worte) : 


Sorge. 


208 


Sorge. 


Anleitung  zur  Fantasie  oder  zu  der 
schönen  Kunst  das  Ciavier ...  zu  spielen. 
Lobenstein  17ü7  Selbstverlag.  4°.  SOS. 
17  Taf.  (Becker  1,  471).  [B.  B.  Dresd. 
B.  M.     B.  Wagener.     B.  Lpz.     Briissel. 

Herrn  G.  A.  Sorgens  Anleitung  zum 
Generalbass  imd  zur  Composition  mit  An- 
merkungen herausgegeben  von  Marpurg. 
Berlin  1760  Lange.  40.  152  S.  4  Taf. 
(siehe  Sorgens  Compendium.  Becker  1, 
404).  [B.  B.  Dresd.  B.  M.  B.  Wagener. 
B.  Lpz.     Brässel. 

. . .  Zuvei'lässige  Amceistmg  Claviere 
und  Orgeln  zu  temperireu  und  zu  stim- 
men . .  .  Leipzig  und  Lobenstein  1758  G-. 
Fr.  Authenrieth.  4°.  28  Seit.  [B.  B. 
Dresd.     B.  Lpz.     B.  M.     Musikfr.  Wien. 

Ausführliche  und  deutliche  Amceisung 
zur  Eationalrechnung.  und  der  damit  ver- 
knüpften Ausmessung  und  Abtheilung  des 
Monochords  . . .  Lobeusteiu  1749.  8°. 
308  Seit.  (Becker  1,  236).  [B.  B.  B.  M. 
Brüssel.     Kopenh.     Musikfr.  Wien. 

Amceisung  zur  Stimmung  und  Tempe- 
ratur sowohl  der  Orgelwerke,  als  auch 
anderer  Instrumente,  sonderlich  aber  des 
Claviers.  In  einem  Gespräche  zwischen 
einem  Musico  theoretico  u.  seinem  Scho- 
laren. Mit  nöthigen  mathematischen  Be- 
weisthümern  . .  .  Hambg.  1744  gedr.  mit 
Piscators  Schriften,  kl.  8».  56  S.  [B.  B. 
B.  Lpz.     B.  M.     Kopenhag. 

Ausführliche,  siehe  Anweisung. 

Ausiveichungs -IdheWen;  in  welchen 
auf  vierfache  Art  gezeiget  wird  wie  eine 
iede  Tonart  in  ihre  Nebeu-Tonarten  aus- 
weichen könne,  entworfen  von  . .  .  Verlag 
Haffners  in  Nmbg.  fol,  Xupferstich 
11  S.  [B.B.,  auch  im  Ms.  theor.  fol.  79. 
Brüssel. 

Cornpeiidiuin  harmonicum  oder  kurzer 
Begriff  der  Lehre  von  der  Harmonie, 
vor  diejenigen,  welche  den  Generalbass 
und  die  Composition  studieren . . .  Loben- 
stein 1760  b.  Verfasser.  4°.  8  Bll.  121  S. 
24  Taf.  (Becker  404.)  Liefs  Marpurg 
mit  Bemerkungen  nochmals  abdrucken, 
siehe  Anleitung  zum  Generalbass.  [B.  B. 
Dresd.  B.  M.  B.  Wagener.  Brüssel. 
Lübeck.     Musikfr.  AVien. 

Kurze  Erklärung  des  canonis  harmo- 
nici.  s.  1.  et  a.  (Lobenst.  1763).  fol.  4S. 
Handelt  von  der  gleichschwebenden  Tem- 
peratur.    [B.  B.     B.  Lpz. 

Qetiealogia  allegorica  intervallorum 
octavae  diatono  -  chromaticae,  d.  i.  Ge- 
schlechtsregister der  Intervallen  nach  An- 
leitung der  Klänge  des  greisen  Waldhorn. 
Franckfurt  (1741).  Hof,  gedr.  bey  Joh. 
Ernst   Schnitzen.     Selbstverlag,      kl.    8''. 


4  BU.  44  S.  u.  2  Bll.  Ist  im  symboli- 
schen Stile  abgefasst,  indem  er  die  Töne 
als  Prinzen  u.  Prinzessinnen  aufführt  u. 
ihre  Verwandtschaft  mit  den  Tönen  ver- 
gleicht. In  Anmerkungen  sieht  er  sich 
gezwungen,  was  er  oben  in  allegorischer 
Weise  gesagt  hat  in  einfache  Worte  zu 
kleiden.     [B.  B.     B.  Hbg.     B.  B. 

Gespräch  zwischen  einem  Musico  theo- 
retico und  einem  Studioso  Musices  von 
der  Praetorianischen,  Printzischen,  Werck- 
meisterischen,  Neidthardtischen  und  Sil- 
bermannischen Temperatur  .  . .  Loben- 
stein 1748.  80.  86  S.  (Becker  238.) 
[B.  B.  B.Hbg.  B.  M.  B.  Wagener. 
Brüssel.     Musikfr.  Wien. 

Der  in  der  Rechen-  und  Messkunst 
wohlerfahrene  Orgelbaumeister  .  . .  (Lo- 
benstein) 1773  Selbstverlag.  40.  68  S. 
(Becker  248.)  [B.  B.  Dresd.  B.  Wa- 
gener.    Brüssel.     Musikfr.  Wien. 

Giündliche  Untersuchung,  ob  die  im 
3.  Theile  des  3.  Bdes.  der  Mizlerischen 
musikal.  Bibl.  Seite  457  und  580  befind- 
liche Scbröterische  Ciavier -Temperaturen 
für  gleichschwebend  passiren  können  oder 
nicht.  Aus  Liebe  zur  Wahrheit  ange- 
stellet  von  .  .  .  Gräfl.  Keufs-Plauischen 
Hof-  u.  Stadt -Organisten  zu  Lobenstein. 
Im  Jahre  1754.  kl.  8".  38  S.  ohne 
Drucker.     [B.  B.    B.  M.    B.  Wagen  er. 

Vorgemach  der  musicalischen  Compo- 
sition ...  1.  2.  3.  Thl.  Lobenst.  1745 
bis  1747  Selbstveriag.  4«.  432  S.  u.  Reg. 
nebst  22  u.  40  S.  Notenbeispiele.  (Becker 
415.)  [B.  B.  Dresd.  B.  Lpz.  B.  Wa- 
gener. Brüssel.  Musikfr.  Wien.  Kloster 
Beuron  in  HohenzoUern. 

Zuverlässige  Anweisung,  siehe  An- 
tveisung. 

Becker  251  schreibt  ihm  noch  zu: 

Bei  der  Einweihung  des  durch  den  .  . 
Orgelbaumeister  .  .  Fr.  Heidenreich,  zu 
Gerolsgrün  .  .  .  erbauten  neuen  Orgel- 
werks ...  Hof  (1771)  Hetschel.  4P. 
4  S.     [B.  Lpz. 

Alitophilos  Schreiben  an  den  Herrn 
Johann  Georg  Hofmann  (enthaltend  eine 
Verteidigung  von  Sorgen's  Comjjendium 
1760,  unterz.  Alitophilos).  Lobeustein 
1759.  4P.  Ist  jedenfalls  von  Sorge  selbst 
abgefasst.     [Dresden. 

J.  A.  J.  Ludwig  sehrieb:  Eine  helle 
Brille  ...  s.  1.  et  a.,  worin  er  den  Streit 
zwischen  Sorge  und  Marpurg  bespricht. 

Die  Melodie  aus  der  Harmonie  her- 
geleitet.    Ms.     [Musikfr.  Wien. 

S.'s  Anmerkungen  zu  Quanzens  Dis 
und  Es  Klappe  auf  der  Querflöte  (im 
Marpuig  4,  1). 


Sorge. 


209 


Soriano. 


Ueber  S.'s  Lehre  vou  der  Entstehung 
der  dissonierenden  Töne  (Marpurg  5,  131, 
der  ihm  sehr  scharf  in  breiter,  damals 
beliebter,  öfter  in  recht  unlogischer  "Weise 
zu  Leibe  rückt). 

Instrumentalwerice. 

Ciavier  Übung  in  sich  haltend  das  I. 
und  II.  halbe  Dutzend  Von  24.  melo- 
dieusen  vollstimmigen  u.  nach  modernem 
Gustu  durch  den  gantzen  Circulum  Mo- 
dorum  musiconim  gesetzten  Praeludiis 
welche  sich  so  wohl  auf  der  Orgel  als 
. . .  Clavicymbel  u.  Clavicordio  . . .  Ver- 
legts  Balth.  Schmidt,  Org.  u.  Kupfer- 
stecher in  Nrnbg.  Nr.  7.  nufol.  24  S. 
[B.M.     B.B. 

—  Das  III.  und  IV.  halbe  Dutzend 
(wie  vorher).  Ib.  Nr.  13.  24  S.  in  fol. 
[B.  B.     B.  M.     B.  Wagener. 


Im    2.   Praeludium     kommt    folgende 
Bassfigur  vor: 


und  80  noch  6  Takte. 

Ciavier  Übung,  bestehend  in  6  nach 
italienischem  Gusto  gesetzten  Sonatinen. 
1.  Thl.  Nrnbg.,  B.  Schmid  Nr.  6.  —  2tes 
halbes  Dutzend  Sonatinen.  Ib.  Nr.  12.  — 
3tes  halbes  Dutzend  vors  Ciavier  .  .  . 
Dem  . , .  Herrn  Joh.  Seb.  Bach  dediciit. 
Ib.  Nr.  22.  fol.  je  12  Seiten.  Sonaten 
sind  nur  einsätzig.  Die  Dedic.  an  Seb. 
Bach  abgedr.  in  K.  f.  M.  11,  65.  [B.  B. 
B.  M.  Dresd.  Mus.  im  Ms.  A493,  Samlbd. 
von  1711  in  qu40.  9  BU.  nur  1.  Teil. 

Dass  Sorge  ein  tüchtiger  Harmoniker 
war,  beweist  folgende  Stelle: 


Pi| 


SEL=i3Et3=^H 


con  8va. 


Dagegen  ist  ihm  eine  kontrapunktische 
Fühmng  der  Stimmen  eine  scheinbar  un- 
bekannte Fertigkeit,  obgleich  er  in  seinen 
11  Trios  und  den  Kanons  beweist,  dass 
er  in  der  Kontrapunktik  kein  Fremd- 
ling ist. 

24  kurtze  Prcäludia  . . .  kleiner  Clavier- 
schüler.  Nürubg..  Schmid,  Nr.  16.  12  Bll. 
[B.  B.     B.  Hbg.     B.  M.     B.  Wagener. 

1.  Liefg.  von  XII.  Sonaten  vor  die 
Orgel  und  das  Ciavier  im  neuern  Stvl 
gesetzet.  Ib.  Nr.  29.  10  Bll.  mit  3  So- 
naten.    [B.  M.     Berlin  Th. 

Sonatinen,  Fantasien,  Toccatinen  und 
Sinfonien  vors  Ciavier  im  neuern  Style 
gesetzet.  1.  Herausgabe.  Nürnbg.,  B. 
Schmids  Erben,  fol.  [B.  M.  B.  Lpz.  im 
Druck  u.  Ms. 

_  Im  Ms.  110  (17858)  hochfol.  6  Sonaten, 
einsätzig  in  dreiteiliger  Form.  Nur  1  So- 
nate komplet,  die  2te  defekt.  Folgen 
noch  1  Toccata  u.  eine  def.,  die  wahrsch. 
auch  von  S.  sind.  [B.  B.  Ebendort  Ms. 
199  c.  Nr.  9:   Toccata  per  omnes  modos. 

Zweyter  Theil  der  Vorspiele  vor  be- 
kannten Choral  -  Gesang  in  3stim.  .  .  . 
Selbstverlag  1754.     qufol.     [B.  B. 

Wohlgewürtzte  Klangspeisen  vor  musi- 
calische Gemüther,  6  Clavierparthien. 
Nrnbg.,  Haffner  Nr.  8.  18  S.  [B.  Wa- 
gener. 

Kob.  Eitner's  Quellen-Lesikon.    Bd.  9. 


^--J 


Preludes  p.  l'org.  Nürembg.,  Schmitt. 
[Bräss.  Cons. 

Orgel-Sonate.     Ms.     [Musikfr.  Wien. 

Herr  Ernst  von  Werra  in  Constanz 
besitzt  (1887)  eine  Anzahl  Kompositionen 
in  Kopie. 

In  B.  Brüssel,  Ms.  2013,  Samlwk.  mit 
Orgelpiecen,  darunter  auch  S. 

Toccata  per  omnem  circulum.  Ms. 
[B.  Lpz. 

11  Trios  (im  3 st.  Klaviersatze,  nicht 
unbedeutend  und  kontrapunktisch  öfter 
recht  geschickt  und  wohlklingend  gearbei- 
tet, wenn  auch  ohne  tiefere  Empfindung^. 
Ms.  2013.     [Brüssel  fds.  Fetis. 

In  neuen  Ausg.  3  Fiigen  (Eitner  2). 

Soriano  (Surianus),  Francesco, 
in  Soriano  um  1549  geb.,  sein 
Tod  ist  um  1621  anzusetzen,  be- 
erdigt in  der  Kirche  S.  Maria  Mag- 
giore  in  Koni.  Knabensänger  an 
S.  Giovanni  di  Laterano  unter  An- 
nibale  Zoilo  und  dann  unter  Bartol. 
Koy;  nach  der  Mutation  Schüler 
G.  B.  Montanari's,  G.  Maria  Na- 
nini's  und  zuletzt  Palestrina's,  was 
in  einem  Briefe  bestätigt  wird. 
1581   ist  er   Kapellmeister   an   S. 

14 


Soriano. 


210 


Soriano. 


Luigi  in  Rom  (auf  dem  Titel  der 
1581  erschienenen  Madrigale  nennt 
er  sich  einen  Eömer).  Gegen  1583 
scheint  er  am  Hofe  zu  Mantua 
gelebt  zu  haben,  Haberl,  Jahrb. 
1886,  45  sagt,  man  kann  anneh- 
men, dass  er  dort  von  c.  1581  bis 
1585  Direktor  der  Kapelle  wai'. 
Im  Jan.  1586  knüpfte  der  Herzog 
mit  Oiacomeiti  Verhandlungen  zur 
Uebernahme  der  Stelle  an.  Soriano 
bezog  einen  Gehalt  von  100  Du- 
katen nebst  Naturalien.  Auch  Emil 
Vogel  bestätigt  obiges  in  Yiertelj. 
3,  320.  1587  wurde  er  Kapell- 
meister an  S.  Maria  Maggiore  zu 
Rom  mit  monatl.  20  Scudi  Gehalt, 
1599  Kapellmeister  an  S.  Giov.  di 
Laterano,  ging  aber  bald  darauf 
wieder  zurück  an  die  Kirche  S. 
Maria  Maggiore  und  von  hier  1603 
an  St.  Peter  in  Rom,  wo  er  am 
23.  Juni  1620  als  TOjähriger  Mann 
in  den  Ruhestand  trat.  S.  war 
auch  Priester  und  an  S.  Maria 
Maggiore  Benefiziant  imd  später 
Dekan  (Biogr.  Haberl,  Jahrb.  1895, 
95.     Canal  35.     Titel). 

Geistliche  Kompositionen : 

. .  .  Motectoruin  quae  octo  vocibus  con- 
cinuntur  (Lib.  1).  Eomae  1597  Nie.  Mu- 
tius.  8  Stb.  40.  9  Motetten,  1  Litau. 
[B.  B.  Bologna  AI.  B  1.  Bora  Barbe- 
rina.     Proske  in  hds.  Part. 

. . .  Missarum  lib.  1.  Romae  1609  J. 
B.  Robblettus.  Chorb.  in  gr.  fol.  Enthält 
2  Messen  zu  4  Stirn.,  3  zu  5,  2  zu  6, 
1  zu  8  Stirn.  [B.  B.  Cap.  Laterano  Nr. 
22 — 24,  3  Exempl.  Cap.  sistina.  B.  zu 
Assissi.  Rom  S.  Pietro.  Bologna,  br. 
Mus.    Proske  hds.  Paii. 

Psalmi  et  Motecta  quae  octo,  duodecim 
et  sexdecim  voc.  Lib.  2.  Yen.  1616 
J.  Yincentius.  13  Stb.  4".  20  Xrn. 
[C.  P.  13  Stb.  Cap.  JuHa  (S.  Pietro) 
10  Stb.     Rom  Chiesa  nuova. 

. .  .  Passio  D.  N.  Jesu  Christi  secun- 
dum  quatuor  Euangelistas.  Maguificat  sex- 
decim. Sequentia  fideUuni  defunctorum, 
Tina  cum  Responsoria.  aliaq;  non  nulla 
ecclesiastica  4  vocib.  . . .  Romae  1619 
Soldus.     Chorb.  gr.  fol.     Dedic.    im  Kat. 


Bologna  2,  140.  Auf  dem  dabei  befind- 
lichen Porträt  nennt  er  sich  einen  sieben- 
zigjährigen.  [Bologna.  Rom  S.  Pietro. 
Rom  Cecilia.     Cap.  Laterano. 

Haberl,  Jahrb.  1895  teilt  sie  in  Part.  mit. 

Canoni,  et  Oblighi  di  cento,  et  dieci 
Sorte,  sopra  l'Ave  Maris  Stella,  Di  . . . 
a  3,  4,  5,  6,  7,  et  8  voci.  Roma  1610 
Robletti.  fol.  1  vol.  76  BU.  Abdr.  der 
Dedic.  im  Kat.  Bologna  1,  325,  siehe  auch 
Haberl,  Jahrb.  1895,  99  u.  103.  [B.  B. 
B.  Wagener.  Cap.  Julia.  Florenz.  Bo- 
logna, auch  im  Ms.  in  Partitur  in  Auf- 
lösung der  Canons.    Rom  Cecilia  im  Druck. 

In  Mss.  in  B.  B.  Ms.  535  Bd.  1  S.  155: 
Alma  redemptor  4  voc.  in  P.  —  Ms.  37 : 
Maguificat  12  v.  (dasselbe  auch  im  Ms.  5). 
—  In  dedicatioue  12  v.  —  Nunc  dimittis 
8  voc.  in  P.  —  Ms.  20910:  Benedictus 
8  voc.  1610,  in  2  Kopien,  P.  —  Ms.  32: 
Ecce  sacerdos  8  v.  P. 

In  B.  L.  Adorna  thalamum  8  voc. 
Ms.  16. 

In  B.  M.  2  Messen  im  Ms.  P.  zu  6  u. 
4  Stim.  in  Samlwken. 

In  Bologna,  Kat.  2,  313:  Magnificat 
4.  toni,  2  voc.     Magnif.  7.  toni  4  voc.  P. 

In  Dresd.  Ms.  262,  44:  Missa  super 
voces  musicales  6  voc.  in  P. 

In  Eofb.  Wien,  Ms.  16221  in  P.  „Cre- 
didi  propter  quod  locutus  sum",  8  v.  c.  org. 

Weltliche  Gesänge : 

...  II  1.  lib.  de  MadrigaU  ä  5  voci  . . . 
Ven.  1581  Ang.  Gardano.  5  Stb.  4°. 
21  Gesge.,  bez.  er  als  .seine  ersten  im 
Druck  erschienenen  Kompositionen.  [Bo- 
logna.    Modena. 

II  1.  lib.  de  Madr.  a  5  voc,  ristamp. 
Ven.  1588  G.  Vincenti.  5  Stb.  40.  21  Nrn. 
[Bologna.     Köln:  C.  A.  5a. 

...  II  2.  lib.  de  Madr.  a  5  voci  . . . 
Roma  1592  ad  instanza  di  Ascanio  &  Gii'ol. 
Douangeli.  Per  Franc.  Coattini.  5  Stb. 
40.  21  Gesge.  [Bologna,  A.  def.  br. 
Mus:  CT. 

...  H  1.  lib.  de  Madr.  a  4  voci,  con 
dui  ä  5  in  Prosa  &  dui  ä  6  nel  fine  . . . 
Roma  1601  heredi  di  Nie.  Mutij.  Stb.? 
40.     21  Gesge.     [Bologna:  B. 

Nunc  dimittis  serv.  tuum  4  v.  c.  org. 
Ms.  P.  Bd.  116.  [K.  Br.  und  Bd.  117: 
In  dedicatione  tempü  12  voc.  (lib.  2. 
1626).  Ms.  P. 

Im  Ms.  Oxford  Ch.  Ch.  1  Canzone  ä  3  v. 

In  alten  Samlwk.  17  Gesge.  (Eitner  1), 
dazu  kommen  noch  in  T.  L.  de  Yictoria's 
Motecta   festorum    1585  a   eine   Mot.,    in 


Sorlisi. 


211 


Soto,  Andrea  de. 


Palestrina's  Missa  Papae  MarccUi  am 
Ende  1  Messe,  auch  bei  Schott's  Söhnen 
1850  in  P.  erschienen  und  nach  Vogel: 
Caddi  al  primo  apparir  5  voci  in  Gar- 
dauo's  4.  lib.  delle  Muse  1574,  —  Ohirae 
Tantica  fiauiraa  5  v.  in  Fei.  Anerio's  Le 
gioie  Madr.  1589.  —  Vedo  ogni  selva  und 
Ameni  coUi  vaghi  3  v.  in  G.  Vincenti's 
Canzonette  1591.  —  Lasso  non  e  il  morir 
5  V.  in  G.  Vincenti's  Nuova  spogha  1593. 

—  Alta  armonia  gentile  3  v.  in  Ancina's 
Tempio  armonico  1599.  —  Vedo  ogni 
selva  3  v.   in  Phalese's  Canzonette  1607. 

—  Ninfa,  la  falsa  und  Mestissimi  con- 
centi  5  v.  in  desselben  II  Helicone  1616. 
Im  Samlwk.  Contrapunto  2  stehen  3  Ton- 
sätze und  emer  von  einem  Vecchio  So- 
riano  (?). 

29  Gesge.  in  neuen  Ausg.   (Eitner  2). 

Ferner  in  Commefs  25.  Bd.  Musica 
Sacra:  Ecce  sacerdos  niagnus  8  voc.  Nr.  3. 

Sorlisi,  Bartolomeo,  ein  Kastrat, 
gest.  3.  März  1672  in  Dresden, 
diente  um  1651  in  der  baierschen 
Hofkapelle  nnd  wurde  um  1666 
durch  Bandini  für  die  Dresdner 
Hofkapelle  gewonnen.  Sein  Ge- 
halt betrug  in  Baiern  um  1657: 
432  Gld.,  in  Dresden  dagegen 
800  Rthlr.  Er  wurde  ein  Günst- 
ling des  Kurfürsten,  der  neben  der 
vSingerei  noch  allerlei  einträgliche 
Aemter  erhielt.  Trotz  der  Kastri- 
rung  verheiratete  er  sich  mit  einer 
geb.  Lichtwer  in  Dresden  (Kreis- 
archiv in  München.  Fürstenau  1, 
92.  95.     M.  f.  M.  28,  87). 

Sorosiiia,  Pietro  Nicolö,  nach 
dem  Ms.  19163  der  Hofb.  A¥ien 
war  er  im  17.  Jh.  Organist  der 
Kaiserin  Eleonore  von  Oesterreich 
zu  Wien  und  ist  bekannt  durch 

Madrigale  zu  2  und  4  Stirn,  mit  Bc. 
und  1  Serenata  f.  2  Öopr.  und  Tenor  mit 
Instrumenten.  Ms.  P.  u.  Stb.  Ferner 
7  Sonate  e  Sinfonie  a  2  V.  c.  B.  org., 
oder  V.  Va.  e  Bc.  —  Arie  e  Canzonetta 
etc.  [Modena  im  Ms.]  In  der  Hofb. 
Wien,  Ms.  19163  das  Oratorium:  Adamo 
et  Eva,  in  2  pari  P.  Ms.  19242:  La 
caduta  del  primo  uomo  (Orator.)  P. 

Sorte,  Bartolomeo,  aus  Padua, 
wo  er  auch  in  den  70  er  bis  90  er 
Jahren    des    16.  Jhs.    lebte     und 


Sänger  an  der  Kathedrale  war 
(Dedic.  und  Katalog  Bologna  2, 
140).     Er  gab  heraus: 

Vespertina  omnium  solemnitatum  Psal- 
modia,  duoque  cantica  B.  V.  et  Hymnus 
Diui  Ambrosij  &  Augustini.  8  vocib.  Ven. 
1593  Gardanus.  21  Gesge.  8  Stb.  4". 
[Proske  fehlen  T2.  B2.  AVestminster  Abt. 
in  London  8  Stb, 

. . .  Missarum  hber  1  cum  4,  5,  «fe  8 
vocibus  nunc  primuin  in  lucem  aeditus. 
Additisq;  Psaimis  ad  tertiam  spectantibus 
octonis  voc.  . . .  Ven.  1596  Ang.  Gar- 
danus.    6  Stb.     40.     [Bologna. 

...  II  1.  lib.  de  Madrigali  a  4,  5  et 
6  voci,  con  doi  Dialoghi  a  sette  . . .  Ven. 
1573  figliuoli  di  Ant.  Gardano.  5  Stb. 
qu40.  29  Madr.  [Bologna,  Kat.  3,  171 
Abdr.  der  Dedic. 

...  II  2.  lib.  de  Madrig.  a  5  voci  . . . 
Ven.  1579  Ang.  Gardano.  5  Stb.  qu40. 
21  Madr.     [B.  L. 

Im  Samlwk.  1598  ein  zweiteiliges  Madri- 
gal (Eitner  1). 

Sosieperdecker,  .  .  .  verz.  der 
ältere  allerdings  sehr  fehlerhafte 
Katalog  des  Conservatoir  zu  Brüs- 
sel: Serenade  f.  4  St.  u.  Orch.  Ms. 
in  Stb.    Wotquenne  hat  ihn  nicht. 

Sosson,  ...  ein  Priester,  wurde 
1775  oder  1780  Musikdirektor 
(Sangmeister)  an  der  Kirche  St- 
Pierre  zu  Caeu;  1793  am  9.  Okt. 
wählte  man  ihn  zum  Maire  der 
Stadt  und  streifte  er  den  Priester 
und  den  Musikdirektor  ab. 

Man  erwähnt  von  seiner  Komposition 
eine  Messe,  ein  Maguificat,  ein  Dominus 
und  ein  Te  Deum  (Pougin). 

Sotelo,    Juan  Gonzales    de, 

1614  Sänger  an  der  Kgl.  Kapelle 
in  Brüssel  (Straeten  5,  155). 

—  Jehan,  um  1620  Instrumen- 
tist ebd.  (ib.  156). 

Sotliin,  Joannes,  diente  im 
letzten  Drittel  des  15.  Jhs.  in  der 
Hofkapelle  in  Neapel  (Straeten  4, 
28.  29). 

Soto  (Sotos),  Andrea  de,  geb. 
in  Estramadura,  ein  Guitarrist  im 
18.  Jh.,  bekannt  durch  die  Schule: 

Arte  para  aprender  com  facilidad  y  sin 
maestro    a   templar   y   tarier   rasgado   la 

14* 


Soto,  Francisco. 


212 


Soutlibrook. 


guitarra  di  cinco  ordenes,  o  chordas,  y 
tambien  la  de  quatro,  o  seis  ordenes, 
Uamadas  guitarra  espaüola,  banduria  y 
vandola;  y  tambien  el  tiple  . . .  Madrid 
1764.     12".     63  S.     [B.  B. 

Soto  (Sotto),  Francisco,  geb. 
um  1534  zu  Lauga,  Diöcese  Osma 
in  Spanien,  gest.  25.  Sept.  1619 
zu  Rom,  85  Jahr  alt.  Er  ging 
schon  in  seiner  Jugend  nach  Rom 
und  wurde  Priester,  trat  am  8.  Juni 
1562  als  Sänger  (Sopranist)  in  die 
päpstl.  Kapelle  und  diente  dort 
noch  im  Jahre  1617  (!).  1590/91 
versah  er  den  Kapellmeisterdienst. 
Er  dirigierte  auch  die  Aufführungen 
im  Oratorio  und  gründete  in  Rom 
das  erste  Karmeliterkloster.  Er 
gab  1588  u.  89  das  3.  u.  4.  Buch 
der  Laudi  spirituali  a  3  e  4  voci 
heraus,  die  im  Oratorienvereine 
gesungen  wurden  (siehe  Titel  bei 
Aless.  Gardano  und  füge  den  Bibl. 
noch    hinzu:     Brüssel     Cons.     das 

4.  Buch).    Adami  da  Bolsena  bringt 

5.  176  in  seinen  Osservazioni  sein 
Porträt  (Fotis.  Haberl  Kat.  Cod. 
25  u.  29.  Straeten  6,  455  mit 
Dokum.). 

In  Ancina's  Tempio  armonico  1599 
13  dreist.  Gesänge.  —  lu  Arascione's 
Nuove  Laudi  1600  10  vierstim.  Qesge. 

In  B.  Brüssel,  fds.  Fetis  1826  ein 
neuerer  Druck  in  Part,  des  Sauilwkes. 
Diletto  spirituali,  Verovio  1586  li  u.  1590, 
1892  veranstaltet  von  E.  Frober,  gedr.  in 
Paris  bei  N.  Legouix.  #,  enthält  auch 
einen  Gesang  von  Soto,  der  aber  im  Ve- 
rovio nicht  stellt. 

Soto,  Jose,  Priester  und  Orga- 
nist an  der  Kathedrale  zu  Barce- 
lona, wo  er  auch  gegen  Mitte  des 
15.  Jhs.  geboren  ist.  Er  ist  der  Ver- 
fasser eines  Tratado  de  Canto  llano. 
Barcelona  1512.  4»  (Fetis). 

Sotteau,  Antoiiie- Joseph,  um 
1780  Organist  an  St.  Germain  zu 
Mons,  bescheinigt  die  Güte  der 
Fortepiano  des  Sr.  Ermel  pere  et 
fils  (Straeten  2,  125). 

Sougueiiet,  Louys,  1559  Sänger 


a/d.  spanischen  Hofkapelle,  wurde 
Kapellan  und  stand  noch  1584 
im  Dienst  (Straeten  8,  31.  52.  79. 
111). 

Souliaitty,  P.  Jean -Jacques, 
ein  Priester  und  Mönch  im  Kloster 
St.  Fran9ois  zu  Paris  in  der  Mitte 
des  17.  Jhs.     Er  gab  heraus: 

Nouveaux  elements  du  chant  ou  l'essai 
d'une  nouvelle  decouverte  qu'on  a  faite 
dans  l'art  de  chanter  (Titel  im  Fetis). 
Paris  1677  Pierre  le  Petit.  4".  56  S. 
[Bibl.  zu  Paris  Geneve. 

Fetis  bez.  die  1.  Ausg.  mit  1665  und 
ein  2.  Werk  mit:  Essai  du  chant  de 
l'eglise  par  la  nouvelle  methode  des  nom- 
bres  .  .  .  Paris  1679  Thom.  Jolly.  8». 
50  S.  Text  und  40  S.  chifferierte  Choräle. 
Näheres  bei  Fetis. 

Soule,  V. . . 

Im  Conservat.  zu  Paris  befinden  sich 
angebunden  au  .1.  B.  de  Boismortier's  Les 
Titans:  6  Motetten. 

Souliaert  (Souliart,  Swillart), 
Carolus,  ein  Niederländer  der 
1.  Hälfte  des  16.  Jhs., 

der  in  alten  Samlwk.  mit  7  vierstim. 
meist  niederdeutschen  Liedern  vertreten 
ist.  In  der  B.  Proske's  Ms.  848  Nr.  6 
die  Motette  Panis  quem  ego  c.  2.  p.  4  voc. 
und   in  Ms.  867    vier  andere  (Eitner  1). 

Souman,  Antonie,  1529  päpstl. 
Sänger  mit  8  Duk.  monatl.  Gehalt 
(Viertel j.  3,  261). 

Sousa  Yillalobos,  Mathias  de, 

Baccalaureus  juris  an  der  Univer- 
sität zu  Coimbra,  Kapellmeister  zu 
Elvas  in  Portugal.     Gab  heraus: 

Arte  de  Cantochäo,  offerecida  ao  lUu- 
striss.  .  .  Joam  de  Mello.  Coimbra  1688 
officiua  Kodrigues  de  Almeyda.  4^.  16 
u.  214  S.     [br.  Mus. 

Inchiridion  des  Missas  solemnes  . .  . 
Ib.  1691.  gr.  fol.  241  S.  (Fetis  und 
Vasconcellos  unter  Yillalobos). 

Souter-liedekens,  siehe  Susato. 
Soutlibrook,  W  . . .  E  . . .,  ein 

englischer  Komponist  vom  Ende 
des  18.  Jhs.,  ist  bekannt  durch: 

6  Sonnets  and  6  Sonatines,  with  a 
froutispiece  by  Zoffany.     Lond.  1797. 

Second  set  of  dito.  Lond.  fol.  [br. 
Mus.  Ebendort  im  Einzeldruck  1  Glee 
für  3  Stim.  und  1  Gesang  von  1802. 


Soutliertoa. 


213 


Spadi,  Giov.  Batt. 


Southertoii,  . . . 

In  John  Day's  Psalmenbuch  von  1563 
befinden  sich  5  vierstim.  Psalmen. 

South  well,   F...  W...,   ein 

englischer  Musiker  am  Ende  des 
18.  Jlis.,  bekannt  durch 

A  Concerto  for  the  pfte.  with  2  V. 
2  FI.  2  Hoi-n.  T.  &  Vcl.  op.  4.  Dublin 
c.  1790.  fol.  [br.  Mus.  Dort  noch  im 
Einzeldnick  3  Songs  und  2  Klavierst. 
niederen  Ranges. 

Souue  (Souve),  Oerard,  ein 
französischer  Instruraentist,  wurde 
am  28/10  1685  an  der  Hofkapelle 
in  München  angestellt,  nachdem 
er  schon  auf  Probe  einige  Zeit 
gedient  hatte.  1701  diente  er  beim 
vertriebenen  Kurfürsten  in  Brüssel 
mit  300  Gld.  Gehalt  (Kreisarchiv). 

Souvrin,  üeiidrik,  lebte  um 
1750  zu  Middelburg  und  ist  be- 
kannt durch  die  Hds: 

Alle  de  150  Psalmen  Davids  in  de 
gewoone  zangwysen  niet  musikaale  tus- 
schenloopen  verrykt  door  verschyde  lief- 
hebbers,  waar  agter  en  Aeuhangsel  van 
eeniege  (sie)  Psalmen  gecomponeerdt  door 
. . .     qu40.     [Amst. 

Sowerby,  . . .  trat  1781  in  Lon- 
don als  Flötist  auf  (Pohl  2,  372). 
Soyez,  Fraiicois  Hubert  de, 

wird  am  15/4  1737  zum  Phonas- 
cus  an  St.  Donatien  zu  Brügge 
gewählt  (Straeten  la,  37). 

vSoyka,  Matth.,  siehe  Sojka. 

Sozzi,  Francesco,  geb.  gegen 
1765  zu  Florenz,  Schüler  Nardini's 
als  Violinist,  trat  in  die  Kapelle 
des  Herzogs  von  Toscana,  ging 
dann  nach  Deutschland  und  lebte 
um  1801  in  Augsburg,  machte 
Konzertreisen  und  traf  1811  wie- 
der in  Augsburg  ein.  Sein  weite- 
res Leben  ist  unbekannt. 

Fetis  verz.  3  Werke :  Variationen,  Quar- 
tette und  Trios  für  Streichinstrumente. 
Die  Leipz.  Ztg.  4,  701  beurteilt  Einiges. 
—  Im  Cons.  zu  Mailand:  Quaranta  Ca- 
pricci  ossiano  Studi  in  tutti  i  toni  a  tre 
Cadenze  per  Violine  (composti  in  Fuligno 
1817).    Op.  post.    Milauo,  Kicordi. 


Sozzi,  movanni  Micliele,  1795 
Oboist  am  Scalatheater  in  Mailand 
(Textbuch  zur  Oper  Fra  i  due  li 
tiganti  von  Sarti.  B.  B.). 

Spaarbach,  Nicolaus,  bekannt 

durch : 

Salz  zur  Brunnenkur  . . .  Denksprüche, 
Fabeln  und  Erzählungen.  Nebst  einigen 
Ciavierstücken.  s.  1.  1769.  IV  BU. 
143  S.  in  8».     [B.  Wagener. 

Spada,  Prete  (xiacoino  Filippo, 

trat  am  6.  Sept.  1673  als  Bassist 
in  die  herzgl.  Kapelle  am  S.  Marco 
in  Venedig  mit  100  Dukaten  Ge- 
halt ein,  wurde  am  16.  Jan.  1678 
zweiter  Organist  ebd.,  am  6.  Aug. 
1690  erster  und  starb  1704.  Er 
war  ein  Schüler  Volpe's  (Caffi  1, 
56.  57.  310). 

Spada,  Vinceuzo,  aus  Faeuza, 
nach  Artusi's  Discorso  1608,  be- 
kannt durch 

II  1.  lib.  delle  Villanelle  di  . . .  a  3  voci. 
Ven.  1589.     12o.     [br.  Mus:  B. 

II  1.  lib.  delle  Canzoni  a  6  voci,  di 
M .  . .  Ven.  1592  Amadino.  6  Stb.  4P. 
22  Nrn.  Ediert  von  Paolo  Vasto,  der 
den  Verfasser  einen  jungen  Mann  nennt. 
[Kas.sel.     Bologna:  B. 

Im  Samlwk.  1604c  2  Gesge.  zu  6  Stirn, 
aus  obiger  Samlg.  von  1592  (Eitner  1). 

Spadario,  (xiovanni,  aus  Bo- 
logna, Schüler  Pareia's,  welcher 
1482  zu  Bologna  lehrte,  schrieb 
gegen  Burzio's  Angriffe  seines 
Lehrers  wegen  dessen  musika- 
lischen Tractats  (Gerber  2). 

Im  br.  Mus.,  Ms.  152  (Add.  4920): 
Utile  et  breve  regule  di  canto,  composite 
per  Maestro  Zoanue  (=  Giovanni)  di 
Spadari.  da  Bologna.  Anfang:  Nel  canto 
figurato  overo  mensurato.  1510  gez.  kl.  4". 

Spadi,  Uiovaimi  Battista,  aus 

Faenza,  Schüler  von  Giulio  Belli, 

bekannt  durch 

Passaggi  ascendenti  &  descendenti  di 
grado  per  grado  ed  ancor  di  terza.  Con 
altie  Cadenze  &  Madrigali  diminuiti  per 
sonare  . .  .  ä  1  voci.  Eistampati.  Ven. 
1609  G.  Vincenti.  23  Nrn.  am  Schluss 
2  Gesge.  von  C.  di  Pore.    [Proske.   B.  B :  C 

Im  Kat.  2,  37  letzter  Satz  der  ß.  Bo- 
logna liest  man,  dass  sich  im  liceo  eine 


Spadina. 


214 


Spahn,  Job.  Ernst. 


Ausgabe  von  1624  befindet,  docb  feblt 
das  Werk  im  Kataloge;  auch  Busi  1,  289 
verz.  die  Ausg.  Yon  1624  in  derselben  Bibl. 

Spadina,  Stefano  N.,  detto, 
bez.  sich  mit  Edelmann  in  Dal- 
matien.     Man  kennt  von  ihm 

Sei  Sonate  a  due  V.,  composte  da 
Stefano  N.  detto  Spadina,  Gentiluomo 
Dalmatiuo.  Op.  6.  Amsteld.,  Hummel. 
2  Stb.    fol.     [br.  Mus. 

Leo  Liepm.  besafs:  6  Sonate  a  V.  e 
B.  e  in  fiue  un  capricio,  op.  3.  Paris, 
Bayard.  fol.  —  Im  Kat  des  Cons.  zu 
Mailand  wird  er  Spadino  geschrieben  luit: 
Twelwe  italian  Menuets  for  two  Yiolins 
and  a  Bass.  London,  Thorowgood  & 
Hörne.     P. 

Spaeth,  Joliann  Adam,  geb. 
9.  Dez.  1742  zu  Ausbach,  gest. 
29.  Sept.  1794  ebd.,  war  Stadt- 
kantor u.  Mitglied  der  Hofkapelle 
in  Ansbach  und  als  Liederkompo- 
nist allgemein  behebt.  Einige 
davon  drangen  bis  in  die  niederen 
Volkskreise.  Gerber  1.  u.  2  halten 
ihn  für  denselben,  der  sich  als 
Orgel-  und  Klavierbauer  auszeich- 
nete. Letzterer  hiefs  aber  Franx 
Joseph  Späth  und  lebte  in  Regens- 
burg um  1770.  Seine  Elaviere 
hatten  einen  guten  Ruf  u.  waren 
weit  verbreitet.  Felis  nennt  ihn  auch 
Job.  Adam,  giebt  aber  fälschlich 
Regensburg  an.  Schubart  S.  231 
erwähnt  einen  Späth,  der  Lolli's 
Lehrer  gewesen  sein  soU  und  um 
1784  ein  bereits  bejahrter  Mann 
war.  Er  wirft  ihm  vor,  dass  er 
sich  zu  sehr  einem  cynischen 
Leben  hingegeben  habe  und  von 
Ort  zu  Ort  gewandert  sei.  Seine 
Kompositionen  haben  für  unsere 
Zeit  eine  etwas  altväterliche  Miene 
und  werden  mithin  nicht  sonder- 
lich gesucht.  Wen  Schubart  damit 
meint,  ist  heute  wohl  nicht  mehr 
festzustellen. 

Die  Musikfr.  in  "^^ien  besitzen  von 
einem  Franx,  Karl  Späth  eine  Fantaisie 
avec  Variations  pour  Clavecin,  der  sonst 
nicht  weiter  bekannt  ist. 


Von  A.  Spaeth  besitzt  die  Kgl.  Haas- 
bibl.  zu  Berlin  eine  "W^'eihnachts-Cantate 
im  Ms.  P.     Man  hält  sie  für  ein  Autogr. 

Ln  Kataloge  des  Conserv.  zu  Brüssel 
ist  ein  Andreas  Spaeth  mit  französischen 
Titehi  angeführt,  trotzdem  sie  Autographe 
sind;  ohne  eigene  Prüfung  sind  alle  Mut- 
mafsungeu  vergeblich.     Der  Kat.  verz. 

1.  Messe  a  quatre  voix  mixtes,  avec 
orchestre  par  Aiidre  Spaeth,  op.  55.  Ms. 
Autogr.     qufol. 

2.  Agnus  Dei  ä  4  voix  d'hommes,  av. 
orch.  par  .4.  Spaeth.     Ms.  Autogr.    qufol. 

3.  Introit  de  la  messe  des  defunts  (Re- 
quiem aeternum),  ä  4  voix  d'hommes, 
av.  orch.  Ms.  Autogr.  qufol.  ebenfalls  nur 
mit  A.  Spaeth  gez. 

4.  Das  Lutschiff  (!  Luftschiff?),  melo- 
dramatisches Tongemälde  mit  Deklamation, 
Sologesang  und  Chören,  Dichtung  von 
F.  W.  KawaczynsM,  Musik  von  Andre 
Spaeth.    Ms.  Autogr.     qufol. 

Späth,  Joliann  Friedrieh,  gest. 
am  27.  April  1759  in  Strafsburg 
i/Els.,  wo  er  seit  dem  6.  Nov.  1754 
Kantor  an  der  Predigerkirche  und 
Gesanglehrer  am  Gymnasium  war. 
Er  diente  schon  vorher  als  Adjunkt 
in  diesen  Stellungen  (Lobstein  46). 

Spagnoletti,  P. . .,  aus  Cre- 
mona,  wurde  1761  als  Viohnist 
am  Theater  in  Bologna  angestellt 
(Dittersdorf  Selbstbiogr.  108  nennt ' 
ihn  ohne  Vornamen  Spagnolette 
und  fügt  obige  Nachricht  bei). 

Im  br.  Mus.  befinden  sich  unter  obi- 
gem Namen  10  Londoner  Drucke  von 
Canzonen  f.  Gesg.  u.  Klav.,  Variat.  für 
Violine  mit  Klav.,  Tänze  und  Gesänge. 

Spahn,  Christian,  aus  Stettin, 
von  1693 — 1702  Organist  an  der 
Marienkirche  in  Danzig  (Döring  200). 

Spahn  (Span),   Johann  Ernst 

(Gerber  2 :  Joaehim  statt  Johann). 
Ln  Ms.  Z40  der  B.  B.,  9  Stb.  des 
17.  Jh.,  befindet  sich  luiter  Nr.  110  ein 
Kyrie  et  Gloria  8  voc  c  Bc.  Dieselbe 
Messe  in  Ms.  20600,  4.  Stück  in  P.  in 
Z  40  ■närd  er  mit  Musikdirektor  u.  Kantor 
in  Freiberg  (Sachsen?)  bez.  Auch  Ger- 
ber 1  bez.  ihn  so.  In  Gerber's  Bibl.  be- 
fand sich  im  Ms.  der  Choral:  Was  mein 
Gott  ^vill,  in  Contrap.  alla  breve  f.  4  St. 
u.  Bc.  In  der  Bibl.  der  Musikfr.  in 
"Wien  müsste  er  noch  vorhanden  sein. 


Spalenza,  Hortensie. 


215 


Spangenberg,  Johann. 


Spalenza,  Hortensio, 

ist  in  Aucina's  Tempio  armouico  1599 
mit  3  italienischen  dreistim.  geistlichen 
Canzonen  vertreten. 

Spalenza,  Pietr'Autonio,  aus 

Brescia,  um  1574  Domkapcllmeister 
in  Treviso,  bekannt  durch  den 
Druck: 

11  1.  lib.  di  Madrigali  a  quattro  voci, 
di . . .  Ven.  1574  figliuoli  di  Ant.  Gardano. 
4  Stb.  qu-l".  25  Madi'.,  dananter  2  von 
Ä.  Barhet  und  2  von  Fr.  Maffon  (Kat. 
Bologna  schreibt  Massen,'  Vogel  Maffon). 
[Bologna. 

Spalletti,  ßatfaele,  ein  Neapoli- 
taner, Schüler  von  Sala.  Florimo 
erwähnt  ihn  nur  in  3,  84  beiläufig 
als  Schüler  des  Conservatorio  della 
Pietä  dei  Turchini  in  Neapel  im 
Jahre  1798,  als  er  seine  Probe- 
arbeit machte. 

Fetis  schreibt,  im  Konservatorium  be- 
findet sich  ein  Oratorium:  Caino  ed 
Abele  und  die  Lamentazioni  del  giovedi 
Santo  per  Soprano,  Viele,  Vcl.  e  B. 

Span,...  Kantor  in  Liegnitz; 
Ende  des  Jahres  1676  legte  er  diePrü- 
fung  in  Leipzig  zum  Kantorat  a/d. 
Thomasschule  ab,  erhielt  es  aber 
nicht,  sondern  Schelle  (M.  f.  M. 
27,  45). 

Span,  H. . .,  um  1781  Violinist 
beim  Fürst  von  Taxis  in  Regens- 
burg (Mettenleiter  1,  144). 

Spandan, . . .  trat  1773  in  Lon- 
don als  Waldhomist  mit  einem 
Konzertstücke  für  3  Hörner  auf 
(Pohl  2,  373).  Gerber  1  berichtet, 
dass  er  beim  Erbstatthalter  im 
Haag  angestellt  war.  Im  Mss.- 
Kat.  von  Traeg  sind  Concerti  1788 
und  Terzetti  a  Corno,  Oboe  e  B. 
angezeigt.  Schubart  S.  231  rühmt 
die  Zartheit  seines  Tones. 

Spangenberg,  Cyriakns,  sein 
Geburtsdatum  wird  ganz  verschie- 
den angegeben:  den  7.  Juni,  den 
14.  Juni,  17.  Juni,  17.  Jan.  1528 
zu  Nordhausen,  gest.  10.  (18.)  Febr. 
1604    zu    Strafsburg.      Sohn    des 


Johannes,  ist  am  2.  Jan.  1542  ins 
Matrikelbuch  der  Universität  zu 
Wittenberg  eingeschrieben  und  ist 
Luther's  Hausgenosse;  1546  Rektor 
der  Schule  zu  Eisleben,  1550  Pre- 
diger daselbst,  wird  arg  angefeindet 
und  wecliselt  deshalb  sehr  oft  die 
Stellungen,  1595  nimmt  sich  seiner 
der  Graf  Ernst  von  Mansfeld  in 
Strafsburg  an  und  giebt  ihm  Woh- 
nung und  Kost  (Zahn  5,  403. 
Koch  2,  258).     Er  gab  heraus: 

Von  der  edlen  hochbeiaihmten  Kunst 
der  Musica,  und  deren  Ankunft,  Lob, 
Nutzen  und  Wirkung,  -nie  auch  vom  Auf- 
kommen der  Meistersänger,  zu  Ehi-en  der 
löblichen . . .  Gesellschaft  der  Meistersänger 
in  der  freyen  Eeichsstadt  Strafsburg  im 
Jahr  1Ö98  verfertiget.  Ms.  in  der  1870 
verbrannten  StraTsburger  Bibliothek.  1861 
von  Ad.  von  Keller  in  der  Bibl.  des  lit- 
terar. Vereins  in  Stuttgart  aus  obigem 
Ms.  abgediiickt  in  Bd.  62. 

Aufserdem  gab  er  1568  das  Eislebener 
Gesangbüchlein  mit  118  Melodien,  sowie 
1582  den  Psalter  lieraus.  Aus  ersterem 
druckt  Zahn  7  Melodien  ab.     Zahn  1.  c. 

Ueber  seine  Schuldramen  in  Viertel]'.  6, 
312.  338.  343. 

Spangenberg,   G. . .  C. . .,  ein 

Musiker  des  18.  Jh.  von  dem  nach- 
weisbar sind: 

1  Sinfonie  in  J.  J.  Hummel's  Samlwk.  9. 
(Forkel  4,  99.  Gerber  1  und  Breitkopf's 
Verz.  zeigen  1761  Kompositionen  von  ihm 
au). 

Die  Kgl.  Hausbibl.  zu  Berlin  besitzt 
von  einem  F.  (?) . .  C. . .  Spangenberg  eine 
Sinfonie  in  F.  Ms.  Stb. 

Spangenberg,  Johann,  geb. 
30.  März  1484  zu  Hardegsen  (Han- 
nover), gest.  13.  Juni  1550  zu  Eis- 
leben, studierte  1501  in  Einbeck 
Philosophie,  Theologie  und  Musik, 
wird  Rektor  der  Stiftsschule  zu 
Gandersheim,  bezieht  die  Universi- 
tät Erfurt,  wird  Magister,  Rektor 
und  Pfarrer  in  Stolberg,  1521 
erster  evangel.  Pastor  in  Hardeg- 
sen, 1524  Prediger  an  St.  Blasien 
in  Nordhausen,  1546  Superintendent 
zu  Eisleben  (Zahn.     Winterfeld  1, 


Spangenberg,  Johann. 


216 


Spaiiheim. 


306).      Yon   seinen    Werken    ge- 
hören hierher: 

Questiones  musicae  in  usum  scholae 
Northusianae  per  Joh.  Spang.  collectae. 
Am  Ende:  Impressum  Vitebergae  apud 
Georg.  Ehau.  Dedic.  an  Rhau,  gez.  1536 
in  Nordhausen.  5  Bog.  in  kl.  S''.  [B.  Br. 
B.  M. 

—  Ausg.  Lipsiae  1.540  Mich.  Blum,  am 
Ende  1541.     [Darmst.     B.  Lpz.      Upsala. 

—  Au,sg.   1542  ibid.     40  Bll.      [B.  G. 

B.  Br.     Mainz.     B.  M.  mit  154.3  gez.? 

—  Ausg.  sine  anno:  Noribergae,  Joh. 
Petreius.     Vorwort  wie  in  1536.      [B.  B. 

C.  P.     Paris  Nat. 

—  Ausg.  sine  anno:  Yitebg.,  Rhau. 
kl.  8".     40  ßU.     [B.  Wagener. 

—  Ausg.  recogu.  Lips.  1547  Blum. 
[B.B. 

—  Ausg.  Lips.  1554  Hantzsch.     [B.B. 

—  Ausg.  Lipsiae  1560.     8".     [ITpsala. 

1544  gab  er  das  Gesangbuch  „Alte  u. 
Newe  Geistliche  Lieder  vnd  Lobgesenge 
.  .  .  Eiifurdt  1544  Melcher  Sachsseu", 
heraus.  16  Bll.  mit  7  Melodien  (siehe 
Zahn  6,  24).     [B.W. 

Zwöitf  christliche  Lobgesenge  vnd 
Leifsen  . . .  Wittern  berg  1545  Khau.  8°. 
[Hofb.  Wien.     br.  Mus. 

1545  das  gröfsere  Liederbuch:  Cantiones 
ecclesiasticae  latinae  simul  acsynceriores 
quaedam  praeculae  . . .  Kirchengesenge 
deutsch,  auff  die  Sontage  vnnd  fürnem- 
liche  Feste  .  .  .  Magdeburg  1545  Mich. 
Lotther.  fol.  165  Bll.  Siehe  Becker  4, 
76  mit  Reg.  der  deutschen  Lieder.  [B.  B. 
B.  Kgsbg.  B.  Lpz.  Kassel.  B.  Hbg.  B. 
Zw.  Strafsburg  i; Eis.  Hermesdorf.  Pirna. 
W^ernigerode.  Brilssel.  Paris  Nat.  br. 
Mus.  (Zahn  dnickt  3  Melod.  ab:    6,  26). 

Da  er  sich  in  seinen  Drucken  öfter 
nur  in  der  Abkürzung  ,,Spci>ig.'-'-  zeichnet, 
so  ist  auch  folgender  Dnick  von  ihm: 

Prosodia  in  usum  juventutis  Nort- 
husianae, congesta  per  Joan.  Spang.  1538. 
Am  Ende:  Excusum  Vitebg.  1533  (sie?) 
G.  Ehau.  kl.  8".  28  Bll.  Regeln  über 
die  Prosodie  mit  4  vierst.  Gesängen. 
[B.  Zw. 

Auch  in  folgenden  Druken  befinden 
sich  4  lat.  Oden  zu  4  Stim.,  betitelt: 

Grammaticae  latinae  partes  . .  .  denuo 
per  authorem  recoguitae  &  auctae. 
Norimbg.  1546  Joh.  Petreius.  kl.  8". 
15  Bog.     [B.  Br. 

Im  Ms.  5273  in  B.  Briissel  fds.  Fetis 
in  einem  Samlbde.  eine  theoretische 
Abhdlg. 

Spangler,  Greorg,  2.  Sohn  des 


Joh.  Michael,  geb.  22.  März  1752 
in  Wien,  gest.  2.  Nov.  1802  ebd. 
Tenorist  an  der  St.  Michaelkirche. 
Nach  des  Vaters  Tode  wurde  er 
daselbst  Chorregent.  Am  3.  Dez. 
1798  titulierter  Kapellmeister-Sub- 
stitut  a/d.  Hofkapelle,  1799  pensio- 
niert. Nach  Umlaufs  Tode  über- 
gab man  ihm  auch  das  Hofmusik- 
Archiv  und  die  acht  Hofsänger- 
knaben in  Kost  und  Unterricht 
(Pohl  3,  119.  Köchel  1).  Auf 
einem  Autogr.  der  B.  B.  nennt  er 
sich  Kaplan. 

In  der  Hofb.  Wien,  16484  Autogr. 
Part.  Motetto  S.  Aloysii:  Expectate  rosas 
Candida  lilia  4  voc.  c.  instrum.    Ao.  1780. 

In  B.  B.  Autogr.  um  1780:  Salve 
regina  4  voc.  c.  2  V.  Va.  et  Org.    P. 

In  Musikfr.  Wien:  1.  Cantata,  Salve 
numinis  amator,  a  4  voci  soü  et  2  Y.  Va. 
B.  Part. 

2.  Cantate  f.  Clior  u.  Orch.     P. 

3.  Graduale:  Alleluja,  ebenso,  im 
Autogr.     P. 

4.  Dixit  Dominus  4  voc.  c.  org.  und 
1  Motette  für  Sopr.  und  Instr.  in  P. 
Autogr.  Grasn.  B.  B. 

Spaiigler.  Ignaz,  3.  Sohn  des 
Joh.  Michael,  geb.  31.  Okt.  1757 
zu  Wien,  diente  als  Tenorist  an 
der  Hofkapelle  vom  21.  Dez.  1800 
bis  t  5.  Dez.  1811.  Zugleich  war 
er  Magistratsbeamter  (Köchel  1). 

Spaiigler,    Joliaim    Michael, 

geb.  um  1721,  gest.  4.  Juni  1794 

in  Wien.    Tenorist,  Chorist  an  der 

Hofkirche    St.  Michael,    seit   1775 

\  ebd.  Chorregent;    als  Kirchenkom- 

;  ponist  geschätzt.     Er  hat  für  uns 

noch  die  besondere  Beachtung,  da 

i  er   derjenige   war,    der  Haydn  zu 

j  sich  aufnahm,   als  er  von  Keutter 

!  als     Chorknabe     1749     entlassen 

}  wurde  und  hilflos  die  November- 

!  nacht    auf    der    Strafse    zubrachte 

I  (Pohl  3,  118). 

I  Spanlieim,  Ezecliiel,  geb.  7. 
:  Dez.  1629  zu  Genf,  gest.  7.  Nov. 
I  1710   zu  London.     Ein  Philologe 


Spano,  Donat' Antonio. 


217 


Spataro. 


und  Diplomat  abwechselnd  im 
Dienste  von  Holland,  England, 
Frankreich  u.  Preufsen.  In  seinen 
Schriften,  die  1697  zu  Utrecht  ge- 
sammelt erschienen,  befindet  sich 
auch  eine  Abhandlung  über  die 
Musikinstrumente  der  Alten  (Wal- 
ther.    Fetis). 

Spano,  Doiiat' Antonio,  Schüler 
des  Griov.  de  Macque  zu  Neapel, 
woselbst  er  im  Anfange  des  17.  Jhs. 
lebte.  Sein  erstes  Werk  enthält 
nach  eigener  Erklärung  die  unter 
Macque's  Anleitung  komponierten 
Gesänge,  betitelt: 

...  II  1.  üb.  de  Madrigaletti  ariosi,  & 
Villaiielle  ä  4  voci,  Napoli  1607  stampa 
di  Q.  B.  Sottile,  per  Scipione  Bonino. 
4  Stb.     40.     21  Nrn.      [Neapel  B.  n:  A. 

...  II  1.  üb.  de  Madrigaü  ä  5  voci. 
Napoü  1608  Ib.  5  Stb.  4P.  21  Nrn. 
Ein  Amt  bekleidet  der  Autor  nicht.  [Bo- 
logna. 

Im  Samlwk.  von  1609  ein  5stim.  Ma- 
drigal (Eituer  1). 

Spano,  Grasparo,  lebte  im  18.  Jh. 

In  Upsala  befindet  sich  im  Ms.  in  Stb. 
fol.  ein  Trio  con  accompagnamento:  Per 
esser  mi  infide  (La  Face  1738). 

Im  br.  Mus.,  Ms.  345,  Samlwk.  von 
Kantaten,  Arien  u,  Duette,  dabei  ein  Sp. 

Sparacciari  (Fetis  fälschlich 
Sparaccioni),  Grioranni  (xiorgio, 
da  Monte  Cosaro,  Flecken  in  der 
römischen  Provinz,  sein  Geburts- 
ort. Nach  den  folgenden  Druck- 
werken war  er  1625  Organist  an 
St.  Nicolai  zu  Ravenna,  1628  Or- 
ganist an  St.  Euphemia  zu  Verona, 
ebenso  1630.   Er  ist  bekannt  durch: 

Da^-idici  Concentus,  per  ...  5  vocum 
modulatione  cum  fundamentali  parte  dis- 
positi  . .  .  Ven.  1625  Alex.  Vincentius. 
6  Stb.  40.  8  Psalmen  u.  2  Magnif.  [B. 
Frkft.     Bologna. 

Lyra  sacrorum  Davidis  concentuum, 
per  . . .  tribus  cum  B.  ad  org. . .  Ven. 
1628  ib.  2  C.  B.  Bc.  4  Stb.  4«.  11 
Psaün.,  1  Magnif.  [B.  Br.  B.  Frkft.  Bo- 
logna fehlt  B.     Upsala:  C2. 

Breve  corso  di  concerti  musicaü  a  1, 
2,  3,  et  4  voci.  Con  la  parte  per  l'organo. 
Di  . . .  Opera  3  nouain.  comp. . .  Ven. 
1680  ib.    4  Stb.    4*^  wie  vorher.    [Bologna. 


Sparano  (Fetis  fälschlich  Spa- 
rouo),  Francesco,  aus  Palermo, 
lebte  in  der  2.  Hälfte  des  18.  Jhs. 
und  schrieb  fürs  Theater  Fenice 
in  Neapel  die  Färsen:  Una  notte 
in  carnevale  in  1  Akt,  1830,  Lo 
stipo  maggico  in  2  Akt,  L'amma- 
lata  per  apprensione  in  1  Akt 
(Masseangeli).  Florimo  4  verz.  ihn 
als  Opernsänger  1813  am  Theater 
Fiorentini  in  Neapel  und  1837  am 

Theater  Nuovo. 

Unter  den  Autographen  Masseangeli's 
in  Bologna  Philharmonia  ein  Offertorium 
ad  Virginia  per  2  Sopr.  Ten.  e  B.  con 
orch.  Part. 

Sparrow,  Stephen,  ein  eng- 
lischer Musiker  an  der  Wende  des 
18.  Jhs.,  bekannt  durch: 

A  coUection  of  sacred  music  for  the 
use  of  Cathoüc  chapels.  London  c,  1800. 
fol.     [br.  Mus. 

Sparry,  Franz,  geb.  28.  April 
1715  zu  Graz  in  Steyermark,  gest. 
5.  April  1767  im  Kloster  Krems- 
münster in  0 esterreich,  in  welches 
er  1736  eintrat,  1740  auf  Kosten 
des  Klosters  nach  Italien  zur  Aus- 
bildung in  der  Musik  gesendet, 
und  nach  der  Rückkehr  Chorregent 
wurde  (1747—1767).  Ueber  seine 
Rückreise  fasste  er  einen  Bericht 
ab,  den  Huemer  S.  45  abdruckt. 
In  Italien  nahm  er  Unterricht  bei 
Leo  u.  Chiti  in  Rom  und  Philo- 
sophie hatte  er  in  Salzburg  studiert 
(Lpz.  Ztg.  31,  459.    Huemer  S.  44). 

In  Kremsmünster  befinden  sich  hds. 
zahlreiche  meist  kirchüche  Kompositionen. 

Spataro  (Spadaro,  Spadarius), 
Griovanni,  ein  Theoretiker  des  15. 
bis  16.  Jhs.,  geb.  gegen  1460  zu 
Bologna;  Fetis  sagt,  dass  er  an- 
fänglich Degenfutterale  fabrizierte 
und  durch  den  Umgang  mit  Gafor 
auf  musiktheoretische  Fragen  auf- 
merksam wurde  und  sich  ganz 
dieser  Wissenschaft  hingab.  1482 
soll  er  Schüler  des  Ramis  de  Pa- 
reja  gewesen  sein.    1491  erwähnt 


Spataro. 


218 


Spazier. 


ihn  schon  IS'ic.  Burzio  (Burtius). 
1512  war  er  an  S.  Petronio  in 
Bologna  Kapelhneister  (Gaspari  2, 
6—8).  Fetis  geht  auf  seine  Schrif- 
ten näher  ein).  Bekannt  sind  von 
denselben: 

Ad  Reverendissimum  in  Xpo  patrem 
et  D.  d.  Antonium  Galeax.  de  Bentiuolis 
Sedis  apostolicae  protlionotarium  B.  M. 
Johannis  spadaiii  in  rausica  liumüimi  pro- 
fessoris  eiusdem  musices  ac  Bartolomei 
Rami  parcie  eins  preceptoris  honesta 
defensio  In  Xicolai  Burtii  parmensis 
opusculum.  Am  Ende:  Bologna  1491 
per  nii  Plato  de  Benedicti  Eegnate  . .  et 
illustre.  Signor.  S.  Zohäne  di  Betiuogli . . . 
16.  März.  kl.  4».  Bog.  A— F.  [Bologna 
Kat.  1,  95  mit  Auszug,  und  einer  Kopie 
zur  Zeit  Pat.  Maiüni's. 

Errori  de  Franchino  GafuHo  da.  Lodi: 
Da  Maestro  Joäne  Spatario  Musico  Bo- 
lognese:  i  sua  deffensione:  et  del  suo 
preceptore  Maestro  Bart.  Ramis  Hispauo. 
Subtilemente  demonstrati.  Am  Ende: 
Impressum  Bononiae  per  Benedict.  Hec- 
toris  anno  dem.  1521.  die.  12.  Jan.  4°. 
52  BU.  [Bologna,  Kat.  1,  96  Auszüge. 
Florenz,     br.  Mus. 

Tractato  di  niusica  di  . . .  nel  quäle  si 
tracta  de  la  perfectione  da  la  sesqualtera 
producta  in  la  musica  mensurata  exerci- 
tate.  Am  Ende :  Impressa  in  Vinegia 
per  maestro  Bernardino  de  Yitali  . . . 
8.  Oct.  1531.  fol.  Bog.  A— i.  [B.  B. 
B.  "Wagener.  B.  M.  Brüssel.  Bologna. 
Florenz.  Rom  Cecilia.  br.  Mus,  Ox- 
ford Bodl. 

Ms.  152  (Add.  4920)  ütüe  et  breve 
regule  di  canto,  composite  per  Maestro 
Zoanne  di  Spadari,  da  Bologna.  Anfang: 
Nel  canto  figurato  overo  mensurato. 
kl.  40.     [br.Mus. 

Missa  super  In  ülo  tempore  niissus 
est,  Codex  cart.     16.  Jh.     [Mailand  Dom. 

Ms.  Cod.  5318  im  Yatican  zu  Rom: 
Eine  Epistola. 

Ein  Brief  vom  25/1  1529  in  Ricordi's 
Gazzetta  MUano  1853,  81. 

Siehe  auch  Glafor's  Apologia,  die  gegen 
Sp.  sich  richtet  (1520).  Siehe  Viertel].  1, 
407.  4,  276.  6,  45  ff.  Reg. 

Späth,  siehe  Spaeth,  J.  Ad. 
Spatz,  Albert, 

2  inkomplete  Lieder  in  B.  Brieg  Nr.  52 
(D.  T.  B.  beschädigt)  unter  Nr.  31:  Wir 
wollen  trawren  lassen  5  voc.  Nr.  32:  Das 
thuen  die  Studenten  5  v.  (nur  5  a  vorh.). 


Spaul, 


von  1787—1794  Yio- 


loncellist    an    der    Egl.   Oper    zu 
Brüssel    (Gregoir,   Panth.   6,    154). 

Sparenta,  Seipione,  de  Sermo- 
neta Canonici  Veliterni  (Velletri); 
bekannt  durch: 

Musica,  qua  canticum  B.  M.  V.  4,  5 
et  6  vocib.  canitur  . .  .  Yen.  1608  J.  Yin- 
centius.     4  Stb.    4".     [Rom  Ceciha. 

I  sogni  pastorali  primo  libro  a  4  voci 
di  (wie  oben  mitgeteilt),  du  lui  posti  in 
rausica,  &  nuouain. . .  Yen.  1608  G.  Yin- 
centi.  4  Stb.  40.  21  Gesge.  [Bologna, 
Kat.  3,  171  Abdr.  der  Dedic. 

Im  Samlwk.  1613  zwei  Madrigale  6  v. 
(Eitner  1). 

Spaziano,  Francesco.  Gerber 
1  berichtet  über  eine  Samlg.  von 
Volksgesängen  zur  Karnevalszeit  in 
Florenz  im  Anfange  des  16.  Jhs. 
auf  der  Strafse  mehrstimmig  ge- 
sungen, die  Sp.  1559  zu  Florenz 
unter  dem  Titel  herausgab: 

Canti  camascialeschi.  Ein  Exemplar 
ist  unbekannt.  Fetis  schreibt  fälschlich 
1529  statt  1559. 

Spazier,  Karl  (Johann  Karl 
Gottlieb),  geb.  20.  Aprü  1761  zu 
Berlin,  gest.  19.  Jan.  1805  zu 
Leipzig.  Als  Knabe  war  er  ein 
tüchtiger  Diskantist  und  trat  selbst 
beim  Prinzen  Heinrich  in  Rheins- 
berg in  Opern  auf,  studierte  dann 
in  Halle,  wurde  Lehrer  und  Auf- 
seher im  Phylanthropin  zu  Halle, 
ging  darauf  als  Begleiter  des  Vio- 
linvirtuosen Baron  von  Mengden 
auf  Konzertreisen,  liefs  sich  dann 
in  Halle  als  Privatgelehrter  nieder 
und  trat  als  Schriftsteller  über 
mancherlei  philosophische  Themen 
auf;  erhielt  darauf  einen  Ruf  an 
die  Universität  in  Giefsen,  wurde 
aber  in  einer  Weise  angefeindet, 
die  ihn  bewog  die  Stellung  auf- 
zugeben, unternahm  Reisen  durch 
Deutschland,  Holland,  Dänemark, 
1  Schweiz  und  Italien  und  wurde 
I  darauf  nach  ^"euwied  am  Rh.  als 
'  Professor  und  Hofrat  berufen, 
I  gründete  daselbst  eine  Handlungs- 


Spazier. 


219 


Spech. 


akademie,  gab  aber  die  Leitimg 
nach  2  Jahren  ab,  ging  nach  Ber- 
lin, dann  nach  Dessau,  wurde  dort 
Mitdirektor  der  Olivier'schen  Er- 
ziehungsanstalt, übernahm  darauf 
die  Redaktion  der  Zeitung  für  die 
elegante  Welt  und  zog  zum  Behufe 
dessen  1800  nach  Leipzig.  Musik 
betrieb  er  nur  als  Dilettant  und 
bedauert  in  seiner  Selbstbiographie, 
die  leider  arm  an  Jahreszahlen  ist, 
dass  er  nie  einen  regelmäfsigen 
gründlichen  Unterricht  genossen 
habe  und  sein  Wissen  nur  aus 
eigenen  Studien  hervorgegangen  sei 
(Gerber  2.  Lpz.  Ztg.  7,  306.  Ferkel 
4,  33  ein  Urteil.  Ledebur).  Seine 
hierher  gehörigen  AVerke  sind  fol- 
gende: 

Freymüthige  Gedanken  über  die  Gottes- 
verehrung der  Protestanten.  Gotha  1788 
Ettinger.  S».  Handelt  S.  274  über  Kir- 
chengesang und  Kirchenmusik.  [B.  B. 
Brüssel.     Musikfr.  Wien. 

BerUnische  musicalische  Zeitung  .  .  . 
mit  50  Musikstücken  von  verschiedenen 
Meistern.  BerHn  1794  (1793—94  nur 
1  Jahrg.,  ist  eine  Fortsetzg.  von  Reichardt's 
Studien  für  Tonkünstler).  4".  210  Seit. 
[B.  B.  B.  Lpz.  B.  M.  B.  W.  Brüssel. 
Musikfr.  "Wien. 

Etwas  über  Gluckische  Musik  und  die 
Oper  Iphigenia  in  Tauris  auf  dem  Ber- 
linischen Nationaltheater.  Berlin  (1795) 
Hummel  (sine  nom.).     8".     [B.  B. 

UeberdenYolksgesang.  Lpz.  Ztg.  3, 78  ff. 

Rechtfertigxmg  Marpurg's  und  Erinne- 
ning  an  seine  Verdienste.  Auf  Veranlas- 
sung eines  Aufsatzes  des  Herrn  Schulz. 
Lpz.  Ztg.  2,  553  ff. 

Karl  Pilgers  Eöman  seines  Lebens, 
von  ihm  selbst  geschrieben.  Berlin  1792 
bis  1796.  3  voll.  8^,  ist  seine  eigene 
Biographie  mit  teilweiser  Dichtung.  [B.  B. 
Hauptbibl. 

Gretiy's  Versuche  über  die  Musik.  Im 
Auszuge  imd  mit  kritischen  und  histo- 
rischen Zusätzen  herausgegeben  von  Dr. 
Karl  Spazier.  Lpz.  1800  Br.  &  H.  8». 
XVI  u.  446  S.  [B.  Wagener.  Brüssel. 
Musikfr.  Wien.     Brüssel  Cons. 

Er  gab  auch  1801  ebd.  Karl  von  Dit- 
tersdorf's  Lebensbeschi-eibung,  seinem 
Sohne  in  die  Feder  diktiei-t  heraus;  siehe 
Ditters. 


Zwanzig  vierstimmige  Cliöre,  im 
philantropinischen  Betsale  gesungen.  In 
Musik  gesetzt  und  in  Partitur  mit  unter- 
legtem Klavierauszuge  herausgeg.  von 
K  . . .  Sp  . . .  Lpz.  1785  S.  L.  Crusius. 
fol.  3  BU.  62  S.  Letzter  Chor  ist  von 
Gluck.  [B.  B.  B.  Kgsbg.  B.  Wagener. 
EinsiedeLn. 

Rosaliens  Klagen,  eine  Kantate.  Hbg. 
&  Lpz.  1785  B.  G.  Hoff  manu.  [Stadtb. 
Augsburg.     Brüssel  Cons. 

Lieder  und  andere  Gesaenge  für  Freunde 
einfacher  Natur  . .  .  Lpz.  1792  Breitkopf 
&  Haertel.     [Musikfr.  Wien. 

Einfache  Ciavierlieder,  der  Herzogin 
von  York  zugeeignet.  Berlin  (1790  u. 
1794)  Neue  Berliner  Musikhdlg.  2  Hefte. 
[besaTs  einst  Schletterer. 

Melodien  zu  Hartung's  Lieder.  Berlin 
1794.  [Stadtb.  Augsburg.  (Siehe  auch 
Viertel].  10,  77.  236.) 

Lieder  am  Klavier.  Lpz.,  Br.  &  H. 
s.  a.     [B.  M. 

Zwei  Lieder  in  Nehrlich's  Gesang- 
Schule  1844. 

Lieder  einsamer  und  gesellschaftlicher 
Freude.     Wien,  Artaria.     20  S.     [B.  M. 

Lieder  und  Oden  und  Lieder  von  Voss. 
Düsseldorf  1851.     [B.  M. 

Im  Samlwk.  Blumenstrauis  (Musikal.) 
z.  Neujahr.  Berlin.  S''.  1  Lied  von  Sp. 
—  Im  Samlwk.  Klavierstücke  1.  1794 
eins  von  Sp.  —  1  Lied  in  Reichardt's 
Lieder  geselliger  Freude  1796.  —  In 
Theomele  1.  Bd.  1  Lied. 

Spech,  Joliann,  geb.  6.  Juli 
1768  zu  Pressburg,  lebte  noch 
1834  zu  Wien.  In  Wien  empfing 
er  seine  Ausbildung,  liefs  sich 
dann  in  Pest  nieder  (1804)  und 
trat  darauf  in  den  Dienst  des 
Baron  von  Podmaniczky  in  Pest. 
1816  besuchte  er  Paris,  gab  dort 
mehrere  Kompositionen  heraus  u. 
siedelte  sich  dann  in  Wien  als 
Musiklehrer  an  (Schilling).  Ton 
seinen  Kompositionen  sind  nach- 
weisbar: 

Cantate  f.  Sopr.  u.  Orch.  Hbg.  1785 
Hoffmann.     P.     [Brüssel  Cons. 

Die  Ideale  von  Schiller  in  Musik  ges. 
f.  1  Singst,  mit  Pfte.  Wien,  Pennauer. 
qufol.     [Antiq.  Rosenthal. 

Trois  Quatuor  p.  2  V.  A.  Vcl.  oe.  2. 
Vienue,  Bureau  des  arts.  4  Stb.  [B.  B. 
B.  Wagener. 


Spechtshart. 


220 


Speelbaeh. 


Quatuor  (Bd.)  p.  2  V.  Va.  et  Vcl.  oe.  22. 
Vienne,  Mechetti.     4  Stb.     [B.  "Wagener. 

3  Fugues  p.  2  V.  A.  et  Vcl.  oe.  3. 
Vienne,  Bureau  des  arts.  4  Stb.  [B.  B. 
B.  Kgsbg.     B.  Wagener. 

Sonata  per  Pfte.  e  V.  op.  17.  Vienna 
nel  Contojo  d'Industria.  2  Stb.  [B.  "Wa- 
gener. 

Drey  Fugen  f.  Pfte.  zu  4  Hd.  op.  39. 
"Wien,  Diabelli  &  Co.  16  S.  [B.  B.  B. 
"\\''agener. 

2  rhapsodische  AUegri  zu  4  Hd.  op.  43. 
Ib.     [B.  B. 

Die  Gesellschaft  der  Musikfr.  in  Wien 
ist  mit  seinen  Kompositionen  imgemein 
reich  vertreten.  Ich  zähle  36  Werke  bis 
op.  43,  darunter  die  oben  angezeigten, 
ferner  3  Missae  op.  17,  1807  erschienen, 
3  Quartetts  op.  11,  1  Hymne,  3  Trauer- 
Kantaten  (1812),  1  Einweihungsmusik  f. 
Chor  u.  Orch.  P.  (Geschenk  des  Autors), 
viele  Liederhefte  op.  21.  23.  30.  33.  34. 
35.  37.  42.  u.  ohne  Opus,  6  Canoui  ä  3 
voci,  Romanzen,  4  Ouvertüren,  eine  zur 
Oper  Felizia  f.  gr.  Orch.,  die  3te  im 
Autogr.  Sonaten  f.  Klav.  op.  4.  5.  6.  16. 
17.  20.  Variat.  u.  a.  Der  Kat.  ist  so 
dürftig  abgefasst,  dass  sich  nicht  ersehen 
lässt  ob  im  Druck  oder  Ms. 

Speehtzliart,  siehe  Hugo  von 
Reutlingen. 

Speci,   siehe   Speuy,   Hendrik. 

Speck,  Johann  Wilhelm  Gün- 
ther, geb.  6.  Juli  1751  zu  Son- 
dershausen, gest.  ebd.  8.  Dez.  1797. 
Kammerregistrator,  Regierungs-Ad- 
vokat und  Mitglied  der  fürstl.  Hof- 
musik zu  Sondershausen,  ein  fleifsi- 
ger  Büchersammler  und  Helfer 
Gerber's  bei  Abfassung  seiner  bei- 
den Lexika.  Gerber  1.  2.  widmet 
ihm  einen  dankbaren  und  aner- 
kennenden Nachruf. 

Speckhun,  Christian, 

gab  nach  Gerber  2  1678  zu  Jena  her- 
aus: Concentuuni  sacrorum  1,  2,  3,  4  et 
5  Toc.  c.  iustiTiment. 

Spectacle  de  Brüssel,  ou  calen- 
drier  historique  et  chronologique  du  theätre, 
pour  l'annees  1767  et  1768.  Bruxelles, 
Boucherie.     12».     [Brüssel  4563. 

*S)j.,  Les,  de  Paris,  ou  suite  du  calen- 
drier  historique  et  chronologique  des 
theätres.  Paris,  Duchesne  1754—1791. 
12».    [Briissel  4566. 


Sp.^  Les,  de  Paris  et  de  toute  la  France, 
ou  calendrier  (wie  vorher).  Paris,  Veuve 
Duchesne  1792—1794.  120.  [Brüssel 
4566.  B.  B.  von  1777.  Leo  Liepm.  be- 
safs  sie  von  1774—1794. 

Spee,  Friedrich  (von),  aus  dem 
adligen  Geschlechte  von  Langen- 
feld, geb.  1591  zu  Kaiserswert 
am  Rh.,  gest.  7.  Aug.  1635  zu 
Trier,  Jesuit  u.  geistlicher  Lieder- 
dichter (Biogr.  im  Brummer.  Koch 
4,  185).  Da  ein  Komponist  in 
seinen  Liederbüchern  nicht  ge- 
nannt ist  (so  weit  ich  dieselben 
kenne),  so  kann  man  ihn  wohl  als 
den  Tonsetzer  betrachten.  Er  gab 
heraus : 

Güldenes  Tugendbuch  d.  i.  Werck  und 
üebuDg  der  göttlichen  Tugenden  des 
Glaubens  . . .  CöUen,  1649.  12o.  28  Ge- 
sänge, [besafs  der  Antiq.  Eosenthai,  so- 
wie eine  Ausg.  von  1656  ib. 

Trutz  Nachtigal,  oder  geistlichs-poetisch 
Lustwäldlein,  defsgleichen  noch  nie  zuvor 
in  Teutscher  Sprach  gesehen.  Durch  den 
Ehrw.  P. . . .  Priestern  der  Gesellschaft 
Jesu.  Jetzo,  nach  vieler  wünsch  vnd 
langem  anhalten,  zum  erstenmahl  in  Truck 
verfertiget  .  . .  Collen  1 649  W.  Friessem. 
12».     6  Bll.     341  S.     51  Lied.  f.  Mel.  u. 

B.  [B.  Lpz.     B.  Wagener. 

—  Ausg.  ib.  1654.  12».  258  S.  24  Bll. 
mit  Musik.     [Glasgow.    Hofb.  Wien. 

—  Ausg.  ib.  1660.     [B.  Br.    Proske. 

—  eine  böhmische  Ausg:  Zdoro-Slawj- 
cek.    Prag  1665.    157,  Bog-    !-"•     [ß-  Br. 

—  deutsche  Ausg.  ib.  1672.  [Antiq. 
Eosenthai. 

—  Ausg.  ib.  1683.     [B.  Br. 

—  neue  Ausg.  von  P.  L.  WiUmes. 
Köln  1812.     [Antiq.  Eosenthai. 

—  Ausg.   Berlin    1817.      120.      [zeigt 

C.  F.  Becker  4,  13  an. 

—  Ausg.  von  C.  Föliner,  nach  der 
1.  Ausg.  ed.  von  B.  Hüppe  und  W.  Junk- 
mann.  Coesfeld  1841.  12".  311  S. 
29  S.  Melod.     [Antiq.  Eosenthai. 

—  Ausg.  herausg.  von  Fr.  X.  Weninger. 
Innsbi-uck  1844  Wagner.  8».  440  S.  mit 
3  Musikbig.     [zeigt  Becker  4,  13  an. 

Speelbaeh,  Philii)pe,  wird  am 

11/9  1508  Organist  an  St.  Sauveur 
in    Brügge    und    noch    am    19/12 

1558  erwähnt.    Er  st.  am  14.  Sept. 

1559  (Straeten  la,  58). 


Speer,  Daniel. 


221 


Speidel. 


Speer,  Daniel,  geb.  zwischen 
1620—1625  zu  Breslau,  wird  1675 
Stadtpfeifer  in  Göppingen,  1680 
Kautor  und  Kollaborator  au  der 
Lateinschule  in  Göppingen,  1688 
und  1689  wegen  einer  politischen 
Schrift  gefangen  gesetzt  und  1692 
nach  Waibliugen  als  Kantor  und 
Kollaborator  versetzt.  Gestorben 
daselbst  1693  oder  94.  Er  fügt 
seinem  Namen  das  Wort  „Uratis." 
bei  =  Vratislavia  (Zahn  u.  Titel). 
Von  seinen  Werken  sind  bekannt: 

Grand -richtiger,  kurtz,  leicht  und 
nöthiger  Unterricht  der  musicalischen 
Kunst,  wie  man  füglich  und  in  kurtzer 
Zeit  Choral  und  Figural  singen,  den 
Generalbass  tractiren  und  componiren 
lernen  soll  . .  .  Ulm  1687  Eühne.  S». 
144  S.  [B.  B.  B.  M.  B. Wagener.  Brüs- 
sel.    Stuttgart. 

—  Grund-richtiger,  kurtz-,  leicht-  und 
nöthiger,  jetzt  wohl -vermehrter  Unter- 
richt . . .  (Titel  bei  Becker  1,  289).  Ulm 
1697  Kühne.  4».  289  S.  [B.  B.  B.  Lpz. 
B.  M.     B.W.     Brüssel.     Paris  Nat. 

Evangelische  Seeleu-Gedancken,  in  lieb- 
lichen Arien  bestehend  Zur  Ehre  Gottes, 
auff  alle  Fest-,  Sonn-  vnd  Feyertägliche 
Evangelia  . .  .  mit  2  Discänten  vnd  einem 
doppelten  General-Bass  .  .  .  (nebst)  2  Vio- 
linen .  .  wie  auch  Alt ,  Ten.  vnd  B. .  . 
Stuttgart  1Ü81  Paul  Trew.  9  Stb.  4". 
41  Gesge.     [B.  Frkft.     B.  B.  1.  Viol. 

—  Ander  vnd  letzter  Theil  .  . .  von 
Trinitatis  bifs  Advent.  Ulm  1682  Matth. 
Wagner.     9  Stb.     4».     55  Gesge.     [ib. 

Philomela  angelica  cantionum  sacra- 
rum,  quas  Romae  virgo  quaedam  deo  di- 
cata  ordinis  S.  Clarae,  Voce  sola  c.  Bc. 
. . .  cum  Violae  quataor  additae  ...  A 
tribus  vocibus  A.  T.  B.  cum  2  V.  et  Bc. 
Authore  ^^vayQa^^ax'iyiw?  denominato:  Res 
plena  dei.  Ven.  1688.  4«.  6  Stb.  24 
Gesge.  Im  Altus  der  Autorname  auf- 
gelöst. [B.  Frkft.  Im  Kat.  ausführlicher 
Titel,  Dedic.  u.  Register.    Paris  Nat. 

Jubilum  coelest.  Himlischer  Jubelschall 
. . .  mit  2  Stirn.  5  Violinen  u.  Bc.  Stutt- 
gart 1692  Lorber.  8  Stb.  4».  [B.  B: 
C  1.  2.  Viol.  1.  2.  Va.  1.  2.  2  Bc.  Strafs- 
burg i/Els.  Wilhelmitauerstift. 

Choral  Gesang -Buch,  Auff  das  Clavir 
oder  Orgel,  Worinnen  aller  brauchbaren 
Kirchen-  und  Haufs-Gesängen  eigene  Melo- 
dien, in  Koten-Satz  mit  2  Stim.,  als:  Disc. 


und  B.  untereinander:  Neben  einem  An- 
hang vieler  auserlesener  Arien,  und  Neu 
eingefülu'ter  schöner  geistreichen  Lieder 
. . .    heraufs  gegeben    von    D .  .   Speeren, 

Uratis zu  Waiblingen.    Stuttgart  1692 

Lorber.  ciu40.  3  S.  119  S.  mit  315  Cho- 
rälen u.  Arien.  Siehe  Zahn  6,  264,  der 
auch  32  Melod.  mitteilt.  [B.  Stuttgart. 
Darmst.     B.  M.     B.  Wernigerode. 

In  Paris  Nat.  noch  das  Werk  (Titel 
nach  Fetis) :  Recens  fabricatus  labor,  oder 
die  lustige  Tafel-Musik,  mit  3  Vocal-  und 
4  Instrumental-Stimmen.  Franckfurt  1685 
(nicht  1686).    fol. 

Speer,  Johann  Geor^,  geb.  in 
Zerbst,  wurde  1741  als  Kammer- 
musikus in  die  Berliner  Hofkapelle 
mit  300  Thlr.  Gehalt  aufgenommen 
(Bitter  1,  26.  Ledebur).  Marpurg 
1,  78  verz.  ihn  1754  als  Violon- 
cellisten ebd. 

Spehi',  Johann  Peter,  der  Ver- 
leger und  Besitzer  der  Musikalien- 
handlung auf  der  Höhe  in  Braun- 
schweig, seit  etwa  1794.  Er  war 
mit  der  Erste,  der  Mozart's  Werke 
verbreitete.  In  einer  Anzeige  wer- 
den im  Jahre  1800  Harfenpiecen 
von  Sp.  angekündigt,  er  war  also 
auch  ausübender  Musiker.  Das 
Geschäft  bestand  noch  1854.  Auch 
in  Hamburg  befand  sich  1800  eine 
Musikalien-Verlagshdlg.  Spehrdb  Co. 
Ob  dies  derselbe  ist,  bedarf  des 
Beweises. 

Sp.  gab  auch  die  Samlg.  heraus:  Eo- 
jnanzen  und  Oden  mit  Begltg.  der  Gui- 
tarre.  Braunschwg.,  Auf  der  Höhe.  Euth. 
Ambrosch,  Fleischmann  und  Walter,  fol. 
[Dresd. 

Speidel ,    Johann    Christoph, 

Pastor  u.  Superintendent  zu  Waib- 
lingen (Württemberg),  gab  ein 
Werk  heraus,  welches  Gerber  1 
näher  beschreibt,  betitelt: 

Unvenverfiiche  Spuren  von  der  alten 
Davidischen  Sing -Kunst  ...  Stuttgart 
1740  Metzger  &  Erhardt.  40.  III  u.  48  S. 
[B.  B.  B.  Wagener.  Musikfr.  Wien. 
Basel. 

Von  einem  Kaspar  Speier  besitzt  die 
B.  Grimma  im  Ms.  49/50,  8  Stb.  in  4». 
Nr.  95:  Veni  in  hortum  meum,  6  voc. 


Speilier. 


222 


Speranza. 


Speilier,  Petrus. 

Die  Kgi.  Musikalien-Samlg.  in  Dresden 
besitzt  im  Ms.  Da  48  S.  118  in  P:  Chri- 
stus natus  est  4  voc.  c.  2.  p.  Derselbe 
Satz  im  Ms.  B.  Br.  und  in  Joanellus' 
Samlwk.  1568b.  Dort  noch  ein  2ter  Satz: 
Spiritus  sanctus  c.  2.  p.  4  voc.  Es  scheint, 
als  wenn  der  latinisierte  Name  ,,Speula- 
nus'-\  von  dem  Waelrant  1556  b  den  Ton- 
satz :  Sanctus  Wilhehnus  bringt,  denselben 
Autor  bezeichnet  (Eitner  1). 

Speiser  (Speisser),  Kaspar,  Thu- 
ringus,  Musicus,  war  im  Anfange 
des  17.  Jhs.  Kantor  in  Halber- 
stadt.    Man  kennt  von  ihm: 

Harraonia  lugubris  8.  vocum  ad  modum 
Hypophrygium  in  obitura  Repentinum  tarn 
piae  quam  honestae  Matronae  Annae,  cla- 
lissimi  viri . . .  Christiani  Eggerstorphii .  . . 
composita  ä  . . .  Magdeburg.  1616  typis 
Andr.  Bezelij.  4  BU.  in  4".  Text:  Nu 
praeter  lachrymas.     [B.  B. 

In  B.  Br.  und  Brieg,  Kat.  S.  23  Nr.  27 
die  Motette:  Veni  in  hortum  meum,  6  voc. 
In  B.  Zw.  Nr.  714  die  Motette:  Faciat 
Dominus  haue  muliei'um,  8  voc.  Ms. 
fehlen  T  1.  B  1.  2.  In  Stockholm  an  Viü- 
pius  Pars  I.  cant.  sacr.  1602  im  Ms.  in 
Stb.  obige  Motette  in  B.  Br. 

Spencer,  Joliii  L,  geb.  um 
1630  zu  Bocton  (Kent),  gest.  27. 
Mai  1695  zu  Cambridge.  Studierte 
zu  Cambridge  Theologie,  wurde 
Rektor  zu  Lundbeach,  dann  Archi- 
diakonus  zu  Sudbury  und  endlich 
Diakonus  zu  Ely  (Fetis).  Von 
seinen  Werken,  die  hierher  ge- 
hören, kennt  man: 

De  legibus  Hebraeorum  ritualibus  et 
earum  rationibus  libri  tres  . . .  Cambridge 
1685.     2  voll.    4". 

—  Ausg.  La  Haye  1686. 

—  Ausg.  Lipsiae  1705. 

—  Ausg.  Tubingae  1732.  fol.  [Antiq. 
Eosenthai. 

Das  3.  Kap.  des  4.  Buches  (?)  handelt 
von  dem:  „Usus  musicae  in  sacris  cele- 
brandis"  und  wurde  auch  in  Ugolinus' 
Thesaurus  antiq.  T.  32  p.  556  aufge- 
nommen. 

Spencer,  John  II.,  ein  eng- 
lischer Musiker  aus  dem  Ende 
des  18.  und  Anfange  des  19.  Jhs., 
von  dem  das  br.  Mus.  besitzt: 

Urania,   or  the  ülumine  . . .    Musical 


entertainment  in  2  acts.     London  (1802) 
fol.  (von  Sp.  und  Mich.  Kelly). 

A  Christmas  Carol.  Lond.  c.  1800.  fol. 
—  In  Dupuis  Cathedral  Music  . . .  Lond. 
fol.  _  2  Glees  für  3  u.  4  Stirn,  und 
2  Songs  im  Eiuzeldruck. 

Spengler,  Lazarus,  geb.  13. 
März  1479  zu  Nürnberg,  gest.  ebd. 
7.  Sept.  1534.  Studierte  in  Leip- 
zig 1494  die  Rechte,  wurde  1507 
Ratsschreiber  in  Nürnberg,  dabei 
ein  eifriger  Beförderer  des  Refor- 
mationswesens. 1520  mit  dem 
Banne  belegt,  nahm  die  Stadt  nur 
wenig  Notiz  davon  und  sandte  ihn 
sogar  1521  auf  den  Reichstag  in 
Worms.  Er  schrieb  geistliche 
Streitschriften  und  zeichnete  sich 
auch  als  geistlicher  Liederdichter 
aus  (Haufsdorf's  Lebensbeschrbg. 
Sp.'s.  Spengleriana,  gesammelt  von 
M.  M.  Mayer.  Nürnbg.  1830).  Auch 
als  Komponist  ist  er  bekannt. 

Peter  Schoeffer  nahm  1536  a  das 
deutsche  4stim.  Lied:  ,,üieweil  umbsonst 
jetzt  alle  kunst"  auf  (Eitner  1).  Dasselbe 
Lied  im  Ms.  940,  262  der  B.  Proske.  Im 
Neudruck:  M.  f.  M.  26,  72. 

Ein  L.  Spengler  gab  auf  eigene  Kosten 
die  auf  der  Löwenburg  bei  Kassel  in 
einen  Tisch  eingedruckten  (!)  Musiknoten, 
angebüch  vom  Landgraf  Moritz  von  Hessen 
komponiert,  in  Partitur  heraus.  Kassel, 
L.  Spengler  (19.  Jh.?).  Die  2  Gescänge 
beginnen  mit  1.  Musica  cum  Musis  com- 
mercia  mutua  tractant.  2.  Die  Music 
gönnt  uns  Gott  zur  Freud,  für  6  Stimmen. 
[Schwerin  F.,  in  Kade's  Kat.  2,  240  die 
Notenanfänge  aller  Stimmen  mitgeteilt. 
ß.  Kassel. 

Speraindio ,  siehe  Bertoldo 
Sper'inDio. 

Speranza,  Sacerdote  D.  Ales- 
sandro,  geb.  1728  in  Palma  bei 
Nola,  gest.  17.  Nov.  1797  zu  Ne- 
apel, besuchte  das  Konservatorium 
Sant'Onofrio  zu  Neapel,  wurde  dar- 
auf Priester  und  liefs  sich  in  Ne- 
apel als  Gesang-  und  theoretischer 
Lehrer  nieder.  Unter  seinen  Schü- 
lern befinden  sich  Zingarelli  und 
Gasp.  Selvaggi,  auch  leitete  er  die 


Speranza. 


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Sporger,  Johann. 


Mnsikauffübruugen  in  religiösen 
Häusern.  Im  Archive  des  PP.  del 
Oratorio  zu  Neapel  sollen  sich 
Kompositionen  befinden  (Fetis. 
Florimo  2,  349). 

Das  Archiv  des  Real  Colleg.  zu  Neapel 
(Conservatorio)  besitzt  von  ihm: 

Christus  e  Miserere  a  voce  sola  dl 
Sopr.  e  2  cori  col  Bc.  —  Ein  anderes  zu 

3  Stirn,  u.  Bc. 

Turba  del  Passio  di   San   Matteo   per 

4  voci  c.  Bc.  —  Passio  di  S.  Giovanni, 
ebenso. 

3  Lezioni  pel  Sabato  Santo  per  Sopr, 
c.  Bc. 

Lamentazione  seconda  pel  Sabato  Santo, 
ebenso. 

Solfeggio  per  Sopr.  col  B. 

Alle  im  Ms. 

1  Messe  für  2  Ten.  u.  Bc.  (für  Orgel) 
in  Nie.  Corsari's  Istituzioni  1806. 

Im  Conservatorio  di  Milano  ist  er  reich- 
lich mit  Mss.  vertreten:  3  Messen  zu  2 
und  3  Stirn,  mit  Bc.  —  Christo  eleison 
4  V.  c.  V.  e  Bc.  —  Christus  in  Gm.  per 
Sopr.  e  Coro  a  3  voci  di  Sopr.  Contralto 
e  T.  c.  V.  Va.  e  Bc.  im  Autogr.  —  3 
Christus  e  Miserere  a  2,  a  3  v.  c.  org. 
—  Miserere  in  Dm.  ä  2  cori  c.  org.  — 
3  Lamentazioni  et  oratio  Jeremiae  Pro- 
phetae,  die  3.  mit  den  Lezioni  1.  2.  3. 
Notturno,  per  Sopr.  c.  org.  —  Litanie  a 
3  V.  c.  ripieno  ed  org.  —  Punti  della 
Turba  per  la  Domenica  delle  Palme  e  p